Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101430/2017
Umfangreiche Bau- Malversationen: Zumeldungen bei einer Reihe von Sozialbetrugsfirmen
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101430/2017vom 15.11.2018Teil 12 von 14
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Der gewerberechtliche Geschäftsführer der ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H. im relevanten Zeitraum Juli bis September 2009, Ing. H.W., antwortete auf die Fragen wie folgt:
Über welches Vermögen bzw. Betriebsmittel hat die GmbH verfügt (wie z.B. Lager(Räumlichkeiten), Kfz, Werkzeug, Büro, (Büro)Ausstattung)?
Ist mir nicht bekannt.
Welche konkreten Wahrnehmungen in Bezug auf ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen bzw. einen Betrieb können Sie angeben?
Wurden vom in Rede stehenden Betrieb Bauaufträge entgegengenommen und abgewickelt? Wenn ja: Welche? Welchen Umfang?
Soweit erinnerlich wurde mir mitgeteilt, dass die Firma noch keinerlei Aufträge habe bzw. ausführe. Meinerseits gab es auch keinerlei Wahrnehmungen, dass das Unternehmen auch tatsächlich tätig wäre und Bauaufträge entgegennehme und ausführe.
Welche Handlungen haben Sie im Einzelnen in welchem Ausmaß
a) vor Juli bis September 2009 im Betrieb gesetzt?
b) im Zeitraum Juli bis September 2009 gesetzt?
Da das Unternehmen meinen Informationen nach noch keinerlei Aufträge ausführte wurden meinerseits auch keine Handlungen gesetzt.
8.
Drei Monate nach der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages wurde am 29. Juni 2009 ein Bauvertrag angefertigt und datieren die ersten 3 Eingangsrechnungen vom 17. Juli 2009 mit einem Betrag von insgesamt € 26.003,58.
9.
Die Unterschriften der Fertigung des Bauvertrages und der Rechnungen weisen keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des als Alleingesellschafter-Geschäftsführer eingetragenen ***10*** laut Musterfirmazeichnungserklärung, laut Abtretungsvertrag und laut Reisepass auf.
Die unterschiedlichen Unterschriften laut Musterfirmazeichnungserklärung, Abtretungsvertrag, Reisepass, Bauvertrag und Rechnungen (bei der Einmann-GmbH, als deren Alleingesellschafter und -geschäftsführer eine sich als ***10*** ausweisende Person mit gefälschten auf diesen Namen lautenden Papieren im Firmenbuch eingetragen wurde) sind die Folge des Umstandes, dass keine der Unterschriften, abgesehen jene auf dem Reisepass, von ***10*** geleistet wurde (vgl. die diesbezüglichen Feststellungen betreffend die anderen GmbHs).
10.
Der gewerberechtliche Geschäftsführer erlangte weder von einem Tätigwerden noch von einem Firmenstandort der ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H. Kenntnis (war nicht persönlich am Firmenstandort, Mitteilung bei Beginn des Dienstverhältnisses, dass es sich bei dem Firmenstandort um die Wohnung des Geschäftsführers handle und die Firma einen entsprechenden Bürostandort suche, soweit erinnerlich kam es dazu in der Zeit seiner Anstellung nicht mehr). Da das Unternehmen seinen Informationen nach noch keinerlei Aufträge ausführte, wurden von ihm keine Handlungen gesetzt.
11.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt 2 Monate.
12.
Der Konkurs wurde 1 Monat nach der letzten Eingangsrechnung eröffnet, in der Folge kam es zur amtswegigen Löschung wegen Vermögenslosigkeit.
13.
Der inländische ***10***- Wohnsitz wurde 3 Wochen vor Konkurseröffnung abgemeldet.
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 04. März 2009 stellte das Finanzamt Wien 2/20/21/22 folgende Bescheinigung an die ***O*** HandelsgmbH aus (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a84): :
Es wird bescheinigt, dass gegen ***O*** HandelsgmbH, Anschrift ... gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient bei [blank]
Diese Bescheinigung liegt zeitlich vor der explosionsartigen Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK; am 04. März 2009 waren der gewerberechtliche Geschäftsführer (seit 2 Tagen) und ein geringfügig beschäftigter Angestellter angemeldet.
Am 29. Juni 2009 wurden 3 Auftragsbestätigungen mit der Passage erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a83): Es dürfen nur den österreichischen Gesetzen entsprechend angemeldete Arbeitskräfte eingesetzt werden.
Auf die obigen diesbezüglichen Ausführungen zu den davor eingeschaltet gewesenen GmbHs wird verwiesen.
Am 29. Juli 2009 wurde folgender Arbeitsbericht Bauservice F. erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a87):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***A*** mit gleichen Inhalten]
Am 16. September 2009 wurde folgende I. Baustahl- Aufstellung erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a86):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***I*** mit gleichen Inhalten]
Am 21. September 2009 fertigte die Bf. folgendes Schreiben an die ***O*** HandelsgmbH an (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a85)
Betrifft: Kündigung Vertrag vom 29.06.2009
Sehr geehrte Geschäftsführung!
Da Sie zum wiederholten Male die Vereinbarungen nicht ein gehalten haben(Personaleinteilung auf diversen Baustellen), und Ihre Facharbeiter die Baustelle verlassen haben, sehen wir uns gezwungen den Vertrag vom 29.06.2009 mit sofortiger Wirkung zu kündigen.
Dadurch sind für uns Erschwernisse aufgetreten, die falls uns in Rechnung gestellt werden sollten, an Sie weiterverrechnet werden.
Wir bitten um Verständnis und verbleiben
Mit freundlichen Grüssen
Diesem Schreiben stehen die Umstände des Pktes. 1. - und damit auch die gesamten Umstände bei der ***J*** und der ***L*** - gegenüber und war am 18. September 2009, also 3 Tage davor, zwecks Einschaltung der ***P*** ***TT*** GmbH der ***P*** ***TT***- Bauvertrag angefertigt worden (dazu vgl. unten).
Bei der ***O*** handelt es sich um die 15. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die obigen Feststellungen betreffend die davor eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Die ***O*** ist die dritte jener drei der eingeschaltet gewesenen GmbHs - der ***J*** GmbH (als 10. eingeschaltete), der ***L*** GmbH (als 12. eingeschaltet) und der ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H. (als 15. eingeschaltet) - bei welchen der rechtskräftig verurteilte *** ***S***, geb. ***R***, bei den oben unter ***J*** bereits angeführten Betrugsszenarien mitgewirkt hat.
Dementsprechend wird auf die obigen Ausführungen betreffend die ***J*** und die ***L*** verwiesen.
Wie bei der ***J*** und der ***L***
wurde im Firmenbuch ein Alleingesellschafter und -geschäftsführer auf Grund des Auftretens einer Person mit gefälschtem Ausweis (Reisepass) eingetragen.
war zwischen der erstmaligen Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes und der Unterzeichnung des Gründungs- bzw. Abtretungsvertrages nur ein kurzer Zeitraum verstrichen:
bei der ***J*** 4 Tage, bei der ***L*** zwei Wochen, bei der ***O*** selber Tag
kam es zu einem explosionsartigen Anstieg der Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK.
weisen diverse "Geschäftsführer"- Unterschriften (Fertigung des Bauvertrages und der Rechnungen) keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des als Alleingesellschafter-Geschäftsführer Eingetragenen laut Musterfirmazeichnungserklärung, laut Abtretungsvertrag und laut Reisepass auf.
Wie bei der ***L***
weist der Abtretungspreis die ***O*** als substanzlos aus:
er betrug bei der ***L*** für 90% der Stammeinlage € 1.350, bei der ***O*** für die gesamte Stammeinlage € 3.000; bezogen auf die erste Rechnungslegung lag die Unterzeichnung des Abtretungsvertrages bei der ***L*** viereinhalb Monate und bei der ***O*** dreieinhalb Monate zurück.
verstrich von der letzten Eingangsrechnung an die Bf. bis zur Eröffnung des Konkurses ein sehr kurzer Zeitraum: bei der ***L*** 3 Wochen, bei der ***O*** 1 Monat.
Auf die obigen Erwägungen bzw. die Beurteilung betreffend die ***J*** und die ***L*** wird verwiesen.
16. ***P*** ***TT*** GmbH
erste Eingangsrechnung und letzte Eingangsrechnung: 30. September 2009
1.
2005/2006 ist *** *** *** ***P*** wegen Unterschlagung von Miet-Kfz in Erscheinung getreten (Anfragebeantwortung des Bundeskriminalamtes: Antwort von Interpol Wiesbaden).
2.
Als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der ***P*** ***TT*** GmbH war im Firmenbuch ab Gründung bis zur Löschung der Firma (Stammeinlage EUR 35.000, hierauf geleistet EUR 35.000) *** *** *** ***P*** eingetragen (Firmenbuchauszug mit historischen Daten).
3.
Betreffend *** *** ***TT*** wurde im Zentralen Melderegister ein Hauptwohnsitz wie folgt angemeldet (Behördenanfrage aus dem Zentralen Melderegister):
Favoritenstraße ...
Unterkunftgeber *** ***R***
Gemeldet 27.11.2007 - 18.11.2009
Betreffend *** ***S***, geb. ***R***, wird auf die obigen Ausführungen ***J*** , ***L*** und ***O*** verwiesen.
4.
Die ***P*** ***TT*** GmbH hatte im Jahr 2008 folgende Dienstnehmer gemeldet:
Bartholner Walter *23.02.2008 - 21.03.2008 Arbeiter
***9*** ** 23.02.2008 - 21.03.2008 Angestellter
***S*** *** 07.01.2008 - 03.03.2008 Angestellter
S... 23.02.2008 - 21.03.2008 geringfügig beschäftigter Arbeiter
B... 23.02.2008 - 19.03.2008 06.05.2008 - 30.06.2008 Arbeiter
P... 23.02.2008 - 19.03.2008 06.05.2008 - 30.06.2008 Arbeiter
* Walter Johann Bartholner hatte drei Monate vor "***10***" (am 30. Dezember 2008) die gesamte Stammeinlage der ***O*** übernommen und war Alleingesellschafter-Geschäftsführer der GmbH (vgl. oben zur ***O***).
** Von ***9*** (er war vom 04. Mai bis 01. September 2009 bei der ***O*** bei der GKK als Angestellter gemeldet) wurde am 02. April 2009 - mit einem total gefälschten slowakischen Reisepass, welcher mit dem Lichtbild des ***9*** versehen war - unter dem Namen "***10***, slowakischer Staatsangehöriger", an der Anschrift 1100 Wien, ***gasse, ein Hauptwohnsitz angemeldet (vgl. oben unter ***O***).
Vom 01. Jänner bis 31. Dezember 2009 hatte die ***P*** ***TT*** GmbH keinen Dienstnehmer gemeldet.
5.
Im Juni 2009 hatte sich die Geschäftsanschrift der ***P*** ***TT*** GmbH von Laxenburger Strasse 33/2a, 1100 Wien, auf nunmehr Humboldtplatz 5/1, 1100 Wien, geändert.
Der Bauvertrag mit der über 3 Monate danach liegenden Datierung 18. September 2009 und die Rechnungen am 30. September 2009 weisen die Geschäftsanschrift "1100 Wien, Laxenburger Strasse 33/2a" aus.
6.
Die ***P***- Rechnung beinhaltet eine Reihe von auffälligen Merkmalen, die auch die ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H.- Rechnungen beinhalten: in Fettdruck: "An (Bf.)", "Wien, ...2009", "Rechnung";
BVH: (anschließend zweimal Leertaste)
LZR: (anschließend einmal Leertaste);
idente Rubrikeneinteilung;
am Rechnungsende: Leertaste nach der Klammer "( gem", keine Leertaste nach gem.: "gem.§", keine Leertaste nach Abs.: "Abs.1a", "USTG" (nicht UStG), Leertaste nach der Klammer: "1994 )", "Ges.mbH", Punkt nach ATU-Nummer: "3.".
7.
Die Unterschriften laut Bauvertrag (vom 18. September 2009) und Rechnungen weisen keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des (Alleingesellschafter und -geschäftsführer) *** *** ***TT*** ***P*** laut Musterfirmazeichnungserklärung, laut Änderungsantrag und der Jahre zurückliegend abgegebenen Unterschrift laut Reisepass auf.
Die unterschiedlichen Unterschriften waren nachgewiesenermaßen bspw. bei der ***B*** und der ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H. die Folge des Umstandes, dass keine der Unterschriften vom vorgeblichen Unterschriftsleister geleistet wurde.
8.
Das Abgabenkonto der ***P*** ***TT*** GmbH weist vom 27. November 2008 bis 16. Dezember 2009 folgende Buchungen aus (Abgabeninformationssystemabfrage):
27.11.08 78 U 09/08 0,00 389,31
29.12.08 78 U 10/08 0,00 389,31
09.01.09 01 05.01.09 UEP -1.053,90
46 U 09/08 -298,27 -962,86
24.02.09 60 K 01-03/09 16.02.09 1.050,00 87,14
06.04.09 01 01.04.09 UEP -1.050,00 -962,86
25.05.09 60 K 04-06/09 15.05.09 1.050,00 87,14
25.08.09 60 K 07-09/09 17.08.09 1.050,00 1.137,14
25.09.09 00 23.09.09 UEP -87,14 1.050,00
25.11.09 60 K 10-12/09 16.11.09 1.053,90 2.103,90
10.12.09 48 EG 2009 09.12.09 21,04
48 BAL 2009 09.12.09 0,55 2.125,49
16.12.09 46 DZ 2007 15.01.08 25.01.10 14,41
46 DB 2008 15.01.09 25.01.10 484,43
46 DB 2007 15.01.08 25.01.10 162,20
46 L 2008 15.01.09 25.01.10 805,58
46 L 2007 15.01.08 25.01.10 514,57
46 DZ 2008 15.01.09 25.01.10 43,07 4.149,75
Seitens der ***P*** ***TT*** erfolgten keine L-, DB-, DZ- Meldungen an das Finanzamt.
Die Lohnsteuer-Außenprüfung im Dezember 2009 umfasste den Zeitraum 2007 und 2008 und führte zu den obigen Buchungen (Abgabeninformationssystemabfrage).
9.
Es wurden nur an einem Tag Eingangsrechnungen ausgestellt.
10.
Ein Insolvenzverfahren wurde mangels Kostendeckung nicht eröffnet, es kam - wegen Vermögenslosigkeit - zu einer amtswegigen Löschung gemäß § 40 FBG.
11.
Der inländische *** *** ***TT***- Wohnsitz wurde 1 1/2 Monate nach der Ausstellung der Eingangsrechnung abgemeldet.
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 18. September 2009 wurden 3 Auftragsbestätigungen mit der Passage erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a92): Es dürfen nur den österreichischen Gesetzen entsprechend angemeldete Arbeitskräfte eingesetzt werden.
Auf die obigen diesbezüglichen Ausführungen zu den davor eingeschaltet gewesenen GmbHs wird verwiesen.
Am 23. September 2009 wurde folgender Arbeitsbericht Bauservice F. erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a95):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***A*** mit gleichen Inhalten]
Am 30. September 2009 wurde folgende I. Baustahl- Aufstellung erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a95):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***I*** mit gleichen Inhalten]
Am 14. Oktober 2009 teilte die Wiener GKK der Fa. ***P*** ***TT*** GMBH mit, dass auf dem oben angeführten Beitragskonto derzeit kein Personal gemeldet ist und auch kein Beitragsrückstand aushaftet (Rev.: Beilage ./22).
Die ***P*** ***TT*** GmbH hatte im Jahr 2009 keinen Dienstnehmer gemeldet.
Am 30. Oktober 2009 fertigte die Bf. folgendes Schreiben an die ***P*** ***TT*** GmbH an (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a93)
Betrifft: Kündigung Vertrag vom 18.09.2009
Sehr geehrter Herr ***P***!
Wir möchten uns hiermit für die vereinbarte kurzfristige Aushilfe bei Ihnen bedanken und kündigen wie vereinbart den Vertrag vom 18.09.2009 mit sofortiger Wirkung.
Mit freundlichen Grüssen
Diesem Schreiben stehen die Umstände der Pkte. 3., 4. und 6. - und damit auch die gesamten Umstände bei der ***J*** , der ***L*** und der ***O*** - gegenüber und war am 02. Oktober 2009, also 4 Wochen davor, zwecks Einschaltung der ***Q*** der ***Q***- Bauvertrag angefertigt worden (dazu vgl. unten).
Wurden die Eisenbieger lediglich pro forma bei der ***P*** ***TT*** angemeldet und von der Bf. entlohnt, wurde diese Unterlage aus demselben Grund wie die Auftragsbestätigungen und der Bauvertrag angefertigt.
Bei der ***P*** handelt es sich um die 16. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die obigen Feststellungen betreffend die davor eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Wurde betreffend *** *** ***TT*** im Zentralen Melderegister ein Hauptwohnsitz mit dem Unterkunftgeber *** ***R*** (*** ***S***, geb. ***R***; vgl. oben zur ***J*** , ***L*** und ***O***) angemeldet,
hatte die ***P*** ***TT*** GmbH vom 01. Jänner bis 31. Dezember 2009 keinen Dienstnehmer gemeldet,
hatte die ***P*** ***TT*** GmbH im vorangegangenen Jahr 2008 (bis März) zwei Dienstnehmer gemeldet, die (im Dezember 2008 bzw. April 2009) auf die oben unter Pkt. 4. angeführte Weise bei der ***O*** in Erscheinung getreten sind,
weisen die Unterschriften laut Bauvertrag und Rechnungen keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften des (als Alleingesellschafter und -geschäftsführer eingetragenen) *** *** ***TT*** ***P*** auf,
beinhaltet die ***P***- Rechnung eine Reihe von auffälligen Merkmalen, die auch die ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H.- Rechnungen beinhalten (dem Anfertigenden der ***P***- Rechnungen stand/en die/eine ***O***- Rechnung/en zur Verfügung) und
fand in die Rechnungen (wie im zwei Wochen davor angefertigten Bauvertrag) eine seit drei Monaten überholte Geschäftsanschrift Eingang,
wird auf die obigen Ausführungen betreffend die ***O*** Handelsgesellschaft m.b.H. und die ***J*** GmbH verwiesen.
17. ***Q*** Bauservice&Schwarzdeckerei GmbH
erste Eingangsrechnung: 05. November 2009, letzte Eingangsrechnung: 03. Dezember 2009
1.
Betreffend die ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH als Subunternehmer nahm das Bundesfinanzgericht (BFG 03.02.2017, RV/7104671/2016; Revision nicht eingebracht) sachverhaltsmäßig folgende Umstände als erwiesen an:
Bei sämtlichen im wörtlich wiedergegebenen Betriebsprüfungsbericht angeführten Subunternehmen [u.a. der ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH] hat es sich um Scheinfirmen gehandelt;
dem Geschäftsführer der Bf. war bewusst, dass trotz den Verträgen mit diesen Firmen von diesen Firmen nicht die behaupteten Leistungen erbracht wurden;
die Verträge dienten vielmehr der Verschleierung, dass in Wahrheit Schwarzarbeiter diese Leistungen erbracht haben.
Dies gründet sich auf folgende Beweiswürdigung:
Aufgrund der schlüssigen und überzeugenden Darlegung im Betriebsprüfungsbericht steht fest, dass die Firmen an den angegebenen Adressen nicht tätig waren, die Geschäftsführer regelmäßig nur kurze Zeit agierten und in Österreich nur kurze Zeit gemeldet oder überhaupt nicht gemeldet waren. Die angebliche Bezahlung erfolgte durchgehend in bar.
Rechtlich folgt daraus:
Durch die sozialversicherungsrechtliche Anmeldung der Arbeitnehmer bei Scheinfirmen bzw. Firmen, die lediglich auf dem Papier bestanden, jedoch tatsächlich keine Leistungen erbringen und weder Sozial- noch Lohnabgaben abführen würden, sowie durch die Ausstellung sogenannter Deckungsrechnungen durch diese Firmen sollte verdeckt werden, dass tatsächlich ein Beschäftigungsverhältnis zwischen der Bf. und den auf deren Baustelle tätigen Arbeitnehmern bestanden hat. Die fingierten Deckungsrechnungen sollten bei der tatsächlichen Beschäftigerin anstelle des von ihr getätigten Lohnaufwandes (der Lohnzahlungen) treten. Durch die äußere Erscheinungsform dieser Vorgangsweise soll das Dienstverhältnis der Beschäftigerin mit den Arbeitnehmern durch das fingierte Dienstverhältnis zwischen den Scheinfirmen und den Arbeitnehmern verdeckt werden.
Es war den Vertragspartnern bewusst, dass die behaupteten Leistungen nicht erbracht werden sollten und auch nicht erbracht worden sind.
Die in diesem Erkenntnis beurteilte Leistungserbringung betrifft die (***Q***)Rechnung, die folgende Leistung zum Inhalt hat (BP 2000- Auskunft):
Wir möchten Ihnen für die durchgeführten Arbeiten am O.A. Bauvorhaben
folgenden Betrag in Rechnung stellen:
Pos. 1 250m2 Fassadengerüst herstellen inkl. Vorhalt.
Pos. 2 Abdeckung von Boden, Fenster und Türen
Pos. 3 Lockeren Fassadenputz abschlagen und Schutt Entsorgen
Pos. 4 Ges. Fassadenfläche mit KZM-Grob verputzen bzw. instandgesetzt
Pos. 5 Ges. Fassadenfläche mit Dolomit-Putz Abrieb Fertig gestellt
Pos. 6 Baustelle räumen und säubern 1 Pauschal 12.000.00 €
2.
Betreffend die ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH als Subunternehmer erwog das Bundesfinanzgericht im Erkenntnis vom 27.04.2015, RV/7100326/2013 (Revision eingebracht. Beim VwGH anhängig zur Zahl Ra 2015/13/0032. Zurückweisung mit Beschluss vom 24.1.2018):
***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH (2009-2010)
Rechnungen (Adresse 1160 Wien, ***straße) an die Bf. wurden vom 8. Oktober 2009 bis 11. Dezember 2009 i.H.v. gesamt € 27.720,- (2009) bzw. € 2.100,- (2010) gelegt. Vorgelegt wurde laut Bf. in Entsprechung der Aufforderung zur Empfängernennung folgende Unterlagen, die die Existenz der ***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH rechtfertigen sollen:
- Ein Internetausdruck www.firmenabc.at vom 8. Mai 2010;
- HFU-Abfragen vom 23. November 2009, 18. Jänner 2010, 29. Jänner 2010;
sowie 1 Telefonnummer über die Kontakt gehalten worden sein soll.
Den vorgelegten Unterlagen stehen nachfolgende Erhebungsergebnisse der Ap. gegenüber die gegen die Existenz der angeführten Firma sprechen:
- Bei der Gesellschaft wurde eine Betriebsprüfung am 19. Mai 2009 begonnen und mangels Ansprechperson abgeschlossen/abgebrochen. Der Geschäftsführer der Gesellschaft (***Gf***) war weder telefonisch erreichbar noch konnte er von Organen der Abgabenbehörde angetroffen werden. Erhebungen brachten zutage, dass die Firma verlassen und zugesperrt und seit geraumer Zeit niemand mehr dort tätig ist.
Die ***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH wurde am 20. April 2011 im Firmenbuch gelöscht.
Im Falle der ***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH wurden mit einer Ausnahme (HFU-Abfrage vom 23. November 2009) sämtliche Unterlagen, die die Existenz der Subfirma nachweisen sollen erst nach Beendigung der Leistungsbeziehung erstellt. Eine nähere Überprüfung des Geschäftspartners vor Aufnahme der Geschäftsbeziehungen hat ganz augenscheinlich nicht stattgefunden.
Die Unauffindbarkeit des Geschäftsführers der Subunternehmerin (im vorgeblichen Leistungszeitraum) sowie die Nichtmehrexistenz der Firma an der in den Rechnungen aufscheinenden Adresse waren ausreichend maßgebliche Gründe für die Annahme, dass die ***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH die ihr zugeschriebenen Leistungen nicht erbracht hat.
Die Empfängerin der (***Q***-)Rechnungen erbrachte Leistungen als Dach- und Schwarzdecker (o.a. Erkenntnis, Entscheidungsgründe, 1. Absatz).
Die in diesem Erkenntnis beurteilte Leistungserbringung betrifft (***Q***-)Rechnungen, die folgende Leistungen zum Inhalt haben (BP 2000- Auskunft):
WD Gefälledämmung verlegen
1 Lage KSA, 2 Lage EKV-5 inkl. Hochzug 1 Pauschal ...
Dachhaut Elastom. KSD Selbstkl. Bachn 224m2
Dachhaut Elastom. EKV-5 Geflämmt 224m2
AZ. Dämmung mechanischer Befestig. 1 Pauschal ...
Betrifft: Isolierarbeiten
Pos. 1 Dachhaut reinigen 1.145m2
Pos. 2 2-Lagig geflämmt EK-4+EK5mm inkl. HZ
Pos. 3 XPS verlegen 1.100m2
Pos. 4 Kiesschüttung abräumen + Lag. wieder verlegen
Pos. 5 Vlies verlegen Pauschale ...
3.
Am 19. Juli 2009 wurde (auf Grund von Auffälligkeiten im Rahmen der Aktenerledigung) bei der ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH eine Außenprüfung "begonnen und mangels Ansprechperson (s. Prüfbericht v. 5.5.2010 und Aktenvermerk v. 8.4.2010) mit der Ausstellung eines Sicherstellungsauftrages und eines Haftungsbescheides an den Geschäftsführer, ***Gf***, abgeschlossen/abgebrochen.
Es ist somit davon auszugehen, dass seitens der Behörde zumindest seit dem offiziellen Prüfungsbeginn 7/2009 keine Geschäftstätigkeit der genannten Firma feststellbar ist. Die zuletzt abgegebenen Umsatzsteuervoranmeldungen 6/2009 mit Umsatzangabe, 7 und 8/2009 ohne Umsatz, bekräftigen diese Folgerung." (Aktenvermerk, ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH, 16; ***str. 8)
Der Bericht über das Ergebnis der Außenprüfung bei ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH vom 05. Mai 2010 enthält folgende Feststellungen:
Tz. 1 Abbruch des BP-Verfahrens
Der Abgabepflichtige konnte weder telefonisch erreicht werden, noch vom ED angetroffen werden.
Kontakte mit der Steuerfahndung blieben für den konkreten Prüfungsfall ohne Ergebnis.
4.
Im Oktober 2009 waren bei der ***Q*** bei der GKK 6 Arbeiter gemeldet, im November 2009 6 (bis 9. des Monats) bzw. 9 Arbeiter (ab 10. des Monats) (Sozialversicherungsabfrage).
5.
Am 02. Oktober 2009 wurde ein Bauvertrag angefertigt und datieren die ersten Eingangsrechnungen vom 05. November 2009 und die letzten Eingangsrechnungen vom 03. Dezember 2009; die verrechnete Summe beträgt € 212.918,12 (BP-Bericht, Beilage A/18).
6.
Die zwei Wochen nach der ***Q***- Rechnung vom 03. Dezember 2009 (am 17. Dezember 2009) an die RI... Bau GesmbH gerichtete Rechnung beinhaltet Schwarzdeckerarbeiten und Abbrucharbeiten (mit dem Rechnungsbetrag in Höhe von € 999,30.
Die beiden weiteren Rechnungen an die RI... Bau GesmbH beinhalten Schwarzdeckerarbeiten bzw. Regiearbeiten - Hilfsarbeiterstunden (Rechnung vom 27. Oktober 2009: Rechnungsbetrag € 1.912,50, Rechnung vom 19. Dezember 2009: 198 Hilfsarbeiter-Stunden, Rechnungsbetrag € 3.366,00).
7.
Die 2 Wochen nach der an die Bf. gerichteten Rechnung an die RI... Bau GesmbH gerichtete Rechnung beinhaltet eine niedrigere Rechnungsnummer.
8.
Die Rechnungsköpfe der an die Bf. gerichteten Rechnung und der an die RI... Bau GesmbH gerichteten Rechnung weichen dreifach voneinander ab:
- deutlich unterschiedliche Größen: ,,***Q***" Bau...
- keine Abstände bzw. Abstände:
Bauservice&Schwarzdeckerei GmbH (Bf.) / Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH
- Tel.: Fax.: (Bf.) / Tel: Fax:
9.
Die Leistungsblöcke der an die Bf. gerichteten Rechnung und der an die RI... Bau GesmbH gerichteten Rechnung weichen zweifach voneinander ab:
- Positionsnummern mit / ohne der Bezeichnung Pos
- Rechnungssumme netto / Rechnungsbetrag
10.
Die Unterschriften der Fertigung des Bauvertrages vom 02. Oktober 2009 einerseits und des offenzulegenden Auszuges aus der Bilanz und des offenzulegenden Anhanges andererseits weichen ab.
11.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt 1 Monat.
12.
Der inländische ***Gf***- Wohnsitz wurde 1 1/2 Monate nach der letzten Rechnung abgemeldet - laut den Erwägungen des Erkenntnisses vom 27. April 2015 war der Alleingesellschafter und -geschäftsführer bereits im vorgeblichen Leistungszeitraum mit den Rechnungslegungen vom 8. Oktober 2009 bis 11. Dezember 2009 unauffindbar.
13.
Ein Insolvenzverfahren wurde mangels Kostendeckung nicht eröffnet.
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 02. Oktober 2009 wurden 4 Auftragsbestätigungen mit der Passage erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a88): Es dürfen nur den österreichischen Gesetzen entsprechend angemeldete Arbeitskräfte eingesetzt werden.
Auf die obigen diesbezüglichen Ausführungen zu den davor eingeschaltet gewesenen GmbHs wird verwiesen.
Am 20. November 2009 wurde folgender Arbeitsbericht Bauservice F. erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a90):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***A*** mit gleichen Inhalten]
Am 12., 14., 16., 19. und 23. November 2009 wurden folgende I. Baustahl- Aufstellungen erstellt (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a91):
[vgl. die obigen Aufstellungen betreffend die ***I*** mit gleichen Inhalten]
Die Sozialversicherungsabfragen: 'Dienstgeber in der HFU-Gesamtliste suchen' brachten folgendes Ergebnis (Schreiben vom 15. Februar 2018, Beilage a89):
Stichtage: 11.12.2009, 14.12.2009 und 22.12.2009:
Das gesuchte Unternehmen ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH wurde in der HFU-Gesamtliste gefunden.
Den HFU-Abfragen stehen die Umstände der Pkte. 1. bis 9. gegenüber.
Bei der ***Q*** handelt es sich um die 17. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die obigen Feststellungen betreffend die davor eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Ist das Bundesfinanzgericht in der oben
- unter Pkt. 1. angeführten Entscheidung zur Ansicht gelangt, dass den Vertragspartnern bewusst war, dass von der ***Q*** die behaupteten Leistungen nicht erbracht werden sollten und auch nicht erbracht worden sind und Deckungsrechnungen ausgestellt wurden und
- unter Pkt. 2. angeführten Entscheidung zur Ansicht gelangt, dass die Unauffindbarkeit des Geschäftsführers der Subunternehmerin (im vorgeblichen Leistungszeitraum) sowie die Nichtmehrexistenz der Firma an der in den Rechnungen aufscheinenden Adresse ausreichend maßgebliche Gründe für die Annahme, dass die ***Q*** Bauservice u. Schwarzdeckerei GmbH die ihr zugeschriebenen Leistungen nicht erbracht hat (die Revision wurde vom Verwaltungsgerichtshof zurückgewiesen),
gilt es zu beurteilen, ob die ***Q*** die in den ***Q***- Rechnungen aufscheinenden Leistungen erbracht hat oder nicht erbracht hat und steht letztere Beurteilung mit den o.a. Entscheidungen im Einklang.
Gegen eine Leistungserbringung durch die ***Q*** spricht,
dass am 19. Juli 2009 bei der ***Q*** eine Außenprüfung "begonnen und mangels Ansprechperson abgeschlossen/abgebrochen wurde, der Alleingesellschafter und -geschäftsführer der ***Q*** weder telefonisch erreicht werden noch vom ED angetroffen werden konnte und Kontakte mit der Steuerfahndung für den konkreten Prüfungsfall ohne Ergebnis blieben.
dass mit der ***Q***- Rechnung an die RI. Bau GesmbH Schwarzdeckerarbeiten und Abbrucharbeiten, entsprechend dem Firmenwortlaut, in Rechnung gestellt wurden (und, wie die zitierten BFG-Erkenntnisse zeigen, (als Deckungsrechnungen beurteilte) Rechnungen mit ähnlichen und gleichen Leistungen (Fassadenflächen verputzen bzw. instand setzen bzw. Dachhaut reinigen, 2-Lagig geflämmt) ausgestellt wurden).
dass im Oktober 2009 bei der ***Q*** bei der GKK 6 Arbeiter gemeldet waren, im November 2009 6 (bis 9. des Monats) bzw. 9 Arbeiter (ab 10. des Monats), welcher Personalstand es (trotz der im Pkt. 3 angeführten Umstände) ermöglichte, noch im Monat Dezember 2009 bspw. die unter Pkt. 6. angeführten Schwarzdecker- und Abbrucharbeiten, in angegebenen Umfang, zu erbringen, nicht jedoch Eisenbiegerarbeiten, geschweige denn im maximal zwei Monate umfassenden Zeitraum (von 02. Oktober bis 03. Dezember 2009) mit der verrechneten Summe von € 212.918,12 (von der ersten Eingangsrechnung am 05. November 2009 bis zur letzten Eingangsrechnung am 03. Dezember 2009).
dass die 2 Wochen nach der an die Bf. gerichteten Rechnung an die RI... Bau GesmbH gerichtete Rechnung eine niedrigere Rechnungsnummer beinhaltet (vgl. oben *** ***M*** Handels GmbH).
dass sowohl die Rechnungsköpfe als auch die Leistungsblöcke der ***Q***- Rechnung an die Bf. und der ***Q***- Rechnung an die RI... Bau GesmbH dreifach bzw. zweifach voneinander abweichen (vgl. oben *** ***M*** Handels GmbH).
- Das Erstellen des Anbotes vom 25. September 2009,
- das Anfertigen des Besprechungsprotokolls vom 02. Oktober 2009,
- das Anfertigen des Bauvertrages vom 02. Oktober 2009 und
- das Erstellen der Rechnungen vom 05. November bis 03. Dezember 2009 (mit der im Zwei-Monate- Zeitraum verrechneten Summe von € 212.918,12)
sind Folge des Umstandes, dass dem/den Ersteller/n, Anfertiger/n, Ausfertiger/n die Außenprüfung des Finanzamtes, begonnen am 19. Juli 2009, nicht zur Kenntnis gelangt war.
Die Zusammenschau der Feststellungen betreffend die 6 im Jahr 2009 eingeschaltet gewesenen GmbH ergibt u.a.:
ausländischer Alleingesellschafter und -geschäftsführer bei allen 6 GmbHs (wie bei allen GmbHs der Jahre 2006 bis 2008)
Zeitraum zwischen erstmaliger Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes und Unterzeichnung des Abtretungsvertrages, der zur Eintragung als Gesellschafter-Geschäftsführer führte: 2 Tage, Wohnsitz danach: 1 Tag in Österreich gemeldet, am selben Tag (***, ***N*** und ***O***), Wohnsitz danach: 13 Monate (vergleichbar den Jahren 2006 bis 2008)
Substanzlosigkeit (auf Grund vorhandener Angabe im Abtretungsvertrag) bei 3 GmbHs
Unterschriftenfälschungen bei 5 der 6 GmbHs (vergleichbar den Jahren 2006 bis 2008)
Aufgeben des inländischen Wohnsitzes bei allen 6 GmbHs (wie bei allen GmbHs der Jahre 2006 bis 2008)
Konkurs und amtswegige Löschung bei allen 3 GmbHs (wie bei allen GmbHs der Jahre 2006 bis 2008)
Bezogen auf die im Oktober und November 2009 von den Eisenbiegern erbrachten Arbeitsleistungen ist auf Grund dieser Feststellungen nicht zu erkennen, dass eine der ***Q*** GmbH zuzuordnende betriebliche Organisationsstruktur, die Eisenbiege- Arbeiten im in Rede stehenden Umfang zu erbringen imstande war, vorhanden war.
Ausgehend von den beiden Entscheidungen des BFG - beide Male war das Ergebnis der Erwägungen, dass von der ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH nicht die behaupteten Leistungen erbracht wurden bzw. dass sie die ihr zugeschriebenen Leistungen nicht erbracht hat - besteht bei Berücksichtigung der obigen Punkte und der Verhältnisse bei den vorgegangenen GmbHs, auch im vorliegenden Fall kein Zweifel daran, dass die ***Q*** Bauservice & Schwarzdeckerei GmbH auch die in den hier zu beurteilenden Rechnungen abgerechneten Leistungen nicht erbracht hat.
Rechtlich folgt daraus:
Die Bf. machte als Betriebsausgaben "Fremdleistungen" geltend, die in Rechnungen von 17 GmbHs ausgewiesen sind.
Vorweg sei festgehalten:
Von den 17 eingeschaltet gewesenen GmbHs wurden 4 in Erkenntnissen des Bundesfinanzgerichtes bzw. Entscheidungen des unabhängigen Finanzsenates beurteilt:
- ***G*** ***13***:
Entscheidung des UFS vom 11.07.2013, RV/0243-W/13
- ***H*** :
Entscheidung des UFS vom 06.05.2013, RV/1337-W/12 (VwGH-Beschwerde, Behandlung der Beschwerde abgelehnt.)
- *** ***M*** :
Erkenntnis des BFG vom 27.04.2015, RV/7100326/2013 (Revision eingebracht zur Zahl Ra 2015/13/0032. Zurückweisung mit Beschluss vom 24.1.2018.)
Entscheidung des UFS vom 06.05.2013, RV/1337-W/12 (VwGH-Beschwerde, Behandlung der Beschwerde abgelehnt).
- ***Q***:
Erkenntnis des BFG 03.02.2017, RV/7104671/2016 (Revision nicht eingebracht.)
Erkenntnis des BFG vom 27.04.2015, RV/7100326/2013
In allen Fällen fiel die Beurteilung zu Lasten der angeführten GmbHs aus, und zwar:
dass es sich bei den ***G*** ***13***- Rechnungen um Deckungsrechnungen handelte, um die eigenen Personalaufwendungen ("Schwarzarbeiter") der Bf. abzudecken,
dass von der ***H*** die strittigen Leistungen an die Bf. tatsächlich nicht erbracht wurden,
dass die *** ***M*** die in den Rechnungen abgerechneten Leistungen an die Bf. nicht erbracht hat und
dass von der ***Q*** die behaupteten Leistungen nicht erbracht wurden (beide Erkenntnisse), was dem Rechnungsempfänger bewusst war (Erkenntnis vom 03.02.2017).
Alle 17 GmbHs waren, wie oben im Einzelnen dargetan (und bereits von der Prüferin ins Treffen geführt und insb. auf die Beilagen A/2 bis A/18 des BP-Berichtes gestützt),
- völlig substanzlos, substanzlos oder vor der Abtretung an den Alleingesellschafter-Geschäftsführer, der im Zeitraum des Erstellens der beschwerdegegenständlichen Rechnungen im Firmenbuch eingetragen war, inaktiv bzw. beinahe inaktiv (***E*** , ***F*** , ***G*** , ***I*** ],
- kurzlebig nach Abtretung an den Alleingesellschafter und -geschäftsführer, der im Zeitraum des Erstellens der beschwerdegegenständlichen Rechnungen im Firmenbuch eingetragen war (betreffend alle 17 GmbHs wurde Konkurs eröffnet und kam es in der Folge zur amtswegigen Löschung wegen Vermögenslosigkeit; näheres vgl. unten),
- Einmann-GmbHs (Alleingesellschafter und -geschäftsführer, nur bei der ***A*** war vor dem beschwerderelevanten Zeitraum ein zweiter handelsrechtlicher Geschäftsführer eingetragen),
- mit einem im Firmenbuch eingetragenen ausländischen Alleingesellschafter und -geschäftsführer (der in der Folge ins Ausland zurückkehrte, wenn es sich nicht überhaupt um nicht existente Ausländer mit gefälschten Reisepässen gehandelt hat (gefälschte Reisepässe betreffend 4 der 17 GmbHs: ***B*** , ***J*** , ***L*** , ***O***).
16 (!) der 17 eingeschalteten GmbH hatten vor Eintragung eines Ausländers als Alleingesellschafter und -geschäftsführer keinen Eisenbieger-Bezug (z.B. Handelsfirma, die bspw. mit Nudelmaschinen und Wärmekissen gehandelt hatte) - die eine GmbH mit einem solchen (die ***D*** ) wurde um € 2.000,00 einen Tag vor Anfertigung des Bauvertrages und bezogen auf die erste Rechnungslegung rd. 3 Wochen davor übernommen und hatte im Mai 2006 9 Dienstnehmer angemeldet - im Juni 2006 waren 116 Dienstnehmer angemeldet.
Bei 13 (!) GmbHs bestehen auf vorgelegten Unterlagen, den als die zentralen Schriftstücke anzusehenden Unterlagen), an erster Stelle: dem Bauvertrag, aber auch dem Anbot (betreffend drei GmbHs auch auf Kassabestätigungen: ***D*** , ***G*** , ***K*** ) Unterschriften, die keine Ähnlichkeit mit den Unterschriften bspw. auf dem Reisepass oder den Abtretungsverträgen bzw. den Musterfirmazeichnungserklärungen aufweisen,
- ***A*** , ***B*** , ***C*** , ***D*** , ***E*** , ***F*** , ***G*** , ***H*** , ***J*** , ***K*** , ***L*** , ***O*** und ***P*** und
bei einer weiteren GmbH (der ***Q***) bestehen unterschiedliche Unterschriften.
Betreffend die im Firmenbuch eingetragenen ausländischen Alleingesellschafter und -geschäftsführer waren die Zeiträume zwischen der erstmaligen Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes und der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages, der zur Eintragung in das Firmenbuch führte, wie ebenfalls bereits von der Prüferin festgehalten, bei fast allen GmbHs sehr kurz:
- betreffend 5 GmbHs war die Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes erst danach erfolgt (1 Monat, 4 Wochen, 13 Tage, 3 Tage, 2 Tage),
- betreffend 4 GmbHs am selben Tag, betreffend 2 GmbHs 1 Tag vorher,
- betreffend die weiteren GmbHs 2 Tage, 6 Tage, 11 Tage (2 GmbHs), 1 Jahr 3 Monate.
Vier der im Firmenbuch eingetragenen Alleingesellschafter und -geschäftsführer waren der deutschen Sprache bei Unterzeichnung des Abtretungsvertrages nicht mächtig und wurde der Bauvertrag bei der ***F*** 7 1/2 Monate danach, bei der ***H*** 3 Tage danach, bei der ***I*** 4 Wochen danach und bei der ***K*** 2 Wochen danach angefertigt.
Bei 7 GmbHs betrug der Zeitraum zwischen der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages, der zur Eintragung des im Zeitraum des Erstellens der beschwerdegegenständlichen Rechnungen im Firmenbuch eingetragenen Alleingesellschafter und -geschäftsführer führte und dem Bauvertrag (und der 1. Auftragsbestätigung) weniger als 1 Monat:
***C*** 24 Tage, ***D*** 2 Tage, ***E*** 9 Tage, ***H*** 3 Tage, ***I*** 4 Wochen, ***K*** 14 Tage, *** ***M*** 3 Wochen
Bei 8 GmbHs betrug der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung bis zu ca. 2 Monaten: ***P***: Rechnungen an einem Tag, ***N*** 2 Wochen,
***C*** ca. 1 Monat, ***E*** ca. 1 Monat, ***Q*** 1 Monat, ***A*** ca. 2 Monate,
***I*** ca. 2 Monate, ***O*** 2 Monate; bei weiteren 5 GmbHs bis zu ca. 3 Monate: ***B*** ca. 3 Monate, ***D*** ca. 3 Monate, ***F*** ca. 3 Monate,
***G*** 3 Monate, ***K*** 3 Monate
Bei 8 GmbHs betrug der Zeitraum zwischen der letzten Eingangsrechnung und der Konkurseröffnung bis ca. 2 Monate, bei weiteren 4 GmbHs bis ca. 3 Monate, betreffend die ***P*** wurde ein Insolvenzverfahren mangels Kostendeckung nicht eröffnet.
Auf der Grundlage der obigen Erwägungen betreffend die einzelnen GmbHs und die in den Rechnungen aufscheinenden Leistungen bzw. die Leistungserbringung und
der in den vorangehenden Absätzen aufgezeigten Häufung an Gemeinsamkeiten
hat die Prüferin zurecht folgende Ansicht vertreten:
Für das wissentliche Mitwirken an Leistungsbeziehungen mit Sozialbetrugsfirmen (im Ausdruck vergreifend von der Prüferin als Scheinfirmen bezeichnet) spreche auch die Häufigkeit der Geschäftsverbindungen mit derartigen Unternehmen. Ein Fehler könne passieren, eine Kontrolle einmal versagen, die wiederholte Geschäftstätigkeit mit einer beträchtlichen Zahl an typischen 'Briefkasten-GmbHs' beweise jedoch nach Ansicht der BP die Absicht des gegenständlichen Unternehmens. Der ... GmbHs hat sich die Bf. offensichtlich bedient, um Ausgaben in einer Höhe zu lukrieren, die nicht dem tatsächlichen Lohnaufwand entsprachen (siehe dazu auch die erklärten Jahresergebnisse), sowie um lohnabhängige Abgaben einzusparen.
Indem die Bf. - geleitet von der Absicht der Abgabenersparnis - eine um die andere Sozialbetrugsfirma, von der die in den Rechnungen aufscheinenden Leistungen nicht erbracht wurden, eingeschaltet hat, bediente sich die Bf. der 17 GmbHs.
Die Bindung der bei den nach und nach eingeschalteten GmbHs gemeldet gewesenen Dienstnehmer an die Bf., wie sie an Hand einer Reihe von Beispielen in den 66 Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 dargestellt ist, zeigt die Übereinstimmung, dass die sich (nur) auf 12 Tage (!) beziehenden in den Strafakten einliegenden Unterlagen betreffend Dienstnehmer, die auf den Baustellen des Auftraggebers der Bf., der I. Baustahl, namentlich erfasst worden sind, 25 idente Dienstnehmer ausweisen. Die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhalteten 25 Dienstnehmer waren Dienstnehmer, die auf den Baustellen des Auftraggebers der Bf., der I. Baustahl, namentlich erfasst worden sind. Seitens der Bf. wurden Unterlagen, die eine Zuordnung von Arbeitnehmern zu Baustellen der Auftraggeber der Bf. zulassen, nur vereinzelt vorgelegt.
Gelingt mit Unterlagen, die sich auf 12 Tage beziehen, eine Zuordnung von 25 Arbeitnehmern der 66 Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009, ist das - unter Bedachtnahme auf den Umstand, dass alle in den Anmeldungsketten involvierten GmbHs Sozialbetrugsfirmen und keine an die Bf. leistungserbringenden GmbHs waren - eine sehr gewichtige Dokumentation der Bindung der Arbeitnehmer an die Bf.
Der Vergleich der Eisenbieger, die in den von der Bf. vorgelegten Telefax-Nachrichten ausgewiesen sind einerseits und jenen, die in der Beilage des BFG-Schreibens vom 27. Juni 2017: Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 ausgewiesen sind andererseits zeigt, dass die Unterlagen (Telefax-Nachrichten), die Namen der auf Baustellen der Bf. tätigen Arbeiter beinhalten, fast nur Dienstnehmer, die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhaltet sind ausweisen und weitere Dienstnehmer mit einer Anmeldungskette (vgl. oben unter ***E*** , ***F*** , ***I*** , ***J*** , ***L*** ).
Die mit den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 (Dienstnehmerstromanalyse) dokumentierte Bindung einer Vielzahl von Dienstnehmern an die Bf. tritt zu den Zeugenaussagen, die in die gleiche Richtung weisen, hinzu.
Die betriebliche Organisation und Geschehen stellten sich den einvernommenen und bei der ***A*** , ***B*** , ***D*** , ***F*** , ***G*** und ***H*** bei der GKK angemeldet gewesenen Eisenbiegern gegenüber so dar, dass ihre Ansprechperson für alle Angelegenheiten der Vorarbeiter/Partieführer war und alle Angelegenheiten auf der Baustelle/im Baucontainer erledigt wurden. Sie haben idR während ihrer Anmeldung bei der Bf. das Büro der Bf. gesehen, bei den anderen GmbHs aber weder ein Büro gesehen noch eine Sekretärin wahrgenommen.
Die übereinstimmenden Detailangaben der Zeugenaussagen
[…]
lassen keinen Zweifel an der Eingliederung der einvernommenen Eisenbieger in den betrieblichen Organismus und an ihrer Weisungsgebundenheit: sie waren in den Betrieb der Bf. eingegliedert und gegenüber der Bf. bzw. dem Gesellschafter-Geschäftsführer der Bf. weisungsgebunden.
Zu diesen am meisten präzisierten Zeugenaussagen treten weitere hinzu, die in die gleiche Richtung weisen (befragt betreffend ***B*** , ***D*** GmbH, ***F*** , "***G*** " ***13***, ***H*** Bau GmbH und ***I*** Bau- und HandelsgmbH):
[…]
Betriebliche Organisation und Geschehen waren so aufgebaut, dass die weit überwiegende Anzahl der einvernommenen Zeugen keine Angaben zu machen imstande war, die erkennen ließen, im Rahmen welches Betriebes bzw. wessen Betriebes sie ihre Eisenbiegetätigkeit ausgeübt haben. Mehrere Zeugen vermochten trotz ihrer GKK-Anmeldungen bspw. bei der ***D*** , ***F*** , ***G*** und ***H*** anzugeben, dass sie ihren Lohn von der Bf. erhielten. Einem der Zeugen wurde vom Geschäftsführer der Bf. gesagt, dass er zwar bei einer anderen Firma 'angestellt' (gemeint: bei der GKK gemeldet) sei, er aber das Geld von 'ihm' (gemeint: der Bf.) erhalten würde und ist diese Aussage mit den Aussagen der Zeugen *** in Einklang zu bringen. Mit ihren Zeugenaussagen stimmen die (Lohn)Auszahlungslisten September 2006 und Jänner 2007 überein: Sie sind bei Anmeldung bei der ***D*** bzw. der ***F*** bei der GKK in den Lohnauszahlungslisten der Bf. ausgewiesen (vgl. betreffend die Auszahlungslisten oben ***D*** und ***F*** ).
Die Eingliederung der Eisenbieger in den Organismus der Bf. (angesichts deren sozialversicherungsmäßigen "Auslagerung" (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Teil 8) zu den "Subunternehmer-GmbHs") zeigen die Zeugenaussagen der Eisenbieger.
Weiters tritt hinzu, dass nicht auf Initiative/Betreiben der einvernommenen Dienstnehmer die Anmeldungen bei den eingeschaltet gewesenen GmbHs erfolgten, vielmehr von Dienstgeberseite 'die Firmen getauscht' wurden, mit anderen Worten: die Dienstnehmer ohne ihr Zutun auf andere Firmen angemeldet wurden (vgl. die Aussagen ***26*** (wurde über Veranlassung des Geschäftsführers der Bf. bei den Firmen ***B*** , "***G*** " ***13*** Reinigung GmbH und ***H*** Bau GmbH anmeldet wurde und fungierten bei diesen Firmen als Ansprechpartner der Geschäftsführer der Bf., sein Sohn und der Bruder), Bilic J. (der Gesellschafter-Geschäftsführer der Bf. hat die Firmen getauscht), Cakir M. ('vom Chef der einen Firma zur anderen Firma weiter gegeben'), ***19*** E. (Wenn eine Firma in Konkurs gegangen ist, hat der Vorarbeiter die neuen Papiere, die Anmeldungen auf die Baustelle mitgebracht.) und Seker E. (Der Geschäftsführer der Bf. sagte zu mir, dass ich zwar bei einer anderen Firma angestellt [gemeint: gemeldet] sei, dass ich aber das Geld von ihm erhalten würde.).
Weiters tritt das synchrone Ablaufen
des Einschaltens (der substanzlosen, kurzlebigen) GmbHs (mit ausländischem Alleingesellschafter und -geschäftsführer mit kurz davor erstmalig angemeldetem inländischen Wohnsitz) und
der Anmeldungen immer wieder derselben Dienstnehmer (u.a. auch von Dienstnehmern, die davor bei der Bf. angemeldet waren) bei den eingeschalteten GmbHs,
wie die oben (unter ***B*** ) angeführten Beispiele betreffend ***26*** und ***27*** zeigen, hinzu. Die Meldung immer wieder derselben Eisenbieger bei jenen GmbHs, die als Rechnungsaussteller an die Bf. eingeschaltet waren, sticht bei den nachfolgend eingeschalteten GmbHs wie der ***D*** , ***E*** und *** mit besonderer Deutlichkeit ins Auge (vgl. oben insb. ***B*** , ***D*** , ***E*** , ***).
Weiters treten die Lohn- Auszahlungslisten hinzu, die betreffend die 4. und 6. eingeschaltet gewesene GmbH nachweisen,
- dass die bei der ***D*** bei der GKK gemeldet gewesenen 46 Dienstnehmer von der Bf. entlohnt wurden,
- dass die bei der ***F*** bei der GKK gemeldet gewesenen 12 Dienstnehmer von der Bf. entlohnt wurden, zudem weitere 9 Dienstnehmer, die arbeitslos gemeldet waren und weitere 6 Dienstnehmer, die während eines Teiles des Monats arbeitslos gemeldet waren und auch in diesem Zeitraum von der Bf. entlohnt wurden.
Weiters tritt hinzu, dass anhand der in den Strafakten einliegenden I. Baustahl- Druckvorlagen gemischte Baustellenpartien (bspw. am 22. April und am 13. Juni 2008) nachgewiesen werden konnten, obwohl Verlegeleistungen und nicht Regiestunden verrechnet wurden.
Weiters tritt hinzu, dass das vom Masseverwalter der ***L*** bei der ***L*** Handels GmbH gefundene FAX mit der Liste "Daten für die Anmeldungen" und dem Absender (Bf.) - mit anderen Worten: das von der Bf. an die ***L*** gesandte FAX beinhaltend die Liste der von der ***L*** Handels GmbH anzumeldenden Eisenbieger - betreffend die angeführten Personen taggenau umgesetzt wurde.
Weiters tritt hinzu,
dass sich der Masseverwalter ***L*** an der ***L*** - Adresse einen Überblick über die Vermögenslage verschaffen wollte und an der Adresse des gs. Unternehmens feststellen musste, dass das gs. Unternehmen an dieser Adresse schon seit Monaten nicht mehr aufhältig ist. An dieser Adresse hat Anna Ilias ein Büro und macht dort Lohnverrechnung für mehrere Unternehmen.
dass sich bei einem Anruf des Masseverwalters der ***L*** der Geschäftsführer der Bf. unter der Telefonnr. 0699 ... lautend auf Hrn. ***L*** *** gemeldet hat. Auf die Frage warum er mit einem Handy des Hrn. ***L*** telefoniere bekam der Masseverwalter keine Antwort und es wurde aufgelegt.
Der Geschäftsführer der Bf. benutzte somit ein Mobiltelefon mit einer Telefonnummer lautend auf *** ***L*** - jener Person, die mit gefälschten Papieren lautend auf den Namen *** ***L*** (slowakischer Staatsangehöriger) auftrat und auf Grund eines Abtretungsvertrages im Firmenbuch als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der ***L*** Handels GmbH eingetragen wurde.
dass sich der Geschäftsführer der Bf. dem Masseverwalter eine Zeit lang kooperativ zeigte und dem Masseverwalter Unterlagen/Rechnungen zur Verfügung stellte, sich jedoch geweigert hat, entsprechende Subaufträge vorzulegen.
dass der Masseverwalter einige Baustellen kontrollierte und mit den jeweiligen Auftraggebern Kontakt aufnahm und nachfragte, ob sie eine Firma ***L*** Handels GmbH kennen, bejahendenfalls wer die Ansprechperson gewesen sei. Die Aussagen der jeweiligen Auftraggeber waren immer die gleichen, die ***L*** sei unbekannt, der Auftrag sei an die Firma ... (die Bf.) erteilt worden.
dass der Masseverwalter sämtliche Dienstnehmerforderungen (von bei der ***L*** bei der GKK angemeldet gewesenen Dienstnehmern) mit der Begründung 'Scheinfirma' bestritt und bis zur Aufhebung des Konkurses keiner der Dienstnehmer eine sogenannte Feststellungsklage eingebracht hat.
dass die 43 - bis 27. Februar 2009 - bei der ***L*** bei der GKK angemeldet gewesenen Dienstnehmer der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 - von zwei Ausnahmen abgesehen (welche Dienstnehmer bei der S. Bau angemeldet wurden) - ab 02. März 2009 bei der Bf. bei der GKK angemeldet wurden. Waren am 01. März 2009 bei der Bf. bei der GKK 42 Dienstnehmer gemeldet, einen Tag danach, am 02. März 2009, 91 Dienstnehmer, am 01. April 2009 70 Dienstnehmer und am 01. Mai 2009 67 Dienstnehmer, veränderte sich die Anzahl der Angestellten (6) weder im März 2009 noch im April 2009, zeigt das die Bindung von 43 Dienstnehmern an die Bf. und die ohne Aufstockung der Angestelltenebene bewerkstelligte Verdoppelung der Eisenbiegerbelegschaft - wenn man von der Annahme ausgeht, die ***L*** wäre eine leistungserbringende GmbH gewesen lag eine Verdoppelung vor - die Funktionsfähigkeit des Zumeldungskarussells bei den eingeschaltet gewesenen GmbHs.
Weiters tritt hinzu,
Normen und Schlagworte
- § 184 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 47 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101430/2017
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2018:RV.7101430.2017
- Stammnummer
- 121985
- Gültig
- 15.11.2018 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF