Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7105311/2015
Lieferungen von Düngemitteln an österreichische Landwirte durch eine (österreichische) G.m.b.H. oder eine (polnische) sp. z o.o.?
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7105311/2015vom 03.10.2019Teil 2 von 12
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Laut CMR-Transportpapier vom 12. 2. 2013 versendet die ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]*** - POLEN, Tel 0048 32 ***[25]***, ***[8_9]***@interia.pl (Stempel) an den Empfänger Manfred ***[26]***, ***[27]*** 13, ***[28]*** ***[29]*** durch einen polnischen Frachtführer Säcke zu insgesamt 20.000 kg.
[...]
Rechnung (OZ 10, 5)
Weitere Rechnung der ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]*** - POLEN, Tel 0048 32 ***[25]***, ***[8_9]***@interia.pl, vom 14. 2. 2013, Rechnung Nr. 13-00040 zu AB Nr. 13-00030 vom 21. 1. 2013 an Manfred ***[26]***, ***[27]*** 13, ***[28]*** ***[29]*** 9,00 ton Harnstoff 46%N geprillt Big-Bag zu 387,960, gesamt 3.491,64, zuzüglich 8% MWSt. 279,33, "Gesamtbetrag EUR" 3.770,97 (der Rechnungstext ist in deutscher Sprache gehalten).
Kwota VAT w PLN = 1167,07
Kurs do VAT: 1 € = 4,1781
Tabela 031/A/NBP/2013 z dnia 13-02-2013
wplaty nie odnotowano
paragon kasowy nr 564
[...]
Überweisung (OZ 10, 6)
Hierzu Überweisungsbeleg vom 18. 2. 2013 des Manfred ***[26]*** über 3.770,97 auf das Konto ***[6]*** bei der Bank Austria, lautend auf ***[8]*** ***[9]*** Sp.z. o.o.
[...]
Auftragsbestätigung (OZ 10, 7)
Ferner eine, abgesehen von der Überschrift (POTWIERDZENIE ZAMÓWIENIA, also Bestellbestätigung) in deutscher Sprache gehaltene Auftragsbestätigung Nr. 13-00030 vom 21. 1. 2013 an Manfred ***[26]***, ***[27]*** 13, ***[28]*** ***[29]*** 9,00 ton Harnstoff 46%N geprillt Big-Bag zu 387,960, gesamt 3.491,64, zuzüglich 8% MWSt. 279,33, "Gesamtbetrag EUR" 3.770,97 "Sprzedawca/Verkäufer: ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o.", ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]*** - POLEN, Tel 0048 32 ***[25]***, ***[8_9]***@interia.pl.
[...]
CMR (OZ 10, 8)
Laut CMR-Transportpapier vom 12. 2. 2013 versendet die ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]*** - POLEN, Tel 0048 32 ***[25]***, ***[8_9]***@interia.pl (Stempel) an den Empfänger Manfred ***[26]***, ***[27]*** 13, ***[28]*** ***[29]*** durch einen polnischen Frachtführer Säcke Harnstoff zu insgesamt 4000 kg.
[...]
CMR (OZ 10, 9)
Laut CMR-Transportpapier vom 12. 2. 2013 versendet die ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]*** - POLEN, Tel 0048 32 ***[25]***, ***[8_9]***@interia.pl (Stempel) an den Empfänger Manfred ***[26]***, ***[27]*** 13, ***[28]*** ***[29]*** durch einen polnischen Frachtführer Säcke Harnstoff zu insgesamt 5000 kg.
[...]
Fotos (O 11)
Ein Foto (OZ 11, "Beschlagnahme Unterlagen ***[8]*** ***[9]***l") zeigt Kuverts mit dem Stempel der ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., darauf österreichische Briefmarken, innen offenkundig Briefpapier der ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o., an österreichische Adressaten, dazu Detailfotos
[...]
ferner Schränke mit Ordnern "***[8]*** ***[9]*** Bankauszüge", "***[8]*** ***[9]*** Auftragsbestätigungen" usw. Beispiel:
[...]
Niederschrift ***[10]*** ***[11]*** vom 5. 12. 2013 (OZ 12)
***[10]*** ***[11]*** gab am 5. 12. 2013 vor dem Finanzamt Waldviertel als (damaliger) Finanzstrafbehörde I. Instanz als Beschuldigter vernommen unter anderem an (OZ 12, auf der elektronisch vorgelegten Ausfertigung fehlen die Unterschriften, diese sind jedoch im Original im Arbeitsbogen enthalten):
FV: Wie sind sie zur Fa. ***[1]*** VertriebsgesmbH gekommen ?
A: Ich war Lieferant der Fa. ***[30]*** in ***[31]*** und diese Firma hat in Kooperation mit deren Lieferanten die Fa. ***[1]*** gegründet. Die Lieferanten waren in einem Verein zusammengefaßt, welcher heute noch existiert (Verein zur ***[121]*** ***[32]*** in Österreich).
Die Fa. ***[30]*** hat ihre Anteile der ***[1]*** angeboten, der Verein hat die Anteile übernommen. 1996/97 war die Fa. ***[1]*** vom Konkurs bedroht, es konnte kein neuer Geschäftsführer gefunden werden, weshalb ich diese Aufgabe übernommen habe.
Der Verein hat die Verbindlichkeiten der Fa. ***[1]*** als Haftender übernommen (durch die Funktionäre).
Während meiner Geschäftsführertätigkeit hatte der Verein den Großteil der Anteile an der ***[1]*** , 2012 wurden schließlich die letzen Anteile (bis auf 3%) von Hrn. ***[11]*** übernommen.
Ursprünglich war der Verein Liegenschaftseigentümer in ***[3]*** und Hr. ***[11]*** Eigentümer der Liegenschaften in ***[18]*** und ***[31]***. Diese wurden an die GesmbH verkauft.
...
FV: Wie erklären sie die Haftungen von 2.300.000,-- ?
A: Es handelt sich um Verlustfinanzierungen der Fa. ***[1]*** und Bürgschaftsübernahmen.
FV: Was hat die Fa. ***[1]*** für eine Geschäftstätigkeit ?
A: Handel und Vertrieb von Kartoffeln, Zwiebeln und Getreide.
Diese Produkte entstammen größtenteils dem Inland, aber nicht ausschließlich. Bei Engpässen werden auch Waren aus dem Ausland bezogen und in den Handel eingespeist.
FV: Wohin erfolgen Lieferungen ?
A: Im Inland als auch in EU- und nicht EU-Länder.
Die Marke ***[1]*** gibt es seit ca. 10 Jahren nicht mehr, wir sind nur mehr im Großhandel mit normaler Handelsware vertreten.
FV: Wie sind sie zu den Exportgeschäften gekommen ?
A: Ich habe diese Märkte selbst aufgebaut
Mittels Adressenmaterial über die Wirtschaftskammer und Kontakte geknüpft, durch Ausstellungen auf Messen.
FV: Lt. Buchhaltung betreibt ***[1]*** im kleinen Rahmen einen Handel mit Düngemittel
A: Das würde ich als geringfügig bezeichnen mit 7.000,-- bis 10.000,--/Jahr. Ich würde diesen Teil nicht als Erwerbszweig verstehen.
Verkauft werden diese Düngemittel an diverse Abnehmer.
Zusammenfassend ist die Fa. ***[1]*** im Kartoffel-, Gemüse- u. Zwiebelhandel tätig. Alles andere ist nicht der Rede wert.
FV: Sie haben in Polen 2 Firmen gegründet, wie kam es dazu ?
A: Ich habe diese Firmen als Person gegründet, weil ich mir ein Standbein aufbauen wollte, das mit der bisherigen Tätigkeit nichts zu tun hat. Ich in ganz Europa tätig. Polen bietet durch das Vorhandensein großer Düngemittelfabriken in der Umgebung der beiden Firmen und durch das Eisenbahnnetz (russ. Breitspur) einen guten Standort.
In Polen befindet sich für beide Firmen ein Betriebsgelände mit 7.000 m², wovon die Fa. ***[8]*** ***[9]*** Lagerhallen und –flächen (ca. 1.000 m² Freifläche und 600 m² Büro und Lagerhallen) gemietet hat.
FV: Hat die Fa.***[8]*** ***[9]*** dort Mitarbeiter beschäftigt ?
A: Ja, 1 Person für das Büro und 2 Personen (ein Brüderpaar) für den Umschlag und die operative Tätigkeit. Dieses Brüderpaar ist im Umkreis der Eigentümer zu sehen.
Im Büro arbeitet Fr. ***[17]*** ***[109]***.
FV: Welche Funktion hat die Einakufsgemeinschaft ***[118]***-***[117]*** ?
A: Die Einkaufsgemeinschaft hat hier überhaupt keine Funktion, es ist eine lose Gemeinschaft von Landwirten (ohne Rechtsform),die sich die günstigsten Einkaufsmöglichkeiten von Betriebsmitteln sucht.
FV: Wie werden die Kunden der Fa. ***[8]*** ***[9]*** aquiriert ?
A: Es gibt keine Werbung, es werden Preise auf der Homepage veröffentlicht. Werbung gibt es in keiner Form.
FV: Wie konnten große Teile der Buchhaltung in ***[3]*** sein ?
A: Weil ich Eigentümer der Fa. ***[8]*** ***[9]*** bin muß es mir möglich sein mir einen Überblick über die finanzielle Situation der Firma zu verschaffen, sei es in Polen oder in Österreich.
Hinsichtlich der Nutzung dieses Büroraumes gibt es keinen Mietvertrag zwischen der Fa. ***[1]*** und der Fa.***[8]*** ***[9]***.
FV: Wie kann ein Landwirt bei der Fa. ***[8]*** ***[9]*** in Polen bestellen ?
A: Dafür ist der Landwirt selber verantwortlich.
Er kann per Post, per Fax, per E-Mail bestellen.
FV: Wie kommt der Landwirt zu den Düngemitteln
A: Dafür ist er selbst verantwortlich, er muß sich die Düngemittel selbst aus Polen abholen.
Die Buchhaltung der Fa. ***[8]*** ***[9]*** ist in Polen, wofür es auch einen polnischen Steuerberater gibt. Die vorgefundenen Belege sind solche die verbucht sind und in ***[3]*** nur vorübergehend zwecks Informationszwecken für Hrn. ***[11]*** aufbewahrt werden.
Fr. ***[17]*** ist vorrübergehend auch für andere Aufgaben bei der Fa. ***[1]*** beschäftigt und unterstützt mich durch ihre Sprachkenntnisse (auch russisch) diverse Märkte zu erschließen.
FV: Wer nimmt die Bestellungen entgegen ?
A: Die Fa. ***[8]*** ***[9]*** in Form von Fr. ***[17]*** oder dem Brüderpaar ***[33]***.
Die Aufträge werden gesammelt und schwerpunktmäßig von Fr. ***[17]*** abgearbeitet.
Welche Aufträge angenommen werden entscheidet Hr. ***[11]***, der sich immer wieder in Polen aufhält.
FV: An wen verkauft die Fa. ***[8]*** ***[9]*** ?
A: Die Fa. arbeitet nur in Polen und bietet Düngemittel gegen Abholung an.
Teilweise auch an polnische Abnehmer.
***[8]*** ***[9]*** hat ein Lager und bei vorliegenden Bestellungen wird aus verschied. Ländern eingekauft (Polen, Rußland, Ukraine, usw.), je nachdem, wo Ware gerade günstig einzukaufen ist.
FV: Wie kommt der Bauer zu seinem Dünger ?
A: Er muß sich um den Transport kümmern und sich die Dünger holen.
Dabei bieten die div. Einkaufsgemeinschaften Hilfestellung, die Landwirte suchen sich gemeinsam einen Transporteur und wickeln den Transport ab.
Die Fa. ***[8]*** ***[9]*** gibt dem Landwirt Bescheid, daß die Bestellung angekommen ist und die Ware abholbereit ist. Diese Vorgänge werden hs. telefonisch abgewickelt.
FV: Als Sitz der Einkaufsgemeinschaften ist Ihr Wohnsitz angegeben.
A: Das ist nicht so, es gibt verschiedenste Gemeinschaften über die sich die Landwirte zusammenschließen. Teilweise holen die Landwirte den Dünger auch selber aus Polen ab.
Die Aufträge sind nicht in der Buchaltung der Fa. ***[8]*** ***[9]***, sie werden lediglich am selben Platz aufbewahrt.
Wieso sich die Ordner der Einkaufsgemeinschaft in ***[3]*** befunden haben bei der Buchhaltung der ***[8]*** ***[9]*** kann ich nicht sagen. Die Ordner sind unterschiedlich beschriftet und farblich auseinandergehalten.
FV: Welchen Umfang hat die Einkaufsgemeinschaft ***[118]***-***[117]*** ?
A: Das kann ich jetzt nicht sagen.
FV: Gibt es auch Qualitätszertifikationen ?
A: Die EU-Kriterien sind erfüllt.
FV: Wie groß ist die Preisdifferenz zur österr. Produktion
A: Das kann ich nicht sagen. Es gibt einen Weltmarktpreis.
FV: Welche Funktion haben sie bei der Einkaufsgemeinschaft ?
A: Ich bin ein Rädchen, ein Teil dieser Einkaufsgemeinschaft.
Es wird ein Ladeschein der Einkaufsgemeinschaft ***[118]***-***[117]*** vorgelegt auf welchem die Kontaktadresse der Fa. ***[17]*** und die Tel.Nr. der Fa. ***[1]*** in ***[3]*** angegeben ist.
Was sagen Sie dazu ?
A: Es muß einem Frächter möglich sein zu fragen, wann in Polen geöffnet ist und wann er kommen kann.
Da Fr. ***[17]*** mehrere Sprachen spricht und sich auch oft in ***[3]*** aufhält und weil die meisten Frächter diese Sprachen sprechen wird Fr. ***[17]*** als Kontaktperson angegeben.
Diese Telefonnummer kann nur eine Ausnahme oder ein Irrtum sein, sicher nicht die Regel und eventuell aus einer Formular-Vorlage stammt und vergessen wurde zu adaptieren.
Vorhalt der FV: Wieso ist auf diesen vorgelegten Ladescheinen als Entladeort ***[3]*** angegeben ?
A: Kann ich nicht sagen.
FV: Wer war für die Abwicklung der Abholung am Ladeplatz ***[1]*** verantwortlich ?
A: Kann ich nicht sagen.
FV: Der Bauer muß bei Bestellungen also in Polen anrufen ?
A: Er kann auch E-Mail schreiben und bekommt dann eine Verständigung, daß die Ware abholbereit ist.
FV: Arbeitet Fr. ***[17]*** für die Fa. ***[8]*** ***[9]*** in ***[3]*** ?
A: Nein.
FV: Am Kontrolltag wurde die Ausgangspost der Fa. ***[8]*** ***[9]*** an die österr. Landwirte im Postausgangsstapel der Fa. ***[1]*** aufgefunden – wie ist das möglich ?
A: Das kann ich nicht beantworten, ich war an diesem Tag nicht in ***[3]***.
Das entzieht sich meiner Kenntnis.
FV: Es gibt keine Geschäftsbeziehung zw. der Fa. ***[8]*** ***[9]*** und der Fa. ***[1]*** – stimmt das ?
A: Das ist richtig.
FV: Wieso existieren dann Frachtbriefe der Fa. LKW ***[34]*** die auf einen Liefervorgang zwischen ***[8]*** ***[9]*** und ***[1]*** ***[3]*** hinweisen ?
A: Kann ich nicht beantworten, dazu müßte ich den konkreten Ablauf kennen und CMR-Papiere sehen. Zwischen den beiden Firmen besteht definitiv keine Geschäftsbeziehung.
Es könnte sich auch um einen Schreibfehler handeln.
FV: Wurde die Fa. LKW ***[34]*** auch beauftragt Düngemittel von der Fa. ***[8]*** ***[9]*** nach Österreich zu bringen?
A: Nein.
FV: In den sichergestellten Unterlagen befinden sich auch Gegenscheine der Fa. ***[1]*** über Abholung von Düngemitteln durch Landwirte – wieso ?
A: Das ist nicht meine Handschrift, das kann ich jetzt nicht sagen, das weiß ich nicht.
FV: Zum Auftritt auf der Homepage: dzt. wird wieder eine Düngeraktion angeboten, wo ***[8]*** ***[9]*** die Lieferung der Ware 6 Wochen nach Abbuchung garantiert.
A: Es wird nicht die Lieferung sondern die Bereitstellung der Ware garantiert.
FV: Teilw. wurde auch E-Mail-Verkehr in den sichergestellten Unterlagen vorgefunden, aus welchen folgender Text hervorgeht:
Habe heute an ***[36]*** Gerda, ***[37]***-***[38]***, 1.000 kg KAS verkauft. € 311,-- + Transport. Bitte Rechnung schreiben. Lieferschein kommt nach ***[3]***.
A: Dazu kann ich nichts sagen.
FV. Welche Personen werden konkret als Einkaufsgemeinschaft ***[118]***-***[117]*** tätig ?
A: Das kann ich heute nicht sagen.
FV: Die Unterschriften auf den verschiedenen CMR`s (z.B. Bel.Nr. 445/12)erscheinen ident, obwohl unterschiedliche Empfänger angegeben wurden.
A: Diese Aussage beruht auf einer Vermutung es wird keine Stellungnahme dazu abgegeben. Hr. ***[11]*** kennt die Unterschrift nicht.
FV: Die Einkaufsgemeinschaft hat ein Bankkonto, wer ist dafür verantwortlich ?
A: Das Bankkonto lautet auf ***[11]*** ***[10]***, da es der Einkaufsgemeinschaft rechtlich nicht möglich war ein Bankkonto zu eröffnen. Über dieses Konto kann nur Hr. ***[11]*** verfügen.
FV: Auftragsbestätigung durch ***[1]*** an LKW ***[34]*** und die Rechnung lautet auf die Einkaufsgemeinschaft ***[118]***-***[117]*** , die Zahlung erfolgte vom Konto des Hrn. ***[11]***, der Zahlungsbeleg lautet auf die Einkaufsgemeinschaft.
A: Keine Antwort.
FV: Ist Hr. ***[110]*** ***[39]*** für die Einkaufsgemeinschaft ***[118]*** - ***[117]*** tätig ?
A: Nein, Hr. ***[39]*** ist ein Landwirt
Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob er die ganze Abwicklung der Düngemittellieferungen koordiniert.
VFV: Haben Sie Bestellschein von Landwirten an die Einkaufsgemeinschaft ***[118]*** - ***[117]*** an Ihrer Wohnadresse entgegengenommen ?
A: Kann ich nichts dazu sagen.
FV: Zu einem Schreiben der Einkaufsgemeinsch. ***[118]*** - ***[117]*** über die Übermittlung eines Zahlscheines für die Frachtkosten, wird gefragt, ob die Einkaufsgemeinschaft als Unternehmer auftritt.
A: Nein.
FV: Wer kann uns zu der Einkaufsgemeinschaft ***[118]*** - ***[117]*** Auskunft geben ?
A: Keine Antwort.
FV: Wer beauftragt die Transporteure ?
A: Niemand.
FV Wie wickeln Sie persönlich für Ihre Landwirtschaft den Kunstdüngereinkauf bei der Fa. ***[8]*** ***[9]*** ab ?
A: Ich fülle den Bestellschein aus und schicke ihn an ***[8]*** ***[9]***. Die Dünger habe ich selbst aus Polen abgeholt.
Es werden keine Angaben dazu gemacht, wieso Hr. ***[11]*** Teil der Einkaufgemeinschaft ist und trotzdem in Eigenregie handelt.
FWV Es wird ein Muster eines Transportauftrages durch den Landwirt vorgelegt.
A: Der Transportauftrag ist zeitlich getrennt von der Bestellung.
Zu der Frage wer den vom Landwirt unterschriebenen Transportauftrag bekommt und wie diese in das Büro der Fa. ***[1]*** kommen kann er auch keine Angaben machen.
Auf dem Transportauftrag ***[41]*** Franz vom 1.8.2012 scheint eine Zahlungsbestätigung „bar bezahlt am 31.10.2012" mit einer von Hrn. ***[11]*** nicht verifizierbaren Unterschrift auf.
Auf einen Transportauftrag betreffend ***[40]*** ***[113]*** vom 1.8.2012 scheint eine Zahlungsbestätigung mit einer Unterschrift auf die von Hrn. ***[11]*** als seine identifiziert wurde.
Auch unter Vorhalt dieses Sachverhaltes gibt Hr. ***[11]*** an, daß er nichts weiteres dazu sagen kann.
FV: zu E-Mail-Verkehr aus welchem Mitarbeiter der Fa. ***[1]*** (Sonja ***[15]***) Geldgebarungen der ***[8]*** ***[9]*** veranlassen.
A: Dazu kann ich nichts sagen
FV: Wer ist für die Konten der Fa. ***[8]*** ***[9]*** zeichnungsberechtigt ?
A: Ich.
Über Vorhalt Hr. ***[11]*** eine Zahlung seitens der bei ***[1]*** angestellten Sonja ***[15]*** im Namen der ***[8]*** ***[9]*** an Hrn. ***[12]*** getätigt hat kann er keine Angaben machen.
FV. Wie ist die Fa. ***[8]*** ***[42]*** tätig ?
A: Diese Firma ist nicht tätig, sollten Unterlagen vorliegen kann es sich nur um falsch erstellte Unterlagen handeln.
FV Wieso können sich Aufzeichnungen oder Ausdrucke auf ***[1]*** Geschäftspapieren befinden ?
A: Das weiß ich nicht.
Es werden folgende Angaben zur Fa. ***[8]*** ***[9]*** gemacht:
Die Fa., ***[8]*** ***[9]*** erzielt in Polen Gewinne und zahlt auch Körperschaftsteuer.
An maschineller Ausstattung sind eine Brückenwaage und ein Radlader vorhanden.
...
Niederschrift Hermann ***[12]*** vom 7. 3. 2014 (OZ 12)
Hermann ***[12]*** gab am 7. 3. 2014 durch das Finanzamt Waldviertel im Außendienst als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 13, auf der elektronisch vorgelegten Ausfertigung fehlen die Unterschriften, diese sind jedoch im Original im Arbeitsbogen enthalten):
Befragt, ob ihm die Fa. ***[1]*** bekannt ist gibt Hr. ***[12]*** an:
Ja, ich kenne die Firma und verkaufe der Firma Kartoffeln und im Vorjahr habe ich Hafer geliefert.Hauptabnehmer meiner Produkte sind aber die Fa. ***[43]*** bzw. die Saatbaugenossenschaft.
Wie wurden sie auf die polnische Firma ***[8_9]*** aufmerksam ?
Woher diese Firma meine Adresse hat weiß ich nicht, ich bekomme aber 3x jährlich Preislisten inkl. Bestellscheine über Düngemittel per Post zugesandt.
Den Bestellschein habe ich ausgefüllt und bei der Fa. ***[1]*** in ***[3]*** persönlich im Büro (keiner bestimmten Person) abgegeben.
Frage: Wieso geben Sie den Bestellschein bei der Fa. ***[1]*** ab ?
Antwort: Weiß ich nicht, hab ich immer so gemacht.
Frage: Kennen Sie jemanden von der Fa. ***[8_9]*** ?
Antwort: Nein.
Frage: Wie erfolgt die Bezahlung der Düngemittel ?
Antwort: Ich erteile gleichzeitig mit der Abgabe des Bestellscheines eine Einzugsermächtigung.
Der gesamte Rechnungsbetrag wurde mir kurz vor Lieferung noch vor Rechnungserhalt abgebucht.
Frage: Haben Sie den Dünger aus Polen selbst abgeholt ?
Antwort: Nein.
Frage: Haben Sie einen Spediteur mit der Abholung beauftragt ?
Antwort: Nein, ich habe keinen Transporteur beauftragt. Bei der Bestellungsabgabe wurde von der Fa. ***[1]*** der Transportauftrag (siehe Kopie), in welchem Mengenangaben und Datum angegeben sind, ausgefertigt. Auf diesem Transportauftrag ist nicht ersichtlich, wer die Ware liefern wird.
Frage: Wie sind Sie zu den Düngemitteln gekommen ?
Antwort: Ich habe die Düngemittel selbst in ***[3]*** bei der Fa. ***[1]*** abgeholt.
Der Frächter war noch vor Ort und die BigBags wurden umgeladen (mit Stapler der Fa.***[1]***).
Im Zuge dieses Ladevorganges habe ich auch ein CMR-Papier unterschrieben.
Frage Wie und an wen wurden die Transportkosten bezahlt ?
Antwort: Die Transportkosten wurden im nachhinein an die EKG ***[117]***-***[118]*** überwiesen.
Frage: Wieso an die EKG ***[117]***-***[118]*** ?
Antwort: Weil das auf der Zahlungsaufforderung so steht.
Ich kenne niemanden von der EKG ***[117]***-***[118]*** und habe mit dieser EKG auch keinen Kontakt.
Beigeschlossen sind Kopien folgender Urkunden:
Muster Bestellschein
[...]
Muster Auftragsbestätigung
[...]
Muster Transportauftrag
[...]
Muster Rechnung
[...]
Muster CMR
[...]
Muster Frachtkostenvorschreibung Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***
[...]
Muster Kontoauszug Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***
[...]
Niederschrift Rudolf ***[13]*** vom 9. 4. 2014 (OZ 14)
Rudolf ***[13]*** gab am 9. 4. 2014 durch das Finanzamt Waldviertel im Außendienst als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 14):
Befragt zu der Geschäftsbeziehung zur Fa. ***[1]*** gibt Hr.***[13]*** an:
Ich liefere landwirtschaftl. Erzeugnisse an die Fa. ***[1]*** und als Gegengeschäft kaufe ich daraufhin einen Teil meiner Düngemittel bei der Fa. ***[1]*** ein.
Befragt wie ich zu den Düngemitteln komme gebe ich an, daß ich per Post Bestellscheine erhalte, vermutlich von der Fa. ***[1]***. Ich fülle den Bestellstein aus und gebe ihn persönlich bei der Fa. ***[1]*** in ***[3]*** ab, wo die gerade im Büro anwesende Person ihn entgegen nimmt. Namentlich kann ich keine Person nennen, diese wechseln ständig .
Mit dem Bestellschein wird eine Bankeinzugsermächtigung abgegeben. Die Bezahlung erfolgt in Teilbeträgen durch Bankeinzug.
Frage: Holen Sie den Dünger aus Polen persönlich ab ?
Nein, mit dem Transport habe ich nichts zu tun. Wenn der Dünger vorrätig ist werde ich von der Fa. ***[1]*** angerufen. Ich fahre mit meinem Fahrzeug nach ***[3]*** und hole den Dünger vom Firmengelände der Fa. ***[1]*** ab. Die BigBags werden mir dort von Mitarbeitern der Firma per Stapler aufgeladen.
Konkret befragt ob Hr. ***[13]*** einen Frächter beauftragt hat die Ware abzuholen wird bekanntgegeben:
Ich habe noch nie einen Frächter beauftragt, wie schon gesagt habe ich mit dem Transport nichts zu tun. Ich weiß nicht welcher Frächter die Waren von Polen nach ***[3]*** bringt.
Den vorgedruckten Transportauftrag habe ich bei Abholung der Waren aus ***[3]*** vorausgefüllt erhalten und die Transportkosten bar bezahlt (einer Mitarbeiterin mit slawischen Akzent).
Auf dem Transportauftrag ist ein Stempel mit EKG ***[117]***-***[118]*** angebracht.
Kennen Sie diese ?
Ich kann mit dieser Bezeichnung nichts anfangen, wieso dieser Stempel auf dem Transportauftrag ist weiß ich nicht.
Beigeschlossen sind Kopien folgender Urkunden:
Muster Bestellschein
[...]
Muster Auftragsbestätigung
[...]
Muster Transportauftrag
[...]
Muster Rechnung
[...]
Muster CMR
[...]
Muster Kontoauszug Einkaufsgemeinschaft ***[117]***/***[118]***
[...]
Niederschrift Sonja ***[15]*** vom 2. 6. 2014 (OZ 15)
Sonja ***[15]*** gab am 2. 6. 2014 vor dem Finanzamt Waldviertel als Finanzstrafbehörde als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 15):
Beschäftigung: Angestellte bei der Fa. ***[1]*** VertriebsgesmbH
Zur Sache gibt die Zeugin an:
Kennen Sie die Fa. ***[1]*** VertriebsgesmbH in ***[3]*** und wenn ja in welchem Zusammenhang ?
Ja, ich bin bei der Fa. ***[1]*** Büroangestellte und bin für die Kartoffel-, Zwiebel- und Getreideabrechnungen mit den Landwirten zuständig.
Meine Arbeitszeit wurde von anfangs 8 Stunden/Woche auf mittlerweile 30 Std./Woche erhöht.
Kennen Sie die Fa. ***[8]*** ***[9]*** und wenn ja in welchem Zusammenhang ?
Ja, ich kenne diese Firma iZm. Düngemittel.
Kennen Sie die EKG ***[118]***-***[117]*** und wenn ja in welchem Zusammenhang ?
Ja, ich habe von dieser EKG schon gehört, habe jedoch keine Kenntnis wer daran beteiligt ist und worin die Tätigkeit dieser EKG besteht.
Kennen Sie Fr. ***[17]*** ***[109]*** ?
Ja.
Welchen Aufgabenbereich Fr. ***[17]*** abdeckte weiß ich nicht, sie hat hauptsächlich ausländisch gesprochen.
Wissen Sie zu welchen Zeiten sich Fr. ***[17]*** in ***[3]*** aufgehalten hat ?
Genaue Zeiten sind mir nicht bekannt. Fr. ***[17]*** saß mit mir in einem Büro am gegenüberliegenden Schreibtisch.
Heuer, also 2014 war Fr. ***[17]*** noch nicht in ***[3]*** anwesend.
2013 war Fr. ***[17]*** mehrere Wochen durchgehend in ***[3]*** anwesend, ich glaube das war im Frühjahr.
Seit wann befindet sich die Buchhaltung der Fa. ***[8]*** ***[9]*** in ***[3]*** ?
Weiß ich nicht. Vielleicht ein halbes bis zu einem Jahr. Genaue Zeitangaben kann ich wirklich nicht machen.
(Der Schreibtisch von Fr. ***[15]*** befindet sich gegenüber des Kastens in welchem die Ordner der Fa. ***[8]*** ***[9]*** untergebracht waren).
Hat Fr. ***[17]*** auch Aufgaben für die Fa. ***[1]*** wahrgenommen ?
Das weiß ich nicht, ich kenne den Aufgabenbereich von Fr.***[17]*** nicht.
Wer hat die Verhandlungen bei Import- und Exportgeschäften in polnischer oder russischer Sprache durchgeführt ?
Wahrscheinlich Hr. ***[11]***.
Großteils werden Verhandlungen in Englisch geführt, Hr. ***[11]*** spricht perfekt Englisch.
ln welcher Sprache kommunizierte Fr. ***[17]*** mit Ihnen ?
Wir haben nicht allzuviel miteinander gesprochen.
Wenn, dann unterhielten wir uns auf Deutsch, Fr. ***[17]*** hatte einen starken polnischen Akzent.
Wie oft ist Hr. ***[11]*** in ***[3]*** ?
Ganz verschieden, es gibt keine fixen Anwesenheitszeiten.
Manche Wochen gar nicht, manche Wochen ganz oder tageweise -alle Varianten möglich.
Wissen Sie, ob Hr. ***[11]*** öfters in Polen ist ?
Ja, ich denke schon, daß er öfters in Polen ist.
Haben Sie irgendwelche Tätigkeiten iZm. Düngemittelverkäufen durchgeführt?
[handschriftlich: vielleicht ... =unleserlich]
Haben Sie beobachtet, ob Landwirte bei der Fa. ***[1]*** Düngemittel bestellt und abgeholt haben?
Vereinzelt haben Landwirte Bestellscheine für Düngemittel abgegeben (geschätzte 10-20 konnte ich beobachten). Was mit den im Büro angesammelten Bestellscheinen weiter geschah weiß ich nicht.
Die Befragte erkannte das vorgezeigte Muster eines Bestellscheines.
Auch die Abholungen konnte ich nur vereinzelt beobachten - schon auf Grund meiner Arbeitszeit.
Wer aus dem Büro der Fa. ***[1]*** hat die Landwirte informiert, daß Düngemittel geliefert wurden und abholbereit sind ?
Ich nicht, ich weiß auch nicht wer die Informationen erteilte.
Hatten Sie im Zuge der Düngemittelabholungen irgendwelchen Kontakt mit den Landwirten ?
Nein weder bei der Verladung noch bei einer eventuell erfolgten sofortigen Barzahlung.
Fr. ***[15]*** werden E-Mails zwischen der Fa. ***[44]*** und Ihr gezeigt.
E-Mails vom 15.1. bis 22.1.2013: Inhalt= Mahnung von 2 offenen Transportrechnungen der EKG.
Fr. ***[15]*** gibt an alles im Auftrag von Hrn. ***[11]*** gemacht zu haben, konkret besteht keine Erinnerung an diese E-Mails. Vielleicht gab es 3-4 Tätigkeiten die ausgeführt wurden.
Ich kann mich daran nicht mehr erinnern und weiß auch nicht wieso die Fa. ***[44]*** mich direkt anschrieb.
Ich habe mit der EKG und deren Buchhaltung gar nichts zu tun.
Ich habe keinen Zugriff auf das Konto der EKG.
Vielleicht wurde die E-Mail von Hrn. ***[11]*** an mich weitergeleitet, wahrscheinlich hat Hr. ***[11]*** mich damit beauftragt die Mahnungen zu bearbeiten
Konfrontiert mit dem E-Mail-Verkehr zwischen EKG und Spedition gibt Fr. ***[15]*** an:
Ich wurde wahrscheinlich von Hrn. ***[11]*** beauftragt eine Kontenabstimmung zwischen den Landwirten welche Transportkosten für Düngemittellieferungen schuldeten und dem Bankkonto der EKG durchzuführen.
Ich hatte wahrscheinlich dazu die Kontoauszüge der EKG und habe den Zahlungseingang von den Landwirten herausgesucht und nachgesehen, ob die einzelnen Rechnungen vollständig einbezahlt wurden.
Wahrscheinlich habe ich alle Zahlungseingänge der Landwirte addiert und sobald die Zahlungseingänge für eine Lieferung vollständig waren Hrn. ***[11]*** informiert, daß die Zahlung an die Fa. ***[44]*** erfolgen kann.
Daran, wie oft solche Speditionsrechnungen von mir überprüft wurden kann ich mich nicht erinnern.
Fr. ***[15]*** werden E-Mails zwischen der Fa.***[8_9]*** und Ihr gezeigt.
E-Mails vom 19.12. bis 28.12.2012: Inhalt= USt-Rückerstattung ***[45]*** und Bestellungsstorno ***[12]***.
Fr. ***[109]*** ***[17]*** weist Fr. ***[15]*** an Rücküberweisungen durchzuführen.
Haben Sie die Möglichkeit gehabt vom Konto der Fa. ***[8]*** ***[9]*** Überweisungen durchzuführen ?
Ja, wenn Hrn. ***[11]*** mir das angeschafft hat konnte ich vom Konto der Fa. ***[8]*** ***[9]*** Überweisungen durchführen
Ob ich auch für die EKG Überweisungen durchführte ist mir nicht mehr erinnerlich.
Wer hatte in der Fa. ***[1]*** Kontozugriffsrechte?
Hr. ***[11]***.
Im Auftrag von Hrn. ***[11]*** hatte ich einen Kontozugang und konnte für die Fa. ***[1]*** sowie für die Fa. ***[8]*** ***[9]*** Überweisungen durchführen.
Wer ist für die buchhalterische Aufarbeitung der Konten zuständig ?
Für die Fa. ***[1]*** ist Fr. ***[46]*** Berta zuständig.
Wer für die Fa. ***[8]*** ***[9]*** und die EKG die Buchungen durchführte ist mir nicht erinnerlich.
Kennen Sie einen Hrn. ***[19]*** Lukas und welche Tätigkeit übte er aus ?
Ja, Hr. ***[19]*** hat bei der Fa. ***[1]*** gearbeitet.
Er war im Büro beschäftigt und hat in ausländischer Sprache kommuniziert. Welche Aufgaben er genau hatte weiß ich nicht.
Sein Schreibtisch befand sich im ersten Raum gegenüber dem von Fr. ***[46]***.
Wer war für die Eingangspost in der Fa. ***[1]*** zuständig ?
Fr. ***[46]*** Berta.
Wer war für die Ausgangspost zuständig ?
Die Ausgangspost wird vom Briefträger mitgenommen oder von Hrn. ***[11]*** bzw. von mir zum Postpartner gebracht.
Kommt es öfter vor, daß Briefe der Fa. ***[8]*** ***[9]*** von ***[3]*** aus versandt werden?
Ja, vereinzelt.
Kommt es vor, daß Post der EKG von ***[3]*** aus versandt wird ?
Weiß ich nicht, ist mir bis jetzt nicht aufgefallen.
Wer ist der leitende Angestellte der Fa. ***[1]*** in ***[3]*** bei Abwesenheit von Hrn. ***[11]***?
Es gibt keinen.
Jede Aktion der Fa. ***[1]*** bzw. ***[8]*** ***[9]*** muß mit Hrn. ***[11]*** abgesprochen werden (persönlich oder telefonisch).
Es wird das Formular "Transportauftrag" hergezeigt - kennen Sie dieses ?
Ja. Vereinzelt bringen das die Landwirte in das Büro nach ***[3]*** wo sie gesammelt werden. Was weiter damit passiert ist mir nicht bekannt.
Beigeschlossen sind Kopien folgender Urkunden:
E-Mail einer Mitarbeiterin der Spedition ***[44]*** Logistics POL Sp. z. o. o. vom 15. 1. 2013 an "sonja.***[15]***@***[1]***.at" mit dem Betreff "Letzte Mahnung":
Guten Tag Frau ***[15]***,
ich habe Sie gestern früh angerufen, wegen unserer fälligen Rechnungen. Sie haben mich nach 13:00 Uhr anrufen lassen und ich habe Sie genau um 13:01 und 14:15 Uhr angerufen, aber Sie sind ans Telefon nicht gegangen. Heute sind Sie auch nicht im Büro, deshalb bitte ich Sie um eine Antwort auf meine E-Mail, ob Sie die Sache mit unseren Rechnungen geklärt haben und wann wir das Geld bekommen.
E-Mail einer Mitarbeiterin der Spedition ***[44]*** Logistics POL Sp. z. o. o. vom 11. 1. 2013 an "office@***[1]***.at", "***[1]***@aon.at", "***[8_9]***", "Einkauf ***[1]*** VertriebsgesmbH" mit dem Betreff "Letzte Mahnung":
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Anlage schicke ich Ihnen die letzte Mahnung.
E-Mail einer Mitarbeiterin der Spedition ***[44]*** Logistics POL Sp. z. o. o. vom 22. 1. 2013 an "sonja.***[15]***@***[1]***.at" (cc: "office@***[1]***.at", "***[8_9]***", "Einkauf ***[1]*** VertriebsgesmbH") mit dem Betreff "Letzte Mahnung":
Guten Morgen Frau ***[15]***,
haben Sie schon geprüft, ob jetzt alles bei Ihnen stimmt, wenn es um unsere Rechnungen geht?
Jetzt sind noch diese 2 Rechnungen fällig. Bitte um eine Information, wann sie bezahlt werden.
EINKAUFSGEMEINSCHAFT FV/C/Z/003472 2012-12-18 700,01 EUR
EINKAUFSGEMEINSCHAFT FV/C/Z/003473 012-12-18 615,00 EUR
E-Mail einer Mitarbeiterin der Spedition ***[44]*** Logistics POL Sp. z. o. o. vom 18. 1. 2013 an "***[1]*** Sonja ***[15]***" mit dem Betreff "Letzte Mahnung":
Hallo Frau ***[15]***,
vielen Dank für die Information,
Hier gibt es die Aufstellung mit den offenen Rechnungen:
[Es folgen fünf Zeilen analog zur E-Mail vom 22. 1. 2013]
Wenn Sie heute die grün markierten Rechnungen bezahlen, bleiben bei uns noch die schwarz markierten fällig. - Bitte prüfen Sie, ob das auch bei Ihnen so stimmt. Und bitte dann auch um eine Information, wann die nächste Zahlung raus geht (für die 2 schwarz markierten Rechnungen).
E-Mail von "***[1]*** Sonja ***[15]*** [mailto:sonja.***[15]***@***[1]***.at]" an eine Mitarbeiterin der Spedition ***[44]*** Logistics POL Sp. z. o. o. vom 18. 1. 2013 mit dem Betreff "Letzte Mahnung":
Hallo,
der Betrag von Euro 1.980,30 wird heute überwiesen, sobald ich die Bestätigung der Einzahlung von der Bank habe, sende ich sofort.
Nächste Woche müssen wir einmal Kontoabgleichung machen, danke.
Liebe Grüße
Sonja ***[15]***
E-Mail von "***[8_9]*** ***[8_9]***@interia.pl" an "***[1]*** Sonja ***[15]***" vom 28. 12. 2012 mit dem Betreff "Rückzahlung":
Alois ***[45]*** [...]
Sonja, gestern habe ich vom Herr ***[11]*** Info bekommen, dass Christian und Katrin ***[12]*** haben die Bestellungen storniert.
Diesen Kunden müssen wir auch Geld zurück schicken:
Katrin ***[12]*** [...]
Christian ***[12]*** [...]
***[109]***
Zuvor schrieb Sona (***[15]***) an ***[109]*** (***[17]***):
Hallo ***[109]***,
brauche bitte die KontoNummer und BLZ von Herrn ***[45]*** Alois, danke.
Lg Sonja
E-Mail von "***[8_9]*** ***[8_9]***@interia.pl" an "office@***[1]***.at" vom 19. 12. 2012 mit dem Betreff "Rückzahlung":
Herr Alois ***[45]*** hat uns UID-Nummer gegeben.
Er kann also Dünger ohne MWSt kaufen.
Er hat uns aber schon am 28.09.2012 einen Betrag mit MWSt überwiesen. (Bankauszug Nr 133)
Herrn Alois ***[45]*** steht also eine Rückzahlung in der Höhe von 295,04 zu.
***[8]*** ***[9]*** Sp. z o.o. ...
Niederschrift Monika ***[14]*** vom 2. 6. 2014 (OZ 16)
Monika ***[14]*** gab am 2. 6. 2014 vor dem Finanzamt Waldviertel als Finanzstrafbehörde als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 16, die im elektronischen Finanzamtsakt enthaltene Ausfertigung ist weder von den Behördenvertretern noch von der Zeugin unterfertigt, allerdings trägt das Original im Arbeitsbogen die entsprechenden Unterschriften):
Beschäftigung: Buchhalterin u. Lohnverrechnerin
Zur Sache gibt der Zeuge an:
Kennen Sie die Fa. ***[1]*** VertriebsgmbH und in welchem Zusammenhang ?
Ja, ich habe ca. 10 Jahre bei der Fa. ***[1]*** im Büro gearbeitet und habe Buchhaltung und Lohnverrechnung gemacht.
Seit 2001 war Hr. ***[11]*** ***[10]*** mein Chef.
Kennen Sie die Fa. ***[8]*** ***[9]*** in Polen und in welchem Zusammenhang ?
Ja, das ist diese Kunstdüngergeschichte wo Hr. ***[11]*** den Dünger aus Polen bezogen hat.
Kennen Sie den Chef der Fa. ***[8]*** ***[9]*** ?
Meines Wissens kam ein Hr. ***[47]*** als Vertreter der ***[8]*** ***[9]*** öfter in das Büro***[3]***. Ob er vielleicht auch der Chef war kann ich nicht sagen.
Hr. ***[47]*** hat sich auch um den Import von ausländischen Pflanzenschutzmittel gekümmert, dies aber iZm. einer Firma aus ***[49]*** in der Steiermark. Von der Steiermark kamen dann auch die Abrechnungen über die Pflanzenschutzmittel.
Im Zuge des weitern Gesprächs klärt sich auf, daß Hr. ***[47]*** mit der Fa. ***[8]*** ***[9]*** nichts zu tun hat sondern ausschließlich als Vertreter der Fa. ***[48]*** ***[8]*** aus ***[49]*** nach ***[3]*** kam.
Kennen Sie Fr. ***[109]*** ***[17]*** ?
Ja, sie war 2010 oder 2011 als Mitarbeiterin im Büro in ***[3]*** tätig.
Fr. ***[17]*** war mehrere Monate hindurch in ***[3]*** und dann wieder ein, zwei Monate zu Hause.
Welche Funktion hat Frau. ***[17]*** in der Fa. ***[1]*** ?
Fr. ***[17]*** hattte den Düngemitteleinkauf aus Polen über, dies weiß ich genau, da ich auch für die Verbuchung dieser Rechnungen zuständig war.
Die genaue Abwicklung des Düngemitteleinkaufes an Hand der Bestellscheine der Bauern funktionierte so, daß die Bauern meistens die Bestellschein vor Ort in ***[3]*** abgaben.
Auf Grund dieser Bestellungen hat Fr. ***[17]*** sich um den Bestbieter in Polen umgesehen, Dünger bestellt und die Lieferungen organisiert.
Neben Bestellscheinen der ***[8]*** ***[9]***, Polen wurden auch Bestellscheine für die ***[48]*** ***[8]*** abgegeben. Anfänglich wurde der Dünger über die ***[48]*** ***[8]*** bezogen. Die Bestellungen über die polnische Firma ***[8]*** ***[9]*** kamen erst später hinzu.
Wurden in ***[3]*** Dünger gelagert ?
Ja, geschätzte ein bis zwei LKW-Züge pro Woche in der Düngemittelsaison – je nach Bestellungen.
Dieser Dünger wurde Schritt für Schritt von den einzelnen Landwirten abgeholt.
Wer hat die Abholungen koordiniert ?
Hr. ***[11]*** und Fr. ***[15]*** Sonja wobei angemerkt wird, daß hs. Fr. ***[15]*** im Auftrag von Hrn. ***[11]*** die Landwirte über den vorrätigen Dünger informiert hat.
Wenn Fr. ***[15]*** nicht anwesend war hat das auch ein anderer Mitarbeiter übernommen.
Welche Funktionen hatte Fr. ***[15]*** in der Firma ***[1]*** ?
Allgemeine Büroarbeiten wie Fakturierung iZm. Kartoffel- und Getreideeinkauf, Telefondienst.
Wer hat die Überweisungen hinsichtlich des Düngemitteleinkaufes sowie der Transportkosten durchgeführt ?
Das habe ich gemacht nach Rücksprache mit Hrn. ***[11]***.
Ich hatte allerdings ausschließlich ein Kontozugriffsrecht für die Fa. ***[1]***
Die Überweisungen von Rechnungen ltd. auf ***[8]*** ***[9]*** habe ich nicht gemacht. Dies dürften Hr. ***[11]*** und Fr. ***[17]*** selbst erledigt haben.
Dazu sagen möchte ich, daß ich im Jahr 2011 auf Grund langer Krankenstände, Urlaub, Zeitabbau und Dienstfreistellung kaum etwas vom Regelgeschäftsbetrieb mitbekommen habe.
War Fr. ***[17]*** als Dienstnehmerin geführt ?
Lt. meinen Unterlagen nicht.
Kannten Sie Hrn. ***[19]*** Lukas ?
Ja, er kam im Herbst 2011 in die Firma.
Er hat sich gemeinsam mit Fr. ***[17]*** um den Düngemitteleinkauf gekümmert und war bei der Fa. ***[1]*** angestellt – ich führte für ihn ein Lohnkonto.
Wie war der praktische Bestellablauf sowie die darauffolgende Auslieferung der Dünger aus Polen ?
Die Bestellscheine der ***[8]*** ***[9]*** wurden in ***[3]*** gesammelt und im Büro aufbewahrt.
Fr. ***[17]*** hat sich um den Einkauf und Transport (meist waren es polnische Frächter) des bestellten Düngers gekümmert.
Wenn der Dünger dann nach Österreich angeliefert wurde wurden die einzelnen Landwirte von Fr. ***[15]*** telefonisch davon verständigt.
Wenn in einer Ortschaft ein ganzer LKW-Zug bestellt wurde, erfolgte die Lieferung gleich direkt zu einem Bauern in diesem Ort. Über diese Lieferungen wurden die Bauern ebenfalls von Fr. ***[15]*** informiert.
Bei kleineren Bestellungen wurden die Dünger nach ***[3]*** geliefert und Fr. ***[15]*** hat daraufhin die einzelnen Bauern über das Vorhandensein des Düngers informiert.
Die Düngerabholung haben Fr. ***[15]*** bzw. Hr. ***[19]*** abgewickelt.
Dies geschah in der Weise,daß auf Grund der im Büro aufbewahrten Bestellscheine die Art und Menge des bestellten Düngers an die Landwirte abgegeben wurde.
Fr. ***[15]*** holte dann einen Staplerfahrer und erklärte diesem welcher Landwirt welchen Dünger in welcher Menge erhielt.
Wurden im Zuge dieser Abholungen Inkassos von Frachtkosten durchgeführt ?
Das kann ich nicht sagen, ich habe so etwas nicht mitbekommen.
Wurden bei Abholung durch die Landwirte Lieferscheine ausgefertigt ?
Während meiner Zeit wurden Lieferscheine ausgefertigt, an Hand derer die Düngemittel aufgeladen wurden.
Haben Sie mitbekommen,daß Post der ***[8]*** ***[9]*** aus ***[3]*** versendet wurde ?
Nein, persönlich habe ich das nicht gesehen. Mich haben aber Bauern darauf angesprochen, daß die Fa. ***[8]*** ***[9]*** Bestellschein mit österreichischer Briefmarke versendet hat.
Wissen Sie wann der Wechsel des Düngemittellieferanten von ***[48]*** ***[8]*** auf ***[8]*** ***[9]*** stattgefunden hat und wieso ?
Im Laufe des Jahres 2011 wurde der Lieferant gewechselt.
Ich weiß noch, daß es bei den Bestellungen über die ***[48]*** ***[8]*** regelmäßig zu größeren Problemen kam. Daraufhin hat sich Hr. ***[11]*** offensichtlich entschlossen den Lieferanten zu wechseln.
Im Jahre 2011 kam es zu einem Wechsel der Düngemittellieferanten:
Zuerst wurde die Fa. ***[48]*** ***[8]*** (AUT) auf diverse ausländische Lieferanten (EU) ausgetauscht und in weiterer Folge wurde die Fa. ***[8]*** ***[9]*** installiert. Der Düngemittelhandel wurde seither fast ausschließlich über ***[8]*** ***[9]*** abgewickelt.
Die Bestellscheine konnte ich mehrmals im Büro ***[3]*** wahrnehmen.
Auch haben mich mehrere Landwirte darauf angesprochen, wieso jetzt die Bestellung über Polen erfolgen soll.
Es wird der ein Transportauftrag lt. beil. Muster vorgelegt und gefragt ob solche Transportaufträge bekannt sind.
Ja, solche Transportaufträge habe ich in der Fa. ***[1]*** gesehen.
Ich habe beobachten können, daß sicher die Hälfte dieser Transportaufträge erst nach Ausfolgung der Ware unterzeichnet wurden.
Niederschrift Otmar ***[16]*** vom 9. 4. 2014 (OZ 18)
Otmar ***[16]***, Landwirt, gab am 9. 4. 2014 durch das Finanzamt Waldviertel im Außendienst als Zeuge vernommen unter anderem an (OZ 18):
Frage: Kennen Sie die Fa. ***[1]*** und stehen Sie in einer Geschäftsbeziehung zu dieser Firma?
Antwort: Ja, ich kenne die Fa. ***[1]*** und beliefere diese mit Getreide.
Frage: Kennen Sie die Fa. ***[8]*** ***[9]***, Polen und woher?
Antwort: Sicher, die schicken mir immer Preislisten und Bestellscheine zu. Im Zuge einer Versammlung der Fa. ***[8]*** ***[9]*** wurde ich auf das Unternehmen aufmerksam.
Frage: Wer ist Ihre Kontaktperson bei der Fa. ***[8_9]*** ?
Antwort: Ich kenne keine Kontaktperson ich verkehre mit diesem Unternehmen ausschließlich schriftliche. Die Bestellscheine schicke ich nach Polen.
Frage: Wie werden Sie über die Lieferung der Ware informiert ?
Antwort: Eine Dame aus Polen, die Deutsch spricht ruft mich an, wann die Ware kommt. Meine Erinnerung nach handelt es sich immer um die selbe Dame .
Frage: Wie erhalten Sie die Düngemittel?
Antwort: Per LKW bis vor die Haustür oder an eine Sammelstelle im Ort (je nach Menge).
Frage: Wer organisiert den Transport?
Antwort: Die Fa. ***[8]*** ***[9]*** erteilt den Transportauftrag und stellt die Lieferung zusammen. Wenn die Ware ausgefolgt wird unterschreibe ich das CMR-Papier.
Ich selbst habe mit der Beauftragung des Transporteurs nichts zu tun.
Frage: Haben Sie einen Transportauftrag (Vordruck) unterschrieben ?
Antwort: So etwas ist mir nicht mehr in Erinnerung.
Frage: Wann, wie und an wen bezahlen Sie die Frachtkosten.
Antwort: Fallweise bekomme ich eine gesonderte Rechnung über die Frachtkosten, ausgestellt von der Fa. ***[8]*** ***[9]*** . Die Bezahlung erfolgt entweder direkt und bar bei einer Versammlung in ***[3]*** (Versammlung der ***[8_9]*** im ***[197]***) oder per Überweisung auf die Kto.Nr. die auf dieser Rechnung angegeben ist.
Die Versammlung der ***[8_9]*** in ***[3]*** hat auch heuer im Februar oder März wieder stattgefunden.
Frage: Kennen Sie EKG ***[117]***-***[118]*** ? Wer ist da der Ansprechpartner ?
Antwort: Freilich, der Hr. ***[11]*** ist mein Ansprechpartner.
Beigeschlossen sind Muster betreffend Lieferungen an Otmar ***[16]***, die den der Niederschrift mit Hermann ***[12]*** (OZ 13) und mit Rudolf ***[13]*** (OZ 14) jeweils vom 9. 4. 2014 angeschlossenen Mustern entsprechen.
Fristverlängerungen (OZ 20 ff)
Nach der Aktenlage wurde vom Finanzamt Ansuchen um Verlängerung der Beschwerdefrist Folge gegeben (OZ 20 ff.).
Beschwerde gegen den Umsatzsteuerbescheid 2013 (OZ 1)
Mit Telefax vom 24. 7. 2015 erhob die Bf durch ihre rechtsfreundliche Vertreterin Beschwerde gegen den Umsatzsteuerbescheid 2013 vom 17. 4. 2015:
In umseitig rubrizierter Abgabensache hat das Finanzamt Waldviertel unserer ausgewiesenen
Rechtsvertretung am 21.04.2015 den Bescheid vom 17.04.2015, mit dem die Umsatzsteuer
für das Jahr 2013 festgesetzt wurde, zugestellt.
Mit Datum 21.05.2015 hat die Beschwerdeführerin einen Antrag auf Verlängerung der Frist
zur Einbringung der Beschwerde eingebracht. Mit Bescheid vom 29.05.2015, der Beschwerdeführerin
zuhanden deren ausgewiesenen Rechtsvertreterin zugestellt am
03.06.2015, wurde dem Ansuchen um Fristverlängerung stattgegeben und die Frist bis zum
21 .07.2015 verlängert.
Mit Datum 21.07.2015 hat die Beschwerdeführerin einen zweiten Antrag auf Verlängerung
der Frist zur Einbringung der Beschwerde eingebracht. Mit Bescheid vom 22.07.2015, der
Beschwerdeführerin zuhanden deren ausgewiesenen Rechtsvertreterin zugestellt am
24.07.2015, wurde dem Ansuchen um Fristverlängerung stattgegeben und die Frist bis zum
24.07.2015 verlängert.
Innerhalb offener, verlängerter Frist erhebt die Beschwerdeführerin nachstehende
Beschwerde,
an das Bundesfinanzgericht und begründet sie wie folgt:
(1) Die Beschwerde richtet sich gegen den Bescheid der belangten Behörde vom
17.04.2015, mit dem die Umsatzsteuer für 2013 festgesetzt wird (im Folgenden auch
kurz angefochtener Bescheid). Der Bescheid wird insofern angefochten, als von der
eingereichten Erklärung abgewichen wird und die Bemessungsgrundlage für die
20 %ige Umsatzsteuer für das Jahr 2013 mit einem Betrag von € 935.362,48 festgesetzt
wurde.
(2) Zur Begründung verweist die belangte Behörde im angefochtenen Bescheid auf die
Niederschrift (im Folgenden auch Besprechungsgrundlage), datiert 07.04.2015, über die Schlussbesprechung am 08.04.2015 und den Bericht über das Ergebnis der Au
ßenprüfung vom 14.04.2015. Dazu ist anzumerken, dass die Beilage ./1 zum Bericht
über die Außenprüfung vom 14.04.2015 inhaltsgleich mit der Besprechungsgrundlage
vom 07.04.2015 ist.
(3) Die Beschwerdeführerin hat für ihre Umsätze in ihrem Wirtschaftsjahr vom Juni 2012
bis zum Mai 2013 die Umsatzsteuererklärung für 2013 abgegeben. Diese Umsatzsteuererklärung
deklariert Lieferungen und Leistungen von € 7.992.692,38. Dem gegenüber
unterstellt die belangte Behörde im angefochtenen Bescheid Lieferungen und
Leistungen in einem Betrag von€ 8.724.242,94. Die Beschwerdeführerin kommt in ihrer
Umsatzsteuererklärung zu einer Restschuld für dieses Wirtschaftsjahr von bloß
€ 1.592,29, wohingegen die belangte Behörde eine Abgabennachforderung an Umsatzsteuer
von € 147.902,41 festlegt. Die unterstellte zusätzliche Bemessungsgrundlage
für 20 %ige Umsätze in Höhe von € 731 .550,56 führt zu einer Umsatzsteuernachforderung
von € 146.310, 11.
(4) Im Zuge des gegen die Beschwerdeführerin und deren Geschäftsführer, Herrn ***[10]***
***[11]***, geführten abgabenrechtlichen Verfahrens wurden in den Geschäftsräumlichkeiten
der Beschwerdeführerin Geschäftsunterlagen der Firma ***[8]*** ***[9]*** Sp.z.o.o. im
Umfang von 13 Ordnern beschlagnahmt. Aus den in den beschlagnahmten Geschäftsunterlagen
dokumentierten Geschäftsfällen leitet die belangte Behörde ab, dass
diese Geschäftsfälle - Verkäufe von Düngemitteln an Landwirte - der Beschwerdeführerin
zuzurechnen sind und somit die Beschwerdeführerin Umsätze getätigt hätte, die
sie bisher nicht deklariert hat. Das ist rechtsirrig und wird durch die bereits vorliegenden
und vorzulegenden Beweismittel widerlegt.
(5) Aus den beschlagnahmten Geschäftsunterlagen ergibt sich aber bei einer objektiven
und unbefangenen Betrachtung und Wertung der Unterlagen gerade das Gegenteil,
nämlich, dass jedenfalls gegenüber der Beschwerdeführerin kein Abgabenanspruch
besteht.
(6) Zunächst stellt die Beschwerdeführerin die im gegenständlichen Fall handelnden Personen
dar:
• ***[8]*** ***[9]*** Sp.zo.o.:
Das Unternehmen wurde im Sommer 2011 gegründet und hat seinen Sitz in
ul. ***[21]*** 17, PL ***[23]*** ***[24]***, Polen. Alleiniger Gesellschafter und einziger
Geschäftsführer dieses Unternehmens ist Herr ***[10]*** ***[11]***. Bei diesem Unternehmen
handelt es sich keinesfalls nur um eine Briefkastenfirma, wie die belangte
Behörde vielleicht unterstellen mag, sondern um ein lebendes Unternehmen
mit einer unternehmerischen Substanz. ***[8]*** ***[9]*** Sp.zo.o. (im Folgenden
kurz ***[8]*** ***[9]***) hat umfangreiche Betriebsräumlichkeiten angemietet. Sie beschäftigt
Dienstnehmer, zahlt dafür Sozialversicherungsbeiträge, hat zwei Bankkonten
bei der polnischen Niederlassung der UniCredit Bank Austria, ein EuroKonto
und ein Zloty-Konto, und ein Euro-Konto bei der UniCredit Bank Austria in
Österreich sowie eigene Telefonnummern.
Beweis:
Fotodokumentation über Betriebsräumlichkeiten der ***[8]*** ***[9]***, Beilage ./1;
Konvolut Mietrechnungen, Beilage ./2;
Konvolut Zahlungsbelege für Sozialversicherung, Beilage ./3;
Konvolut Telekomrechnungen, Beilage ./4;
Herr ***[10]*** ***[11]*** als Zeuge.
• ***[1]*** Vertriebsges.m.b.H.:
Das Unternehmen hat seinen Sitz in ***[4]***, ***[2]*** ***[3]***,
und ist zur Zahl FN ***[50]***w des Firmenbuchs des Landesgerichts Krems an der
Donau protokolliert. Mehrheitsgesellschafter ist Herr ***[10]*** ***[11]***, der auch einziger
Geschäftsführer ist. Die Betriebsanlagen am Sitz des Unternehmens sind der
belangten Behörde bekannt. Dass es sich dabei um ein lebendes Unternehmen
handelt dürfte außer Streit stehen, das muss nicht weiter bewiesen werden.
Beweis:
Einvernahme des Herrn ***[10]*** ***[11]***.
• Einkaufsgemeinschaften:
Entgegen der Behauptung der belangten Behörde in der Besprechungsgrund
lage vom 07.04.2015 und dem Bericht über das Ergebnis der Außenprüfung
vom 14.04.2015 wurden die hier verfahrensgegenständlichen Umsätze mit
Düngemitteln nicht von der Beschwerdeführerin getätigt und sind dieser auch
nicht zuzurechnen. Vielmehr handelt es sich um Abhollieferungen einzelner
Landwirte. Die einzelnen Landwirte sind in losen Einkaufsgemeinschaften,
die keine Rechtspersönlichkeit haben, organisiert. Es gibt folgende Einkaufsgemeinschaften:
o Einkaufsgemeinschaft ***[115]***
Die Einkaufsgemeinschaft ***[115]*** besteht seit 1999. Sprecher der
Einkaufsgemeinschaft ist Herr ***[113]*** ***[51]***, Landwirt in ***[52]*** ***[53]***,
***[115]***, ***[54]*** 9.
o Einkaufsgemeinschaft ***[116]***
Die Einkaufsgemeinschaft ***[116]*** besteht seit 1999. Sprecher der
Einkaufsgemeinschaft ist Herr DI ***[111]*** ***[47]*** in ***[55]*** 30,
***[56]*** ***[57]***.
o Einkaufsgemeinschaft ***[117]***
Die Einkaufsgemeinschaft ***[117]*** besteht seit 2002. Sprecher der
Einkaufsgemeinschaft ist Herr ***[10]*** ***[11]*** in ***[58]*** 27, ***[59]*** ***[37]***-
***[38]***.
o Einkaufsgemeinschaft ***[118]***
Die Einkaufsgemeinschaft ***[118]*** besteht seit 2002. Sprecher der
Einkaufsgemeinschaft ist Herr ***[114]*** ***[60]***, ***[61]*** 54, ***[59]***
***[18]***.
o Einkaufsgemeinschaft ***[64]*** (vormals ***[112]***)
Die Einkaufsgemeinschaft ***[64]*** (vormals ***[112]***) besteht
Normen und Schlagworte
- § 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 2 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 3 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 3a UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 253 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 270 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 166 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 87 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 169 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 174 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 85 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- Art. 3 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- Art. 6 Abs. 1 Buchstabe b CMR, Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr, BGBl. Nr. 138/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7105311/2015
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2019:RV.7105311.2015
- Stammnummer
- 126394
- Gültig
- 03.10.2019 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF