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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7105311/2015

Lieferungen von Düngemitteln an österreichische Landwirte durch eine (österreichische) G.m.b.H. oder eine (polnische) sp. z o.o.?

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7105311/2015vom 03.10.2019Teil 9 von 12
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Dipl.-Ing. Harald ***[187]***, NÖ Landes-Landwirtschaftskammer St. Pölten • Aktuelles aus der Sicht der BBK Dietmar ***[188]***, Obmann der BBK ***[189]*** • Was war 2017 am Kartoffelmarkt los??? Wie geht's mit Waldviertler Kartoffel weiter? ***[10]*** ***[11]***, Firma ***[1]*** • ***[190]*** Pflanzenstärkungsmittel Dipl.-Ing. ***[111]*** ***[47]*** Termin: [...] Wir ersuchen um zahlreiche Teilnahme! Mit freundlichen Grüßen Dr. ***[114]*** ***[184]*** und ***[10]*** ***[11]*** PS: Für Imbiss ist gesorgt! Einladung der ***[1]*** VertriebsgesmbH in ***[3]*** an ***[120]*** ***[79]*** vom 5. 9. 2018 zur "Herbstveranstaltung - Schwerpunkt Getreide" (Programm und Referenten ähnlich der "jährlichen Informationsveranstaltung", aber mit Schwerpunkt Getreide). Niederschrift ***[113]*** ***[51]*** vom 24. 10. 2018 (OZ 102) ***[113]*** ***[51]***, Pensionist, gab am 24. 10. 2018 vor dem Finanzamt Waldviertel als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 102): 1) Kennen Sie die ***[1]*** GmbH und die ***[8]*** ***[9]***? A: Ja, ich kenne beide Firmen. Von der Fa. ***[1]*** weiß ich nur, dass sie eine Niederlassung in ***[18]*** haben. 2) Wie bestanden die geschäftlichen Beziehungen zu diesen Firmen? A: Ich persönlich habe keine geschäftlichen Beziehungen, ich habe ab und zu von der Fa. ***[8_9]*** Werbematerial bekommen. Dieses Werbematerial habe ich manchmal an andere Landwirte weitergegeben. 3) Wie sind Sie zur Firma ***[8_9]*** gekommen? A: Ich habe wie bereits erwähnt, von der Fa. ***[8_9]*** Werbematerial bekommen. Wie diese Firma zu meinen Kontaktdaten gekommen ist, weiß ich nicht. 4) Sie wurden vom Beschwerdeführer als Leiter der Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** genannt. Wie sind Sie zu dieser Funktion gekommen? A: Ich habe mich mit einigen Bauern ab und zu getroffen und dabei haben wir auch über die Einkaufsmöglichkeiten in Polen gesprochen. Ich hatte keinerlei Leitungsfunktion und habe auch kein Geld diesbezüglich erhalten. Befragt ob es eine Mitgliederliste gegeben hat, verneine ich dies, da die Bestellungen rein zufällig zustande gekommen sind. 5) Haben Sie Bestellungen gesammelt und an die Fa. ***[8_9]*** übermittelt? A: Nein, jeder Landwirt war für seine Bestellung selbst verantwortlich. Ich persönlich habe nie Düngemittel bestellt, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits Pensionist war. Auch mein Sohn hatte keinen Düngemittel aus Polen bestellt, da er Mitarbeiter des Raiffeisen Lagerhauses ist. 6) Haben Sie etwas mit der Organisation des Transportes zu tun gehabt? A: Nein, jeder Landwirt müsste das selbst organisiert haben. Ich persönlich habe keinen Transportauftrag erteilt. Es ist aber vorgekommen, dass der Dünger auf meinem Grundstück bereit gestanden ist. Der Grund war, dass ich einen Stapler zum Abladen besitze. Sonst hatte ich mit dem Abladen nichts zu tun. 7) Wie wurde der Transport bezahlt? A: Wie bereits erwähnt, habe ich mit dem Transport nichts zu tun gehabt, daher kann ich diese Frage nicht beantworten. 8) Einschub der Finanzverwaltung: Lt. Niederschrift mit Hrn. ***[136]*** Gerhard hat dieser angegeben, dass erstens der Bestellschein bei Ihnen abgegeben wurde und zweites, dass sie sich um den Transport gekümmert haben. Was sagen sie dazu? A: Diese Aussage stimmt so sicher nicht, ich habe ihm den Bestellschein sicher wieder zurückgebracht. Weiters habe ich schon oben gesagt, dass ich mit dem Transport nichts zu tun gehabt habe. 9) Es wird ein Schreiben der Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** bezüglich Düngemittellieferungen an Hrn. ***[136]*** Gerhard vorgelegt. Auf diesem Schreiben ist die Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** als Auftraggeber angeführt. Haben Sie den Transport erteilt und haben Sie dieses Schreiben erstellt? A: Nein, dieses Schreiben sehe ich heute zum ersten Mal. Dieses Schreiben kann keinesfalls von mir stammen. 10) Kann es sein, dass dieses Schreiben von der Firma ***[8_9]*** stammt? A: Ja, mit großer Wahrscheinlichkeit, da die Frau ***[109]*** ***[17]*** sich um den Transport gekümmert hat. Wir Landwirte hatten mit der Transportabwicklung nichts zu tun, dies wurde alles von Frau ***[17]*** organisiert. 11) Haben Sie jemals Preise für die Einkaufsgemeinschaft verhandelt? A: Nein, habe ich nicht. 12) Wie sind sie in die Lage gekommen, dass sie ihr Grundstück für Abladearbeiten zur Verfügung stellen? A: Weiß ich nicht mehr. Mich hat eine Frau ***[109]*** ***[17]*** angerufen, ob dies möglich wäre und ich habe zugesagt. 13) Hatte es eine Einkaufgemeinschaft ***[115]*** gegeben? A: Nein. Beigeschlossen (OZ 103) war ein Transportauftrag betreffend Gerhard ***[136]***, Details weitgehend unleserlich. Schreiben von ***[113]*** ***[51]*** vom 27. 10. 2018 (OZ 104) ***[113]*** ***[51]***, Pensionist, gab mit Schreiben vom 27. 10. 2018 an das Finanzamt Waldviertel, eingangen am 29. 10. 2018, folgende Ergänzung zur Niederschrift vom 24. 10. 2018 ab: (OZ 104): In Ergänzung zum Protokoll vom 24. Okt 2018 gebe ich folgende Erklärungen/Richtigstellungen zu Protokoll Zu 2) Werbematerial der ***[8]***- ***[9]*** war in erster Linie die Bekanntgabe der Düngerpreise mit e-mail. Dies hat mein Sohn aus dem Computer an mich und damit an andere Bauern weitergegeben. Zu 3) Zuerst hat ***[90]*** Polka an einige Landwirte Dünger zur Verfügung gestellt, dann haben sie ***[8_9]*** kontaktiert. Zu 5) Mein Sohn ist Landwirt, nicht bei Raiffeisen angestellt, aber Kunde. Zu 8) ***[136]*** Gerhard hat seine Fracht ohne mich bezahlt, die Frächter wurden über ***[47]*** organisiert. Zu 9) Gilt wie Punkt 8) Zu 10) ***[17]*** hat die an ***[47]*** gemeldet, wenn Dünger abholbereit war. Die Frächter haben gemeldet, wenn der Transport in Österreich zur Abladung da war. Zu 11) Die Preise wurden mit den Bauern von ***[8_9]*** direkt vereinbart. Zu 12) Ich habe nach Aviso der Abholung des Düngers für andere Landwirte die Umladung für andere Bauern auf dem Betrieb meines Sohnes durchgeführt. Zu 13) Wir haben nie eine Einkaufsgemeinschaft offiziell gegründet, haben aber als Bauern immer zusammengeholfen. Niederschrift mit ***[10]*** ***[11]*** vom 29. 10. 2018 (OZ 105) ***[10]*** ***[11]***, Landwirt, gab am 29. 10. 2018 vor dem Finanzamt Waldviertel an (OZ 105): Weiters sind Hr. RA Dr. ***[142]*** und Hr. ***[194]*** anwesend. Hr. Dr. ***[142]*** begehrt folgende Feststellung: Da Herr ***[11]*** im Finanzstrafverfahren als Beschuldigter geführt wird und dort bereits am 05.12.20 13 als Beschuldigter einvernommen wurde, kann Hr. ***[11]*** nicht als Zeuge im abgabebehördlichen Verfahren befragt werden (Dr. ***[142]*** verweist auf das Erkenntnis VwGH 26.02.2004, 2004/16/0054). Dr. ***[142]*** legt für die ***[1]*** VertriebsgmbH in Entsprechung der Ankündigung in der Beschwerde vom 24.07.2015, Rz 16 11 braune Ordner mit Unterlagen über die gegenständlichen Geschäftsfälle (geordnet nach Einkaufsgemeinschaften und Landwirten) Diese Ordner enthalten alle Rechnungen betreffend der Düngemittelverkäufe der Firma ***[8]*** ***[9]***, die dazugehörigen CMR und die Kontoauszüge. Bekanntgabe der Ermittlungsergebnisse (OZ 106) Mit Schreiben vom 13. 11. 2018 wurden der Bf vom Finanzamt die Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben (OZ 106): Betreff: Wie im Beschluss GZ. RV/7105311/2015 vom 20.04.2018 unter Punkt IX. A. aufgetragen, werden ihnen mit diesem Schreiben die Ermittlungsergebnisse des Finanzamtes Waldviertel zur Kenntnis gebracht. Beiliegende Schriftstücke: Zu Punkt VI des oben angeführten Beschlusses werden ihnen zu den unten stehenden Punkten folgende Schriftstücke übermittelt: A. ***[120]*** ***[79]*** • Niederschrift als Auskunftsperson vom 23.07.2018 + Beilagen • Berichtigung der Niederschrift vom 30.07.2018 • Niederschrift als Zeuge vom 24.10.2018 + Beilagen B. ***[109]*** ***[17]*** • Wurde von der Beschwerdeführerin nicht stellig gemacht. C. Repräsentative Auswahl an Düngermittelkäufen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. Josef und Fr. Annemarie ***[150]*** vom 19.09.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[145]*** Josef vom 03.10.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[46]*** und Frau ***[146]*** vom 03.10.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[163]*** Manfred vom 30.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[147]*** Reinhard vom 30.07.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[91]*** Jürgen vom 30.07.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[92]*** Karl vom 31.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[149]*** Ferdinand vom 09.08.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[164]*** Rupert vom 09.08.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[164]*** Josef vom 09.08.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[165]*** Johannes vom 09.08.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[144]*** Franz vom 30.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[151]*** Ernst vom 19.09.2018 + Beilagen • Aktenvermerk über die Zeugeneinvernahme mit Hrn. ***[151]*** vom 19.09.2018 • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[141]*** Franz vom 23.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[139]*** Josef vom 23.07.2018 • Aktenvermerk vom 23.07.2018 betreffen Zeugeneinvernahme ***[161]*** Anton + Beilagen • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[136]*** Gerhard vom 23.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[140]*** Georg vom 11.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[137]*** Reinhard vom 11.07.2018 + Beilagen • Niederschrift als Auskunftsperson mit Hrn. ***[138]*** Norbert vom 10.07.2018 + Beilagen Zu Punkt VII des oben angeführten Beschlusses werden ihnen zu den unten stehenden Punkten folgende Schriftstücke übermittelt: B. ***[113]*** ***[51]***, DI ***[111]*** ***[47]***, ***[114]*** ***[60]*** und ***[110]*** ***[39]*** • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[51]*** ***[113]*** vom 24.10.2018 + Beilagen • ***[51]*** ***[113]*** - Ergänzung zum Protokoll vom 29.10.2018 • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. DI ***[47]*** ***[111]*** vom 04.10.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[60]*** ***[114]*** vom 04.10.2018 + Beilagen • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[39]*** ***[110]*** vom 04.10.2018 + Beilagen C. ***[10]*** ***[11]*** • Niederschrift als Zeuge mit Hrn. ***[11]*** ***[10]*** vom 29.10.2018. Äußerung (Bf) vom 17. 1. 2019 (OZ 107) Die Äußerung der Bf vom 17. 1. 2019 (OZ 66) wurde vom Finanzamt in weiterer Folge als OZ 107 vorgelegt. Informationsschreiben (OZ 106) Ein Muster des Informationsschreibens "Information: Weiterführung des Verfahrens durch die österreichische Finanz zu den Dünger Abholungen aus dem Ausland" vom 8. 6. 2018 wurde als OZ 106 vom Finanzamt vorgelegt. E-Mail-Verkehr ***[1]*** - ***[8]*** ***[9]*** (OZ 108) Unter OZ 108 wurde vom Finanzamt folgender E-Mail-Verkehr betreffend ***[1]*** - ***[8]*** ***[9]*** vorgelegt: Von: ***[1]*** <***[1]***@aon.at> Gesendet: Montag, 8. Oktober 2012 08:15 An: '***[1]*** Sonja ***[15]***' Betreff: ***[97]*** ***[97]*** will, dass wir Dünger abbuchen, sollen wir gleich machen. Konto: ... Bank Austria, BLZ12000 Mit freundlichen Grüßen/Best regards ***[10]*** ***[11]*** ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H ***[4]*** ***[2]*** ***[3]*** Österreich/Austria ... ---------------------------- - - - Original Message- - - From: ***[1]*** VertriebsgesmbH [mailto:office0***[1]***.at] Sent: Wednesday, November 14, 2012 2:00 PM To: '***[1]*** Dietmar ***[46]***' Subject: WG: Rechnungen zu Zahlen Mit freundlichen Grüßen / Best regards ***[10]*** ***[11]*** ***[1]*** VertriebsgesmbH ***[4]*** ***[2]*** ***[3]*** ... --- - Ursprügliche Nachricht- - - Von: ***[8_9]*** [mailto:***[8_9]***@interia.pl] Gesendet: Montag, 12. November 2012 19:26 An: office@***[1]***.at Cc: ***[1]***@aon.at Betreff: Fwd: Rechnungen zu Zahlen Für Firma ***[196]*** ***[8]***-***[123]*** haben wir folgende offene Rechnungen 48/10/2012 59/10/2012 73/10/2012 75/10/2012 Gesamtbetrag : 108083,92 zloty Im Anhang Rechnung nr 75/10/2012 - hier Kontonummer. Für diesen Lieferanten haben wir schon mehrere male Üerweisungen gemacht- SWIFT Finden Sie also im system - - - - Wiadomosc oryginalna - - - - Temat: Rechnungen zu Zahlen Data: 2012-10-25 17:31 Nadawca: "***[8_9]***” <***[8_9]***@interia.pl> Adresat: ***[1]***@aon.at; > > Im Anhang finden Sie eine Rechnung fü NAC - wurde heut nach ***[24]*** geliefert. > Von diesen Lieferanten haben wir noch folgende offene Rechnungen > 48/10/2012 > 59/10/2012 > 73/10/2012 > Gesamt zu zahlen 106.191 zl > > > > > Wiadomosc oryginalna > Temat: > Data: 2012-10-25 15:36 > Nadawca: "Robert.***[195]***" > Adresat: " " ; 1 ***[1]*** Sonja ***[15]*** Von: Gesendet: ***[8_9]*** <***[8_9]***@interia.pl> Donnerstag, 3. Januar 2013 12:51 ***[1]*** Sonja ***[15]*** Re: WG: ***[92]*** An: Betreff: Hallo Sonja ! Karl ***[92]*** , ... Betrag 6760,10 € Konto ... BLZ 32291 "***[1]*** Sonja ***[15]***" <sonia.***[15]***@***[1]***.at> pisze: |Von: ***[1]*** Sonja ***[15]*** [mailto:sonia.***[15]***@***[1]***.at] Gesendet: Donnerstag, 3. Januar 2013 09:43 An: ***[109]***.***[17]***@amail.com Betreff: WG: ***[92]*** Hallo ***[109]***, kannst du mir bitte den Betrag, die Kontonummer und Bankleitzahl mailen fü ***[92]***, siehe unten. Danke lg Sonja |Von: ***[1]*** fmailto:***[1]***@aon.atl !Gesendet: Donnerstag, 3. Januar 2013 09:36 An: '***[1]*** Sonja ***[15]***' Betreff: ***[92]*** Den Bankeinzug ***[92]*** - ***[8_9]*** - noch einmal machen, heute, den gleichen Betrag, der im Dezember rückgeleitet wurde. Mit freundlichen Grüßn/Best regards ***[10]*** ***[11]*** Offene Posten-Abstimmung (OZ 109) Offene Posten-Abstimmung der ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o. betreffend Rechnungen zwischen Jänner und Dezember 2012, datiert "***[3]***, 4. 2. 2013": [...] Gegenäußerung der Bf vom 3. 5. 2019 Die Bf gab durch ihre rechtsfreundliche Vertretung am 3. 5. 2019 folgende Gegenäußerung ab: (1) Zusammenfassend meint die belangte Behörde (im Folgenden auch kurz Finanzamt genannt) in ihrer Stellungnahme: „Ein Gesamtbild der einzelnen Aussagen ergibt nach Ansicht des Finanzamtes, dass die von der Außenprüfung der ***[1]*** GmbH zugerechneten Umsätze zu Recht erfolgt sind, weil KEINE separaten unternehmerischen Einkaufsgemeinschaften (s. nachstehend) vorgelegen sind.“ (2) Diese Ansicht des Finanzamts ist verfehlt. Das Gegenteil ist der Fall. Alle genannten Einkaufsgemeinschaften (im Folgenden auch kurz EKG) bestehen und sind daher deren Umsätze der Beschwerdeführerin nicht zuzurechnen. (3) Bevor die Beweisergebnisse für das Bestehen der genannten Einkaufsgemeinschaften dargestellt werden, muss darauf hingewiesen werden, dass es das Finanzamt im gesamten bisherigen Verfahren versäumt hat, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie die Einkaufsgemeinschaften rechtlich zu qualifizieren sind. Immerhin gesteht auch das Finanzamt zu, dass die EKG ***[64]*** tatsächlich besteht. (4) Bei den Einkaufsgemeinschaften handelt es sich nämlich um Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GesBR). (5) Maßgeblich sind die Bestimmungen der § 1175 ff ABGB. Weil sich die maßgeblichen Sachverhalte dieses Verfahrens im Jahr 2013 und davor ereignet haben, ist die Rechtslage vor der großen Novelle über die bürgerliche Gesellschaft, BGBI 1 2014/83, anwendbar. (6) Die GesBR kann für vielfältige Zwecke eingesetzt werden, etwa zur Führung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, bei Realgemeinschaften, Jagdgesellschaften und überhaupt bei sogenannten Gelegenheitsgesellschaften aller Art (vgl. Nowotny in Kalss/Nowotny/Schauer, Gesellschaftsrecht (2008) Rz 2/10f.) (7) Wenn sich mehrere Landwirte dazu zusammenschließen, Düngemittel gemeinsam einzukaufen, dann bilden sie diesbezüglich eine GesBR. Für das Entstehen einer GesBR gibt es keine gesetzlichen Formvorschriften, es gibt auch keine Verpflichtung sie irgendwo zu registrieren (vgl. Nowotny, aaO, Rz 2134f.). (8) Im Übrigen hat sich durch die neue Zivilrechtslage, soweit das für das gegenständliche Verfahren relevant ist, nichts geändert. Dass eine Einkaufsgemeinschaft von Landwirten sehr wohl eine GesBR sein kann bestätigen die schon vorhin zitierten Autoren auch in der aktuellen Auflage ihres Werkes. Sie sprechen bei der Beschreibung der GesBR von einem "Allzweckinstrument" und "vielfältigen Erscheinungsformen". Als Typen von GesBR werden neben vielen anderen, Realgemeinschaften, Interessengemeinschaften, Jagd- und Fischereigesellschaften, land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, Projekt- und Gelegenheitsgesellschaften genannt (vgl. Kaiss in Kalss/Nowotny/Schauer, Gesellschaftsrecht2 (2017) Rz 2/26ff.). (9) Das bisher durchgeführte Beweisverfahren und die bisher vorliegenden Beweismittel unterstützen vielmehr den Rechts- und Tatsachenstandpunkt der Beschwerdeführerin, dass nämlich alle von der Beschwerdeführerin genannten Einkaufsgemeinschaften jedenfalls zu den für dieses Verfahren relevanten Zeiträumen bestanden haben, wie im Folgenden gezeigt werden wird. (10) Bevor allerdings im Einzelnen auf die Aussagen der einvernommenen Auskunftspersonen und Zeugen eingegangen wird, wird ein Verfahrensmangel gerügt. (11) Gemäß § 174 BAO ist „Jeder Zeuge [ist] zu Beginn seiner Vernehmung ...“ entsprechend zu belehren. Gemäß § 143 Abs 3 BAO findet § 174 BAO auf Auskunftspersonen sinngemäß Anwendung. Die vorhin zitierte gesetzliche Bestimmung des § 174 BAO verwendet jeweils die Einzahl, "jeder Zeuge" und "seiner Vernehmung". Daraus ergibt sich, dass „Kollektiveinvernahmen“, wie sie das Finanzamt in einigen Fällen vorgenommen hat, und „Kollektivniederschriften“, wie sie das Finanzamt in diesen Fällen aufgenommen hat, unzulässig sind. (12) Es ist völlig evident, dass die vom Finanzamt gewählte Vorgangsweise gesetzwidrig ist, weil damit nicht mehr festgestellt werden kann, welcher Zeuge nun was wirklich — unter eigener, unbeeinflusster persönlicher Verantwortung — gesagt hat oder hätte. Das Finanzamt verstößt mit dieser Vorgangsweise gegen Grundwertungen unserer Rechtsordnung, wie sie in der Bundes-Verfassung und in der EMRK verankert sind, weil es keine Kollektivschuld, keine Kollektivhaftung und auf keine kollektive Verantwortung gibt. Jede einzelne Person ist jeweils nur für sich selbst verantwortlich. Somit ist auch immer jede einzelne Person als allfälliger Zeuge oder Auskunftspersonen allein einzuvernehmen. (13) Mit den vom Finanzamt durchgeführten „Kollektiveinvernahmen“ wurden Beweismittel entgegen verfassungsrechtlich gewährleisteten Rechten erlangt. Solche Beweismittel dürfen aber nicht verwertet werden (Stoll, BAO, 1769). EKG ***[117]*** (14) Selbst die vom Finanzamt gebrachten Zitate aus Aussagen unterstützen den Standpunkt der Beschwerdeführerin wozu noch kommt, dass das Finanzamt Aussagen, die noch viel eindeutiger den Standpunkt der Beschwerdeführerin bestätigen, erst gar nicht berücksichtigt hat. ***[143]*** Manfred: • Der Zeuge sagt aus, „Per Post erhalte ich ein Angebot von der ***[8_9]***.“, und weiter, „... im Namen der Einkaufsgemeinschaft ***[117]*** die Bestellscheine sammelt“. Daraus ergibt sich völlig eindeutig, dass die EKG ***[117]*** tatsächlich besteht. • Zu der Zeugenaussage wurde eine Auftragsbestätigung der ***[8_9]*** vorgelegt. Es ist evident, dass das nichts mit der Beschwerdeführerin zu tun hat. Dazu kommt noch ein Auftrag zur Zahlung von Frachtkosten. Er ist erkennbar auf einem Formular der EKG ***[117]*** geschrieben. Auch daraus ergibt sich, dass die EKG ***[117]*** besteht. ***[144]*** Franz: • Zunächst weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass ihr Herr Franz ***[144]*** unbekannt ist und zwischen der Beschwerdeführerin und Herrn Franz ***[144]*** nie eine Geschäftsbeziehung bestanden hat. Auch die gegenständlichen Umsätze können daher der Beschwerdeführerin nicht zugerechnet werden. • Der Zeuge erwähnt die Beschwerdeführerin in seiner Aussage kein einziges Mal. Das bestätigt, dass zwischen der Beschwerdeführerin und ihm keine Geschäftsbeziehung bestand. • Zu der Zeugenaussage werden eine Rechnung der ***[8_9]*** und ein E-Mail-Verkehr zwischen der ***[8_9]*** und dem Zeugen vorgelegt. Wieder ist evident, dass all das nichts mit der Beschwerdeführerin zu tun hat. Die Zurechnung der Umsätze, die der Zeuge mit der ***[8_9]*** getätigt hat, an die Beschwerdeführerin ist daher vollkommen verfehlt. ***[79]*** ***[120]***: • Herr ***[120]*** ***[79]*** wurde am 23.07.2018 als Auskunftsperson und am 24.10.2018 als Zeuge einvernommen. Eine Begründung für diese unter schiedliche Behandlung gibt das Finanzamt nicht. Das wird jedenfalls als Mangelhaftigkeit des Verfahrens gerügt. • In seiner Aussage vom 23.07.2018 antwortet Herr ***[120]*** ***[79]*** auf die Frage, wer den Transport organisiert mit dem Hinweis auf Herrn Dl ***[47]***. Auf die Frage, wer das ist, sagt er, „Der ist von der Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***, . . . “. Ein eindeutigerer Beweis für das Bestehen der EKG ***[117]*** ist damit kaum denkbar. • In seiner Aussage vom 2410.2018 wird Herr ***[120]*** ***[79]*** vom Finanzamt gefragt, wer ihm von der Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]*** bekannt ist. Er antwortet mit der Nennung des Herrn DI ***[47]***. Bei der Frage ging das Finanzamt offenbar schon selbst davon aus, dass die Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]*** besteht. Wenn dann Herr ***[120]*** ***[79]*** noch dazu einen Repräsentanten dieser EKG nennt, ist das ein vollkommen eindeutiger Beweis für deren Bestehen. • Als Urkunden wurden mehrere Rechnungen der ***[8_9]*** an Herrn ***[120]*** ***[79]*** vorgelegt. Es ist unerfindlich, wieso diese Umsätze der Beschwerdeführerin zugerechnet werden sollen. ***[140]*** Georg: • Das Finanzamt zitiert in seiner Stellungnahme eine Auskunftsperson „***[140]*** Franz“. Soweit erkennbar, gibt es so eine Auskunftsperson nicht. Gemeint ist wahrscheinlich die Auskunftsperson ***[140]*** Georg. • Auf die Frage, ob er einen inländischen Ansprechpartner kennt, antwortet ***[140]*** Georg: „Ja, das ist die Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]*** über diese bin ich zur Firma ***[8_9]*** gekommen. “ Auch das ist eine völlig eindeutige Aussage, die das Bestehen der EKG ***[117]*** bestätigt. • Vorgelegt wird ein Flugblatt der ***[8_9]***. Es gibt also keine Verbindung zur Beschwerdeführerin. Eine Zurechnung der Umsätze des ***[140]*** Georg an die Beschwerdeführerin ist vollkommen verfehlt. ***[138]*** Norbert: • Auf die Frage, wie es zur Kontaktaufnahme kam, gibt die Auskunftsperson an: „Ich habe ein Rundschreiben per Post von der Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***(EG) erhalten.“ Auch das ist abermals eine eindeutige Aussage, dass die EKG ***[117]*** besteht. • Als Urkunde wurde eine Auftragsbestätigung der ***[8_9]*** vorgelegt. Eine geschäftliche Beziehung zur Beschwerdeführerin besteht daher nicht. Die Zurechnung der Umsätze an die Beschwerdeführerin ist abermals vollkommen verfehlt. EKG ***[118]*** (15) Entgegen der Ansicht des Finanzamts besteht auch die Einkaufsgemeinschaft ***[118]***. ***[60]*** ***[114]***: • Der Zeuge sagt aus: „...‚ die Einkaufsgemeinschaft ist eine lose Organisation.“. Damit ist klargestellt, dass es die EKG ***[118]*** gibt, denn der Zeuge sagt etwa nicht, dass er davon noch nie etwas gehört hätte oder dass es das nicht gäbe. • Bei der weiteren Frage, wer ihn gebeten hat, das Amt des Leiters der EKG ***[118]*** zu übernehmen, sagt der Zeuge dann: „Ich habe es unter der Bedingung übernommen, dass ich keinen Arbeitsaufwand damit habe.“ Eine Funktion in einer Organisation, die es — angeblich — gar nicht gibt, kann man aber nicht übernehmen. Deshalb ist auch diese Aussage ein eindeutiger Beweis für das Bestehen der EKG ***[118]***. • Als Urkunden vorgelegt wurden Rechnungen der ***[8_9]*** und Transportunterlagen über Transporte zwischen der ***[8_9]*** und dem Zeugen. Was all das mit der Beschwerdeführerin zu tun haben soll, erschließt sich nicht. Die Zurechnung dieser Umsätze an die Beschwerdeführerin ist vollkommen verfehlt. ***[145]*** Josef: • Den am 03.10.20 18 einvernommenen Zeugen nennt das Finanzamt mit dem Familiennamen „***[145]***“. Das ist aber offenkundig nicht richtig. Der Zeuge heißt tatsächlich richtig „***[145]***‘, wie sich ziemlich eindeutig aus seiner Unterschrift ergibt. • Der Zeuge sagt aus: „Ich war bei einer Informationsveranstaltung einer Einkaufsgemeinschaft, . . . “. Auch das ist eine eindeutige Aussage, die das Bestehen der EKG ***[118]*** bestätigt. • Der Zeuge bestätigt auch, dass es zwei Personen gegeben hat, die sich um die Einkaufsgemeinschaft gekümmert haben. Dass er mehr als sechs Jahre nach den tatsächlichen Geschehnissen deren Namen nicht mehr weiß, verwundert nicht. ***[146]*** Christine/***[46]*** Johann • Am 03.10.2018 vernimmt das Finanzamt Frau ***[146]*** Christine und Herrn ***[46]*** Johann. Aufgenommen wird eine Niederschrift, in der die Aussagen beider Zeugen wiedergegeben werden, ohne dass aber erkennbar ist, welcher Zeuge konkret nun was gesagt hat. Wie schon oben vorgebracht, ist das ein weiterer schwerwiegender Verfahrensmangel, der hiermit gerügt wird. Die Beschwerdeführerin beantragt, den rechtswidrig aufgenommenen Beweis im gegenständlichen Verfahren nicht zu verwerten. • Als Urkunde vorgelegt wurde ein Transportauftrag an die ***[8_9]***, in dem Frau Christine ***[146]*** als Auftraggeberin genannt ist und der erkennbar von Johann ***[46]*** unterschrieben ist. Eine Beziehung zur Beschwerdeführerin lässt sich aus diesem Transportauftrag nicht herstellen. • Weiters wurde als Urkunde ein Formular der Einkaufsgemeinschaft ***[118]*** vorgelegt. Unterschrieben wurde das Formular von Herrn ***[120]*** ***[79]***, wie sich völlig eindeutig aus den Unterschriften auf den Niederschriften über dessen Einvernahmen am 23.07.2018 und 24.10.2018 ergibt. Eine Beziehung zur Beschwerdeführerin ist auch aus dieser Urkunde nicht herzustellen. ***[147]*** Reinhard: • Gefragt, wie der Zeuge auf den Bezug von Düngemitteln aus Polen gekommen ist sagt er: „Durch die Einkaufsgemeinschaft.“. • Weiters sagt der Zeuge: „Ich habe der Einkaufsgemeinschaft die Bestellung durchgegeben und um alles andere hat sich die Einkaufsgemeinschaft gekümmert.“ Abermals sind das ein völlig eindeutige Aussagen für das Bestehen der EKG ***[118]***. • Im Übrigen ist dieser Zeuge der Beschwerdeführerin unbekannt und es bestand nie eine Geschäftsbeziehung mit ihm. Die Zurechnung von Umsätzen dieses Zeugen an die Beschwerdeführerin entbehrt jeder Grundlage. ***[91]*** Jürgen/***[91]*** Susanne: • Abermals produziert das Finanzamt eine „Kollektivniederschrift“ aufgrund einer „Kollektivaussage“. Aus den schon oben genannten Gründen beantragt die Beschwerdeführerin, diese Aussagen nicht zu verwerten. • Die Zeugen geben an, nicht mehr zu wissen, ob sie Mitglied einer Einkaufsgemeinschaft waren. Daraus kann aber nicht abgeleitet werden, dass es keine Einkaufsgemeinschaft gegeben hätte. ***[92]*** Karl: • Am 31.07.2018 vernimmt das Finanzamt Herrn ***[92]*** Karl als Zeugen. Im Beschluss des Bundesfinanzgerichts vom 1 1.03.2019 wird dieser Zeuge irrtümlich mit dem Familiennamen „***[92]***“ genannt. • Über Frage gibt der Zeuge an: „Die Bezahlung erfolgte dann über die Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***. “. Damit bestätigt auch dieser Zeuge die Existenz der EKG ***[118]***. • Als Urkunden vorgelegt wurden ein Transportpapier des Zeugen mit der Firma ***[8_9]***, Formulare der Einkaufsgemeinschaften ***[117]*** / ***[118]*** über die Bezahlung der Frachtkosten an letztere und ein Bestellschein eines Ferdinand ***[149]*** an die Firma ***[8_9]***. Es ist nicht nachvollziehbar, was all das mit der Beschwerdeführerin zu tun haben soll. ***[149]*** Ferdinand: • Der Zeuge gibt an, dass er „Düngemitteln von der Firma ***[8_9]*** bestellt“ hat, die er dann gar nicht mehr bekommen hat, weil sie nicht lieferbar waren. Eine Zurechnung von Umsätzen an die Beschwerdeführerin ist daher unmöglich, weil es gar keine Umsätze gab. Das Finanzamt bringt keinen Beweis für irgendwelche Umsätze. ***[200]*** Franz: • Die Auskunftsperson gibt über Frage an: „Ich habe es der Einkaufsgemeinschaft telefonisch mitgeteilt.“. Auch diese Auskunftsperson bestätigt damit die Existenz der Einkaufsgemeinschaft. • Im Übrigen ist der Beschwerdeführerin auch diese Auskunftsperson unbekannt, mit ihr gab es nie eine Geschäftsbeziehung. Allfällige Umsätze der Auskunftsperson mit wem immer dürfen daher nicht der Beschwerdeführerin zugerechnet werden. • Die Auskunftsperson legte eine Auftragsbestätigung und eine Rechnung der Firma ***[8_9]*** vor. Das beweist, dass sie mit letzterer Firma in Geschäftsbeziehung stand und eben nicht mit der Beschwerdeführerin. ***[139]*** Josef: • Zwischen der Beschwerdeführerin und der Auskunftsperson gab es nie eine Geschäftsbeziehung. Die Beschwerdeführerin kennt die Auskunftsperson nicht. Es ist unverständlich und unzulässig, der Beschwerdeführerin Umsätze zuzurechnen, die diese Auskunftsperson mit wem immer angeblich gemacht hat. • Die Tatsache, dass die Auskunftsperson angibt, von „Kollegen ***[159]***“ bei den Düngemittelbezügen unterstützt worden zu sein bestätigt, dass es eben keine Beziehung zur Beschwerdeführerin gab. EKG ***[64]*** (16) Das Finanzamt selbst kommt nicht umhin zuzugestehen, dass diese Einkaufsgemeinschaft besteht. Es bestehen aber auch, wie sich aus den zitierten Aussagen ergibt, die anderen Einkaufsgemeinschaften. EKG ***[115]*** (17) Die Behauptung des Finanzamts, dass diese Einkaufsgemeinschaft nicht besteht, ist eindeutig aktenwidrig. ***[51]*** ***[113]***: • Befragt über die Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** gibt der Zeuge an: „Ich habe mich mit einigen Bauern ab und zu getroffen und dabei haben wir auch über die Einkaufsmöglichkeiten in Polen gesprochen.“ Dass es die EKG ***[115]*** nicht gegeben hätte, sagt der Zeuge keineswegs. • Im Zuge der Einvernahme, Frage 9), hält das Finanzamt dem Zeugen sogar ein Schreiben der Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** vor. Das beweist völlig eindeutig, dass die EKG ***[115]*** tatsächlich bestand und das Finanzamt selbst davon ausgeht. • Mit seinem Schreiben vom 27.10.2018 nimmt dann der Zeuge ausdrücklich eine Richtigstellung seiner Aussage vom 24.10.2018 vor und sagt: „Wir haben nie eine Einkaufsgemeinschaft offiziell gegründet, haben aber als Bauern immer zusammen geholfen.“. Dazu ist in rechtlicher Hinsicht das Finanzamt darauf hinzuweisen, dass eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts — und darum handelt es sich bei einer Einkaufsgemeinschaft — keines formellen Gründungsakt bedarf, sondern sie auch konkludent zustande kommen kann (vgl. Nowotny in Kalss/Nowotny/Schauer, Gesellschaftsrecht (2008) Rz 2/34f). ***[150]*** Annemarie/***[150]*** Josef: • Wieder arbeitet das Finanzamt mit einer „Kollektivaussage“ und einer „Kollektivniederschrift“. Auch die beiden Aussagen dürfen daher wegen dieses Verfahrensfehlers nicht verwertet werden. • Keine der beiden Personen sagt, dass es die EKG ***[115]*** nicht gegeben hätte. • Die vorgelegten Bestellscheine, Auftragsbestätigungen und Rechnungen der Firma ***[8_9]*** bestätigen, dass es zwischen den beiden Zeugen und der Firma ***[8_9]*** eine Geschäftsbeziehung gegeben hat. Eine Zurechnung dieser Umsätze an die Beschwerdeführerin entbehrt aber jeder sachlichen und rechtlichen Grundlage, weil es gemäß den insofern eindeutigen Urkunden eben gerade keine Geschäftsbeziehung mit der Beschwerdeführerin gegeben hat. ***[151]*** Ernst: • Der Zeuge ***[151]*** Ernst ist der Beschwerdeführerin unbekannt. Mit die sem Zeugen hatte die Beschwerdeführerin nie eine Geschäftsbeziehung. • Wenn der Zeuge aussagt, er sei nicht wissentlich Mitglied einer Einkaufsgenossenschaft heißt das immer noch nicht, dass es die EKG ***[115]*** nicht gibt. • Der Zeuge gibt dann weiter an, Dünger bei Herrn „***[51]***‘ (ob es sich dabei um den in diesem Verfahren vernommenen Herrn ***[113]*** ***[51]*** handelt ist unklar) abgeholt zu haben, weil dort der Dünger abgeladen wurde. Das bestätigt jedenfalls eine Geschäftsbeziehung des Zeugen mit Herrn ***[51]***, aber eben keine mit der Beschwerdeführerin. • Die vorgelegten Urkunden, Auftragsbestätigung, Rechnung Transportauftrag bestätigen die Geschäftsbeziehung mit der Firma ***[8_9]***. ***[136]*** ***[120]***: • Die Auskunftsperson ***[136]*** Gerhard ist der Beschwerdeführerin unbekannt. Mit ihr hatte die Beschwerdeführerin nie eine Geschäftsbeziehung. • Gefragt wie es zur Kontaktaufnahme kam, gibt die Auskunftsperson an: „Über die Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** (EG) — Herr ***[51]*** Josef. “. Das ist somit eine völlig eindeutige Aussage, dass die EKG ***[115]*** tatsächlich besteht. Die gegenteilige Beurteilung des Finanzamts ist schlicht aktenwidrig. • Die Bestellscheine, Auftragsbestätigungen, Rechnungen und Frachtdokumente, die diese Auskunftsperson vorlegt, bestätigen vollkommen eindeutig ihre Geschäftsbeziehung mit der Firma ***[8_9]***. Für eine Zurechnung dieser Umsätze an die Beschwerdeführerin gibt es keine sachliche Grundlage. (18) Für alle Umsätze, die das Finanzamt der Beschwerdeführerin zurechnen möchte gilt, dass das Finanzamt in schlüssiger Weise für jeden einzelnen Euro an Umsatz, den es der Beschwerdeführerin zurechnen möchte beweisen wird müssen, wieso er der Beschwerdeführerin angeblich zugerechnet werden muss. Ein solcher Beweis ist dem Finanzamt bisher noch für keinen einzigen Euro gelungen. (19) Auf Seite 6 oben der Stellungnahme schreibt das Finanzamt, dass „die Transporte von Organen der Fa. ***[1]*** organisiert wurden“. Auch hier gilt, dass das Finanzamt ganz konkret für jeden einzelnen Transport beweisen muss, von welchem — namentlich genannten — Organ der Beschwerdeführerin er angeblich organisiert wurde. So einen Beweis hat das Finanzamt bisher nicht angetreten. Das Finanzamt bringt nur völlig nebulose Pauschalbehauptungen. (20) Auf Seite 6 oben der Stellungnahme, unter Bezugnahme auf Rn (6) der Äußerung behauptet dann das Finanzamt, weitere Beweismittel würden ihren Rechtsstandpunkt bestätigen. Das ist unrichtig, das Gegenteil ist der Fall. • Der offene Posten-Abstimmung zwischen der Beschwerdeführerin und der ***[8_9]*** ist in keiner Weise zu entnehmen, wieso es sich dabei Umsätze handeln sollte, die der Beschwerdeführerin zuzurechnen sind. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Darlehens-Kontokorrentverhältnis, wie es zwischen Gesellschaften, die in einer gesellschaftsrechtlichen Beziehung stehen, durchaus üblich sind. Die beiden Gesellschaften gewährten einander wechselseitig Darlehen, die dann auch immer wieder ausgeglichen wurden. Über diese Darlehensbeziehung gibt es auch Darlehensverträge, die unter einem vorgelegt werden. Richtig ist, dass nunmehr die Beschwerdeführerin gegen die ***[8_9]*** eine Darlehensforderung in Höhe von € 40.000 hat. Über die Darlehensgewährung der Beschwerdeführerin an die ***[8]*** ***[9]*** gibt es keinen schriftlichen Darlehensvertrag. Beweis: Konvolut Darlehensverträge • Der E-Mail-Verkehr, auf den sich das Finanzamt bezieht, ist auch kein schlüssiges Beweismittel für den Standpunkt des Finanzamts. In Wahrheit handelt es sich nämlich überhaupt nicht um einen einheitlichen und durchgängigen E-Mail-Verkehr. Das erkennt man schon daran, dass jede einzelne Seite dieses angeblich drei Seiten langen E-Mail-Verkehrs mit der Seitenzahl „1“ nummeriert ist. Es handelt sich also in Wahrheit um drei verschiedene E-Mail-Korrespondenzen. Völlig eindeutig ergibt sich aus diesen drei unter schiedlichen Korrespondenzen aber immer, dass es wirtschaftlich um die ***[8_9]*** geht und nicht um die Beschwerdeführerin. • Die Stellungnahme der Prüferin vom 08.09.2015 gibt nur die subjektive Ansicht des Finanzamts wieder, ist aber kein objektives Beweismittel. Aus den darin zitierten Beweismitteln ergibt sich kein einziger konkreter Umsatz der der Beschwerdeführerin zuzurechnen wäre. (21) Auf Seite 6 oben der Stellungnahme nimmt das Finanzamt dann auch auf Punkt (6) der Äußerung der Beschwerdeführerin vom 17.01.2019 Bezug. Auch dabei handelt es sich um eine vage Pauschalaussage ohne konkretes Beweisangebot, geschweige denn, dass dem Finanzamt bisher irgendein Beweis gelungen wäre. Das Finanzamt unterlässt es konkret vorzubringen und zu beweisen, welche Umsätze aufgrund der offenen Posten-Abstimmung der Beschwerdeführerin zuzurechnen wären. (22) Weder den vom Finanzamt zitierten Dokument-Nachreichungen noch der Stellungnahme der Prüferin vom 08.09.2015 ist diesbezüglich irgendeine konkrete, nachvollziehbare finanzielle Darstellung zu entnehmen, die auch bewiesen worden wäre. (23) Ganz generell gilt, dass die Beweislast dafür, dass irgendwelche Umsätze der Beschwerdeführerin zuzurechnen sind, auf Seiten des Finanzamts liegt. Fazit: (24) Das Fazit aus dem bisherigen Verfahren und den bisher erfolgten Beweisaufnahmen ist, dass der Beschwerdeführerin, über die von ihr für die in Rede stehenden Zeiträume deklarierten Umsätze hinaus, keine weiteren Umsätze zuzurechnen sind. Die gegenteilige Behauptung des Finanzamtes ist unrichtig. Den Beschwerden der Beschwerdeführerin wird daher Folge zu geben sein. Im Übrigen werden die bisher gestellten Anträge aufrechterhalten. Beigefügt waren Kopien/PDF von Darlehensverträgen zwischen der ***[8_9]*** sp.z.o.o., ***[24]***, und der ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H., ***[3]***, wie folgt: Darlehensverträge 5. 1. 2012: Darlehen über 50.000,00 € von der ***[8_9]*** sp.z.o.o. an die ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H., Auszahlung am 12. 1. 2012 durch Umbuchung, 2,5% Zinsen pa., rückzahlbar am 30. 4. 2012. Firmenmäßig am 5. 1. 2012 sowohl in ***[24]*** als auch in ***[3]*** gezeichnet, unterschrieben jeweils mit "***[11]***" oder "***[11]*** ***[10]***". 9. 1. 2012: Darlehen über 40.000,00 € von der ***[8_9]*** sp.z.o.o. an die ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H., Auszahlung am 16. 1. 2012 durch Umbuchung, 2,5% Zinsen pa., rückzahlbar am 31. 3. 2012. Firmenmäßig am 9. 1. 2012 sowohl in ***[24]*** als auch in ***[3]*** gezeichnet, unterschrieben jeweils mit "***[11]***" oder "***[11]*** ***[10]***". 21. 3. 2012: Darlehen über 20.000,00 € von der ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H. an die ***[8_9]*** sp.z.o.o., Auszahlung am 16. 1. 2012 durch Umbuchung, 2,5% Zinsen pa., rückzahlbar am 15. 5. 2014. Firmenmäßig am 9. 1. 2012 sowohl in ***[24]*** als auch in ***[3]*** gezeichnet, unterschrieben jeweils mit "***[11]***" oder "***[11]*** ***[10]***". 21. 12. 2012: Darlehen über 20.000,00 € von der ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H. an die ***[8_9]*** sp.z.o.o., Auszahlung am 28. 12. 2012 durch Umbuchung, 2,5% Zinsen pa., rückzahlbar am 15. 5. 2014. Firmenmäßig am 21. 12. 2012 sowohl in ***[24]*** als auch in ***[3]*** gezeichnet, unterschrieben jeweils mit "***[11]***" oder "***[11]*** ***[10]***". In den deutschen Fassungen ist stets von einer Auszahlung durch Umbuchung die Rede, die (in Vergangenheitsform) an einem in der Zukunft gelegenen Tag "erfolgte", in den polnischen von einer Überweisung auf ein näher genanntes Bankkonto, etwa § 2 Auszahlung Die Auszahlung des Darlehensbetrages erfolgte am 28.03.2012 durch Umbuchung. §2 Wypłata poċyczki Wypłata kwoty poċyczki dnia 28.03.2012 w formie przelewu na Konto bankowe: AT49 1200 0516 ***[204]*** (Zahlung des Darlehensbetrags am 28.03.2012 in Form einer Überweisung auf Ihr Bankkonto …) Umsatzsteuerbescheid 2014 Am 21. 8. 2019 legte das Finanzamt eine Ausfertigung des Umsatzsteuerbescheids für das Jahr 2014 vom 13. 8. 2018 dem Bundesfinanzgericht vor: Umsatzsteuerbescheid 2014 | Gesamtbetrag der Bemessungsgrundlagen für Lieferungen und sonstige Leistungen | | 7.436.383,52 € | Umsätze gemäß § 19 Abs. 1a UStG 1994 (Bauleistungen) | | -854,60 € | Davon steuerfrei mit Vorsteuerabzug: Ausfuhrlieferungen gemäß § 6 Abs. 1 Z 1 UStG 1994 i. V. m. § 7 UStG 1994 | | -186.806,04 € | Innergemeinschaftliche Lieferungen gemäß Art. 6 Abs. 1 Z 1 UStG 1994 | | -3.290.548,35 € | Gesamtbetrag der steuerpflichtigen Lieferungen, sonstigen Leistungen und Eigenverbrauch | | 3.958.174,53 € | Davon sind zu versteuern mit | Bemessungsgrundlage | Umsatzsteuer | 20% Normalsteuersatz | 131.838,53 € | 26.367,71 € | 10% ermäßigter Steuersatz | 53.826.336,00 € | 382.633,60 € | Steuerschuld gemäß § 19 Abs. 1 Satz 2 sowie gemäß Art. 19 Abs. 1 Z 3 und Art. 25 Abs. 5 | | 37.345,89 € | Summe Umsatzsteuer | | 446.347,20 € | Innergemeinschaftliche Erwerbe | | 676.189,42 € | Davon sind zu versteuern mit | Bemessungsgrundlage | Umsatzsteuer | 20% Normalsteuersatz | 110.604,06 € | 22.120,81 € | 10% ermäßigter Steuersatz | 565.585,36 € | 56.558,54 € | Summe Erwerbsteuer | | 78.679,35 € | Summe Umsatzsteuer (wie oben) | | 446.347,20 € | Summe Erwerbsteuer (wie oben) | | +78.679,35 € | Gesamtbetrag der Vorsteuern (ohne nachstehende Vorsteuern) | | -801.186,48 € | Vorsteuern aus innergemeinschaftlichem Erwerb | | -78.679,36 € | Vorsteuern betreffend die Steuerschuld gemäß § 19 Abs. 1 zweiter Satz sowie gemäß Art. 19 Abs. 1 Z 3 und Art. 25 Abs. 5 | | -37.345,89 € | Gutschrift | | -392.185,18 € | Festgesetzte Umsatzsteuer | | -392.185,18 € | Bisher vorgeschriebene Umsatzsteuer | | 393.866,52 €*) | Abgabennachforderung | | 1.681,34 € *) Richtig: -393.866,52 €. Begründend wurde ausgeführt: In der Vorhaltsbeantwortung vom 3.5.2018 wurde mitgeteilt, dass den Feststellungen bei der Umsatzsteuerprüfung nicht gefolgt wurde. Die bei dieser Prüfung getroffenen Feststellungen sind daher nach Ansicht des Finanzamtes auch der Jahresveranlagung zugrunde zu legen und daher werden die in der Niederschrift vom 8.4.2015 bzw. im Bericht vom 14.4.2015 vorgenommenen Änderungen auch für den Jahresbescheid übernommen. Für die detaillierte Begründung siehe daher die angeführten Niederschrift und den Bericht. Informativ wird mitgeteilt, dass die Beschwerden vom 27.7.2015 gegen die USt-Festsetzungsbescheide 7-8/2013 vom 21.4.2015 auch als gegen den USt-Jahresbescheid für das Wirtschaftsjahr 2014 gerichtet gelten u. somit weiterwirkt. Eine separate Beschwerde gegen den USt-Jahresbescheid 2014 ist daher nicht erforderlich. Beschluss vom 21. 8. 2019 Mit Beschluss vom 21. 8. 2019 trug das Gericht der Bf gemäß § 85 Abs 1 BAO auf bekannt zu geben, welche Änderungen (Bemessungsgrundlagen, Abgaben) hinsichtlich des Umsatzsteuerbescheids 2014 beantragt werden (§ 250 Abs. 1 lit. c BAO). Begründend wurde unter anderem ausgeführt: Rechtsgrundlagen § 85 BAO lautet: § 85. (1) Anbringen zur Geltendmachung von Rechten oder zur Erfüllung von Verpflichtungen (insbesondere Erklärungen, Anträge, Beantwortungen von Bedenkenvorhalten, Rechtsmittel) sind vorbehaltlich der Bestimmungen des Abs. 3 schriftlich einzureichen (Eingaben). (2) Mängel von Eingaben (Formgebrechen, inhaltliche Mängel, Fehlen einer Unterschrift) berechtigen die Abgabenbehörde nicht zur Zurückweisung; inhaltliche Mängel liegen nur dann vor, wenn in einer Eingabe gesetzlich geforderte inhaltliche Angaben fehlen. Sie hat dem Einschreiter die Behebung dieser Mängel mit dem Hinweis aufzutragen, daß die Eingabe nach fruchtlosem Ablauf einer gleichzeitig zu bestimmenden angemessenen Frist als zurückgenommen gilt; werden die Mängel rechtzeitig behoben, gilt die Eingabe als ursprünglich richtig eingebracht. (3) Die Abgabenbehörde hat mündliche Anbringen der im Abs. 1 bezeichneten Art entgegenzunehmen, a) wenn dies die Abgabenvorschriften vorsehen, oder b) wenn dies für die Abwicklung des Abgabenverfahrens zweckmäßig ist, oder c) wenn die Schriftform dem Einschreiter nach seinen persönlichen Verhältnissen nicht zugemutet werden kann. Zur Entgegennahme mündlicher Anbringen ist die Abgabenbehörde nur während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden verpflichtet, die bei der Abgabenbehörde durch Anschlag kundzumachen sind. (4) Wird ein Anbringen (Abs. 1 oder 3) nicht vom Abgabepflichtigen selbst vorgebracht, ohne daß sich der Einschreiter durch eine schriftliche Vollmacht ausweisen kann und ohne daß § 83 Abs. 4 Anwendung findet, gelten für die nachträgliche Beibringung der Vollmacht die Bestimmungen des Abs. 2 sinngemäß. § 250 BAO lautet: § 250. (1) Die Bescheidbeschwerde hat zu enthalten: a) die Bezeichnung des Bescheides, gegen den sie sich richtet; b) die Erklärung, in welchen Punkten der Bescheid angefochten wird; c) die Erklärung, welche Änderungen beantragt werden; d) eine Begründung. (2) Wird mit Bescheidbeschwerde die Einreihung einer Ware in den Zolltarif angefochten, so sind der Bescheidbeschwerde Muster, Abbildungen oder Beschreibungen, aus denen die für die Einreihung maßgeblichen Merkmale der Ware hervorgehen, beizugeben. Ferner ist nachzuweisen, dass die den Gegenstand des angefochtenen Bescheides bildende Ware mit diesen Mustern, Abbildungen oder Beschreibungen übereinstimmt. § 253 BAO lautet: § 253. Tritt ein Bescheid an die Stelle eines mit Bescheidbeschwerde angefochtenen Bescheides, so gilt die Bescheidbeschwerde auch als gegen den späteren Bescheid gerichtet. Dies gilt auch dann, wenn der frühere Bescheid einen kürzeren Zeitraum als der ihn ersetzende Bescheid umfasst. (5) Der Einschreiter hat auf Verlangen der Abgabenbehörde eine beglaubigte Übersetzung einem Anbringen (Abs. 1 oder 3) beigelegter Unterlagen beizubringen. Weiterwirken der Beschwerden Die Beschwerden gegen die Umsatzsteuerfestsetzungsbescheide 7/2013 und 8/2013 wirken zufolge des abweichenden Wirtschaftsjahres der Bf gegen den Umsatzsteuerbescheid 2014 vom 13. 8. 2018 weiter. Nunmehrige Mangelhaftigkeit der Beschwerden Dadurch wurden die ursprünglich mängelfreien Beschwerden gegen die Umsatzsteuerfestsetzungsbescheide 7/2013 und 8/2013 mangelhaft, da nicht ersichtlich ist, welche Änderungen (§ 250 Abs. 1 lit. c BAO) in Bezug auf den Umsatzsteuerbescheid 2014 beantragt werden. Mängelbehebungsauftrag Der Bf ist daher die Behebung dieses Mangels aufzutragen. Da laut E-Mail des rechtsfreundlichen Vertreters vom 1. 6. 2019 er und die Beschwerdeführerin unter anderem in der Zeit von 12. August 2019 bis 6. September 2019 und von 19. September 2019 bis 30. September 2019 verhindert sind, war die Frist zur Mängelbehebung mit einem Monat festzusetzen, sodass die Mängelbehebung im Zeitraum 7. bis 18. September 2019 erfolgen kann. Bekanntgabe (FA) vom 9. 9. 2019 Das Finanzamt teilte dem Gericht am 9. 9. 2019 mit und legte die entsprechenden PDF vor: Im Zuge der Vorlage wurde von der Abgabenbehörde bekanntgegeben, dass händische Aktenteile (13 beschlagnahmte Ordner, 3 Ordner Arbeitsbogen) aufgrund des doch größeren Umfanges auf Abruf vorgelegt werden. Da bisher nur die Anforderung der 3 Ordner Arbeitsbogen erfolgt ist und ein Abruf der Unterlagen „13 beschlagnahmte Ordner" bisher nicht erfolgt ist, werden von Seiten des Finanzamtes Waldviertel noch folgende Unterlagen aus diesen Ordnern nachgereicht: -) Auftragsbestätigungen LKW ***[34]*** vom 01.10.2012, 28.11.2012 und vom 18.12.2012; -) E-Mail von Hm. ***[11]*** vom 29.03.2013; -) Zeugeneinvernahme ***[46]*** Dietmar vom 16.04.2014. Ad Auftragsbestätigungen LKW ***[34]***: Aus diesen Auftragsbestätigungen ist ersichtlich, dass der Auftraggeber, der Transporte von Polen zu den einzelnen Landwirten, die Firma ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H. ist. Ad E-Mail von Hrn. ***[11]*** vom 29.03.2013: Auch in dieser E-Mail tritt Herr ***[11]*** mit der E-Mail Signatur der ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H auf. Es handelt sich hierbei eindeutig um einen Düngemittelverkauf. Ad Zeugeneinvernahme ***[46]*** Dietmar vom 16.04.2014: Die Zeugeneinvernahme wird ergänzend nachgereicht. ***[46]*** gibt u.a. an: „Die ***[1]*** VertriebsgmbH war das Vermittlungsunternehmen zw. der Fa. ***[8_9]*** in Polen und den einzelnen Landwirten". Mündliche Verhandlung vom 11. 9. 2019 In der mündlichen Verhandlung vom 11. 9. 2019 wurden seitens der Parteien wesentliche Interessen i. S. d. § 23 BFGG, die einer Veröffentlichung entgegenstehen, nicht bekannt gegeben. In der Sache wurde ausgeführt: Rechtsfreundliche Vertreter (…): In Bezug auf den Beschluss vom 21. 8. 2019 gibt der rechtsfreundliche Vertreter eingangs bekannt, das der Umsatzsteuerbescheid 2014 vom 13. 8. 2014, mit welchem Umsatzsteuer für das Jahr 2014 festgesetzt wird, dahingehend abgeändert werden möge, dass die Bemessungsgrundlage für die zwanzigprozentigen Umsätze für das Jahr 2014 gemäß der Umsatzsteuererklärung für 2014 vom 4. 12. 2015, Kennziffer 022, mit € 113.959,82 (statt mit € 131.848,53) festgesetzt werden möge. Gericht: Verlesen wird das Schreiben des Finanzamts vom 9. 9. 2019 an das Gericht. Das Gericht weist darauf hin, dass sich der Inhalt der "Auftragsbestätigungen LKW ***[34]***" auf Seiten 101 f. des Beschlusses vom 20. 4. 2018 befindet, der Inhalt der "E-Mail von Hrn. ***[11]*** vom 29.03.2013" auf Seiten 102 f. des Beschlusses vom 20. 4. 2018 und der Inhalt der "Zeugeneinvernahme ***[46]*** Dietmar vom 16.04.2014" auf Seiten 89 f. des Beschlusses vom 20. 4. 2018 und daher der Bf (wie dem Gericht) bereits bekannt sind.   Seitens des Gerichts wird ausgeführt, dass die eingangs vorgetragenen Sachverhaltsannahmen der Bf einerseits und der belangten Behörde andererseits sowie die jeweils daraus gezogenen rechtlichen Schlussfolgerungen erheblich divergieren. Im Hinblick auf die Komplexität des bisherigen Verfahrens erweise es sich - "Keep it simply" - zweckmäßig den Kern der Streitfrage herauszuarbeiten. Die Parteien werden eingeladen, den im folgenden vorgetragenen fiktiven Sachverhalt zu beurteilen:

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7105311/2015
ECLI
ECLI:AT:BFG:2019:RV.7105311.2015
Stammnummer
126394
Gültig
03.10.2019 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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