Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/5101015/2020
1. Verschiedene Feststellungen betreffend verdeckter Gewinnausschüttungen 2. Berechnung des gemeinen Wertes nach dem Wiener Verfahren
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5101015/2020vom 13.03.2026Teil 4 von 6
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
"Eine Rechnung kann nicht nachgereicht werden, weil Herr ***K*** in der Zwischenzeit verstorben ist. Die Fa. ***K*** ist demzufolge nicht mehr erreichbar. Es besteht auch keine Verbindlichkeit mehr an die Fa. ***K***, weil bei einem anderen Unternehmen (***L*** GmbH - Deutschland) eine Forderung an die Firma ***K*** bestand. Diese Forderung wurde durch die erbrachte Leistung durch die Firma ***K*** ausgeglichen. Zusatz Herr ***GF***: Mit der Bezeichnung ***K*** ist ***K***/***xx*** gemeint. Die Feststellung entfällt.
Der Beleg 231 besteht aus 3 DIN-A4-Blättern: Buchungsmitteilung vom 29.12.2011 - ***B*** GmbH an ***Bf1***, Übertragung des Saldos "***xx***/***K***", Seite 1 der Niederschrift über die Schlussbesprechung vom 24.01.2012, Antwort der Tz 10 von der Niederschrift über die Schlussbesprechung vom 24.01.2012.
Rechtliche Würdigung:
Gem. § 22(3) KStG 1988 ist ein Zuschlag in Höhe von 25 % von jenen Beträgen zu entrichten, bei denen der Abgabenpflichtige auf Verlangen der Abgabenbehörde die Gläubiger oder Empfänger der Beträge nicht genau bezeichnet.
Bitte geben sie die genaue Bezeichnung des/der Empfängers/Empfänger des/der Betrages/Betrag bekannt. Die oben ausgeführten Angaben entsprechen nach Ansicht des Finanzamtes nicht dem § 22 (3) KStG 1988, um die Gläubiger oder Empfänger der Beträge genau zuordnen bzw. identifizieren zu können."
Dieses Schreiben wurde von der beschwerdeführenden Partei nicht beantwortet, worauf der Aufwand vom Finanzamt mangels Empfängernennung nicht anerkannt wurde. Gemäß § 22 Abs. 3 KStG wurde ein Zuschlag von 25 % berechnet.
Tz 21 Schwimmbadabdeckung für Schacht 2014
Mit Rechnung vom 23.06.2014 stellte die Firma ***M*** GmbH der beschwerdeführenden Partei einen Betrag von brutto 2.513,80 € (USt 418,97 €) für eine von ***Sohn5GF*** bestellte Schwimmbadabdeckung, welche in dessen Privathaus verbaut wurde, in Rechnung. Der Beleg wurde zunächst über das Konto "Instandhaltung Gebäude" verbucht und am 15.07.2014 am Verrechnungskonto des ***GF*** eingebucht.
Unbestritten ist einerseits, dass ein Vorsteuerabzug nicht zusteht und andererseits, dass kein kapitalertragsteuerpflichtiger Vorgang vorliegt.
Tz 22 verdeckte Ausschüttung der ***A*** GmbH 2010 - 2017
Im Rahmen der Betriebsprüfung bei der ***A*** GmbH (nunmehr: ***Ax*** GmbH) wurden Feststellungen hinsichtlich verdeckter Gewinnausschüttungen getroffen. Die Beschwerdeführerin ist 100 %ige Gesellschafterin der ***A*** GmbH.
Die gegen die Körperschaftsteuer 2010 bis 2015 gerichtete Beschwerde vom 21.12.2018 wurde mit Schriftsatz vom 24.09.2025 zurückgezogen, mit Beschluss vom 30.09.2025 wurde das Beschwerdeverfahren eingestellt.
Im Rahmen der gegenständlichen Beschwerde vom 27.02.2020 vertritt die beschwerdeführende Partei die Meinung, dass die bei der ***A*** GmbH verhängten Sicherheitszuschläge gesetzlos seien.
Die Befugnis zur Schätzung lag aufgrund festgestellter Buchführungs- und Aufzeichnungsmängel vor.
Die Höhe der Schätzung wurde nicht begründet.
Tz 23 verdeckte Ausschüttungen der ***B*** GmbH 2010
Im Rahmen einer Betriebsprüfung bei der ***B*** GmbH wurde festgestellt, dass die ***B*** GmbH in den Jahren 2008 und 2009 diverse Leistungen (überwiegend Bauleistungen und Baumateriallieferungen) an ***Lebensgefährtin*** verrechnet hat. Bis 15.03.2010 wurden von ihr entsprechende Zahlungen an die ***B*** GmbH geleistet, danach nicht mehr. Seither haftete ein Betrag iHv 15.999,11 € aus.
Im Rahmen der Auseinandersetzung zwischen ***Lebensgefährtin*** und ***GF*** wurde am 26.08.2010 vor Notar ***Notar1*** ein Auseinandersetzungsvertrag abgeschlossen. Dessen Bestandteil waren auch die Punktationen vom 18.02.2010 und 18.03.2010. Teil dieser Vereinbarung ist, dass mit Erhalt der im Übrigen vereinbarten Beträge alle Verrechnungskonten der ***Lebensgefährtin*** in den einzelnen Gesellschaften auf "null" gestellt werden. Die Verpflichtung zur Bezahlung dieser Forderung traf ***GF***.
***GF*** hielt von 6/1994 bis 8/2004 76 % der Anteile an der ***B*** GmbH, von 7/2007 bis 10/2013 war er über die Beschwerdeführerin, welche zu diesem Zeitpunkt deren Alleingesellschafterin war, mittelbar an der ***B*** GmbH beteiligt.
Tz 24 Forderungsabtretung an ***Sohn3GF*** 2013
Zwischen der Beschwerdeführerin und der ***N*** GmbH wurde am 11.03.2008 ein Treuhandvertrag abgeschlossen, aus dem hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin auf ein Sparbuch bei der ***Bank*** ("Sparbuch ***DEhemann***") einen Betrag von 75.000,00 € eingezahlt hat.
Mit Pfandvertrag vom 11.03.2008 hat die ***N*** GmbH das auf ihren Namen lautende Sparbuch über den Betrag von 75.000,00 € an die ***Bank*** zur Sicherheit der bei der Bank bestehenden Haupt- und Nebenansprüche des Herrn ***SH*** verpfändet.
Mit Schreiben vom 13.02.2013 fordert die ***Bf1*** von der ***N*** GmbH die Rückzahlung des Betrages von 75.000,00 € zuzüglich Zinsen, weil Herr ***SH*** das belastete Grundstück zwischenzeitig verkauft und der Erwerber Ausgedinge und Wohnrecht übernommen hat.
Am 14.03.2013 überwies die ***Bank*** an die Beschwerdeführerin den Betrag von 56.927,97 €. In der Folge wurde in der Kreditorensaldenliste ein Betrag von 18.072,03 € ausgewiesen.
Am 26.03.2013 forderte die Beschwerdeführerin die ***Bank*** unter Bezugnahme auf den Pfandvertrag vom 11.03.2008 zur Zahlung von 22.500,00 € auf.
Mit Abtretungsvertrag vom 28.03.2013 trat die Beschwerdeführerin die Forderung gegenüber der ***Bank*** iHv 13.361,11 € und 9.749,40 CHF an Herrn ***Sohn3GF*** ab. Tatsächlich hatte die Forderung einen Wert von 11.250,00 €.
***Sohn3GF*** war zum Zeitpunkt des Abtretungsvertrages praktisch zahlungsunfähig.
Zum 28.03.2013 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin ***GF*** (73 %), ***Sohn2GF*** (25 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 28 ***Lebensgefährtin*** 80 % Schulderlass 2012 und 2013
Mit Beschluss des ***LG2*** vom tt.02.2012 wurde im Insolvenzverfahren der ***Bf1*** der Sanierungsplan bestätigt. Die Insolvenzgläubiger sollten eine Quote von 20 % erhalten. Der Sanierungsplan wurde mit Beschluss vom ***Datum2*** rechtskräftig bestätigt und das Sanierungsverfahren aufgehoben.
In diesem Verfahren hatte Frau ***Lebensgefährtin*** per ***Datum4*** (Datum der Insolvenzeröffnung) eine Gesamtforderung iHv 107.934,97 € (Kapitalforderung iHv 73.075,31 €, Zinsen iHv 34.859,86 €) angemeldet. Diese Forderung wurde vom Masseverwalter bestritten, Frau ***Lebensgefährtin*** erhob keine Prüfungsklage.
Das Kreditorenkonto von Frau ***Lebensgefährtin*** wies am 09.10.2013 einen Betrag von 73.075,32 € auf. Am 11.09.2015 wurde dieser Saldo auf das Konto "Landwirtschaft ***GF***" umgebucht.
Das Finanzamt sieht darin einen betrieblich veranlassten Schuldnachlass hinsichtlich der 80 % verteilt auf die Jahre 2012 und 2013 entsprechend den Raten laut Sanierungsplan.
Tz 29 ***GF*** Forderungsverzicht causa societatis 2012 und 2013
Mit Beschluss des ***LG2*** vom tt.02.2012 wurde im Insolvenzverfahren der ***Bf1*** der Sanierungsplan bestätigt. Die Insolvenzgläubiger sollten eine Quote von 20 % erhalten. Der Sanierungsplan wurde mit Beschluss vom ***Datum2*** rechtskräftig bestätigt und das Sanierungsverfahren aufgehoben.
Herr ***GF*** hatte im Zeitpunkt der Eröffnung des Sanierungsverfahrens (***Datum3***) gegenüber der Beschwerdeführerin eine Verrechnungsforderung iHv 423.868,40 €, die er im Insolvenzverfahren nicht anmeldete.
Die Nachrangigkeits- und Belassungsvereinbarung, welche am 23.01.2007 zwischen ***GF*** und ***Lebensgefährtin*** einerseits und der Beschwerdeführerin andererseits abgeschlossen wurde, hat (auszugsweise) folgenden Inhalt:
"I. Für ***GF*** und ***Lebensgefährtin*** besteht bei der Firma ***Bf1*** gemäß Bilanz per 31.12.2005 der genannten Firma ein positives Verrechnungskonto von Höhe von insgesamt EUR 2,516.063,98.
Zweck dieser Nachrangigkeits- und Belassungsvereinbarung ist, der Darlehensnehmerin die Beträge als eigenkapitalersetzende Gesellschafterdarlehen zur nachhaltigen Stärkung der Eigenkapitalbasis zur Verfügung zu stellen und somit die Eigenkapitalbasis der Kreditnehmerin zu verbessern.
II. Die Darlehensgeber und die Darlehensnehmerin vereinbaren, dass die eingeräumten Darlehen im Falle eines Exekutions- oder Insolvenzverfahrens sowie im Falle außergerichtlicher Sanierungsmaßnahmen bzw. einer Unternehmensliquidation gegenüber sämtlichen anderen Forderungen und Eventualforderungen Dritter erst nachrangig zu befriedigen sind. Dies bedeutet, dass nur für den Fall, dass eine vollständige Befriedigung sämtlicher Gläubiger und Eventualgläubiger der Darlehensnehmerin erfolgt ist, ein Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens besteht. Sollte auch nur ein Gläubiger nicht zur Gänze befriedigt werden, so erklären die Darlehensgeber bereits jetzt einen gänzlichen Verzicht auf die Darlehensforderungen gegenüber der Darlehensnehmerin.
III. Diese Vereinbarung wird auf die Dauer des Bestehens von Kredit-/Darlehens-verbindlichkeiten der Darlehensnehmerin gegenüber der ***Bank*** Aktiengesellschaft abgeschlossen und ist während dieses Zeitraumes seitens beider Vertragsteile unkündbar…………"
Zwischen der Beschwerdeführerin und der ***Bank*** AG lagen jedenfalls im Zeitraum zwischen 01.01.2007 bis 17.01.2019 Geschäftsbeziehungen vor. Es gab drei Kreditkonten sowie ein Geschäftskonto.
Am 26.09.2006 hatte ***GF*** gegenüber der ***Bank2*** Schulden iHv 14.139.233,74 €. Die Bank erklärte sich bereit, gegen Bezahlung eines Betrages von 1.000.000,00 € der ***B-x*** GmbH die ihr zustehenden Forderungen unter gleichzeitiger Übertragung aller Sicherheiten abzutreten, wobei die Eigentümer der betroffenen Liegenschaften, ***GF*** und die Beschwerdeführerin, der Einverleibung der Übertragung der einschlägigen Pfandrechte an ***GF*** zuzustimmen. Zugunsten der ***Bank2*** bestand damals aufgrund der Pfandurkunde vom 01.06.1992 ein Pfandrecht mit einem Höchstbetrag von 28.800.000,00 ATS, eingetragen auf einem im Eigentum der Beschwerdeführerin stehenden Liegenschaft. Diese Liegenschaft ist immer noch im Eigentum der Beschwerdeführerin.
Tz 30 Verbindlichkeit ***O*** GmbH - Umbuchung auf ***Ehefrau*** 2015
Die ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH hatte gegenüber den "Firmengruppen ***GF***" und gegenüber der Familie ***GF*** Forderungen aus Beratertätigkeit.
Zu deren Tilgung wurden mit Kaufvertrag vom 26.09.2011 Grundstücke der Frau ***Ehefrau*** zum Kaufpreis von 279.912,00 € an die ***O*** GmbH verkauft. Ein Kaufpreisteilbetrag iHv 150.000,00 € wurde im Verrechnungsweg mit den Forderungen der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH gegenverrechnet, der Kaufpreisrestbetrag iHv 129.912,00 € wurde von der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH an ***Ehefrau*** bezahlt.
Mit Schriftsatz vom 23.09.2015 brachte ***Ehefrau*** gegen die ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH Klage wegen Aufhebung/Wandlung eines Vertrages ein.
Dieser Rechtsstreit über die Höhe der Forderungen der ***O*** GmbH endete so, dass die Forderungen nur mehr iHv 100.000,00 € anerkannt wurden, die Gegenverrechnung wurde um 50.000,00 € vermindert (Aktenvermerk vom 13.11.2015).
Gleichzeitig trat die ***Bf1*** mit Schuldanerkenntnis vom 13.11.2015 ihre gesamte Verbindlichkeit iHv 19.412,40 € gegenüber der ***O*** GmbH an Frau ***Ehefrau*** ab und verpflichtete sich, diesen Betrag in Raten an Frau ***Ehefrau*** zurückzuzahlen, wobei deren Höhe und Fälligkeiten noch zu vereinbaren seien.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH gegenüber der Beschwerdeführerin eine Forderung iHv 19.412,40 €.
Das Finanzamt sieht in diesem Vorgang eine verdeckte Gewinnausschüttung iHv 9.652,40 €, weil sich die Verbindlichkeit gegenüber der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH vermindert hat, während sie in voller Höhe an Frau ***Ehefrau*** abgetreten wurde und diese nunmehr eine Forderung gegenüber der ***Bf1*** hat, die höher ist, als letztendlich jene der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH.
Tz 31 Verrechnungskonto ***L*** GmbH Zinsen 2010
Im Rahmen der Betriebsprüfung betreffend die Jahre 2007 bis 2010 wurde unter Tz 5 festgestellt, dass die Beschwerdeführerin gegenüber der ***L*** GmbH seit 01.01.2007 eine Forderung iHv 760.000,00 € hat, die nicht verzinst worden war.
Das Finanzamt setzte für das Jahr 2010 Zinsen iHv 21.910,41 € (2,5 %) als Erlös an. Der Bescheid vom 07.02.2012 wurde von Masseverwalter Dr. ***MV2*** in diesem Punkt nicht angefochten. Aufgrund der Aufhebung des Körperschaftsteuerbescheides 2010 vom 07.02.2012 erwuchs der Körperschaftsteuerbescheid 2010 vom 10.10.2011 wieder in Rechtskraft, die Zinsen iHv 21.910,41 € blieben somit unberücksichtigt. Im Rahmen des nunmehr angefochtenen Körperschaftsteuerbescheides wurden die Zinsen iHv 21.910,41 € wieder gewinnerhöhend berücksichtigt.
Der steuerliche Vertreter hält dem einerseits entgegen, dass mit der Vereinbarung vom 30.12.1994 unter anderem zwischen der Beschwerdeführerin (damals ***BFalt*** GmbH) und der ***L*** GmbH festgelegt wurde, dass für Forderungen untereinander der Zinssatz vereinbart werde, der von der Sparkasse ***X*** üblicherweise auf täglich fällige Spareinlagen gewährt wird. Andererseits würde die Sanierungsquote iHv 20 % (Sanierungsverfahren beim HG Wien) zum Tragen kommen und sich der Betrag von 21.910,41 € auf 4.382,08 € reduzieren. Dieser Zinsbetrag entfalle auf den Zeitraum 2007 bis 2010. Der auf die Vorjahre entfallende Anteil sei auszunehmen, sodass für 2010 der Betrag von 1.095,52 € bleiben würde.
Mit Email vom 23.11.2011 gab ein Vertreter der ***Bank4*** gegenüber Herrn ***GF*** bekannt, dass der "Basiszinssatzes" bei 0,125 % liegt.
Von der Österreichischen Nationalbank wurde für revolvierende Kredite und Überziehungskredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften für das Jahr 2011 ein Zinssatz iHv 3,03 % ausgewiesen.
Am Kontenblatt 300105 die ***L*** GmbH betreffend wurde per 31.12.2011 ein Zinsennachtrag iHv 21.910,41 € verbucht.
Die Beschwerdeführerin und die ***L*** GmbH sind einander nahestehende Gesellschaften (Beschwerdeführerin und die ***C*** GmbH sind/waren Gesellschafter in der ***L*** GmbH, Geschäftsführer waren ***GF*** und ***Lebensgefährtin***).
2. Beweiswürdigung
Tz 1 Vorsteuerberichtigung 2012
Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus den Parteienvorbringen, der Beschwerdevorentscheidung vom 31.03.2020 betreffend Umsatzsteuer 2010, und dem Kaufvertrag vom 13.07.2012.
Tz 2a) Beteiligungsverkauf an ***Sohn1GF*** 2013 - verdeckte Ausschüttung
Die Abtretung des gesamten Geschäftsanteiles an der ***B*** GmbH durch die Beschwerdeführerin an ***AF*** ergibt sich aus dem vorliegenden Notariatsakt vom 01.10.2023.
Dass die Anteile der ***B*** GmbH nie am freien Markt gehandelt wurden, ergibt sich einerseits aus dem Firmenbuch, andererseits aus den Ausführungen der beschwerdeführenden Partei auf Seite 7 des Schreibens vom 01.04.2025, wonach es in den letzten (mehr als) 15 Jahren keinen Dritten mit Ambitionen auf diese GmbH gegeben habe. Es habe für die ***B*** GmbH schlichtweg keine externen Kaufinteressenten gegeben.
Dem Bericht des Masseverwalter Dr. ***MV2*** vom 25.11.2011 im Insolvenzverfahren der Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin Alleingesellschafterin der ***B*** GmbH ist. Die Beteiligung sei wertlos. Warum die Beteiligung wertlos ist bzw. welche Berechnungen dieser Behauptung zugrunde liegen, wurde nicht dargelegt.
Tz 3 ER 20242 von Notar ***Notar1*** 2010
Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus der Rechnung vom 12.10.2010 von ***Notar1*** an ***GF*** über den Betrag von brutto 762,00 €.
Die Beschwerdeführerin hat mit ***GF*** keine Vereinbarung getroffen, wonach sie verpflichtet wäre, die an ***GF*** gerichtete Rechnung von ***Notar1*** zu bezahlen. Im Anbot vom 25.08.2010 ist festgehalten, dass sich der Käufer, also ***GF***, verpflichtet, die mit der grundbücherlichen Durchführung verbundenen Kosten zu tragen.
Der Einwand der beschwerdeführenden Partei im Schreiben vom 01.04.2025, allenfalls seien der Aufwand und Vorsteuer bei ***GF*** ad personam absetzbar, bedeutet zweifelsfrei, dass auch die beschwerdeführende Partei die Ansicht vertritt, dass der Aufwand der Sphäre von ***GF*** zuzuordnen ist.
Auch der Einwand der beschwerdeführenden Partei vom 29.01.2026, dass die ***A*** GmbH im Jahr 2010 noch im Eigentum der Beschwerdeführerin gestanden sei, ändert nichts an der Tatsache, dass sich ***GF*** als Käufer vertraglich verpflichtet hat, die mit der grundbücherlichen Durchführung verbundenen Kosten zu tragen.
Tz 4 und 5 ER 220 und 221 von ***GF***
Die Weiterverrechnungen 01 und 02 ergeben sich aus den beiden Rechnungen von ***GF*** an die Beschwerdeführerin. Die steuerliche Beurteilung der Weiterverrechnungen in Bezug auf ***GF*** ergeben sich aus dem ihn betreffenden Erkenntnis vom 18.11.2025, GZ. RV/5100670/2024.
Im Schriftsatz vom 01.04.2025 führt die beschwerdeführende Partei selbst indirekt aus, dass die Ausgaben grundsätzlich bei ***GF*** entstanden sind. Nur weil ihm die UID-Nummer aberkannt worden sei, habe er diese steuerlich gerechtfertigten Kosten im Sinne eines entschuldigenden Notstandes bei der Beschwerdeführerin geltend gemacht, weil er sonst das Recht auf Vorsteuerabzug nicht geltend machen hätte können.
Die Beschwerdeführerin hat mit ***GF*** keine Vereinbarung getroffen, wonach sie verpflichtet wäre, die an ***GF*** gerichtete Rechnung betreffend Anwaltskosten zu bezahlen. Es handelt sich dabei um Beratungskosten in Zusammenhang mit allgemeinen Rechtsauskünften, Vergleichsverhandlungen mit der ehemaligen Lebensgefährtin, verschiedenen Prozesskosten, Auseinandersetzung mit einem Sohn etc.
Wenn die beschwerdeführende Partei im Schriftsatz vom 29.01.2026 meint, dass die Weiterverrechnungen 01 und 02 im Verfahren ***GF*** betreffend zu dessen Gunsten entschieden wurden und dies auch auf die Beschwerdeführerin ausstrahlen müsse, ist dem Folgendes entgegenzuhalten: Seitens der Betriebsprüfung waren die von der Beschwerdeführerin für ***GF*** unter dem Titel Weiterverrechnung 01 und 02 bezahlten Beträge (20.070,27 € und 19.450,64 €) bei ihm als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung qualifiziert und der Umsatzsteuer unterzogen worden. Im Rahmen der Beschwerdeentscheidung vom 18.11.2025, RV/5100670/2024, wurde festgestellt, dass insofern bei ***GF*** keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vorliegen und auch keine Einnahmen, die der Umsatzsteuer unterliegen. Diese Feststellung hat keinen Einfluss darauf, ob bei der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang verdeckte Ausschüttungen vorliegen oder nicht.
Was jene Rechnungen anlangt, die an die Firma ***N*** GmbH gerichtet waren, ist darauf hinzuweisen, dass sie bereits bei der ***N*** GmbH entsprechend berücksichtigt wurden.
Aus dem vorgelegten Kontenblatt 330826 ist ersichtlich, dass am 31.12.2016 ein Betrag von 39.346,16 € an die ***C*** GmbH weiterverrechnet wurde. Inwieweit davon die beschwerdegegenständlichen Weiterverrechnungen betroffen waren, ist nicht ersichtlich.
Schließlich wurde ein Beleg "Umbuchungen lfd" vom 21.12.2018 vorgelegt, wonach Eingangsrechnungen ***RA5*** 2012 - 2014 iHv brutto 5.758,36 € storniert wurden. Auch daraus ist nicht ersichtlich, inwiefern die beschwerdegegenständlichen Weiterverrechnungen davon betroffen waren, zumal die Weiterverrechnungen ausschließlich das Jahr 2012 betrafen.
Tz 8 Beleg 210 aus 2013 ER von ***RA2***
Aus der vorliegenden Honorarnote, die Rechtsanwalt ***RA2*** an ***GF*** gelegt hat, geht hervor, dass der Aufwand mit der Rechtssache ***123*** des ***LG2*** in Zusammenhang stand.
Aus der vorgelegten Klagebeantwortung vom 01.02.2012 zu ***123*** geht einerseits hervor, dass ***GF*** ad personam Rechtsanwalt ***RA2*** mit seiner Vertretung beauftragt hat, also nicht in seiner Funktion als Gesellschafter oder Geschäftsführer der Beschwerdeführerin. Andererseits wird darin der Grund für die Abtretung der Schadenersatzforderung beschrieben: "Zu dieser Abtretung ist es dadurch gekommen, dass die Lebensgemeinschaft zwischen dem Beklagten und dessen langjähriger Lebensgefährtin ***Lebensgefährtin*** beendet wurde, wobei sich diese Beendigung als wahrer "Rosenkrieg" dargestellt hat. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass aus dieser Lebensgemeinschaft 4 Kinder entstammen, deren finanzielle Absicherung der Mutter, und damit der ehemaligen Lebensgefährtin des Beklagten, besonders am Herzen lag, sodass sich der Beklagte zu erheblichen Geldleistungen verpflichten musste. Ein Teil dieser finanziellen Zuflüsse lag in dem abgetretenen Schadenersatzanspruch gegen die Kanzlei ***RA5*** & Partner Rechtsanwälte GmbH. …."
Damit sieht das Bundesfinanzgericht als erwiesen an, dass die von ***RA2*** in Rechnung gestellten Leistungen jedenfalls ***GF*** persönlich betrifft. Die Aufwendungen in Zusammenhang mit den Konflikten anlässlich der Trennung seiner Lebensgemeinschaft sind seiner persönlichen Sphäre zuzurechnen und nicht seiner Funktion als Gesellschafter der Beschwerdeführerin.
Dass die Rechnung vom 20.12.2012 an ***RA2*** tatsächlich nie bezahlt und letztendlich im Jahr 2018 ausgebucht wurde, ergibt sich aus dem glaubwürdigen Vorbringen der Beschwerdeführerin und den damit in Einklang stehenden Buchhaltungsunterlagen.
Tz 10 - 13 und 17 div. Belege von ***RA5*** an ***GF***
Der Sachverhalt ergibt sich jeweils unbestritten aus den vorliegenden Unterlagen.
Im Schriftsatz vom 01.04.2025 verweist die beschwerdeführende Partei begründend auf Tz 4, 5, wo sie selbst indirekt ausführt, dass die Ausgaben grundsätzlich bei ***GF*** entstanden sind. Nur weil ihm (zu Unrecht) die UID-Nummer aberkannt worden sei, habe er diese steuerlich gerechtfertigten Kosten im Sinne eines entschuldigenden Notstandes bei der Beschwerdeführerin geltend gemacht, weil er sonst das Recht auf Vorsteuerabzug nicht geltend machen hätte können. Wenn der Gesellschafter selbst (aus welchen Gründen auch immer) keine Vorsteuer geltend machen kann, werden seine persönlichen Aufwendungen jedoch nicht zu vorsteuerabzugsfähigen Betriebsausgaben bei der Gesellschaft.
Tz 14 Beleg 53 aus 2014 von Rechtsanwälte ***RA3*** & Partner
Für das Finanzamt ist die betriebliche Veranlassung nicht erkennbar, zumal ***GF*** im Leistungszeitraum 08.02.2010 bis 27.07.2010 nicht Geschäftsführer der Beschwerdeführerin war und dieser Zeitraum mit der Trennung des ***GF*** von ***Lebensgefährtin*** zusammenhängt. Dies deckt sich auch mit der sehr glaubwürdigen Stellungnahme von ***Ehefrau*** anlässlich des Erörterungsgespräches am 13.01.2025, wonach ihr Bruder, Mag. ***SchwagerGF***, ihren Mann, ***GF***, in verschiedenen Rechts- und Steuerangelegenheiten beraten und daher auch Kontakt mit der Kanzlei ***RA3*** & Partner hatte. Bei der beschwerdegegenständlichen Rechnung sei es um Angelegenheiten gegangen, die dem Rosenkrieg ***GF***-***Lebensgefährtin*** entwachsen seien. Frau ***Lebensgefährtin*** sollte als Geschäftsführerin der Beschwerdeführerin und anderer Firmen abberufen werden, wogegen sie sich gewehrt habe.
***GF*** indessen sprach sich vehement dagegen aus, dass es sich um eine private Angelegenheit handeln würde. ***Lebensgefährtin*** sei immer wieder so aufgetreten, als würden ihr verschiedene Unternehmen der ***GF*** Gruppe gehören, was aber nicht gestimmt habe.
Die steuerliche Vertretung wies darauf hin, dass die Beschwerdeführerin eine der Einschreiterinnen in Zusammenhang mit Streitigkeiten mit ***Lebensgefährtin*** gewesen sei.
Die vorgelegte Kopie eines Schriftsatzes in Zusammenhang mit einer Ruhensvereinbarung im Verfahren ***GZ345*** vor dem ***LG2*** (Klagende Partei ***Lebensgefährtin***, Beklagte Partei Beschwerdeführerin) kann mit der beschwerdegegenständlichen Honorarnote nicht in Verbindung gebracht werden, da sich die Geschäftszahl weder im Leistungsverzeichnis noch am Überweisungsbeleg wiederfindet.
Auffallend ist schließlich, dass die vorgelegte Honorarnote eine Zweitausfertigung für die Beschwerdeführerin ist und am Rechnungskopf und beim Datum die Anmerkung "***C***FB" enthält.
Aus diversen anderen Verfahren vor dem Bundesfinanzgericht (zB RV/5100670/2024) ist bekannt, in das Firmengeflecht der ***GF***-Gruppe ***GF***, seine Kinder, (ehemalige) Lebensgefährtin und Ehefrau involviert sind. Dadurch fließen private/familiäre und geschäftliche Beziehungen praktisch nahtlos ineinander, was durch die Trennung des ***GF*** von ***Lebensgefährtin*** noch verstärkt wurde. Eine strikte Trennung zwischen "privat veranlasst" und "betrieblich veranlasst" ist daher in vielen Punkten nicht möglich.
Diese Einschätzung trifft auf den gegenständlichen Punkt zu, was sich auch in den Ausführungen von ***GF*** und ***Ehefrau*** deutlich zeigt. Die private Auseinandersetzung der ehemaligen Lebenspartner ***GF*** und ***Lebensgefährtin*** hat auch Einfluss auf die geschäftliche Ebene. Darauf ist wohl auch der Hinweis "Die Vertretung erfolgte ausdrücklich auch im Vollmachtsnamen der ***Bf1***" zurückzuführen. Der Vermerk "***C***FB" lässt vermuten, dass von den beschwerdegegenständlichen Leistungen auch die ***C*** GmbH betroffen war.
In Hinblick auf all diese Umstände gelangte das Bundesfinanzgericht zur Ansicht, dass die mit der beschwerdegegenständlichen Honorarnote abgerechneten Leistungen die Beschwerdeführerin, ***GF*** und die ***C*** GmbH gleichermaßen betroffen habe. Ein Drittel der Kosten ist daher bei der Beschwerdeführerin betrieblich veranlasst.
Tz 18 Stromaufwand 2012 - 2015 in Zusammenhang mit ***Adresse***
Die Höhe der Stromkosten und die jeweilige Verbuchung ergibt sich aus den vorliegenden Buchungsunterlagen der Beschwerdeführerin.
Aus der Scheidungsfolgevereinbarung zwischen der nunmehrigen Ehefrau von ***GF***, ***Ehefrau***, und ihrem damaligen Ehemann vom 05.06.2013 und dem diesbezüglichen vor dem ***BG*** aufgenommenen Protokoll vom 05.06.2013 geht hervor, dass ***Ehefrau*** im Juni 2013 jedenfalls noch nicht an der Adresse ***Adresse*** wohnte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die Ausführung im Schriftsatz vom 01.04.2025, wonach ***Ehefrau*** im Oktober 2013 in das Gebäude Adresse ***Adresse*** eingezogen ist, als durchaus nachvollziehbar. Das deckt sich auch mit der Bestätigung des Zentralen Melderegisters. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sie bereits ab Oktober 2012 dort gewohnt hätte.
Unbestritten steht jedoch fest, dass die Liegenschaft ***Adresse*** im beschwerdegegenständlichen Zeitraum im außerbücherlichen Eigentum von ***GF*** stand (Schreiben des steuerlichen Vertreters vom 29.11.2017 im Rahmen der bei der ***B*** GmbH durchgeführten Außenprüfung).
Anlässlich des am 13.01.2025 durchgeführten Erörterungsgespräches wurden von der beschwerdeführenden Partei ergänzende Unterlagen in Zusammenhang mit einer Weiterverrechnung der Energiekosten (eventuell an die ***H*** GmbH) in Aussicht gestellt. Solche wurden nicht vorgelegt.
Aus den von der Betriebsprüfung vorgelegten Buchhaltungsunterlagen (Beilagen 1 bis 6 zum Schreiben vom 14.05.2025, Beilage 4 zum Schlussbesprechungsprogramm vom 19.10.2019) geht hervor, dass die von der Beschwerdeführerin bezahlten Energiekosten auf dem Verrechnungskonto von ***GF*** nicht erfasst worden sind.
Im Schreiben vom 29.01.2026 behauptet die beschwerdeführende Partei, der Energieaufwand sei per 31.12.2015 auf das Verrechnungskonto des ***GF*** bei der ***C*** GmbH umgebucht worden. Zum Beweis dafür wurde auf die Beilage 26 verwiesen:
[Grafik]
Abgesehen davon, dass diese Darstellung nur den Zeitraum 22.05.2013 bis 16.05.2015 (abzüglich Mai-Oktober 2013) betrifft, ist nicht ersichtlich, dass bzw. inwiefern diese Darstellung eine Verrechnung der beschwerdegegenständlichen Energiekosten auf ein Verrechnungskonto des ***GF*** beweisen soll.
Ob bzw. ab wann ***GF*** allein oder mit seiner Familie an der Adresse ***Adresse*** gewohnt hat, ist für das gegenständliche Verfahren irrelevant. Wesentlich ist, dass keine betriebliche Veranlassung der Beschwerdeführerin für die Bezahlung der gegenständlichen Energiekosten und keine Verrechnung über das Verrechnungskonto des ***GF*** nachgewiesen werden konnte.
Die jeweiligen Beteiligungsverhältnisse ergeben sich aus den Firmenbüchern der Beschwerdeführerin und der ***B*** GmbH.
Tz 19 außerordentlicher Aufwand 2013
Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus dem Schreiben von Rechtsanwalt ***RA6*** vom 14.11.2011, dem Schreiben an Rechtsanwalt ***RA6*** vom 20.01.2012, dem Schreiben der Beschwerdeführerin vom 19.03.2012 und insbesondere aus der Vereinbarung vom 18.01.2012 zwischen Rechtsanwalt ***RA6*** einerseits und ***Sohn3GF*** und ***GF*** andererseits.
Tz 20 Kosten für beigestelltes Personal, Empfängernennung iSd § 162 (1) BAO iVm § 22 (3) KStG 2011
Unbestritten steht fest, dass die verrechneten Fremdleistungen tatsächlich gegen Entlohnung erbracht wurden, weil die Leistungen mit dem vorhandenen Personal nicht zu bewältigen gewesen wären.
Aus den Verwaltungsakten geht hervor, dass zwar Herr ***GF*** im Jahr 2012 zur Identität des Herrn "***K***" befragt wurde, ***GF*** war aber zu diesem Zeitpunkt nicht der gesetzliche Vertreter der Beschwerdeführerin.
Der Beschwerdeführerin wurde ein Schreiben betreffend "Fragenkatalog - vorläufige Feststellungen" übermittelt und um Beantwortung bzw. Stellungnahme innerhalb von acht Wochen ersucht, aber keine konkrete Anfrage gemäß § 162 Abs. BAO.
Herr ***K*** war jedenfalls im Jänner 2012 bereits verstorben (Niederschrift über die Schlussbesprechung bei der Beschwerdeführerin am 24.01.2012).
Tz 21 Schwimmbadabdeckung für Schacht 2014
Der festgestellte Sachverhalt ist aus der Rechnung der Firma ***M*** GmbH vom 23.06.2014 und den Buchungsunterlagen der beschwerdeführenden Partei ersichtlich. Die Umbuchung auf das Verrechnungskonto des ***GF*** wurde mit dem Kontenblatt 330807 dokumentiert (Umbuchung auf das Verrechnungskonto des ***GF*** am 15.07.2014)
Tz 22 verdeckte Ausschüttung der ***A*** GmbH 2010 - 2017
Im Rahmen der Betriebsprüfung bei der ***A*** GmbH wurde in Zusammenhang mit Buchführungs- und Aufzeichnungsmängel (vgl. Bericht vom 19.11.2018, Tz 3) im Wesentlichen festgestellt, dass die Kassenführung nicht ordnungsgemäß sei, weil nicht alle Bareingänge und Barausgänge in den Büchern oder Grundaufzeichnungen täglich einzeln erfasst worden seien, dass die Vollständigkeit der Tages- und Monatsabrechnungen nicht nachvollziehbar sei, dass die mittels Kassensystem erstellten Rechnungen nach Ablauf von zwei Jahren nicht mehr abrufbar seien und dass die Vollständigkeit und Unversehrtheit der Daten nicht gewährleistet sei. Im Detail wurde festgestellt, dass ***GF*** mehrfach Barentnahmen in beträchtlicher Höhe (35.000,00 €, 60.000,00 €, 50.000,00 €, 30.000,00 €) getätigt hat. Darüber wurden Schuldscheine ausgestellt bzw. erfolgte eine Ausbuchung über das Verrechnungskonto. Eingelöste Gutscheine wurden im Kassensystem wie Bargeld behandelt, sodass der rechnerische Bargeldbestand mit dem tatsächlichen Bargeldbestand nicht übereinstimmt. Erst zu Monatsende erfolgt eine Abrechnung der Gutscheine. Bei einem Fest wurden die Getränkeerlöse in einer Gesamtsumme ausgewiesen, die Erfassung der Einzelumsätze war durch Stricherllisten erfolgt, welche nicht aufbewahrt worden waren.
Daraus ergibt sich, dass aufgrund von Buchführungsmängel und der Nichtaufbewahrung von Grundaufzeichnungen nicht mit Sicherheit von der Richtigkeit der ermittelten Besteuerungsgrundlagen der ***A*** GmbH ausgegangen werden kann. Die Befugnis zur Schätzung der Grundlagen für die Abgabenerhebung liegt grundsätzlich vor.
Allerdings wurden keine Feststellungen getroffen, dass tatsächlich Einnahmen nicht erfasst worden wären. Es besteht zwar aufgrund der dargestellten Mängel die Möglichkeit, dass die Besteuerungsgrundlagen nicht zutreffend ermittelt wurden, es gibt jedoch kein einziges Beispiel, dass dies tatsächlich der Fall ist.
In Tz 27 des BP-Berichtes die ***A*** GmbH betreffend wurde Folgendes festgehalten: "Aufgrund der unter Tz. 3 dargestellten Feststellungen werden folgende Sicherheitszuschläge vorgenommen. Die Aufteilung auf die USt-Sätze erfolgt nach dem erklärten Verhältnis. Die Sicherheitszuschläge stellen verdeckte Ausschüttungen dar. Diese verdeckten Ausschüttungen erfolgten an die Alleineigentümerin ***Bf1***. Diese schüttet die Beträge an ihre Gesellschafter aus. …." Aus einer Tabelle ist ersichtlich, dass in den Jahren 2010 bis 2015 dem erklärten Gewinn/Verlust Sicherheitszuschläge iHv 6.475,20 €, 6.248,00 €, 5.793,60 €, 5.452,80 €, 5.907,20 € sowie 5.339,20 € zugerechnet wurden.
Erst aus der Beschwerde vom 20.12.2018 ergibt sich, dass die Sicherheitszuschläge 1 % der erklärten Gastronomieumsätze betragen.
Tz 23 verdeckte Ausschüttungen der ***B*** GmbH 2010
Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus Tz 5 des Betriebsprüfungsberichtes der ***B*** GmbH vom 11.07.2019, aus der Auseinandersetzungsvereinbarung zwischen ***GF*** und ***Lebensgefährtin*** sowie der Befragung des ***GF*** vom 23.11.2017 bzw. die Beantwortung vom 09.04.2018, wonach die gegenständliche Forderung aufgrund des Auseinandersetzungsvertrages von ihm zu begleichen ist. Daher ist er der Begünstigte aus dem Forderungsverzicht.
Den Ausführungen der beschwerdeführenden Partei in Zusammenhang mit der Behauptung, es handle sich gegenständlich um Geschäftsfälle der Vorjahre ist Folgendes entgegenzuhalten: Es geht darum, dass am Verrechnungskonto von ***Lebensgefährtin*** im Jahr 2010 ein Betrag von 15.999,11 € aushaftete. Ursprünglich waren dies ein Betrag von 66.283,17 €, der aus Bauleistungen und Baumateriallieferungen der ***B*** GmbH gegenüber ***Lebensgefährtin*** resultierte.
Im Rahmen der Betriebsprüfung bei der ***B*** GmbH hatte ***GF*** am 09.04.2018 bekannt gegeben, dass er aufgrund des zwischen ihm und ***Lebensgefährtin*** abgeschlossenen Auseinandersetzungsvertrages verpflichtet ist, diese Forderung auszugleichen. Tatsächlich hat er die Forderung nicht beglichen und die ***B*** GmbH die Forderung nicht eingetrieben und keine Verzinsung vorgenommen. Indem die ***B*** GmbH auf die Eintreibung der Forderung auf dem Verrechnungskonto der ***Lebensgefährtin*** verzichtet, begünstigt sie ***GF***, weil er die Forderung hätte begleichen müssen. Dass die Geschäftsfälle, die zu den Verbuchungen am Verrechnungskonto geführt haben, aus den Jahren 2008 und 2009 stammen, ist insofern irrelevant, als ja nicht diese Geschäftsfälle zu einer verdeckten Ausschüttung führten, sondern der Verzicht auf die Forderung am Verrechnungskonto der ***Lebensgefährtin***.
Tz 24 Forderungsabtretung an ***Sohn3GF*** 2013
Der Sachverhalt ergibt sich aus dem Treuhandvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der ***NX*** GmbH vom 11.03.2008, dem Pfandvertrag zwischen der ***NX*** GmbH und der ***Bank*** vom 11.03.2008, den Schreiben der Beschwerdeführerin an die ***Bank*** vom 13.02.2013 und vom 26.03.2013 sowie dem Abtretungsvertrag zwischen der Beschwerdeführerin und ***Sohn3GF*** vom 28.03.2013 über die Forderung iHv 13.361,11 € sowie 9.749,40 CHF.
Dass der tatsächliche Wert der Forderung 11.250,00 € betrug, geht aus der Zeugenaussage des ***Zeuge*** als Vertreter der ***Bank*** vor der Steuerfahndung als Finanzstrafbehörde vom 05.02.2019 hervor. Er führte in Zusammenhang mit dem beschwerdegegenständlichen Sparbuch aus, dass der Betrag von 11.205,00 € auf Kreditraten des ***Sohn3GF*** angerechnet worden seien. Dass diese Anrechnung erst ab 02/2014 durchgeführt wurde, ist für das gegenständliche Verfahren insofern ohne Relevanz, als ***Sohn3GF*** mit dem Abtretungsvertrag vom 28.03.2013 grundsätzlich über das Sparbuch verfügen konnte. Für die Behauptung der beschwerdeführenden Partei im Rahmen der mündlichen Verhandlung am 04.02.2026, dass von den 11.205,00 € erst die Hälfte überwiesen worden sei, liegen keine Beweismittel vor.
Mit Schreiben vom 14.03.2013 teilte die ***Bank*** ***Sohn3GF*** mit, dass er den bisherigen Zahlungsaufforderungen nicht nachgekommen sei und folgende Rückstände bzw. Überziehungen bestehen würden:
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Girokonto
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1.000,00 €
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Kredit
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800,17 €
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Kredit
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830,00 €
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Kredit
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7.357,81 €
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Kredit
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7.785,28 CHF
Mit Schreiben vom 02.04.2013 übermittelte ***Sohn3GF*** der ***Bank*** den Abtretungsvertrag vom 28.03.2013 und wies die Bank an, die darin ausgewiesenen Beträge seinen Konten gutzuschreiben.
Mit Schreiben vom 10.04.2013 teilte die ***Bank*** ***Sohn3GF*** mit, dass die Forderung zwischen der Beschwerdeführerin und ihr strittig sei. Aus dem Abtretungsvertrag sei vorerst kein Erlös zu erwarten. Sämtliche Konten von ***Sohn3GF*** würden fällig gestellt:
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Girokonto
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20.374,10 €
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Kredit
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25.701,60 €
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Kredit
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17.655,62 €
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Kredit
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190.734,71 €
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Kredit
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96.278,12 CHF
In einem Verfahren vor dem Landesgericht ***LG3*** am 17.09.2013, dessen Gegenstand die Bankverbindlichkeiten des ***Sohn3GF*** zum Gegenstand hatte, antwortete dieser auf die Frage der Richterin, ob eine vergleichsweise Bereinigung möglich sei, dass eine Nachzahlung bzw. regelmäßige weitere Zahlungen ohne Hilfe seines Vaters nicht möglich sei. Immerhin hätte er einige Jahre die Kredite bedienen können. Somit würde alles davon abhängen, ob ihn sein Vater unterstützt.
Anlässlich seiner Zeugeneinvernahme sagte ***Zeuge*** als Vertreter der ***Bank*** am 05.02.2019 aus, dass mit ***Sohn3GF*** in der Zeit von 01.01.2007 bis 17.01.2019 mehrere Geschäftsbeziehungen vorlagen und dieser praktisch säumig und zahlungsunfähig war. Es seien mehrere Prozesse geführt worden. Es würden folgende Konten bestehen:
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Girokonto
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75.000,00 €
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Kredit
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37.000,00 €
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Kredit
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28.118,00 €
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Kredit
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250.000,00 €
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Versch. Kreditkonten
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287.234,00 CHF
Aus diesen Daten ergibt sich zweifelsfrei, dass ***Sohn3GF*** im Zeitpunkt der Abtretung der Forderung - im März 2013 - zahlungsunfähig war. In Hinblick auf die Bankschulden, die er schon seit längerer Zeit nicht mehr bedienen konnte, liegt es auf der Hand, dass er auch andere Schulden (zB solche gegenüber der Beschwerdeführerin) nicht bezahlen würde können. Hinzu kommt, dass ***Sohn3GF*** selbst aussagte, dass er ohne Hilfe seines Vaters keine Zahlungsverpflichtungen übernehmen kann.
Wenn die beschwerdeführende Partei im Schriftsatz vom 01.04.2025 ausführt, ***Sohn3GF*** habe damals (offenbar gemeint: März 2013) einen finanziellen Engpass gehabt, ist darauf hinzuweisen, dass dieser Einwand an der Realität vorbeigeht. Dies ist offensichtlich, wenn man sich vor Augen führt, wie hoch die Schulden von ***Sohn3GF*** bereits im Jahr 2013 waren und wie hoch sie dann im Februar 2019 waren.
Aus dem vorgelegten Deutschen Grundschuldbrief über 200.000,00 € eingetragen im Grundbuch von ***Dtl*** geht folgender Inhalt hervor: "Grundschuld zu zweihunderttausend Euro für ***ExgattinBF***; 18 % Zinsen jährlich; vollstreckbar nach § 800 ZPO; gemäß Bewilligung vom 23.09.2003, URNr. 2306/2003 Notar ***Notar4***; Rang nach Abt. II/14; Rang vor Abt. II/15; eingetragen am 30.09.2003. Abgetreten mit Zinsen seit 30.09.2003 an ***B*** Gesellschaft mbH, ***Ö***, eingetragen am 30.09.2003."
Das heißt, dass das eingetragene Grundstück mit einem Betrag von 200.000,00 € belastet ist und ursprünglich ***ExgattinBf*** Anspruch auf diesen Betrag hatte. Mit 30.09.2003 wurde dieser Anspruch an die ***B*** GmbH abgetreten. Inwiefern dieses Dokument ein Beweis dafür sein soll, dass die von der Beschwerdeführerin erworbene Forderung des ***Sohn3GF*** werthaltig sein soll, ist nicht nachvollziehbar.
Zu Recht ging die Betriebsprüfung - gestützt auf die glaubhafte Aussage des Zeugen des ***Zeuge*** als Vertreter der ***Bank*** davon aus, dass die Beschwerdeführerin mit der durch den Abtretungsvertrag gegenüber ***Sohn3GF*** erworbene Forderung eine uneinbringliche Forderung erworben hat.
Tz 28 ***Lebensgefährtin*** 80 % Schulderlass 2012 und 2013
Die Bestätigung des Sanierungsplanes ergibt sich aus dem Beschluss des ***LG2*** vom tt.02.2012, woraus hervorgeht, dass die Insolvenzgläubiger eine Quote von 20 % erhalten, wovon 4 % innerhalb von 14 Tagen ab Rechtskraft des Beschlusses, 6 % bis 31.07.2012 und 10 % bis 10.01.2013 zu zahlen sind. Die Rechtskraft dieses Beschlusses ist entsprechend der Eintragung im Firmenbuch am ***Datum2*** eingetreten.
Die Forderungsanmeldung der ***Lebensgefährtin*** über den Betrag von 107.934,97 € ergibt sich aus der Eingabe an das ***LG2*** vom 11.11.2011. Aus einer Beilage ist ersichtlich, dass sich diese Forderung der ***Lebensgefährtin*** gegenüber der Beschwerdeführerin seit 2005 kontinuierlich aufgebaut hat.
Der Stand des Kreditorenkontos der ***Lebensgefährtin*** (73.075,32 €) und die Umbuchung auf das Konto "Landwirtschaft ***GF***" am 11.09.2015 sind aus den diesbezüglichen Buchhaltungsunterlagen ersichtlich.
Laut Punkt 11. des Aktenvermerks vom 18.2.2010/18.3.2010 (Beilage ./C zum Auseinandersetzungsvertrag ***Lebensgefährtin***/***GF*** vom 26.08.2010) wurde Folgendes vereinbart: "Im Hinblick auf die verglichene Forderung der Frau ***Lebensgefährtin*** ist auch Teil der Abrede, dass mit dem Erhalt des gesamten vereinbarten Betrages alle Verrechnungskonten der Frau ***Lebensgefährtin*** in den Gesellschaften auf null gestellt werden."
Tz 29 ***GF*** Forderungsverzicht causa societatis 2012 und 2013
Die Bestätigung des Sanierungsplanes ergibt sich aus dem Beschluss des ***LG2*** vom tt.02.2012, woraus hervorgeht, dass die Insolvenzgläubiger eine Quote von 20 % erhalten, wovon 4 % innerhalb von 14 Tagen ab Rechtskraft des Beschlusses, 6 % bis 31.07.2012 und 10 % bis 10.01.2013 zu zahlen sind. Die Rechtskraft dieses Beschlusses ist entsprechend der Eintragung im Firmenbuch an ***Datum2*** eingetreten.
Die Nachrangigkeits- und Belassungsvereinbarung ergibt sich aus der mit Schriftsatz der beschwerdeführenden Partei vom 27.02.2020 vorgelegten Urkunde vom 23.01.2007.
Dass im Zeitpunkt der Eröffnung des Sanierungsverfahrens, am ***Datum3***, noch Kredit- und Darlehensverbindlichkeiten der Beschwerdeführerin zugunsten der ***Bank*** AG bestanden, hat der Zeuge ***Zeuge*** am 05.02.2019 vor der Steuerfahndung glaubhaft zu Protokoll gegeben. Das Bestehen von Kredit-/Darlehensverbindlichkeiten der Beschwerdeführerin gegenüber der ***Bank*** AG bedeutet, dass die Nachrangigkeits- und Belastungsvereinbarung vom 23.01.2007 noch Gültigkeit hatte.
Die grundbücherliche Absicherung der Forderungen des ***GF*** gegenüber der Beschwerdeführerin ist durch den Umstand gegeben, dass im Zuge des Treuhandvertrages zwischen ***GF*** und der ***B-x*** GmbH vom 26.09.2006 festgelegt wurde, dass die zugunsten der ***Bank2*** AG eingetragenen Pfandrechte an ***GF*** und die Beschwerdeführerin übertragen werden. Das bedeutet, dass jenes Pfandrecht, das auf der Liegenschaft der Beschwerdeführerin zugunsten der ***Bank2*** AG eingetragen war, auf ***GF*** übergegangen ist.
Tz 30 Verbindlichkeit ***O*** GmbH - Umbuchung auf ***Ehefrau*** 2015
Der relevante Sachverhalt ergibt sich aus den vorliegenden Unterlagen, insbesondere aus dem Kaufvertrag vom 26.09.2011, der Klage der ***Ehefrau*** vom 23.09.2014 und den Schuldanerkenntnissen der ***C*** GmbH, der Beschwerdeführerin und der ***L*** GmbH jeweils vom 13.11.2015 sowie aus den vorliegenden Kontenblättern.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin eine Honorarforderung der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH iHv 19.412,40 € anerkannte (Schuldanerkenntnis vom 13.11.2015).
Der Betrag von 100.000,00 €, der aus dem zwischen der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH und ***Ehefrau*** geschlossenen Vergleich resultierte, wurde auf Verbindlichkeiten der ***C*** GmbH iHv 77.200,00 €, der Beschwerdeführerin iHv 19.412,40 € und der ***L*** GmbH iHv 3.387,60 € aufgeteilt (vgl. Schuldanerkenntnisse dieser drei Firmen vom 13.11.2015, die Summe der drei Beträge ergibt 100.000,00 €).
Dass die Verminderung der Gegenverrechnung zu je einem Drittel auf die ***C*** GmbH, die ***L*** GmbH und die Beschwerdeführerin umzulegen ist - wie es die Betriebsprüfung im 3. Absatz der Tz 30 tut - , lässt sich mit den vorliegenden Unterlagen nicht in Einklang bringen. Aus der Klage vom 23.09.2014 geht hervor, dass seitens der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH in die ursprüngliche Abrechnung, die zum Betrag von 150.000,00 € geführt hat, auch Forderungen einbezogen worden waren, die nicht unter "diesem (erg. ***GF***) nahestehende Firmen" zu verstehen waren (zB. Forderungen gegenüber ***Sohn3GF***, ***Sohn4GF***). Allein diese Forderungen machten rund 33.000,00 € von den 50.000,00 € aus.
Aus der Klage vom 23.09.2014 ergibt sich weiters, wie aus der Aufstellung der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin ihr 14.640,00 € schuldet. Diese Aufstellung spiegelt die Salden per 30.11.2011 wider. Dasselbe Ergebnis zeigt auch die Verbuchung in der Buchhaltung Konto ***O*** (330613). Dort ist weiters ersichtlich, dass in den Jahren 2012 bis 2014 weitere Beträge dazugebucht wurden und der Saldo per 31.11.2015 19.412,40 € betrug, der auf ***Ehefrau*** umgebucht wurde.
Zusammengefasst ist daher festzustellen, dass die Beschwerdeführerin gegenüber der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH per 13.11.2015 Verbindlichkeiten iHv 19.412,40 € hatte, die von ***Ehefrau*** übernommen wurden. Nunmehr hat ***Ehefrau*** gegenüber der Beschwerdeführerin eine Verbindlichkeit iHv 19.412,40 €.
Tz 31 Verrechnungskonto ***L*** GmbH Zinsen 2010
Die Feststellungen basieren auf den Vorbringen der Parteien, den Grundbucheintragungen und den vorgelegten Unterlagen.
Soweit die beschwerdeführende Partei meint, aufgrund des Sanierungsverfahrens der Beschwerdeführerin seien nur 20 % der Zinsen zu entrichten, ist Folgendes entgegenzuhalten: Im Insolvenzverfahren vor dem ***LG2*** war die Beschwerdeführerin die Schuldnerin. Zu ihren Gunsten wurde ein Sanierungsplan bestätigt, wonach ihre Gläubiger eine Quote von 20 % erhielten und 80 % ihrer Schulden erlassen wurden. Wie daraus abzuleiten ist, dass die ***L*** GmbH der Beschwerdeführerin auch nur 20 % der Zinsen zahlen muss, ist nicht nachvollziehbar.
Strittig ist, ob die von der Betriebsprüfung vorgenommene Verzinsung des Verrechnungskontos der ***L*** GmbH iHv 2,5 % fremdüblich ist.
Die beschwerdeführende Partei legt in diesem Zusammenhang eine Vereinbarung vom 30.12.1994 vor, wonach unter anderem die Beschwerdeführerin und die ***L*** GmbH Folgendes vereinbar haben: "Für den Fall, dass wechselseitige Beträge als Rechnungsposten ohne Verzinsung in das jeweils bestehende Kontokorrentverhältnis eingestellt werden, haben die Parteien denjenigen Zinssatz vereinbart, der von der ***Bank4*** überlicher Weise auf täglich fällige Spareinlagen gewährt wird."
Ergänzend dazu wird ein Schreiben der Bank vom 23.11.2011 vorgelegt, wonach der Basiszinssatz seit vielen Jahren 0,125 % beträgt.
Der Basiszinssatz ist Grundlage für verschiedene Verzugszinsen. Die aktuelle Höhe des Basiszinssatzes ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbank abrufbar. Der Basiszinssatz gibt aber nicht Auskunft darüber, wie hoch der konkrete Zinssatz für eine bestimmte Verbindlichkeit ist. Dieses Schreiben der Bank ist kein geeignetes Beweismittel, das Auskunft darüber geben könnte, welchen Zinssatz die Bank üblicherweise auf täglich fällige Spareinlagen gewährt bzw. welchen Zinssatz sie im beschwerdegegenständlichen Zeitraum gewährt hat.
Entgegen der Ausführungen der beschwerdeführenden Partei betreffen die beschwerdegegenständlichen Zinsen nur das Jahr 2010. Von der Betriebsprüfung wurden für die Jahre 2007 und 2008 Zinsen iHv 19.418,53 € und 19.903,99 € angesetzt. Für 2009 unterblieb seitens der Betriebsprüfung ein Ansatz und für 2010 wurden schließlich die nunmehr strittigen 21.910,41 € festgelegt. Das bedeutet, dass diese Zinsen jene sind, die nur im Jahr 2010 angefallen sind. Es ist kein Anteil enthalten, der auf die Vorjahre entfällt.
Seitens der beschwerdeführenden Partei wurde nicht dargelegt, dass ein Zinssatz von 2,5 % nicht fremdüblich ist. Es wurde nicht behauptet, dieser Zinssatz im Jahr 2010 nicht zwischen fremden Geschäftspartnern Anwendung gefunden hat.
3. Rechtliche Beurteilung
3.1. Zu Spruchpunkt I.
Verdeckte Ausschüttungen
Gemäß § 8 Abs. 2 KStG 1988 ist es für die Ermittlung des Einkommens ohne Bedeutung, ob das Einkommen
-) im Wege offener oder verdeckter Ausschüttungen verteilt oder
-) entnommen oder
-) in anderer Weise verwendet wird.
Verdeckte Ausschüttungen sind Vorteile, die eine Gesellschaft ihren Gesellschaftern aus ihrem Vermögen in einer nicht als Gewinnausschüttung erkennbaren Form außer der Dividende oder sonstigen offenen Gewinnverteilung unter welcher Bezeichnung auch immer gewährt, die sie anderen Personen, die nicht ihre Gesellschafter sind, nicht oder nicht unter den gleichen günstigen Bedingungen zugestehen würde (VwGH 26.03.2003, 99/13/0108; VwGH 31.05.2006, 2002/13/0168). Entscheidendes Merkmal einer verdeckten Ausschüttung ist die Zuwendung von Vermögensteilen, die ihrer äußeren Erscheinungsform nach nicht unmittelbar als Einkommensverteilung erkennbar ist und ihre Ursache in den gesellschaftsrechtlichen Beziehungen hat (VwGH 03.08.2000, 96/15/0159).
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Normen und Schlagworte
- § 4 Abs. 4 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 23a KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 162 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 156 Abs. 1 IO, Insolvenzordnung, RGBl. Nr. 337/1914
- § 93 Abs. 2 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 7 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 93 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 12 Abs. 2 Z 2 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 12 Abs. 10 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 8 Abs. 2 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 10 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 13 Abs. 2 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 22 Abs. 3 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/5101015/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2026:RV.5101015.2020
- Stammnummer
- 151194
- Gültig
- 13.03.2026 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF