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Findok · UFS-Entscheidungen

UFSW RV/0284-W/08

1. Scheinlieferungen durch den UFS verneint 2. Vertrauensschutz bei innergemeinschaftlichen Lieferungen

geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Referent)RV/0284-W/08vom 15.03.2013Teil 2 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Danach seien in der ersten Phase (2003) auf Geschäftspapier der "X**** Transporte" Transporte nach München dargestellt, tatsächlich aber nicht durchgeführt worden. Die von den Exporteuren L3***, AV**** und R**** C**** dazu vorgelegten Rechnungen und Frachtbriefe seien Gefälligkeitsbestätigungen des V**** Z**** bzw von den Beschuldigten selbst erstellt worden. In der zweiten Phase hätten die handelnden Personen von verschiedenen Frachtführern tatsächlich Frachtstücke von der F-GmbH in Wien in ein Speditionslager der Firma ***Fracht am Flughafen München befördern lassen. Die Frachtstücke seien wenige Tage später wieder nach Wien zurückbefördert worden, und zwar zunächst zur Spedition X**** und danach zurück zur F-GmbH. Um dies zu verschleiern seien V**** Z**** von Handlangern des Ch**** J**** vorgefertigte Papiere zur Unterschrift vorgelegt worden, nach denen die Frachtstücke an die Firmen L1***, L2*** bzw an die P-GmbH ausgeliefert bzw ausgefolgt worden seien. In ihrem Abschlussbericht vom 20.2.2009 an die StA Wien vertritt die Steuerfahndung Team Salzburg, betreffend I. A**** G**** und II. Ch**** J**** (ab Anfang_2004 Geschäftsführer der F-GmbH), III. V**** Z**** und IV. M**** St**** die Ansicht, die Lieferungen zwischen der F-GmbH und der Bw sowie zwischen der Bw und der A-GmbH München seien bloß vorgetäuscht worden. Die Genannten hätten in den Jahren 2003 und 2004 am Aufbau einer Lieferkette mitgewirkt und als Exporteur umsatzsteuerfreie Lieferungen über diese Lieferketten fingiert. Ziel sei es gewesen, Vorsteuern aus den im Inland dargestellten Lieferungen geltend zu machen (Umsatzsteuer-Kettenbetrug). Die Lieferkette sei zweimal umgebaut worden, nachdem Betriebsprüfungen erkannt hätten, dass Lieferungen nur zum Schein erfolgt seien. A**** G**** habe in der ersten (2003) und in der zweiten (2004) Lieferkette mit fingierten Lieferungen an die A-GmbH München an dem Kettenbetrug mitgewirkt. Im Jahr 2003 habe A**** G**** eine steuerfreie Lieferung der Bw an die A-GmbH München vorgetäuscht, um diese Waren ohne Umsatzsteuerbelastung aus dem Rechenwerk der Bw zu schaffen und diese Waren im Inland schwarz verkaufen zu können. Die betroffenen Waren (Textilien) habe die Bw im Jahr 2003 tatsächlich von unbeteiligten Dritten eingekauft. Es habe sich nicht feststellen lassen, wer die Waren transportiert habe bzw dass überhaupt eine Warenlieferung zur A-GmbH München stattgefunden habe. Durch die Betriebsprüfung sowie durch das Geständnis von V**** Z****, dass er nie Transporte nach München durchgeführt habe, sei eine Abholung der Waren durch die Spedition X**** im Auftrag der A-GmbH München eindeutig widerlegt. Auch im Jahr 2004 hätten tatsächlich keine Lieferungen von der Bw an die A-GmbH München stattgefunden, diese seien vielmehr nur fingiert worden. Dies sei durch die Betriebsprüfung bei der Bw, die Aussage von V**** Z**** und die Feststellungen hinsichtlich der angeblichen Vorlieferantin F-GmbH und der angeblichen Kundin A-GmbH München nachgewiesen. Fraglich sei, ob A**** G**** von M**** St**** und Ch**** J**** getäuscht worden sei und im Glauben sein habe können, dass tatsächlich Lieferungen von der F-GmbH des Ch**** J**** an die Bw und von der Bw an die A-GmbH München stattgefunden hätten. Gegen die Gutgläubigkeit von A**** G**** sprächen folgende Umstände: -) Es habe für A**** G**** keine Sicherheiten dafür gegeben, dass a) die A-GmbH München die fakturierten Lieferungen bezahlen werde können und b) die von der F-GmbH gekauften Waren hinsichtlich Beschaffenheit und Qualität entsprächen. -) Die aus den angeblichen Geschäften erzielte Handelsspanne betrage durchschnittlich nur 1% und sei ein deutliches Indiz für fingierte Geschäfte, bei denen der im Rechenwerk ausgewiesene und steuerwirksame Gewinn möglichst niedrig gehalten werde. -) Die Darstellung, es habe sich für die von der A-GmbH gewünschten Waren gleich ein Anbieter (F-GmbH) gefunden, der ohne Sicherheiten Waren in dieser Größenordnung geliefert hätte, widerspreche jeglicher kaufmännischer Erfahrung. -) Ebenso widerspreche jeglicher kaufmännischer Erfahrung, dass die Waren direkt vom Lager der F-GmbH zur A-GmbH befördert wurden, da damit der Empfängerin A-GmbH München der Vorlieferant bekannt wurde. Im Fall echter Geschäfte wäre damit die Bw aus dem Geschäft gewesen, da sich die A-GmbH München dann wohl direkt von der F-GmbH hätte beliefern lassen. -) Diese Umstände widersprächen in allen Details derart den üblichen kaufmännischen Gepflogenheiten, dass A**** G**** daraus erkennen habe müssen, dass er an Scheinlieferungen mitwirkte. -) Allem voran seien die behaupteten Barzahlung von St**** an G**** und von diesem an J**** völlig unglaubwürdig. -) Die die widersprüchlichen Aussagen der Beschuldigten im Prüfungsverfahren seien ein weiterer Hinweis auf fingierte Geschäfte (Niederschriften mit A**** G**** am 10.11.2004 und am 13.6.2007). Die Geständnisse des V**** Z**** vom 30.6.2004 und 26.4.2007 lieferten den Beweis, dass über die A-GmbH München nur fingierte Lieferungen gelaufen seien. Soweit Waren bewegt worden seien, hätten die handelnden Personen von verschiedenen Frachtführern Frachtstücke von der F-GmbH in ein Speditionslager der Spedition ***Fracht am Flughafen München befördern lassen. Die Frachtstücke seien nach wenigen Tagen von V**** Z**** wieder zurück nach Wien zur Spedition X**** und dann zur F-GmbH befördert worden. Um dies zu verschleiern seien V**** Z**** von Handlangern des J**** vorgefertigte Papiere zur Unterschrift vorgelegt worden, nach denen er die Frachtstücke an die Firmen L1***, L2*** bzw P-GmbH ausgeliefert bzw ausgefolgt habe. M**** St**** habe durch die Verbuchung der fingierten Geschäfte an die A-GmbH München und von der A-GmbH München zurück nach Österreich den Anschein erweckt, dass es sich um tatsächliche Lieferungen gehandelt habe. Er habe dadurch zum Gelingen des ungerechtfertigten Vorsteuerabzuges entscheidend beigetragen. In der am 19. November und 6. Dezember 2012 abgehaltenen Berufungsverhandlung brachte die Bw zusammengefasst ergänzend vor: 2003: Sie habe im Jahr 2003 noch keine Erfahrung mit Geschäften im EU-Raum gehabt. Bei Erkundigungen bei der Wirtschaftskammer habe sie die Auskunft erhalten, der Kunde trage die Verantwortung dafür, dass die Ware aus Österreich ausgeführt wird. Für diese Erkundigungen gebe es allerdings keine Nachweise. Sie habe einen Handelsregisterauszug von der A-GmbH München und eine UID-Bestätigung Stufe 2 (vom 28. April 2003) eingeholt. Geschäftsgegenstand der A-GmbH München sei laut Handelsregister der "Handel mit Orientteppich und anderen Waren aller Art" sowie deren Import und Export gewesen. A**** G**** habe M**** St**** bei Besuchen bei seinen Abnehmern, nämlich den Firmen AV**** etc (im Wesentlichen die Gruppe um Ch**** J****) flüchtig kennengelernt. M**** St**** habe daher die Bw gekannt. Es sei daher nicht überraschend gewesen, als dieser entsprechende Produkte der Bw habe kaufen wollen. Die Bw habe allerdings auch andere Abnehmer als solche aus dem Kreis um Ch**** J**** gehabt. Als die Waren versandbereit gewesen seien, habe die Bw die A-GmbH München davon verständigt. Diese habe daraufhin mitgeteilt, dass die Abholung durch die Spedition X**** erfolgen werde. Die Bw habe sodann gegenüber der Spedition ****Sped die Waren freigestellt, wobei sie auf die Abholung durch die Spedition X**** hingewiesen habe. Der A-GmbH München habe sie die Rechnungen und ebenfalls die Freistellungen geschickt. Im Anschluss an die erfolgten Abholungen habe die Bw von der Spedition ****Sped jeweils mittels Fax Kopien der Selbstabholungsscheine erhalten. Die Fahrer seien damals mit der von M**** St**** übergeben Freistellung durch die Bw zur Spedition ****Sped gekommen, daher sei ihnen die Ware ausgehändigt worden. Zwischen der Bw und der Spedition ****Sped habe es keine ausdrückliche Vereinbarung gegeben, wonach die Spedition die Identität des die Ware Abholenden festzuhalten gehabt hätte. Die Bw habe eben keine Erfahrung mit ig Lieferungen gehabt und die Auskunft von der Wirtschaftskammer erhalten, wonach der Abnehmer verantwortlich sei. Sie habe darauf vertraut, dass die Spedition alles richtig machen werde. Die Bw sei seit vielen Jahren Kunde der Spedition ****Sped gewesen, diese sei eine sehr gute Spedition. Aufgrund der Unterlagen sei für die Bw klar gewesen, dass die Waren nach Deutschland gebracht worden seien. Sie habe Frachtbriefe erhalten, in denen der Abnehmer den Empfang der Waren bestätigt habe. Die Bw hätte nichts weiter tun können, um sicherzugehen, dass die Waren wirklich nach Deutschland gelangten. Der Bw sei von der A-GmbH München erklärt worden, dass die Frachtbriefe von der Spedition X**** ausgestellt worden seien. Diese habe die Waren abgeholt, in ihr Lager gebracht und von dort nach Deutschland weitergeliefert und daher selber die Frachtbriefe ausgestellt. Zum Zeitpunkt, an dem die Bw die Frachtbriefe erhalten habe, erklärte A**** G**** zunächst, dies sie nicht gleich, sondern erst im Zuge der Betriebsprüfung im Jahr 2004 gewesen, was aus dem Faxstempel ersichtlich sei. Wenn er selbst für die Lieferung verantwortlich sei, dann bekomme er auch den Frachtbrief. Im Abholfall sei dies jedoch mit der Ausfolgung der Waren für ihn als Lieferant erledigt. Daher bekäme er auch in diesen Fällen die Frachtbriefe nicht. Da es sich im Streitfall um einen Abholfall gehandelt habe, habe er die Frachtbriefe auch nicht zugeschickt bekommen. In der fortgesetzten Berufungsverhandlung erklärte er über Vorhalt, in der Berufung und in der Gegenäußerung werde vorgebracht, die Frachtbriefe seien bereits unmittelbar nach Ausführung des Liefervorgangs übermittelt worden, er habe rund ein oder zwei Monate nach dem Liefervorgang die Originalfrachtbriefe von M**** St**** erhalten. Im Zuge der Betriebsprüfung seien diese noch einmal gefaxt worden. Es sei der Bw mittlerweile gelungen, Kontakt zu V**** Z**** aufzunehmen. Vorgelegt wurde eine Fotokopie des Reisepasses von V**** Z****, auf welcher ausgeführt ist: "Ich, V**** Z****, bestätige, Transporte von ****.Sped durchgeführt zu haben, was auch aus diversen Einvernahmen ersichtlich ist." V**** Z**** habe angegeben, M**** St**** habe ihm den Auftrag erteilt, die Waren im Lager der Spedition ****Sped abzuholen und in das Lager der Spedition X**** zu bringen, um diese dann von dort zur A-GmbH nach München zu bringen. Sämtliche Waren seien zuerst ins Lager der Spedition X**** gebracht worden, inklusive der nicht von ihm selbst abgeholten Waren. Er habe die Frachtbriefe erstellt. Einer Bestätigung, dass er die Waren tatsächlich nach München gebracht habe, sei V**** Z**** allerdings immer ausgewichen. Die Bw habe zwar mit dem Geschäft mit der A-GmbH München einen "scheinbaren" Verlust von rund 50.000 € in Kauf genommen, gleichzeitig habe sie aber die slowakischen Firmen mit Baumwolle beliefert, wobei sie einen Gewinn von rund 110.000 € gemacht habe. In Summe habe sich daher aus diesen beiden Geschäften ein Überschuss ergeben. Die slowakischen Firmen hätten überhöhte Preise gehabt, die die Bw nicht von den Kunden habe verlangen können. Die Bw mache Bartergeschäfte. Sie kaufe Baumwolle aus Mittelasien (Usbekistan etc.), diese müsse sie nicht mit Geld bezahlen, sondern mit anderen Waren. Dies sei ihr Geschäftsmodell. Sie habe schon mit den verschiedensten Waren gehandelt, Baumwolle spiele dabei eine wichtige Rolle. Dies ist die Basis. Die anderen Geschäfte kämen noch dazu. Die Bw habe schon zahlreiche Geschäfte abgeschlossen, bei denen sie auch gar keinen Gewinn gemacht habe. Diese Geschäfte dienten jedoch dazu, den Handelskreislauf des Unternehmens aufrecht zu erhalten. 80 - 90 % der großen Geschäftsfälle der Bw seien Bartergeschäfte. Durch Bartergeschäfte habe man die Möglichkeit, ohne Geld zahlen zu müssen, Geschäfte zu machen. Das Finanzamt habe der Bw zunächst die Vorsteuern aus den Importen der Waren, die dann an die A-GmbH München weiterverkauft worden seien, nicht als Vorsteuer erstatten wollen. Nach längeren Verhandlungen seien diese dann aber doch ausbezahlt worden. Damals sei niemals die Rede davon gewesen, dass Reisepasskopien oder andere Aufzeichnungen noch weiter benötigen würden. Der Bw sei dies damals auch nicht bewusst und bekannt gewesen. Im Zeitpunkt der Lieferung im Jahr 2003 habe die Bw davon ausgehen können, dass die Waren wirklich nach Deutschland gelangen würden. Die Bw habe mit schutzwürdigem Vertrauen gehandelt, weil sie die Auskunft der Wirtschaftskammer zur Verfügung gehabt habe, sich einer seriösen Spedition - nämlich der Spedition ****Sped - bedient habe und auf die Auszahlung der Vorsteuern durch das Finanzamt vertraut habe. Die Auszahlung des erwähnten Vorsteuerbetrages durch das Finanzamt habe das Vertrauen erweckt, dass mit diesem Geschäft alles in Ordnung gewesen sei. Das Finanzamt hat zum damaligen Zeitpunkt nichts über erforderliche Identitätsnachweise gesagt. Gespräche im Speditionsbereich hätten ergeben, dass das Festhalten der Identität auch heute noch nicht durchgeführt werde. Die Identität von V**** Z****, der acht Abholvorgänge durchgeführt habe, stehe bereits fest. Im Berufungsverfahren habe sich ergeben, dass O**** W**** vermutlich die restlichen Abholungen durchgeführt habe. Mit dessen Identität und der Identität von V**** Z**** seien alle Voraussetzungen erfüllt. Der Buchnachweis sei damit erbracht. Zum Darlehen brachte die Bw vor, Ch**** J**** habe die Bw gebeten, ihm mit Geld auszuhelfen, da er in großen finanziellen Schwierigkeiten sei. Er würde dafür im folgenden Jahr Waren um ca 500.000 € kaufen. Die F-GmbH habe dann tatsächlich im Jahr 2004 Waren um brutto rund 561.000,00 € gekauft. Das Darlehen sei vollständig zurückbezahlt worden, allerdings nicht ganz pünktlich. Dafür sei eine zusätzliche Pönale von 4.000 € bezahlt worden. Auf die Frage, was die Sicherheiten der Bw im Jahr 2003 gewesen seien, zumal in großem Umfang Waren an die A-GmbH geliefert worden seien erklärte A**** G****, er mache seine seine Geschäfte immer ohne Bankgarantien oder Akkreditive, da seine Kunden sind nicht in der Lage seien, solches zur Verfügung zu stellen. Die Bw habe M**** St**** vertraut, da dieser bei Ch**** J**** immer präsent gewesen sei. Letzteren habe A**** G**** bereits seit vielen Jahren gekannt. Nachdem die Bw bei J**** in den Vorjahren keine Probleme gehabt habe, habe man auch M**** St**** vertraut. Mit dem Wissen von heute hätte die Bw die Geschäfte mit J**** allerdings niemals abgeschlossen. 2004: Ch**** J**** sei im Jahr 2004 zu A**** G**** gekommen und habe gesagt, dass er sehr viel Ware habe, ob dieser jemanden kenne, der diese Ware kaufen möchte. A**** G**** habe daraufhin verschiedene Leute angesprochen, unter anderem auch M**** St****. Der Geschäftsfall im Jahr 2003 mit der A-GmbH München sei gut gegangen, die Ware sei bezahlt worden, daher sei die Bw bereit gewesen, mit diesem weiter Geschäfte zu machen. A**** G**** habe St**** entsprechende Muster gezeigt, mit welchen dieser zufrieden gewesen sei. Bei der Besichtigung der Waren im Lager der F-GmbH seien manche Paletten bereits mit Plastikfolie umwickelt gewesen, da sei natürlich nicht jeder Karton aufgemacht worden. Es sei im Geschäftsverkehr auch nicht üblich. Dann seien die Verträge gemacht worden; A**** G**** habe mit Ch**** J**** die Preise abgestimmt. Herausgekommen sei ein Gewinn von 2,18 %, und nicht von 1 %, wie im Abschlussbericht behauptet. Die Bw habe rund 33.000 € mit diesen Geschäften verdient. Das sei für die Bw ein gutes Geschäft gewesen. Auf die Frage, warum er nicht zu St**** und J**** gesagt habe, dass diese miteinander selbst Geschäfte machen sollten, da er ja wusste, dass diese seit Jahren miteinander zu tun hatten erklärte A**** G****, er habe da nicht viel philosophiert. Es habe die Möglichkeit gegeben, dieses Geschäft abzuschließen, deshalb habe er dies gemacht. Er sei eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Die übrigen Geschäfte der Bw liefen nach demselben Muster ab. Jemand möchte verkaufen, jemand anderer möchte kaufen, die Bw sei der Zwischenhändler. Auf die Frage, ob er sich nicht gewundert habe, dass St**** nicht direkt bei J**** gekauft habe, wenn er doch diesen schon seit vielen Jahre immer bei J**** gesehen habe, sowie ob es ihm nicht komisch vorgekommen sei, dass die Bw zwischen J**** und St**** zwischengeschaltet war, wo er doch gewusst habe, dass diese einander kennen erklärte A**** G****, zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Spedition Transworld Cargo sei von der Bw beauftragt worden, damit die Bw sichergehen habe können, dass die Waren wirklich ankämen und nach Deutschland geliefert würden, sie habe keine Probleme mit der Lieferung haben wollen. Es seien auch Kopien der Führerscheine der Fahrer angefertigt worden. In den ersten beiden Monaten seien die Waren direkt von der F-GmbH GmbH abgeholt worden, daher habe die Bw die Kopien der Führerscheine benötigt. Im September sei die Ware direkt bei der Transworld Cargo gewesen, welche auch mit dem Transport beauftragt gewesen sei. Deshalb gebe es in diesem Monat keine Führerscheinkopien. Es sei mit dem Lagerverwalter der F-GmbH, Herrn Manfred, ausgemacht gewesen, dass dieser die Lieferscheine der Bw unterschreiben lassen und die Kopien der Führerscheine anfertigen sollte. Er habe dann manchmal die Lieferscheine der Bw und manchmal die der F-GmbH unterschreiben lassen, er habe da nicht so genau unterschieden. Die Bw hätte die Spedition RTG nicht derart beeinflussen können, dass diese tatsächlich nicht stattgefundenen Lieferungen in Frachtbriefen oder auf andere Art bestätigt hätte. Es sei der Bw gar nicht bekannt gewesen, dass die Spedition RTG die konkreten Transporte durchführen werde. Ein Mitarbeiter der Steuerfahndung, Herr Op***, habe erklärt, es stehe fest, dass die Waren 2004 tatsächlich zur Spedition ***Fracht nach Deutschland gelangt seien. Die Spedition RTG sei eine seriöse Spedition. Diese habe echte CMR-Briefe verwendet, aus welchen sich eine Lieferung nach Deutschland ergebe. Es gebe keinen Grund für die Bw anzuzweifeln, dass die Waren 2004 tatsächlich nach Deutschland gelangt seien. Zwischen der Bw und der A-GmbH München sei eine Überweisung des Kaufpreises vereinbart gewesen. Tatsächlich habe jedoch M**** St**** die Bw persönlich aufgesucht und die Geldbeträge in bar übergeben, wobei er sich vorher telefonisch angekündigt habe, ohne allerdings stets dazu zu sagen, dass er Geld dabeihaben werde. Die Bw habe M**** St**** ja schlecht mitsamt dem Geld wieder wegschicken könne. Es sei ihr vielmehr nichts anderes übrig geblieben als das Geld entgegenzunehmen. Da die Bw das Geld in bar gehabt habe, habe sie dann auch Zug um Zug bei der F-GmbH ebenfalls in bar bezahlt. Mittlerweile wisse die Bw, dass M**** St**** das Geld deshalb in bar zur Verfügung gehabt habe, weil er vorher in Wien bei anderen Kunden gewesen sei und dort kassiert habe. Zu den Vorwürfen im Abschlussbericht der Steuerfahndung Team Salzburg vom 20.2.2009 betreffend A**** G**** ua äußerte sich die Bw wie folgt: Zum Vorwurf, die Bw habe im Jahr 2004 keine Sicherheiten gehabt, dass die A-GmbH bezahlen werde erklärte A**** G****, es gelte das Gleiche, wie für das Jahr 2003. Hinzu komme, dass die Bw im Fall, dass die A-GmbH München nicht bezahlt hätte, auch selbst ebenfalls die F-GmbH nicht bezahlt hätte. Es treffe nicht zu, dass die Bw keine Sicherheit gehabt habe, dass die eingekauften Waren hinsichtlich Beschaffenheit und Qualität entsprochen hätten. Die Bw habe von der gesamten Ware Muster gehabt. In diesem Zusammenhang hätte sie auch eine statistische Meldung an die Statistik Austria abgeben, für welche sie auch die Muster benötigt habe. Zum Vorwurf, der Abnehmer habe erfahren könne, woher die Bw die Waren bezogen habe, da die Waren direkt von der F-GmbH abgeholt wurden, die F-GmbH sei auf den Frachtbriefen zu ersehen, was im Geschäftsverkehr unüblich sei erklärte A**** G****, letzteres stimme nicht. Oft stünden auch die Vorlieferanten der Bw auf den Frachtbriefen, etwa wenn die Bw Waren von der G5***-GmbH kaufe. Es sei durchaus üblich, dass dies aus Frachtbriefen ersichtlich sei. In vielen Fällen könne man herausfinden, wer der Vorlieferant war. Oft benötige man zusätzliche Unterlagen darüber, dass die Ware mängelfrei sei. Der Baumwolllieferant der Bw wisse auch wohin die Bw liefere, die Kunden der Bw wüssten, woher sie die Baumwolle beziehe. A**** G**** erklärte, er habe sich nie vor seinen Kunden versteckt, dass diese die Namen seiner Lieferanten hätten erfahren können. Zum Vorwurf im Abschlussbericht, die Spanne sei sehr niedrig gewesen, dies spreche für ein Scheingeschäft erklärte A**** G****, 2 % sei eine normale Spanne. Die Bw habe 2,18 % Spanne erzielt. Es liegt kein Scheingeschäft vor. Es gehe bei der Bw auch um das Volumen und um die absoluten Beträge. Die Bw habe rund 33.000 € mit dem Geschäft verdient. Die Bw sei eine kleine Firma, da sei ein Gewinn von 33.000 € bereits ein sehr bedeutender Betrag. Im Lebensmittelhandel betrage Spanne zB nur 1 % bis 3 %. Man könne aus der Spanne von 2 % nicht die genannten Schlüsse ziehen. Insgesamt sei, was die Bw betreffe, die Darstellung in der Anzeige unrichtig. Zu Beginn der Geschäftstätigkeiten mit Ch**** J**** hätten Verwandte von ihm mündlich Garantien abgegeben, daher habe A**** G**** ihm damals vertrauen können. Im Laufe der Jahre habe sich die Zusammenarbeit gut entwickelt. J**** habe zwar nicht immer pünktlich bezahlt, aber letztlich habe die Bw immer ihr Geld bekommen. Im Jahr 2004 habe die Bw von der F-GmbH Ware gekauft, da habe J**** der Bw vertrauen müssen, dass diese bezahlen werde. Die vom Prüfer beanstandeten Vorgänge hätten alle hinter dem Rücken der Bw stattgefunden, sie habe davon nichts gewusst. Die Bw habe aus den Geschäften mit der A-GmbH München im Jahr 2003 und im Jahr 2004 sowie aus dem Darlehen an die F-GmbH in Summe über 100.000 € verdient. Dazu seien noch die Geschäfte um über 500.000 € mit der F-GmbH gekommen. Im Anschluss an die mündliche Berufungsverhandlung wurde O**** W**** vom Unabhängigen Finanzsenat als Zeuge einvernommen. Dabei gab er an, er habe persönlich niemals Waren nach Deutschland transportiert. Die Unterschrift auf mehreren Selbstabholungsscheinen der Spedition Express-Interfracht erkenne er als seine Unterschrift. Bei der Abholung der Waren bei der Spedition ****Sped habe man zuerst in ein Büro gehen müssen, dort habe man dem Mitarbeiter gesagt, dass man Waren für die Firma X**** abholen komme. Manchmal hatte er schon ein Schriftstück mitgehabt, dann habe der Mitarbeiter anhand des Schriftstücks nachgeschaut. Danach habe der Mitarbeiter im Lager angerufen oder sei mitgegangen. Im Lager seien ihm dann die Waren ausgefolgt worden. Bei der Ausfolgung habe man den Selbstabholungsschein unterschreiben und auch die Kfz-Kennzeichen auf dem Abholschein vermerken müssen. Wenn zwei Kfz-Kennzeichen auf dem Abholschein angeführt seien, dann seien zwei LKW bei der Abholung beteiligt gewesen, entweder gleichzeitig oder auch hintereinander. Der letzte Fahrer habe dann unterschrieben und die Kfz-Kennzeichen angeführt. Bei einem der Selbstabholscheine habe er das Kfz-Kennzeichen nicht selbst geschrieben, vielleicht sei er der zweite Fahrer gewesen und habe dann den Rest geholt. Er kenne seines Wissens keinen Herrn G****. Er glaube nicht, dass dieser bei den Abholungen der Waren dabei gewesen sei oder Anweisungen gegeben habe. Er habe von V**** Z**** die Aufträge erhalten und die Waren selbständig abgeholt. Ihm sage die Firma F-GmbH oder der Name J**** nichts, ebenso nicht die Adresse 1210 Wien, I****. Es sei möglich, dass Waren von ihm ins Lager der Firma X**** gebracht wurden. Was mit diesen danach passiert sei, wisse er aber nicht. Bei der Abholung der Waren bei der Spedition ****Sped sei er entweder allein gewesen oder es sei ein weiterer Fahrer mit seinem LKW dabei gewesen. Es sei möglich, dass V**** Z**** auch selbst Abholungen vorgenommen habe. Auf einen LKW passten ca 8 -18 Paletten, das hänge von der Größe der Ladefläche ab. Falls die Paletten nicht so groß / hoch waren, seien häufig zwei übereinander gestapelt worden. Die Bw und das Finanzamt gaben zu dieser Zeugenaussage keine Äußerung ab. Über die Berufung wurde erwogen: »Folgender Sachverhalt steht fest: Die Bw ist eine GmbH und betreibt ein Handelsunternehmen. Geschäftsführer der Bw ist A**** G****. Gesellschafter der Bw sind Jo**** und A**** G****. In den Streitjahren 2003 und 2004 handelte die Bw international mit Baumwolle, in Österreich hauptsächlich mit importierten Textilien. Ein wesentlicher Abnehmer der von der Bw gehandelten Textilien in Österreich waren Unternehmen aus dem Umfeld von Ch**** J****. Die Geschäftsbeziehungen zu diesen Unternehmen begannen bereits einige Jahre vor dem Streitzeitraum. In den Jahren 1998 bis 2004 tätigte die Bw mit diesen Unternehmen Umsätze von rund 4.085.000 € (Berufung). Bei den streitgegenständlichen Geschäftsfällen in den Jahren 2003 und 2004 trat jeweils die A-GmbH München als Abnehmer der Bw auf. Die A-GmbH München (bzw deren Geschäftsführer M**** St****) und die F-GmbH (bzw deren Geschäftsführer Ch**** J****) sind ebenso wie R**** C**** und V**** Z**** mutmaßlich Teil eines Umsatzsteuerbetrugskarussells, in welchem die A-GmbH München wiederholt als Abnehmer auftrat. Die in diesem Umsatzsteuerbetrugskarussell an die A-GmbH München fakturierten Waren gelangten häufig gar nicht nach Deutschland oder wurden wieder zurück nach Österreich transportiert. A**** G**** lernte den Geschäftsführer der A-GmbH München M**** St**** im Zuge der Zusammenarbeit mit Unternehmen im Umfeld des Ch**** J**** kennen; allerdings bestanden bis zum Jahr 2003 zwischen der Bw und der A-GmbH München bzw M**** St**** keine Geschäftsbeziehungen. 2003: Im Jahr 2003 erwarb die Bw von den slowakischen Unternehmen G5***-GmbH, G1***-GmbH und G2***-GmbH Textilien (im Wesentlichen: Geschirrtücher, Bettwäsche, Handtücher und Decken) und importierte diese aus der Slowakei nach Österreich. Diese Waren wurden aus der Slowakei kommend in ein Verwahrungslager der Spedition ****Sped in Wien befördert und zum überwiegenden Anteil dort, zu einem geringen Teil bereits an der Grenze verzollt. Die Unternehmen G5***-GmbH, G1***-GmbH und G2***-GmbH waren bereits in den Jahren davor wiederholt sowohl als Lieferanten als auch als Kunden der Bw aufgetreten. Sie waren einerseits Hauptlieferanten der Bw für Textilien, andererseits Kunden der Bw für den Rohstoff Baumwolle, wobei die Umsätze mit Baumwolle in Österreich nicht steuerbar waren. Es wurden dabei großteils Kompensationsgeschäfte (sogenannte Bartergeschäfte) abgewickelt, wobei der Hauptteil der Einkäufe der Bw mit Verkäufen des Rohstoffes Baumwolle gegenverrechnet wurde. Der Anteil der tatsächlichen Geldflüsse war untergeordnet. Im streitgegenständlichen Zusammenhang erfolgten an die Bw Lieferungen in folgendem Umfang: | G5***-GmbH | 16.588,00 € | G1***-GmbH | 543.779,22 € | G2***-GmbH | 12.340,00 € | Lieferanten gesamt | 572.707,22 € Die Bw verkaufte die streitgegenständlichen Waren im Mai 2003 zu einem Verkaufspreis von 523.978,62 € an die A-GmbH München. Zwischen der Bw und der A-GmbH München wurde mit Datum vom 7.5.2003 ein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen (AS 257 f ArbBog). In diesem Kaufvertrag wurde ua vereinbart, dass der Kaufpreis an die Bw überwiesen werden sollte, wobei ein Drittel des Betrages binnen 30 Tagen, ein Drittel binnen 60 Tagen und der Rest binnen 90 Tagen nach Rechnungsdatum fällig war. Der Verkauf erfolgte frei Lager, die Abholung sollte durch den Abnehmer erfolgen, die Ware sollte von der Bw freigestellt werden. Bereits am 17.4.2003 fand in diesem Zusammenhang eine vorbereitende Besprechung zwischen F**** G**** (Bw), H**** N**** (Bw) und M**** St**** (A-GmbH München) statt. Zweck dieser Besprechung war laut Protokoll, einander kennen zu lernen und Angebote bzw Bestellungen und Verträge zu besprechen. Ein Vertrag über die Bestellung von Waren sollte aufgenommen werden (AS 260 ArbBog). Vor Vertragsabschluss holte die Bw eine UID-Abfrage der Stufe 2 sowie einen Handelsregisterauszug betreffend die A-GmbH München ein. Die Bw hatte bis zu diesem Geschäftsfall noch keine ig Lieferungen getätigt. Die Bw legte mit Datum vom 8.5.2003, 12.5.2003, 26.5.2003, 27.5.2003, 28.5.2003 und 30.5.2003 insgesamt 14 Ausgangsrechnungen an die A-GmbH München, wobei in sämtlichen Rechnungen auf den Kaufvertrag vom 7.5.2003 Bezug genommen wurde (AS 191 ff ArbBog). Die Bw stellte die Waren gegenüber der Spedition ****Sped schriftlich zur Abholung durch den Abnehmer frei, wobei sie jeweils darauf hinwies, dass die Abholung durch die Spedition X**** erfolgen werde. Die Ausgangsrechnungen und die Freistellungen faxte die Bw jeweils der A-GmbH München sowie der Spedition ****Sped. Die Waren wurden am 8. und 12.5. sowie am 4. und 5.6.2003 von der Spedition X**** bei der Spedition ****Sped abgeholt. Die Abholungen im Mai erfolgten durch V**** Z****, die Abholungen im Juni erfolgten durch O**** W**** (beides Mitarbeiter der Spedition X****). Teilweise waren an der Abholung mehrere LKW beteiligt. Wer in diesem Fall der weitere bzw die weiteren LKW-Fahrer war bzw waren, konnte nicht festgestellt werden. A**** G**** oder dessen Söhnen waren an den Abholvorgängen bei der Spedition ****Sped nicht beteiligt. Zu jeder Selbstabholung wurde von der Spedition ****Sped ein Ausfolgeschein (Selbstabholungsschein) ausgestellt. Diese Ausfolgescheine wurden bis auf einen entweder von V**** Z**** oder von O**** W**** unterschrieben, einer wurde nicht unterschrieben. Weitere (andere) Unterschriften, zB die Unterschrift von A**** G****, befinden sich nicht auf den Ausfolgescheinen. Auf den Ausfolgescheinen wurden in den meisten Fällen die Kfz-Kennzeichen der abholenden LKWs festgehalten, wobei dann, wenn mehrere Abholungen pro Tag erfolgten, die Kfz-Kennzeichen nicht immer bei sämtlichen zuordenbaren Formularen vermerkt wurden. Die Kfz-Kennzeichen wurden durch den Fahrer bzw den Abholer auf den Ausfolgescheinen angebracht, eine Überprüfung des Fahrzeuges bzw der Kennzeichens erfolgte seitens der Spedition ****Sped nicht. Bei den auf den Selbstabholungsscheinen angeführten Kfz-Kennzeichen handelt es sich um Kennzeichen von auf die Spedition X**** bzw auf I**** X**** (Kennz_01, Kennz_02) zugelassenen LKW bzw beim Kennzeichen Kennz_03 um ein Kennzeichen für einen auf die Firma E**** Güterbeförderung GmbH zugelassenen LKW, dieses Kennzeichen war an die Spedition X**** vermietet; beim Kennzeichen Kennz_04 handelt es sich um ein Probekennzeichen (AS 491 ff, 604 ff ArbBog). Bei Abholungen bei der Spedition ****Sped erfolgte die Anmeldung des jeweiligen Fahrers bei der Rezeption im Parterre durch Vorlage des Freigabescheines. Danach wurden die Fahrer zum entsprechenden Lagerhallenort verwiesen, wo die Ausfolgung der Waren erfolgte. Die Lagerbewegung wurde direkt auf Basis der vorgelegten Freigabescheine von den Angestellten der Rezeption durchgeführt. Im Lager selbst erfolgte keine Aufzeichnung seitens der Warenübergabe. Hier wurden nur die Selbstabholungsscheine, welche üblicherweise in 3-facher Ausfertigung ausgestellt werden, vorgelegt (Niederschrift mit L**** Q****, Spedition ****Sped am 13.10.2004, AS 422 ff ArbBog). Bei Abholung der Waren wurden seitens der Spedition ****Sped keine Legitimationsnachweise der Fahrer verlangt. Die Identität des Abholenden wurde nicht festgehalten. Weder wurden der Name oder die Adresse des bzw der Abholenden aufgezeichnet, noch wurde eine Kopie des Führerscheines oder eines anderen Ausweisdokumentes angefertigt. Die Ausfolgung der Waren erfolgte vielmehr aufgrund der Vorlage der Freistellungen durch den bzw die Abholer. Nach erfolgter Abholung faxte die Spedition ****Sped der Bw die Ausfolgescheine (Selbstabholungsscheine). Ein bis zwei Monate nach der Abholung übermittelte die A-GmbH München der Bw die Frachtbriefe (A**** G**** in der mündlichen Berufungsverhandlung am 6.12.2012). Frachtbriefe wurden mit folgenden Datumsangaben ausgefertigt (ab AS 474 ArbBog): 8.5.2003, 12.5.2003, 4.6.2003, 5.6.2003. Bei den Frachtbriefen handelt es sich um von V**** Z**** selbst hergestellte Formulare, welche dieser auf seinem Computer gespeichert hatte (A**** G**** in der mündlichen Berufungsverhandlung am 6.12.2012). In diesen Frachtbriefen scheint die Spedition ****Sped jeweils als Versender auf, wobei neben dem Name der Spedition in Klammer der Name der Bw angeführt ist. Im Feld "Unterschrift und Stempel des Versenders" fehlen Stempel und Unterschrift des Versenders, die Angaben zum Versender sind in Maschinschrift ausgeführt, es ist keine Unterschrift vorhanden. Als Frachtführer scheint die Spedition X**** auf. Im Feld "Unterschrift und Stempel des Frachtführers" fehlt ein Stempel der Spedition X****, es ist in Maschinschrift die Spedition X**** angeführt, weiters ist die Unterschrift von V**** Z**** angebracht. Als Empfänger scheint die A-GmbH München auf. Im Feld "Gut empfangen am:" findet sich jeweils ein Stempel der A-GmbH München und die Unterschrift von M**** St****. Die Frachtbriefe 37789, 37790 (jeweils 12.5.2003), 37817, 37818, 37819 (jeweils 4.6.2003), 37820 und 37821 (jeweils 5.6.2003) enthalten als Warenbezeichnung lediglich die Eintragung: "33 Paletten Handelsgüter Total: 33 ccl" Die Frachtbriefe wurden von der Spedition ****Sped nicht gesehen (Aktenvermerk AS 486 ArbBog). Die bei der Spedition ****Sped abgeholten Waren gelangten tatsächlich nicht nach Deutschland (bzw ins Gemeinschaftsgebiet) sondern blieben in Österreich und wurden von der Spedition X**** in das Lager der F-GmbH in Wien, Z-Gasse gebracht. Ob die Waren dabei zunächst in ein Lager der Spedition X**** oder direkt in das Lager der F-GmbH in Wien gebracht wurden, konnte nicht festgestellt werden. Es konnte nicht festgestellt werden, dass A**** G****, dessen Söhne oder andere für die Bw handelnden Personen bekannt war, dass die Waren nicht zur A-GmbH München nach Deutschland gebracht werden sondern in Österreich bleiben sollten. Es konnte nicht festgestellt werden, dass die Willenserklärungen seitens der Bw zum Schein abgegeben worden wären. Ein Scheingeschäft zwischen der Bw und der A-GmbH konnte somit nicht festgestellt werden. Ein Verkauf der Waren durch die Bw an einen anderen Abnehmer in Österreich erfolgte nicht. Die Bezahlung der Waren durch die A-GmbH München erfolgte nicht immer zu den vereinbarten Zahlungsterminen, die Bw mahnte die A-GmbH München schriftlich mit einem Mahnschreiben vom 30.7.2003 (Berufung bzw AS 320 ArbBog); die Bezahlung erfolgte im Zeitraum vom 18.6.2003 bis 4.11.2003 zu folgenden Terminen: | 18.6.2003 | 30.000,00 € | Scheck F-GmbH | 30.6.2003 | 30.000,00 € | Scheck F-GmbH | 11.7.2003 | 10.000,00 € | Scheck F-GmbH | 21.7.2003 | 20.000,00 € | Scheck F-GmbH | 30.7.2003 | 30.000,00 € | Scheck F-GmbH | 8.8.2003 | 30.000,00 € | Scheck F-GmbH | 25.9.2003 | 10.000,00 € | bar | 10.10.2003 | 30.000,00 € | Scheck R**** C**** | 14.10.2003 | 70.000,00 € | bar | 23.10.2003 | 198.978,62 € | bar | 30.10.2003 | 63.000,00 € | Überweisung A-GmbH | 4.11.2003 | 2.000,00 € | bar Die Bezahlung erfolgte somit zT in bar, zT durch Überweisung und zT durch Übergabe von Schecks von R**** C**** bzw von der F-GmbH. Zusammengefasst stellt sich dies wie folgt dar: | bar | 280.978,62 € | Scheck F-GmbH | 150.000,00 € | Scheck R**** C**** | 30.000,00 € | Überweisung A-GmbH | 63.000,00 € Bei den Schecks der F-GmbH handelte es sich um vier Schecks über 30.000 € sowie je einen Scheck über 10.000 € und 20.000 €; beim Scheck des R**** C**** um einen Scheck über 30.000 €. Sämtliche Schecks wurden A**** G**** durch M**** St**** (A-GmbH München) im Büro der Bw oder in einem Cafélokal übergeben. Die Schecks wurden in der Folge durch die Bw eingelöst. Bei den Barzahlungen handelte es sich um die Beträge von 198.978,62 €, 70.000 €, 10.000 € sowie 2.000 €. Die Barzahlungen erfolgten zu den unten angeführten Terminen, wobei die Beträge von M**** St**** jeweils im Büro der Bw an A**** G**** übergeben wurden: | 25.9.2003 | 10.000,00 € | 14.10.2003 | 70.000,00 € | 23.10.2003 | 198.978,62 € | 4.11.2003 | 2.000,00 € Details zu den Rechnungen, zur Freistellung bzw zur Abholung: Mit Datum vom 30.5.2003 legte die Bw eine Rechnung (AS 191 ArbBog) an die A-GmbH München (Rechnung Nr 078/03) über | 1.927 Stück | Decken "FAVORIT" Jackard | 5.68 € / Einheit | 10.945,36 € | 852 Stück | Decken "FAVORIT" Uni | 5,68 € / Einheit | 4.839,36 € | 330 Stück | Decken "AMBASADOR" Uni | 6,83 € / Einheit | 2.253,90 € | 510 Stück | Decken "AMBASADOR" Jackard | 6,83 € / Einheit | 3.483,30 € | 96 Stück | Kinderdecken | 2,90€ / Einheit | 278,40 € |   |   | Rechnungsbetrag | 21.800,32 € Auf dieser Rechnung ist angeführt: Zahlung: Überweisung laut Vertrag vom 7.5.2003 auf ein näher angeführtes Konto der Bw bei einer näher genannten Bank Anlieferung: DDP - Speditionslager Spedition ****Sped Lieferzeit: "Ware am 30.05.2003 bei Spedition" ****Sped "freigestellt." Verpackung: eine näher genannte Anzahl von Kartons für die verschiedenen Waren (in Summe 322 Kartons) Mit Schreiben (AS 192 ArbBog) ebenfalls vom 30.5.2003 an die Spedition ****Sped führte die Bw aus: "Freistellung Sehr geehrte Frau Q****, wir bitten Sie folgende Ware für die Fa. A.-GmbH, … München, Deutschland freizustellen: 1) 322 Krt div. Decken 38 Paletten (Lieferung vom 30.5.2003) Wie Ware wird von Fa. X**** Transport Unternehmen abgeholt. Dankend im voraus. Mit freundlichen Grüßen" Der dazugehörige Selbstabholungsschein datiert vom 2.6.2003 und hat die Nummer 2140-0044-0000/0603 (AS 434 ArbBog). Die Ware wurde laut Datumsstempel am 4.Juni 2003 ausgefolgt. Auf dem Selbstabholungsschein ist keine Kfz-Kennzeichen angeführt. Der Selbstabholungsschein trägt die Unterschrift von O**** W****. Es handelte sich sich um 38 Paletten Waren. Die Frachtbriefe Nr 37817, 37818 und 37819 vom 4.6.2003 enthalten keine näheren Angaben über die Waren (33 Paletten Handelsgüter) und sind keiner Selbstabholung zuordenbar. Nach demselben Muster erfolgten die übrigen Rechnungen, Freistellung bzw Abholungen (die oben dargestellten Vorgänge sind in der folgenden Tabelle in Kursivschrift dargestellt): |   | Rechnungs-datum |   | über | Re-Nr | AS | Selbstabholungsschein | AS | Abholung am | Unterschrift | Kennzeichen | Paletten | Frachtbrief Nr der Bw | AS | 14 | 30.5.2003 | 1 Re | 21.800,32 € | 078/03 | 191 | 2**44-***3 | 434 | 4.6.2003 | W**** | nein | 38 | 37817, 37818, 37819 jeweils nur 33 Pal Handelsgüter, nicht zuordenbar | 13 | 28.5.2003 | 2 Re | 38.060,08 € | 075/03 | 193 | 2**43-***3 | 440 | 5.6.2003 | W**** | KO 680 AV | 20 | 37820, 37821 jeweils nur 33 Pal Handelsgüter nicht zuordenbar | 12 |   |   | 9.982,22 € | 074/03 | 194 | 2**43-***3 | 440 | 5.6.2003 | W**** | KO 92 UN | 18 |   | 11 | 27.5.2003 | 1 Re | 21.167,80 € | 073/03 | 196 | 2**42-***3 | 439 | 4.6.2003 händisch ausgebessert | nein | KO 92 UN W 2359 P | 33 | 37817, 37818, 37819 jeweils nur 33 Pal Handelsgüter, nicht zuordenbar |   |   |   | jeweils lt Rechnung am 30.5.2003 freigestellt (tatsächlich wohl am 28.5.2003 freigestellt) | Freistellung AS 438 |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   | 10 | 26.5.2003 | 2 Re | 5.074,64 € | 072/03 | 198 | 2**29-***3 | 437 | 4.6.2003 | W**** | nein | 3 | 37817, 37818, 37819 jeweils nur 33 Pal Handelsgüter nicht zuordenbar | 9 |   |   | 21.760,64 € | 071/03 | 199 | 2**41-***3 | 436 | 4.6.2003 | W**** | KO 92 UN | 33 |   |   |   |   | jeweils lt Rechnung am 26.5.2003 freigestellt (tatsächlich wohl am 25.5.2003 freigestellt) | Freistellung AS 435 |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   | 8 | 12.5.2003 | 4 Re | 49.549,60 € | 063/03 | 203 | 2**32-***3 | 451 | 12.5.2003 | Z**** | W 8871 GT | 33 | 37787 | 478 | 7 |   |   | 40.572,40 € | 062/03 | 204 | 2**31-***3 | 450 | 12.5.2003 | Z**** | KO 680 AV | 33 | 37788 | 479 | 6 |   |   | 59.188,80 € | 061/03 | 205 | 2**28-***3 | 449 | 12.5.2003 | Z**** | nein | 33 | 37789, 37790 jeweils nur 33 Pal Handelsgüter nicht zuordenbar | 5 |   |   | 23.646,00 € | 060/03 | 206 | 2**26-***3 2**27-***3 | 447 448 | 12.5.2003 12.5.2003 | Z**** Z**** | nein nein | 9 7 |   |   |   |   | jeweils lt Rechnung am 12.5.2003 freigestellt | Freistellung AS 446 |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   |   | 4 | 8.5.2003 | 4 Re | 58.241,60 € | 059/03 | 208 | 2**25-***3 | 445 | 8.5.2003 | Z**** | W 8871 GT KO 680 AV | 33 | 37773 händ korr | 476 | 3 |   |   | 57.700,37 € | 058/03 | 209 | 2**24-***3 | 444 | 8.5.2003 | Z**** | W 8871 GT KO 680 AV | 33 | 37771 | 474 | 2 |   |   | 58.047,75 € | 057/03 | 210 | 2**23-***3 | 443 | 8.5.2003 | Z**** | W 8871 GT KO 680 AV | 33 | 37772 händ korr. | 475 | 1 |   |   | 59.186,40 € | 056/03 | 211 | 2**22-***3 | 442 | 8.5.2003 | Z**** | W 8871 GT KO 680 AV | 33 | 37774 händ korr | 477 |   |   |   | jeweils lt Rechnung am 8.5.2003 freigestellt | Freistellung AS 441 |   |   |   |     Darlehen: Kurze Zeit nach Erhalt des Großteils der Barzahlungen der A-GmbH München am 14.10.2003 und 23.10.2003 gewährte die Bw am 28.10.2003 der F-GmbH ein Darlehen über 245.000 €. Der von der A-GmbH München bezahlte Betrag wurde von A**** G**** vorübergehend in bar verwahrt und nach Unterfertigung des Darlehensvertrages im Büro der F-GmbH in bar an diese ausbezahlt (Berufung bzw Niederschrift mit A**** G**** am 10.11.2004, AS 1069 ff ArbBog). Ein schriftlicher Darlehensvertrag wurde abgeschlossen (AS 329 ff ArbBog). In diesem Darlehensvertrag war ua vereinbart: .) Kreditzweck war der Einkauf diverser Waren durch die F-GmbH. Weiters wurde der Bw ein Jahresumsatz mit der F-GmbH über 500.000 € zugesichert. .) Ein Rückzahlungsplan (Zahlung auf das Bankkonto der Bw) wurde vereinbart. .) Pauschalzinsen von 4.000 € wurden vereinbart, eine vorzeitige Rückzahlung war zulässig. .) Unter näher ausgeführten Bedingungen bestand die Möglichkeit für die Bw zur Geltendmachung von Terminverlust. .) Die Bw hatte das Recht, im Fall einer nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung nicht beglichenen Rate den Warenbestand der F-GmbH im Wert von 150% der Kreditsumme als ihr Eigentum zu betrachten (Punkt 5.7.). .) "Die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien aus diesem Vertrag entstehen nur dann, wenn der Kreditnehmer spätestens in 3 Tagen nach dem Abschluss dieses Vertrages folgende Bedingungen erfüllt: *) er macht eine Erklärung in Form eines Protokolls, so dass diese sowohl nach der Exekutionsordnung als auch nach der Zivilprozessordnung einen Exekutionstitel darstellt und legt dieses notarielle Protokoll dem Kreditgeber vor. *) er erklärt sich einverstanden, stetig Waren im Wert von 150% der Kreditsumme als Sicherheit der Kreditrückzahlung und der Zinsen dem Kreditgeber im Lager zu halten. Die Ware und deren Preis wird vom Kreditgeber mitbestimmt. *) er macht eine Erklärung in Form eines Protokolls, dass die Ware, die als Sicherheit der Rückzahlung und der Zinsen nicht schon anderweitig verpfändet ist." .) Im Fall einer Verletzung einer Verpflichtung des Kreditnehmers (F-GmbH) sollte am Tag der schriftlichen Zahlungsaufforderung des Kreditgebers die ganze Verbindlichkeit fällig werden. .) "Für alle Verbindlichkeiten die aus diesem Kreditverhältnis entstehen haften für die volle Kreditsumme neben dem Kreditnehmer die nachstehend angeführten Personen als Mitschuldner zur ungeteilten Hand": :] Fr**** U****, … [Adresse] "Bei Ausscheiden des Mitschuldners muss gewährleistet sein, dass der bzw die Nachfolger oder Verbliebenen die Verpflichtung übernehmen (Dies muss notariell festgehalten werden)." .) "Alle Streitfragen und Auseinandersetzungen, die aus diesem Vertrag resultieren, unterliegen unter Ausschluss des Rechtsweges der Übergabe an ein Schiedsgericht in Wien, Österreich." Der Vertrag ist namens der F-GmbH von deren Geschäftsführerin U**** Fr**** unterfertigt. Der Darlehensbetrag sollte in sieben Raten (je 35.000 €, letzte Rate 39.000 €) zu den Terminen 14.11.2003, 28.11.2003, 12.12.2003, 23.12.2003, 8.1.2004, 22.1.2004, 25.2.2004 zurückgezahlt werden. Listen über den Lagerbestand der F-GmbH von Mitte Oktober 2003 sind aktenkundig (AS 341 ff ArbBog). Die Zuzählung und die Rückzahlungen des Darlehens erfolgten in bar. Der Darlehensbetrag wurde - wenn auch nicht zu den vereinbarten Terminen - vollständig an die Bw rückgezahlt (A**** G**** in der mündlichen Berufungsverhandlung am 6.12.2012 und die in dieser Verhandlung übergebene Aufstellung über die Darlehenstilgung Blg ./C). 2004: In den Monaten Juni, Juli und September 2004 trat die Bw im Rahmen von Lieferungen F-GmbH - Bw - A-GmbH München als Zwischenhändlerin auf. Bei diesen Geschäften wurden jeweils Waren im Nämlichkeitsverhältnis 1:1 (dh die Waren waren hinsichtlich Bezeichnung und Menge identisch) von der F-GmbH über die Bw an die A-GmbH München weiterverkauft, wobei es sich bei diesen Waren nicht um die üblichen Handelswaren der Bw, sondern vielmehr um Damenunterwäsche, Teddybär etc handelte. Als weitere Zwischenhändlerin für Lieferungen der F-GmbH an die A-GmbH München trat neben der Bw die L9*** auf. Vorlieferanten der F-GmbH waren in einer Kette die österreichischen Firmen L5*** und L6***, in einer zweiten Kette die österreichischen Firmen L7*** und L8***. Abnehmer der A-GmbH München waren die österreichischen Firmen P-GmbH und die G4***-GmbH. Die Bw und die L9*** kürzten jeweils ihre Umsatzsteuerzahllast um die von der F-GmbH als Umsatzsteuer ausgewiesenen Beträge (Vorsteuer). Die F-GmbH ihrerseits kürzte ihre Umsatzsteuerzahllast um die von der L6*** und von der L8*** an sie verrechnete - jedoch nicht abgeführte - Umsatzsteuer (Vorsteuer). Bei der L5*** und der L7*** waren weder Buchhaltungen noch Geschäftssitze oder Personen vorzufinden, die über die auf deren Geschäftspapier fakturierten Lieferungen Auskunft geben hätten können. Die als Kunden der A-GmbH München auftretende P-GmbH und die G4***-GmbH waren Scheinfirmen. Die im Firmenbuch eingetragenen Personen waren nicht existent bzw wussten nichts von ihrer Eintragung. Über die F-GmbH wurde mit Beschluss des HG Wien vom Dezember_2004 ein Konkursverfahren eröffnet. Die F-GmbH legte an die Bw insgesamt Rechnungen über 1.564.389,19 € zuzüglich 312.877,84 € Umsatzsteuer. Die Bw legte an die A-GmbH München insgesamt Rechnungen über 1.598.010,50 € (laut Vorbringen: steuerfreie ig Lieferung). Der Rohaufschlagskoeffizient (RAK) betrug somit rund 1,02. Von Juni bis Juli 2004 legte die F-GmbH acht Rechnungen an die Bw mit einem Gesamtvolumen von 1.128.375,19 € zuzüglich Umsatzsteuer; die Bw legte an die A-GmbH München acht Rechnungen mit einem Gesamtvolumen von 1.150.909,70 €. Fünf Rechnungen der F-GmbH datieren vom 22.6.2004, die diesbezüglichen Rechnungen der Bw an die A-GmbH München datieren vom 24.6.2004. Drei Rechnungen der F-GmbH datieren vom 21.7.2004, die diesbezüglichen Rechnungen der Bw an die A-GmbH München datieren vom 22.7.2004. Der Rohaufschlagskoeffizient (RAK) iZm diesen acht Rechnungen berug rund 1,02. Im Juni fanden fünf Transporte jeweils beginnend am 28.6.2004, im Juli fanden drei Transporte jeweils beginnend am 26.7.2004 statt. Im September 2004 legte die F-GmbH drei Rechnungen an die Bw mit einem Gesamtvolumen von 436.014 € zuzüglich Umsatzsteuer; die Bw legte an die A-GmbH München drei Rechnungen mit einem Gesamtvolumen von € 447.100,80. Die drei Rechnungen der F-GmbH datieren vom 28.9.2008, die diesbezüglichen Rechnungen der Bw an die A-GmbH München datieren ebenso vom 28.9.2004. Der Rohaufschlagskoeffizient (RAK) aus diesen drei Rechnungen betrug rund 1,025. Die Transporte zu den Rechnungen vom September fanden jeweils von 21.10.2004 bis 22.10.2004 statt. Zwischen der Bw und der A-GmbH München wurden jeweils schriftliche Kaufverträge abgeschlossen (AS 700 f, 751 f, 755 f ArbBog). Im Zuge der beiden Geschäftsfälle im Juni und Juli 2004 besichtigte A**** G**** die Waren dem Grunde nach bei der F-GmbH. Bei dieser Besichtigung wurden allerdings die Kartons nicht geöffnet, A**** G**** verließ sich darauf, dass die angegebenen Waren darin enthalten waren. Die Waren waren zum Transport verpackt, die Verpackungen waren in einem guten Zustand, die Paletten (zum Teil) mit Folie überzogen. Beim Geschäftsfall im September befanden sich die Waren im Lager der Spedition ABC-Cargo und wurde nicht besichtigt, es erfolgte eine telefonische Abklärung (Niederschrift mit A**** G**** am 13.6.2007 Seite 4, UFS-Akt) Die Bw beauftragte die Spedition ABC-Cargo mit dem Transport der Waren nach Deutschland. Die Spedition ABC-Cargo beauftragte ihrerseits die Spedition RTG (Frachtführer) mit dem Transport der Waren. Die Waren befanden sich bei den Geschäftsfällen im Juni und Juli 2004 in einem Lager der F-GmbH in der Z-Gasse in Wien und wurden dort vom Frachtführer abgeholt. Beim Geschäftsfall im September 2004 befanden sich die Waren in einem Lager der ABC Cargo und wurden vom Frachtführer dort abgeholt. Die Waren wurden jeweils von der Spedition RTG abgeholt und in ein Lager der Spedition ***Fracht in bzw bei München gebracht und gelangten somit tatsächlich nach Deutschland.

Normen und Schlagworte

UmsatzsteuerKarussellKarussellbetrugUmsatzsteuerkarussellig LieferungVorsteuerVertrauensschutzScheingeschäft

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
UFS-Entscheidungen
Dokumenttyp
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent)
Geschäftszahl
RV/0284-W/08
Stammnummer
62511
Gültig
15.03.2013 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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