Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101345/2015
Globalschätzung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101345/2015vom 03.08.2019Teil 8 von 18
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
4. Sollten Anfangs- und Endbestand an verfügbaren Geldmitteln sowie Geldbewegungen und Privataufwendungen laut Finanzamtstabelle von der Bf nicht fristgerecht bekannt gegeben werden, geht das Gericht von der Neutralität dieser Daten über den Beschwerdezeitraum sowie von einem von der Bf zu belegenden Finanzierungserfordernis von 3.266.514,98 Euro über den Beschwerdezeitraum aus.
5. Die Verhandlung wird am 27. Juni 2018, 10:15 Uhr, Bundesfinanzgericht Wien, Verhandlungsraum 1 H 16, fortgesetzt. Eine gesonderte Ladung hierzu ergeht nicht.
Gegenstand der nächsten Tagsatzung wird die Erörterung des Schriftsatzes der Bf sowie der vorgelegten Beweismittel gemäß Punkt 3 dieses Beschlusses sein, ferner die Verteilung eines allenfalls verbleibenden ungeklärten Finanzierungsfehlbetrages auf die Kürzung der von der Bf geltend gemachten Vorsteuern, der geltend gemachten sofort abzugsfähigen Werbungskosten sowie der geltend gemachten AfA der einzelnen Jahre des Beschwerdezeitraums im Sinne der Tagsatzung vom 2. 10. 2017.
Sollte ein derartiger Schriftsatz nicht fristgerecht einlangen, wird Gegenstand der nächsten Tagsatzung sein:
die Erörterung der Verteilung des Betrages von 3.266.514,98 Euro bzw eines gerundeten Betrages auf die Kürzung der von der Bf geltend gemachten Vorsteuern, der geltend gemachten sofort abzugsfähigen Werbungskosten sowie der geltend gemachten AfA der einzelnen Jahre des Beschwerdezeitraums im Sinne der Tagsatzung vom 2. 10. 2017;
ferner die (nochmalige) Erörterung von
Bestimmte Zinsen *****[Bank1]***** (AP-B g.1.2.1, Tagsatzung vom 27. 3. 2017),
"Dot. AfA" 450.513,60 Euro (AP-B g.2.2., Tagsatzung vom 27. 3. 2017),
AfA (AP-B g.2.3., Tagsatzung vom 27. 3. 2017),
Spekulationsgewinn (AP-B g.5, Tagsatzung vom 2. 10. 2017).
Mündliche Verhandlung vom 1. 10. 2018 (TS 9)
In der mündlichen Verhandlung vom 1. 10. 2018 wurden zunächst die Schriftsätze der Parteien seit der letzten Tagsatzung vorgetragen:
Vollmachtsbekanntgabe und Vertagungs- sowie Fristersteckungsersuchen vom 14. 6. 2018 (OZ 127, 128 bzw. TS09/001)
Mit PDF vom 14. 6. 2018, dem Richter mit E-Mail am selben Tag übermittelt, gab der rechtsfreundliche Vertreter seine Bevollmächtigung bekannt und ersuchte um Vertagung sowie Fristerstreckung:
I. VOLLMACHTSBEKANNTGABE
In umseitiger Rechtssache gibt die Beschwerdeführerin bekannt, dass sie Rechtsanwalt Mag. ***[VN35]*** ***[NN39]***, LL.M., ... mit ihrer rechtsfreundlichen Vertretung beauftragt hat. Die Beschwerdeführerin ersucht, sämtliche Zustellungen zu Handen von Mag. ***[VN35]*** ***[NN39]***, LL.M., ...vorzunehmen.
II. VERTAGUNGSBITTE
Aufgrund des kurzfristigen Einschreitens und dem umfänglichen Verfahrensausmaß wird höflich ersucht, den für den 27.6.2018 anberaumten Verhandlungstermin zu vertagen;
sowie
die Frist des in der Verhandlung vom 07.05.2018, an die Beschwerdeführerin ergangenen Auftrages, eine schriftliche Darlegung der Finanzierung eines Betrages von EUR 3.266.514,98 sowie die Vorlage von Beweismitteln vorzunehmen, entsprechend zu erstrecken.
Beschluss vom 15. 6. 2018 (OZ 129 bzw. TS09/002)
Das Gericht beschloss hierauf:
I. Auf Grund des Ersuchens der Beschwerdeführerin vom 14. 6. 2018 wird
1. die Frist zur schriftlichen Darlegung der Finanzierung des Betrages von 3.266.514,98 Euro laut Finanzamtstabelle und zur Vorlage von Beweismitteln hierfür sowie zur Bekanntgabe von Anfangs- und Endbestand an verfügbaren Geldmitteln sowie Geldbewegungen und Privataufwendungen laut Finanzamtstabelle gemäß Beschluss vom 7. 5. 2018 (bisheriges Fristende: 18. 6. 2018) sowie zur Bekanntgabe allfälliger Einwendungen gegen die Richtigkeit der Finanzamtstabelle (bisheriges Fristende: 28. 2. 2018, bereits seit Monaten verstrichen) bis zum 16. 7. 2018 erstreckt;
2. die für 27. 6. 2018, 10:15 Uhr anberaumte Tagsatzung der mündlichen Verhandlung auf Montag, 1. 10. 2018, 10:15 Uhr, 1 H 16, verlegt.
II. Der Beschwerdeführerin wird aufgetragen,
1. bis zum 27. 6. 2018 dem Gericht nachzuweisen, dass von ihr mit der belangten Behörde ein Besprechungstermin betreffend die Erörterung zu Spruchpunkt I.1. bis spätestens 7. 9. 2018 vereinbart wurde,
2. bis 14. 9. 2018 dem Gericht nachzuweisen, dass die Besprechung gemäß Spruchpunkt II.1. stattgefunden hat, und dem Gericht das Ergebnis dieser Besprechung mitzuteilen.
Bekanntgabe (RA) vom 10. 7. 2018 (OZ 130 bzw. TS09/003)
Mit E-Mail vom 10. 7. 2018 gab der rechtsfreundliche Vertreter (verspätet) bekannt, dass ein Termin mit dem Finanzamt betreffend Erörterung für den 22. 8. 208 (gemeint wohl 22. 8. 2018) vereinbart worden sei.
Telefax (StB) vom 16. 7. 2018 (OZ 131 bzw. TS09/004)
Mit Telefax vom 16. 7. 2018 teilte die steuerliche Vertretung mit (OZ 131):
Das Finanzamt hat ausgehend von den Hausabrechnungen der Jahre 2005 bis 2011 der Liegenschaften einen Finanzmittelabfluss in Höhe von € 3.266.514,98 ermittelt.
Das Gericht hat Frau Dr. *****[N1]***** aufgetragen nachzuweisen, wie dieser Finanzmittelabfluss finanziert wurde. Dieser Aufforderung kommen wir hiermit nach.
Vorweg sei darauf hingewiesen, dass die Tatsache, dass es sich um Zeiträume handelt, die jedenfalls mehr als 7 Jahre bzw. bis zu 13 Jahre her sind und dass ein wesentlicher Teil der Unterlagen abhandengekommen ist, es unmöglich macht, eine genaue Zusammenstellung über alle Finanz*****[S2]***** und deren genauen Finanzierungsbeitrag zu machen.
Die folgende Aufstellung ergibt sich daher einerseits aus dem Erinnerungsvermögen von Frau Dr. *****[N1]*****, andererseits ergibt sie sich aus den im Verfahren bereits hervorgekommenen Tatsachen und aus noch aufgefundenen Unterlagen.
Anhand dieser Zusammenstellung kann jedenfalls glaubhaft nachvollzogen werden, dass ausreichend Mittel zur Deckung der Verluste aus Vermietung vorhanden waren.
Als Finanzierungs*****[S2]***** zur Deckung der Geldabflüsse sowie der zwischenzeitigen Lebenserhaltungskosten konnten folgende "*****[S2]*****" ausfindig gemacht werden:
1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
2. Kontokorrentkredite *****[Bank1]***** und *****[Bank2]***** (***[B54]***)
3. Erhaltene Kautionen der Mieter
4. Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung "*****[B7]*****"
5. Darlehen Mag. *****[N1]*****
6. Überschuss aus der Hausgemeinschaft 1180 Wien, *****[S21]***** 37
7. DI *****[V1]***** *****[N17]*****-*****[N6]*****
8. Zessionen bzw. Verrechnungen und Anlastungen
Zu den einzelnen Punkten:
Ad 1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
Wie aus dem Verfahren bereits bekannt, hat Frau Dr. *****[N1]***** nicht nur Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung bezogen, sondern auch Einkünfte für die Verwaltung von Fremdliegenschaften sowie Versicherungsprovisionen bezogen. Diese wurden vom Finanzamt noch nicht berücksichtigt. Aus unserer Sicht ergibt sich daraus ein Betrag von € 41.205,93.
Ad 2. Kontokorrentkredite *****[Bank1]***** und *****[Bank2]***** (***[B54]***)
Frau Dr. *****[N1]***** hat sowohl bei der *****[Bank2]***** als auch bei der *****[Bank1]***** einen Überziehungsrahmen. Diesen hat Sie über den Zeitraum hinweg jedenfalls voll ausgenutzt.
Die Rahmen belaufen sich auf die einzelnen Banken wie folgt:
*****[Bank1]***** Kontonummer ***[B57]*** € 80.000,00
*****[Bank2]***** Kontonummer ***[B58]*** € 50.000,00
*****[Bank2]***** Kontonummer ***[B59]*** € 7.000,00
SUMME € 137.000,00
Als Beleg hierfür beziehen wir uns auf die vorgelegten und beiliegenden Bankauszüge bzw. Saldenbestätigungen.
Ad 3. Erhaltene Kautionen der Mieter
Zwischen Anfang 2005 und Ende 2011 hat sich der Stand der von den Mietern bezahlten Kaution wesentlich erhöht. Die Kautionen wurden zumeist bar kassiert und zur Bezahlung von Ausgaben verwendet. Aus der Aufstockung der Kautionsbeträge ergibt sich eine Summe von rund € 190.000,00.
Ad. 4. Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung "*****[B7]*****"
Frau Dr. *****[N1]***** war als stille Gesellschafterin an einer Herrn *****[V28]***** *****[N28]***** gehörenden Gesellschaft beteiligt. Aus der Aufgabe dieser Beteiligung zu seinen Gunsten ergab sich ein Zufluss von € 1.600.000. Unterlagen hierzu konnten bislang keine mehr gefunden werden. Es wird daher die PV von Herrn *****[V28]***** *****[N28]*****, 2500 *****[B18]*****, ..., beantragt damit er sowohl die Umstände als auch den Zeitpunkt und die Betragshöhe der von Frau Dr. *****[N1]***** erhaltenen Summe bestätigen kann.
Ad 5. Darlehen Mag. *****[N1]*****
Frau Dr. *****[N1]***** hat von ihrem Mann, Herrn Mag. *****[V10]***** *****[N1]*****, ein Darlehen in Höhe von insgesamt € 220.000 erhalten. Diese Mittel wurden im Rahmen der Bewirtschaftung der Immobilien verwendet. Des weiteren hat Herr Mag. *****[N1]***** auch zur Deckung der laufenden Lebenserhaltungskosten beigetragen. Eine diesbezügliche Bestätigung von Herrn Mag. *****[N1]***** sowie Kopien seiner Steuerbescheide betreffend die Jahre 2000 bis 2004 legen wir anbei.
Ad 6. Überschuss aus der Hausgemeinschaft 1180 Wien, *****[S21]***** 37
Aus der Beteiligung an der Hausgemeinschaft 1180 Wien, *****[S21]***** 37 ergaben sich ab dem Jahr 2007 wesentliche Zahlungsüberschüsse, die in der Aufstellung des Finanzamtes bislang nicht berücksichtigt wurden. Die Hausabrechnungen der Jahre 2007 bis 2011 legen wir anbei. Daraus ergibt sich ein Finanzmittelüberschuss von insgesamt € 134.584,55.
Ad 7. Darlehen DI *****[N17]*****-*****[N6]*****
Die Mutter von Frau Dr. *****[N1]*****, Frau DI *****[N17]*****-*****[N6]***** hat zu einem nicht unwesentlichen Teil ihre Tochter finanziell unterstützt. Der genaue Betrag lässt sich nicht mehr nachvollziehen, insbesondere da auch immer wieder Barzahlungen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Gesamtsumme über den Zeitraum wesentlich ist und dass die Ausgaben, welche nicht durch Einnahmen oder andere Finanzierungs*****[S2]***** bezahlt wurden durch die Unterstützung von Frau DI *****[N17]*****-*****[N6]***** bezahlt wurden.
Hierzu sei angemerkt, dass Frau DI *****[N17]*****-*****[N6]***** aus ihren Immobilienbesitz über Jahrzehnte bereits hohe Einkünfte erzielt hat.
So belief sich ihr Einkommen im Zeitraum 2005 bis 2011 auf geschätzte rund € 4.800.000.
Kopien der entsprechenden Steuerbescheide bzw. eine entsprechende Bestätigung werden wir bis zur nächsten Verhandlung nachreichen sobald Frau DI *****[N17]*****-*****[N6]***** aus ihrer Rehabilitation nach einem Sturz nach Hause zurückgekehrt ist.
Ad 8. Zessionen bzw. Verrechnungen und Anlastungen
Wie im Verfahren bereits von Frau Dr. *****[N1]***** angeführt wurden Eingangsrechnungen auch durch Zessionen von Mietzinsforderungen bezahlt. Weiters erfolgten Abzüge bei Lieferanten, deren Eingangsrechnungen im Rahmen der Betriebsprüfung der Vorjahre nicht anerkannt wurden.
Frau Dr. *****[N1]***** hat versucht die entsprechenden Betrage unter Bezugnahme auf die im BP-Bericht vergebenen Nummern nachzuvollziehen. Aus der beiliegenden Liste ergibt sich dabei insgesamt ein Betrag von € 451.408,99.
Aus den obigen Ausführungen lasst sich nachvollziehen, dass der vom Finanzamt ermittelte Finanzmittelbedarf von rund € 3.270.000,00 in der Periode 2005—2011 durch die Frau Dr. *****[N1]***** in diesem Zeitraum zur Verfügung stehenden Mittel abgedeckt werden konnte.
Hinsichtlich der ebenfalls aufgeworfenen Frage der Finanzierung der Anschaffung der Liegenschaft *****[S16]*****strasse erlauben wir uns nochmals darauf hinzuweisen, dass diese durch den Verkauf einer Eigentumswohnung in 1090 Wien, *****[S8]*****gasse 1 sowie die Aufnahme eines Bankdarlehens bei der *****[Bank3]***** erfolgte. Dies wurde durch das Finanzamt schon in der Vergangenheit ausführlich geprüft.
Übermittelt wurden folgende Unterlagen:
Mittelherkunft / Kautionen (OZ 131 bzw. TS09/005)
[...]
[...]
[...]
Bestätigung Mag. *****[V10]***** *****[N1]***** vom 4. 1. 2018 (OZ 131 bzw. TS09/006)
Die zusammengefassten Darlehen an Dr. *****[V1]***** *****[N1]***** für notwendige lnvestitionen (Stnr.: 138/9***** )betrugen in den Jahren 2005 bis 2011 von meinen Einkünften aus Vorjahren insgesamt EUR 220.000.00.
Einkommensteuerbescheide Mag. *****[V10]***** *****[N1]***** (OZ 131 bzw. TS09/007)
Einkommensteuer 2000, Bescheid vom X. 10. 2001: Einkommen: 1.530208 S.
Einkommensteuer 2001, Bescheid vom 12. 7. 2005: Einkommen: 1.521.936 S.
Einkommensteuer 2002, Bescheid vom 12. 7. 2005: Einkommen: 72.953,26 €.
Einkommensteuer 2003, Bescheid vom 12. 7. 2005: Einkommen: 73.859,06 €.
Einkommensteuer 2004, Bescheid vom 29. 8. 2005: Einkommen: 50.002,89 €.
Hausgemeinschaft 1180 Wien, *****[S21]***** 37 (OZ 131 bzw. TS09/008)
Einnahmen/Ausgaben 1180 Wien, *****[S21]***** 37 (Überschussrechnungen):
2007: Verlust gesamt 49.600,22 €, davon 50% 24.800,11 € (Einnahmen 86.526,05 €; "Ü 14.045,76", "Summe 92.625,33)
2008: Verlust gesamt 51.252,24 €, davon 50% 25.626,12 € (Einnahmen 85.585,69 €, "Summe 92.625,33")
2009: Verlust gesamt 46.218,61 €, davon 50% 23.109,31 € (Einnahmen 89.191,93 €, "Summe 41.011,32" bzw. "48.180,61" bzw. "89.196,02")
2011: Verlust gesamt 45.387,34 €, davon 50% 22.693,67 € (Einnahmen 91.586,07 €, "Summe 77.827,4X")
Mittelherkunft Firmen lt. BP/Zession/VP (OZ 131 bzw. TS09/009)
[...]
[...]
Kontoauszüge (OZ 131 bzw. TS09/010)
*****[Bank2]***** ***[B58]*** (Dr. *****[V1]***** *****[N1]*****, Mag. *****[V10]***** *****[N1]*****):
15. 12. 2011: alter Kontostand: -29.468,42 €; neuer Kontostand: -54.067,09 €
*****[Bank1]***** ***[B57]*** (Dr. *****[V1]***** *****[N1]*****):
31. 5. 2001: Saldo alt: 371.505,77 S; Saldo neu: 407.964,19 S
26. 1. 2001: Saldo alt: 117.297,90 S; Saldo neu: 159.853,62 S
6. 1. 2001: Saldo alt: 407.964,19 S; Saldo neu: 498.057,78 S
Dieses Telefax wurde am 16. 7. 2018 vom Gericht dem Finanzamt zur Information übermittelt.
E-Mail (FA) vom 18. 9. 2018 (OZ 133 bzw. TS09/011)
Mit E-Mail vom 18. 9. 2018 gab das Finanzamt dem Gericht bekannt (OZ 133):
Am 22. Aug. 2018 erschien Mag. *****[N5]***** in Begleitung von Mag. ***[NN39]*** im Finanzamt. Über die unten zu Punkt 1 – 8 des Schreibens von Mag. *****[N5]***** dargestellte Sichtweise des FA wurde von 10.00 bis 11.40 ausführlich gesprochen. In diesen Punkten ist bereits das Ergebnis dieser Besprechung aus unserer Sicht mit berücksichtigt.
In der beiliegenden Version der Geldflussrechnung sind alle Zeilen, die gegenüber der dem Gericht vorliegenden Vorversion geändert oder neu hinzugekommen sind, in rosa unterlegt. In der neuen Spalte „Pos“ sind Positionsnummern zu finden, analog zu den oben erwähnten Punkten. Im neuen Tabellenblatt „Legende“ finden sich Erklärungen zur farblichen Gestaltung der Geldflussrechnung.
Die Beträge darin stellen z.T. Wertungen des FA. dar bzw. wurden von uns mangels genauerer Angaben seitens der Bw. nach Aktenlage bzw. schätzungsweise angesetzt. Sie könnten jederzeit durch konkrete Vorlage von Zahlen seitens der Bw. korrigiert werden. Das ist aber bislang nicht erfolgt.
Zu Seite 1 des Schreibens von Mag. *****[N5]*****:
Trotz 7-13 Jahren Intervall und angeblichem Verlust aller beim steuerl. Vertreter gelagerten Unterlagen konnte Dr.
*****[N1]***** die ggst. Berechnung sowie viele andere im Laufe des Beschwerdeverfahrens jetzt (16.7.2018) aufstellen und
in der Folge immer bei Bedarf eine Unterlage herbei zaubern, bzw. in allen anderen Fällen das Verschwinden der
Unterlagen als Ausrede behaupten. Das FA hält die Behauptung vom Abhandenkommen, wofür keinerlei
Glaubhaftmachung vorliegt, für eine Schutzbehauptung, die ebenso zu würdigen ist, wie alle anderen Formen der
Nicht-Aufbewahrung oder –Vorlage von Aufzeichnungen und Belegen.
Zu 1.
Eine Adaptierung der Ergebnisse aus Gebäudeverwaltung wurde bislang nicht vorgelegt, die Zahl laut Schreiben ist
nicht nachvollziehbar. Das FA setzt einstweilen die von ihm aufgrund der Abgabenerklärungen der BF ermittelten
Werte ein.
Zu 2.
Entgegen der pauschalen Behauptung der Kreditrahmen sind dem FA. folgende Kontostände als letzte im
Prüfungszeitraum bekannt:
*****[Bank1]***** KontoNr.***[B57]***: Kontostand 28.2.2011 -12.933,96 (vorgelegt im BP-Verfahren)
*****[Bank1]***** KontoNr.***[B58]***: Kontostand 15.12.2011 -54.067,09 (vorlegt am 16.7.2018)
*****[Bank2]***** ***[B59]***: Kontostand 18.7.2008 + 2.896,60 (vorgelegt im BP-Verfahren)
Mangels Anfangs- und Endständen dieser Konten ist es nicht möglich, die damit zusammenhängenden
Geldbewegungen in die Berechnung einzubeziehen.
Andererseits liegen dem FA Bestätigungen über geleistete Kapitaltilgungen im Prüfungszeitraum vor, welche nunmehr mangels Vorlage von Kontoständen einstweilen in die Berechnung einbezogen wurden. Betragsmäßige Darstellung sh. Beilage „Kapitalrückzahlung…“.
Zu 3.
Diese erstmals vorgelegte Aufstellung – obwohl das bereits ausführlich während der Prüfung und im BFG Verfahren Thema war und jetzt angeblich keine Unterlagen mehr vorhanden sind – ist dem FA nicht nachvollziehbar und weicht um ein Vielfaches von den zuvor vorgelegten Listen ab. Vor allem liegen keine Anfangs- und Endstände eines solchen, zu führenden Verrechnungskontos über Kautionen vor, woraus ein Geldfluss daraus ersichtlich wäre.
Somit seitens des FA. momentan keine Auswirkung auf die Berechnung.
Zu 4.
Nach Einsicht in den Steuerakt des Herrn *****[N28]***** (gegenüber der BF ist diesbezüglich die abgabenrechtliche Geheimhaltungsverpflichtung zu beachten) sind dem FA. die Behauptungen über diesen Sachverhalt nicht einmal ansatzweise nachvollziehbar. Auch bleibt die Darlegung des Umgangs mit diesen Geldern vollkommen unglaubwürdig, sowie die Tatsache der so späten Angaben, nämlich erstmals am 27.3.2017 beim BFG, obwohl die Mittelherkunft schon ausführlich während des Prüfungsverfahrens Thema war.
Somit seitens des FA. momentan keine Auswirkung auf die Berechnung.
Zu 5.
Etwaige Ersparnisse des Gatten aus den früheren Zeiträumen könnten auch schon in diesen Jahren für die Finanzierung der Investitionen von Frau Dr. *****[N1]***** geflossen sein. Irgendwelche Unterlagen über Geldflüsse zur Glaubhaftmachung liegen bis jetzt nicht vor.
Im Prüfungszeitraum bezog der Gatte nur geringfügige Einkünfte und trug andererseits hohe Verluste aus seinen Hausanteilen. Mangels Darlegung genauer Berechnungen setzt das FA. weder Plus, noch Minus an.
Die Einkünfte laut Aktenlage des Gatten werden – ebenfalls unter Vorbehalt notwendiger Adaptierungen bei den HG-Anteilen – angesetzt.
Andererseits werden mangels Angaben vorläufig monatlich € 2.500,- als LHK angesetzt.
Im übrigen stehen die nunmehrigen Angaben zum Thema Darlehen vom Ehegatten im Widerspruch zu jenen, die die BF am 27.3.2017 beim BFG (siehe Protokoll S. 26 und BP Bericht S. 35) gemacht hat.
Zu 6.
Hier wird eine einzige Beteiligung (nur für die Jahre 2007, 2008, 2009 und 2011 *****[S21]*****gasse 37, Beteiligung: 50% Fr. Dr. *****[N1]***** + 50 % Hr. Mag. *****[N1]***** *****[V10]*****) herausgegriffen und mit 100% des Ergebnisses Frau Dr. *****[N1]***** zugerechnet.
Das Finanzamt setzt mangels genauerer Berechnungen seitens der Bw. die Summe aller Tangenten an. Investitionen (Minus) und Abschreibungen (+) bleiben so unberücksichtigt.
Zu 7.
Auch diese Behauptung erfolgt erstmals und erscheint insgesamt als unglaubwürdig. Mangels Zahlen und Unterlagen zur Glaubhaftmachung dzt. keine Berücksichtigung in der Berechnung, weder Zufluss, noch Rückzahlung angeblicher Darlehen.
Zu 8.
Wie zu 3.
Mag. *****[N5]***** konnte ebenso wie Mag. ***[NN39]*** die Zahlen in den 4 Spalten der vorgelegten Tabelle auch nicht erklären und behielt sich vor, diesbezüglich noch Erläuterungen vorzulegen.
Zum letzten Absatz, Seiten 5/6
Durch Ansatz von Null zu dieser Position folgt das FA. dieser Darstellung, wie schon bisher.
Beigefügt waren:
Geldflussrechnung (OZ 134 bzw. TS09/012)
[...]
[...]
[...]
[...]
In dieser Geldflussrechnung gelangt das Finanzamt zu einer Deckungsdifferenz von 3.988.867,48 €.
Kapitalrückzahlung (OZ 135 bzw. TS09/013)
[...]
Rückzahlungen 2005-2011: 251.783,18 €.
Schriftsatz (Bf) vom 30. 11. 2018 (OZ 199)
Die Tabelle ist unleserlich und kann auch inhaltlich nicht nachvollzogen werden: Eine entsprechende Erläuterung durch die belangte Behörde, der von Ihr (neu) errechneten Beträge in der nächsten Tagsatzung wird sohin angeregt.
Die E-Mail des Finanzamts vom 18. 9. 2018, der die Tabellen in Excelform gut lesbar beigeschlossen waren, wurde vom Finanzamt nur dem Gericht und nicht auch der Bf übermittelt. Die Tabellen standen bei der Verhandlung ausgedruckt im Format A3 zur Verfügung. Die E-Mail samt Tabellen wurden vom Gericht unter Bezugnahme auf den Schriftsatz vom 30. 11. 2018 der steuerlichen und der rechtsfreundlichen Vertretung am 25. 2. 2019 weitergeleitet (OZ 242).
Schriftsatz (Bf) vom 21. 9. 2018 (OZ 137 bzw. TS09/014)
Die Bf erstattete durch ihren rechtsfreundlichen Vertreter am 21. 9. 2018 folgenden vorbereitenden Schriftsatz:
In Entsprechung des gerichtlichen Auftrages fand am 22.08.2018 ein Termin zwischen der Abgabenbehörde und den Vertretern der Beschwerdeführerin statt. Im Zuge dieser Besprechung wurde der Schriftsatz der Beschwerdeführerin vom 16.07.2018 im Einzelnen besprochen, wobei die Behörde ersuchte, die Punkte: Erhaltene Kautionen Mieter (Punkt 3) und Zessionen bzw Verrechnungen und Anlastungen (Punkt 8), näher zu erläutern. In Entsprechung Ihrer Mitwirkungspflicht kommt die Beschwerdeführerin hiermit dem Ersuchen der Behörde nach:
1. Erhaltene Kautionen Mieter (Punkt 3 im Schriftsatz vom 16.07.2018)
Der herangezogene Betrag aus den Kautionen, ergibt sich aus dem Differenzbetrag zwischen dem Kautionsbetrag des jeweiligen (Alt-)Mieters und dem des (Neu-)Mieters. Anhand der Kautionslisten 2005 bzw 2011 der Liegenschaft *****[S6]*****gasse 5, 1070 Wien (Beilage./A) wird die von der Beschwerdeführerin vorgenommene Berechnungsmethode näher dargestellt:
- Der Mieter von TOP 1 (Herr ***[VN36]*** ***[NN40]***) hat eine Kaution geleistet, welche mit Mietschulden von Vorperioden gegengerechnet wurde. In der Folge fand ein Mieterwechsel statt. Der neue Mieter (Fa ***[NN41]***) wurde 2009 Mieter von TOP 1 und leistete eine Kaution von EUR 1.500. Dieser Betrag entspricht gleichzeitig dem Differenzbetrag, der für die Mittelherkunft herangezogen wurde (EUR 1.500);
- Bei Mieter von TOP 2 (***[NN42]*** ***[VN37]***) beträgt die Kaution im Jahr 2005 als auch im Jahr 2011 EUR 2.500. Diese ist gleichbleibend, woraus sich auch kein Differenzbetrag ergibt;
- Bei TOP 3 fand ein Mieterwechsel statt (Mag. ***[VN38]*** ***[NN43]***, ***[VN39]*** *****[N13]*****). Dem alten Mieter wurde die Kaution von EUR 1.680 zurückerstattet und dem Neumieter eine Kaution von EUR 2.500 vorgeschrieben. Es ergibt sich sohin ein Differenzbetrag von EUR 820;
- Bei TOP 4 änderte sich zwar der Mieter (Herr ***[VN40]*** ***[NN44]***, Mag. ***[VN41]*** ***[NN45]***) allerdings änderte sich die Höhe des Kautionsbetrages nicht. Es ergibt sich sohin kein Differenzbetrag;
- Die Mieterin von TOP 5 (Frau ***[VN42]*** ***[NN46]***) hat keine Kaution geleistet und ist diese nach wie vor Mieterin - Es ergibt sich sohin auch kein Differenzbetrag.
Die in den ausgewiesenen Beispielen dargestellte Berechnungsmethode wurde von der Beschwerdeführerin bei sämtlichen Liegenschaften sinngemäß angewandt, aufgrund dessen sich der Betrag von ca EUR 190.000 ergibt. Auch der Vorwurf der Behörde, die Beschwerdeführerin habe Kautionen der ausgezogenen Mieter einbehalten, wird durch diese Vorgehensweise (Heranziehen eines Differenzbetrages) entkräftet.
Beweis:
- PV;
- ZV Mieter *****[S6]*****gasse 5, 1070 Wien;
- Mieterliste aus 2005 bzw 2011 (Beilage./A);
- Weitere Beweise vorbehalten;
2. Zessionen bzw Verrechnungen und Anlastungen (Punkt 8 im Schriftsatz vom 16.07.2018)
Klarstellend wird eingangs angeführt, dass es sich bei diesem Punkt nicht nur um Verrechnungen im dreipersonalen (Zessionen), sondern auch um Leistungen im zweipersonalen Verhältnis an (bspw Aufrechnung bzw Leistung an Zahlungs statt) handelte. So wurden Forderungen der Beschwerdeführerin entweder direkt auf- bzw gegengerechnet oder Ansprüche an Dritte zediert. Die Abwicklung dieser Abtretungen wurde vom damaligen steuerlichen Vertreter der Beschwerdeführerin, *****[V4]***** *****[N4]***** in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Dr. *****[V32]***** *****[N32]***** vorgenommen. Der sich ergebende Gesamtbetrag von EUR 451,408,99 wird auszugsweise anhand nachstehender Fallbeispiele sowie unter Bezugnahme der bereits vorgelegten Liste "Zessionen" näher erlautert:
Allgemein wird zunachst dargelegt, dass die in der Liste angeführte Spalte "Schaden00-04" Kosten enthält, die der Beschwerdeführerin in der Vorperiode ("VP", Zeitraum 2000 — 2004), durch die in der Spalte "Firmenname“ angegebenen Personen bzw Unternehmen entstanden sind. Obwohl es sich um Aufwendungen und Ausgaben handelte, die ausschließlich durch den Betrieb der Beschwerdeführerin veranlasst waren, wurden diese von der Behörde in der Vorperiode nicht als Betriebsausgaben anerkannt.
- *****[N3]*****:
Die Firma *****[N3]***** hat (Werk-)Leistungen an die Beschwerdeführerin erbracht. Im Gegenzug wurde von der Beschwerdeführerin an die Firma Wohnungen vermietet, was zu einer (teilweisen) Aufrechnung von Forderungen führte. Der von der Beschwerdeführerin aufgerechnete Betrag beläuft sich auf EUR 4.979,60.
- ***[B40]*** (BP 83-84):
Die Firma ***[B40]*** wurde von der Beschwerdeführerin mit Bauarbeiten beauftragt. Aufgrund der mangelhaften Leistung war es notwendig, Architekt Dipl.-Ing. *****[N13]***** mit der Prüfung und der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen. Die resultierenden Kosten (EUR 2,852,00) wurden im Zeitraum 2000 — 2004 von der Beschwerdeführerin bezahlt — allerdings von der Behörde zu Unrecht nicht als Betriebsausgaben anerkannt. In der Folge wurden diese auf die Forderung von ***[B40]*** angerechnet;
- *****[V7]***** *****[N7]***** (BP 149):
In diesem Fall wurde eine Schadenersatzforderung, welche die Beschwerdeführerin gegenüber der Fa *****[B5]*****- Bau- und Handels Ges. m.b.H. ("*****[B5]*****") inne hatte, an Herrn *****[V7]***** *****[N7]***** zediert. Der Schadensbetrag war auch Gegenstand eines zivilgerichtlichen Verfahrens zwischen der Beschwerdeführerin und *****[B5]***** (Beilage./B). lnsgesamt wurden Forderungen gegen *****[B5]***** iHv EUR 176.774,00 an *****[V7]***** *****[N7]***** zediert. Wäre hier keine mangelfreie Abtretung erfolgt, hatte der (Zessions-)Gläubiger seine Forderungen gegenüber der Beschwerdeführerin gerichtlich geltend gemacht (Auch auf das eingangs erwähnte und zu Gunsten der Beschwerdeführerin ausgegangene Gerichtsverfahren gg *****[B5]***** sei hiermit erwähnt).
Sukzessiv ist zu den Forderungen gegen die Fa *****[B5]*****- Bau- und Handels Ges. m.b.H. anzumerken, dass die korrespondierenden Unterlagen aus der Vorperiode (2000 - 2004) am Kanzleistandort des steuerlichen Vertreters, *****[V4]***** *****[N4]***** auflagen, jedoch nie an die Beschwerdeführerin retourniert wurden. Die Umstände (mehrere Einbrüche bzw das Versterben des steuerlichen Vertreters wurden zum jeweiligen Zeitpunkt umgehend von der Beschwerdeführerin gemeldet.
Die in den angeführten Beispielen dargestellte Vorgehensweise bzw Berechnungsmethode wurde von der Beschwerdeführerin bei sämtlichen Personen der Liste "Zessionen" sinngemäß angewandt. Dies war auch mit dem damaligen steuerlichen Vertreter der Beschwerdeführerin, *****[V4]***** *****[N4]*****, abgestimmt (Beilage./C).
Sämtliche Ausgaben in der Spalte "Schaden00—04" wurden von der Behörde in der Vorperiode zu Unrecht nicht als Betriebsausgaben anerkannt, trotz dem Umstand, dass es sich dabei um Aufwendungen bzw Ausgaben handelte, die ausschließlich durch den Betrieb der Beschwerdeführerin veranlasst waren. Aufgrund der Berechnungen des damaligen steuerlichen Vertreters betrug die Gesamtsumme der nicht durch die Behörde anerkannte Betriebsausgaben im Jahr 2011 insgesamt EUR 853,388.20 (Beilage./D).
Beweis:
- PV:
- Verfahren 4 *****[Z2]*****/01t (Beilage./B);
- Schreiben an *****[N4]***** 13.11.2007 (Beilage/C);
- Schreiben an *****[N4]***** 17.02.2011 (Beilage/D);
Weitere Beweise vorbehalten;
II.
In Ergänzung der Erläuterungen sowie in Vorbereitung der kommenden Tagsatzung gemäß dem im Verhandlungsprotokoll vom 07.05.2018 vorgesehenen Prozessprogrammes (siehe Punkt 5) wird von der Beschwerdeführerin wie folgt vorgebracht bzw vorgelegt:
- Einnahmen-Ausgaben
Wie aus dem Protokoll der Tagsatzung vom 07.05.2018 geht das Gericht - wider dem bisher erstatteten Vorbringen samt der Beschwerdeführerin — von der Richtigkeit der von der Behörde durchgeführten Schätzung (BP S. 25) aus.
Diese beinhaltet jedoch auch die Annahme einer annualen zehn prozentigen Steigerung (!) der Einnahmen der Beschwerdeführerin.
Dies ist objektiv unrichtig (rechnerisch als auch faktisch). Vielmehr ist diese Einschätzung der Behörde gerade in Wien — aufgrund des vorherrschenden und auf die Liegenschaften der Beschwerdeführerin anzuwendenden Richtwertsystems bzw Mietrechtsgesetzes nahezu lebensfremd. Auch aus den Einnahmen Ausgabenrechnungen der Beschwerdeführerin ergeben sich für die Jahre 2005-2011, ausgenommen 2010, Verluste (Beilage./E). Zur näheren Erörterung werden hiermit die Zeugeneinvernahme der einzelnen Mieter der *****[S6]*****gasse u.a. (siehe Beilage./F) zur Einvernahme beantragt.
Beweis:
- PV;
- Konvolut Einnahmen Ausgabenrechnung 2005-2011(Beilage./E);
- ZV Mieter gemäß Schreiben (Beilage/F):
- Weitere Beweise vorbehalten;
Da sich die bereits im Ermittlungsverfahren durch die Behörde ausgedrückte Einseitigkeit, unter der nahezu ausschließlichen Würdigung der für die Beschwerdeführerin ungünstigen Sachverhaltsmomenten, nicht fortsetzen soll, wird die Würdigung der im Dezember 2013 abgegeben Einnahmen Ausgabenrechnungen, wie bereits im Juli 2014 schriftlich durch die Beschwerdeführerin gerügt (Beilage./F), beantragt.
Aufgrund der Umgruppierung von Mietzinsverfahrensergebnissen, die zu einem Mietentfall der Beschwerdeführerin führten, wurde eine Korrektur auf Anregung des Gerichts durchgeführt. Dadurch hat sich auch ergeben, dass die Betriebskostenausfälle, durch Leerstehungen aus Vorperioden, die Einnahmen aus Antennen, aufgehoben bzw sogar überstiegen (!) haben.
Beweis:
- PV;
- Konvolut Einnahmen Ausgabenrechnung 2005-2011 (Beilage./E);
- Weitere Beweise vorbehalten;
- *****[Bank1]***** Zinsen
Die von der Beschwerdeführerin angesetzten Bankzinsen (siehe Betriebsprüfungsbericht BP S.32) rühren aus aufgenommenen Finanzierungen, die den Kauf bzw lnstandhaltung von Zinshäusern als Verendungszweck hatten. Der Beschwerdeführerin stand und steht es frei, ihren Betrieb mit Eigen- oder Fremdkapital auszustatten — so sind die gegenständlichen Finanzierungen als Aufwendungen zu werten, die der betrieblichen Sphäre zuzuordnen sind und liegen im gegenständlichen Fall Betriebsausgaben vor.
Folgerichtig sind auch Zinsen für betriebsbedingt aufgenommene Schulden Betriebsausgaben.
Dass in den beiden Jahren vor 2007 keine Tilgungen vorgenommen wurden, ist dem Schreiben der *****[Bank1]***** vom 13.08.2013 und 17.6.2017 zu entnehmen (siehe auch Protokoll der Tagsatzung vom 27.03.2017 S.18) siehe dazu auch (Beilage./I). Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2005 mehrere Kredite der *****[B2]***** Wohnungssanierungsgesellschaft m.b.H, übernommen, deren Rückführung als Betriebsausgaben noch geltend gemacht werden. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass bei vergangenen Prüfungen die Geltendmachung von Bankzinsen stets - zu Recht - als Betriebsausgaben anerkannt wurden. Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin Uber die Jahre finanziell nicht unwesentlich von ihrer Mutter unterstützt wurde (siehe dazu Schriftsatz samt Beilage vom 16.07.2018), war eine Fremdfinanzierung (bei einer Bank) durch die Beschwerdeführerin für private Zwecke ausgeschlossen. Ein konkreter Beweis der Behörde wurde seit über sechs (!) Jahren bis dato nicht erbracht.
Beweis:
- PV;
- Bestätigungsschreiben *****[Bank1]***** 12.10.2005 (Beilage./G);
- Bestätigungsschreiben *****[Bank1]***** vom 07.06.2017 (Beilage/I)
- Weitere Beweise vorbehalten;
- AfA
Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten AfA wird zur näheren Erörterung die Ladung des Zeugen SV Immobiliensachverständigen *****[V4]***** *****[N27]***** beantragt, insbesondere zur Liegenschaft *****[S12]***** 206, 1020 Wien.
- Vorsteuer
Betreffend die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Vorsteuerabzuges ist anzuführen, dass an diese nichts refundiert wurde. Die Beschwerdeführerin hat, in Übereinstimmung mit ihren Vertragspartnern, offene Forderungen direkt auf die Finanzamts- oder (Sozial-)Versicherungskonten ihrer Gläubiger (Bspw *****[V7]***** *****[N7]*****) einbezahlt. Diese Vorgehensweise war auch mit ihrem damaligen steuerlichen Vertreter, *****[V4]***** *****[N4]*****, abgestimmt (Beilage./G). Diese Zahlungen & Übertragungen wurden von der Beschwerdeführerin bzw der Behörde immer zur Gänze getätigt. Dies ist auch durch das Faktum erwiesen, dass keinerlei offene (zivilgerichtliche) Verfahren gegen die Beschwerdeführerin anhängig sind / bzw je waren. Die Vorgehensweise zeigt auch auf, dass die Beschwerdeführerin offene Forderungen - inklusive der verrechneten Umsatzsteuer - zur Gänze geleistet wurden und sohin Abzüge der Behörde rechtlich keine Deckung finden.
- Offene Forderung der Beschwerdeführerin
Die Beschwerdeführerin stehen aus mehreren Rechtsgrundlagen, darunter Kosten aus (Steuer-) bzw verfristeten Berufungsverfahren, nicht gutgebrachten Kostenersätzen (Ra 2015/13/0039-5) aus Steuerguthaben bzw unrechtmäßig festgesetzter Säumniszuschläge bzw Aussetzungszinsen sowie insgesamt EUR 498.113.16 zu (Beilage./H). Die Behörde hat diesen Umstand im gegenständlichen Betriebsprüfungsverfahren nicht gewürdigt — im Gegenteil fand ausschließlich eine Würdigung der für die Beschwerdeführerin ungünstigen Sachverhaltsmomente statt.
Beweis:
- PV;
- Schreiben an das Finanzamt vom 1.9.2018 (Beilage./H);
- ZV *****[V4]***** *****[N27]*****;
Weitere Beweise vorbehalten;
Beigefügt waren:
Beilage ./A Kautionsliste *****[S6]*****gasse (OZ 138 bzw. TS09/15)
2005
[...]
2011
[...]
Beilage ./B Äußerung i. S. *****[B5]*****- Bau- und Handels Ges.m.b.H. (OZ 140 bzw. TS09/16)
Im Verfahren betreffend eine Klage des Masseverwalters im Konkurs der *****[B5]*****- Bau- und Handels Ges.m.b.H. gegen die Bf wurde von deren rechtsfreundlichen Vertretung am 30. 10. 2007 ein Schriftsatz eingereicht, in welchem unter anderem ausgeführt wird:
Entgegen der Ansicht der klagenden Partei sind die von der beklagten Partei geltend gemachten Compensandoforderungen jedenfalls schlüssig und nachvollziehbar. Der Schriftsatz vom 21.8.2007 ist lediglich eine Zusammenfassung der in den diversen Schriftsätzen bereits geltend gemachten und dort ausführlich begründeten Compensandoforderungen, damit aufgrund der sehr langen Verfahrensdauer eine gewisse Übersichtlichkeit vorherrscht. In der Zusammenfassung vom 21.8.2007 wird auf sämtliche Schriftsatzpassagen sowie die Bezug habenden Beweismittel hingewiesen, sodass eine Nachprüfbarkeit gut gegeben ist. Obwohl ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass die Addition der geltend gemachten Beträge leicht möglich ist, wird die beklagte Partei nun zur weiteren Erleichterung die im Schriftsatz aufgelisteten Compensandoforderungen wie folgt summieren:
Ad I) des Schriftsatzes vom 21.8.2007
ATS 3,128.532,00
ATS 800.000,00
ATS 240.456,00
ATS 62.031,00
ATS 36.501.60
ATS 24.086,40
ATS 10.784104
ATS 115169.40
ergibt ATS 4,417.560,44 - € 321.036,64
Ad II)
ATS 1.995.243,50 - € 145.000.00
ATS 1,529,832,60
ATS 90.090.85
ATS 5.688 00
ergibt ATS 3,620.854,95 - € 263. 137, 79
Ad III)
€ 7.436.24
ATS 1,781.641,80 € 129.476,96
ergibt € 136.913.20
Ad IV)
€ 10.212,96
Ad V)
€ 273.280,00
€ 300.000.00
€ 28.800.00
ergibt € 602.080,00
Die Teilsummen I bis V ergeben sohin nachstehende Gesamtsumme:
€ 321.036,64
€ 263.137,79
€ 136.913,20
€ 10.21296
€ 602,080.00
€ 1,333.380,59
Hiezu kommen bankmäßige Zinsen in Höhe von 12% ab dem jeweiligen bankmäßigen Stichtag.
Die eingewendeten Gegenforderungen übersteigen sohin bei Weitem das nunmehr eingeschränkte Klagebegehren und wird dieser Betrag jedenfalls bis zur Höhe der Klagsforderung compensando eingewandt.
Die klagende Partei übersieht, dass im Zuge der Ersatzvornahmen, welche ausschließlich aufgrund der nicht getätigten bzw. mangelhaft ausgeführten Arbeiten der Gemeinschuldnerin verursacht wurden, für die beklagte Partei erhebliche Mehrkosten entstanden. Für diese Mehrkosten hat naturgemäß die Gemeinschuldnerin aufzukommen und besteht auch ein Konnex zur eingeklagten Forderung bzw. besteht ein totaler Konnex und ausschließlicher kausaler Zusammenhang zur eingeklagten Summe, da ohne die von der Beklagten getätigten Aufwendungen die Immobilie unverwertbar gewesen wäre.
...
Die in der Beilage zu dieser Äußerung angeführten Beweismittel und Rechnungen datieren alle aus den Jahren 1998 bis 2004.
Beilage ./C Schreiben Bf an *****[V4]***** *****[N4]***** vom 13. 11. 2007 (OZ 141 bzw. TS09/017)
Die Bf schrieb an *****[V4]***** *****[N4]***** am 13. 11. 2007:
Betrifft: *****[B5]***** Aufstellung Dr. *****[N12]***** für GZ 4 *****[Z2]*****/01t vom 30.10.2017
Sehr geehrter Herr *****[N4]*****
Lt. o.a. Aufstellung sind EUR 1.333.300,59 an Schadenssumme entstanden und von *****[B5]***** zu verantworten. Davon werden steuerlich im Jahr 2007 EUR 450.513,60 geltend gemacht. An Zessionen wurden an die Firmen *****[N8]***** ,***[B41]*** , *****[V7]***** *****[N7]*****, insgesamt EUR 320.000,00 zediert sodass noch EUR 560,000,00 für weitere Zessionen zur Verfügung stehen z.B.: für Fa *****[N3]***** , S. *****[N11]*****, Dr. *****[N6]***** etc Die Umbuchungen an Vorsteuern auf die jeweiligen von den Firmen angegebenen Konten wurden im Bedarfsfall gem. Ihrer Abstimmung vorgenommen.
Die gesamte Abwicklung wurde und wird von Ihnen gemeinsam mit Dr. *****[V32]***** *****[N32]***** abgehandelt.
Die jeweilige Leistungserbringung wurde von Arch. Ing. Hans Otto *****[N13]***** ... vor Ort abgenommen und geprüft , die Firmen relevanten Daten auch von Ihnen.
Die jeweiligen Einverständniserklärungen von den Firmen werden gesammelt und nach Abschluss an mich übergeben.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Dr. *****[V1]***** *****[N1]*****
Beilage ./D Schreiben Bf an *****[V4]***** *****[N4]***** vom 17. 2. 2011 (OZ 142 bzw. TS09/018)
Die Bf schrieb an *****[V4]***** *****[N4]***** am 17. 2. 2011 unter anderem:
Betrifft: Steuerprüfung 2000 - 2004
Sehr geehrter Herr *****[N4]***** ,
Aus gegebenen Anlass erlaube ich mir höflichst festzuhalten lt. Ihren Berechnungen und eingehender Prüfung der Ergebnisse der Steuerprüfung 200-2004 in Summe die nicht anerkannten Zahlungen an Firmen inkl. Steuern und die von den Mietern zu erbringenden Mehrbeträge in Summe inkl. der vorgeschriebenen Steuern EUR 853.388,20 betragen.
Dieser Betrag steht zur Disposition an zahlungsstatt - Zession - für Bauleistungen an Dr. *****[V1]***** *****[N1]***** zur Verfügung .
Für die Firmen: **[B42]**. ***[B40]***, *****[B34]*****, ***[B43]***, ***[VN43]***, ***[B44]*** GmbH, *****[V7]***** *****[N7]***** , *****[B1]*****, *****[N10]***** G. lnstallationen. *****[B30]***** GmbH, ***[B45]***,
gem. deren Rechnungslegung in Höhe von insgesamt EUR 560.000,00 . wobei auch Vorsteuerumbuchung auf die jeweiligen Steuer/Krankenkassenkonten etc. jeweils in Abstimmung mit den Firmen und von Ihnen nach jeweiliger Erfordernis durchgeführt wird. Die erbrachten Leistungen werden vorab vom Prüfingenieur Arch. lng. *****[N13]***** ... sowie von Ihnen inkl. aller Firmen relevanten Daten geprüft.
Die Abwicklung der Zessionen wird von Ihnen u.U. gemeinsam mit Dr. *****[V32]***** *****[N32]***** durchgeführt ohne jegliche Einrede seitens der ausführenden Firmen . sämtliche Bestätigungen werden gesammelt an Dr. *****[V1]***** *****[N1]***** übergeben.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Dr. *****[V1]***** *****[N1]*****
Beilage ./E1 Überschussrechnungen Häuser 2005 (OZ 144 bzw. TS09/019)
Beilage ./E1 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2005 Ergebniszusammenstellung
[...]
Im Anschluss folgende Ergebniszusammenstellung 2005 (ohne Detailaufstellungen für die einzelnen Häuser):
[...]
Beilage ./E2 Überschussrechnungen Häuser 2006 (OZ 145 bzw. TS09/020)
Beilage ./E2 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2006 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./E3 Überschussrechnungen Häuser 2007 (OZ 147 bzw. TS09/021)
Beilage ./E3 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2007 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./E4 Überschussrechnungen Häuser 2008 (OZ 148 bzw. TS09/022)
Beilage ./E4 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2008 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./E5 Überschussrechnungen Häuser 2009 (OZ 150 bzw. TS09/023)
Beilage ./E5 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2009 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./E6 Überschussrechnungen Häuser 2010 (OZ 151 bzw. TS09/024)
Beilage ./E6 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2010 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./E7 Überschussrechnungen Häuser 2011 (OZ 157 bzw. TS09/025)
Beilage ./E7 enthält Überschussrechnungen für die einzelnen Häuser samt folgenden Zusammenfassungen:
2011 Ergebniszusammenstellung
[...]
Beilage ./F Schreiben Bf an FA vom 30. 7. 2014 (OZ 153 bzw. TS09/026)
Die Bf schrieb am 30. 7. 2014 an das Finanzamt:
Betr.: Strnr.: 08 - 138/9***** Bescheide 2005 bis 2011 —Bescheidbegründung vom 4.7.2014
Beilage zu den Beschwerden vom 30.7.2014 . Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 4.7.2014 eingelangt am 7.7.2014
Begründung zu der Beschwerdevorentscheidung Umsatzsteuer 2005 — 2011.
Einkommensteuer 2005 - 2011
Es wurde mehrfach betont, dass nur vorläufige Zahlen geprüft wurden, erst am 20.12.2013 wurden endgültige Erklärungen abgegeben. Insbesondere die Umsätze wurden an Hand der maßgebenden Zinslisten detailliert dargestellt und sind das Ergebnis der endgültigen Steuererklärungen. Sämtliche Unterlagen dazu lagen und liegen in der Kanzlei *****[B4]***** auf und wurden bis dato keineswegs gewürdigt Zeuge PV Mag. *****[V21]***** *****[N5]***** per ADr.: ... Was nicht stimmen soll . wird konkret in der Beschwerdevorentscheidung nicht ausgesagt. somit wird als Beweis für die Richtigkeit sowohl der Umsätze als auch der Einnahmen die PV der folgenden Mieter beantragt, exemplarisch vorbehaltlich der Beantragung weiterer Zeugen :
[...]
Alle können auch bestätigen dass sie keineswegs eine 10% Steigerung pro Jahr vorgeschrieben bekommen haben, geschweige denn bezahlt haben und dass sie kein BK-Defizit gesondert gezahlt haben.
Beilage ./G Schreiben *****[Bank1]***** *****[Bank1a]***** an Bf vom 12. 10. 2005 (OZ 154 bzw. TS09/027)
Die *****[Bank1]***** *****[Bank1a]***** schrieb am 12. 10. 2005 der Bf betreffend "Übernahme von Krediten der *****[B2]***** Wohnungssanierungsgesellschaft m.b.H.":
[...]
Beilage ./H Schreiben Bf an FA Wien 9/18/19 Klosterneuburg vom 1. 9. 2018 (OZ 155 bzw. TS09/028)
Die Bf schrieb am 1. 9. 2018 an das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg:
Betr: Stnr.: 07 277/*****9 ZUSAMENSTELLUNG Forderungen Dr. *****[N1]***** — FA
Gemäß diverser Berufungen und Erklärungen, Aufstellung v. 11.10.2017
Sehr geehrte Damen und Herren!
1. Aus verjährten Ansprüchen gem. Beilage , Erledigungserinnerung vom 15.2.2013 EUR 36.025,61
2. UST 2000 Schreibfehler EUR 4.042,79
3. Saldo nicht gutgebrachter VST gem. Erklärungen 2005 bis 2011 vom 20.12.2013 im Rahmen der diversen Berufungen EUR 110,633.00
4. w.v. UST 2012 SA. Beil. Schr. v. 12.1. und 14.2.2014 EUR 42.401.24
5. gepfändete VST bzw. gegen Saldo verrechnet 2013 EUR 85.623.47
6. w.v.VST 1-12/2014 vorl. EUR 112.145,11
7. gepfändete Treuhandgelder von Mietern EUR 4.490,19
8. VST 1-12/015 (Saldo) EUR 81.245.86
9- VST 1/016 Überzahlung lt. Jahresserkl.v.7.9.017 EUR 4.554,89
10. Kostenersatz Retoumierung VWGer. Zl Ra 2015/13/0039-5 EUR 16.951.00
Summe EUR 498.113.16
Zinsen, Säumniszuschläge wie bis dato vorgeschrieben entfallen durch die Verluste — s. Berufungen zur Gänze, sonstige Pfändungsmaßnahmen sind ebenfalls obsolet, auch ist dieses Guthaben auf eine Einkommensteuer 2016, 2017 und 2018 anzurechnen.
Selbstverständlich wird die positive Anspruchsverzinsung ab dem jeweiligen Fälligkeitstag bis zur endgültigen Gutbringung auf dem Abgabenkonto beantragt und die compensando Verrechnung mit allen Vorschreibungen die auf Grund der vorläufigen Erklärungen getätigt wurden bis zur endgültigen Entscheidung über die anhängigen Beschwerden.
Es wird daher um Aussetzung aller vorgeschriebener Rückstände, Vorschreibungen, Säumniszuschläge und Anspruchszinsen unter Verweis auf die o.a. compensando Beträge ausdrücklich ersucht und Korrektur aller BM.
Die Vorlage an die Behörde 2. Instanz wurde in allen Fallen ausdrücklich beantragt.
Es wird daher um Aufhebung aller involvierten Bescheide und antragsgemäße Veranlagung ersucht und um Aufschiebung und Aufhebung der Vollstreckung gemäß § 18 Z 1 AbgEO sowie aller Vollstreckungsmaßnahmen, sowie einer mündlichen Verhandlung vor/bei der Berufungsinstanz..
Beilage ./I Schreiben *****[Bank1]***** *****[Bank1a]***** an Bf vom 7. 6. 2017 (OZ 156 bzw. TS09/029)
Die *****[Bank1]***** *****[Bank1a]***** bestätigte der Bf am 7. 6. 2018, dass zum 31. 12. 2007 nachfolgend angeführte Konten mit nachstehend angeführten Sollsalden bestanden haben:
[...]
Vertagung (OZ 158 - 163 bzw. TS09/030)
Der rechtsfreundliche Vertreter trug am 20. 9. 2018 dem Gericht mit E-Mail informell eine Vertagungsbitte auf den 8. 10. 2018 vor, da er ohne sein Wissen mit einer Flugreise nach Frankreich beschenkt worden sei und der Rückflug erst für 1. 10. 2018, 12:25 Uhr, gebucht worden sei. Seitens des Gerichts wurden als mögliche Ersatztermine Mo., 29. 10., oder Di., 30. 10., genannt, falls dieser Termin vom rechtsfreundlichen Vertreter mit allen Beteiligten akkordiert werden könne.
Mit E-Mail vom 25. 9. 2018 übermittelte der rechtsfreundliche Vertreter eine förmliche Vertagungsbitte unter Hinweis auf einen kurzfristigen Auslandsaufenthalt unter Anschluss einer Buchungsbestätigung für einen Flug Wien - Paris am 28. 9. 2018 sowie Paris - Wien am 1. 10. 2018 (10:00 - 12:00). Ein Buchungsdatum ist nicht ersichtlich, der Ausdruck trägt das Datum 25. 9. 2018.
Das Finanzamt sprach sich in E-Mails vom 25. 9. 2018 gegen eine Vertagung der Verhandlung aus, da es - zusammengefasst - darin eine weitere Verfahrensverzögerung erblicke.
Das Gericht teilte hierauf mit E-Mail vom 25. 9. 2018 den Parteienvertretern mit, dass es mangels Einvernehmen zwischen den Parteien betreffend eine Verlegung des Verhandlungstermins beim Verhandlungstermin 1. 10. 2018 bleibe. In diesem Zusammenhang sei mit der belangten Behörde darauf zu verweisen, dass bereits der für den 27. 6. 2018 anberaumte Verhandlungstermin über Ersuchen von RA Mag. ***[NN39]*** um mehr als drei Monate auf den 1. 10. 2018 verschoben wurde und die Beschwerdeführerin nicht nur von RA Mag. ***[NN39]***, sondern auch von WP/StB Mag. *****[N5]***** fachkundig vertreten wird.
Mündliche Verhandlung vom 1. 10. 2018 (TS 9)
Nach Vortrag der vorstehenden Schriftsätze erfolgte ein Resümee durch das Gericht:
Gericht (TS09/031)
Das Gericht hat am 7. 5. 2018 beschlossen, vorerst von der Richtigkeit der Daten laut Geldflussrechnung des Finanzamts vom 19. 12. 2017 auszugehen, die hinsichtlich eines Finanzierungserfordernisses von im Wege von Werbungskosten sofort abzugsfähiger oder im Wege der AfA abzugsfähiger Aufwendungen in Höhe von 3.266.514,98 Euro auf den eigenen Angaben der Bf aufbaut.
Das Gericht hält ausdrücklich fest, dass es entgegen der Behauptung in Punkt II. des Schriftsatzes vom 21. 9. 2018 ("Einnahmen-Ausgaben") vorerst nicht "wider dem bisher erstatteten Vorbringen samt der Beschwerdeführerin — von der Richtigkeit der von der Behörde durchgeführten Schätzung (BP S. 25)", also laut Außenprüfungsbericht Punkt f.1.1.1. "Darstellung der Schätzung", ausgeht, sondern von der Richtigkeit der Darstellung der eigenen Angaben der Bf und deren betragsmäßigen Auswirkungen durch das Finanzamt in der Geldflussrechnung vom 19. 12. 2017.
Der Bf wurde am 7. 5. 2018 aufgetragen, die Finanzierung des Betrages von 3.266.514,98 Euro laut Finanzamtstabelle schriftlich darzulegen und hierfür Beweismittel vorzulegen, ferner Anfangs- und Endbestand an verfügbaren Geldmitteln sowie Geldbewegungen und Privataufwendungen laut Finanzamtstabelle. Die hierfür gesetzte Frist bis 18. 6. 2018 wurde mit Beschluss vom 15. 6. 2018 bis 16. 7. 2018 erstreckt. Diesem Auftrag kam die Bf mit Telefax der rechtsfreundlichen Vertretung vom 16. 7. 2018 nach.
Die Bf ist den Aufträgen laut Beschluss vom 15. 6. 2018, 1. bis zum 27. 6. 2018 dem Gericht nachzuweisen, dass von ihr mit der belangten Behörde ein Besprechungstermin betreffend die Erörterung zu Spruchpunkt I.1. bis spätestens 7. 9. 2018 vereinbart wurde, und 2. bis 14. 9. 2018 dem Gericht nachzuweisen, dass die Besprechung gemäß Spruchpunkt II.1. stattgefunden hat, und dem Gericht das Ergebnis dieser Besprechung mitzuteilen, zwar teilweise verspätet (Nachweis des Besprechungstermins am 10. 7. 2018), aber doch nachgekommen.
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Normen und Schlagworte
- § 1 Abs. 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 12 Abs. 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 16 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 16 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 126 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 131 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 184 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 207 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 13 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 33 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 28 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 19 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 15 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 184 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 22 Z 2 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 33 Abs. 1 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 116 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101345/2015
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2019:RV.7101345.2015
- Stammnummer
- 125622
- Gültig
- 03.08.2019 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF