Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101430/2017
Umfangreiche Bau- Malversationen: Zumeldungen bei einer Reihe von Sozialbetrugsfirmen
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101430/2017vom 15.11.2018Teil 5 von 14
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Die Bankkontoverdichtung des Kontos 285...441/00 erstreckt sich von Jänner bis Dezember 2006. ... Weiters besteht die Möglichkeit, dass es noch andere Bankkonten und Kunden der ***D*** Handels GmbH geben könnte.
Durch die auf dem Bankkonto aufscheinenden Einzahlungen haben wir folgende Kunden der ***D*** Handels GmbH eruiert und von diesen deren Unterlagen aus der Buchhaltung angefordert:
[Anschließend sind 6 GmbHs aufgelistet und befindet sich darunter nicht die Bf.; die Überweisungen der Bf. erfolgten auf ein anderes Konto, vgl. den folgenden Pkt.]
Waren bis Mai 2006 maximal neun Arbeitnehmer beschäftigt, werden im Juni 2006 116 Dienstnehmer bei der Sozialversicherung angemeldet." (Strafakten, Band IX, Gutachten Mag.Dr. K., Oktober 2007).
16.
Die Überweisungen seitens der Bf. an die ***D*** Handels GmbH erfolgten nicht auf das Konto,
- das kurz zuvor im Anbot vom 07. Juni 2006 angeführt worden ist und
- auf das Überweisungen seitens 6 anderer GmbHs an die ***D*** Handels GmbH erfolgten.
Vielmehr wurde (nach dem 07. Juni 2006) ein Konto eingerichtet, auf das die Überweisungen seitens der Bf. erfolgten.
17.
Sind mehrere Passagen der Anbotschreiben ***D*** GmbH und ***E*** Handels GmbH ident
(z.B.: Wir möchten uns als leistungsstarkes und zuverlässiges Bauunternehmen bei Ihnen vorstellen, und unsere Dienste betreffend Baumeisterarbeiten anbieten.
Wir bieten Eisenverlegungsarbeiten, Maurerarbeiten, Fassadenarbeiten,
Sanierungen sowie alle anderen Bauarbeiten in unserem Unternehmen an. ...
Wir würden uns freuen, wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert wären und sich mit uns in Verbindung setzten.),
diente das ***D*** - Anbotschreiben als Vorlage des ***E*** - und des ***G*** - Anbotschreibens und schließlich des ***K*** . Anbotschreibens (dazu vgl. unten).
Hinsichtlich der vier Einmann-GmbHs mit verschiedenen im Firmenbuch eingetragenen Gesellschafter-Geschäftsführern und Geschäftsanschriften ***G*** ***13*** GmbH, ***E*** Handels GmbH, ***D*** Handels GmbH und ***K*** GmbH, bei welchen allesamt weiters im Dunkeln blieb, von wem die Geschäftspapiere unterfertigt wurden, blieb auch im Dunkeln, wie es dazu kam, dass das ***D*** - Anbotschreiben bei den nachfolgend eingeschalteten GmbHs als Vorlage diente.
Die ***D*** - Rechnungen weisen die gleiche Schreibweise '***D*** HANDELS GmbH' wie das ***D*** - Anbotschreiben aus.
18.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt ca. drei Monate (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs).
19.
Der Vollständigkeit halber wird festgehalten: Der Konkurs wurde ca. drei Monate nach der letzten Eingangsrechnung eröffnet (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs), in der Folge kam es zur amtswegigen Löschung wegen Vermögenslosigkeit.
20.
Die inländischen Wohnsitze wurden 3 Monate nach (Ibrahim Salihov Uruchov) bzw. vor (Hulio Ector Faltarani) Konkurseröffnung abgemeldet (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs).
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 1. Juni 2006 stellte das Finanzamt Wien 21/22 folgende Bescheinigung aus:
Es wird bescheinigt, dass gegen ***D*** HANDELS GMBH, Anschrift Am Krautgarten 2/1, 1220 Wien, gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient zur Vorlage bei (blank)
Die Bescheinigung liegt zeitlich vor der explosionsartigen Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK.
Am 01. Juni 2006 richtete die Wiener GKK eine Unbedenklichkeitsbescheinigung an die ***D*** Handels GmbH (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a21):
Die Wiener GKK bescheinigt, dass die ***D*** Handels GmbH der Verpflichtung zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge ... nachkommt.
Das Beitragskonto besteht erst seit Februar 2006.
Derzeit sind 9 Dienstnehmer gemeldet.
Diese Bescheinigung liegt zeitlich vor der explosionsartigen Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK.
Am 2. Juni 2006, dem Tag der Anfertigung des Bauvertrages, wurde als Firmenanschrift der ***D*** Handels GmbH im Vertrag angeführt "A-1120 Wien, Ratschkyg. 31/10". Die einen (1) Tag davor ausgestellte Bescheinigung des Finanzamtes Wien 21/22 wies als Anschrift der ***D*** Handels GmbH "Am Krautgarten 23/1, 1220 Wien" aus.
Der Bescheid betreffend die Gewerbeanmeldung weist als Standort der Ausübung des Gewerbe "Wien 22, Am Krautgarten 23/1" aus UND erging an die "***D*** Handels GmbH, Wien 22, Am Krautgarten 23/1".
Im Zeitpunkt der Anfertigung des Bauvertrages lagen somit
- eine überholt gewesene Gewerbeanmeldung und
- eine einen (1) Tag davor ausgestellte Bescheinigung des Finanzamtes Wien 21/22 mit einer nicht mehr aktuellen Anschrift vor.
Am 27. Juni 2006 fertigte die Bf. folgende Telefax-Nachricht an (Schreiben vom 10. Juli 2018, Beilage a103)
Senden an: Finanzamt Wien
Betreff: Vertrag
Sehr geehrter Herr Fr...!
In der Anlage übersenden wir Ihnen den Vertrag mit Sub Unternehmer Fa. ***D*** GmbH + Auftragsbestätigung BVH: 1... W...str.
Diesbezüglich wurde vorgebracht:
Die Fax-Nachricht (der Bf.) an das Finanzamt/Herr Fr... vom 27.6.2006 über die Auftragsbestätigung für das BVH 1... Wien, W... Straße, samt Beiziehung von ***D*** als Subunternehmer spricht eine klare Sprache.
Am 03. Juli 2006 richtete das Finanzamt Wien 21/22 folgenden Bescheid - Pfändung einer Geldforderung an die Bf. (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a24):
Firma ***D*** Handels GmbH schuldet Abgaben ... in Höhe von 22.128,00 €.
Wegen dieses Gesamtbetrages werden die aus nachstehend angeführten Rechtsverhältnissen dem Abgabenschuldner angeblich gegen Sie zustehenden Forderungen in unbekannter Höhe gepfändet.
Betreffend diesen Bescheid wurde vorgebracht:
Der Bescheid - Pfändung einer Geldforderung des (damaligen) FA Wien 21/22 vom 3.7.2006 indiziert ein weiteres Mal operatives Tun von ***D*** für die Bf.
Der Bescheid wurde vom Finanzamtsteam "SEG" erlassen, auf dem Konto wurden L-, DB- und DZ-Beträge 01-06/2006 verbucht und betrug der Saldo auf Grund der Verbuchung der Beträge rd. € 22.000,00; von der SEG war eine Lohnsteuerprüfung durchgeführt worden.
Dieser Bescheiderlassung liegen die oben unter Pkt. 10 angeführten Vorgänge im Zusammenhang mit der Lohnsteuerprüfung bei der ***D*** zugrunde, welche zur Vorschreibung einer L-, DB- und DZ-Summe von € 22.080,00 führte. Auf Grund der oben ab Pkt. 10 wiedergegebenen Vorgänge kann keine Rede davon sein, dass dieser Bescheid ein operatives Tun von ***D*** für die Bf. indiziert.
Am 02. Juni 2006 wurden Auftragsbestätigungen wie folgt angefertigt:
1.
(Namen und Anschriften)
Betrifft: Auftragsbestätigung
BVH: ... siedlung ...
Wir bestätigen dankend den Auftrag wie folgt:
Preise für Eisenverlegearbeiten:
[wie ***B*** nur: 1) BSTG 165,- per To. + BSTG Schneiden 0,050,- per To.
2) Stabstahl 190,- per To. 3) Regie 23,- Std.]
|
Stampiglie und Unterschrift der Bf.
|
Stampiglie ***D*** Handels GmbH und Unterschrift "..."
2.
(Namen und Anschriften)
Betrifft: Auftragsbestätigung
BVH: 1030 Wien
Wir bestätigen dankend den Auftrag wie folgt:
Preise für Eisenverlegearbeiten:
... [wie ***B*** nur: 1) BSTG [blank] 2) Stabstahl [blank]
3) Regie 23,- Std.]
|
Stampiglie und Unterschrift der Bf.
|
Stampiglie ***D*** Handels GmbH und Unterschrift "..."
Die beiden Unterschriften sind in einem Ausmaß ähnlich welches darauf hinweist, dass diese beiden Unterschriften (jeweils vom 02. Juni 2006) von derselben Person geleistet worden sind.
Weitere Auftragsbestätigungen wurden mit folgenden BVH angefertigt:
|
02. Juni 2006
|
1230 Wien
|
02. Juni 2006
|
Diverse kleine Baustellen bis 100 Tonnen *
|
12. Juni 2006
|
Wien 22
|
31. Juli 2006
|
WP ... G.
* vorgelegt mit Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a19
Am 12. Juni 2006 wurde eine weitere Auftragsbestätigung angefertigt.
Die Unterschrift der Fertigung dieser Auftragsbestätigung seitens der ***D*** GmbH weist keine Ähnlichkeit mit den beiden identen Unterschriften laut Reisepass und laut Musterfirmazeichnungserklärung auf und keine Ähnlichkeit mit einer der Unterschriften auf den vorangegangenen Auftragsbestätigungen vom 02. Juni 2006 auf.
Die Unterschrift weist mit der Unterschrift auf der Auftragsbestätigung der ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006 betreffend den Schriftzug (wie ein "l" mit Schlinge, usw.) eine Ähnlichkeit in einem solchen Ausmaß auf, welches darauf hinweist, dass diese beiden Unterschriften (Auftragsbestätigung ***D*** Handels GmbH vom 12.06.2006 und Auftragsbestätigung ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006) von derselben Person geleistet worden sind.
Am 31. Juli 2006 wurde eine weitere Auftragsbestätigung wie folgt angefertigt:
(Namen und Anschriften)
Betrifft: Auftragsbestätigung
WP ...
Wir bestätigen dankend den Auftrag wie folgt:
Preise für Eisenverlegearbeiten:
[wie 1. Auftragsbestätigung]
|
Stampiglie und Unterschrift der Bf.
|
Stampiglie ***D*** Handels GmbH und Unterschrift "..."
Die Unterschriften der Fertigung dieser Auftragsbestätigung seitens der ***D*** GmbH und jener vom 02. Juni 2006 sind in einem Ausmaß ähnlich welches darauf hinweist, dass diese Unterschriften (31. Juli 2006 bzw. vom 02. Juni 2006) von derselben Person geleistet worden sind.
Am 18. August 2006 nahm die Bf. als Auftraggeberin folgende Inlandsüberweisung vor (Zahlungsverkehr - Inlandsüberweisung):
|
Auftraggeberdaten
Kontonummer
Name
|
0...
(Bf.)
|
Empfänger
Name
Kontonummer
Bankleitzahl
Verwendungszweck:
|
***D*** Handels GmbH
00092...978
60000 *
Re.Nr. 309-...
|
Überweisungsdaten
Betrag
|
39.836,68 EUR
* ***D*** - Bankkonto, auf das Überweisungen von 6 GmbHs erfolgten lautete: 285...441/00 (vgl. oben Pkt. 14.)
Die Rechnung, Rechnungsnr: 414/2006, vom 31. August 2006 hat folgenden Inhalt (Schreiben vom 7. Februar 2018, a27):
***D*** HANDELS GmbH
...
Bauvorhaben: Hainburg Römerg. Universale Bau
LZR: Aug.06
Betrifft:
|
Pos.
|
Betrifft
|
Menge
|
Einzelsumme
|
Gesamtsumme
|
1.
|
Stabsthal
|
3.503,00 Kg.
|
0,19
|
€ 665,57
|
2.
|
Stabsthal Verr. Lt. Plan
|
6.939,65 Kg.
|
0,232
|
€ 1.610,00
|
|
|
|
Gesamtsumme:
|
€ 2.275,57
|
|
|
|
-6%
|
136,53
|
|
|
|
|
2.139,04
Zahlungsbedingungen: 8 Tage 6% Skonto
Arbeitsbestätigung Fa. Bauservice F.. GmbH
Firma: Universale
Baustelle: Hainburg /Römergasse
|
Pl.Nr.
|
Bezeichnung
|
Gewicht
|
1244...
|
Dü EG Haus 2
|
1970,7 KG
|
1244...
|
Dü EG Haus 1
|
1433,8 KG
ÜZ 4 Mann á 6 Std
Datum 1.09.06
Aufstellung
[14 Positionen]
Summe kg: 1970.7
Aufstellung
[15 Positionen]
Summe kg: 1433.8
Der (undatierte) Regie-/Arbeitsbericht 11611 Bauservice F... Baustelle: Hainburg Römergasse
|
Pl. Nr.
|
Bezeichnung
|
|
|
Pl Nr.
|
-1244... Haus 2 D. UB
Erdgeschoss
|
|
|
37
|
Deckenbew. - Gesamt
|
kg
|
1970
|
Pl Nr.
|
-1244... HAus 1 D. ÜB Erdgeschoss
|
|
1533
|
|
|
Gesamt
|
3.503 kg
Der Arbeitsbericht 9599 Bauservice F... Baustelle: Universale ... Römergasse
|
Pl. Nr.
|
Bezeichnung
|
|
|
1244...
|
DÜ. KG OB
|
|
|
1244...
|
DÜ EG nur Säulen
|
|
|
1244...
|
Stiege KG-KG (1. Stiege)
|
|
|
|
28.08.06 4 Mann á 10 Std
|
|
40 Std
|
|
29 08 06 3 Mann á 10 Std
|
|
30 Std
|
|
|
Summe
|
70 Std
Datum 29 08 06
Die Rechnung, Rechnungsnr: 494/2006, vom 29. September 2006 hat folgenden Inhalt:
***D*** HANDELS GmbH
...
Bauvorhaben: ***
LZR: Sep.06
Betrifft:
|
Pos.
|
Betrifft
|
Menge
|
Einzelsumme
|
Gesamtsumme
|
1.
|
Stabsthal Verr. Lt. Plan
|
10.706,89 Kg.
|
0,232
|
€ 2.484,00
|
|
|
|
Gesamtsumme
|
€ 2.484,00
Zahlungsbedingungen: 8 Tage 6% Skonto
Die Rechnung wurde handschriftlich, anschließend an den o.a. Betrag von 2.484,00, ergänzt:
|
- Abzug lt. Beilage
|
-800,00
|
|
1.684,00
|
-11%
|
185,24
|
|
1.498,76
Die Unterlagen zu den weiteren Rechnungen vom 26. September 2006, Nr. 454/2006 und 483/2006 enthalten gleiche Angaben wie jene betreffend die Rechnung Nr. 414/2006.
Die Rechnung der Bf. an die Bauservice F., Rechnung Nr. 0904, vom 29. September 2006 enthält Folgendes (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a23):
BVH: ***
Für durchgeführte Arbeiten auf oben genannten Bauvorhaben verrechnen wird Ihnen wie folgt:
|
|
Gewicht kg
|
Preis/kg
|
Betrag €
|
Stabtahl Verr. Lt. Plan
|
11.489,36 kg *
|
x 0,235
|
2.700,00
|
|
|
|
2.700,00
* gegenüber der Menge der ***D*** - Rechnung (10.706,89 Kg.) um 782,47 kg höher
Die Beilage zur Re.Nr.: 0904 vom 29. September 2006 mit der FAX-Kennung: 12-Okt-2006 12:51 Bauservice F... GmbH enthält Folgendes (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a23):
BVH EVN T...
Abzug für in Re. 812 verrechnete, jedoch nicht erbrachte Leistung Summe € 800,00
Die Rechnung wurde handschriftlich, anschließend an den o.a. Betrag von 2.700,00, ergänzt:
|
Abzug Lt. Beilage
|
-800,00
|
|
1.900,00
Die weiteren Korrekturen wurden wie folgt vorgenommen:
|
Rechnungsnr.
|
Menge
|
Gesamtsumme
|
498
|
statt 4.487: 4390 kg
|
statt 852,53: 834,10 €
|
499
|
statt 457: 18,70 kg
|
statt 75,40: 31,14 €
|
500
|
statt 220: 107,00 kg
|
statt 36,30: 17,66 €
Am 16. Oktober 2006 fertigte die Bf. folgende Rechnungsberichtigung aus (Schreiben vom 7. Februar 2018, Beilage a23):
Firma ***D*** Handels GmbH
Ratschkygasse ...
Rechnungsberichtigung
Wir haben folgende Rechnungskorrekturen vorgenommen:
Rechnung Nr.: 494 vom 29.09.2006 von € 2.484,00 auf € 1.684,00
Rechnung Nr.: 498 vom 29.09.2006 von € 880,91 auf € 862,48
Rechnung Nr.: 499 vom 29.09.2006 von € 2.189,40 auf € 2.057,64
Rechnung Nr.: 500 vom 29.09.2006 von € 4.524,57 auf € 4.505,93
Diese Unterlagen lassen erkennen, a) dass Arbeiten (für die Bauservice F.) verrichtet wurden, nicht jedoch, von wem die Arbeiten verrichtet wurden und b) dass Rechnungen erstellt wurden bzw. seitens der Bauservice F. veranlasste Rechnungskorrekturen erfolgten.
Am 21. Juni 2006 fertigte die Bf. folgende Telefax-Nachricht an (Schreiben vom 7. Februar 2006, Beilage a25):
Senden an: ***D*** Handels GmbH Von: B... [Name des Geschäftsführers der Bf.)
1) Für Morgen 22.06.2006 ist eine Decke von 5 Tonnen zu machen. Fa. Universale
In Verbindung mit Polier ***Hr. Friedl setzen. Tel.: 0664 ...
Draht mitnehmen
2) 1170 Wien Tonne Fertigteile
3) 1220 Wien
Wurden die Eisenbieger lediglich pro forma bei der ***D*** angemeldet und von der Bf. entlohnt, wurde diese Unterlage aus demselben Grund wie das Anbotschreiben (dazu vgl. oben), die Auftragsbestätigungen und der Bauvertrag angefertigt.
Die mit Bauservice überschriebene (mit Schreiben vom 7. Februar 2018 vorgelegte) Aufstellung beinhaltet folgende Angaben (Beilage a26):
|
Nr.
|
Datum
|
Name
|
Brutto
|
453
|
26.09.2006
|
***D*** Handels GmbH
|
1.449,00
|
454
|
26.09.2006
|
***D*** Handels GmbH
|
2.143,00
|
...
|
|
|
|
484
|
26.09.2006
|
***D*** Handels GmbH
|
828,00
|
|
|
|
121.121,28
|
|
|
- 11 % Skonto
|
13.323,34
|
|
|
|
107.797,94
|
|
|
-GGR
|
1.392,00
|
|
|
|
106.405,94
|
|
|
- A conto
|
35.000,00
|
|
|
|
71.405,94
Betreffend diese Aufstellung wurde vorgebracht:
"Die beiliegende Unterlage mit dem zeichnenden Titel 'Bauservice' indiziert, dass '***D*** ' auch für F... tätig gewesen sein könnte".
Betreffend die vorgelegte Unterlage ist festzuhalten:
Es ist nicht einmal zu erkennen, wer die Unterlage wann und betreffend welche Vorgänge bzw. zu welchem Zweck angefertigt hat.
Es wurde nicht einmal dargetan und nachgewiesen, wie die Unterlage in den Bereich (Besitz) der Bf. gelangt ist.
Wurde gemäß den obigen Ausführungen unter Pkt. 13. nur etwas mehr als ein Drittel der im September 2006 bei der ***D*** gemeldet gewesenen Arbeiter/Eisenbieger von der Bf. entlohnt, waren rd. 80 Arbeiter von der ***D*** oder von (einem) von der Bf. verschiedenen Zumelder(n) zu entlohnen und dementsprechend von der ***D*** oder dritter Seite von (einem) von der Bf. verschiedenen Zumelder(n) zu beschäftigen.
Dass es sich auch bei diesen rd. 80 Arbeitern oder einem Teil dieser Arbeiter um bloß zugemeldete Dienstnehmer dritter Firmen handelte, ist in dieser Entscheidung, da erwiesen ist, dass die ***D*** von der Bf. als Zumeldungsfirma benutzt wurde (vgl. unten), nicht nachzuweisen. Befindet sich die Firma F. - anders als die Bf. - nicht unter den 13 verschiedenen Rechnungsempfängern des Rechnungsausstellers *** ***S*** (vgl. die Ausführungen ab Seite 128, 2. Absatz des Schreibens vom 27. Juni 2017), kann nicht davon ausgegangen werden, bei der Bf. und der Firma F. seien gleiche Verhältnisse vorgelegen.
Dass bei der Bf. und der Firma F. tatsächlich nicht gleiche Verhältnisse vorlagen, zeigen die unten folgenden Ausführungen zur ***F*** und ***K*** .
Ermittlungen bei der Firma F., um diese je nach Ergebnis zugunsten oder zulasten der Bf. heranzuziehen, stehen in rechtlicher Hinsicht die abgabenrechtliche Geheimhaltungspflicht und weiters in tatsächlicher Hinsicht der Ablauf der Aufbewahrungspflicht entgegen.
Auf die unten folgenden Ausführungen betreffend die ***F*** und die ***K*** wird verwiesen.
Bei der ***D*** handelt es sich um die 4. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die obigen Feststellungen betreffend die davor und die danach eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Der bezogen auf den am 02. Juni 2006 angefertigten Bauvertrag 1 Tag (!) zurückliegend unterzeichnete Abtretungsvertrag (vom 01. Juni 2006) betreffend die (im November 2005 errichtete) ***D*** Handels GmbH um den Abtretungspreis in Höhe von € 2.000,00 weist diese als substanzlos aus (bezogen auf die erste Rechnungslegung lag dies rd. 3 Wochen zurück).
Bei der Einmann-GmbH (betreffend welche im Übrigen zwei Wochen vor dem Ende des in Rede stehenden Zeitraumes Hulio Ector Faltarani im Firmenbuch als neuer Alleingesellschafter und -geschäftsführer eingetragen wurde), bleibt im Dunkeln, wer den Bauvertrag, die Auftragsbestätigungen und den Kassa-Ausgang (mit keine Ähnlichkeit mit den identen Unterschriften laut Reisepass und Musterfirmazeichnungserklärung aufweisenden Unterschriften) unterfertigte (vgl. die diesbezüglichen Feststellungen betreffend die anderen GmbHs).
Ein derartiges Geschehen lässt im Übrigen - bekräftigt durch das Geschehen im Zusammenhang mit den zuvor und danach eingeschaltet gewesenen GmbHs - außerdem den Schluss zu, dass I.S. Uruchov und (in den letzten zwei Wochen) Hulio Ector Faltarani von (einer) im Dunkeln gebliebenen Person(en) als Strohmann eingesetzt worden sind, erfolgte doch die Eintragung als Alleingesellschafter und -geschäftsführer 1 Tag nach Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes. Ihre Funktion als Strohmann nahmen sie bei Unterfertigung des Abtretungsvertrages und der Musterfirmazeichnungserklärung wahr, die weiteren Unterschriftsleistungen betreffend das Anbotschreiben, den Bauvertrag, die Auftragsbestätigungen und das Schreiben betreffend Überweisung einer Akontozahlung nahmen sie nicht mehr vor.
Für den einvernommenen Eisenbieger Cakir M., bei der ***D*** bei der GKK vom 28. August bis 06. Oktober 2006 angemeldet, existierte für ihn erkennbar bei den GmbHs: ***D*** , ***E*** , ***F*** , ***G*** ***13***, ***H*** Bau und ***L*** - anders als bei der Bf., bei welcher er ebenfalls angemeldet war - kein ***D*** - Betrieb, in den er (und weitere Arbeiter) eingegliedert sein konnte(n). Auch die betreffend die ***D*** befragten Eisenbieger Coskuner N., Önsoy H., Omerovic E. und Sedic M. haben nie ein Büro der ***D*** gesehen bzw. von einem solchen Kenntnis erlangt.
Die mit "Monat: September 2006 ARBEITNEHMER" überschriebene Liste ("Auszahlungslisten") beinhaltet Namen mit Unterschriften und Namen ohne Unterschriften,
- von 46 Personen, die als Dienstnehmer bei der ***D*** GmbH (welche GmbH die in diesem Zeitraum eingeschaltete war) angemeldet waren und
- von 29 Personen, die als Dienstnehmer bei der Bf. angemeldet waren.
Die Auszahlungsliste beinhaltet alle als Dienstnehmer bei der Bf. angemeldeten Arbeiter laut Versicherungsdatenauszug (nicht die vier Angestellten), ausgenommen Kosuta V., der in der Auszahlungsliste: August 2006 mit einer Stundenanzahl von 35,5 Stunden ausgewiesen ist, ab 20. September 2006 Bezüge der GKK erhielt und auch vom 18. Oktober 2006 bis 29. März 2007 Krankengeld bezog (vgl. unten ***F*** , Pkt. 5.).
Auf diesen Umstand der in einer (1) Auszahlungsliste beinhalteten Dienstnehmer, ein Teil angemeldet bei der ***D*** , ein Teil bei der Bf. (der in gleicher Weise betreffend die Monat: Oktober-Auszahlungsliste getroffen wurde) gründet sich die Folgerung der Prüferin, wonach aus den vom Anzeiger vorgelegten Auszahlungslisten der Bf. "nachvollziehbar ist, dass offensichtlich Arbeiter entlohnt wurden, die offiziell bei div. Fremdleistern angemeldet waren".
Die Eintragungen in die Liste weisen - wie der Vergleich mit den Anmeldungen laut Versicherungsdatenauszug bzw. Abgabeninformationssystemabfrage zeigt - ausschließlich Namen solcher Personen aus, die im betreffenden Monat entweder bei der ***D*** GmbH oder bei der Bf. angemeldet waren. Betreffend niedrige STD (Stunden)- Angaben zeigt der (beispielhaft angeführte) Vergleich, dass betreffend diese Personen für Teile des Monats AMS-Meldungen/Bezüge oder keine Anmeldungen gegeben waren:
|
Name
|
STD
|
Meldungen / Bezüge
| |
165,5
|
***D*** : 05.09.2006-06.10.2006
| |
50,5
|
Bf.: 07.06.2006-15.09.2006
AMS: 21.09.2006-31.12.2006
| |
73
|
AMS: 07.06.2006-15.09.2006
Bf.: 11.09.2006-20.09.2006
AMS: 25.09.2006-08.10.2006
| |
100
|
Bf.: 21.08.-14.09.2006
| |
92
|
***D*** : 06.09.2006-14.09.2006
| |
113
|
V... GmbH: 12.06.2006-08.09.2006
***D*** : 12.09.2006-06.10.2006
| |
94
|
Bf.: 21.08.2006-14.09.2006
| |
59
|
Bf.: 15.05.2006-14.09.2006
| |
77
|
Bf.: 15.05.2006-14.09.2006
| |
68
|
V... : 19.06.2006-08.09.2006
***D*** : 18.09.2006-06.10.2006
Die mit den nicht den gesamten Monat umfassenden Anmeldungszeiträumen korrespondierenden Stunden bestätigen die inhaltliche Richtigkeit der Liste.
Die einvernommenen und betreffend die Auszahlungslisten befragten Eisenbieger bestätigten, dass die Unterschriften auf den Auszahlungslisten ihre bzw. die Unterschrift des Vorarbeiters sind; einer sagte aus, dass nur die Unterschrift auf der Liste "Monat: Dezember 2006 ARBEITNEHMER" - STD UKU 145 seine ist und er jetzt nicht sagen kann, wer unterschrieben hat. Nach Vorhalt, dass die Unterschrift mit jener von ***30*** eine Ähnlichkeit aufweist, gab er an, dass es sich bei ***30*** um seinen Schwiegervater handelt.
Die unter ***B*** , Pkt. 12., angeführten, u.a. bei der ***B*** und bei der ***D*** bei der GKK angemeldet gewesenen Eisenbieger: […], die nie ein Büro der ***B*** Personalbereitstellungs- und Handels GmbH. und bei der ***D*** gesehen bzw. von einem solchen Kenntnis erlangt usw., und die oben unter Pkt. 12. angeführten u.a. bei der ***D*** bei der GKK angemeldet gewesenen Eisenbieger: […], sind allesamt bei Anmeldung bei der ***D*** bei der GKK in der Lohnliste der Bf. ausgewiesen.
Diese Umstände erweisen das seitens der Bf. erstattete Vorbringen, der Bezug der Listen zur Bf. liege völlig im Dunkeln, ja stehe nicht einmal fest, ob die dort genannten Beträge überhaupt ausbezahlt worden sind, als nicht stichhältig.
Beträgt betreffend die im September 2006 bei der ***D*** angemeldet gewesenen Personen die Summe der Stunden (Monat-Summe der STD UKU) 6.931,5 und belaufen sich die von der Bf. verbuchten ***D*** - Rechnungen, Leistungszeitraum: September 2006 auf € 219.522,76, errechnet sich (hinsichtlich der mit den Deckungsrechnungen im Betrag von € 219.522,76 'gedeckten' Eisenbiegearbeiten, die von Eisenbiegern, die in Wahrheit Dienstnehmer der Bf. waren, in 6.931,5 Std. verrichtet wurden) ein Stundenlohn von (€ 219.522,76 : 6.931,5 Std =) € 31,67.
Die Anzahl der bei der GKK bei der ***D*** angemeldeten Dienstnehmer betrug, wie oben bereits angeführt, im September 2006 131, die Auszahlungsliste dieses Zeitraumes umfasste neben 29 bei der Bf. angemeldet gewesenen Arbeitern (nur) 46 - etwas mehr als ein Drittel - der bei der ***D*** angemeldeten Dienstnehmer.
Befanden sich (nur) etwas mehr als ein Drittel der bei der ***D*** angemeldeten Dienstnehmer auf der Lohnliste der Bf., folgt daraus, dass etwas mehr als ein Drittel der bei der ***D*** angemeldeten Dienstnehmer von der Bf. und knapp zwei Drittel der bei der ***D*** angemeldeten Dienstnehmer nicht von der Bf., sondern von anderer Seite entlohnt wurden.
Mit diesem Umstand stimmen überein
- seitens 6 anderer GmbHs an die ***D*** erfolgte Überweisungen laut obigem Pkt. 14.,
- die Einrichtung eines Bankkontos laut obigem Pkt. 15. und
- die Umstände, die sich aus den von der Bf. vorgelegten Unterlagen (vgl. oben) ergeben.
Weist die Unterschrift der Fertigung des Bauvertrages seitens der ***D*** GmbH keine Ähnlichkeit mit den beiden identen Unterschriften laut Reisepass und laut Musterfirmazeichnungserklärung auf und die Unterschrift der Fertigung dieser Auftragsbestätigung seitens der ***D*** GmbH keine Ähnlichkeit mit den beiden identen Unterschriften laut Reisepass und laut Musterfirmazeichnungserklärung und keine Ähnlichkeit mit einer der Unterschriften auf den vorangegangenen Auftragsbestätigungen vom 02. Juni 2006, stehen diese Umstände der seitens der Bf. ins Treffen geführten Argumentation entgegen, wonach die Übermittlung des Vertrages 'mit Sub Unternehmer Fa. ***D*** GmbH', des Bauvertrages, und der Auftragsbestätigung eine klare Sprache sprechen, gegenüber.
Bezogen auf die GKK-Anmeldung bei der 4. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesenen GmbH handelt es sich betreffend
- ***26*** im etwas mehr als 10 1/2 Monate umfassenden Zeitraum ab Anfang September 2005 bei der ***D*** - Anmeldung um die 6. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 5 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** ]
-- 25. Juli 2006: ***D***
- ***27*** im 11 1/2 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***D*** - Anmeldung um die 6. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 4 Anmeldungen ab Anfang September 2005: vgl. oben ***C*** ]
-- 19. Juni 2006: Bf.
-- 05. September 2006: ***D***
- ***29*** im 9 Monate umfassenden Zeitraum ab 19. September 2005 bei der ***D*** - Anmeldung um die 4. Anmeldung bei den ersten 4 der eingeschaltet gewesenen Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 3 Anmeldungen ab 19. September 2005: vgl. oben ***C*** ]
-- 19. Juni 2006: ***D***
- Özdemir N. im 11 1/2 Monate umfassenden Zeitraum ab 12. September 2005 bei der ***D*** - Anmeldung um die 4. Anmeldung bei der Bf. und bei Sozialbetrugsfirmen bei der GKK:
[die 3 Anmeldungen ab 12. September 2005: vgl. oben ***C*** ]
-- 21. August 2006: ***D***
Die mit den Deckungsrechnungen gedeckten Eisenbiegearbeiten wurden von Eisenbiegern, die in Wahrheit Dienstnehmer der Bf. waren, von der Bf. entlohnt wurden und nur pro forma bei den eingeschaltet gewesenen GmbH angemeldet waren, wie ***26***, ***27***, ***29*** und Özdemir N., verrichtet.
Das oben unter ***C*** erwogene synchrone Ablaufen des (GmbH)Einschaltens und der (GKK)Anmeldungen wird neben den oben angeführten Beispielen auch dadurch unter Beweis gestellt, dass von zwei Ausnahmen abgesehen vom 30. Mai bis Juli 2006 alle 20 Eisenbieger laut der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen, die zuvor bei der GKK als Dienstnehmer der ***C*** angemeldet waren, bei der GKK als Dienstnehmer der ***D*** angemeldet wurden; einzelne Eisenbieger wurden vor der Anmeldung bei der GKK als Dienstnehmer der ***D*** bei der GKK als Dienstnehmer der Bf. gemeldet (vgl. den obigen Pkt. 8.).
Die ***D*** Handels GmbH hat die in den ***D*** HANDELS GmbH- Rechnungen aufscheinenden Leistungen nicht erbracht.
Die ***D*** (mit den (für die Prüferin nicht greifbaren) Ausländern, I.S. Uruchov und (in den letzten zwei Wochen) Hulio Ector Faltarani, die im Firmenbuch als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der substanzlosen Einmann-GmbH mit dem explosionsartigen Anstieg der Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK eingetragen waren, von denen jedoch - wie beim Unterschriftenvergleich augenfällig zu sehen ist - weder der Bauvertrag noch die Auftragsbestätigungen noch der Kassa-Ausgang (Empfangsbestätigung betreffend Barbetrag) unterfertigt wurde, wurde von der Bf. als Zumeldungsfirma benutzt (im für den September 2006 nachgewiesenen Ausmaß für 46 Dienstnehmer).
5. ***E*** Handels GmbH
erste Eingangsrechnung: 23. Oktober 2006, letzte Eingangsrechnung: 20. November 2006
1.
Als Alleingesellschafter und -geschäftsführer der rd. drei Monate zuvor errichteten ***E*** Handels GmbH wurde im Firmenbuch ein Ausländer, ein Slowake, ***23***, auf Grund eines 6 Tage nach erstmaliger Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes unterzeichneten Abtretungsvertrages vom 20. September 2006 eingetragen.
Die ***E*** hatte im Zeitpunkt der Eintragung des ***23*** abgesehen vom mit 20 Wochenstunden angemeldeten gewerberechtlichen Geschäftsführer 1 weiteren Dienstnehmer (Arbeiter) angemeldet: ab 10. August 2006 den gewerberechtlichen Geschäftsführer, ab 14. August 2006 einen ersten Arbeiter (Mujic Hamdija).
2.
Am 25. September 2006 wurden 6 weitere Arbeiter angemeldet.
Einen Tag danach bzw. 6 Tage nach der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages wurde das oben betreffend die ***D*** erörterte Anbot vom 26. September 2006 erstellt.
Am 08. Oktober 2006 waren bei der ***E*** 12 Dienstnehmer angemeldet,
am 09. Oktober 2006 55 Dienstnehmer, am 30. November 2006 77 Dienstnehmer und am 02. Dezember 2006 37 Dienstnehmer (am 01. Dezember 2006 wurde eine Reihe der Dienstnehmer der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 abgemeldet)(Sozialversicherungsabfrage).
Das Abgabenkonto der ***E*** weist vom 13. Oktober 2006 bis 22. Februar 2007 folgende Buchungen aus (Abgabeninformationssystemabfrage):
|
Buch.Tag
|
AA
|
Zeitr.
|
FT/ET
|
Betrag
|
13.10.06
|
L
|
09/06
|
16.10.06
|
246,52
|
31.10.06
|
|
|
25.10.06
|
-1.250,00
|
|
K
|
10-12/06
|
15.11.06
|
1.250,00
|
23.11.06
|
|
|
06.11.06
|
-8.696,64
|
|
L
|
10/06
|
15.11.06
|
8.696,64
|
|
DB
|
10/06
|
|
0,00
|
|
DZ
|
10/06
|
|
0,00
|
22.02.07
|
U
|
06-12/06
|
15.02.07
|
10.000,00
|
|
K
|
01-03/07
|
15.02.07
|
312,00
Anlässlich einer Lohnsteuerprüfung im Mai 2007 wurden die Lohnabgaben an Hand des Breitbandausdruckes der WGKK ermittelt und errechnete sich für 2006 folgende Abfuhrdifferenz:
2006: € 21.818,57 L
2006: € 14.888,35 DB
2006: € 1.323,42 DZ
Summe: € 38.030,34
3.
Der gewerberechtliche Geschäftsführer der ***E*** - er war dies auch bei der ***G*** (vgl. unten), befragt zu einer Reihe von Fragen, konnte sich an beide GmbHs nicht mehr erinnern und keine Auskunft geben.
4.
9 Tage nach der Unterzeichnung des Abtretungsvertrages wurde am 29. September 2006 ein Bauvertrag angefertigt und datieren die ersten 28 Eingangsrechnungen vom 23. Oktober 2006 mit einem Betrag von insgesamt € 123.246,45.
5.
Alle 18 Eisenbieger laut der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen, die 3 Tage zuvor bei der GKK als Dienstnehmer der ***D*** abgemeldet worden sind, wurden am 09. Oktober 2006 bei der GKK als Dienstnehmer der ***E*** angemeldet, ein (1) bereits am 22. September 2006 abgemeldeter am 25. September 2006 bei der ***E*** angemeldet.
Obwohl die Eisenbieger laut der beiliegenden Aufstellung GKK-Anmeldungen erst am 09. Oktober 2006 oder danach bei der GKK als Dienstnehmer der ***E*** angemeldet wurden, war bereits 10 Tage zuvor - am 29. September 2006 - der ***E*** -Bauvertrag angefertigt worden.
6.
Betreffend die Angaben der einvernommenen Eisenbieger ***19*** E. und ***20*** J. und Cakir M., bei der ***E*** bei der GKK jeweils vom 09. Oktober bis 01. Dezember 2006 angemeldet (und allesamt davor und danach bei weiteren eingeschaltet gewesenen GmbHs), wird auf die obigen Ausführungen unter ***B*** , ***C*** bzw. ***D*** verwiesen.
Ein Eisenbieger (Akyeloglu C.) - er war bei der Sozialversicherung angemeldet bei der
***E*** : 0211-3011 2006
T.: 0305-1905 2007
AMS: 2205-1807 2007
***H*** : 2808-1809 2007
***H*** : 1510-2012 2007
Bf.: 0901-1801 2008
***I*** : 2101-1403 2008
***J*** : 1703-0108 2008
***K*** : 0408-1411 2008
***L*** : 1711-1712 2008
***L*** : 0701-2702 2009
Bf: 0203-2606 2009
sagte aus, dass er den Chef der Bf. kennen gelernt hat und vermochte dessen Namen zu nennen. Die Geschäftsführer der anderen o.a. GmbHs hat er nicht kennen gelernt bzw. gab er an, sich nicht zu erinnern. Bei der Bf. und der T. war der Zeuge im Büro, jedoch bei keiner der anderen GmbHs.
Betreffend die Frage, ob mit den Wechseln der Sozialversicherungsanmeldungen ein Wechsel der Baustellen, auf welchen er gearbeitet hatte, verbunden war - mit anderen Worten: ob er bei den Wechseln der Sozialversicherungsanmeldungen von der jeweiligen Baustelle abgezogen wurde - sagte der Zeuge aus:
"Ich habe auch bei der neuen Firma auf der selben Baustelle weitergearbeitet.
Bei einem solchen Wechsel blieb während derselben Baustelle auch mein Vorarbeiter derselbe, ich schätze, das war in 70 bis 80% der Fälle so. Die jeweiligen Papiere wurden mir vom Vorarbeiter übergeben."
7.
Die fünf Unterschriften der (fünf) Auftragsbestätigungen sind gänzlich unlesbar und weisen alle keine Ähnlichkeit mit der gänzlich als ***23*** lesbaren Unterschrift laut Musterfirmazeichnungserklärung (und der knapp 3 Jahre davor abgegebenen nur als K... lesbaren Unterschrift laut Reisepass) auf.
Die unlesbare Unterschrift der Fertigung des Schreibens (seitens der ***E*** Handels GmbH) vom 20. November 2006 weist keine Ähnlichkeit mit der Unterschrift laut Musterfirmazeichnungserklärung (und der Jahre zurückliegend abgegebenen Unterschrift laut Reisepass) auf und keine Ähnlichkeit mit einer der Unterschriften auf den fünf Auftragsbestätigungen auf.
Die Unterschrift der Fertigung des Schreibens (seitens der ***E*** Handels GmbH) vom 20. November 2006 weist mit der Unterschrift auf der Auftragsbestätigung der ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006 betreffend den Schriftzug (wie ein "l" mit Schlinge, usw.) und der Auftragsbestätigung ***D*** Handels GmbH vom 12.06.2006 eine Ähnlichkeit in einem solchen Ausmaß auf, welches darauf hinweist, dass diese drei Unterschriften (dieses Schreiben, Auftragsbestätigung ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006, Auftragsbestätigung ***D*** Handels GmbH vom 12.06.2006) von derselben Person geleistet worden sind.
Die unlesbare Unterschrift/Paraphe auf dem Bauvertrag weist keine Ähnlichkeit mit der gänzlich lesbaren Unterschrift laut Musterfirmazeichnungserklärung auf.
8.
Die Unterschrift der Fertigung des Schreibens (seitens der ***E*** Handels GmbH) vom 20. November 2006 weist mit der Unterschrift auf der Auftragsbestätigung der ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006 betreffend den Schriftzug (wie ein "l" mit Schlinge, usw.) und der Auftragsbestätigung ***D*** Handels GmbH vom 12.06.2006 eine Ähnlichkeit in einem solchen Ausmaß auf, welches darauf hinweist, dass diese drei Unterschriften (dieses Schreiben, Auftragsbestätigung ***C*** Handels GmbH vom 10. April 2006, Auftragsbestätigung ***D*** Handels GmbH vom 12.06.2006) von derselben Person geleistet worden sind.
9.
Die ***E*** - Rechnung Rechnungsnummer: 0120, vom 20. November 2006, beinhaltet drei Merkmale, die auch die ***D*** -Rechnung, Rechnungsnr: 509/2006, beinhaltet: Stabsthal, die Punktsetzung nach der Gewichtsangabe "Kg." bzw. "kg." und am Rechnungsende die Zitierung "§ 19 Abs. 1A".
10.
Der Zeitraum zwischen der ersten und der letzten Eingangsrechnung beträgt ca. 1 Monat (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs).
11.
Der Konkurs wurde ca. drei Monate nach der letzten Eingangsrechnung eröffnet (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs), es kam zur Aufhebung des Konkurses mangels Kostendeckung und erfolgte die amtswegige Löschung wegen Vermögenslosigkeit.
12.
Der inländische ***23***- Wohnsitz wurde am Tag der Konkurseröffnung abgemeldet.
Ein weiterer inländischer Wohnsitz wurde in der Folge nicht angemeldet (vgl. die diesbezüglichen Zeiträume betreffend die anderen GmbHs).
Aus den seitens der Bf. vorgelegten Unterlagen bzw. erhobenen Einwendungen ergibt sich Folgendes:
Am 12. Oktober 2006 richtete die Wiener GKK eine Unbedenklichkeitsbescheinigung an die ***E*** Handels GmbH:
Die Wiener GKK bestätigt, dass der im Betreff genannte Dienstgeber der Verpflichtung zur Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge ... nachgekommen ist. Es bestehen keine Beitragsrückstände.
Am 12. Oktober 2006 stellte das Finanzamt Wien 4/5/10 folgende Bescheinigung an die ***E*** Handels GmbH aus:
Es wird bescheinigt, dass gegen ***E*** Handels GmbH, Anschrift ... gegenwärtig keine fälligen Abgabenforderungen bestehen.
Diese Bescheinigung dient zur Vorlage bei (unkenntlich)
Diese Bescheinigungen betrafen den Zeitraum vor der explosionsartigen Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK; die 18 Eisenbieger-Anmeldungen waren (erst) drei Tage davor - am 09. Oktober 2006 - vorgenommen worden.
Am 13. Oktober 2006 richtete die ARGE WP E... folgendes Telefax an die Bauservice F. (Schreiben vom 10.07.2018, Beilage a112):
Betreff: Unterweisung Arbeitnehmer
Am Donnerstag den 19.10.2006 findet in dem Besprechungszimmer der Bauleitung um 11:00 Uhr die Unterweisung der Arbeitnehmer statt. Dieser Termin ist Ihrerseits verbindlich einzuhalten und müssen alle auf der Baustelle beschäftigten Arbeiter daran teilnehmen. Die Unterweisung wird vom Baustellenkoordinator durchgeführt.
Wir benötigen für die Unterweisung bis Dienstag den 17.10.2006 eine Liste aller von Ihnen teilnehmenden Arbeiter welche den Namen und die SV-Nummer aufweist.
Am 16. Oktober 2006 wurde folgendes ***E*** - Telefax an die Bf. erstellt:
Betreff: BVH: Arge WP E... Unterweisung Arbeitnehmer
Betreffend BVH Arge WP E... übergeben wir Ihnen die Arbeitnehmerliste mit SV-Nummern.
[…]
Diesbezüglich wurde vorgebracht:
Die beim BVH E... straße eingesetzten Mitarbeiter dieses Fremdleisters (***E*** ) mussten am 19.10.2006 an einer 'Unterweisung' verpflichtend teilnehmen. Das BFG wird noch Rechenschaft darüber ablegen müssen, warum es sich dazu - wiederum einseitig parteilich zu Gunsten des Finanzamtes - vollends ausschweigt.
Die unlesbare Unterschrift auf dem Telefax weist keine Ähnlichkeit mit der gänzlich lesbaren Unterschrift laut Musterfirmazeichnungserklärung (und der Jahre zurückliegend abgegebenen Unterschrift laut Reisepass) auf.
Die Telefax-Nachricht weist von 8 Arbeitnehmern 7 Eisenbieger aus, die in den Anmeldungsketten der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 beinhaltet sind und wurden 6 dieser Eisenbieger 3 Tage vor ihrer Anmeldung bei der GKK als Dienstnehmer der ***E*** bei der ***D*** abgemeldet sowie einen weiteren Dienstnehmer, Djokic S.,
- mit einer Anmeldungskette:
***C*** : 03.04.2006 bis 09.06.2006
***D*** : 12.06.2006 bis 31.08.2006
***E*** : 16.10.2006 bis 30.11.2006 und
- war er auf der Lohnauszahlungsliste September 2006 der Bf. mit 16 Stunden erfasst (vgl. oben ***D*** ).
Die gleichen Umstände waren bei jenen GmbHs, betreffend die Unterlagen mit Namensnennungen vorgelegt wurden, der ***F*** , ***H*** , ***I*** , ***J*** und ***L*** , gegeben. Auf die diesbezüglichen Ausführungen unter ***F*** , ***H*** usw. wird verwiesen.
Betreffend ***19*** E. wird auf die obigen Ausführungen unter ***B*** , Pkt. 12., betreffend ***31*** M. unter ***D*** , Pkt. 12. und 13.,
betreffend Cakir M. unter ***D*** , Pkt. 12. und 13.,
betreffend ***20*** J. unter ***C*** Pkt. 10. und
betreffend ***30*** unter ***D*** , Pkt. 12. verwiesen.
Am 24. Oktober 2006 richtete die Fa. ***6*** folgendes Telefax an die Bauservice (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./q):
Betreff: ARGE WP ***
Sehr geehrte Damen und Herren!
Bei der heutigen Begehung mit unserer Sicherheitsfachkraft mussten wir leider zum wiederholten Male feststellen, dass Ihr Personal die Helmtragepflicht auf der Baustelle nicht einhält.
Diesbezüglich fand auch am 19.10.2006 eine Unterweisung aller Arbeiter auf der Baustelle durch den Baustellenkoordinator Hr. Bmstr. statt.
Wir fordern Sie auf Ihr Personal dahingehend nochmals zu unterweisen, dass die persönliche Schutzausrüstung unbedingt zu tragen ist. Sollten Sie unserer Aufforderung nicht nachkommen, werden wir die betreffenden Personen der Baustelle verweisen.
Am 25. Oktober 2006 richtete die Bauservice F. folgendes Telefax an Hr. B. (Geschäftsführer der Bf.) (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./r):
Helmtragepflicht
Sehr geehrter Herr B... (Geschäftsführer der Bf.)!
Anbei sende ich Ihnen ein Schreiben der ARGE UTH/***6*** vom 24.10.2006 die Baustelle WP *** betreffend.
Wie Sie daraus entnehmen können, wurden abermals Ihrer Arbeiter ohne Schutzhelm angetroffen.
Bitte um nochmalige und sofortige Unterweisung Ihrer Arbeiter was das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung betrifft.
Sollten uns aus diesem Titel Kosten entstehen, sehen wir uns gezwungen, diese und sämtliche daraus resultierenden Folgekosten an Sie weiterzuleiten.
Wir erbitten eine rasche Abhandlung.
Am 30. Oktober 2006 wurde von der Bf. folgende Telefax-Nachricht angefertigt (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./s):
Senden an ***E*** Handels GmbH Von: B... (Nachname des Geschäftsführers der Bf.)
Betreff: WP ***/Helmtragepflicht
Sehr geehrte Damen und Herren!
Anbei übersenden wir Ihnen ein Schreiben der ARGE UTH/***6*** vom 24.10.2006 die Baustelle WP *** betreffend.
Wie Sie daraus entnehmen können wurden abermals Ihrer Arbeiter ohne Schutzhelm angetroffen.
Bitte um nochmalige und sofortige Unterweisung Ihrer Arbeiter was das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung betrifft.
Sollten uns aus diesem Titel Kosten entstehen, sehen wir uns gezwungen, diese und sämtliche daraus resultierenden Folgekosten an Sie weiterzuleiten.
Wir erbitten eine rasche Abhandlung.
Am 06. November 2006 wurde von der Bf. folgende Telefax-Nachricht angefertigt (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./p):
Senden an ***E*** Handels GmbH Von: B... (Nachname des Geschäftsführers der Bf.)
Betreff: div. Bauvorhaben
Wir geben Ihnen folgende Bauvorhaben bekannt, die Sie angefangen haben:
1030 Wien, Sch...gasse - Fa. ***6*** Verlegegewicht: 13 Tonnen
1110 Wien, Tr...strasse - Fa. ***6*** Verlegegewicht: 28 Tonnen
1150 Wien, Br...gasse - Fa. ***6*** Verlegegewicht: 30 Tonnen
Preise: Laut Vertrag
Wurden die Eisenbieger lediglich pro forma bei der ***E*** angemeldet und von der Bf. entlohnt (vgl. die unten folgenden Erwägungen), wurden diese Unterlagen aus demselben Grund wie das Anbotschreiben (dazu vgl. oben), die Auftragsbestätigungen und der Bauvertrag angefertigt.
Am 24. November 2006 übermittelte das Finanzamt Wien 4/5/10, Team SEG, folgendes FAX an die Bf.: Bescheid - Pfändung einer Geldforderung (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./n):
Finanzamt Wien ...
[darunter der handschriftliche Vermerk:] Original per Post !
Firma
(Name und Anschrift der Bf.)
Bescheid - Pfändung einer Geldforderung
Firma ***E*** Handels GmbH (Anschrift) schuldet Abgaben einschließlich Nebengebühren in Höhe von 17.726,42 €.
Wegen dieses Gesamtbetrages werden die aus nachstehend angeführten Rechtsverhältnissen dem Abgabenschuldner angeblich gegen Sie zustehenden Forderungen in unbekannter Höhe gepfändet.
Betreffend diesen Bescheid wurde vorgebracht:
Der Bescheid - Pfändung einer Geldforderung vom 16.11.2006 beweist schlüssig, dass ***E*** gegen die Bf. eine Leistungsforderung gehabt hat, auf die das Finanzamt zur Durchsetzung eigener Ansprüche zugegriffen hat.
Vorweg wird auf die obigen Ausführungen betreffend die Pfändung einer Geldforderung bezüglich der ***D*** verwiesen: Auf Grund der Vorgänge bei der ***D*** konnte keine Rede davon sein, dass der Bescheid - Pfändung einer Geldforderung ein operatives Tun von ***D*** für die Bf. indiziert.
Der Bescheid wurde mittels FAX am 24. November 2006, 08:35 Uhr, von der Finanzverwaltung an die Bf. übermittelt.
Auf dem Bescheid wurde oberhalb des Empfängers vermerkt: Original per Post!
Wann das Original per Post bei der Bf. einlangte, ist nicht aktenkundig.
Aktenkundig ist hingegen:
Am 01. Dezember 2006, 08:48 Uhr, wurde eine Inlandsüberweisung, Eilauftrag vorgenommen:
Institut Bank Austria Creditanstalt
Auftraggeberdaten
Kontonummer 08...
Name (Bf.)
Empfänger
Name ***E*** Handels GmbH
Kontonummer 000921... Bankleitzahl ...
Verwendungszweck Restbetrag 11/06 Re.Nr.: 0120-0140 vom 20.11.2006
Überweisungsdaten
Betrag 41.871,83 EUR
Diese Überweisung scheint auf dem Lieferantenkonto ***E*** Hdls GmbH (Konto 33010) aus ACL-Daten 2006 auf:
|
Datum
|
Konto
|
GKonto
|
BK
|
Soll
|
Haben
|
...
|
|
|
|
|
|
20.11.2006
|
33010
|
5800
|
DV 186
|
0,00
|
3.150,32
|
21.11.2006
|
33010
|
2841
|
CA 169
|
50.000,00
|
0,00
|
01.12.2006
|
33010
|
2841
|
CA 174
|
41.871,83
|
0,00
|
[Saldo]
|
|
|
|
215.118,28
|
215.118,28
Am Tag der Überweisung wurden, abgesehen von einem Dienstnehmer, die/alle oben unter Pkt. 5. angeführten Dienstnehmer, die nicht am Vortag oder bspw. Mitte November 2006 abgemeldet worden sind, bei der ***E*** bei der GKK abgemeldet (und bezogen von den Dienstnehmern laut der Aufstellung GKK-Anmeldungen 2006 bis 2009 eine Reihe dieser Dienstnehmer Arbeitslosenbezüge bzw. wurde bei der ***F*** bei der GKK angemeldet (vgl. unten ***F*** ).
Wie die am 01. Dezember 2006 vorgenommene Überweisung auf das ***E*** -Bankkonto (und die o.a. Buchungen auf dem ***E*** - Finanzamtskonto zeigen), hatte der Bescheid - Pfändung einer Geldforderung keine Wirkung entfaltet. Dieser Umstand ist jedoch nicht der wesentliche Punkt, dieser ist vielmehr folgender:
Hatte das Finanzamt bei Erlassen des Pfändungsbescheides keine Kenntnis darüber, dass die ***E*** von der Bf. als Zumeldungsfirma benutzt worden ist, ging das Finanzamt von der in Wahrheit nicht zutreffenden Voraussetzung aus, dass die ***E*** gegen die Bf. eine Leistungsforderung hat.
Am 31. Oktober, 03. November 2006 usw. wurden Regie-/Arbeitsberichte Bauservice F. erstellt (Schreiben vom 22. Jänner 2018, Beilage t, u):
[wie die obigen Aufstellungen betreffend die ***A*** mit gleichen Inhalten]
Diese Unterlagen lassen erkennen, a) dass Arbeiten (für die Bauservice F.) verrichtet wurden, nicht jedoch, von wem die Arbeiten verrichtet wurden und b) dass Rechnungen erstellt wurden.
Das Schreiben vom 20. November 2006 hat folgenden Inhalt:
***E*** Handels GmbH
Tel.: ... Fax: ...
Arbeitergasse 18/7a A - 1050 Wien
Datum: 20. November 2006
Anzahl der Seiten: 1
Bemerkung: A-conto
Betreff: A-conto Zahlung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Wir Bitten Sie eine a conto Zahlung für LZR. Nov/2006
uns zu überweisen. Selbstverständlich sind wir für einen
Abzug von 8 % Skonto Einferschtanden.
Wir danken Ihnen da für im Voraus.
Hochachtungsvoll
[Stampiglie und Unterschrift]
Beim 20. November 2006 handelt es sich um den Tag der letzten (Bf.)Eingangsrechnung.
Die Drittschuldnererklärung vom 14. Dezember 2006 weist Folgendes aus (Schreiben vom 17. Jänner 2018, Beilage ./o):
Exekutionssache
Betreibende Partei Wiener GKK
Verpflichtete Partei ***E*** Handels GmbH
Drittschuldnererklärung
Anerkennen Sie die Forderung des Verpflichteten gegen Sie, die gepfändet wurde, als begründet?
[blank] ja x nein
Hat der Verpflichtete an Sie Anspruch auf Zahlung von Geld?
[blank] ja x nein
Haben Sie selbst Gegenforderungen an den Verpflichteten?
x ja [blank] nein
Welche (Rechtsgrund)?
Schadenersatz wegen Vertragsbruchs Höhe der Gegenforderungen [blank]
Kosten
Für die Abgabe dieser Erklärung begehre ich Kosten von 25 Euro inklusive MWSt.
Für die ... GmbH (Bf.)
Die Erklärung des Inhaltes, dass die Verpflichtete an die Bf. nicht Anspruch auf Zahlung von Geld hat, ist zwei Wochen nach der am 01. Dezember 2006 vorgenommenen (oben erörterten) Inlandsüberweisung, Eilauftrag, gelegen.
Bei der ***E*** handelt es sich um die 5. im Prüfungszeitraum der Außenprüfung eingeschaltet gewesene GmbH und wird auf die Feststellungen betreffend die davor und die danach eingeschaltet gewesenen GmbHs verwiesen.
Die Umstände, die darauf schließen lassen, dass die ***E*** Handels GmbH die in den ***E*** Handels GmbH- Rechnungen aufscheinenden Leistungen von Anfang Oktober bis 20. November 2006 nicht erbracht hat, sind
dass die Unterzeichnung des Abtretungsvertrages (auf Grund dessen im Firmenbuch ein Ausländer als Alleingesellschafter und -geschäftsführer eingetragen wurde) 6 Tage vor der erstmaligen Anmeldung eines inländischen Wohnsitzes vorgenommen wurde,
dass die an den Ausländer abgetretene GmbH ein paar Monate vor der Abtretung errichtet worden war und bis zur Abtretung weitgehend inaktiv war - neben dem (mit 20 Wochenstunden angemeldeten) gewerberechtlichen Geschäftsführer 1 Arbeiter gemeldet hatte,
dass der Abtretungsvertrag bezogen auf den Bauvertrag und die Auftragsbestätigungen 9 Tage zurücklag,
dass es am 09. Oktober 2006 trotz der unter den Pkten. 1. und 3. angeführten Verhältnisse zu einem explosionsartigen Anstieg der Anmeldung von Dienstnehmern bei der GKK kam - binnen 1 Tag von 12 Dienstnehmern (die zwei Wochen davor angemeldet wurden) auf 55 Dienstnehmer und für dieses 1 Monat ein Bruchteil der Abgaben gemeldet und entrichtet wurde, wodurch die Aufdeckung der ***E*** als Sozialbetrugsfirma hinausgeschoben werden konnte,
Normen und Schlagworte
- § 184 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 47 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101430/2017
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2018:RV.7101430.2017
- Stammnummer
- 121985
- Gültig
- 15.11.2018 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF