Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/5101015/2020
1. Verschiedene Feststellungen betreffend verdeckter Gewinnausschüttungen 2. Berechnung des gemeinen Wertes nach dem Wiener Verfahren
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5101015/2020vom 13.03.2026Teil 3 von 6
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Das Insolvenzrecht gehe davon aus, dass ein Gläubiger im materiellen Sinn berechtigte Ansprüche gegen das insolvente Unternehmen habe und diese im Insolvenzverfahren geltend mache und konsequent betreibe. Nichts davon würde auf ***Lebensgefährtin*** zutreffen, sodass ihr die Rolle als Gläubigerin im materiellen Sinn abzusprechen sei. Damit sei aber § 156a Abs. 2 IO unanwendbar, weil ein "Gläubiger auf dem Papier" das Gegenteil eines Forderungsberechtigten sei, wie ihn das Insolvenzrecht vor Augen habe.
Tz 29 Verrechnungskonto 300111 ***GF*** sen - verdeckte Einlage und verdeckte Ausschüttung
Diese Feststellung habe eine lange, bis ins Jahr 2006, eigentlich bis in die 1990-Jahre reichende Vorgeschichte. Sie sei Gegenstand des beim BFG zu RV/5100850/2017 anhängig gewesenen Sicherstellungsverfahrens des ***GF*** sen, das beim Erörterungstermin vom 09.04.2019 mit einem "Vergleich" geendet habe. Primär sei es um das zivil-, aber auch steuerrechtliche Nachspiel des seit mehr als 25 Jahren insolventen ***BetriebA*** in ***Ort2*** gegangen, konkret um die Forderung der damaligen ***Bank2*** gegen Herrn ***GF*** sen im Ausmaß von 14,1 Mio. €. Zur Abkürzung werde auf die Treuhandvereinbarung des ***GF*** sen als Treugeber mit der ***B-x*** GmbH als seine Treuhänderin verwiesen. Während des 2011 eröffneten Sanierungsverfahrens der Beschwerdeführerin sei diese Vereinbarung noch aufrecht gewesen.
Die Finanzierung des ***BetriebA*** sei zumindest großteils durch die damalige ***Bank3*** erfolgt. Sie sei am 12.01.1997 an die ***Bank2*** verkauft worden und fünf Jahre später (2002) mit ihr verschmolzen, die bis 2008 unter der Firmenbezeichnung "***Bank2***" aufgetreten sei.
Die Besicherung der ***Bank3***-Kredite in zweistelliger Millionenhöhe (Schillingbasis) sei auf der im Eigentum der Beschwerdeführerin stehenden Liegenschaft mit dem Standort ***Bf1-Adr*** erfolgt.
Herr ***GF*** sen habe sich mit der ***Bank2*** geeinigt, nachdem sie bei ihren Versuchen, auf sein Vermögen bzw. jenes von Gesellschaften der ***GF***-/***B***-Gruppe zugreifen zu können, regelmäßig den Kürzeren gezogen habe. Diese aufgrund des Bankenwechsels im Grundbuch nicht mehr aufscheinenden Kredite der (damaligen) ***Bank3*** seien über eine Treuhandlösung auf Herrn ***GF*** sen übergegangen. Solcherart sei er mit seinen Forderungen grundbücherlich abgesichert gewesen. Daher sei er im Sanierungsverfahren der Beschwerdeführerin bevorrechteter (Konkurs-)Gläubiger. Schon deshalb habe er seine Forderung nicht anmelden müssen. Damit erweise sich diese Feststellung als unberechtigt. Darüber hinaus werde auch hier auf die bereits zitierte Judikatur des VwGH zu Verrechnungskonten verwiesen.
Tz 30 Verbindlichkeit ***O*** GmbH: Umbuchung auf ***Ehefrau*** - verdeckte Ausschüttung
Es werde auf das bisherige Vorbringen verwiesen, insbesondere auf jenes in der Eingabe vom 27.02.2020, Seite 45 oben.
Frau ***Ehefrau*** habe aus dem Grundstücksverkauf an Herrn ***O*** 100.000,00 € zu wenig erhalten. Dabei handle es sich um die verglichenen Ansprüche, die von Frau ***Ehefrau*** auf diese - durchaus ungewöhnliche - Art befriedigt worden seien. Sie habe dadurch gegenüber den betroffenen Gesellschaften der ***GF***-/***B***-Gruppe (Darlehens-)Forderungen gehabt. Deren Tilgung durch sie habe mit einer KESt-pflichtigen Zuwendung nichts zu tun.
Frau ***Ehefrau*** habe aus dieser geschäftlichen Aktion ebenfalls keinen Nutzen erzielt, sondern sich von den betroffenen Gesellschaften jene Gelder zurückgeholt, für die sie bei der Abwicklung des Grundstücksverkaufes an Herrn ***O*** in Vorlage getreten sei.
Tz 31 Verrechnungskonto ***B-x*** GmbH - Zinsen für 2010
Es werde auf die Zinsvereinbarung vom 30.12.1994 samt Nachtrag vom 26.02.1998, auf die Treuhandvereinbarung zwischen Herrn ***GF*** sen und der ***B*** ***L1*** GmbH vom 26.09.2006 und weiters auf das Verrechnungskonto des Herrn ***GF*** sen bei der Beschwerdeführerin verwiesen. Sie habe der ***B-x*** GmbH im Jahr 2006 insgesamt 0,76 Mio € zur Verfügung gestellt, um den damaligen Vergleich mit dem ***Bank3*** in die Tat umzusetzen und mit ihr besagte Treuhandlösung.
Zu den Tz 32 bis 50 wurde kein relevantes inhaltliches Vorbringen erstattet.
10. Stellungnahme des Finanzamtes
Mit Schreiben vom 14.05.2025 nahm das Finanzamt zum Vorbringen der beschwerdeführenden Partei wie folgt Stellung:
Tz 1 Vorsteuerberichtigung 2012 iZm dem Grundstück ***EZ*** KG ***X***
Die Kosten seien von der Beschwerdeführerin selbst im Anlagenverzeichnis aktiviert worden. Es handle sich um Planungskosten, Netzzutrittsentgelt und Kosten für einen Hausanschluss - Stichleitung. Die Kosten des Anschlusses an öffentliche Versorgungssysteme würden zu den Herstellungskosten eines Gebäudes gehören und daher unter aktivierungspflichtige Aufwendungen fallen, welche von der Vorsteuerberichtigung mitumfasst seien.
Tz 2a) Beteiligungsverkauf ***B*** GmbH
Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes würde gegen die Methode des Wiener Verfahrens zur Schätzung des gemeinen Wertes von Aktien und Anteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung an sich keine Bedenken bestehen. Das Wiener Verfahren sei eine zwar nicht verbindliche, aber grundsätzlich geeignete Grundlage für die schätzungsweise Ermittlung des gemeinen Wertes im Sinne des § 13 Abs. 2 zweiter Satz unter Berücksichtigung des Gesamtvermögens und der Ertragsaussichten mit dem Ziel ein möglichst wirklichkeitsnahes Ergebnis zu erzielen. Die Untergrenze jeder Bewertung stelle der Substanzwert (Zerschlagungswert) dar.
Im Jahresabschluss zum 31.12.2012 weise die ***B*** GmbH ein Eigenkapital iHv 1.125.831,22 € aus. Das würde bedeuten, dass der Buchwert der Beteiligung deutlich höher sei als der von der Betriebsprüfung ermittelte Wert. Vor diesem Hintergrund scheine die vorgenommene Schätzung als nicht zu hoch gegriffen. Die Geschäftsanteile seien ausschließlich an nahe stehende Personen abgetreten worden. Im Firmenbuch sei jedenfalls kein Verkauf an einen fremden Dritten ersichtlich, weshalb der Wert der Anteile daraus ebenfalls nicht abgeleitet werden könne. Hinsichtlich der Beilage ./11 (BP-Bericht ***B*** GmbH) sei auszuführen, dass die Bewertung, die im Zusammenhang mit dem Anteilsverkauf der Beteiligung an der Beschwerdeführerin an die ***B*** GmbH durchgeführt worden sei, nicht geeignet sei, daraus etwas für die gegenständliche Schätzung abzuleiten, da es sich um Beteiligungen an unterschiedlichen Gesellschaften handle. Im Zeitpunkt der damaligen Bewertung habe die Beschwerdeführerin keine Anteile an der ***B*** GmbH gehalten.
Tz 3 ER 20242 von Notar ***Notar1*** 2010
Bei beiden auf der Rechnung angeführten Leistungen handle es sich eindeutig um Vertragserrichtungs- bzw. Anschaffungskosten. Beim Verkauf des ***A*** habe sich der Käufer Herr ***GF*** zur Kostentragung vertraglich verpflichtet und bei der Anteilsabtretung sei die Beschwerdeführerin überhaupt kein Vertragspartner.
Tz 4, 5, 10, 11, 12, 13, 17 Weiterverrechnungen
Es würde weder eine Verpflichtung der Beschwerdeführerin für eine Kostenübernahme bestehen noch sei diese fremdüblich.
Tz 7 Eingangsrechnung RA Dr. ***RA7*** vom 27.06.2013
Dieser Punkt wird seitens des Finanzamtes fallen gelassen.
Tz 8 Beleg 2013/210 Eingangsrechnung RA ***RA2***
Seitens der Beschwerdeführerin würde mangels betrieblicher Veranlassung infolge der Zuwendungsabsicht keine Betriebsausgaben in den betroffenen Jahren vorliegen. Beim Gesellschafter werde mangels objektiver Bereicherung, da die Schuld weder von der Beschwerdeführerin beglichen noch übernommen worden sei, kein Zufluss iSd § 19 Abs. 1 EStG und somit keine verdeckte Ausschüttung bewirkt.
Tz 9 Beleg 2013/125 Eingangsrechnung Notar ***Notar3***
Dabei handle es sich um Anschaffungskosten eines Kapitalanteils, die nicht von der Beschwerdeführerin zu tragen seien.
Tz 14 Beleg 2014/53 Eingangsrechnung
Das Aktenzeichen auf dem Überweisungsbeleg würde nicht mit dem der Ruhensvereinbarung übereinstimmen. Das vorgelegte Schriftstück (Beilage ./15) sei nicht vollständig und werde nicht auf der Honorarnote angeführt.
Tz 15 Beleg 2015/38 Eingangsrechnung RA Dr. ***RA7***
Dieser Punkt wird seitens des Finanzamtes fallen gelassen.
Tz 16 Beleg 2016/20033 Eingangsrechnung der RA-Kanzlei ***RA4***
Wie schon die Beschwerdeführerin selbst in ihrem Schreiben an das BFG vom 01.04.2025 angeführt habe, würde die gegenständliche Rechnung eine Leistung in Zusammenhang mit einer Forderung des Herrn ***GF*** gegen die ***F** Beteiligungs GmbH betreffen. Es besteht daher für die Beschwerdeführerin keine betriebliche Veranlassung, diese Kosten zu übernehmen.
Tz 18 Konto 5320: Stromaufwand 2012 bis 2015 ***X***, ***Adresse***
Die von der Beschwerdeführerin bezahlte Rechnung sei auf dem Verrechnungskonto des Herrn ***GF*** nicht erfasst worden, daher sei ihr Vermögen vermindert und das Vermögen des Begünstigten vermehrt worden.
Tz 19 Konto 8450: ao Aufwand 2013: Eingangsrechnung RA ***RA6***
Betreffend der 45.000,00 € sei der Beschwerde stattzugeben, und zwar insoweit, dass es sich nicht um eine verdeckte Ausschüttung handle, sondern um eine außerbilanzielle Hinzurechnung. Aber nicht wie vom Unternehmen durchgeführt im Jahr 2019, sondern bereits im Jahr 2013 - also im Jahr der Einbuchung, da es keinen Nachweis für deren Ansatz geben würde.
Zur Zahlung in Höhe von 50.000,00 € werde vorgebracht, dass grundsätzlich die Übernahme der Schulden einer existenzgefährdeten Kapitalgesellschaft durch den Gesellschafter zu einer Gesellschaftereinlage führen würde, da dies als durch das Gesellschafterverhältnis veranlasst angesehen werden könne. Nachdem die Beschwerdeführerin die durch die Vereinbarung des Gesellschafters und des Geschäftsführers reduzierten Schulden selbst bezahlt habe, sei eine verdeckte Einlage nicht verwirklicht worden, da eine Inanspruchnahme dieser Personen nicht stattgefunden habe. Aufgrund der Zahlung habe sich die Gesellschaft von der gesamten Forderung in Höhe von 327.000,00 € befreien können.
Eine verdeckte Ausschüttung ist dabei nicht zu erblicken.
Tz 20 Kosten für beigestelltes Personal
Die Aufforderung zur Empfängerbenennung sei eine verfahrensleitende Verfügung iSd §§ 94 BAO und liege im Ermessen der Abgabenbehörde. Eine Aufforderung nach § 162 Abs. 1 BAO liege in diesem Fall nicht vor.
Im Rahmen eines Vorhaltes vom 02.05.2018 sei der Beschwerdeführerin jedoch ein Fragenkatalog übermittelt worden, in dem die Empfängernennung nach § 22 Abs. 3 KStG sowie die rechtlichen Konsequenzen bei Nichtbefolgung aufgeführt seien. Dieser Vorhalt stelle eine verfahrensleitende Verfügung dar. Da der Fragenkatalog Teil des Ergänzungsersuchens sei, sei die Empfängerbenennung nach § 22 Abs. 3 KStG wirksam eingefordert worden.
Tz 21 Schwimmbadabdeckung
Hier werde auf die Niederschrift zum Erörterungstermin am 13.01.2025 verwiesen. Dort sei bereits ausgeführt worden, dass ein Vorsteuerabzug ausgeschlossen sei und keine verdeckte Ausschüttung vorliege. Der Aufwand sei jedoch nicht bei der Beschwerdeführerin zu erfassen.
Tz 24 Forderungsabtretung an ***Sohn3GF***
Die Gründe für die durchgeführte Abtretung der Forderung bzw. damit verbundenen Vereinbarungen seien bis jetzt noch nicht dargelegt worden. Die ***Bank*** habe 11.250,00 € von den ursprünglich seitens der Beschwerdeführerin geforderten 22.500,00 € anerkannt. Das würde bedeuten, dass schlussendlich lediglich die Hälfte der gesamten Forderung werthaltig gewesen sei.
Tz 28 Schulderlass 2012 und 2013
Punkt elf des Aktenvermerkes vom 18.02./18.03.2010 enthalte eine aufschiebende Bedingung, welche besagen würde, dass erst mit Erhalt des gesamten vereinbarten Betrages alle Verrechnungskonten der Frau ***Lebensgefährtin*** in den Gesellschaften auf null gestellt würden. Der Anspruch auf ''Nullstellung" der Verrechnungskonten entstehe also erst mit Erstattung der Ausgleichszahlung in Höhe von 1.050.000,00 €. Die Umbuchung auf das Verrechnungskonto des Herrn ***GF*** sei mit Datum 11.09.2015 durchgeführt worden. Das bedeute für den konkreten Fall, dass bis zu diesem Datum die aushaftende Verbindlichkeit der Beschwerdeführerin in Höhe von 73.075,32 € nach wie vor Frau ***Lebensgefährtin*** zuzurechnen gewesen sei. Als Eigentümerin der Forderungen würde es ihr obliegen, die entsprechenden Handlungen vorzunehmen. Ein Unterlassen der Geltendmachung oder ein nach Ansicht der Beschwerdeführerin nicht ausreichendes konsequentes Betreiben könne die Forderung gegenüber der Beschwerdeführerin nach dem rechtskräftig abgeschlossenen Sanierungsverfahren jedenfalls nicht wieder aufleben lassen.
Tz 29 Verrechnungskonto ***GF*** iZm Sanierungsverfahren
Laut der nachgereichten Treuhandvereinbarung vom 26.09.2006 habe die ***Bank2*** AG, vormals ***Bank3***, Forderungen gegenüber der Auto ***GF*** GmbH und Herrn ***GF*** in Höhe von 14.147.570,68 €. Die Beschwerdeführerin sei in diesem Dokument lediglich als Drittpfandbestellerin in Erscheinung getreten.
Die Höchstbetragshypothek sei streng akzessorisch. Der durch eine Höchstbetragshypothek gesicherte Pfandgläubiger habe gegenüber dem Drittpfandbesteller bei Geltendmachung der Pfandhaftung zu behaupten und zu beweisen, dass die geltend gemachte Forderung aus dem durch Höchstbetragshypothek besicherten Rechtsverhältnis stamme und aus dem der Höchstbetragshypothekbestellung zugrundeliegenden Grundschuldverhältnis aushafte. Ein eo-ipso-Übergang der Hypothek, wie bei der Verkehrshypothek bei Forderungseinlösung nach § 1422 ABGB und der Legalzession des § 1358 ABGB allgemein vertreten (oben Rz 14 f), finde nur statt, wenn der Kreditrahmen auf eine einzelne Forderung reduziert und das der Höchstbetragshypothek zugrunde liegende Rechtsverhältnis beendet werde. Es erfolge damit die Umwandlung der Höchstbetragshypothek in eine gewöhnliche Hypothek.
Nur die aus dem Grundverhältnis entstehenden Forderungen seien pfandrechtlich abgesichert. Für das Finanzamt sei nicht ersichtlich, dass die für die damalige ***Bank3*** bzw. ***Bank2*** eingetragenen Pfandrechte in Zusammenhang mit den von Herrn ***GF*** im Insolvenzverfahren nicht angemeldeten Verrechnungsforderungen gegenüber der Beschwerdeführerin stünden. Eine Verwertung dieser Pfandrechte und damit eine vollständige Befriedigung der Forderung in Höhe von 423.868,40 € wäre daher nicht möglich gewesen, da diese Forderungen unbesichert gewesen seien. Das Finanzamt hält auch nach Vorlage dieser Treuhandvereinbarung (Beilage ./19) an ihrer bisherigen rechtlichen Beurteilung fest.
Tz 30 Verbindlichkeit ***O*** GmbH
In der Klageschrift der Frau ***Ehefrau*** vom 23.09.2014 werde angeführt, dass die Forderung der ***O*** Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs GmbH gegen die Beschwerdeführerin in Höhe von 14.640,00 € aufgrund des Sanierungsverfahrens der Beschwerdeführerin, welches am ***Datum*** eröffnet worden sei, nicht mehr werthaltig sei. Gleichzeitig soll jedoch die Beschwerdeführerin verpflichtet werden, den vollen Betrag an eine ihr nahe stehende Person zu bezahlen. Eine Übertragung der Verbindlichkeit in voller Höhe würde sich aus betrieblichen Gründen jedenfalls nicht erklären lassen.
Tz 31 Verrechnungskonto ***L*** GmbH Zinsen 2010
Dazu werde auf die Stellungnahme vom 06.02.2025 unter Punkt 4. sowie auf den BP-Bericht (2007-2010) vom 26.01.2012 verwiesen.
11. Ladung zur mündlichen Verhandlung
Gemeinsam mit der Ladung vom 05.12.2025 zur mündlichen Verhandlung für den 04.02.2026 wurde den Parteien eine Zusammenfassung des bisherigen Verwaltungsablaufes sowie der beschwerdeführenden Partei die Stellungnahme des Finanzamtes vom 14.05.2025 samt Beilagen übermittelt. Gleichzeitig wurden die Parteien ersucht, ergänzende Vorbringen zw. Beweisanträge bis 15.01.2026 dem Bundesfinanzgericht zu übermitteln.
12. Vorbringen der beschwerdeführenden Partei
Mit Schreiben vom 29.01.2026 erstattete die beschwerdeführende Partei ein ergänzendes Vorbringen.
Tz 1 Vorsteuerberichtigung 2012
Die Vorsteuerberichtigung gehe angesichts des unecht befreiten Verkaufs des bebauten Grundstückes in ***X*** in Ordnung.
Tz 2a) Beteiligungsverkauf ***B*** GmbH
Den Ausführungen des Finanzamtes könne nicht gefolgt werden. Das Argument, die Anteile der ***B*** GmbH seien zwar wiederholt, jedoch nie an fremde Dritte übertragen worden, sei nicht grundlegend falsch, aber nichtssagend. Zum einen stehe die allein auf die Angehörigeneigenschaft abstellende Differenzierung bei den Verkäufen als unsachliche Benachteiligung mit dem Gleichheitsgrundsatz der Bundesverfassung in Widerspruch. Der Umstand, dass familiäre Bande die Möglichkeit von nur vorgetäuschten Rechtsbeziehungen erleichtern würden, sei für sich alleine nicht geeignet, eine solche Differenzierung (Diskriminierung) zu rechtfertigen. Zum anderen seien die bisherigen Verkäufe dieser Anteile von der Finanz anerkannt worden, obwohl sie auf Basis der nunmehrigen Argumentation richtigerweise beanstandet hätten werden müssen. Zum Dritten würde die Stellungnahme jede Auskunft darüber verweigern, dass bzw. inwiefern die damaligen Verkäufe mit ungewöhnlichen Verhältnissen zu tun gehabt hätten. Doch genau darauf würde es vor dem Hintergrund des § 13 Abs. 2 BewG 1955 entscheidend ankommen.
In der Folge wurde neuerlich dargelegt, dass das Wiener Verfahren völlig antiquiert sei.
Von der Finanzverwaltung seien beide Gesellschaften (Beschwerdeführerin und ***B*** GmbH) geprüft worden. Auf Basis des "Wiener Verfahrens 1996" sei man bei diesen beiden wirtschaftlich gleichermaßen darnieder gelegenen Gesellschaften zum selben Stichtag 01.01.2013 zu folgenden grundverschiedenen Anteilsbewertungen gekommen:
Beschwerdeführerin (Wert gemäß Tz 4 des AP-Berichtes der ***B*** GmbH vom 11.07.2019): 1,00 € mit folgender Begründung: "Mit Hilfe des Wiener Verfahrens hat der Prüfer den Fremdvergleichswert mit 1,00 € ermittelt." Im Ergebnis sei diese GmbH angesichts der damaligen Insolvenz zu Recht als wertlos bewertet worden.
***B*** GmbH (Wert gemäß Tz 2a des AP-Berichtes der Beschwerdeführerin vom 19.12.2019: 616.459,79 €. Der Masseverwalter habe der damals insolvent gewesenen Beschwerdeführerin in seinem Bericht an das ***LG2*** vom 25.11.2011 zu dieser Tochter-GmbH Folgendes ernüchterndes Fazit gezogen: "***B*** GmbH: Die Schuldnerin ist Alleingesellschafterin der ***B*** Gesellschaft m.b.H. Die Gesellschaft übt keine Geschäftstätigkeit aus und ist buchmäßig massiv überschuldet. Die Beteiligung ist wertlos."
Auf Basis desselben Bewertungsverfahrens würden sich zwei gleichermaßen wertlose GmbHs, für die es fremde Dritte als potentielle Käufer von vornherein nicht geben würde, im Verkehrswert um mehr als 600.000,00 € unterscheiden.
Nicht unerwähnt dürfe bleiben, dass beide Bewertungen beide Male zu Steuernachforderungen geführt hätten. Einmal, weil der Verkehrswert unter dem Abtretungspreis gelegen sei (Beschwerdeführerin) und das andere Mal, weil er darüber gelegen sei (***B*** GmbH).
Das zur ***B*** GmbH Gesagte werde durch einen Blick in deren Jahresabschlüsse 2010 bis 2017 bestätigt:
Mit Ausnahme der 2013 erworbenen Beteiligung an der ***B*** GmbH (35.609,59 €) verfüge die Gesellschaft über kein Anlagevermögen.
Die Bilanzposition "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" sei nur unwesentlich höher als das Eigenkapital, wie die Bilanz 2010 stellvertretend für alle schlüssig beweist: 1.200.928,33 € zu 1.129.807,10 €. 2017 sei die gesamte Aktivseite überhaupt nur mehr um 2.586,92 € höher als das Eigenkapital. Ein potentieller Käufer würde nichts erwerben, dass einen Anteilskauf attraktiv erscheinen lassen würde. Er würde weder einen operativen Betrieb noch stille Reserven noch Potential oder irgendeine Form von Ertragsaussichten vorfinden. Er würde einen leeren Mantel erwerben, bei dem das Eigenkapital nicht einmal durch ein entsprechend hohes Bankkonto abgedeckt sei, sondern durch Forderungen mit einem Wert über all die Jahre hinweg von mehr als 1 Mio €. Mangels operativer Tätigkeit habe sie sich nicht sukzessive erneuert, sodass sich für einen Käufer die Frage nach der Werthaltigkeit stelle, die ihn von einem Kauf erst recht abhalten würde.
Der Gesamtumsatz habe in den Jahren 2010 bis 2017 159.122,22 €, durchschnittlich pro Jahr somit 18.385,43 €, betragen.
Der Substanzwert der ***B*** GmbH würde gegen null tendieren, der durchschnittliche Jahresumsatz liege unter 20.000,00 €. Die einzelnen Jahre hätten mit einem bescheidenen Gewinn oder Verlust geendet.
Ein Unternehmenswert von mehr als 20.000,00 € bis 25.000,00 € gehe sich auf keinen Fall aus. Nach dem Wiener Verfahren soll diese Gesellschaft einen Verkehrswert von 616.459,79 € haben. Dieses Ergebnis würde den damals realen Wert um das 20 bis 30-fache übertreffen.
Während das Wiener Verfahren vergangenheitslastig statt zukunftsorientiert sei, würde ein Käufer oder Investor primär an den Chancen und dem Nutzen eines Unternehmenskaufes interessiert sein.
Tz 3 ER 20242 Notar ***Notar1*** 2010
Zum wiederholten Mal wurde darauf hingewiesen, dass die ***A*** GmbH im Jahr 2010 noch im Eigentum der Beschwerdeführerin gewesen sei. Gleichermaßen unstrittig sei die betriebliche Veranlassung eines Aufwandes für eine konkrete Liegenschaft.
Tz 4, 5, 10 bis 13, 17 Weiterverrechnungen
Die Weiterverrechnungen von ***GF*** an die Beschwerdeführerin seien vom Erkenntnis des BFG vom 18.11.2025, RV/5100670/2024, umfasst und dort zu Gunsten von ***GF*** entschieden worden. Das müsste auf die Beschwerdeführerin ausstrahlen.
Wie sich aus dem beiliegenden Kontoblatt "330826 ***RA5*** & Partner RAE" der Beschwerdeführerin per 30.12.2016 schlüssig ergeben würde, seien sämtliche Weiterverrechnungen bis auf den Saldo von 5.758,36 € zum 31.12.2016 auf andere Gesellschaften der ***GF***-/***B***-Gruppe umgebucht worden.
Tz 7 Honorarnote RA ***RA1*** vom 27.06.2013 - verdeckte Ausschüttung
Das Vorbringen zu diesem Punkt ist entbehrlich, zumal das Finanzamt bereits mit Schreiben vom 14.05.2025 bekannt gegeben hat, dass die Feststellung nicht aufrecht gehalten wird.
Tz 8 Beleg 2013/210 Eingangsrechnung RA ***RA2***
Dieser Streitpunkt dürfte sich aus den Gründen des Erörterungstermins vom 13.01.2025 (bloße Eingangsfaktura ohne Bezahlung) bereits zugunsten des Beschwerdeführers erledigt haben.
Tz 9 Beleg 2013/125 Eingangsrechnung Dr. ***Notar3***
Diese Feststellung würde in Ordnung gehen, der bisherige Protest werde nicht weiter aufrechterhalten.
Tz 14 Beleg 2014/53 Eingangsrechnung
Im Kern gehe es darum, ob dieser Aufwand durch den Betrieb der Beschwerdeführerin veranlasst oder ob er zu Gunsten des ***GF*** (causa societatis) geleistet worden sei. Zum Beweis dafür, dass Ersteres zutreffen würde, werde auf den Rekurs der ***Lebensgefährtin*** vom 25.02.2010 verwiesen. Sie habe die aus ihrer Sicht unerfreuliche Entscheidung des Erstgerichtes beim Oberlandesgericht angefochten. Beklagte Partei sei die Beschwerdeführerin gewesen, nicht ***GF***.
Tz 16 Beleg 2016/20033 Eingangsrechnung der RA-Kanzlei ***RA4***
Der bisherige Widerstand werde aufgegeben und die Feststellung akzeptiert.
Tz 18 Stromaufwand 2012 bis 2015 ***X***, ***Adresse***
Der Energieaufwand sei per 31.12.2015 auf das Verrechnungskonto des ***GF*** bei der ***C*** GmbH in voller Höhe umgebucht worden. Eine wirtschaftliche Belastung der Beschwerdeführerin sei somit ausgeschlossen und die gegenteilige Meinung des Finanzamtes widerlegt.
Tz 20 Kosten für beigestelltes Personal
Es liege kein wirksames Auskunftsverlangen vor. Nach der Judikatur müsse ein solches Verlangen erfüllbar sein. Ist er nicht erfüllbar, sei er rechtswidrig. Dies sei der Fall, wenn eine unverschuldete tatsächliche Unmöglichkeit vorliegen würde, den Empfänger namhaft zu machen. Dies sei angesichts des Todes von Herrn ***K*** der Fall. Dieser Sachverhalt sei vom Finanzamt erst sieben Jahre später thematisiert worden, seither seien weitere sieben Jahre vergangen. Bei einem Minimum an Zeitnähe hätte es diese Feststellung nicht gegeben, weil Herr ***K*** die Leistungserbringung wahrheitsgemäß bestätigt hätte. Sein Tod falle unter die Kategorie "höhere Gewalt", ein Verschulden der Beschwerdeführerin sei auszuschließen.
§ 162 BAO beruhe auf dem Grundsatz, dass bei einem Abgabepflichtigen nur das abgesetzt werden könne, was beim anderen versteuert werden müsse. Daher müsse grundsätzlich der Empfänger konkret genannt werden. Gegenständlich sei der Leistungserbringer die Firma ***K***. Seitens des Finanzamtes sei nicht nachgewiesen worden, dass die beauftragte Fremdfirma diesen Werklohn in Deutschland nicht versteuert hätte.
Das Finanzamt habe seine Feststellung nur auf Vermutungen gestützt anstatt entsprechende Ermittlungen durchzuführen.
Von einem mängelfreien BAO-Verfahren könne keine Rede sein.
Tz 21 Schwimmbadabdeckung
Auf Basis des Erörterungstermines sei die Kapitalertragsteuer bereits vom Tisch. Offen seien nur mehr Umsatz- und Körperschaftsteuer. Erstere gehe aus Sicht der Beschwerdeführerin in Ordnung, insoweit werde der Protest nicht aufrecht gehalten.
Gegen die außerbilanzmäßige Hinzurechnung würde sprechen, dass dieser Aufwand ohnehin bereits über das Verrechnungskonto des ***GF*** neutralisiert worden sei. Sollte das BFG anderer Ansicht sein, würde dies akzeptiert werden.
Tz 22 verdeckte Ausschüttungen der ***A*** GmbH gemäß dem dortigen AP-Bericht vom 19.11.2018
Der Beschwerdeführerin sei der Stand des diesbezüglichen Beschwerdeverfahrens nicht bekannt.
Tz 23 verdeckte Ausschüttungen lt. Bericht der ***B*** GmbH vom 11.07.2019
Das Rechtsmittel der ***B*** GmbH sei noch unerledigt. Die behaupteten KESt-pflichtigen Zuwendungen - wie auch jene der ***Ax*** GmbH (***A*** GmbH) - würden dem Grunde und der Höhe nach bestritten.
Bei der ***B*** GmbH würde es aus Gründen des § 94 Z 2 EStG 1988 noch immer keinen KESt-Haftungsbescheid 2010 geben und nur aus diesem Grund auch keinen Einspruch gegen diesen Bescheid, den es nicht gibt und der heute aus den Gründen des § 224 Abs. 3 BAO nicht mehr ergehen darf. Im dortigen Bericht vom 11.07.2019 am Ende der Tz 5 würde es heißen: "Ebene ***B*** GmbH: Es liegt eine verdeckte Ausschüttung an die ***Bf1*** (100 % beteiligt) vor, die bei ihr gemäß § 10 Abs. 1 Z 1 KStG 1988 befreit ist und bei der ***B*** GmbH kommt die Befreiungsbestimmung des § 94 Abs. 1 Z 1 EStG 1988 zur Anwendung."
Nach Wiedergabe des in der Tz 5 dargestellten Sachverhaltes führte die beschwerdeführende Partei aus, dass die behauptete KESt-pflichtige Zuwendung gegen den Periodengrundsatz verstoßen würde, weil es dabei selbst aus Prüfer-/Behördensicht um Geschäftsfälle aus den Vorjahren 2008 und 2009 gehen würde. Diese KESt-pflichtigen Zuwendungen - sofern es sich überhaupt um solche handeln würde - könnten nur solche dieser beiden Jahre sein, nicht aber solche des Jahres 2010.
Hintergrund für diese Periodenverschiebung könnte sein, dass ***Lebensgefährtin*** aus allseits bekannten Gründen 2008 und 2009 keine dem ***GF*** nahestehende Person mehr gewesen sei und eine KESt-pflichtige Zuwendung damals aus diesem tatsächlichen Grund völlig ausgeschlossen gewesen wäre.
Dazu komme noch ein unüberbrückbarer Widerspruch: Wie kann ***GF*** Begünstigter sein, wenn die Zahlungsverpflichtungen der ***Lebensgefährtin*** auf ihn übergegangen sind und er solcherart Gläubiger und Schuldner zugleich wäre? Dies würde ebenfalls gegen die Richtigkeit der Feststellung sprechen.
Tz 24 Forderungsabtretung ***Sohn3GF***
Es sei unzutreffend zu vermeinen, die Forderung der Beschwerdeführerin gegenüber der ***Bank*** aus besagtem Sparbuch sei werthaltig. Es sei damals nur die Hälfte ausbezahlt worden (11.250,00 €) und ein Restbetrag von rund 6.000,00 € sei immer noch offen. Es sei also nicht eine werthaltige Forderung gegen eine wertlose eingetauscht worden.
Angesichts grundbücherlicher Absicherung sei die Forderung gegen ***Sohn3GF*** keineswegs wertlos gewesen.
Tz 28 Schulderlass 2012 und 2013
Die Umbuchung auf das Verrechnungskonto der Beschwerdeführerin sei bereits am 11.09.2015 erfolgt.
Tz 29 Verrechnungskonto ***GF*** iZm Sanierungsverfahren
Das gesamte bisherige Vorbringen, wie auch der Hinweis auf die Nachrangigkeits- und Belassungsvereinbarung vom 23.01.2007 in der Eingabe vom 27.02.2020 und das Vorbringen vom 01.04.2025 würden aufrecht gehalten.
Die ***B*** ***YX*** GmbH sei die nunmehrige Beschwerdeführerin. ***GF*** sei mit dieser Forderungsabtretung an die Beschwerdeführerin abgesichert gewesen, konkret durch eine Grundschuld auf der deutschen Liegenschaft. Daher habe er keinen Grund gehabt, seine Verrechnungsforderungen im damaligen Insolvenzverfahren der Beschwerdeführerin anzumelden. Wenn aber - wovon auszugehen sei - für ihn keine rechtliche Notwendigkeit bestanden habe, eine grundbücherlich abgesicherte Forderung im Konkurs geltend zu machen, würde die Argumentation des Finanzamtes in sich zusammenbrechen, weil sie darauf aufbauen würde.
Schließlich verweist die beschwerdeführende Partei auf § 21 Abs. 1 BAO und auf die dazu ergangene "Kleid"-Judikatur des VwGH (VwGH 11.03.1992, 90/13/0230; VwSlg 6662/F; 21.09.2006, 2003/15/0053).
Tz 30 Verbindlichkeiten ***O*** GmbH
Der Argumentation des Finanzamtes in der Stellungnahme vom 14.05.2025 sei das Schuldanerkenntnis vom 13.11.2025 entgegenzuhalten und damit zugleich, dass ***Ehefrau*** diese Forderungen der Steuerberatungskanzlei ***O*** iHv 19.412,40 € für die Beschwerdeführerin durch Einlösung beglichen habe. Damit dürfte zugleich die Frage deren Werthaltigkeit geklärt sein.
Tz 31 Verrechnungskonto ***B-x*** GmbH Zinsen 2010
Wie sich aus dem beiliegenden Kontenblatt der Beschwerdeführerin "300105 Verrechnungskonto ***B-x*** GmbH" per 31.12.2011 ergeben würde, seien die Zinsen 2010 ohnehin bereits damals nachgebucht worden.
Diese Feststellung, schon jene auf Ebene der ***B-x*** GmbH, stehe in Widerspruch zur Vereinbarung über die konzerninterne Verzinsung aus den 1990er Jahren. Zu deren Maßgeblichkeit sei auf die eben bereits zitierte "Kleid"-Judikatur verwiesen.
Im Übrigen sei dieses Thema auf Ebene der ***B-x*** GmbH noch längst nicht durch. Verhandlungspartnerin auf Seiten der GmbH sei deren damalige Geschäftsführerin ***Lebensgefährtin*** gewesen, die sich auch dabei definitiv nicht zu Gunsten des ***GF*** ins Zeug gelegt habe.
13. Mündliche Verhandlung
Im Rahmen der mündlichen Verhandlung am 04.02.2026 wurde ergänzend bzw. wiederholend seitens der beschwerdeführenden Partei in Zusammenhang mit Tz 24 darauf hingewiesen, dass die Forderung gegenüber ***Sohn3GF*** sehr wohl werthaltig gewesen sei. Es wurde neuerlich der Grundschuldbrief vorgelegt. Über diesen Grundschuldbrief habe die Beschwerdeführerin verfügt und hätte jederzeit darauf zurückgreifen können. Außerdem sei vom verbliebenen Rest des übertragenen Sparbuches nur die Hälfte überwiesen worden. Es werde auf die Aussage des Bankbeamten aus dem Jahre 2018 verwiesen.
Das Finanzamt hielt dem entgegen, dass ***Sohn3GF*** seine Kredite nicht mehr bedienen konnte. Es stellt sich daher die Frage, warum er diesen Grundschuldbrief nicht der Bank vorgelegt hat.
In Zusammenhang mit Tz 29 führte die beschwerdeführende Partei aus, dass die Nachrangigkeitsvereinbarung für das Verrechnungskonto jedenfalls Geltung gehabt hätte. ***GF*** habe sich damals beraten lassen, habe aber Abstand genommen, eine aussichtslose Forderung anzumelden. Die Forderungen von ***GF*** seien sowieso grundbücherlich abgesichert gewesen.
Das Finanzamt führte aus, dass jeder fremde Dritte im Insolvenzverfahren seine Forderung angemeldet hätte, so wie auch ***Lebensgefährtin***. In der Punktation ***Lebensgefährtin*** / ***GF*** sei eine aufschiebende Wirkung enthalten, dass die Verrechnungskonten erst beglichen würden, wenn die Zahlung geleistet werde. Das Finanzamt gehe davon aus, dass eine unbesicherte Forderung vorliege.
Zu Tz 18 brachte das Finanzamt vor, dass sämtliche Zahlungen an die Energie AG laufend auf dem Konto der Beschwerdeführerin verbucht worden seien und die Anlage bereits 2012 angelendet worden sei. (vgl. Stellungnahme vom 14.05.2025).
Die beschwerdeführende Partei verwies in diesem Zusammenhang auf die Weiterverrechnung. Vorgelegt wurde eine Bestätigung des Zentralen Melderegisters, woraus hervorgeht, dass ***Ehefrau*** seit 10.10.2013 an der Adresse ***Adresse*** gemeldet ist.
II. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
1. Sachverhalt
Tz 1 Vorsteuerberichtigung 2012
Das beschwerdegegenständliche Grundstück in ***X*** wurde im Jahr 2010 gekauft. Im gleichen Jahr wurde Vorsteuer in Höhe von 2.484,00 € geltend gemacht, da eine umsatzsteuerpflichtige Vermietung vorlag, und im Rahmen der Beschwerdevorentscheidung vom 31.03.2020 auch gewährt. Es handelte sich dabei um Planungskosten, Netzzutrittsentgelt und Kosten für einen Hausanschluss.
Dieses Grundstück wurde mit Kaufvertrag vom 13.07.2012 um einen Kaufpreis von 332.180,00 € ohne Umsatzsteuer verkauft.
Strittig war zuletzt, ob im Jahr 2012 eine Vorsteuerberichtigung im Ausmaß von acht Zehntel (1.987,20 €) der im Jahr 2010 geltend gemachten Vorsteuer (2.484,00 €) vorzunehmen ist.
Mit Schriftsatz vom 29.01.2026 gab die beschwerdeführende Partei bekannt, dass die Vorsteuerberichtigung gemäß § 12 Abs. 10 UStG 1994 in Ordnung geht.
Tz 2a) Beteiligungsverkauf an ***Sohn1GF*** 2013 - verdeckte Ausschüttung
Die Beschwerdeführerin war alleinige Gesellschafterin der ***B*** GmbH, der Geschäftsanteil entsprach der Stammeinlage iHv 50.000.000,00 ATS. Mit Notariatsakt vom 01.10.2013 trat die Beschwerdeführerin diesen gesamten Geschäftsanteil an ***AF*** um den Abtretungspreis von 1,00 € ab.
Mit Hilfe des Wiener Verfahrens wurde seitens der Betriebsprüfung ein Fremdvergleichswert mit 616.460,79 € ermittelt. Hinsichtlich der Berechnung wird auf Beilage 1 des BP-Berichtes vom 19.12.2019 verwiesen.
Gesellschafter der ***B*** GmbH waren/sind laut Firmenbuch ***GF***, ***Lebensgefährtin***, ***Tochter1GF***, ***SchwesterGF***, ***Sohn3GF***, ***Sohn2GF***, die Beschwerdeführerin und ***Ehefrau***. Die Anteile der ***B*** GmbH wurden nie am freien Markt gehandelt.
Zum 1.10.2013 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin ***GF*** (73 %), ***Sohn2GF*** (25 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
***AF*** ist der Sohn von ***GF*** und der Bruder von ***Sohn2GF***.
Tz 3 ER 20242 von Notar ***Notar1*** 2010
Mit der Rechnung vom 12.10.2010 stellten die Notare ***Notar1*** & ***Notar2*** Herrn ***GF*** einen Betrag von brutto 762,00 € (VSt 127,00 €) in Rechnung. Leistungsgegenstand waren der Abtretungsvertrag vom 26.08.2010 und der Vertrag vom 26.08.2010 betreffend Liegenschaft "***A***".
Diese Rechnung wurde über die Beschwerdeführerin abgerechnet und Vorsteuer iHv 127,00 € geltend gemacht.
Mit Verkaufsanbot vom 25.08.2010 bot die Beschwerdeführerin Herrn ***GF*** den Erwerb des Eigentumsrechtes an der Liegenschaft "***A***" an. Unter Punkt "Achtens: Kosten und Auftrag/Vollmacht" wurde Folgendes festgehalten:
"Der Käufer verpflichtet sich die mit der Errichtung, Weiterbearbeitung und grundbücherlichen Durchführung dieses Vertrages verbundenen Kosten, Gebühren und öffentlichen Abgaben aller Art, ungeachtet allfälliger gesetzlich anders geregelter Haftungen alleine zu bezahlen. Die Vertragsparteien halten diesbezüglich fest, dass der öffentliche Notar, ***Notar3***, bzw. dessen künftiger Nachfolger mit dem Amtssitz in ***X***, mit der grundbücherlichen Durchführung dieses Vertrages und der Abgabe aller hiebei notwendigen Erklärungen beauftragt und bevollmächtigt wird, und diesbezüglich der Auftrag von der Verkäuferin erteilt wurde. Ein Auftragswiderruf kann nur mit Zustimmung aller Vertragsparteien erfolgen.
…….
Etwaige Kosten für eine rechtsfreundliche Beratung trägt jede Vertragspartei selbst."
Das Angebot wurde für die Beschwerdeführerin von ***Sohn1GF*** und von ***Tochter1GF*** unterzeichnet. Die Echtheit der firmenmäßigen Fertigung wurde von Notar ***Notar3*** bestätigt.
Mit Notariatsakt vom 26.08.2010 trat ***GF*** einen Teil seines Geschäftsanteiles an der Beschwerdeführerin an ***Sohn2GF*** ab.
Zum 12.10.2010 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin ***GF*** (73 %), ***Sohn2GF*** (25 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 4 und 5 ER 220 und 221 von ***GF***
Unter dem Titel "Weiterverrechnung" 01 und 02, jeweils datiert mit 30.12.2012, verrechnete ***GF*** Anwaltskosten der Kanzlei ***RA5*** & Partner Rechtsanwälte GmbH in Höhe von brutto 20.070,28 € bzw. 19.450,64 € an die Beschwerdeführerin weiter. Bei ***GF*** wurde dieser Vorgang im Rahmen der Beschwerdeentscheidung vom 18.11.2025, RV/5100670/2024, weder einkommensteuerlich noch umsatzsteuerlich erfasst.
Die Weiterverrechnung 01 stellt sich wie folgt dar:
|
Datum
|
Netto
|
VSt
|
Brutto
|
Rechnungsadressat/Gegenstand
|
04.08.2010
|
5.697,30
|
1.139,46
|
6.836,76
|
***N*** GmbH
Fuhrpark Bereicherung, Herausgabe
|
30.04.2010
|
5.859,00
|
1.171,80
|
7.030,80
|
***GF***
Allg. Rechtsauskunft, Vergleichsverh. ***Lebensgefährtin***
|
08.11.2010
|
1.100,00
|
220,00
|
1.320,00
|
***GF***
***X_***
|
31.01.2011
|
818,00
|
140,40
|
958,40
|
***GF***
Allg. Rechtsauskunft, Vergleichsverh. ***Lebensgefährtin***
|
31.01.2011
|
133,33
|
26,67
|
160,00
|
***GF***
Forderung Prozesskosten
|
31.01.2011
|
1.050,00
|
210,00
|
1.260,00
|
***N*** GmbH
***GZ123***
|
31.01.2011
|
286,93
|
57,39
|
344,32
|
***N*** GmbH
Rechtssache gegen ***Bank1***
|
15.10.2012
|
1.800,00
|
360,00
|
2.160,00
|
***N*** GmbH
***GZ123***
Die Weiterverrechnung 02 stellt sich wie folgt dar:
|
Datum
|
Netto
|
VSt
|
Brutto
|
Rechnungsadressat/Gegenstand
|
15.10.2012
|
653,60
|
130,72
|
784,32
|
***GF***
Strafsache LG ***LG_*** ***GZ234***
|
15.10.2012
|
500,00
|
100,00
|
600,00
|
***GF***
Allgemeine Rechtsauskunft
|
27.04.2012
|
250,00
|
50,00
|
300,00
|
***GF***
Allgemeine Rechtsauskunft
|
24.07.2012
|
250,00
|
50,00
|
300,00
|
***GF***
Forderung Prozesskosten
|
30.05.2012
|
800,00
|
160,00
|
960,00
|
***GF***
Auseinandersetzung mit ***Sohn4GF***
|
10.04.2012
|
566,67
|
113,33
|
680,00
|
***GF***
Allgemeine Rechtsauskunft
|
10.04.2012
|
13.188,60
|
2.637,72
|
15.826,32
|
***GF***
Rechtssache gegen ***Bank1***
Auf dem Kontenblatt 330826 die ***RA5*** & Partner RAE betreffend ist ersichtlich, dass mit 31.12.2016 ein Betrag von 45.104,52 € an die ***C*** GmbH weiterverrechnet wurde.
Zum 30.12.2012 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin ***GF*** (73 %), ***Sohn2GF*** (25 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 6 Rechtsstreit Ausgedinge ***D*** 2012/2013
Dieser Beschwerdepunkt wurde im Rahmen des Erörterungsgespräches vom 13.01.2025 von der beschwerdeführenden Partei zurückgezogen.
Tz 7 Honorarnote ***RA1*** vom 27.06.2013 - verdeckte Ausschüttung
Diese Feststellung wurde vom Finanzamt fallengelassen, sodass die diesbezügliche Zurechnung bzw. Vorsteuerkürzung zu unterbleiben haben.
Tz 8 Beleg 210 aus 2013 ER von ***RA2***
Am 28.03.2013 wurde in der Buchhaltung der Beschwerdeführerin die Rechnung von Rechtsanwalt ***RA2*** (4.750,80 € netto, 950,16 € VSt, 5.700,96 € brutto) verbucht. Grundlage für diese Buchung ist eine Honorarnote vom 20.12.2012, mit der Rechtsanawalt ***RA2*** Herrn ***GF*** den genannten Betrag für die Vertretung in der Rechtssache ***123*** des ***LG2*** (Streitverhandlungen am 09.05.2012 und am 27.09.2012, Schriftsatz vom 30.05.2012) in Rechnung gestellt hat. Dabei handelte es sich um ein Verfahren der ***N*** GmbH bzw. deren Masseverwalter als Kläger und ***GF*** als Beklagten. Rechtsanwalt ***RA2*** wurde von ***GF*** mit dessen rechtlicher Vertretung betraut. Streitgegenständlich war eine Schadenersatzforderung gegen die Kanzlei ***RA5*** & Partner Rechtsanwälte GmbH, welche an ***GF*** und in der Folge an ***Lebensgefährtin*** abgetreten worden war. Grund für die Abtretung war die vermögensrechtliche Auseinandersetzung anlässlich der Trennung von ***GF*** und ***Lebensgefährtin***.
Diese Rechnung wurde nie bezahlt, Rechtsanwalt ***RA2*** ist zwischenzeitig verstorben.
Im Jahresabschluss 2018 wurde diese Verbindlichkeit gewinnerhöhend und mit Vorsteuerkürzung ausgebucht.
Zum 28.02.2013 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 9 Beleg 2013/125: Eingangsrechnung Notar ***Notar3***
Mit Schreiben vom 29.01.2026 wurde die Beschwerde in diesem Punkt zurückgezogen.
Tz 10 Beleg 146 von ***RA5*** an ***GF*** - 2013 - verdeckte Ausschüttung
Mit Beleg vom 21.10.2013 stellte die Kanzlei ***RA5*** Rechtsanwälte GmbH ***GF*** einen Betrag iHv brutto 4.727,16 € (USt 787,86 €) in Rechnung, die von der Beschwerdeführerin beglichen wurde. Leistungsgegenstand war die Rechtssache gegen die ***Bank1***.
Zum 21.10.2013 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 11 Beleg 3 von ***RA5*** an ***GF*** - 2014 - betriebliche Veranlassung
Mit Beleg vom 15.01.2014 stellte die Kanzlei ***RA5*** Rechtsanwälte GmbH ***GF*** einen Betrag iHv brutto 7.456,44 € (USt 1.242,74 €) in Rechnung, die von der Beschwerdeführerin beglichen wurde. Leistungsgegenstand war "Strafrechtliche Betreuung".
Zum 15.01.2014 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 12 Beleg 4 von ***RA5*** an ***GF*** - 2014 - betriebliche Veranlassung
Mit Beleg vom 15.01.2014 stellte die Kanzlei ***RA5*** Rechtsanwälte GmbH ***GF*** einen Betrag iHv brutto 900,00 € (USt 150,00 €) in Rechnung, die von der Beschwerdeführerin beglichen wurde. Leistungsgegenstand war "Allgemeine Rechtsauskunft".
Zum 15.01.2014 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 13 Beleg 45 von ***RA5*** an ***GF*** - 2014 - betriebliche Veranlassung
Mit den beiden Belegen vom 22.04.2014 stellte die Kanzlei ***RA5*** Rechtsanwälte GmbH ***GF*** einen Betrag iHv insgesamt brutto 3.000,00 € (USt 500,00 €) in Rechnung, die von der Beschwerdeführerin beglichen wurde. Leistungsgegenstand waren "VwGH-Beschwerde" und "Rechtssache gegen ***Bank1***".
Zum 22.04.2014 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 14 Beleg 53 aus 2014 von Rechtsanwälte ***RA3*** & Partner
Am ***Datum*** legte die Rechtsanwälte ***RA3*** & Partner OG der Beschwerdeführerin eine Honorarnote über eine Gesamtsumme von brutto 4.727,68 €. Entsprechend eines händischen Vermerkes hatte man sich auf einen Betrag von 4.299,00 € (USt 716,50 €) geeinigt, den die Beschwerdeführerin überwies (Buchungsdatum 08.05.2014).
Aus der Leistungsbeschreibung geht hervor, dass es sich im Wesentlichen um anwaltliche Leistungen, Telefonate, Emails, Rekurs, Beschlussbeurteilung, Revisionsrekurs gehandelt hat. Die Kontaktaufnahme fand dabei mit ***GF*** und mit Mag. ***SchwagerGF***, dem Schwager von Herrn ***GF***, statt.
Die verrechneten Aufwendungen betrafen zu einem Drittel den betrieblichen Bereich der Beschwerdeführerin.
Zum 22.04.2014 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Tz 15 Beleg 38 aus 2015 von ***RA1*** - 2015 - betriebliche Veranlassung
Diese Feststellung wurde vom Finanzamt fallengelassen, sodass die diesbezügliche Zurechnung bzw. Vorsteuerkürzung zu unterbleiben haben.
Tz 16 Beleg 20033 aus 2016 der Kanzlei ***RA4***
Mit Honorarnote vom 11.04.2016 stellte die Rechtsanwaltskanzlei ***RA4*** der Beschwerdeführerin einen Betrag von brutto 7.205,76 € (USt 1.200,96 €) in Rechnung, der von der Beschwerdeführerin am 09.06.2016 bezahlt wurde. Unter Betreff ist "Sanierungsverfahren ***F** Beteiligung GmbH" sowie unter dem Datum der Vermerk "***Vermerk1***" angeführt. Die Leistungsbeschreibung umfasst Korrespondenz mit Dr. ***G***, Besprechung in ***Ort1*** bei Dr. ***G***, Besprechung in der Kanzlei in ***X***.
Zum 09.06.2016 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***Ehefrau*** (2 %). Gesellschafterin der ***B*** GmbH, ist seit 18.08.2014, zu 100 % ***Ehefrau***.
Mit Schriftsatz vom 29.01.2026 zog die beschwerdeführende Partei die Beschwerde in diesem Punkt zurück.
Tz 17 Beleg 20029 aus 2016 von ***RA5*** an ***GF*** - 2016 - verdeckte Ausschüttung
Mit Beleg vom 10.05.2016 stellte die ***RA5*** Rechtsanwälte GmbH ***GF*** einen Betrag iHv brutto 5.850,00 € (USt 975,00 €) in Rechnung, die von der Beschwerdeführerin beglichen wurde. Leistungsgegenstand war "Hausdurchsuchung".
Zum 09.06.2016 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin die ***B*** GmbH, Wien (49 %), ***Sohn2GF*** (49 %) und ***Ehefrau*** (2 %). Gesellschafterin der ***B*** GmbH, Wien, ist seit 18.08.2014, zu 100 % ***Ehefrau***.
Tz 18 Stromaufwand 2012 - 2015 in Zusammenhang mit ***Adresse***
Über die Beschwerdeführerin wurde in den Jahren 2012 bis 2015 laufend der Stromaufwand in Zusammenhang mit der Liegenschaft "***Adresse***" verrechnet:
|
Jahr
|
netto
|
VSt
|
brutto
|
2012
|
1.764,00
|
352,80
|
2.116,80
|
2013
|
11.954,05
|
2.390,81
|
14.344,86
|
2014
|
1.640,64
|
328,13
|
1.968,77
|
2015
|
642,65
|
128,53
|
771,18
|
Summen
|
16.001,34
|
3.200,27
|
19.201,61
Ein Energieliefervertrag zwischen der Beschwerdeführerin und der Energie AG Vertrieb GmbH & Co KG liegt nicht vor. Die Anmeldung der Energieanlage erfolgte mit 01.10.2012.
Die Liegenschaft stand seit Ende 2010 im außerbücherlichen Eigentum von ***GF***. Frau ***Ehefrau*** ist im Oktober 2013 dort eingezogen.
Die Beschwerdeführerin hat die angeführten Kosten bezahlt und die Vorsteuer in Abzug gebracht. Eine Verrechnung über das Verrechnungskonto von ***GF*** oder ein Konto der ***H*** GmbH hat nicht stattgefunden. Es fand auch keine Umbuchung auf das Verrechnungskonto des ***GF*** bei der ***C*** GmbH statt.
Die Gesellschafter bis zum 01.10.2013 waren ***GF*** (73 %), ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt, und ***Sohn2GF*** (25 %).
Die Gesellschafter von 02.10.2013 bis 02.10.2015 waren ***PH*** ***GF*** (49 %), ***B*** GmbH (49 %) und ***SchwesterGF*** (2 %), die ihren Anteil treuhändisch für ***GF*** hielt.
Von 03.10.2015 bis 31.12.2015 waren Gesellschafter der Beschwerdeführerin ***PH*** ***GF*** (49 %), ***B*** GmbH (49 %) und ***Ehefrau*** (2 %).
Gesellschafter der ***B*** GmbH waren bis 01.10.2013 die Beschwerdeführerin, von 02.10.2013 bis 17.08.2014 ***Sohn1GF*** und ab 18.08.2014 ***Ehefrau***, jeweils zu 100 %.
Tz 19 außerordentlicher Aufwand 2013
Über die Firma ***Hotel*** GmbH wurde mit Beschluss des Amtsgerichtes ***LG1*** vom ***Datum1*** das Insolvenzverfahren eröffnet. ***GF*** war Gesellschafter der ***Hotel*** GmbH, ***Sohn3GF*** deren Geschäftsführer. Als Insolvenzverwalter fungierte Rechtsanwalt ***RA6***. In dieser Funktion meldete er im Sanierungsverfahren der Beschewrdeführerin eine Forderung iHv 327.032,86 € an.
Im Jänner 2012 kam es zwischen der Beschwerdeführerin und dem Masseverwalter der ***Hotel*** GmbH zu einer Einigung, sodass die Forderung zurückgezogen wurde.
Diese Vereinbarung vom 18.01.2012 wurde zwischen Rechtsanwalt ***RA6*** einerseits und den Herrn ***Sohn3GF*** und ***GF*** andererseits abgeschlossen. Die Gesamtschuldner (***Sohn3GF*** und ***GF***) erkannten an, dem Gläubiger (Rechtsanwalt ***RA6*** als Masseverwalter im Insolvenzverfahren der ***Hotel*** GmbH) einen Betrag von 50.000,00 € zu schulden und verpflichteten sich, diesen Betrag bis 01.06.2012 zu bezahlen. Gleichzeitig verpflichteten sie sich, ihrerseits im Insolvenzverfahren der ***Hotel*** GmbH keine Forderungen anzumelden.
Mit Urteil des Landesgerichtes ***LG1*** vom 27.05.2014 wurde schließlich ***GF*** zur Zahlung des Betrages von 50.000,00 € an Rechtsanwalt ***RA6*** als Insolvenzverwalter der ***Hotel*** GmbH verurteilt.
Aus der Buchhaltung der Beschwerdeführerin geht hervor, dass diese per 31.12.2013 eine Zahlung iHv 50.000,00 € an Rechtsanwalt ***RA6*** sowie eine weitere Zahlung iHv 45.000,00 € an Rechtsanwalt ***RA6*** mit dem Vermerk "Zinsen, Anwaltskosten" übernommen hat. Der Betrag von 45.000,00 € wurde von der Beschwerdeführerin als außergewöhnlicher Ertrag ausgebucht.
Tz 20 Kosten für beigestelltes Personal, Empfängernennung iSd § 162 (1) BAO iVm § 22 (3) KStG 2011
Seitens der Firma "***K***" aus Deutschland wurden für die beschwerdeführende Partei Fremdleistungen erbracht, wofür die beschwerdeführende Partei am 29.12.2011 einen Aufwand in Höhe von 71.580,87 € verbuchte. Die in Rechnung gestellte Leistung wurde tatsächlich erbracht.
Mit Schreiben vom 02.05.2018 wurde der beschwerdeführenden Partei ein Schreiben betreffend "Fragenkatalog - vorläufige Feststellungen" übermittelt und um Beantwortung bzw. Stellungnahme innerhalb von acht Wochen ersucht.
In Zusammenhang mit der Textziffer 21 (im beschwerdegegenständlichen Bericht Textziffer 20) wurden die Feststellungen, die anlässlich der Vorprüfung die Jahre 2007 bis 2011 betreffend getroffen wurden, wiedergegeben:
"Es wurden Fremdleistungen von der deutschen Firma "***K***" an die ***Bf1*** erbracht, allerdings wurde darüber bis dato keine Rechnung gelegt. Die bezogenen Fremdleistungen wurden jedoch bereits weiterverrechnet. Die beiden Adressen der Firma ***K*** lauten: ***Adr1+2***
In der Niederschrift über die Schlussbesprechung gem. § 149 Abs. BAO anläßlich der Außenprüfung vom 24.01.2012 wurde unter Tz 10) Folgendes ausgeführt:
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Normen und Schlagworte
- § 4 Abs. 4 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 23a KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 162 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 156 Abs. 1 IO, Insolvenzordnung, RGBl. Nr. 337/1914
- § 93 Abs. 2 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 12 Abs. 1 Z 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 7 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 93 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 12 Abs. 2 Z 2 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 12 Abs. 10 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 8 Abs. 2 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
- § 10 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 13 Abs. 2 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 22 Abs. 3 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/5101015/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2026:RV.5101015.2020
- Stammnummer
- 151194
- Gültig
- 13.03.2026 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF