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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/2100499/2021

Empfängerbenennung: § 162 BAO und § 22 Abs. 3 KStG 1988

geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/2100499/2021vom 04.07.2025Teil 1 von 7
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Im Transportgewerbe ist es - auch wenn die Praxis, den Personalbedarf durch das Eingehen illegaler Beschäftigungsverhältnisse oder durch Schwarzlohnzahlungen zu decken und die dafür nötigen Geldmittel unter einem anderen Titel als Betriebsausgaben abzusetzen, bekannt ist - nicht unüblich, Aufträge wegen fehlender eigener Ressourcen zum Teil oder zur Gänze an Subunternehmer weiterzugeben (ähnlich für das Baugewerbe: VwGH 26.06.2002, 2000/13/0013).
Entscheidende Bedeutung kommt der Frage der Erweislichkeit der behaupteten vertraglichen Beziehungen (Erbringung bestimmter Leistungen einerseits und Zahlungsfluss andererseits) zu (vgl. VwGH 22.03.2006, 2002/13/0116).
Die Anwendung des § 162 BAO (und des § 22 Abs. 3 KStG 1988) setzt voraus, DASS DIE IN RECHNUNG GESTELLTE LEISTUNG ERBRACHT WURDE, der Rechnungsempfänger aber entweder die Benennung des tatsächlichen Empfängers der abgesetzten Beträge (= Erbringer der in Rechnung gestellten Leistung) verweigert hat oder aber ohne Verletzung von Verfahrensvorschriften die Feststellung getroffen wurde, dass die benannte Person nicht der tatsächliche Empfänger der abgesetzten Beträge (= Erbringer der in Rechnung gestellten Leistung) ist. Denn bei § 162 BAO geht es nicht "so sehr" darum, dass der Steuerpflichtige "an sich" den Nachweis erbringt, eine Betriebsausgabe getätigt zu haben, als dass eine Verkürzung der Steuern dadurch verhindert werden soll, dass der Steuerpflichtige den Namen des Zahlungsempfängers nennt und damit die Finanzverwaltung in die Lage setzt, die der Betriebsausgabe auf der Seite des Zahlungsempfängers entsprechende Einnahme bei diesem zu versteuern (vgl. VwGH 15.11.1963, 0749/62). § 162 BAO beruht nämlich auf dem Grundsatz, dass das, was bei dem einen Abgabepflichtigen abzusetzen ist, bei dem anderen versteuert werden muss, wenn nicht steuerpflichtige Einnahmen unversteuert bleiben sollen. Es kann daher die Absetzung von (tatsächlich getätigten) Betriebsausgaben TROTZ FESTSTEHENDER SACHLICHER BERECHTIGUNG abgelehnt werden, solange nicht die Möglichkeit, die entsprechenden Einnahmen beim Empfänger zu versteuern, dadurch sichergestellt ist, dass der Steuerpflichtige den Empfänger konkret genannt hat (vgl. VwGH 16.03.1988, 87/13/0252).
Die Hauptbedeutung eines Auftrages nach § 138 BAO liegt darin, dass der Abgabepflichtige insb. aus prozessökonomischen Gründen dazu verhalten werden soll, das ihm ohne große Mühe zugängliche Verfahrensmaterial beizubringen, nämlich jenes Material, das für die Würdigung der in Frage stehenden Tatsachen von Bedeutung ist (VwGH 20.04.1999, 94/14/0149).
§ 138 Abs. 1 BAO hat die Feststellung solcher Verhältnisse im Auge, die für die Abgabenbehörde nur unter Mithilfe des Abgabepflichtigen aufklärbar sind, denen der Abgabepflichtige hinsichtlich der Beweisführung somit nähersteht als die Behörde. Es handelt sich um Tatsachen, für die die Behörde keine zweckdienliche Nachprüfungsmöglichkeit hat, für deren Beweisbarkeit der Abgabepflichtige aber vorsorgend wirken kann (VwGH 24.02.2004, 99/14/0247).
Die ERHÖHTE MITWIRKUNGSPFLICHT BEI SACHVERHALTEN MIT AUSLANDSBEZUG mitumfasst eine entsprechende BEWEISVORSORGEPFLICHT (vgl. VwGH 16.04.2024, Ro 2022/13/0017, mwN).
Behauptet die Partei des Abgabenverfahrens das Vorliegen ungewöhnlicher Umstände (die Beschwerdeführerin behauptet, die Rechnungsbeträge ohne Bestätigung des Geldübernehmers bar bezahlt zu haben, was im Geschäftsverkehr ungewöhnlich ist), so unterliegt sie außerdem bei Feststellung dieser Verhältnisse einer ERHÖHTEN MITWIRKUNGSPFLICHT (VwGH 26.07.2007, 2005/15/0051).
Wird ein Zeuge nicht kontradiktorisch vernommen, bedeutet dies, dass das Verwaltungsgericht (bzw. vorher die Abgabenbehörde) die Ergebnisse der Beweisaufnahme den Parteien vorzuhalten hat und sich mit den von ihnen (bis zum Erlass der Entscheidung) dazu erstatteten Vorbringen zu Unvollständigkeiten in der Befragung oder allfälligen Widersprüchlichkeiten im Aussageverhalten auseinanderzusetzen hat, was bei Aufzeigen wesentlicher Befragungslücken eine neuerliche Zeugeneinvernahme erforderlich machen kann (vgl. VwGH 29.09.2022, Ra 2021/15/0115).
Ein Abgabepflichtiger muss im verwaltungsgerichtlichen Verfahren seine Offenlegungspflicht (§ 119 BAO) auch dann erfüllen, wenn die Abgabenbehörde Ablichtungen von Geschäftspapieren, Schriften und Urkunden bei der Außenprüfung nicht zum Akt genommen hat oder Ablichtungen in Verstoß geraten sind.
Aufgrund der erhöhten Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin war die Abgabenbehörde nicht zur Erkundung, ob irgendwelche (von einem Zeugen zufällig erwähnte) Personen vielleicht etwas wissen könnten, verpflichtet. Denn die amtswegige Ermittlungspflicht der Abgabenbehörde tritt bei Auslandssachverhalten gegenüber der Mitwirkungs- und Offenlegungspflicht der Partei zurück (VwGH 19.10.2006, 2006/14/0109).

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch den Senatsvorsitzenden ***SV*** sowie die weiteren Senatsmitglieder ***R***, ***FLR1*** und ***FLR2*** im Beisein der Schriftführerin ***SF*** über die Beschwerden der ***Bf-GmbH***, ***Bf-Adr***, vertreten durch die ***F*** ***Ort-H*** Steuerberatung GmbH, ***Str.***, ***PLZ, Ort*** vom 31.08.2020 gegen die Bescheide des Finanzamtes Graz-Umgebung vom 11.08.2020 betreffend Körperschaftsteuer 2010 bis 2014 nach mündlicher Verhandlung am 21.05.2025 zu Recht erkannt: Der Bescheid betreffend Körperschaftsteuer 2010 wird abgeändert. Die Höhe dieser Abgabe und die Grundlagen der Abgabenfestsetzung (Bemessungsgrundlage) sind dem als Beilage angeschlossenen Berechnungsblatt zu entnehmen und bilden einen Bestandteil des Spruches dieses Erkenntnisses. Die Beschwerden gegen die Bescheide betreffend Körperschaftsteuer 2011 bis 2014 werden als unbegründet abgewiesen. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig. Entscheidungsgründe Sachverhalt Die Beschwerdeführerin ist eine im Dezember 2008 mit Erklärung (OZ 19) errichtete Gesellschaft mit beschränkter Haftung (danach Einbringung des nicht protokollierten Einzelunternehmens ***X*** ***X*** mit Einbringungsvertrag vom 23.09.2009, OZ 20) mit Sitz in ***Ort-V*** und Zweigniederlassung in ***Ort-L*** bei ***Ort-H*** (OZ 21). Geschäftszweig der Beschwerdeführerin ist "Transport und Logistik". Gesellschafter und Geschäftsführer ist ***X*** ***X***. Geschäftsanschrift: ***Bf-Adr*** (siehe Firmenbuchauszug vom 22.10.2020, OZ 18). ***X*** ***X*** ist bzw. war auch Geschäftsführer und/oder Gesellschafter folgender Firmen: ***X2-GmbH***: von ***X*** ***X*** im April 2008 errichtet; Geschäftszweig "Transport und Spedition"; Geschäftsführer: ***X*** ***X*** und ***Person-X2*** (letzterer eingetragen am 22.04.2022). Gesellschafter: ***X*** ***X*** (Funktion gelöscht am 19.08.2008); ***Person-X4*** (eingetragen am 19.08.2008; Funktion gelöscht am 16.12.2021), ***Person-X2*** und ***Person-X6*** (beide eingetragen am 16.12.2021). Geschäftsanschrift: ***Adr*** bei ***Ort-H***, ***Adr*** (eingetragen am 14.07.2010) und ***Adr*** (eingetragen am 25.06.2014). ***X3-GmbH*** (vormals ***X3-GmbH_alt***, ***X2-GmbH***, ***X3-GmbH_alt*** und ***X3-GmbH_alt***): von ***X*** ***X*** im Februar 2012 errichtet. Geschäftsführer: ***X*** ***X*** (Funktion gelöscht am 18.12.2012). Gesellschafter: ***X*** ***X*** (Funktion gelöscht am 01.12.2012). Geschäftsanschrift: ***Adr***; ***Adr*** (eingetragen am 22.03.2012) und ***Adr*** (eingetragen am 18.12.2012). ***X4-GmbH*** (vormals ***X4-GmbH_alt*** und ***X4-GmbH_alt***): von ***X*** ***X*** im Februar 2012 errichtet. Geschäftsführer: ***X*** ***X*** (Funktion gelöscht am 18.12.2012), ***Person-X2*** (letzterer eingetragen am 22.04.2022). Gesellschafter: ***X*** ***X*** (Funktion gelöscht am 08.03.2012), ***Person-X5*** (eingetragen am 08.03.2012). Geschäftszweig "Ausübung sämtlicher Tätigkeiten im Bereich der Logistik, Güterbeförderung und Transportvermittlung im In- und Ausland, alle speditionellen Tätigkeiten, einschließlich und insbesondere Lagerung, Lagerhaltung, Umschlag und Distribution, Seefracht, Luftfracht, Beladen und Endladen von Containern und Waggons, Beratung im Bereich Logistik und Transport, sowie der Handel mit Waren aller Art". Geschäftsanschrift: ***Adr***; ***Adr*** (eingetragen am 22.07.2014). ***X5-GmbH***: errichtet im Jänner 2015. Gesellschafter: ***Person-S*** (eingetragen bis 21.11.2019), ***Person-X4*** (eingetragen am 21.11.2019); Geschäftsanschrift wie die Beschwerdeführerin bis 14.11.2018 eingetragen. Ab Jänner 2005 hatte auch die im Mai 2002 gegründete (und im Oktober 2017 gelöschte) ***X6-Ltd*** (vormals ***X6-doo_alt***) mit Sitz in ***Ort-M2*** eine eingetragene Zweigniederlassung an den Geschäftsanschriften ***Adr***, ***Adr*** (eingetragen am 28.05.2010) und ***Adr*** (eingetragen am 10.07.2014). Ständiger Vertreter: ***Person-S***. Tätigkeit: Logistik. In den Streitjahren erklärte die Beschwerdeführerin folgende Umsätze und Einkünfte aus Gewerbebetrieb: | | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014*) | Umsätze | 2.345.927,65 € | 3.114.524,75 € | 4.045.697,68 € | 4.053.178,44 € | 5.159.580,27 € | Einkünfte | -85.191,93 € | -76.520,51 € | 195.487,80 € | 83.441,93 € | 106.246,70 € *) siehe auch Jahresabschluss 31.12.2014 (OZ 22) Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer während der Streitjahre (lt. Jahresabschlüssen im Firmenbuch): | | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | insgesamt | 21 | 35 | 40 | 40 | 70 | davon Arbeiter | 18 | 25 | 35 | 35 | 64 | davon Angestellte | 3 | 10 | 5 | 5 | 6 Die Dienstnehmerauskunft der Sozialversicherung listet für die Beschwerdeführerin als Dienstgeberin für die Streitjahre 10 Angestellte (ua. ***Person-X3***, ***Person-X4***, ***Person-X5***, ***Person-X6*** und ***Person-X7***) sowie 123 Arbeiter (davon 28 ganz oder teilweise geringfügig beschäftigt) auf (siehe OZ 82). Die Körperschaftsteuerklärungen weisen in den Aufwendungen in der Kennzahl 9110 "Beigestelltes Personal (Fremdpersonal) und Fremdleistungen" folgende Beträge aus: | | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014*) | Kennzahl 9119 | 1.433.703,79 € | 1.236.864,82 € | 1.094.767,95 € | 1.024.218,59 € | 1.178.545,57 € Auf dem Buchhaltungskonto 5755 "Sonst: Leistungen EU m. VSt" (OZ 60) hat die Beschwerdeführerin Aufwendungen aufgrund von Rechnungen der Rechnungsaussteller ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p., ***L*** d.o.o., ***Person-B*** s.p. und ***P*** ***T*** d.o.o. verbucht. Strittig ist, ob die Abgabenbehörde den steuerlich geltend gemachten Aufwendungen den Betriebsausgabenabzug versagen und einen Zuschlag zur Körperschaftsteuer gemäß § 22 Abs. 3 KStG 1988 verhängen durfte. ***T*** ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. (SLO) Das slowenische Einzelunternehmen ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. mit Sitz in ***Ort-C*** wurde im Jahr 2005 gegründet (siehe OZ 49). Die Rechnungen von ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** s.p. (soweit vorliegend) bezeichnen die Leistung als "Frachtkosten" für Fahrten "***Linie-M***". Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2010: | Buchungen (10) | Vorliegende Rechnungen (2) | 31.01.2010 | ER 21 | 6.080 € | | | | | 28.02.2010 | ER 29 | 6.400 € | OZ 27/1 | 28.02.2010 | 29 | 6.400 € | 28.02.2010 | KA 69 | 6.080 € | | | | | 31.03.2010 | ER 37 | 7.360 € | | | | | 31.05.2010 | ER 56 | 6.080 € | | | | | 31.08.2010 | ER 83 | 7.040 € | | | | | 30.09.2010 | ER 101 | 7.040 € | | | | | 31.10.2010 | ER 115 | 6.720 € | OZ 27/2 | 31.10.2010 | 115 | 6.720 € | 30.11.2010 | ER 132 | 7.056 € | | | | | 30.12.2010 | ER 142 | 7.040 € | | | | | | | 66.896 € | | | | Folgende verbuchte Aufwendungen des Jahres 2010 wurden storniert (siehe OZ 83 und OZ 91): | Buchungen (2) | Vorliegende Belege (0) | 28.02.2010 | UB 2 | -6.080 € | | | | | 31.12.2010 | UB 115 | -6.720 € | | | | | | | -12.800 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2011: | Buchungen (12) | Vorliegende Rechnungen (2) | 31.01.2011 | ER 11 | 6.400 € | | | | | 28.02.2011 | ER 16 | 6.400 € | | | | | 30.04.2011 | ER 43 | 6.720 € | | | | | 31.05.2011 | ER 55 | 7.040 € | | | | | 30.06.2011 | ER 65 | 6.080 € | OZ 27/5 | 30.06.2011 | 65 | 6.080 € | 31.07.2011 | ER 77 | 6.720 € | | | | | 31.08.2011 | ER 88 | 7.040 € | | | | | 30.09.2011 | KA 437 | 7.040 € | OZ 27/6 | 30.09.2011 | 96 | 7.040 € | 30.09.2011 | KA 440 | 7.040 € | | | | | 31.10.2011 | ER 101 | 6.400 € | | | | | 30.11.2011 | ER 127 | 6.720 € | | | | | 30.12.2011 | ??? | 6.080 € | | | | | | | 79.680 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2012: | Buchungen (12) | Vorliegende Rechnungen (5) | 29.02.2012 | ER 12 | 6.720 € | OZ 27/7 | 29.02.2012 | | 6.720 € | 31.03.2012 | KA 126 | 6.720 € | OZ 27/7 | 29.02.2012 | | 6.720 € | 31.03.2010 | ER 22 | 7.040 € | | | | | 30.04.2012 | KA 191 | 6.720 € | | | | | 31.05.2012 | KA 242 | 6.400 € | OZ 27/8 | 31.05.2012 | 44 | 6.400 € | 30.06.2012 | KA 304 | 6.400 € | OZ 27/9 | 30.06.3012 | 53 | 6.400 € | 31.07.2012 | KA 358 | 7.040 € | | | | | 31.08.2012 | KA 413 | 7.040 € | OZ 27/10 | 31.08.2012 | 69 | 7.040 € | 30.09.2012 | ER 74 | 6.400 € | | | | | 31.10.2012 | ER 85 | 7.040 € | | | | | 30.11.2012 | ER 95 | 7.040 € | | | | | 31.12.2012 | ER 107 | 5.760 € | | | | | | | 80.320 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2013: | Buchungen (1) | Vorliegende Rechnungen (0) | 31.01.2013 | ER 8 | 7.040 € | | | | | | | 7.040 € | | | | ***L*** d.o.o. (CRO) Die kroatische Gesellschaft mit beschränkter Haftung ***L*** d.o.o. mit Sitz in ***Ort-B*** wurde im Jahr 2004 gegründet. Als Geschäftsführer ist ***S*** ***L*** ausgewiesen (siehe OZ 50). Die Rechnungen von ***L*** d.o.o. (soweit vorliegend) bezeichnen die Leistung als "Transport" bzw. "Transportdienste für die Linien "***Ort-H*** - ***Ort-M***", "***Ort-H*** - ***Ort-B***" und "***Ort-H*** - ***Ort-N***". Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2010: | Buchungen (4) | Vorliegende Rechnungen (0) | 01.11.2010 | ER 23 | 11.550 € | | | | | 30.11.2010 | ER 25 | 11.550 € | | | | | 31.12.2010 | ER 26 | 9.975 € | | | | | 30.12.2010 | ER 27 | 4.750 € | | | | | | | 37.825 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2011: | Buchungen (6) | Vorliegende Rechnungen (0) | 01.12.2011 | ER 1023 | 4.830 € | | | | | 01.12.2011 | ER 1024 | 7.350 € | | | | | 01.12.2011 | ER 1020 | 7.700 € | | | | | 01.12.2011 | ER 1022 | 4.600 € | | | | | 01.12.2011 | ER 1021 | 7.000 € | | | | | 01.12.2011 | ER 1019 | 5.060 € | | | | | | | 36.540 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2012: | Buchungen (6) | Vorliegende Rechnungen (0) | 01.03.2012 | ER 18 | 11.550 € | | | | | 31.03.2012 | ER 20 | 12.075 € | | | | | 01.03.2012 | ER 19 | 10.500 € | | | | | 30.06.2012 | KA 298 | 5.600 € | | | | | 30.06.2012 | KA 299 | 10.500 € | | | | | 30.06.2012 | KA 300 | 10.500 € | | | | | | | 60.725 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2013: | Buchungen (25) | Vorliegende Rechnungen (10) | 30.04.2013 | KA 143 | 2.420 € | | | | | 30.04.2013 | KA 145 | 1.980 € | | | | | 30.04.2013 | KA 146 | 10.500 € | | | | | 30.04.2013 | KA 150 | 10.500 € | OZ 28/4 | 01.03.2013 | 11032 | 10.500 € | 30.04.2013 | KA 152 | 11.025 € | OZ 28/3 | 01.04.2013 | 11044 | 11.025 € | 30.04.2013 | KA 153 | 11.025 € | OZ 28/2 | 01.04.2013 | 11045 | 11.025 € | 30.04.2013 | KA 154 | 4.620 € | OZ 28/1 | 01.04.2013 | 11047 | 4.620 € | 02.05.2013 | ER 11053 | 11.025 € | | | | | 02.05.2013 | ER 11052 | 11.025 € | | | | | 02.05.2013 | ER 11054 | 4.620 € | | | | | 30.06.2013 | KA 198 | 9.975 € | | | | | 30.06.2013 | KA 199 | 4.180 € | | | | | 30.06.2013 | KA 200 | 11.025 € | | | | | 30.06.2013 | KA 204 | 11.025 € | | | | | 30.06.2013 | KA 205 | 10.500 € | | | | | 30.06.2013 | KA 206 | 4.400 € | | | | | 31.10.2013 | KA 272 | 4.620 € | OZ 28/10 | 29.09.2013 | 022-2013 | 4.620 € | 31.10.2013 | KA 273 | 11.025 € | OZ 28/9 | 29.09.2013 | 023-2013 | 11.025 € | 31.10.2013 | KA 274 | 11.025 € | OZ 28/8 | 29.09.2013 | 024-2013 | 11.025 € | 31.10.2013 | KA 275 | 12.075 € | OZ 28/7 | 29.10.2013 | 026-2013 | 12.075 € | 31.10.2013 | KA 276 | 12.075 € | OZ 28/6 | 29.10.2013 | 027-2013 | 12.075 € | 31.10.2013 | KA 277 | 5.060 € | OZ 28/5 | 29.10.2013 | 025-2013 | 5.060 € | 31.12.2013 | KA 298 | 9.450 € | | | | | 31.12.2013 | KA 299 | 3.960 € | | | | | 31.12.2013 | KA 300 | 9.450 € | | | | | | | 208.585 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2014: | Buchungen (27) | Vorliegende Rechnungen (0) | 28.02.2014 | KA 31 | 4.620 € | | | | | 28.02.2014 | KA 32 | 11.025 € | | | | | 28.02.2014 | KA 33 | 11.025 € | | | | | 28.02.2014 | KA 34 | 10.500 € | | | | | 28.02.2014 | KA 35 | 10.500 € | | | | | 28.02.2014 | KA 36 | 4.400 € | | | | | 31.05.2013 | 007-2014 | 4.620 € | | | | | 31.05.2013 | 008-2014 | 11.025 € | | | | | 31.05.2013 | 009-2014 | 11.025 € | | | | | 30.06.2014 | 015-201 | 11.025 € | | | | | 30.06.2014 | 014-2014 | 11.025 € | | | | | 30.06.2014 | 013-2014 | 4.620 € | | | | | 30.06.2014 | 012-2014 | 11.025 € | | | | | 30.06.2014 | 011-2014 | 11.025 € | | | | | 30.06.2014 | 010-2014 | 4.620 € | | | | | 31.08.2014 | 19-P1-2014 | 5.060 € | | | | | 31.08.2014 | 20-P1-2014 | 12.075 € | | | | | 31.08.2014 | 21-P1-2014 | 12.075 € | | | | | 31.08.2014 | 17-P1-2014 | 11.025 € | | | | | 31.08.2014 | 16-P1-2014 | 4.620 € | | | | | 31.08.2014 | 18-P1-2014 | 11.025 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120192 | 4.400 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120193 | 10.500 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120194 | 10.500 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120195 | 4.180 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120196 | 9.975 € | | | | | 31.12.2014 | ER14120197 | 9.975 € | | | | | | | 237.490 € | | | | ***Person-B*** s.p. (SLO) Das slowenische Einzelunternehmen *** ***Person-B*** s.p. mit Sitz in ***Ort-P*** wurde im Jahr 2005 gegründet (siehe OZ 51). ***Person-B*** starb im Jahr 2016. Die Rechnungen von ***Person-B*** s.p. (soweit vorliegend) bezeichnen die Leistung als "Transport von Gütern bis 3500 kg" (OZ 29/1); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Linie ***Ort-D*** (OZ 29/2); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Transport per Bahn" "***Ort-H*** - ***Ort-D*** ***Ort-H*** (Linie 1)" (OZ 29/2); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Transport per Bahn" "***Ort-H***- ***Ort-D*** - ***Ort-H*** (Linie 2)" (OZ 29/4); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Transport per Bahn" "***F-Linie***" (OZ 29/5); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Transport per Bahn" "***Ort-H***- ***Ort-D*** - ***Ort-H*** (Linie 1)" (OZ 29/6); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Linie ***Ort-D*** 01.02.-28.02.2010" (OZ 29/7); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Linie ***Ort-N*** 01.02.-28.02.2010" (OZ 29/8); "Transport, Lieferung bis 3500 kg" "Linie ***Ort-S*** 01.02.-28.02.2010" (OZ 29/9). Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2010: | Buchungen (37) | Vorliegende Rechnungen (22) | 31.01.2010 | KA 30 | 2.700 € | | | | | 31.01.2010 | KA 31 | 680 € | | | | | 31.01.2010 | KA 32 | 5.130 € | OZ 29/2 OZ 73/2 | 31.01.2010 | 02/10 | 5.130 € | 31.01.2010 | KA 33 | 9.975 € | OZ 104/9 | 31.01.2010 | 03/10 | 9.975 € | 31.01.2010 | KA 36 | 9.975 € | OZ 104/10 | 31.01.2010 | 04/10 | 9.975 € | 28.02.2010 | KA 71 | 780 €1) | OZ 104/11 OZ 104/18 | 11.02.2010 | 06/10 | 780 € | 28.02.2010 | KA 75 | 1.200 €1) | | | | | 28.02.2010 | KA 76 | 1.200 €1) | | | | | 28.02.2010 | KA 81 | 10.500 € | OZ 29/9 OZ 73/9 OZ 104/12 | 26.02.2010 | 09/10 | 10.500 € | 28.02.2010 | KA 82 | 10.500 € | OZ 29/8 OZ 73/8 OZ 104/13 | 26.02.2010 | 10/10 | 10.500 € | 28.02.2010 | KA 83 | 5.670 € | OZ 29/7 OZ 73/7 OZ 104/14 | 26.02.2010 | 11/10 | 5.670 € | 28.02.2010 | KA 87 | 2.700 € | OZ 29/1 OZ 73/1 OZ 104/15 | 25.01.2010 | 01/10 | 2.700 € | 28.02.2010 | KA 88 | 1.200 € | OZ 104/16 | 03.02.2010 | 04/10 | 1.200 € | 28.02.2010 | KA 89 | 1.200 € | OZ 104/17 | 07.02.2010 | 05/10 | 1.200 € | 28.02.2010 | KA 90 | 780 € | OZ 104/18 | 14.02.2010 | 06/10 | 780 € | 25.03.2010 | ER 13 | 800 € | | | | | 31.03.2010 | ER 18 | 6.210 € | | | | | 31.03.2010 | ER 19 | 12.075 € | OZ 104/19 | 07.04.2010 | 19/10 | 12.075 € | 31.03.2010 | ER 17 | 12.075 € | | | | | 07.04.2010 | ER 9733 | 12.075 € | | | | | 27.04.2010 | ER 9733 | 865 € | | | | | 08.06.2010 | ER 31 | 1.200 € | | | | | 22.06.2010 | ER 385 | 655 € | | | | | 25.06.2010 | ER 40 | 1.200 € | | | | | 22.06.2010 | ER 35 | 550 € | OZ 104/20 | 22.06.2010 | 35/10 | 550 € | 12.07.2010 | ER 733 | 260 €2) | | | | | 12.07.2010 | ER 47 | 1.200 €2) | | | | | 25.07.2010 | ER 50 | 280 €2) | | | | | 12.12.2010 | ER 47 | 1.200 € | OZ 104/21 | 12.07.2010 | 47/10 | 1.200 € | 01.12.2010 | ER 50 | 280 € | OZ 104/22 | 25.07.2010 | 50/10 | 280 € | 21.12.2010 | ER 56 | 340 €3) | OZ 104/23 | 21.11.2010 | 56/10 | 340 € | 21.12.2010 | ER 57 | 1.660 €3) | OZ 104/24 | 21.11.2010 | 57/10 | 1.660 € | 30.12.2010 | ER 59 | 1.500 €3) | OZ 104/25 | 21.11.2010 | 59/10 | 1.500 € | 21.12.2010 | ER 61 | 360 €3) | OZ 104/26 | 21.11.2010 | 61/10 | 360 € | 02.12.2010 | ER 63 | 1.200 €3) | OZ 104/27 | 02.12.2010 | 63/10 | 1.200 € | 24.12.2010 | ER 64 | 300 €4) | OZ 104/28 | 09.12.2010 | 64/10 | 300 € | 19.12.2010 | ER 66 | 519,30 €4) | OZ 104/29 | 19.12.2010 | 66/10 | 519,30 € | | | 120.994,30 € | | | | 1) Beträge im MIAS gemeldet für Februar 2010; 2) Beträge im MIAS gemeldet für Juli 2010; 3) Beträge im MIAS gemeldet für November 2010; 4) Beträge im MIAS gemeldet für Dezember 2010 (siehe OZ 91/20-21). Folgende verbuchte Aufwendungen wurden storniert (siehe OZ 91): | Buchungen (2) | Vorliegende Belege (0) | 30.06.2010 | ER 93 | -800 € | | | | | 30.06.2010 | ER 94 | -12.075 € | | | | | | | -12.875 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2011: | Buchungen (4) | Vorliegende Rechnungen (0) | 30.01.2011 | ER 3 | 907,65 € | | | | | 19.03.2011 | ER 611 | 1.150 € | | | | | 19.03.2011 | ER 511 | 900 € | | | | | 19.04.2011 | ER 9 | 1.000 € | | | | | | | 3.957,65 € | | | | Verbuchte Aufwendungen des Jahres 2013: | Buchungen (2) | Vorliegende Rechnungen (2) | 30.11.2013 | KA 301 | 12.075 € | OZ 29/12 OZ 73/12 | 01.11.2013 | | 12.075 € | 30.11.2013 | KA 302 | 5.250 € | OZ 29/11 OZ 73/11 | 27.11.2013 | | 5.250 € | | | 17.325 € | | | | Laut MIAS wurden von ***Person-B*** s.p. folgende "Sonstige Leistungen" gemeldet (siehe Abfrage vom 15.04.2016 [OZ 88]): | Zeitraum | So. Leistungen | März 2010 | 3.030 € | Februar 2010 | 3.180 € | Jänner 2010 | 6.080 € | Juni 2010 | 5.590 € | Mai 2010 | 1.330 € | April 2010 | 5.685 € | Juli 2010 | 1.740 € | Dezember 2010 | 819 € | November 2010 | 5.060 € | Summe | 32.514 € ***P*** ***T*** d.o.o. (CRO) Die kroatische Gesellschaft mit beschränkter Haftung ***P*** ***T*** d.o.o. mit Sitz in ***Ort-B*** wurde im Jahr 2010 gegründet (siehe OZ 52). Die Rechnungen von ***P*** ***T*** d.o.o. (soweit vorliegend) bezeichnen die Leistung als "Izvršena usluga prijevoza na relaciji: ***Ort-H***-***Ort-D*** 22 LINIE, MJESEC JULI" (OZ 30/2) und "Izvršena usluga prijevoza na relaciji: ***Ort-H***-***Ort-S*** 22 LINIE, MJESEC JULI" (OZ 30/1). Aufwendungen des Jahres 2012: | Buchungen (3) | Vorliegende Rechnungen (2) | 30.09.2012 | KA 472 | 6.160 € | OZ 30/2 | 01.08.2012 | 25 | 6.160 € | 30.09.2012 | KA 473 | 11.550 € | OZ 30/1 | 01.08.2012 | 27 | 11.550 € | 30.09.2012 | KA 474 | 11.550 € | | | | | | | 29.260 € | | | | Abgabenbehördliches Verfahren Außenprüfung Prüfungsaufträge Mit Bescheiden über einen Prüfungsauftrag vom 02.02.2015 (OZ 23) und vom 25.06.2015 (OZ 24) führte die Abgabenbehörde bei der Beschwerdeführerin eine Außenprüfung betreffend Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer 2009 bis 2012 sowie 2013 durch. Ermittlungen und Vorhalte Mit E-Mail vom 28.10.2015 (OZ 26) übermittelte der Prüfer dem steuerlichen Vertreter das Schreiben "Vorhalt im Prüfungsverfahren" (OZ 25), mit dem der Prüfer die Beschwerdeführerin ersuchte, die aufgelisteten die (von in dem Schreiben aufgelisteten) Rechnungen in Kopie und die Entgegennahme-/Übernahmebelege zu übermitteln sowie DIE EMPFÄNGER ZU BENENNEN. Mit E-Mail vom 28.10.2015 (OZ 26) fragte der steuerliche Vertreter den Prüfer, was er unter "Entgegennahme/Übernahmebelege" verstehe. Die Empfängerbezeichnung ergebe sich aus den Rechnungsadressaten (Rechnungsausstellern), die sie ihm seit (zu) vielen Monaten im Prüferzimmer bereithielten. Warum müssten sie Kopien anfertigen, wenn man die Rechnungen eh seit (zu) vielen Monaten für seine Einsicht bereithalte? Mit E-Mail vom 28.10.2015 (OZ 26) gab der Prüfer dem steuerlichen Vertreter zur Antwort, sie hätten gedachten, dass die gesamten Ordner bereits dem Unternehmen zurückgegeben worden seien. Sollten die Rechnungen noch in seiner Kanzlei aufliegen, sei er natürlich bereit, selbst Kopien anzufertigen. Bitte hierzu eine kurze Rückmeldung, ob in diesem Falle das Prüferzimmer am Montag den 02.11. ab ca. 10:00 Uhr frei wäre. Betreffend Empfängerbestätigung: Da es sich ausschließlich um Kassabuchungen handle, wäre eine adäquate Gegenzeichnung des Empfängers erforderlich. Betreffend Empfängerbenennung: In den Buchungstexten seien teilweise nur Bezeichnungen wie Rufnamen bzw. "Transportkosten" ersichtlich. Alles Weitere werde hier für ihn auf den Rechnungen zu finden sein. Mit E-Mail vom 28.10.2015 (OZ 26) antwortete der steuerliche Vertreter dem Prüfer, dass die Belege noch alle lückenlos bei ihm seien. Wegen der Rückgabe habe sich Herr ***W1*** damals ja gewehrt ("wir tun eh gleich weiter"). Das Prüferzimmer sei am 02.11. zur Verfügung. Der Prüfer solle sich die Rechnungen mal anschauen und dann rede man drüber, ob und was er dazu noch brauche/wolle. Mit Schreiben "Vorhalt 3" (OZ 31) - laut Vorlagebericht am 17.11.2015 ausgefertigt; ein "Vorhalt 2" ist dem übermittelten Akt nicht zu entnehmen - teilte der Prüfer dem steuerlichen Vertreter - soweit die strittigen Aufwendungen betreffend - mit, dass "betreffend die Eingangsrechnungen aus Kroatien" weitere Erhebungen notwendig seien. Vorab ersuche er um die Empfängernennungen und geeignete Übernahmebestätigungen von jenen, die die Gelder übernommen hätten. Mit E-Mail vom 17.11.2015 (OZ 33) übermittelte der Prüfer dem steuerlichen Vertreter weiters das Schreiben "Vorhalt 3.1" (OZ 32), mit dem der Prüfer dem steuerlichen Vertreter - soweit die strittigen Aufwendungen betreffend - nochmals mitteilte, dass "betreffend die Eingangsrechnungen aus Kroatien" weitere Erhebungen notwendig seien und er vorab um die Empfängernennungen und geeignete Übernahmebestätigungen, von jenen, die die Gelder übernommen hätten, ersuche. Mit E-Mail vom 19.11.2015 (OZ 33) schrieb der steuerliche Vertreter dem Prüfer, dass er bezüglich des Vermerkes "Betreffend die Eingangsrechnungen aus Kroatien sind weitere Ehebungen notwendig, vorab ersuchen wir um die Empfängernennungen und geeignete Übernahmebestätigungen von jenen die die Gelder übernommen haben" schon die Namen der Firmen, welche sie da ansprächen, bräuchte. Mit E-Mail vom 23.11.2015 (OZ 33) gab der Prüfer dem steuerlichen Vertreter ua. die Namen " ***B*** ***T***", "***T***", "***P***" und "***L***" bekannt. Mit E-Mail vom 01.12.2015 (OZ 33) übermittelte der steuerliche Vertreter dem Prüfer eine Aufstellung (OZ 33/4), in der zur Firma "***T***" der Name "***Person-B***" (Vermerk: Firma in Konkurs, haben noch Kontakt zu Herrn ***T***), zur Firma "***T***" kein Name (Vermerk: "Keinen Kontakt zur Firma", zur Firma "***P***" der Name "Herr ***P***" (Vermerk: "Keinen Kontakt zur Firma") und zur Firma "***L***" kein Name (Vermerk: "Firma in Konkurs, keinen Kontakt mehr") genannt wurde. Mit E-Mail vom 11.01.2016 (OZ 122/31) nannte die Beschwerdeführerin durch ihren steuerlichen Vertreter (als Antwort auf die E-Mail des Prüfers vom 04.01.2016 [OZ 122/51]) zur Firma "***T***" den Namen "Herr ***J*** ***C*** - Adresse wie auf der Rechnung angegeben" als Empfänger. Am 14.04.2016 fand eine Besprechung mit ***X*** ***X*** und dem steuerlichen Vertreter statt. Dem Vorlagebericht ist dazu zu entnehmen, dass die Barzahlungen neuerlich thematisiert worden seien. Die Beschwerdeführerin sei darauf hingewiesen worden, dass es für sämtliche Bargeschäfte, sowohl für jene, die direkt gegen Kassa gebucht wurden, als auch für jene, die zunächst gegen Lieferantenkonten und von dort gegen Kassa gebucht worden seien, an Bezahlbestätigungen/Übernahmebestätigungen mangle. Seitens der Prüfer sei mitgeteilt worden, dass dies im Zuge der Prüfung äußerst fragwürdig erscheine und man diese Leistungen bei fehlender Empfängernennung nicht anerkennen könne. Seitens der Beschwerdeführerin sei kundgetan worden, dass es diese Bestätigungen nicht gebe. Konkret habe ***X*** ***X*** bei diesem Termin bedauert, dass er über keine Zahlungsbestätigungen betreffend die Barbewegungen verfüge, habe jedoch auch die Meinung vertreten, er brauche keine derartigen Nachweise. Nach seiner Meinung sollten die Prüfer UID-Abfragen durchführen, dann würden sie abgleichen können, inwieweit diese Unternehmen im Ausland Erträge meldeten. Ob diese jedoch alle Erträge meldeten, gehe ihn nichts an und es sei ihm auch egal. Im Besprechungsverlauf habe ***X*** ***X*** vorgeschlagen, die Finanzverwaltung möge zur Klärung der Ungereimtheiten die ausländischen Unternehmer vorladen und diese sollten eidesstattliche Erklärungen darüber abgeben, dass sie die streitgegenständlichen Zahlungen erhalten hätten. Er selbst biete an, die entsprechenden Gespräche zu führen und der Abgabenbehörde in der Folge die Ergebnisse zu übermitteln. Mit Schreiben "Vorhalt 4" (OZ 34) - laut Vorlagebericht am 04.05.2016 ausgefertigt - teilte der Prüfer dem steuerlichen Vertreter mit, dass in der letzten Besprechung mit ***X*** ***X*** über die MIAS-Daten und über die vorzuladenden Dienstleister betreffend die Bestätigungen (eidesstattliche Erklärungen) des Erhalts ihrer Entgelte für diese Transport-Dienstleistungen gesprochen worden sei. Man habe neben den MIAS-Abfragen auch noch über unser ausländisches Verbindungsbüro die im Ansässigkeitsstaat eingereichten Jahresabschlüsse abgefragt und habe kürzlich letzte Auskünfte erhalten. Man stelle bei einigen Dienstleistern erhebliche Differenzen fest, weshalb man eine "schlüssige Geschäftsbeziehung" nicht nachvollziehen könne, vor allem dann nicht, wenn die dort veranlagten Gesamtumsätze sowie die Meldedaten weitaus geringer seien als die bei der Beschwerdeführerin gebuchten Dienstleistungsaufwendungen. Das sei vor allem bei "***L*** d.o.o.", der "***T*** ***K***", der "***P***" und bei "***T***" der Fall. Mit E-Mail vom 08.09.2016 (OZ 122/127) ersuchte der Prüfer ***X*** ***X*** um Zurverfügungstellung eines Raumes für eine nochmalige Einsichtnahme in die Buchhaltung. Mit E-Mail vom 09.09.2016 (OZ 122/125) teilte ***X*** ***X*** dem Prüfer mit, dass er an den beiden (vom Prüfer genannten) Tagen kommen könne. Am 27.06.2017 fand eine Besprechung mit ***X*** ***X*** und dem steuerlichen Vertreter statt. Laut Vorlagebericht haben die Prüfer den Geschäftsführer und die steuerliche Vertretung um nähere Aufklärung betreffend jene Leistungsbeziehungen zu den genannten Subunternehmen, die als Barzahlungen gewinnmindernd verbucht worden sind, ersucht. Es sei bekannt gegeben worden, dass man, entsprechend der Anregung seitens der Beschwerdeführerin in der Besprechung vom 14.04.2016, die kroatischen und slowenischen Behörden um Zusammenarbeit ersucht habe. Nach einem Abgleich der gebuchten Fremdleistungsbeträge mit den Zusammenfassenden Meldungen und den im Ausland gemeldeten Umsätzen habe die Abgabenbehörde Bedenken im Zusammenhang mit den erbrachten Leistungen und insbesondere den getätigten Zahlungen geäußert. Am 30.06.2017 stellte die Abgabenbehörde auf Grundlage der Richtlinie 2011/16/EU des Rates vom 15. Februar 2011 über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung elektronische Auskunftsersuchen zu den vier Rechnungsausstellern an Slowenien und Kroatien mit folgendem Text (übersetzt): "Im Zuge der Betriebsprüfung wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Rechnungen um Scheinrechnungen handelt. Es ist fraglich, ob die Zahlung und der Geschäftsverkehr überhaupt stattgefunden haben. Es liegen keine Zahlungsnachweise vor, die Zahlung erfolgt ausschließlich in bar." Die Beantwortungen der Auskunftsersuchen erfolgten am 13.12.2017 für die ***Person-B*** S.P. (OZ 35), am 18.04.2018 für die ***T*** - ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** S.P. (OZ 36), am 14.05.2018 für die ***L*** d.o.o. (OZ 37) und am 23.05.2018 für die ***P*** ***T*** d.o.o. (OZ 38). Bei der Besprechung am 05.12.2018 mit ***X*** ***X*** und dem steuerlichen Vertreter wurde vorgebracht, dass die Aussagen der ausländischen Unternehmer Schutzbehauptungen seien. Die Umsätze der Unternehmen reichten nicht aus, um das Unternehmen zu führen. Bei ***Firma-S2*** habe alles gepasst. ***T*** sei vor seinem Tod von der Beschwerdeführerin "durchleuchtet" worden. Dabei sei schon auffällig gewesen, dass dieser nur die Hälfte der Fremdleistungsaufwendungen als Jahresumsatz melde. Der steuerliche Vertreter brachte vor, dass "***L***" vor dem Konkurs wahrscheinlich viel Geld auf die Seite geschafft habe (Umsatzrückgang) und dann die Firma "über den Jordan" geschickt habe. ***X*** ***X*** verneinte die Frage, ob jemand von den vier Firmen im letzten Jahr Kontakt mit der Beschwerdeführerin aufgenommen habe. Die Abgabenbehörde gab bekannt, dass noch ein Ersuchen um Ergänzung ergehen werde und sprach die erhöhte Mitwirkungspflicht an (siehe Aktenvermerk vom 05.12.2018 [OZ 39]). Mit Schreiben "Vorhalt 12/2018" (OZ 40) - laut Vorlagebericht als Vorhalt 6 bezeichnet und am 07.12.2018 ausgefertigt (der Vorhalt 5 betraf nicht die hier strittigen Punkte) - hielt der Prüfer der Beschwerdeführerin vor: TZ 1 Fremdleistungsunternehmen Bei der Besprechung am 27.6.2017 (***X***, ***S***, ***W1***, ***L***) wurden seitens der Behörde die Fremdleistungsempfänger ***Person-B*** s.p. (SI), ***T*** ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** S.P. (SI), ***L*** d.o.o. (HR) und ***P*** ***T*** d.o.o. (HR) thematisiert. Alle diese Unternehmer wurden Seitens des geprüften Unternehmens ausschließlich in bar, ohne jeglichen Zahlungsnachweis (Zahlungsbestätigung), bezahlt. Nach Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und den Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung äußerte die Behörde Ihre Bedenken im Zusammenhang mit den erbrachten Leistungen und insbesondere der getätigten Zahlungen. Es wurde bekannt gegeben, dass die ausländischen Behörden um Zusammenarbeit ersucht werden. Die kroatische und slowenische Behörde wurde ersucht, zu den o.a. Firmen die Sachverhalte zu erläutern und diese zur Beantwortung der Fragestellungen beizuziehen. Es wurde u.a. ersucht zu erörtern, - worin das Hauptgeschäft der im Ausland ansässigen Firme besteht - ob die im Ausland ansässigen Firmen mit dem geprüften Unternehmen in geschäftlicher Verbindung standen/stehen - ob die Zahlungen stattgefunden haben - ob die im Ausland ansässigen Firmen in Österreich tätig sind/waren - ob die im Ausland ansässigen Firmen Dienstnehmer beschäftigen - ob die im Ausland ansässigen Firmen überhaupt über die Möglichkeit verfügen in Österreich zu arbeiten - ob die im Ausland ansässigen Firmen Leistungen für das geprüfte Unternehmen erbracht und dafür ein Entgelt bezogen haben -welche Dienstnehmerverträge, Zahlungsnachweise und Rechnungen vorliegen. TZ 2 ***T*** ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** S.P. (SI) "The principal economic activities are: the spreading of newspapers and editions, the distribution of unaddressed printed leaflets - advertising leaflets to households, courier services (express mail) and service of document delivery, mostly in Slovenia." "***J*** ***C*** s.p. daily performed/performs postal and courier activities in Slovenia and not in Austria. He worked alone and with two employed workers (***D*** [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] in period from 7.6.2011 to 29.6.2011 and ***G*** [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] in period from 23.10.2013 to 28.1.2014. Occasionally work has been performed through subcontractors (work through a student service and other sole proprietors). We have compared invoices, invoices which we received with your request (invoices issued of 28.2.2010, 30.4.2010, 30.6.2010 and 31.10.2010) and taxpayers invoices issued on this dates. Financial office established the following discrepancies: -Invoices issued by our taxpayer are in different form, with other numbers and account code -They are addressed to customers from Slovenia and referring to services in Slovenia (courier services, the spread of newspapers and editions) -Invoices have different stamp and different signature of the taxpayer According to the received invoices which you provided to us, our taxpayer made the following statement: -that 99% services were carried out in Slovenia, from 2013 onwards he made some services himself on behalf of the lawyer [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt] for the [Text von der Abgabenbehörde geschwärzt]. No other services in Austria were performed. -Company ***Bf-GmbH***, ATU *** and natural person ***X*** ***X***, ***, *** are not known to him and he hears for them for the first time. He also stated that the invoices which he presumably issued to Austrian company are not known to him and he sees them for the first time. -There is no business connection between ***T*** ***J*** ***C*** s.p. and Austrian company ***Bf-GmbH***, ATU *** -That he did not issue invoices to the company ***Bf-GmbH*** -That invoices which you provided to us (no. 0029 of 28.2.2010, no. 0063 of 30.6.2010, no. 0048 of 30.4.2010) are not signed with Mr ***C*** signature, invoices have not been stamped with his trademark and that invoices issued by him are also formally different. -Mr ***C*** explained that he issues invoices himself and on his computer -He never made a business trip to ***Ort-M*** -That there is physically impossible for him to work in Austria because he daily carried out services in Slovenia - courier services, for which he also have evidence (work specifications, witnesses,...)" "Mentioned transactions are not evident in business records of our taxpayer. Our taxpayer did not cooperate with Austrian company and has no receivables to the company in Austria." "There were no debts, no payments and no business relations." "There were no transactions with Austrian company." Aufgrund der Angaben des im Ausland ansässigen Unternehmens sowie der Ermittlungsergebnisse besteht Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. Zusätzlich besteht nach Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und den Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. TZ 3 ***L*** d.o.o. (HR) "Taxpayer ***L*** d.o.o. ***Ort-J*** is deleted from the Commercial Court in ***Ort-V***, on 09.06.2017. Before that, the bankruptcy judge concluded the bankruptcy proceedings on 08 May 2017. During the control of VAT tax returns submitted in the period from 01.01.2009. till 31.12.2014, it is determined that taxpayer did not report international transportation services. Since the taxpayer is not active any more, our competent officials contacted the responsible person Mr. ***S*** ***L*** by phone and he stated that he never issued invoices to ***X*** Transport und Logistic and that he did not received payments from that Austrian taxpayer." Aufgrund der Angaben des im Ausland ansässigen Unternehmens sowie der Ermittlungsergebnisse besteht Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. Zusätzlich besteht nach Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und den Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. TZ 4 ***Person-B*** s.p. (Sl) "Mr ***Person-B*** died on TT.03.2016, therefore responsible financial office has not initiate audit because requested information and documentation cannot be obtained. Taxpayer ***B*** ***T*** s.p. is no longer active. According to the data from official database of financial authority taxpayer ***Person-B*** s .p. has been registered as sole entrepreneur from 01.08.2005 until 05.12.2013. For VAT purposes it has been registered in the period from 01.11.2005 until 05.12.2013." Nach Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und den Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung besteht Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. TZ 5 ***P*** ***T*** d.o.o. (HR) "responsible person ***K*** ***P*** does not reply to summons of tax authorities, he also does not contact with the accounting service for about 6 months" "the invoice which you attached to your request is not recorded in the submitted VAT tax return for 2012 because there is no sen/ices made abroad" "Our taxpayer did not reply to summons of tax authorities. Summons could not be delivered to taxpayer and was returned by post after three weeks. The ***Buchhaltungsservice-B*** d.o .o. has no records since 2012. Taxpayer does not contact accounting service more than half of year. Reviewing the VAT tax returns for 2012 it is determined that taxpayer has not shown services made abroad." Nach Abgleich der von den Unternehmen im Ausland zur Versteuerung gemeldeten Umsätzen, den Beträgen laut Zusammenfassender Meldung und den Fremdleistungsaufwandsbeträgen laut Buchhaltung besteht Grund zur Annahme, dass den Aufwendungen, welche in der Buchhaltung festgehalten wurden, keine Leistung gegenübersteht, bzw. dass insbesondere die Zahlung nicht stattgefunden hat. TZ 6 Darstellung in Zahlenform | ***T*** - ***K*** | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | Verkehr und Lagerei | | | | | | Umsatz lt IWD | 38.113,00 | 47.547,00 | 43.472,00 | | | Erwerbsdaten lt. Mias | 0,00 | 0,00 | 0,00 | | | ***X*** Fremdleistungsauswand | 60.816,00 | 79.680,00 | 80.230,00 | | | ***L*** d.o.o. | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | Baugew., Bau von Einfamilienhäusern | | | | | | Umsatz lt IWD | 113.405,00 | n.v. | n.v. | 34.809,00 | 0,00 | Income lt HR Finanz | 11.618,05 | 121.733,63 | 127.144,01 | n.v. | 0,00 | Erwerbsdaten lt. Mias | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | ***X*** Fremdleistungsauswand | 37.825,00 | 36.540,00 | 60.725,00 | 208.585,00 | 237.490,00 | ***P*** ***T*** d.o.o. | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | Verkehr und Lagerei | | | | | | Umsatz lt IWD | | | 7.009,00 | | | Erwerbsdaten lt. Mias | | | 0,00 | | | ***X*** Fremdleistungsauswand | | | 29.260,00 | | | ***Person-B*** d.o.o. | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | Transport | | | | | | Umsatz lt IWD | 61.842,00 | | | n.v. | | Erwerbsdaten lt. Mias | 32.514,00 | | | 0,00 | | ***X*** Fremdleistungsauswand | 120.994,00 | | | 17.325,00 | | nicht schlüssig | 88.480,00 | | | | TZ 7 Beweisführung und/oder Glaubhaftmachung der Fremdleistungsaufwendungen Dem Vertreter der Steuerpflichtigen wird vorgehalten, dass Zweifel an der Richtigkeit der Rechnung iZm den Firmen laut TZ 2 - 5 bzw. an den gegenständlichen empfangen Leistungen und erbrachten Zahlungen bestehen. Sollten die noch zu erbringenden Nachweise von Seiten des Pflichtigen die Leistungserbringung durch die Rechnungsaussteller beweisen, so bestehen Zweifel, dass die Rechnungsbeträge den erbrachten Leistungen entsprechen. Die Zweifel ergeben sich aus den Umstand, dass: - die der im Ausland ansässigen Firmen gemeldeten Umsätze und Leistungen laut ZM nicht in Relation zu den Fremdleistungsaufwendungen stehen - die im Ausland ansässigen Firmen teilweise den Strandpunkt vertreten, das geprüfte Unternehmen weder zu kennen, noch in einer geschäftlichen Beziehung zu diesem zu stehen scheinen - die im Ausland ansässigen Firmen teilweise angeben nie Rechnungen an das geprüfte Unternehmen gestellt zu haben - die im Ausland ansässigen Firmen aufgrund ihrer Mitarbeiterzahl, ihrer Firmengröße, Ausstattung und Gebarung diese Leistungen im betreffenden Zeitraum nicht erbringen konnten. An den Vertreter der Steuerpflichtigen ergeht im Sinne des § 138 BAO i. V.m. § 119 BAO das Verlangen, nachzuweisen, dass die Rechnungsaussteller tatsächlich eine Leistung erbracht haben und der Zahlungsverkehr tatsächlich stattgefunden hat. Sollten die noch zu erbringenden Nachweise von Seiten des Pflichtigen die Leistungserbringung durch die Rechnungsaussteller beweisen, so ergeht das Verlangen, nachzuweisen, dass die Rechnungsbeträge den erbrachten Leistungen entsprechen. Mit Schreiben vom 06.03.2019 (OZ 41) brachte die Beschwerdeführerin durch ihren steuerlichen Vertreter vor: Das Finanzamt äußert Bedenken im Zusammenhang mit den erbrachten Leistungen und getätigten Zahlungen an die Subunternehmer ***Person-B*** s.p., ***T*** ***K*** ***S*** ***J*** ***C*** S.P., ***L*** d.o.o. und ***P*** ***T*** d.o.o.. Offensichtlich ist seitens des Finanzamtes angedacht, die Zahlungen an diese Unternehmungen für die Jahre 2010 bis 2014 nicht als Betriebsausgabe anzuerkennen. Die ausländischen Behörden wurden ersucht, Stellungnahmen einzuholen, welche (bis auf ***T*** ***K*** s.p.) durchwegs kurz abgefasst sind und alle vorhin genannten Unternehmer eine Zusammenarbeit mit der Firma ***X*** verneinen. Für die Unternehmungen ***Person-B*** s.p. und ***P*** ***T*** d.o.o. konnten keine direkten Einvernahmen und Befragungen vorgenommen werden, es wurden lediglich die Steuerdaten der Abgabenbehörde bekanntgegeben. Stellungnahme: Zumal die vier vorhin angeführten Unternehmungen eine Zusammenarbeit mit der [Beschwerdeführerin] verneinen, möge primär auf die Steuermoral in den neuen EU Ländern (Slowenien und Kroatien sowie anderen neuen EU-Ländern) Bedacht genommen werden. Laut Zeitungsartikel vom 20. Jänner 2019 (Beilage) wird statistikmäßig festgestellt, dass in Bulgarien oder Kroatien der Steuerbetrug sieben Mal größer ist als in Österreich. Auch liegt es in der Natur der Sache, dass Unternehmer, welche die Umsätze mit unserem Mandaten nicht in der Buchhaltung erfasst haben, nun naturgemäß leugnen müssen, um nicht den Steuerstraftatbeständen in Kroatien oder Slowenien unterzogen zu werden. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass die Stellungnahmen aller vorhin angeführten Unternehmungen reine Schutzbehauptungen darstellen. Vorhin genannte Unternehmer sind für unsere Mandantschaft als Subfrächter tätig geworden, haben die angeführten Rechnungen gestellt und auch bezahlt bekommen. Es war vielfach der Wunsch der ausländischen Subunternehmer, die Gelder in bar zu erhalten; nur dadurch war für diese Unternehmer gewährleistet, dass diese Zahlungen in den Bankdaten und Buchhaltungen nie aufscheinen und daher den Steuerkontrollen entzogen werden können. Es fällt natürlich schwer im Nachhinein, (im Jahr 2019), Informationen und Nachweise für die Jahre 2010 bis 2014 beizubringen, sodass nun lediglich mittels Zeugeneinvernahmen der Wahrheitsgehalt hinterfragt werden kann. Diese Befragungen können sich keinesfalls auf die vier angeführten Personen bzw. auf deren Geschäftsführer beziehen, sondern müssen externe Personen befragt werden. Im Einzelnen wird begehrt: ***Person-B*** S.P. Herr ***T*** ist, wie aus den Amtsunterlagen ersichtlich, im Jahr 2016 verstorben. Unserer Mandantschaft ist bekannt, dass sich ***Person-B*** Mitarbeitern bedient hat, wobei insbesondere Herr ***R*** ***V*** (Stiefsohn von ***Person-B***) ein ständiger Fahrer von ***Person-B*** war und dieser insbesondere die Österreichfahrten als Angestellter von ***Person-B*** für unsere Mandantschaft durchgeführt hat. Nachdem ***Person-B*** sein Unternhemen mit 5.12.2013 geschlossen hat, ist es naheliegend, dass dieser seinen steuerlichen Verpflichtungen im Jahre 2013 nicht mehr (voll) nachgekommen ist. Auf jeden Fall ist aufgrund der Bekanntschaft unseres Mandanten mit dem Fahrer von ***Person-B*** (***R*** ***V***, ***) es in späterer Folge zu einem Dienstverhältnis von ***X*** zu ***R*** ***V*** gekommen. ***P*** ***T*** d.o.o. Herr ***K*** ***P*** weigert sich zu Recht, Auskünfte der kroatischen Abgabenbehörde zu geben, da dieser die von unseren Mandaten kassierten Subfrächterhonorare nicht der kroatischen Steuer gegenüber erklärt hat. Auch wenn der Umfang dieser Leistung sehr gering war und nur das Jahr 2012 betrifft, ist aufgrund der mangelhaften Ausführungen der Subtransporte dies einem Mitarbeiter unseres Mandanten bekannt. Es wird beantragt, Herrn ***J*** ***E*** (p.a. [Beschwerdeführerin]) diesbezüglich zu befragen, welcher vielfach Transportdispositionen Subunternehmer abgewickelt hat. ***L*** d.o.o. Herr ***S*** ***L*** hält sich mit seiner Aussage sehr zurück und sagt fälschlicherweise, nie Rechnungen an ***X*** gestellt zu haben bzw. auch keine Zahlungen erhalten zu haben. Beiliegend übersenden wir zwei, von der Firma ***L*** ausgestellte Rechnungen an andere Unternehmungen. Bei Überprüfung wird das Finanzamt feststellen können, dass die Form und Art dieser Rechnungen an den anderen Fremdunternehmen ident sind mit den Rechnungen, welche ***L*** an unsere Mandantschaft gestellt hat und wäre es ersichtlich, dass ***L*** auch für das slowenisch/kroatische Unternehmen als Subunternehmer tätig gewesen ist. Auch wenn der Geschäftszweck in öffentlichen Büchern anders beschrieben ist, hat ***L*** somit bewiesener Weise Transporte durchgeführt. Der Kontakt unserer Mandantschaft zu ***L*** als Subunternehmer erfolgte über die Firma ***Firma-S2***, mit welcher unser Mandant ständig in Kontakt ist. Dass die Firma ***L*** für unseren Mandanten Subleistungen erbracht hat, wird durch die Zeugeneinvernahme des Herrn ***J*** ***C*** (***) bestätigt werden können. Die Firma ***Firma-S2*** hat auch den ***L*** für sich beschäftigt. Da gibt es auch die Eingangsrechnungen von ***L*** an ***Firma-S2*** Transporte. Hier sind ebenfalls 2 Unterschriften auf den Rechnungen, 1 x der Rechnungsaussteller, 1 x der Direktor. ***L*** hat auch vom ***Firma-S2*** die Rechnungen bar kassiert. Das kann Herr ***C*** auch bestätigen. Wir ersuchen um zeugenschaftliche Einvernahme des Herrn ***J*** ***C*** welchen unser Mandant, zur vom Finanzamt vorgegebenen Zeit stellig, machen wird. ***T*** ***K*** Auch hier verneint der befragte Unternehmer eine Geschäftsverbindung zu unserer Mandantschaft. Um sich selbst zu schützen, wird auch dieser Unternehmer nicht zugeben dürfen und können, mit [Beschwerdeführerin] Geschäfte gemacht zu haben, zumal sich dieser Unternehmer ansonsten der finanzstrafrechtlichen Verfolgung in Slowenien aussetzen würde. Dass dieses Unternehmen für unsere Mandantschaft Subleistungen erbracht hat, wird sich durch die zeugenschaftliche Einvernahme des Herrn ***J*** ***E*** (im Zeitraum 2010 bis 2012 teilweise Dispositionsleiter für Subunternehmer) beweisen. Dass die Zahlungen der Rechnungen durch die Übergabe von Kuverts in bar erfolgten, hierzu möge ebenfalls Herr ***J*** ***E*** (p.a. [Beschwerdeführerin]) befragt werden, da dieser in Abwesenheit des Geschäftsführers unserer Mandantschaft diese Tätigkeiten übernommen hat. Wir ersuchen das Finanzamt, bitte mehrere Termine zur Auswahl bekanntzugeben, zu welchem unser Mandat die vorhin angeführten Zeugen stellig machen wird. Wir stellen im Aufträge unseres Mandanten den Antrag, bei diesen Zeugeneinvernahmen anwesend sein zu können um auch sein Fragerecht an die Zeugen ausüben zu können. Das Recht der Zeugen, eine Vertrauensperson zu den Befragungen beizuziehen, wird hiermit nicht berührt. Zeugeneinvernahmen Der Niederschrift vom 14.10.2019 (OZ 42) über die Zeugeneinvernahme des ***R*** ***V*** ist zu entnehmen: Sie wurden uns als Zeuge von der Firma ***X*** ***Y*** GmbH (Fa. ***X***) genannt. Wissen Sie darüber Bescheid? ***X*** ***X*** hat mich im Frühling angerufen, dass ich zum Finanzamt kommen muss. Das war vor der Ladung. Hat Sie die Steuerberatungskanzlei ***F*** (Herr ***S***, Herr ***W2***) kontaktiert? Nein. Gab es ein Gespräch mit Ihnen mit ***X*** / ***S***/***W2*** / ***F*** vor der heutigen Zeugeneinvernahme? ***W2***, ***S***, diese Namen kenne ich nicht. Zwischen mir und ***X*** ***X*** gab es keine weiteren Gespräche. Beschreiben Sie bitte Ihr Verhältnis zur Firma ***X***, zu Herrn ***X*** ***X***: Als mein Vater selbständig war, er hatte einen kleinen LKW und einen Bus, ich weiß nicht ob die beiden geschäftlich zusammen gearbeitet haben. Ich bin nach Österreich gegangen und habe Herrn ***X*** gefragt - er hatte die großen LKWs - ob er Arbeit für mich hat. Ich glaube mein Vater ist auch für ***X*** gefahren. Zuvor habe ich bei Spezialtransport, ***J*** ***Sch*** und ***H*** ***St***, in ***Ort-L*** gearbeitet. Ich habe gekündigt, weil ich dort im LKW schlafen musste. Bei ***X*** konnte ich immer nach Hause fahren und zuhause schlafen. Ein Freund hat mich verständigt, dass ***X*** jemanden sucht. Ich habe ***X*** ***X*** damals nur 2-3 mal gesehen, Herr ***K2*** war meine Ansprechperson bei ***X***. Herr ***R*** ***V***, uns ist bekannt, dass Sie der Sohn von Herrn ***Person-B*** sind, welcher im Jahr 2016 verstorben ist. Seit wann und wie lange waren Sie bei ihrem Vater ***T*** (***Person-B*** S.P.) angestellt? Ich bin mir nicht mehr sicher, das war im Jahr 2007, für ein halbes Jahr oder ein wenig länger. Wie groß war das Unternehmen ihres Vaters, wie viele Transportautos, und wie viele Angestellte gab es? (Unternehmen geschlossen im Jahr Juli 2012) Maximal 3-4 Fahrzeuge von 3,5 t bzw 7,5 t. Ich habe mit meinem Vater über sein Unternehmen nie diskutiert. Wenn ich zuhause war habe ich die Familie besucht. Am Ende gab es nur einen Mercedes Sprinter mit 3,5 t, er ist selbst gefahren. Ich weiß nicht wie lange. Gab es eine Geschäftsbeziehung zwischen ihrem Vater und der Fa. ***X***? Das weiß ich nicht. Ich habe ihn bei ***X*** gesehen, wenn er geladen hat; was und wohin weiß ich nicht, das hat mich auch nicht interessiert. Konkret weiß ich die Geschäfte nicht.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/2100499/2021
ECLI
ECLI:AT:BFG:2025:RV.2100499.2021
Stammnummer
148335
Gültig
04.07.2025 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

Original in der Findok öffnen PDF beim BMF