Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/2100499/2021
Empfängerbenennung: § 162 BAO und § 22 Abs. 3 KStG 1988
geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/2100499/2021vom 04.07.2025Teil 6 von 7
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
6.1. ***T*** (verstorben in 2016 - SLO Behörde hat keine Infos erhalten)
***T*** freie Beweiswürdigung fehlt Begründung zu Ermessensentscheidung!
Wenn 3 voneinander unabhängige Zeugen aussagen, ***T*** bei ***X*** beim Laden gesehen zu haben, beim Zahlen gesehen zu haben, mit ihm Kaffee getrunken zu haben, ihn und seine Fahrer gesehen zu haben (***C*** als Beilage 9) , Ladetätigkeiten beobachtet zu haben und sogar Rechnungen zu ***X*** gebracht zu haben (***V*** Beilage 10) und auch ***E*** kennt It. seiner NS ***T*** - (NS Seite 4 unten und Seite 5 unten Beilage 11) - , weiters wenn MIAS Meldungen übereinstimmend vorliegen etc, kann das Finanzamt nicht mit der Bemerkung "rechtfertigen maßgebliche Gründe die Vermutung, dass die benannten Personen nicht die Gläubiger bzw. die Geldempfänger der abgesetzten Beträge sind" die Absetzbarkeit versagen. Schuldig bleibt die Abgabenbehörde bis jetzt mit der Bekanntgabe, welche "maßgebenden Gründe" hier angenommen werden. Vielmehr müssten da schon die Zeugenaussagen gegenüber der angenommenen freien Beweiswürdigung der Abgabenbehörde überwiegen. Die Aussagen von fremden, unbeeinflussten Zeugen haben schwerer zu wiegen als die Vermutungen der Abgabenbehörde.
Barzahlungen sind nicht verboten und Beeinträchtigen die steuerliche Absetzbarkeit nicht.
Gem. § 22 Abs 3 KStG ist ein Zuschlag in Höhe von 25 % von jenen Beträgen zu entrichten, bei denen der Abgabepflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde die Gläubiger oder Empfänger der Beträge nicht genau bezeichnet. Zumal die Empfängernennung erfolgte, indem ***Person-B*** als Empfänger genannt wurde, ist die Vorschreibung des Zuschlages zur Körperschaftsteuer nicht gerechtfertigt.
6.2. ***L*** (hat auf Anfrage des HR Finanzamtes nur spärlich reagiert)
***L*** der "freien Beweiswürdigung" fehlt die Begründung zur Ermessensentscheidung!
Aussagen von ***C*** (Beilage 9-1) sind eindeutig, dass ***L*** für ***X*** gefahren ist und Leistungen erbracht hat und in Bar bezahlt wurde (auch wenn das Finanzamt erst ab 2013 repräsentative ***C***/***Firma-S2*** Fremdleistungsgeschäfte erkennt) . Auch wenn ***C*** mit der Firma ***Firma-S2*** doo bzw. ***Firma-S1*** für eine andere "***X***" - Firma gefahren ist (z B. ***X6*** - siehe Rechnungen in den Jahren 2009 bis 2013 als Beilage 13), ist er ja doch im Firmengelände der Beschwerdeführerin anwesend gewesen und hat ***L*** im prüfungsgegenständlichen Zeitraum getroffen. Ob Das Treffen als "Fahrer", als Verantwortungsträger für sein Unternehmen ***Firma-S2*** d.o.o. oder- "einfach nur so dort gewesen zu sein" - ist irrelevant. Die It. Finanzamt angenommene herabgeminderte Glaubwürdigkeit der Aussage ***C*** wir als reine Mutmaßung zu bezeichnen sein.
Irrelevant ist auch die Bemerkung des Finanzamtes dass keine Gruppenbesteuerung vorliegt und deshalb keine "Unternehmensgruppe ***X***" vorliegen kann.
Barzahlungen sind nicht verboten und Beeinträchtigen die steuerliche Absetzbarkeit nicht
Gem. § 22 Abs 3 KSTG ist ein Zuschlag in Höhe von 25% von jenen Beträgen zu entrichten, bei denen der Abgabepflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde die Gläubiger oder Empfänger der Beträge nicht genau bezeichnet. Zumal die Empfängernennung erfolgte, indem ***S*** ***L*** als Empfänger genannt wurde, ist die Vorschreibung des Zuschlages zur Körperschaftssteuer nicht gerechtfertigt.
6.3. ***P*** (hat It. SLO Behörde keine Bilanzen und Steuererklärungen abgegeben und hat auf Anfrage des SLO-Finanzamtes nicht reagiert)
Wenn ***P*** die mit der Beschwerdeführerin getätigten Umsätze nicht in seinen Steuererklärungen und Bilanzen erfasst hat, ist logisch, dass dieser bei der seinerzeitigen Befragung durch die slowenischen Behörden über die Geschäfte mit der Beschwerdeführerin keine Aussagen getätigt hat.
ABER: ***P*** erklärte Umsätze It. Aufstellung Finanzamt (Beilage 14) von nur € 7.900,- (Es wäre zu hinterfragen gewesen, wie ein Unternehmen mit € 7.900,- Jahresumsatz leben kann) das riecht schon förmlich nach nicht erklärten Umsätzen... Ist da ***X*** nicht glaubwürdiger?
Ermessensentscheidung des Finanzamtes - Ermessens-fehl/-missbrauch?
Kann der Beschwerdeführerin ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden, so genügt die Glaubhaftmachung (§ 138 BAO).
Gem. § 22 Abs 3 KStG ist ein Zuschlag in Höhe von 25 % von jenen Beträgen zu entrichten, bei denen der Abgabepflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde die Gläubiger oder Empfänger der Beträge nicht genau bezeichnet. Zumal die Empfängernennung erfolgte, indem ***K*** ***P*** als Empfänger genannt wurde, ist die Vorschreibung des Zuschlages zur Körperschaftssteuer nicht gerechtfertigt.
Barzahlungen sind nicht verboten und Beeinträchtigen die steuerliche Absetzbarkeit nicht.
6.4. ***T*** ***K*** (2 Mitarbeiter angemeldet)
Wenn ***J*** ***C*** als GF von ***T*** ***K*** die mit der Beschwerdeführerin getätigten Umsätze nicht in seinen Steuererklärungen und Bilanzen erfasst hat ist logisch, dass dieser bei der seinerzeitigen Befragung durch die slowenischen Behörden die Geschäfte mit der Beschwerdeführerin verneint hat. Ist das eine Schutzbehauptung???
Ein Zuschlag zur KöSt in Höhe von 25 % ist von jenen Beträgen zu entrichten, bei denen der Abgabepflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde die Empfänger der Beträge nicht genau bezeichnet. Eine genaue Empfängernennung ist bei ***T*** nachweislich erfolgt, wodurch die Vorschreibung des Zuschlages zur KöSt nicht gerechtfertigt ist.
7. Amtswegige Ermittlungspflicht auch zugunsten der Abgabepflichtigen und Anerkennung von glaubhaft gemachten Tatsachen
Laut Zeugenbefragung ***E*** (war nur Inlandsdisponent) hat dieser Herrn ***V*** ***D*** (Seite 4 der NS als Zeuge Beilage 11) und Herrn ***G*** jeweils als Auslandsdisponent genannt, das Finanzamt hat die Auslandsdisponenten jedoch nicht zu ausländischen Subunternehmer befragt und dadurch die Bestimmungen des § 315 Abs. 3 BAO verletzt (... Die Abgabenbehörden haben Angaben des Abgabepflichtigen und amtsbekannte Umstände auch zugunsten der Abgabepflichtigen zu prüfen und zu würdigen...). Hätte die Abgabenbehörde die Auslandsdisponenten ***D*** und ***G*** befragt, hätten sie die Bestätigung über die Subleistungen von ***T***, ***L***, ***T*** und ***P*** erhalten.
Einvernahme von Zeuge ***V*** geb. TT.01.1987 ist mangelhaft. ***V*** (ist Stiefsohn von ***T***) war von 9.9.2014 (er war zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alt) bis 30.10.2015 bei ***X*** beschäftigt (Beilage 15). Vorher - bis zu seinem 27 Lebensjahr - war er bei ***T*** beschäftigt (Beilage 9+10 siehe 2. NS ***C*** Seite 5 und NS ***V*** Seite 3 "... gleichgestellt wie seine Mitarbeiter ...")
***T*** ist für ***X*** gefahren (***V*** war (nicht angemeldeter) Mitarbeiter von ***T*** und deshalb hat auch ***V*** Rechnungen zu ***X*** mitgebracht. Und auch ***E*** kennt It. seiner NS ***T*** - (Beilage 11 Seite 4 unten und Seite 5 unten).
Seite 13/ BVE : das Finanzamt möge die "maßgebenden Gründe der Vermutung "dass die genannten Personen nicht Geldempfänger sind" kundtun. Dies nur zu sagen und zu behaupten ist zu wenig - das muss die Abgabenbehörde schon ausreichend begründen (ERMESSEN ist zu begründen!!!) Dass diese Aussage der Behörde keine rechtliche und faktische Grundlage hat, ergibt sich aus den (im Amtshilfeverfahren) erfolgten Befragungen der Geschäftspartner. Weder von ***T*** noch von ***P*** gibt es Aussagen, die darauf hindeuten würden, dass diese keine Geschäftstätigkeit zur Beschwerdeführerin begründet hätten (Beilagen 17 und 18). ***L*** hat zwar in der Befragung durch die HR Behörde die Ausstellung von Rechnungen und den Erhalt von Zahlungen von ***X*** verneint (Beilage 19), aufgrund der Zeugenaussagen ***C*** sind aber Geschäftsbeziehungen durchwegs bestätigt.
Einzig und alleine ***J*** ***C*** (Beilage 20) hat eine Stellungnahme abgegeben, welche allerdings auch als Schutzbehauptung gegenüber der slowenischen Behörde gewertet werden kann.
Die Aussagen von fremden, unbeeinflussten Zeugen wiegen für die Wahrheitsfindung schwerer, als die Vermutungen der Abgabenbehörde. Die Abgabenbehörde verletzt hier gröblichst die Verfahrensvorschriften und kann daran auch der Vermerk auf Seite 13 von 15 der Begründung der Beschwerdevorentscheidung "ohne Verletzung von Verfahrensvorschriften" nichts ändern.
Die Abgabenbehörde ignoriert die Bestimmungen der BAO, bei Nichtvorliegen von Beweisen die Glaubhaftmachung von Ausgaben anzuerkennen und als Ausgabe anzuerkennen und begeht dadurch einen nicht wiedergutzumachenden Verfahrensfehler. Die Abgabenbehörde agiert nur zugunsten des Steueraufkommens und bei logischen und den Erfahrungen des täglichen Lebens entsprechenden Tatsachen, welche sich auch zugunsten der Beschwerdeführerin auswirken würden, nicht auch zugunsten der Beschwerdeführerin (siehe Ausführungen über die Steuermoral in südlichen Gebieten von Prof. ***P***).
Mit (postalisch übermitteltem) Schreiben vom 14.04.2025 (OZ 124) beantragte der steuerliche Vertreter der Beschwerdeführerin die Akteneinsicht und die Verschiebung der mündlichen Verhandlung.
Mit Beschluss vom 16.04.2025 (OZ 123) verfügte das Bundesfinanzgericht die Abberaumung der mündlichen Verhandlung (das Dokument wurde von der Post mit den Vermerken "Empfänger ist ortsabwesend von 19.04.2025 bis 10.05.2025" und "keine Zustellung möglich" an das Bundesfinanzgericht zurückgestellt [OZ 130]; der steuerliche Vertreter wurde mittels E-Mail von der Abberaumung informiert).
Mit Vorladungsschreiben vom 09.05.2025 (OZ 131) wurden die Beschwerdeführerin und die Abgabenbehörde zur mündlichen Verhandlung am 21.05.2025 (dem vom steuerlichen Vertreter in der E-Mail vom 31.03.2025 [OZ 118] zweitgenannten Termin) vorgeladen.
Am 21.05.2025 fand die mündliche Verhandlung durch den Senat statt, zu der weder die Beschwerdeführerin noch sein steuerlicher Vertreter erschienen ist. Der Niederschrift über die mündliche Verhandlung vom 21.05.2025 (OZ 138) ist zu entnehmen:
Beginn: 10:15 Uhr
Der Senatsvorsitzende eröffnet die mündliche Verhandlung.
Der Senatsvorsitzende stellt fest, dass für die Bf niemand erschienen ist. Die Vorladung (Gf ist Empfänger) wurde laut Rückschein (RSa) hinterlegt. Beginn der Abholfrist 15.05.2025 (ist Zustellungszeitpunkt). Zustellversuch am 14.05.2025. Die Ausfertigung der Vorladung erfolgte unmittelbar nach dem Gericht bekanntgegebener Rückkehr von der Reise des Gf. Der Verhandlungstermin am 21.05.2025 wurde seitens des stV im Zuge der Vertagungsbitte zum ersten angesetzten Verhandlungstermin vorgeschlagen.
Und trägt die Sache laut Beilagen 1 und 2 (umfassend insbesondere das Vorbringen der Bf in ihren Eingaben) vor.
Zum Vorbringen der Bf, die nicht offen gelegten Rechnungen seien in der Belegsammlung an einer Stelle abgelegt worden und jetzt dort nicht mehr auffindbar, verliest der Senatsvorsitzende die Niederschrift mit dem Prüfer (OZ 108).
Die mündliche Verhandlung wird um 11:23 Uhr unterbrochen (Pause).
Die mündliche Verhandlung wird um 11:27 Uhr mit der Einvernahme des hereingerufenen Prüfers ***R*** ***L*** fortgesetzt. Über Vorhalt der Emails v. 08.09.2016 (***R*** ***L***) und v. 09.09.2016 (***X*** ***X***) durch den Senatsvorsitzenden gibt Herr ***L*** an, dass er an einem der Termine bei der Firma ***X*** war. Dort wurden gemeinsam mit der Mitarbeiterin an deren PC noch offene Fragen aufgeklärt. Die Eingaben am PC hat ausschließlich die Mitarbeiterin der Firma ***X*** gemacht. Soweit erinnerlich wurde dort nicht in die Belegsammlung Einsicht genommen. Ende der Befragung: 11:36 Uhr
In Hinblick darauf, dass auf Seiten der Bf niemand erschienen ist, verliest der Senatsvorsitzende die v. stV eingebrachte Eingabe "Vorbereitender Schriftsatz zur mündlichen Verhandlung" v. 16.04.2025 vollständig. Ende der Verlesung 11:57 Uhr.
Der Vorsitzende fragt den anwesenden Parteienvertreter, ob er noch Tatsachen, Beweise oder Anträge vorbringen möchte, was von diesem verneint wird.
Der Vertreter des Finanzamtes beantragt die Abweisung der Bescheidbeschwerden.
Der Senatsvorsitzende verliest den Antrag des stV der Bf zur Stattgabe der Beschwerden.
Die anwesende Partei verlässt um 12:00 Uhr den Verhandlungssaal zum Zwecke der Beratung und Abstimmung des Senates.
Nach Beratung und Abstimmung des Senates tritt der Vertreter der Abgabenbehörde um 12:34 Uhr wieder in den Verhandlungssaal ein.
Der Vorsitzende schließt die mündliche Verhandlung mit der Verkündung des Erkenntnisses wie folgt:
Im Namen der Republik
Das Bundesfinanzgericht hat über die Beschwerden der [Bf] v. 31.08.2020 gegen die Bescheide des Finanzamtes ***Ort-H***-Umgebung v. 11.08.2020 betreffend Körperschaftsteuer 2010 bis 2014 nach mündlicher Verhandlung erkannt:
Der Körperschaftsteuerbescheid 2010 wird abgeändert. Die Körperschaftsteuer wird mit 17.567,50 € festgesetzt (Bemessungsgrundlage: 74.643,63 €).
Die Beschwerden gegen die Körperschaftsteuerbescheide 2011 bis 2014 werden als unbegründet abgewiesen.
Die Revision an den Verwaltungsgerichtshof ist nicht zulässig.
Zur Begründung:
Die Bf hat - obwohl ihr die erhöhte Mitwirkungspflicht bei Auslandssachverhalten bewusst war - keine Auskünfte zur Abwicklung der ihr in Rechnung gestellten Transportleistungen (zum Beispiel vertragliche Abmachungen mit den Rechnungsausstellern, Herkunft, Art und Umfang der transportierten Güter, Erfassung und Dokumentation der transportierten Güter, Name von Fahrern, genaue Bezeichnung der Transportendpunkte, Ansprechpersonen bei den Transportendpunkten, Abrechnungen und Belege mit den Transportauftraggebern) erteilt. Die Bf hat auch ihre Offenlegungspflicht hinsichtlich der dem BFG nicht vorliegenden Rechnungen verletzt und damit eine Gesamtbetrachtung der einzelnen Leistungen und in weiterer Folge den Konnex mit Barzahlungen verhindert. Die Aussagen der von der Bf zum Beweis bzw. zur Glaubhaftmachung der Richtigkeit der Rechnungen beantragten Zeugen sind in zeitlicher Hinsicht nicht konkret und vermögen die inhaltliche Richtigkeit nicht nachzuweisen, zumal an dem Standort mehrere Firmen der ***X***-Gruppe ihre Geschäfte abwickeln. Lediglich für die von ***T*** in MIAS gemeldeten Umsätze ergibt sich ein ausreichender Nachweis.
Ende: 12:36 Uhr.
Mit Schreiben vom 23.05.2025 (OZ 140) brachte der steuerliche Vertreter der Beschwerdeführerin vor, dass - da die Zustellung der Ladung verspätet erfolgt sei - er im Auftrag seiner Mandantschaft den Antrag stelle, eventuelle Entscheidungen vom 21.5.2025, welche nicht dem Antrag der Beschwerdeführerin entsprächen, aufzuheben und neuerlich eine mündliche Verhandlung anzuberaumen. Die Ladung datiere vom 09.05.2025 und sei der Beschwerdeführerin durch Hinterlegung am 15.05.2025 zugestellt worden. Zwischen dem Tag der Zustellung und der anberaumten Verhandlung liege gerade eine Zeitspanne von sechs Tagen. Diese Zeitspanne sei aufgrund der Judikatur als zu kurz bemessen anzusehen und daher rechtswidrig. Voraussetzung für die Durchführung der mündlichen Verhandlung in Abwesenheit der Partei sei eine ordnungsgemäße Ladung. Eine solche liegt vor, wenn der Ladungsbescheid inhaltlich den gesetzlichen Erfordernissen entspreche und ordnungsgemäß im Sinne der Bestimmungen des Zustellgesetzes zugestellt worden sei. Von einer mängelfreien Ladung zu einer mündlichen Verhandlung sei in Anbetracht der Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes auszugehen, wenn u.a. folgende Erfordernisse kumulativ erfüllt seien: Die Ladung ist rechtzeitig erfolgt und die Zustellung der Ladung ist ordnungsgemäß, d.h. fehlerfrei, erfolgt. Wie das BFG in VH/7500037/2015 vom 14.12.2015 ausführe, seien die Parteien so rechtzeitig zur Verhandlung zu laden, dass ihnen von der Zustellung der Ladung an mindestens zwei Wochen zur Vorbereitung zur Verfügung stünden. Diese zweiwöchige Vorbereitungszeit sei in der vorliegenden Ladung nicht gewährt.
Das Bundesfinanzgericht hat über die Bescheidbeschwerden erwogen:
Ausgangspunkt der Entscheidung sind die oben unter "Sachverhalt" (Seite 1 bis 13) dargestellten (der Aktenlage zu entnehmenden) Umstände, die als festgestellt gelten.
Zur Beschwerdevorlage ist festzuhalten, dass die Darstellung des Sachverhaltes im Vorlagebericht dem Verwaltungsgericht ua. einen ausreichenden Überblick über den dem angefochtenen Bescheid zugrundeliegenden Sachverhalt (einschließlich der wesentlichen Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens) verschaffen soll (vgl. Ritz/Koran, BAO7, § 265 Tz 2a). Betrifft der Streitpunkt sog. Scheinrechnungen (Scheinaufwandsrechnungen oder Aufwandsdeckungsrechnungen), soll dem Vorlagebericht jedenfalls eine Auflistung aller betroffenen Rechnungen mit den einzelnen abgabenbehördlichen Hinzurechnungsbeträgen (samt Summenbildung) und die Gründe für die Beurteilung der Rechnungen als Scheinrechnungen zu entnehmen sein. Im Fall von (Aufwands-)Deckungsrechnungen soll dem Vorlagebericht zu entnehmen sein, für welche Rechnungsaussteller die genaue Bezeichnung der Empfänger der abgesetzten Beträge verlangt wurde (§ 162 BAO und § 22 Abs. 3 KStG 1988) und wo dieses Verlangen im elektronisch übermittelten Verwaltungsakt dokumentiert ist.
Aufgrund des Einwands des "nicht nachvollziehbaren Zahlenwerks" (Seite 1 des Beschwerdeschreibens [OZ 1]) hat das BFG die auf dem Buchhaltungskonto 5755 "Sonst: Leistungen EU m. VSt" (OZ 60) verbuchten Aufwendungen nach Rechnungsausstellern und Streitjahren getrennt aufgelistet und der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht (siehe den Beschluss vom 30.09.2024 [OZ 62] sowie den Beschluss vom 31.01.2025 [OZ 85]). In Übereinstimmung mit dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (siehe Seite 2 des Vorlageantragsschreibens [OZ 17] sowie Seite 1 bis 2 des Schreibens vom 11.02.2025 [OZ 91]) wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin (unter Berücksichtigung von Aufwandsstornierungen) aufgrund der Rechnungen von ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. Aufwendungen von 54.096 € (2010), 79.680 € (2011), 80.320 € (2012) und 7.040 € (2013), aufgrund der Rechnungen von ***P*** ***T*** d.o.o. Aufwendungen von 29.260 € (2012), aufgrund der Rechnungen von ***Person-B*** s.p. Aufwendungen von 108.119,30 € (2010), 3.957,65 € (2011) und 17.325 € (2013) sowie aufgrund der Rechnungen von ***L*** d.o.o. Aufwendungen von 37.825 € (2010), 36.540 € (2011), 60.725 € (2012), 208.585 € (2013) und 237.490 € (2014) als Betriebsausgaben geltend gemacht hat.
Strittig ist, ob die Abgabenbehörde den steuerlich geltend gemachten Aufwendungen den Betriebsausgabenabzug versagen und einen Zuschlag zur Körperschaftsteuer gemäß § 22 Abs. 3 KStG 1988 verhängen durfte.
Betriebsausgaben sind die Aufwendungen oder Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG 1988).
Im Transportgewerbe ist es - auch wenn die Praxis, den Personalbedarf durch das Eingehen illegaler Beschäftigungsverhältnisse oder durch Schwarzlohnzahlungen zu decken und die dafür nötigen Geldmittel unter einem anderen Titel als Betriebsausgaben abzusetzen, bekannt ist - nicht unüblich, Aufträge wegen fehlender eigener Ressourcen zum Teil oder zur Gänze an Subunternehmer weiterzugeben (ähnlich für das Baugewerbe: VwGH 26.06.2002, 2000/13/0013).
Entscheidende Bedeutung kommt der Frage der Erweislichkeit der behaupteten vertraglichen Beziehungen (Erbringung bestimmter Leistungen einerseits und Zahlungsfluss andererseits) zu (vgl. VwGH 22.03.2006, 2002/13/0116).
Die Anwendung des § 162 BAO (und des § 22 Abs. 3 KStG 1988) setzt voraus, DASS DIE IN RECHNUNG GESTELLTE LEISTUNG ERBRACHT WURDE, der Rechnungsempfänger aber entweder die Benennung des tatsächlichen Empfängers der abgesetzten Beträge (= Erbringer der in Rechnung gestellten Leistung) verweigert hat oder aber ohne Verletzung von Verfahrensvorschriften die Feststellung getroffen wurde, dass die benannte Person nicht der tatsächliche Empfänger der abgesetzten Beträge (= Erbringer der in Rechnung gestellten Leistung) ist. Denn bei § 162 BAO geht es nicht "so sehr" darum, dass der Steuerpflichtige "an sich" den Nachweis erbringt, eine Betriebsausgabe getätigt zu haben, als dass eine Verkürzung der Steuern dadurch verhindert werden soll, dass der Steuerpflichtige den Namen des Zahlungsempfängers nennt und damit die Finanzverwaltung in die Lage setzt, die der Betriebsausgabe auf der Seite des Zahlungsempfängers entsprechende Einnahme bei diesem zu versteuern (vgl. VwGH 15.11.1963, 0749/62). § 162 BAO beruht nämlich auf dem Grundsatz, dass das, was bei dem einen Abgabepflichtigen abzusetzen ist, bei dem anderen versteuert werden muss, wenn nicht steuerpflichtige Einnahmen unversteuert bleiben sollen. Es kann daher die Absetzung von (tatsächlich getätigten) Betriebsausgaben TROTZ FESTSTEHENDER SACHLICHER BERECHTIGUNG abgelehnt werden, solange nicht die Möglichkeit, die entsprechenden Einnahmen beim Empfänger zu versteuern, dadurch sichergestellt ist, dass der Steuerpflichtige den Empfänger konkret genannt hat (vgl. VwGH 16.03.1988, 87/13/0252).
Bei der Außenprüfung hat die Abgabenbehörde die Beschwerdeführerin für die in Rechnung gestellten Aufwendungen zur Empfängerbenennung gemäß § 162 BAO aufgefordert (siehe "Vorhalt 3" [OZ 31/3] samt ergänzender Nennung der vom Verlangen betroffenen Rechnungsaussteller (anhand ihres Namenskürzels laut Buchhaltungskonto 5755), ua. auch die vier hier entscheidungsgegenständlichen Rechnungsaussteller [OZ 33/1]). Die Beschwerdeführerin hat in der Beantwortung als Empfänger "***Person-B***" und "Herrn ***P***" bezeichnet, für die anderen beiden Rechnungsaussteller (***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. und ***L*** d.o.o.) keine Nennung vorgenommen (siehe Beilage zur E-Mail vom 01.12.2015 [OZ 33/4]. Im Vorlageantrag (OZ 17/3) hat die Beschwerdeführerin im Bewusstsein des gestellten Verlangens zur Empfängerbenennung und deren Rechtsfolgen ergänzend ***S*** ***L*** (für die ***L*** d.o.o.) und ***K*** ***P*** (für die ***P*** ***T*** d.o.o.) als Geldempfänger bezeichnet.
Gemäß dem Bericht über das Ergebnis der Außenprüfung hat die Abgabenbehörde die abgesetzten Beträge den Bemessungsgrundlagen hinzugerechnet und den Zuschlag gemäß § 22 Abs. 3 KStG 1988 verhängt, weil - so die Abgabenbehörde - der Aufforderung zur Empfängerbenennung gemäß § 162 nicht habe entsprochen werden können (siehe Seite 10). Zur Begründung führt die Abgabenbehörde aus, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht (siehe Seite 3, 4, 6 und 7 des Berichts), womit in Anbetracht der Anwendung der Rechtsfolgen von § 162 BAO und § 22 Abs. 3 KStG 1988 offensichtlich gemeint ist, dass diesen Aufwendungen keine Leistungen der Rechnungsaussteller (als behauptete Empfänger der abgesetzten Beträge) gegenüberstehen (siehe auch die Ausführungen der Abgabenbehörde zu § 162 BAO auf den Seiten 13-15 der gesonderten Begründung der Beschwerdevorentscheidung [OZ 14]).
Zur Ermittlungspflicht der Abgabenbehörde:
Gemäß § 115 Abs. 1 BAO haben die Abgabenbehörden die abgabepflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu ermitteln die für die Abgabepflicht und die Erhebung der Abgaben wesentlich sind.
Die Abgabenbehörde hat die von den vier Rechnungsausstellern erklärten bzw. gemeldeten Umsätze durch elektronische Auskunftsverlangen an Slowenien und Kroatien ermittelt.
Zu ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. hat Slowenien folgende Auskunft gegeben:
"Die wichtigsten Wirtschaftstätigkeiten sind: die Verbreitung von Zeitungen und Zeitschriften, die Verteilung von unadressierten Werbeprospekten an Haushalte, Kurierdienste (Expresssendungen) und die Zustellung von Dokumenten, vor allem in Slowenien."
"***J*** ***C*** s.p. hat täglich Post- und Kurierdienste in Slowenien und nicht in Österreich ausgeführt. Er arbeitete allein und mit zwei Angestellten (***D*** [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] im Zeitraum vom 7.6.2011 bis 29.6.2011 und ***G*** [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] im Zeitraum vom 23.10.2013 bis 28.1.2014.
Gelegentlich wurden Arbeiten durch Subunternehmer ausgeführt (Arbeiten durch einen Studentendienst und andere Einzelunternehmer).
Wir haben Rechnungen verglichen, Rechnungen, die wir mit Ihrer Anfrage erhalten haben (Rechnungen ausgestellt vom 28.2.2010, 30.4.2010, 30.6.2010 und 31.10.2010) und Rechnungen des Steuerzahlers, die an diesen Daten ausgestellt wurden. Das Finanzamt stellte die folgenden Unstimmigkeiten fest:
- Rechnungen, die von unserem Steuerzahler ausgestellt wurden sind in anderer Form, mit anderen Nummern und Kontocodes
- Sie sind an Kunden aus Slowenien gerichtet und beziehen sich auf Dienstleistungen in Slowenien (Kurierdienste, Verbreitung von Zeitungen und Ausgaben)
- Rechnungen haben andere Stempel und andere Unterschriften des Steuerzahlers
Gemäß den erhaltenen Rechnungen, die Sie uns zur Verfügung gestellt haben, hat unser Steuerzahler folgende Aussage gemacht:
- dass 99 % der Dienstleistungen in Slowenien erbracht wurden, ab 2013 hat er einige Dienstleistungen selbst im Auftrag des Rechtsanwalts [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] für die [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] erbracht.
Es wurden keine weiteren Dienstleistungen in Österreich erbracht.
- Die Firma ***Bf-GmbH***, ATU *** und die natürliche Person ***X*** ***X***, ***, *** sind ihm unbekannt und er hört von ihnen zum ersten Mal. Er gab auch an, dass ihm die Rechnungen, die er vermutlich an eine österreichische Firma ausgestellt hat, unbekannt sind und er sie zum ersten Mal sieht.
-Es besteht keine Geschäftsverbindung zwischen ***T*** ***J*** ***C*** s.p. und der österreichischen Firma ***Bf-GmbH***, ATU ***.
-Dass er keine Rechnungen an die Firma ***Bf-GmbH*** ausgestellt hat.
-Dass die Rechnungen, die Sie uns vorgelegt haben (Nr. 0029 vom 28.2.2010, Nr. 0063 vom 30.6.2010, Nr. 0048 vom 30.4.2010) nicht mit der Unterschrift von Herrn ***C*** unterschrieben sind, Rechnungen nicht mit seinem Markenzeichen versehen wurden und dass die von ihm ausgestellten Rechnungen auch formal unterschiedlich sind.
-Herr ***C*** erklärte, dass er Rechnungen selbst und am Computer ausstellt.
-Er hat nie eine Geschäftsreise nach ***Ort-M*** unternommen.
-Dass es ihm physisch unmöglich ist, in Österreich zu arbeiten, da er täglich Dienstleistungen in Slowenien erbringt - Kurierdienste, für die er auch Beweise hat (Arbeitsbeschreibungen, Zeugen, …)"
"Die genannten Transaktionen sind in den Geschäftsunterlagen unseres Steuerzahlers nicht ersichtlich. Unser Steuerzahler hat nicht mit einem österreichischen Unternehmen zusammengearbeitet und hat keine Forderungen gegenüber dem Unternehmen in Österreich."
"Es gab keine Schulden, keine Zahlungen und keine Geschäftsbeziehungen."
"Es gab keine Transaktionen mit einem österreichischen Unternehmen."
Zu ***L*** d.o.o. hat Kroatien folgende Auskunft gegeben:
"Der Steuerzahler ***L*** d.o.o. ***Ort-J*** wurde am 09.06.2017 aus dem Handelsgericht in ***Ort-V*** gelöscht. Zuvor hatte der Konkursrichter das Konkursverfahren am TT. Mai 2017 abgeschlossen. Bei der Kontrolle der im Zeitraum vom 01.01.2009 bis 31.12.2014 eingereichten Umsatzsteuererklärungen wurde festgestellt, dass der Steuerzahler keine internationalen Transportdienstleistungen gemeldet hat. Da der Steuerzahler nicht mehr aktiv ist, haben unsere zuständigen Beamten den Verantwortlichen Herrn ***S*** ***L*** telefonisch kontaktiert und dieser hat erklärt, dass er ***X*** Transport und Logistic nie Rechnungen ausgestellt und keine Zahlungen von diesem österreichischen Steuerzahler erhalten hat."
Zu ***Person-B*** s.p. hat Slowenien folgende Auskunft gegeben:
"Herr ***Person-B*** ist am TT.03.2016 verstorben, daher hat das zuständige Finanzamt keine Betriebsprüfung eingeleitet, da die angeforderten Informationen und Unterlagen nicht beschafft werden konnten.
Steuerpflichtiger ***B*** ***T*** s.p. ist nicht mehr aktiv.
Gemäß den Daten aus der offiziellen Datenbank des Finanzamts war Steuerpflichtiger ***B*** ***T*** s.p. vom 01.08.2005 bis zum 05.12.2013 als Einzelunternehmer registriert. Für Mehrwertsteuerzwecke war er im Zeitraum vom 01.11.2005 bis zum 05.12.2013 registriert."
Zu ***P*** ***T*** d.o.o. hat Kroatien folgende Auskunft gegeben:
"Der Verantwortliche ***K*** ***P*** antwortet nicht auf Vorladungen der Steuerbehörden und nimmt auch seit etwa 6 Monaten keinen Kontakt mit dem Buchhaltungsservice auf."
"Die Rechnung, die Sie Ihrer Anfrage beigefügt haben, ist in der eingereichten Mehrwertsteuererklärung für 2012 nicht aufgeführt, da keine im Ausland erbrachten Dienstleistungen aufgeführt sind."
"Unser Steuerzahler hat nicht auf Vorladungen der Steuerbehörden geantwortet. Die Vorladung konnte dem Steuerzahler nicht zugestellt werden und wurde nach drei Wochen per Post zurückgeschickt. Der ***Buchhaltungsservice-B*** d.o.o. hat seit 2012 keine Aufzeichnungen. Der Steuerzahler nimmt seit über einem halben Jahr keinen Kontakt mit dem Buchhaltungsservice auf. Bei der Überprüfung der Mehrwertsteuererklärungen für 2012 wurde festgestellt, dass der Steuerzahler keine im Ausland erbrachten Dienstleistungen aufgeführt hat."
Der nach diesen Auskünften von der Abgabenbehörde durchgeführte "Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung" (siehe nochmals Seite 3, 4, 6 und 7 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung) hat wenig Aussagekraft für die Beurteilung, ob die in Rechnung gestellten Leistungen von diesen Firmen erbracht wurden, weil - wie auch die Beschwerdeführerin auf Seite 2 des Schreibens vom 06.03.2019 (OZ 41) zum Ausdruck bringt - deren Steuerehrlichkeit von der Abgabenbehörde nicht unmittelbar überprüft werden kann (vgl. VwGH 14.02.2023, Ra 2020/13/0007, wonach die Steuerverwaltung von einem Steuerpflichtigen nicht generell verlangen kann zu prüfen, ob etwa der Aussteller der Rechnung seinen Verpflichtungen hinsichtlich der Erklärung und Abführung der Mehrwertsteuer nachgekommen ist).
Jedoch sind die in den Auskünften angeführten Umstände geeignet, Zweifel an der Richtigkeit der verbuchten Aufwendungen (und damit an der Richtigkeit der angebrachten Abgabenerklärungen) zu begründen. Die Abgabenbehörde stützt ihre Feststellung, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung (der Rechnungsaussteller) gegenübersteht, daher zu Recht unter Bezugnahme auf § 138 BAO (bzw. ihr diesbezügliches Verlangen) darauf, dass die Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen wäre, die Beziehungen zu den Rechnungsausstellern vollständig aufzuhellen und zu dokumentieren (siehe Seite 9 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung [OZ 48) und Seite 10 des Vorlageberichts [OZ 55]).
Zur Beweis- bzw. Glaubhaftmachungspflicht und zur erhöhten Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin:
Gemäß § 138 Abs. 1 BAO haben die Abgabepflichtigen auf Verlangen der Abgabenbehörde in Erfüllung ihrer Offenlegungspflicht (§ 119) zur Beseitigung von Zweifeln den Inhalt ihrer Anbringen zu erläutern und zu ergänzen sowie dessen Richtigkeit zu beweisen. Kann ihnen ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden, so genügt die Glaubhaftmachung.
Gemäß § 138 Abs. 2 BAO sind Bücher, Aufzeichnungen, Geschäftspapiere, Schriften und Urkunden auf Verlangen zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, soweit sie für den Inhalt der Anbringen von Bedeutung sind).
§ 138 Abs. 1 BAO hat die Feststellung solcher Verhältnisse im Auge, die für die Abgabenbehörde nur unter Mithilfe des Abgabepflichtigen aufklärbar sind, denen der Abgabepflichtige hinsichtlich der Beweisführung somit nähersteht als die Behörde. Es handelt sich um Tatsachen, für die die Behörde keine zweckdienliche Nachprüfungsmöglichkeit hat, für deren Beweisbarkeit der Abgabepflichtige aber vorsorgend wirken kann (VwGH 24.02.2004, 99/14/0247).
Gemäß § 115 Abs. 1 zweiter Satz BAO wird die Verpflichtung der Abgabenbehörden, die abgabepflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu ermitteln, die für die Abgabepflicht und die Erhebung der Abgaben wesentlich sind, durch eine erhöhte Mitwirkungspflicht des Abgabepflichtigen, wie beispielsweise bei Auslandssachverhalten, eingeschränkt.
Die ERHÖHTE MITWIRKUNGSPFLICHT BEI SACHVERHALTEN MIT AUSLANDSBEZUG mitumfasst eine entsprechende BEWEISVORSORGEPFLICHT (vgl. VwGH 16.04.2024, Ro 2022/13/0017, mwN).
Vor diesem sachverhaltsmäßigen und rechtlichen Hintergrund hat die Abgabenbehörde zu Recht von der Beschwerdeführerin mit Vorhalt "12/2018" (OZ 40) gemäß § 138 BAO den Nachweis verlangt, dass die Rechnungsaussteller tatsächlich eine Leistung erbracht haben und der Zahlungsverkehr tatsächlich stattgefunden hat (siehe Seite 5).
Aufgrund dieses Verlangens war es an der Beschwerdeführerin in Wahrnehmung ihrer erhöhten Mitwirkungspflicht gelegen, zu den in Rechnung gestellten Leistungen einerseits und zum Zahlungsfluss andererseits alle ihr möglichen Tatsachen, Beweise und Anträge vorzubringen, die der Abgabenbehörde die Beurteilung ermöglichen, von wem diese Leistungen tatsächlich erbracht wurden.
Zu den Beweisen und Anträgen der Beschwerdeführerin:
Der bei der Außenprüfung vorgelegte Dienstleistungsvertrag (OZ 54), mit dem allgemein geregelt wird, dass die Beschwerdeführerin und andere von ***X*** ***X*** geführt Gesellschaften Transporte für ***Firma-F*** erbringen und sich dafür auch Subunternehmen bedienen können, erweist nicht, dass die in Rechnung gestellten Leistungen von den Rechnungsausstellern erbracht wurden.
Darüber hinaus hat die Beschwerdeführerin lediglich beantragt, mittels Zeugeneinvernahmen (***J*** ***E*** als Disponent bei der Beschwerdeführerin, ***R*** ***V*** als Stiefsohn des ***B*** ***T*** und ***J*** ***C*** als Subunternehmer der Beschwerdeführerin) den "Wahrheitsgehalt" zu "hinterfragen" (siehe das Schreiben vom 06.03.2019 [OZ 41]).
Das Bundesfinanzgericht hat daher zu beurteilen, ob sich aus diesen Zeugenaussagen die Erbringung der in Rechnung gestellten Leistungen durch die Rechnungsaussteller vollumfänglich und mit ausreichender Wahrscheinlichkeit ergibt.
***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. / ***P*** ***T*** d.o.o.
Zu den Rechnungen von ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. (Summe der geltend gemachten Aufwendungen: 54.096 € für 2010, 79.680 € für 2011, 80.320 € für 2012 und 7.040 € für 2013) hat die Beschwerdeführerin die Einvernahme des ***J*** ***E*** zum Beweis, dass "dieses Unternehmen für sie Subleistungen erbracht hat" und zum Beweis, dass "die Zahlungen der Rechnungen durch die Übergabe von Kuverts in bar erfolgt ist", beantragt.
Zu den Rechnungen von ***P*** ***T*** d.o.o. (Summe der geltend gemachten Aufwendungen: 29.260 € für 2012) hat die Beschwerdeführerin beantragt, ***J*** ***E*** ("welcher vielfach Transportdispositionen Subunternehmer abgewickelt hat") "diesbezüglich zu befragen".
Der beantragte Zeuge ***J*** ***E*** gab bei seiner Einvernahme an, beide Firmen nicht zu kennen und beide Firmennamen nicht gehört zu haben. Er könne daher dazu nichts sagen. Vielleicht sein Kollege ***D*** ***V*** (Seite 4 der Niederschrift [OZ 43]). Weiters gab ***J*** ***E*** an, dass er noch nie an Subunternehmer Bargeld ausbezahlt habe. Er wisse gar nicht, dass Bargeld ausbezahlt werde. Er wisse nichts davon, dass ein Subfrächter komme und Bargeld verlange oder erhalte. Er habe das auch nie beobachtet. Er wüsste auch nicht, wer das sein könnte. Er habe Kuverts schon gesehen. Was da drin gewesen sei, wisse er nicht. Es habe schon Kuverts für Subfrächter gegeben. Größe DINA 5. Solche Kuverts habe er an Subfrächter schon übergeben (Seite 4-5 der Niederschrift [OZ 43]).
Die Abgabenbehörde hat den geltend gemachten Aufwendungen zur Gänze die steuerliche Anerkennung versagt (von diesen Aufwendungen abweichende Hinzurechnungsbeträge bei der ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p.: 60.816 € für 2010 und 80.230 € für 2012 [aufgrund des im Vergleich zum geltend gemachten Aufwand von 80.320 € um 110 € geringeren Hinzurechnungsbetrages ohne Beschwer], bei der ***P*** ***T*** d.o.o. stimmt der Hinzurechnungsbetrag mit diesen Aufwendungen überein) und dies mit der Aussage des ***J*** ***E***, beide Firmen nicht zu kennen und beide Firmennamen nicht gehört zu haben, begründet (siehe Seite 3 und Seite 7 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung [OZ 48]).
Die Beschwerdeführerin wendet dagegen im Beschwerdeschreiben (OZ 1) ein, dass die zeugenschaftliche Aussage von ***J*** ***E***, dass er von dem Unternehmen "***T*** ***K***" noch nie gehört habe, logisch sei, da ***J*** ***E*** in seiner zeugenschaftlichen Aussage richtigerweise anführe, ausschließlich Inlandsdisponent zu sein, das heiße ausschließlich Transporte innerhalb von Österreich zu organisieren und zu leiten. Inlandsdisponent bedeute weiterhin, die eigenen Fahrer zu betreuen bzw. Transport innerhalb von Österreich (auch wenn sie von ausländischen Frächtern durchgeführt würden), zu betreuen. Für Auslandsdispo seien andere Mitarbeiter im Unternehmen "***X***" beschäftigt. Im Zuge einer dieser Besprechungen sei begehrt worden, dass bezüglich der Unternehmens "***T*** ***K***" einer der Auslandsdisponenten befragt werden möge, was seitens der Abgabenbehörde weder protokolliert noch durchgeführt worden sei. ***J*** ***E*** gebe auf Seite 4 (erstes Drittel der Seite) an, dass vielleicht seine Kollegen (aus der Auslandsdispo) die Firma "***P***" bzw. "***T*** ***K***" kennen würden. Somit wäre es Pflicht der Abgabenbehörde gewesen, diese Kollegen zu befragen, um hier nicht auf Vermutungen, Annahmen und Verdachtsmomente angewiesen zu sein (Seite 4). Bezüglich der von Abgabepflichtigen beantragten Zeugeneinvernahme des ***J*** ***E*** werde wie bei dem Subunternehmen "***T*** ***K***" drauf verwiesen, dass ***J*** ***E*** lediglich Inlandsdisponent gewesen sei (siehe die Zeugeneinvernahme) und mit Auslandstransporten nichts zu tun habe (Seite 7).
Die Abgabenbehörde führt in der Begründung der (Sammel-)Beschwerdevorentscheidung (OZ 14) dazu aus, dass, obgleich ***J*** ***E*** die Geschäftsbeziehung zur Beschwerdeführerin bezeugen sollte, nun im Beschwerdeschreiben "kundgetan" werde, dass dessen Aussage, vom Unternehmen ***T*** ***K*** noch nie gehört zu haben, logisch sei, da er ausschließlich Inlandsdisponent sei. Wer letztlich die streitgegenständlichen Geschäftsfälle im Unternehmen der Beschwerdeführerin bearbeitet haben solle, gehe weder aus der Zeugenaussage des ***J*** ***E*** hervor, noch habe die Beschwerdeführerin selbst eine solche Person namhaft gemacht. Demgegenüber werde nunmehr im Beschwerdeschreiben sinngemäß gefordert, die Abgabenbehörde hätte selbst einen Beschäftigten des ***X*** ***X*** suchen, finden, vorladen und einvernehmen müssen. Dieser hätte dann betreffend die Firma ***T*** ***K*** die Geschäftsfälle, deren Erbringung sowie deren ordnungsgemäße Bezahlung bezeugen können (Seite 8). Auch betreffend das Unternehmen ***P*** ***T*** d.o.o. habe die steuerliche Vertretung vorgebracht, nicht nachgewiesene Geschäftsfälle und Transaktionen in Form einer Zeugenaussage glaubhaft machen zu wollen. Demnach könne ***J*** ***E*** als Mitarbeiter der Beschwerdeführerin entsprechende Auskünfte erteilen. Diesem Ersuchen sei seitens der Abgabenbehörde entsprochen worden und habe am 16.10.2019 eine niederschriftlich dokumentierte Zeugeneinvernahme von ***J*** ***E*** stattgefunden. Das Ergebnis der Einvernahme sei der Beschwerdeführerin zur Kenntnis gebracht worden, entspreche aber offenbar nicht den Erwartungen. Denn im Beschwerdeschreiben werde nunmehr dessen Aussage aufgegriffen, er sei lediglich Inlandsdisponent gewesen und habe mit Auslandstransporten gar nichts zu tun gehabt. Letztlich sei es die Aufgabe der Behörde, andere (Anm.: nicht namentlich genannte) Personen zu befragen (Seite 12).
Das Bundesfinanzgericht sieht mit der Aussage des beantragten Zeugen ***J*** ***E***, beide Firmen nicht zu kennen und beide Firmennamen nicht gehört zu haben, den "Wahrheitsgehalt" der Rechnungen von ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. und ***P*** ***T*** d.o.o. nicht als erwiesen an.
Was den Einwand der Beschwerdeführerin, ***J*** ***E*** sei nur für die Inlandsdisposition zuständig gewesen, betrifft, so ist sie darauf hinzuweisen, dass die Abgabenbehörde mit ***J*** ***E*** jenen Zeugen einvernommen hat, den sie selbst zum Beweis des "Wahrheitsgehalts" die Einvernahme des ***J*** ***E*** beantragt hat. Wenn die Beschwerdeführerin nun vorbringt, dass für "Auslandsdispo" andere Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt seien und bemängelt, dass in einer Besprechung begehrt worden sei, dass einer der Auslandsdisponenten befragt werden möge, dies jedoch von der Abgabenbehörde weder protokolliert noch durchgeführt worden sei, so ist sie darauf hinzuweisen, dass Anbringen zur Geltendmachung von Rechten (so auch Anträge auf Beweisaufnahme) aufgrund § 85 Abs. 1 BAO schriftlich einzureichen sind und es ihr sowohl im verwaltungsbehördlichen als auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren freigestanden und aufgrund der erhöhten Mitwirkungspflicht (siehe oben) zugekommen wäre, die Einvernahme von namentlich bestimmten Personen als Zeugen zu einem konkreten Beweisthema zu beantragen. Aufgrund der erhöhten Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin war die Abgabenbehörde nicht zur Erkundung, ob irgendwelche (von einem Zeugen zufällig erwähnte) Personen vielleicht etwas wissen könnten, verpflichtet. Denn die amtswegige Ermittlungspflicht der Abgabenbehörde tritt bei Auslandssachverhalten gegenüber der Mitwirkungs- und Offenlegungspflicht der Partei zurück (VwGH 19.10.2006, 2006/14/0109).
Die Rechnungen von ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. und ***P*** ***T*** d.o.o. hat die Beschwerdeführerin entgegen ihrer Obliegenheit (§ 119 BAO) auch nicht vollständig offengelegt.
Es war daher davon auszugehen, dass ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. und ***P*** ***T*** d.o.o. nicht die Empfänger der abgesetzten Beträge (Erbringer der in Rechnung gestellten Leistungen) waren.
***L*** d.o.o.
Zum Beweis, dass die ***L*** d.o.o. für die Beschwerdeführerin "Subleistungen" erbracht hat (Summe der geltend gemachten Aufwendungen: 37.825 € für 2010, 36.540 € für 2011, 60.725 € für 2012, 208.585 € für 2013 und 237.490 € für 2014), hat die Beschwerdeführerin die Einvernahme des ***J*** ***C*** beantragte. Der Kontakt der Beschwerdeführerin zur ***L*** d.o.o. sei über die Firma "***Firma-S2***" erfolgt. Dieser könne bestätigen, dass die ***L*** d.o.o. für die Beschwerdeführerin "Subleistungen" erbracht habe. (Seite 2-3 des Schreibens vom 06.03.2019 [OZ 41]).
Der beantragte Zeuge ***J*** ***C*** gab laut Niederschrift (OZ 45) bei seiner Einvernahme durch die Abgabenbehörde am 11.11.2019 an, dass er ***X*** seit 2004 kenne, seit 2009 fahre er praktisch täglich in Sub für ***X*** (Seite 3). Die ***L*** d.o.o. kenne er (Seite 3). ***S*** ***L*** sei der Geschäftsführer der Firma und seine Kontaktperson. Dieser sei auch Linie gefahren, dh täglich seine Linie von Salzburg/Freilassing nach Ljubljana/Slowenien, auch von ***Ort-H*** nach Deutschland. Er (***S*** ***L***) sei selbst gefahren oder seine Fahrer. Er habe zu diesem kein freundschaftliches Verhältnis gehabt, eine normale Geschäftsbeziehung. Sie hätten sich nach dessen Konkurs wenige Male zufällig getroffen, dieser habe heute eine Baufirma. Sie hätten keinen regelmäßigen Kontakt (Seite 3). Er habe die Eingangsrechnungen von ***L*** immer überwiesen, nie in bar bezahlt. Seit Kroatien in der EU sei - 2013 - würden alle Rechnungen überwiesen. Davor sei es vorgekommen, dass er in bar bezahlt worden sei. Damals habe eine Banküberweisung mehr als eine Woche gedauert und sei teuer gewesen (Seite 4). Seit dem EU-Beitritt im Jahr 2013 habe ***X*** fast immer mit Banküberweisung bezahlt, davor sei es gängige Praxis gewesen, in bar gegen Bestätigung zu bezahlen. Mit den Kontoüberweisungen habe es immer wieder Probleme gegeben. Die Bestätigungen seien für die Buchhaltung von ***X***. Er (***C***) meine, er habe unterschrieben, wenn er Bargeld übernommen habe. Er habe meistens nachgezählt. Das Bargeld sei aus der Hosentasche von ***X*** gekommen oder in einem Kuvert, in allen möglichen betraglichen Kombinationen. ***X*** habe entweder die Rechnung zur Gänze auf einmal bezahlt oder in Raten. Er habe immer bezahlt, wenn auch mit Verspätung. Wenn in bar bezahlt worden sei, dann immer von ***X*** (Seite 5). Die Rechnungslegung über Transportleistungen an die Firma ***X*** sei in den letzten zwei Jahren per Email und per Post erfolgt, doppelt, sie schrieben einmal im Monat Rechnung. Diese Ausgangsrechnungen an ***X*** seien immer an die Buchhaltung gegangen, nie persönlich. Er (***C***) oder seine Fahrer gäben die Rechnung im Büro der Buchhaltung ab oder auch bei der Dispo, Herr ***D2***, oder ***D3*** oder ***O***, ***S***, die Familiennamen wisse er nicht, die seien alle vertrauenswürdig, die hätten die Rechnungen an die Buchhaltung weitergeleitet (Seite 6). Auf die Frage, ob es gängige Praxis sei, dass ein Fahrer den Transportlohn (als Bargeld) von der Fa. ***X*** bekomme und dieser Fahrer diesen Betrag in seiner Firma (Subunternehmen) abgebe, antworte er, dass er seit ca. 8 Jahren nicht mehr persönlich fahre. Wenn mit Bargeld bezahlt worden sei, dann sei immer er persönlich nach Österreich gefahren. Seine Fahrer hätten nie Bargeld entgegengenommen. Er habe auch schon seit Jahren kein Bargeld mehr von ***X*** ***X*** bekommen (Seite 6). Auf die Frage, ob ihm bekannt sei, dass Rechnungen auch an andere Transportunternehmen von ***X*** in bar bezahlt worden seien, antworte er, dass er es 100 Mal gesehen habe, dass ***X*** in bar bezahlt habe. Einige Fahrer? Nein, er glaube jeden von Slowenien. Er erinnere sich für diese Angabe an den Zeitraum um 2010. Ob das heute noch so sei, wisse er nicht (Seite 7).
***J*** ***C*** gab laut Niederschrift (OZ 47) bei seiner Einvernahme durch die Abgabenbehörde am 20.02.2020 auf die Frage, ob er die ***L*** d.o.o. zur Beschwerdeführerin gebracht habe bzw. den Kontakt zwischen den beiden Firmen hergestellt habe, bejahend ("Genau.") an, dass die "Fa. ***L***" mit der "Fa. ***X***" den ersten Kontakt glaublich über ***T*** (Transportbörse) gehabt habe. Danach habe ***L*** ihn gefragt, ob er die "Fa. ***X***" kenne und wie das so sei wegen der Zahlungen, ob die "Fa. ***X***" pünktlich zahle und so. Auf die Frage, ob er die "Fa. ***L***" bzw. den Chef oder einen Fahrer oder ein Fahrzeug in der "Firma ***X***" gesehen habe, gab ***J*** ***C*** an: "Oftmals, ja. Chef, Fahrer, Autos sowieso". Wann könne er nicht sagen, er (***L***) hätte einmal einen Iveco, dann einen Peugeot gehabt, aber wann das gewesen sei, könne er nicht sagen. Er wolle nichts Falsches sagen, es sei schon jahrelang zurück, aber welche Jahre genau, das wisse er nicht (Seite 2 der Niederschrift [OZ 47]).
Die Abgabenbehörde hat den geltend gemachten Aufwendungen zur Gänze die steuerliche Anerkennung versagt (die Hinzurechnungsbeträge stimmen mit diesen Aufwendungen überein) und dies damit begründet, dass ***J*** ***C*** seit zirka 2011 nicht mehr im täglichen Transportgeschäft als Fahrer tätig sei. Repräsentative Fremdleistungsaufwendungen an die ***Firma-S2*** ***Y*** (Firma von ***J*** ***C***) seien erst ab dem Jahr 2013 verbucht worden, davor sei die Firmenbeziehung der Firmen ***Firma-S2*** ***Y*** und der Beschwerdeführerin, wenn überhaupt, auf eine geringe Anzahl an Geschäftsfällen beschränkt gewesen. ***J*** ***C*** begründe seinen Hauptwohnsitz laut ZMR seit Jänner 2017 an der Wohnadresse des Geschäftsführers der Beschwerdeführerin. Der Aussage, ***J*** ***C*** habe den Chef und die Fahrer der Firma ***L*** d.o.o. oftmals bei der Beschwerdeführerin gesehen, könne demnach keine höhere Glaubwürdigkeit beigemessen werden, da ***J*** ***C*** nach eigenen Aussagen seit Beginn der Geschäftsbeziehung zur Beschwerdeführerin nicht mehr im täglichen Transportwesen als Fahrer tätig gewesen sei. In freier Beweiswürdigung werde der Aussage eines Zeugen dann die höhere Glaubwürdigkeit beigemessen, wenn er im sachverhaltsgegenständlichen Zeitraum in verantwortungstragender Position tätig gewesen sei und hinsichtlich von in diesem Zeitraum vorgefallenen Geschäftsfällen Aussagen zu tätigen vermöge. ***J*** ***C*** sei eine im Verfahren fremde Person, welche sich in der vermeintlichen Geschäftsbeziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ***L*** d.o.o. in keiner verantwortungstragenden Position befunden habe (siehe Seite 5 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung [OZ 48]).
Normen und Schlagworte
- § 207 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 22 Abs. 3 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 138 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 85 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 138 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 138 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 208 Abs. 1 lit. a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 4 Abs. 4 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 183 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 162 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 115 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 209 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 119 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/2100499/2021
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2025:RV.2100499.2021
- Stammnummer
- 148335
- Gültig
- 04.07.2025 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF