Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101430/2017
Umfangreiche Bau- Malversationen: Zumeldungen bei einer Reihe von Sozialbetrugsfirmen
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101430/2017vom 15.11.2018Teil 7 von 14
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Keines der angefertigten Schriftstücke und die Stampiglie geben den Firmenwortlaut laut Firmenbuch und Musterfirmazeichnung wieder:
***G*** ***13*** GmbH bzw. ***G*** ***13*** GMBH
statt
***G*** ***13*** Reinigung GmbH.
In allen ab 26. Jänner 2007 angefertigten Schriftstücken und Stampiglie wurde der Firmenwortlaut-Bestandteil "Reinigung" weggelassen.
4.
Am 27. November 2006 war bei der ***G*** bei der GKK kein Dienstnehmer angemeldet.
5.
Am 07. Dezember 2006 wurde der gewerberechtliche Geschäftsführer angemeldet.
Der gewerberechtliche Geschäftsführer - er war dies auch bei der ***E*** Handels GmbH, befragt zu einer Reihe von Fragen, konnte sich betreffend die ***G*** nur mehr an einen oder zwei Termine mit einem Kunden erinnern. Nach kurzer Zeit war die Firma (in der Heiligenstädter Lände) nicht mehr auffindbar und auch nicht telefonisch erreichbar.
6.
Am 29. Jänner 2007 wurden die ersten Arbeiter angemeldet - 26 Dienstnehmer.
Am 1. April 2007 waren 64 Dienstnehmer angemeldet, am 1. Mai 2007 80 Dienstnehmer, am 1. Juni 2007 59 Dienstnehmer.
7.
3 Monate nach der Eintragung des F. ***18*** als Alleingesellschafter und -geschäftsführer wurde am 26. Februar 2007 ein Bauvertrag angefertigt und datieren die ersten 21 Eingangsrechnungen vom 30. März 2007 mit einem Betrag von insgesamt € 65.622,42.
8.
Eine Reihe von Eisenbiegern, die 3 Tage zuvor bei der GKK als Dienstnehmer der Bf. abgemeldet worden sind und davor bei der ***F*** angemeldet waren, wurde am 07. Mai 2007 bei der GKK als Dienstnehmer der ***G*** angemeldet.
9.
Die Unterschrift der Fertigung des Schreibens (seitens der ***G*** ***13*** GmbH), des Anbotes vom 26. Jänner 2007, weist weder eine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag noch mit der Unterschrift auf dem Bauvertrag auf.
Die Unterschrift der Fertigung dieses Schreibens (seitens der ***G*** ***13*** GmbH), des Bauvertrages, weist keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag auf.
Die Unterschrift der Fertigung des Kassa-Ausgangs (seitens der ***G*** ***13*** GmbH), zu lesen als Kopácik, weist weder eine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des (Alleingesellschafter-Geschäftsführers) ***18*** laut Musterfirmazeichnungserklärung bzw. laut Abtretungsvertrag, je zu lesen als ***, noch mit der Unterschrift laut Anbot, erkennbar nur der Anfangsbuchstabe: K..., auf; die Unterschrift auf dem Kassa-Ausgang und auf dem Bauvertrag weisen eine Ähnlichkeit in einem solchen Ausmaß auf, welches darauf hinweist, dass diese beiden Unterschriften von derselben Person geleistet worden sind und
geben keines der angefertigten Schriftstücke und die Stampiglie den Firmenwortlaut laut Firmenbuch und Musterfirmazeichnung wieder: ***G*** ***13*** GmbH bzw. ***G*** ***13*** GMBH statt ***G*** ***13*** Reinigung GmbH.
Bei der Einmann-GmbH, als deren Alleingesellschafter und -geschäftsführer ein Kroate im Firmenbuch eingetragen wurde, der 2 Tage danach erstmalig einen inländischen Wohnsitz angemeldet hatte, bleibt im Dunkeln, wer das Anbotschreiben, den Bauvertrag und die Auftragsbestätigung (mit keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag aufweisenden Unterschriften) unterfertigte (vgl. die diesbezüglichen Feststellungen betreffend die anderen GmbHs).
10.
Am 5. Juli 2007 wurde ein Beleg Kassa-Ausgang wie folgt angefertigt:
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Ausgezahlt wurden an
***G*** ***13*** GmbH
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Kassa-Ausgang
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1190 Wien
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+ ... % MwSt. / EUR
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Nr.
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Gesamt EUR 91.539,36,-
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EUR in Worten Einundneunzigtausend...
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von (Bf.)
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für Re Nr.: 128-148
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v. 29-06-2007
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Wien, 05-07-2007
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dankend erhalten
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Stampiglie ***G*** ***13*** GmbH und Unterschrift "***18***"
Die Unterschrift der Fertigung des Kassa-Ausgangs (seitens der ***G*** ***13*** GmbH) weist weder eine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des (Alleingesellschafter-Geschäftsführers) ***18*** laut Musterfirmazeichnungserklärung bzw. laut Abtretungsvertrag noch mit der Unterschrift laut Anbot auf; die Unterschrift auf dem Kassa-Ausgang und auf dem Bauvertrag weisen eine Ähnlichkeit in einem solchen Ausmaß auf, welches darauf hinweist, dass diese beiden Unterschriften von derselben Person geleistet worden sind.
Von ***18***, der die Funktion als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der Einmann-GmbH hatte, wurde - wie beim Unterschriftenvergleich augenfällig zu sehen ist - weder das Anbot noch der Bauvertrag noch der Kassa-Ausgang (Empfangsbestätigung betreffend Barbetrag) unterfertigt.
11.
Betreffend die in den ***G*** - Rechnungen aufscheinenden Beträge in Höhe von insgesamt € 481.019,01 wurde, ausgenommen einen am 07. Mai 2007 überwiesenen Betrag in Höhe von € 66.648,77, der Barzahlungsweg gewählt.
12.
Passagen des Anbotschreiben der ***G*** ***13*** GmbH vom 26. Jänner 2007 sind ident den Passagen des Anbotes ***E*** Handels GmbH vom 26. September 2006 bzw. ***D*** HANDELS GmbH vom 7. Juni 2006. Das sinnstörende "an" im Text "Unsere Dienstleistungen umfassen Eisenverlegungsarbeiten, Maurerarbeiten, Zimmererarbeiten, Fassadenarbeiten, Sanierungen ... in unserem Unternehmen an" findet sich im Anbot ***D*** HANDELS GmbH wie folgt: "Wir bieten Eisenverlegungsarbeiten, Maurerarbeiten, Fassadenarbeiten, Sanierungen sowie alle anderen Bauarbeiten in unserem Unternehmen an." und
das Anbotschreiben ***G*** ***13*** GmbH und das Anbotschreiben ***K*** GmbH sind, wie oben ausgeführt, Satz für Satz nahezu ident und beinhalten sie weiters idente Auffälligkeiten (das sinnstörende "an" im Text (vgl. oben und unten betreffend ***K*** GmbH) und das Ende des Anbotschreibens mit:
Wir hoffen ... und verbleiben.
Mit freundlicher Hochachtung),
13.
Die einvernommenen (u.a. bei der ***G*** bei der GKK angemeldet gewesenen) Eisenbieger: […] (deren Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse vom jeweiligen Vorarbeiter der Baustelle (im Baucontainer) in die Wege geleitet wurde)
- haben nie ein Büro der ***G*** gesehen bzw. von einem solchen Kenntnis erlangt.
Einer von ihnen versuchte, Büros von den Firmen (***B*** , ***D*** GmbH, "***G*** " ***13*** und ***I*** Bau- und HandelsgmbH) zu finden, teilweise während er noch dort beschäftigt war, teilweise auch später, weil es Probleme mit der Bezahlung gab. Er konnte die Büros aber nicht finden, die Adressen, die er von Bekannten bekommen hat, waren offensichtlich nicht richtig. Einer von ihnen (er war erstmalig vom 09.01.2008 bis 18.01.2008 bei der Bf. angemeldet) war nur um Büro der Bf.
- hatten eine Sekretärin nicht wahrgenommen.
- erhielten den Lohn vom Vorarbeiter/Partieführer bar ausbezahlt auf der Baustelle (im Baucontainer).
Ay K., befragt betreffend die ***D*** Handels GmbH, "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH, hat niemals Büros der Firmen ***I*** Bau- und HandelsgmbH, ***H*** Bau GmbH und ***D*** Handels GmbH gesehen und erlangte keine Kenntnis von einer Sekretärin. Auf den Baustellen gab der Vorarbeiter die Anweisungen. Der Ansprechpartner für Arbeitnehmer - war in der Wahrnehmung des Ay K. der Geschäftsführer der Bf. und kümmerte sich dieser um die Anmeldung bei der Krankenkasse für die Firmen ***H*** Bau GmbH, "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH und um die Arbeitspapiere, Ay K. musste weiter nichts machen als seinen Reisepass aushändigen, der kopiert wurde.
Miroslav Maksimovic, befragt betreffend die "***G*** " ***13***, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH, wusste nicht, wer Chef dieser Firmen war. Zur Firma ***G*** kam er über einen zwischenzeitlich verstorbenen ***21***. Ramovic hat sich um die Anmeldung bei der WGKK und die Arbeitspapiere gekümmert, er war Vorarbeiter und wechselten sie gemeinsam die Firmen. Er kannte nur den Ramovic, er wusste nicht wer dessen Chef war (betreffend E. Ramovic vgl. unten ***I*** ).
Esad Sadovic, befragt betreffend die "***G*** " ***13***, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH, war bei der ***I*** Bau- und HandelsgmbH in einem Büro, es war eine Wohnung. Von den anderen Firmen wusste er von den Standorten nichts.
Mirsad Stevic, befragt betreffend die "***G*** " ***13***, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH, war einmal im Büro der ***I*** Bau- und HandelsgmbH, es war im 14. Bezirk. Es war eine Wohnung. Das Gehalt wurde immer bar auf die Hand auf der Baustelle ausbezahlt. Er kannte die Chefs der Firmen nicht. Es kam zu Auszahlungen, wo der Vorarbeiter mittels Kuvert das Geld übergab. Es gab niemals Überweisungen auf das Konto.
Betreffend die Angaben der einvernommenen Eisenbieger […] , bei der ***G*** bei der GKK vom 21. Mai bis 29. Juni 2007 bzw. vom 29. Mai bis 04. Juli 2007 angemeldet (und davor und danach bei weiteren eingeschaltet gewesenen GmbHs), wird auf die obigen Ausführungen unter ***C*** bzw. ***D*** verwiesen.
14.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt drei Monate.
15.
Der Konkurs wurde ca. 3 Monate nach der letzten Eingangsrechnung eröffnet, in der Folge kam es zur amtswegigen Löschung wegen Vermögenslosigkeit.
16.
Der inländische Wohnsitz wurde ca. 2 Monate nach Konkurseröffnung abgemeldet.
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 12. Jänner 2007 gab das Finanzamt Wien 4/5/10 der ***G*** ***13*** Reinigung GmbH die Steuernummer bekannt: *** (Schreiben vom 7. Februar 2018).
Die Bekanntgabe war auf Grund der Verlegung der Geschäftsanschrift von 1100 Wien nach 1190 Wien laut dem Firmenbuchauszug mit dem Stichtag 18.1.2007 nicht mehr aktuell.
Am 12. Jänner 2007 wurde der ***G*** ***13*** Reinigung GmbH (Finanzamt Wien 4/5/10) die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ATU*** erteilt (Schreiben vom 7. Februar 2018).
Wurde die ***G*** erwiesenermaßen als Sozialbetrugsfirma eingeschaltet, kann dem Umstand, dass ihr eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt worden ist, eine wesentliche Bedeutung nicht beigemessen werden.
Der Firmenbuchauszug mit dem Stichtag 18.1.2007 (Schreiben vom 7. Februar 2018) weist folgende Geschäftsanschrift aus: ***
Für den am 7. Dezember 2006 angemeldeten gewerberechtlichen Geschäftsführer war die Firma nach kurzer Zeit (in [zu ergänzen: der Nähe] der Heiligenstädter Lände) nicht mehr auffindbar und auch nicht telefonisch erreichbar.
Am 22. Jänner 2007 erging folgender Bescheid an die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH an die Anschrift Laxenburger Straße 33/2 (Schreiben vom 7. Februar 2018):
Der Magistrat ... stellt fest, dass die Voraussetzungen für die Ausübung des Gewerbes 'Baumeister' im Standort Wien 10, Laxenburger Straße 33/2, durch die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH ... vorliegen und genehmigt gleichzeitig die Bestellung des Herrn DI Karl Heinz Voitl ... zum Geschäftsführer bei Ausübung des Gewerbes.
Tag der Rechtskraft des Bescheides: 29. JÄN. 2007
Der Bescheid beinhaltet den Standort an jener Anschrift, die am 18. Jänner 2007 im Firmenbuch auf Grund des Antrages vom 12. Jänner 2007 bereits gelöscht war.
Am 01. Februar 2007 richtete die Wiener GKK eine Unbedenklichkeitsbescheinigung an die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a48):
Die Wiener GKK bescheinigt, dass die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH der Verpflichtung zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge ... nachkommt.
Das Beitragskonto besteht erst seit 7.12.2006.
Derzeit sind 21 Dienstnehmer gemeldet.
Laut Versicherungsdatenauskunft waren am 01. Februar 2007 bei der ***G*** bei der GKK 31 Dienstnehmer gemeldet. Die Anmeldung der ersten Arbeiter, 26 Dienstnehmer, bei der ***G*** war jedoch erst am 29. Jänner 2007, also 3 Tage zuvor, erfolgt.
Am 06. Februar 2007 gab das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg der ***G*** ***13*** Reinigung GmbH bekannt, dass das neu zuständige Finanzamt das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg unter der Steuernummer *** ist (Schreiben vom 7. Februar 2018).
Am 07. Februar 2007 wurde ein FAX wie folgt erstellt (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a46):
An: (Bf.) Von: Fa. ***G***
Betreff: Firmenunterlagen
Anbei senden wir Ihnen die Firmenunterlagen.
[Stampiglie und unleserliche Unterschrift]
Die Fertigung dieses FAX-Schreibens (seitens der ***G*** ***13*** GmbH) weist weder eine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag noch mit der Unterschrift auf dem Bauvertrag auf noch mit jenen auf dem Anbot.
Am 12. Februar 2007 stellte das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg folgende Bescheinigung aus (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a47):
Es wird bescheinigt, dass gegen ***G*** ***13*** Reinigung GmbH, Anschrift *gasse, gegenwärtig keine Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient zur Vorlage bei: ***6*** AG
Dieser Bescheinigung liegt der Umstand zugrunde, dass die Anmeldung der ersten Arbeiter, 26 Dienstnehmer, bei der ***G*** , wie oben angeführt, erst am 29. Jänner 2007, also 14 Tage zuvor, erfolgt war.
Am 12. Februar 2007, 13:22 Uhr, erstellte die Bf. folgende Telefax-Nachricht an die I. Baustahl (Schreiben vom 10.07.2018, Beilage a110):
Betreff: Bescheinigung FA
In der Anlage übersenden wir Ihnen die Bescheinigung vom Finanzamt sowie die Änderung der Steuernummer der Fa. ***G*** ***13***GmbH [das oben angeführte Schreiben vom 06.02.2007].
Diesbezüglich wurde vorgebracht:
Für die ***G*** gilt das bereits eingangs Gesagte: Jede einzelne von ihnen [somit auch die ***G*** ] war für I. (Baustahl) operativ tätig.
Am 12. Februar 2007, 16:43 Uhr, erstellte die Bf. folgende Telefax-Nachricht an die I. Baustahl (Schreiben vom 10.07.2018, Beilage a109):
Betreff: Sub-Unternehmen
In der Anlage übersenden wir Ihnen den Vertrag mit dem Sub-Unternehmen ***G*** ***13*** GmbH und all ihre dazugehörigen Firmenunterlagen sowie vereinbarten Auftragsbestätigungen.
Ab heute auf unseren Baustellen beschäftigt:
2 Mann M... Gasse
2 Mann B...gasse
Die beigelegte Auftragsbestätigung/Lieferschein der Schalbau V. vom 06. Februar 2007 weist folgende Lieferung aus:
Artikel-Nr.: 63/Z30 Menge: 5000 ME lfm Bezeichnung: ZZ-Leisten 30 (1 PAL á 5000)
Artikel-Nr.: 63/30 Menge: 3600 ME lfm Bezeichnung: PVC-DRU-LEI 30 (1 PAL á 3600)
Am 6. März 2007 bestätigte das Magistratische Bezirksamt für den 19. Bezirk den Empfang der mit Wirkung vom 20. Februar 2007 erstatteten Anzeige betreffend die Verlegung des Betriebes des Gewerbes Baumeister nach Wien ***gasse (Bestätigung vom 06.03.2007).
Auf die Angaben des gewerberechtlichen Geschäftsführers wird verwiesen.
Am 20. März 2007 stellte das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg folgende Bescheinigung aus (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a47):
Es wird bescheinigt, dass gegen ***G*** ***13*** Reinigung GmbH, Anschrift ***gasse, gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient zur Vorlage bei: Bauservice F... GmbH
An Lohnsteuer wurden betreffend das Jahr 2007 für die Monate Jän. 2007, März 2007 (2 Meldungen) sowie April 2007 Beträge gemeldet. Für den Zeitraum Februar bis September 2007 wurden kein DB und DZ gemeldet. Für die Prüfung konnten außer einem Verzeichnis über Forderungsanmeldungen einiger Dienstnehmer keine Unterlagen vorgelegt werden (Bericht gem. § 150 BAO über das Ergebnis der Lohnsteuer-Außenprüfung bei der ***G*** ).
Der am 20. März 2007 erstellten Bescheinigung liegt die Vorgangsweise des Nichteinreichens der Februarmeldung und Einreichen von zwei Märzmeldungen zugrunde.
Am 20. März 2007 bestätigte die BUAK der ***G*** ***13*** Reinigung GmbH, dass sie bis zum Verrechnungszeitraum 0701 - Fälligkeit 29.03.2007 - auf Basis der bislang gemeldeten und verrechneten Arbeitnehmerdaten keinen Zahlungsrückstand hat (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a49).
Dieser Bestätigung zum Verrechnungszeitraum Jänner 2007 liegt der Umstand zugrunde, dass die Anmeldung der ersten Arbeiter, 26 Dienstnehmer, bei der ***G*** , wie oben angeführt, erst am 29. Jänner 2007, also (im Jänner) in der Dauer von 3 Tagen, erfolgt war.
Am 14. Mai 2007 stellte das Finanzamt Wien 9/18/19 Klosterneuburg folgende Bescheinigung aus (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a47):
Es wird bescheinigt, dass gegen ***G*** ***13*** Reinigung GmbH, Anschrift ***gasse, gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient zur Vorlage bei: Bauservice F... GmbH
Ins Treffen geführt wird, daraus folge schlüssig, dass ***G*** nicht nur für die Bf. sondern auch für andere Auftraggeber bzw. auf deren Baustellen tätig gewesen ist.
Wurde die Anmeldung der ersten Arbeiter, 26 Dienstnehmer, bei der ***G*** am 29. Jänner 2007 vorgenommen, der Bauvertrag 4 Wochen danach, am 26. Februar 2007, angefertigt und datieren die ersten 21 Eingangsrechnungen vom 30. März 2007, besteht kein Zweifel daran, dass die ***G*** auch mit anderen Firmen in Verbindung stand.
Auf die bezughabenden Ausführungen: ***D*** , Pkt. 13., und betreffend die mit Bauservice überschriebene Aufstellung wird verwiesen.
Wurden an Lohnsteuer betreffend das Jahr 2007 für die Monate Jän. 2007, März 2007 (2 Meldungen) sowie April 2007 Beträge gemeldet, für den Zeitraum Februar bis September 2007 kein DB und DZ gemeldet, wurde die Bescheinigung an die ***G*** zu Unrecht ausgestellt.
Am 25. Juni 2007 fertigte die Bf. folgende Rechnungsberichtigung aus (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a50):
... wir haben folgende Rechnungskorrekturen vorgenommen:
Rechnung Nr.: 121 vom 18.06.2007 von € 20.386,67 auf € 20.320,17
[und weitere drei Korrekturen]
Die Beilage zur Re.Nr.: 1235 vom 15. Juni 2007 mit der FAX-Kennung: 25-Jun-2007 12:07 Bauservice F... GmbH enthält Folgendes (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a50):
BVH ***
Abzug für Doppelverrechnung 488,15 kg aus Pl. ... wurde in Re. 1190 und in Re. 1201 verrechnet KG / Anzahl: 488,15 Preis €: 0,26 Summe € 126,92
Die ***G*** - Rechnung Nr. 129 wurde erstellt wie folgt (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a51):
|
Stabstahl Verr. Lt. Plan
29.400 kg x € 0,230
|
6.762,00 €
|
Summe
|
6.762,00 €
|
-8%
|
540,96
|
|
6.221,04
[Regie/Arbeitsberichte (Bauservice F.) GmbH wie bei ***B*** ]
Abnahmeprotokoll 000213 (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a52):
Datum 19.06.07
Firma: ***15***
Baustelle: Leystraße 25-27
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Plan Nr.
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Stabstahl kg
|
Matten
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Anmerkung
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3 EG 28
|
1851,5
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2052,4
|
BT B Decke EG
|
E 5 A
|
263,31
|
|
Stg 3
[zwei weitere Abnahmeprotokolle mit gleichen Inhalten]
[weitere Rechnungen und Abnahmeprotokolle mit gleichen Inhalten]
Diese Unterlagen lassen erkennen, a) dass Arbeiten (für die Bauservice F.) verrichtet wurden, nicht jedoch, von wem die Arbeiten verrichtet wurden und b) dass Rechnungen erstellt wurden bzw. seitens der Bauservice F. veranlasste Rechnungskorrekturen erfolgten.
Bei der ***G*** handelt es sich um die 7. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die Ausführungen betreffend die davor und danach eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Weisen die Unterschriften der Fertigung des Anbotschreibens (seitens der ***G*** ***13*** GmbH) und des Bauvertrages, keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag auf und die Unterschrift der Fertigung des Kassa-Ausgangs (seitens der ***G*** ***13*** GmbH) weder eine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des (Alleingesellschafter-Geschäftsführers) ***18*** laut Musterfirmazeichnungserklärung bzw. laut Abtretungsvertrag noch mit der Unterschrift laut Anbot auf, bleibt bei der Einmann-GmbH, als deren Alleingesellschafter und -geschäftsführer ein Kroate im Firmenbuch eingetragen wurde, der 2 Tage danach erstmalig einen inländischen Wohnsitz angemeldet hatte, im Dunkeln, wer das Anbotschreiben, den Bauvertrag und die Auftragsbestätigung (mit keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag aufweisenden Unterschriften) unterfertigte.
Ein derartiges Geschehen lässt im Übrigen - bekräftigt durch das Geschehen im Zusammenhang mit den zuvor eingeschaltet gewesenen GmbHs außerdem den Schluss zu, dass ***18*** von (einer) im Dunkeln gebliebenen Person(en) als Strohmann eingesetzt worden ist, erfolgte doch die Eintragung als Alleingesellschafter und -geschäftsführer zwei Tage vor der erstmaligen Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes. Seine Funktion als Strohmann nahm er bei Unterfertigung des Abtretungsvertrages und der Musterfirmazeichnungserklärung wahr, die weiteren Unterschriftsleistungen betreffend das Anbotschreiben, den Bauvertrag und den Kassa-Ausgang (Empfangsbestätigung seitens der ***G*** ***13*** GmbH betreffend Barbetrag) nahm er nicht mehr vor.
Dem Anfertigenden des ***G*** - Anbotschreibens stand das Anbotschreiben ***D*** GmbH und/oder das ***E*** Handels GmbH- Anbotschreiben zur Verfügung (und setzte sich dieser Umstand bei der Erstellung des ***K*** - Anbotschreibens fort).
Dieser Umstand zeigt, dass die vier Anbotschreiben der vier Einmann-GmbHs ***D*** GmbH, ***E*** Handels GmbH, ***G*** ***13*** GmbH und ***K*** Bau GesmbH, bei welchen allesamt weiters im Dunkeln blieb, von wem die Geschäftspapiere unterfertigt wurden, von einer Person mittels Vorlageverwendung angefertigt wurden oder von einer Person veranlasst, durch das Zur-Verfügung-stellen der Vorlage, entstanden.
Betriebliche Organisation und Geschehen stellten sich den einvernommenen Eisenbiegern gegenüber so dar, dass ihre Ansprechperson für alle Angelegenheiten der Vorarbeiter/Partieführer war und alle Angelegenheiten auf der Baustelle/im Baucontainer erledigt wurden.
Betriebliche Organisation und Geschehen waren so aufgebaut, dass die einvernommenen Zeugen auf Grund der Organisation und des betrieblichen Geschehen keine Angaben zu machen imstande waren, die erkennen ließen, im Rahmen welches Betriebes bzw. wessen Betriebes sie ihre Eisenbiegetätigkeit ausgeübt haben.
Betreffend in den Rechnungen aufscheinende Beträge von mehr als € 400.000,00 wurde der Barzahlungsweg gewählt und wurde von ***18*** als dem im Firmenbuch eingetragenen Alleingesellschafter und -geschäftsführer, wie beim Unterschriftenvergleich augenfällig zu sehen ist, der vorliegende Kassa-Ausgang (Empfangsbestätigung betreffend Barbetrag) - wie zuvor das Anbot und der Bauvertrag - nicht unterfertigt.
Bezogen auf die GKK-Anmeldung bei der 7. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesenen GmbH handelt es sich betreffend
- ***26*** im 20 Monate umfassenden Zeitraum ab Anfang September 2005 bei der ***G*** - Anmeldung um die 9. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 6 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** und ***D*** ]
-- 02. November 2006: ***E***
-- 16. Jänner bis 04. Mai 2007: Bf.
-- 07. Mai 2007: ***G***
- ***27*** im 20 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***G*** - Anmeldung um die 11. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 6 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** , ***D*** ]
-- 09. Oktober bis 30. November 2006: ***E*** (ab 01.12.2006 bis 08.01.2007: AMS)
-- 09. Jänner bis 16. Februar 2007: Bf.
-- 19. Februar bis 28. März 2007: ***F***
-- 02. April bis 03. Mai 2007: Bf.
-- 07. Mai 2007: ***G***
- ***29*** im 20 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***E*** - Anmeldung um die 10. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 4 Anmeldungen ab 19. September 2005: vgl. oben ***C*** , ***D*** ]
-- 09. Oktober bis 01. Dezember 2006: ***E***
-- 07. Dezember bis 21. Dezember 2006: ***F***
-- 08. Jänner bis 09. März 2007: Bf.
-- 13. März bis 28. März 2007: ***F***
-- 02. April bis 04. Mai 2007: Bf.
-- 07. Mai 2007: ***G***
- Özdemir N. im 20 Monate umfassenden Zeitraum ab 12. September 2005 bei der ***G*** - Anmeldung um die 6. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 4 Anmeldungen ab 12. September 2005: vgl. oben ***D*** ]
-- 16. Jänner bis 04. Mai 2007: Bf.
-- 07. Mai 2007: ***G***
Die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH hat die in den ***G*** ***13*** GmbH- Rechnungen aufscheinenden Leistungen nicht erbracht.
Die ***G*** ***13*** Reinigung GmbH (mit dem (für die Prüferin nicht greifbaren) Ausländer ***18***, der im Firmenbuch als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der substanzlosen Einmann-GmbH mit dem explosionsartigen Anstieg der Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK eingetragen war, von dem jedoch - wie beim Unterschriftenvergleich augenfällig zu sehen ist - weder das Anbot noch der Bauvertrag noch die Kassa-Bestätigung unterfertigt wurde,) wurde von der Bf. als Zumeldungsfirma benutzt.
8. ***H*** Bau GmbH
erste Eingangsrechnung: 16. Juli 2007, letzte Eingangsrechnung: 19. Dezember 2007
1.
Betreffend u.a. die ***H*** Bau GmbH als Subunternehmer erwog der unabhängige Finanzsenat in der Entscheidung vom 06.05.2013, RV/1337-W/12
(VwGH-Beschwerde zur Zl. 2013/13/0071 eingebracht. Behandlung der Beschwerde mit Beschluss vom 31.7.2013 abgelehnt.):
Die Bw wurde als Subunternehmerin von Generalunternehmern mit der Durchführung von Bauarbeiten bei verschiedenen Großprojekten betraut, wobei die Bw Bauarbeiten wiederum durch Dritte durchführen ließ.
Als Subunternehmer der Bw wurde der Abgabenbehörde gegenüber eine Vielzahl vermeintlicher Unternehmen genannt.
Die Außenprüfung hat - und hier ist auf den oben wiedergegebenen Außenprüfungsbericht sowie die Stellungnahme des Außenprüfers zu verweisen - in einem aufwendigen Verfahren, das in 12 Aktenordnern dokumentiert ist und durch Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei gestützt wird, festgestellt, dass von der Bw als Vertragspartner genannten Subunternehmen Scheinunternehmen waren und die an die Bw erbrachten strittigen Leistungen tatsächlich nicht von diesen Scheinunternehmen, sondern von Dritten erbracht wurden. Die von der Bw gewählte Konstruktion habe dem Sozialversicherungs- und Steuerbetrug gedient.
Hinsichtlich der einzelnen strittigen Scheinunternehmen sowie der die jeweiligen Feststellung, dass es sich nicht um ein real existierendes, sondern um ein Scheinunternehmen handelt, stützenden Ermittlungsergebnisse wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf den oben wiedergegebenen Außenprüfungsbericht sowie die Stellungnahme des Außenprüfers zu verwiesen.
2.
Als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der (im Jänner 2007 errichteten) ***H*** Bau GmbH wurde im Firmenbuch ein Ausländer, ein Kroate, ***16***, auf Grund eines 3 Tage vor erstmaliger Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes unterzeichneten Abtretungsvertrages vom 29. Juni 2007 im Firmenbuch eingetragen.
***16*** war am 29. Juni 2007 der kroatischen, nicht aber der deutschen Sprache mächtig (Notariatsakt/Abtretungsvertrag).
Der gleiche Umstand war bei der ***, ***I*** und ***K*** gegeben.
3.
Bezogen auf den am 02. Juli 2007 angefertigten Bauvertrag lag die Unterzeichnung des Abtretungsvertrages 3 Tage zurück (bezogen auf die erste Rechnungslegung Mitte Juli 2007 14 Tage) und weist dieser den Abtretungspreis in Höhe von € 1.000,00 aus.
Protokoll, Bauvertrag und 1. Auftragsbestätigung datieren vom selben Tag - am Tag der erstmaligen Anmeldung des inländischen Wohnsitzes bzw. drei Tage nach Abschluss des Abtretungsvertrages bzw. Eintragung als Alleingesellschafter und -geschäftsführer.
4.
Am 02. April 2007 war der gewerberechtliche Geschäftsführer angemeldet worden.
Die Steuerberatungsgesellschaft P. KEG teilte der Masseverwalterin der ***H*** Bau mit, dass sie über keine Unterlagen verfügt hatte, dass sie lediglich 2007 Anmeldungen von Dienstnehmern bei der Gebietskrankenkasse durchgeführt habe, nach dem Verkauf der Gesellschaft mit den neuen Gesellschaftern, bzw. von dem Geschäftsführer keine Aufträge erhalten habe und über die Gesellschaft selbst nichts sagen könne (Bericht II. der Masseverwalterin vom 05.08.2008, Strafakt, Bd I.).
5.
Am 25. Juni 2007 wurde bei der ***H*** bei der GKK der erste Arbeiter angemeldet.
Am 01. August 2007, fünf Wochen danach, waren 53 Dienstnehmer angemeldet, am 01. September 2007 65 Dienstnehmer, am 01. Oktober 2007 und 01. November 2007 67 Dienstnehmer und am 01. Dezember 2007 43 Dienstnehmer.
6.
Alle Eisenbieger laut der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009, die 3 Tage zuvor bei der GKK als Dienstnehmer der ***G*** angemeldet waren und (am 06. Juli 2007) abgemeldet wurden, wurden am 09. Juli 2007 bei der GKK als Dienstnehmer der ***H*** angemeldet.
Obwohl abgesehen von zwei Eisenbiegern alle laut der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen erst am 09. Juli 2006 oder danach bei der GKK als Dienstnehmer der ***H*** angemeldet wurden, war bereits 1 Woche zuvor - am 02. Juli 2007 - der ***H*** -Bauvertrag angefertigt worden.
7.
Am 20. August 2007 erfolgte eine Erfassung bei der BUAK. Die erste Vorschreibung betraf den Zuschlagszeitraum Juli 2007, verrechnet am 20. August 2007.
Die Gesellschaft erstattete ihre Meldungen an die BUAK und lieferte ihre Abrechnungen unter Zuhilfenahme des Lohn- und Beratungsbüros F. Nowak, Anschrift.N., 1140 Wien.
Die Gesellschaft leistete seit Erfassung keine einzige Zahlung.
(Anzeige an die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes des Sozialbetruges der BUAK vom 01.04.2008, Strafakt, Bd I, /2).
Am 12. September 2007 teilte das Finanzamt der ***H*** Bau GmbH mit:
Im Zuge einer Änderung der Zuständigkeit wurde ihr Abgabenkonto
Steuernummer *** beim Finanzamt Wien 4/5/10 gelöscht.
Somit steht dieses Konto ... nicht mehr zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich künftig in Ihren Steuerangelegenheiten an Ihr neu zuständiges Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf unter der Steuernummer *** (bei einer Hausdurchsuchung der Wohnung der - neben ***16*** - Beschuldigten ***33*** aufgefunden und sichergestellt (bei HD sichergestellte Unterlagen, Strafakten Bd. III).
8.
"Die ***H*** GesmbH hat folgende Bankkonten unterhalten:
- BAWAG-PSK Kto.Nr. 00510...528 und
- NÖ Landesbank Hypothekenbank AG Kto.Nr. 1655...464
Auf diesen Konten sind in größerem Umfang Kundengelder eingegangen, die sofort wieder bar bzw. mittels Schecks abgehoben worden sind" (Befund und Gutachten des bestellten Sachverständigen, Strafakt Bd. II.).
***H*** Bau GmbH- Konto bei der BAWAG-PSK Kto.Nr. 00510...528
(Überweisungen der Bf.):
Das ***H*** Bau GmbH- Konto bei der BAWAG-PSK Kto.Nr. 00510...528 beinhaltet folgende Eingänge und Ausgänge (Befund und Gutachten Mag. Zach Anlage 1, Strafakten, Band IX):
|
Datum
|
Text
|
Eingang
|
Ausgang
|
Saldo
|
|
Saldo
|
|
|
0,00
|
26.07.07
|
Ned...
|
8.641,04
|
|
8.641,04
|
26.07.07
|
Ersatzscheck
|
|
8.600,00
|
41,04
|
...
|
|
|
|
|
04.09.07
|
(Bf.)
|
52.043,40
|
|
52.064,85
|
04.09.07
|
Ersatzscheck
|
|
52.000,00
|
64,85
|
...
|
|
|
|
|
04.10.07
|
(Bf.)
|
35.000,00
|
|
35.001,87
|
04.10.07
|
Ersatzscheck
|
|
35.000,00
|
...
|
...
|
|
|
|
|
31.10.07
|
(Bf.)
|
23.006,76
|
|
29.003,94
|
31.10.07
|
N... GmbH
|
...
|
|
|
31.10.07
|
Barausz.
|
|
38.550,00
|
0,30
Die von der Bf. geltend gemachten ***H*** Bau GmbH- Fremdleistungsbeträge beliefen sich auf € 731.519,59 (Bericht Beilage A/1).
Die Überweisungen der Bf. auf das o.a. BAWAG-PSK Konto beliefen sich auf € 110.050,16, die Barzahlungen der Bf. an die ***H*** Bau GmbH laut ACL-Daten auf € 538.840,14.
Das ***H*** Bau GmbH- Konto bei der BAWAG-PSK Kto.Nr. 00510...528 weist zwischen 26. Juli und 09. November 2007 Eingänge iHv € 691.346,88 aus. Die Eingänge wurden am Tag des Einganges in voller Höhe oder gerundeten Beträgen bar abgehoben (29x Ersatzscheck, 2x Barauszahlung), in ein paar Fällen am nächsten Tag. Die Summe der Barbehebungen belief sich auf € 681.754,25 (Befund und Gutachten Mag. Zach, Strafakten, Band IX).
Auf "dem Konto der Firma, Kto.Nr. 00510...528 [zu ergänzen: der ***H*** GmbH, auf das die Überweisungen der Bf. erfolgten] (ist) keine Geschäftstätigkeit nachvollziehbar, die Gutschriften (belaufen sich) jedoch auf rd. ......000 EUR und (werden) regelmäßig hohe Beträge in bar vom GF behoben".
***16*** wurde schriftlich zwecks Vernehmung geladen und wurde diese Ladung mit dem Vermerk 'Verzogen' retourniert. Auch bei einer durchgeführten Hauserhebung konnte niemand angetroffen werden und gibt es keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des ***16***. Eine amtliche Abmeldung wurde veranlasst. (Anlass-Bericht an die Staatsanwaltschaft vom 31. März 2008).
Die Barzahlungen der Bf. an die ***H*** Bau GmbH beliefen sich auf € 538.840,14 (von Anfang August bis Ende Dezember 2007), die in den Rechnungen ausgewiesenen Beträge auf insgesamt rd € 730.000,00, Überweisungen erfolgten im September und Oktober 2007.
Die Zugänge auf dem Bankkonto: Überweisungen seitens der Bf. wurden mittels Scheck und Bar-Auszahlungen abgehoben, dies am selben Tag.
***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464:
Am 28. Juni 2007 erfolgte auf dem ***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464 der erste Zahlungseingang:
|
Datum
|
Text
|
Eingang (€)
|
28.06.07
|
E... Baustahl Bewehrung
|
7.411,55
Am 6., 9. und 11. Juli 2007 erfolgten auf dem ***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464 weitere Zahlungseingänge:
|
Datum
|
Text
|
Eingang (€)
|
06.07.07
|
Stein-Zeit K...
|
6.978,18
|
09.07.07
|
p...bauwerk gmbH
|
5.500,00
|
09.07.07
|
p...bauwerk GmbH
|
1.350,00
|
11.07.07
|
No... BaugmbH
|
5.000,00
Ab 19. Juli 2007 erfolgten auf dem ***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464 in Abständen von meistens zwei Wochen Zahlungseingänge von der BR. und der E. Baustahl Bewehrung, weiters Zahlungseingänge von der Fa. Hoch- und Tiefbau GmbH, der A. Bau GmbH, nicht jedoch von der Bauservice F. und der I. Baustahl GmbH.
Das ***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464 beinhaltet folgende Eingänge und Ausgänge (Befund und Gutachten Mag. Zach Anlage 1, Strafakten, Band IX):
|
Datum
|
Text
|
Eingang
|
Ausgang
|
Saldo
|
|
Saldo
|
|
|
0,00
|
16.01.07
|
|
17.500,00*
|
|
17.500,00
|
21.02.07
|
|
|
17.000,00
|
500,00
|
31.03.07
|
Kontoführ.
|
|
15,01
|
484,99
|
15.06.07
|
|
|
484,00
|
0,99
|
22.06.07
|
|
100,00
|
|
100,99
|
28.06.07
|
E... Baustahl
|
7.411,55
|
|
7.512,54
|
29.06.07
|
|
|
7.000,00
|
512,54
|
30.06.07
|
Kontoführ.
|
...
|
|
|
06.07.07
|
Stei...
|
6.978,18
|
|
7.456,11
|
09.07.07
|
planb...
|
5.500,00
|
|
12.956,11
|
... **
|
|
|
|
|
31.12.07
|
Kontoführ.
|
|
198,27
|
-119,25
* geleistete Stammeinlage
** Vielzahl von Eingängen, hauptsächlich von der Fa. B., in geringerem Ausmaß von den Firmen E. Baustahl und F. GmbH
Auf dem ***H*** Bau GmbH- Konto bei der NÖ Hypo AG Kto.Nr. 1655-...-464 fanden folgende Bewegungen statt (Befund und Gutachten Mag. Zach Anlage 1, Strafakten, Band IX):
"Kundengelder sind am Konto erst ab Ende Juni 2007 eingegangen. In der Zeitspanne vom 28.06.2007 bis 21.12.2007 resultierten Eingänge an Kundenzahlungen in Höhe von € 600.645,51. Unter Berücksichtigung einer Bareinzahlung von € 17.000,-- wurden die Gelder folgendermaßen verwendet.
Ein Betrag von insgesamt € 589.412,21 ist wieder bar abgehoben worden.
Außerdem hat man € 28.402,83 an verschiedene Empfänger überwiesen:
[Die Aufstellung weist 11 Überweisungen aus.]
Zwei der Empfänger konnte ich identifizieren, und zwar sind € 13.735,70 auf das Abgabenkonto der ***H*** Bau beim Finanzamt 12/13/14 und € 175,-- an das FA für Gebühren und Verkehrsteuern zur Überweisung gelangt."
9.
Trotz intensiver Bemühungen der Masseverwalterin der ***H*** Bau (vor dem 16. April 2008) konnte sie weder den Geschäftsführer der GmbH noch ein gemeinschuldnerisches Unternehmen ausfindig machen. Ihr wurde auch keine Buchhaltung oder sonstige geeignete Unterlagen zur Überprüfung des Status der Gesellschaft ausgefolgt (Sachverhaltsdarstellung der Masseverwalterin vom 16. April 2008).
10.
Am 3. September 2008 wurden bei einer Hausdurchsuchung der Wohnung der - neben ***16*** - Beschuldigten ***33*** folgende Gegenstände aufgefunden und sichergestellt (Beschluss des Landesgerichtes für Strafsachen, Strafakten Bd. II):
- diverse Unterlagen der Firma ***H*** Bau
- 2 Stempel
- 4 Kassabücher
Die diversen Unterlagen der Firma ***H*** Bau beinhalteten ein Heft:
Bei dem Heft handelt es ich um ein Formularbuch. Im sichergestellten Heft fehlen sieben Blatt, die offensichtlich an Geschäftspartner übergeben worden sind. Die restlichen 33 Blatt tragen den Firmenstempel der ***H*** GmbH sowie einen Unterschriftszug, der dem Namen von ***16*** ähnelt. Somit dürften die Kassaausgangsbestätigungen im Vorhinein - somit blanko - durch ***16*** unterschrieben worden sein.
Im Zuge der in der Wohnung von ***33*** durchgeführten Hausdurchsuchung wurden auch blanko Kassaeingangsbestätigungen der ***K*** Bau-Gebäudereinigung GesmbH und blanko Kassaausgangsbestätigungen einer Person namens *** sichergestellt.
Die Kassaeingangsbestätigungen tragen den Firmenstempel der ***K*** GesmbH und eine Unterschrift ***21***, dem Geschäftsführer-Gesellschafter dieser Firma.
***33*** scheint auch in Manipulationen mit anderen Firmen involviert zu sein, zumal man in ihrer Gewahrsame unterschriebene Belege (blanko Kassaeingangs- und Kassaausgangsbestätigungen) aufgefunden hat (Befund und Gutachten des bestellten Sachverständigen, Strafakt Bd. II.).
11.
Anfang August 2007 war die ***H*** Bau GmbH von einem Tag auf den anderen in den eingemietet gewesenen Räumlichkeiten 1130 Wien, ***gasse, verschwunden (erste Eingangsrechnung datiert vom 16. Juli 2007, die letzte vom 19. Dezember 2007).
Die ***H*** Bau GmbH war von Juni bis Anfang August 2007 (auf Grund eines vom Vorgesellschafter im Juni 2007 abgeschlossenen Mietvertrages) in den Räumlichkeiten 1130 Wien, ***gasse, eingemietet, hat nie Miete bezahlt und war Anfang August 2007 von einem Tag auf den anderen verschwunden und hat die Wohnung verwüstet hinterlassen (Schreiben der G. Wohnungsvermietung).
12. ***H*** Bau GmbH- Rechnungen weisen 1 bzw. über 2 Monate nach Erteilung einer neuen Steuernummer die nicht mehr aktuelle Steuernummer der ***H*** Bau GmbH aus.
13.
Die Unterschrift der Fertigung des Bauvertrages (seitens der ***H*** Bau GmbH) weist keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag auf.
14.
Die Rechnungen beinhalten zwei Merkmale, die auch die ***D*** -Rechnung, Rechnungsnr: 509/2006, und die ***E*** - Rechnung, Rechnungsnummer: 0120, beinhalten: die Punktsetzung nach der Gewichtsangabe "Kg." bzw. "kg." und am Rechnungsende die Zitierung "§ 19 Abs. 1A".
15.
Betreffend die Zeugenaussagen: Kanber (Kamber) Ay (befragt betreffend die ***D*** Handels GmbH, "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH) , Savas Ay (befragt betreffend die ***B*** und ***H*** Bau GmbH) wird auf die obigen Ausführungen ***B*** bzw. ***D*** verwiesen.
Riad Brahovic, befragt betreffend die "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH, war nie in einem Büro. Erst als es mit der Bezahlung Probleme gab, begab er sich zur Anschrift bei einer dieser Firmen. Als er dort war, gab es kein Büro dieser Firma.
Betreffend die Angaben des einvernommenen Eisenbiegers […] , u.a. bei der ***H*** bei der GKK angemeldet (und davor und danach bei weiteren eingeschaltet gewesenen GmbHs), wird auf die obigen Ausführungen unter ***G*** verwiesen.
16.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt fünf Monate.
17.
Der Konkurs wurde ca. 1 Monat nach der letzten Eingangsrechnung eröffnet, in der Folge kam es zur amtswegigen Löschung wegen Vermögenslosigkeit.
18.
Der inländische Wohnsitz wurde ca. 5 Monate nach Konkurseröffnung abgemeldet.
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 09. Juli 2007 bescheinigte das Finanzamt Wien 4/5/10 (zur Vorlage an die Fa. Bau Service ... Gesmbh), dass gegen die ***H*** Bau Gesmbh, Laxenburgerstrasse ... gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen (Schreiben vom 2. Mai 2017, Beilage F).
Am 07. September 2007 bescheinigte das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf (zur Vorlage an die Fa. ***6*** AG), dass gegen die ***H*** Bau GesmbH, ***gasse ... gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen (Schreiben vom 2. Mai 2017, Beilage G).
Am 17. Juli 2007 fertigte die Bf. folgende Telefax-Nachricht an (Schreiben vom 10. Juli 2018, Beilage a105)
Senden an: I... Baustahl
In der Anlage übersenden wir Ihnen die Anmeldungen von zwei Arbeitnehmern unseres Sub-Unternehmens Fa. ***H*** Bau GmbH.
Die beigelegten Anmeldungen weisen unter der Rubrik 'Beschaeftigt ab:' folgende Datumsangaben und Anmeldungen aus:
09.07.2007: Seker Ekrem
17.07.2007: Koyuncu Ahmet
Beide vorgelegten GKK-Anmeldungen entfallen auf Arbeiter
- die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhaltet sind.
Seker E. und Koyuncu A. waren bei Anmeldung bei der ***D*** bei der GKK in der Lohnliste der Bf. ausgewiesen (vgl. oben ***D*** ).
Betreffend die Zeugenaussagen Seker E. und Koyuncu A. wird auf die obigen Ausführungen unter ***D*** , Pkt. 10., verwiesen.
Am 13. September 2007 erfolgten die ersten Buchungen auf dem Abgabenkonto der ***H*** Bau:
11 12.07.07 VM -243,26
11 L 06/07 16.07.07 43,26
01 14.08.07 -0,00
01 L 03/07 0,00
01 DB 03/07 0,00
01 DZ 03/07 0,00
01 L 04/07 0,00
01 DB 04/07 0,00
01 DZ 04/07 0,00
01 L 05/07 0,00
01 DB 05/07 0,00
01 DZ 05/07 0,00
01 L 06/07 16 243,26
01 DB 06/07 16.07.07 101,78
01 DZ 06/07 16.07.07 9,05
78 U 03/07 0,00
78 U 04/07 0,00
78 U 05/07 0,00
Saldo: 354,09
Am 23. November 2007 bescheinigte das Finanzamt Wien 12/13/14 Purkersdorf (zur Vorlage an die Fa. I. Baustahl GmbH), dass gegen die ***H*** Bau GmbH, ***gasse ... gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen (Schreiben vom 2. Mai 2017, Beilage H).
Auf dem Abgabenkonto der ***H*** Bau erfolgten weitere Buchungen:
20. September 2007:
11 16.08.07 ÜBR -7.300,00
11 L 07/07 16.08.07 7.245,73
11 07.09.07 ÜBR -354,00
11 L 05/07 15.06.07 243,26
11 DB 05/07 15.06.07 101,78
11 DZ 05/07 15.06.07 9,05
11 07.09.07 ÜBR -11.769,74
11 L 08/07 17.09.07 11.769,74
Saldo: 299,91
22. Oktober 2007:
01 16.10.07 UEP -13.735,79
01 L 09/07 15.10.07 13.735,79
Saldo: 299,91
30. November 2007:
78 U 06/07 23.11.07 -765,00
78 U 07/07 23.11.07 -1.312,00
Stand die ***H*** Bau in Geschäftsverbindung mit der ***6*** und der I. Baustahl GmbH, erfolgten Lohnsteuerzahlungen im angeführten Ausmaß an das Finanzamt.
Nach der Septembermeldung vom 22. Oktober 2007 wurde keine Lohnsteuer mehr gemeldet. In diesen Nichtmeldungszeitraum fällt die geltend gemachte Barzahlung mit dem höchsten Betrag, € 113.957,63, am 12. Dezember 2007 bzw. von Beträgen von insgesamt (€ 35.000,00 + € 6.151,42 + € 56.339,80 + € 67.006,88 + € 5.987,87 + € 113.957,63 + € 14.145,88 + € 50.000,00 =) € 348.589,48.
Die Lohnsteuerprüfung im April 2008 ergab für das Jahr 2007 eine Nachforderung in Höhe von € 67.521,41 (Bericht gem. § 150 BAO über das Ergebnis der Außenprüfung).
An die BUAK wurde laut Anzeige an die Staatsanwaltschaft vom 01. April 2008, wie oben bereits festgehalten, seit Erfassung keine einzige Zahlung geleistet.
Bei der ***H*** handelt es sich um die 8. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die Ausführungen betreffend die davor und danach eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Bezogen auf den am 02. Juli 2007 angefertigten Bauvertrag lag die Unterzeichnung des Abtretungsvertrages 3 Tage zurück (bezogen auf die erste Rechnungslegung Mitte Juli 2007 14 Tage) und weist der Abtretungspreis in Höhe von € 1.000,00 die ***H*** Bau GmbH als substanzlos aus.
Die Substanzlosigkeit bei den Eintragungen der ausländischen Alleingesellschafter und -geschäftsführer ***7***, "***8***" usw. bei den davor eingeschaltet gewesenen GmbHs konnte betreffend die ***A*** , ***B*** , ***C*** und ***D*** nachgewiesen werden, die ***E*** , die ***F*** und die ***G*** waren vor den Eintragungen der ausländischen Alleingesellschafter und -geschäftsführer inaktiv bzw. beinahe inaktiv.
Weist die Unterschrift der Fertigung des Bauvertrages (seitens der ***H*** Bau GmbH) keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag auf, bleibt bei der Einmann-GmbH, als deren Alleingesellschafter und -geschäftsführer ein Kroate im Firmenbuch eingetragen wurde, der 3 Tage danach erstmalig einen inländischen Wohnsitz anmeldete, im Dunkeln, wer den Bauvertrag (mit keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag aufweisenden Unterschriften) unterfertigte (vgl. die diesbezüglichen Feststellungen betreffend die anderen GmbHs).
Ein derartiges Geschehen lässt im Übrigen - bekräftigt durch das Geschehen im Zusammenhang mit den zuvor eingeschaltet gewesenen GmbHs - außerdem den Schluss zu, dass ***16*** als Strohmann eingesetzt worden ist, erfolgte doch die erstmalige Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes drei Tage nach der Eintragung als Alleingesellschafter und -Geschäftsführer.
Bezogen auf die GKK-Anmeldung bei der 8. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesenen GmbH handelt es sich betreffend
- ***26*** im 22 Monate umfassenden Zeitraum ab Anfang September 2005 bei der ***H*** - Anmeldung um die 10. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 9 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** , ***D*** , ***G*** ]
-- 09. Juli 2007: ***H***
- ***27*** im 21 1/2 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***H*** - Anmeldung um die 12. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 11 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** , ***D*** , ***G*** ]
-- 09. Juli 2007: ***H***
- ***29*** im 21 1/2 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***H*** - Anmeldung um die 11. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 10 Anmeldungen ab 19. September 2005: vgl. oben ***C*** , ***D*** , ***G*** ]
-- 09. Juli 2007: ***H***
- Özdemir N. im 22 Monate umfassenden Zeitraum ab 12. September 2005 bei der ***H*** - Anmeldung um die 7. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 6 Anmeldungen ab 12. September 2005: vgl. oben ***D*** , ***G*** ]
-- 09. Juli 2007: ***H***
Startete die ***H*** Bau GmbH unter den oben unter den Pkten. 2. bis 5. angeführten Umständen,
war die ***H*** Bau GmbH Anfang August 2007 von einem Tag auf den anderen in den eingemietet gewesenen Räumlichkeiten verschwunden,
ist dem ***H*** - Konto, auf das die Überweisungen der Bf. erfolgten, keine Geschäftstätigkeit nachvollziehbar bzw. wurde betreffend den weitaus überwiegenden Teil der in den Rechnungen aufscheinenden Beträge die Barbezahlungsform gewählt,
weist die Unterschrift der Fertigung des Bauvertrages (seitens der ***H*** Bau GmbH) keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung und Abtretungsvertrag auf,
beinhalten die Rechnungen zwei Merkmale, die auch die ***D*** -Rechnung, Rechnungsnr: 509/2006, und die ***E*** - Rechnung, Rechnungsnummer: 0120, beinhalten: die Punktsetzung nach der Gewichtsangabe "Kg." bzw. "kg." und am Rechnungsende die Zitierung "§ 19 Abs. 1A", also zwei zuvor ebenfalls eingeschaltet gewesene Sozialbetrugsfirmen, die die in den Rechnungen aufscheinenden Leistungen nicht erbracht haben (verwiesen wird insb. auf die ***D*** - Ausführungen betreffend die Auszahlungslisten!),
wurde betreffend zwei Eisenbieger eine Unterlage, die dokumentiert, dass diese Personen auf einer I. Baustahl./Bf.- Baustelle tätig waren, vorgelegt und handelt es sich bei diesen um Arbeiter, die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhaltet sind und bei Anmeldung bei der ***D*** bei der GKK in der Lohnliste der Bf. ausgewiesen waren,
sagte der Zeuge Kanber (Kamber) Ay aus, dass er als Chef - den Ansprechpartner für Arbeitnehmer - den Geschäftsführer der Bf. wahrgenommen hat und dass sich dieser um die Anmeldung bei der Krankenkasse für die Firmen ***H*** Bau GmbH, "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH und um die Arbeitspapiere kümmerte und lässt sich diese Aussage
- mit der richtiggestellten Aussage des S. Ay und
- mit den Aussagen der Zeugen J. ***20***, ***19*** E. und Seker E. (vgl. oben)
in Einklang bringen und
wurde das Anmeldungskarussell fortgesetzt,
ist wie betreffend die davor eingeschaltet gewesenen GmbHs die Schlussfolgerung zu ziehen, dass die ***H*** Bau GmbH die in den ***H*** Bau GmbH- Rechnungen aufscheinenden Leistungen nicht erbracht hat.
Sind die in der Telefax-Nachricht angeführten Arbeitnehmer auf einer I. Baustahl./Bf.- Baustelle Eisenbieger, die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhaltet sind, bestätigt dies die Richtigkeit der die Bindung der Dienstnehmer an die Bf. dokumentierenden Anmeldungsketten, beide Eisenbieger sind auch in der weiteren Telefax-Nachricht vom 22. Februar 2007 angeführt; vgl. oben ***F*** ). Auf die gleichen Umstände bei der ***E*** , ***F*** , ***I*** , ***J*** und ***L*** wird verwiesen (vgl. ***E*** , ***F*** , usw.).
Normen und Schlagworte
- § 184 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 47 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101430/2017
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2018:RV.7101430.2017
- Stammnummer
- 121985
- Gültig
- 15.11.2018 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF