Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7300026/2023
Vorsteuern zu Unrecht geltend gemacht, Verbandsverantwortlichkeit für den Entscheidungsträger
geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/7300026/2023vom 06.02.2024Teil 5 von 6
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Zur Ermittlung des Sachverhalts waren weitere Nachforschungen unabdingbar, weshalb die Behörde eine Leistungsdokumentation sowie Grundaufzeichnungen im Rahmen eines Vorhalteverfahrens abverlangte. Es wurden insgesamt 2 Vorhalte, jeweils am 14.04.2020 und am 30.04.2020 - wie in der Beschwerde gefordert - an den Zustellbevollmächtigten ***Bf1***, ***84*** versendet. Der erste Vorhalt wurde mit dem Vermerk "abwesend bis 30.04.2020", der zweite mit dem Vermerk "abwesend bis 30.05.2020" retourniert.
Nachdem es trotz wiederholter Kontaktversuche der Finanz nicht möglich war, von der Bf. weitere Unterlagen zur Klärung des Sachverhalts zu erlagen wird auf Basis der Aktenlage entschieden.Im Zusammenhang mit den Umsatzsteuerbescheiden konnte nicht festgestellt werden, ob und wenn ja welche Gegenstände ausgeführt wurden. Die Vorsteuern aus den Rechnungen waren nicht anzuerkennen, da eine Ungewissheit über das Bestehen bzw. den Umfang der Abgabepflicht besteht (siehe auch Ritz BAO, § 200, RZ 1). Es liegt eine Ungewissheit im Tatsachenbereich vor, die im Ermittlungsverfahren - mangels Erreichbarkeit des Geschäftsführers nicht beseitigbar war (siehe Ritz, BAO, § 200, RZ 3). Hinsichtlich der Rechnungen bestehen begründete Zweifel an einer tatsächlichen erbrachten Leistung aufgrund des Naheverhältnisses durch Geschäftsführer- und Gesellschaftsidentität sowie ein Verdacht auf Scheinrechnungen im gesamten Gesellschaftskonstrukt.
Aus demselben Grund - dem Fehlen eines Leistungsnachweises - werden im Rahmen der Körperschaftsteuerbescheide zu Recht die geltend gemachten Fremdleistungsaufwendungen nicht anerkannt.
Dass der Prüfbericht nach den Bescheiden erstellt wurde, welche sich darauf beziehen stellt keinen Formalmangel dar. Wird eine Begründung separat von einem Bescheid versendet, beginnt die Beschwerdefrist erst zu dem Zeitpunkt zu laufen, an dem beide Dokumente dem Adressaten zugegangen sind, wann der Bescheid oder dessen Begründung (in diesem Fall der Prüfbericht) erstellt wurden, ist irrelevant.
Die Beschwerde gegen den Außenprüfungsbericht war zurückzuweisen, da Einwendungen gegen Prüfungsfeststellungen im Rahmen von Beschwerden gegen die jeweiligen Abgabenbescheide vorzubringen sind. Eine abgesonderte Beschwerde gegen einen Prüfungsbescheid ist nicht zulässig."
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Vorlageantrag ***35*** ***95*** 2.9.2020:
Abgabenkontonummer: ***19***
Antrag auf Entscheidung über die Beschwerde (Vorlageantrag) durch das Bundesfinanzgericht gegen die Beschwerdevorentscheidung vom 5.8.2020.
Der Antrag auf Entscheidung über die Beschwerde (Vorlageantrag) durch das Bundesfinanzgericht gegen Beschwerdevorentscheidung vom 5.8.2020 (Zustellung 1.9.2020 wegen Auslandsaufenthalt) gegen folgende Bescheide wird eingebracht:
1. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2014 vom 23. Jänner 2020.
2. Umsatzsteuerbescheid 2014 vom 23. Jänner 2020.
3. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2015 vom 23. Jänner 2020.
4. Umsatzsteuerbescheid 2015 vom 23. Jänner 2020.
5. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2015 vom 23. Jänner 2020.
6. Körperschaftsteuerbescheid 2015 vom 23. Jänner 2020.
7. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2015 vom 23. Jänner 2020.
8. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2016 vom 23. Jänner 2020.
9. Umsatzsteuerbescheid 2016 vom 23. Jänner 2020.
10. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2016 vom 23. Jänner 2020.
11. Körperschaftsteuerbescheid 2016 vom 23. Jänner 2020.
12. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2016 vom 23. Jänner 2020.
13. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2017 vom 23. Jänner 2020.
14. Umsatzsteuerbescheid 2017 vom 23. Jänner 2020.
15. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2017 vom 23. Jänner 2020.
16. Körperschaftsteuerbescheid 2017 vom 23. Jänner 2020.
17. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2017 vom 23. Jänner 2020.
18. Vorauszahlungsbescheid 2020 vom 23. Jänner 2020.
19. Bericht gemäß § 150 BAO über das Ergebnis der Außenprüfung vom 24.1.2020.
20. Bescheid über die Begrenzung der Gültigkeit der Umsatzsteuer- Identifikationsnummer vom 31. Jänner 2020.
21. Bescheid über die Festsetzung von ersten Säumniszuschlägen vom 10. Februar 2020.
Zur Richtigkeit und Vollständigkeit der eingebrachten veranlagten Steuererklärungen der Körperschaftsteuererklärungen und Umsatzsteuererklärungen für die Jahre 2014, 2015, 2016 und 2017 wurden aktenkundig folgende Beweise vorgelegt, welche Rechnungen, Belege, Honorarnoten, Fremdleistungsaufwand, Leistungsnachweise, Grundaufzeichnungen, Ausfuhrlieferungen als Leistungen, Vorsteuern, Umsatzsteuern etc. beweisen und die gesetzwidrigen Schätzungen widerlegen:
1. ***5*** 2014 Saldenliste.pdf
2. ***5*** 2014 Buchungsjournal.pdf
3. ***5*** 2014 Kontoauszug.pdf
4. ***5*** 2014 Bilanz.pdf
5. ***5*** 2014 GuV.pdf
6. ***5*** 2014 Grundlage E1a.pdf
7. ***5*** 2014 Kontenplan.pdf
8. ***5*** 2014 Bankkontoauszug.pdf
9. ***5*** 2014 Eingangsrechnungen.pdf
10. ***5*** 2014Ausgangsrechnungen.pdf
11. ***5*** 2015 Saldenliste.pdf
12. ***5*** 2015 Buchungsjournal.pdf
13. ***5*** 2015 Kontoauszug.pdf
14. ***5*** 2015 Bilanz.pdf
15. ***5*** 2015 GuV.pdf
16. ***5*** 2015 Grundlage E1a.pdf
17. ***5*** 2015 Kontenplan pdf
18. ***5*** 2015 Bankkontoauszug.pdf
19. ***5*** 2015 Eingangsrechnungen.pdf
20. ***5*** 2015Ausgangsrechnungen.pdf
21. ***5*** 2016 Saldenliste.pdf
22. ***5*** 2016 Buchungsjournal.pdf
23. ***5*** 2016 Kontoauszug.pdf
24. ***5*** 2016 Bilanz.pdf
25. ***5*** 2016 GuV.pdf
26. ***5*** 2016 Grundlage E1a.pdf
27. ***5*** 2016 Kontenplan.pdf
28. ***5*** 2016 Bankkontoauszug
29. ***5*** 2016 Eingangsrechnungen.pdf
30. ***5*** 2016Ausgangsrechnungen.pdf
31. ***5*** 2017 Saldenliste.pdf
32. ***5*** 2017 Buchungsjournal.pdf
33. ***5*** 2017 Kontoauszug.pdf
34. ***5*** 2017 Bilanz.pdf
35. ***5*** 2017 GuV.pdf
36. ***5*** 2017 Grundlage E1a.pdf
37. ***5*** 2017 Kontenplan.pdf
38. ***5*** 2017 Bankkontoauszug.pdf
39. ***5*** 2017 Eingangsrechnungen.pdf
40. ***5*** 2017 Ausgangsrechnungen.pdf
Der Bericht gemäß § 150 BAO über das Ergebnis der Außenprüfung vom 24. Jänner 2020 wurde nachträglich erstellt und kann somit nicht die gesetzkonforme Rechtsgrundlage für alle Bescheide vom 23. Jänner 2020 bilden, somit liegt aufgrund der rechtlichen und zeitlichen Unmöglichkeit die Nichtigkeit aller Bescheide vom 23. Jänner 2020 vor, denn 24. Jänner 2020 liegt nicht vor dem 23. Jänner 2020. Aus der Eingabe vom 9. Jänner 2020 wegen Antrag auf Zustellung, Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand und Rechtsmittel ist zu entnehmen, dass keine Kenntnis von Prüfungsauftrag, Prüfungsverlauf und Prüfungsergebnis vorlag und keine ordnungsgemäße Zustellungen erfolgten. Die Anmeldung der Außenprüfung erfolgte nicht über finanzonline, weil finanzonline für Zustellung nicht freigeschaltet war. Die Anmeldung der Außenprüfung erfolgte nicht mit Hinterlegung des Ankündigungsschreibens an der Betriebs- und Wohnadresse des Geschäftsführers, weil keine ordnungsgemäßen Zustellungen erfolgten, wie aus der Eingabe vom 9. Jänner 2020 zu entnehmen ist. Die Beschwerdeführerin hatte keine Kenntnis über die Hinterlegungen der Schriftstücke.
Beweise:
41. ***5*** Eingabe vom 9.1.2020.pdf
Gegen Beschwerdevorentscheidung vom 5.8.2020 und Bescheid über die Begrenzung der Gültigkeit der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vom 31. Jänner 2020 wird vorgebracht, dass die Umsatzsteuer-Identifkationsnummer für das Fortbestehen des Unternehmens notwendig ist, damit gesetzkonforme Rechnungen ausgestellt werden können und gesetzeskonforme Rechtsverhältnisse fortgesetzt und abgeschlossen werden können. Die Bescheidbegründung, dass die Änderung der Begrenzung erfolgte auf Grund des Verdachts eines Scheinunternehmens, ist nicht nachvollziehbar, unzumutbar, unverhältnismäßig und gesetzwidrig, weil das Unternehmen als Beteiligungsgesellschaft seit der Gründung im Jahr 2006 ordnungsgemäß allen gesetzlichen Pflichten nachgekommen ist, alle Steuererklärungen ordnungsgemäß beim Finanzamt eingebracht hat, alle Jahresabschlüsse beim Firmenbuch veröffentlicht hat und die Beteiligungsgesellschaft mit Portfolio erfolgreich aufgebaut hat.
Beweise:
42. ***5*** Rechnung 1-2020 vom 31.1 2020.pdf
Beizuschaffender Akt Finanzamt und Firmenbuch.
Die Vorgehensweise des Finanzamtes ist nicht nachvollziehbar, unzumutbar, unverhältnismäßig und gesetzwidrig, weil sich der Sachverhalt aktenkundig existenzzerstörend mit insgesamt EUR 387.461,30 im Sinne des § 152 StGB Kreditschädigung wiederholt:
1. Seit 11.11.2021 ist aufgrund der Schätzung die Aussetzung der Einhebung der in Streit stehenden Beträge gemäß § 212a BAO Abgabenkontonummer ***31*** ***32*** in der Höhe EUR 122.400 anhängig.
2. Seit 15.12.2011 ist aufgrund der Schätzung die Aussetzung der Einhebung der in Streit stehenden Beträge gemäß § 212a BAO Abgabenkontonummer ***33***, ***Bf1*** in der Höhe EUR 69.755,11 anhängig.
3. Seit 23.1.2020 ist aufgrund der Schätzung die Aussetzung der Einhebung der in Streit stehenden Beträge gemäß § 212a BAO Abgabenkontonummer ***19*** ***5*** in der Höhe EUR 126.782,90 anhängig.
4. Seit 23.1.2020 ist aufgrund der Schätzung die Aussetzung der Einhebung der in Streit stehenden Beträge gemäß § 212a BAO Abgabenkontonummer ***17*** ***3*** in der Höhe EUR 68.523,29 anhängig.
ANTRAG
Die Aufhebung der folgenden Bescheide und die Aussetzung der Einhebung der in Streit stehenden Beträge der Bescheide gemäß § 212a BAO werden beantragt:
1. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2014 vom 23. Jänner 2020.
2. Umsatzsteuerbescheid 2014 vom 23. Jänner 2020.
3. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2015 vom 23. Jänner 2020.
4. Umsatzsteuerbescheid 2015 vom 23.Jänner 2020.
5. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2015 vom 23. Jänner 2020.
6. Körperschaftsteuerbescheid 2015 vom 23. Jänner 2020.
7. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2015 vom 23.Jänner 2020.
8. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2016 vom 23. Jänner 2020.
9. Umsatzsteuerbescheid 2016 vom 23. Jänner 2020.
10. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2016 vom 23. Jänner 2020.
11. Körperschaftsteuerbescheid 2016 vom 23. Jänner 2020.
12. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2016 vom 23. Jänner 2020.
13. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Umsatzsteuer 2017 vom 23. Jänner 2020.
14. Umsatzsteuerbescheid 2017 vom 23. Jänner 2020.
15. Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2017 vom 23. Jänner 2020.
16. Körperschaftsteuerbescheid 2017 vom 23.Jänner 2020.
17. Bescheid über die Festsetzung von Anspruchszinsen 2017 vom 23.Jänner 2020.
18. Vorauszahlungsbescheid 2020 vom 23.Jänner 2020.
19. Bericht gemäß § 150 BAO über das Ergebnis der Außenprüfung vom 24. Jänner 2020.
20. Bescheid über die Begrenzung der Gültigkeit der Umsatzsteuer- Identifikationsnummer vom 31. Jänner 2020.
21. Bescheid über die Festsetzung von ersten Säumniszuschlägen vom 10.2.2020.
22. Beschwerdevorentscheidung vom 5.8.2020.
23. Kassatorische Entscheidung gemäß § 278 BAO mit Bescheidaufhebung und Zurückverweisung an das Finanzamt wegen Unterlassung umfangreichen Ermittlungen wird beantragt.
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Mit Stellungnahme der Amtsbeauftragten vom 29.9.2022 wurden die Anlastungen zur Entscheidung durch den Spruchsenat an diesen vorgelegt und zu den einzelnen Taten ausgeführt:
"Seitens der ***35*** Capital wurden folgende Steuererklärungen abgegeben:
Erklärung Fälligkeitstermin Erklärungsabgabe Erstbescheid vor BP nach BP
U 2016 30.06.2017 21.06.2017 30.11.2017 -7.023,00 7.000,00
U 2017 30.06.2018 02.07.2018 04.07.2018 -7.041,51 7.000,00
U 2018 30.06.2019 07.02.2019 07.05.2019 -7.215,22 7.000,00Seitens der ***5*** wurden folgende Steuererklärungen abgegeben:
Erklärung Fälligkeitstermin Erklärungsabgabe Erstbescheid vor BP nach BP
U 2016 30.06.2017 28.09.2017 23.11.2017 -8.617,24 16.400,00
U 2017 30.06.2018 12.09.2018 24.09.2018 -8.362,97 15.760,00
U 2018 30.06.2019 30.09.2019 18.01.2021 15.844,17
K 2016 30.06.2017 28.09.2017 23.11.2017 7.878,00 17.877,00
K 2017 30.06.2018 12.09.2018 24.09.2018 7.799,00 17.799,00
K 2018 30.06.2019 30.09.2019 18.01.2021 17.802,00"
Zu dieser Stellungnahme erging am 3.12.2022 eine Replik des Beschuldigten und der belangten Verbände:
"In den abgegebenen Erklärungen ist ein offensichtlicher Irrtum beim Ausfüllen unterlaufen.
Es handelt sich, wie aus den vorgelegten Belegen ersichtlich, nicht um Lieferungen, sondern um Leistungen, die aus beratender kaufmännischer Tätigkeit, an ein in den USA (Drittstaat) ansässiges Unternehmen (***7***., ansässig in ***22***, USA) geleistet wurden. Es handelt sich somit um eine sonstige Leistung gem. § 3a Abs. 1 UStG.
Weiters ist festzuhalten, dass der Unternehmensgegenstand der Mandanten keinen Handel und somit keine Lieferungen umfasst. Auch wurden von ***15*** und ***14*** sonst keine anderen Lieferungen erbracht, weder in das In- noch in das Ausland.
Der Leistungsort bei sonstigen Leistungen ergibt sich gem. § 3a Abs. 6 UStG am Empfängerort des Unternehmens (so auch Rz 639b UStR 2000). Somit ergibt sich als Leistungsort der Sitz des US-amerikanischen Unternehmens. Es handelt sich bei den erbrachten sonstigen Leistungen der Mandantin um nicht steuerbare Umsätze in Österreich, die keinerlei Berücksichtigung in den Umsatzsteuererklärungen erfahren dürfen.
Nochmals hervorzuheben ist, dass bereits auf sämtlichen vorgelegten und im Akt befindlichen Belegen der Ausweis einer Leistung in einen Drittstaat erfolgt ist.
Der Irrtum der Aufnahme in die Umsatzsteuererklärung ist daher offensichtlich. Für die Mandanten war klar, dass Leistungen an Unternehmen mit Sitz in Drittstaaten zu keiner Umsatzsteuerschuld der Mandanten führen. Der Irrtum, dem hier unterlegen wurde ist, dass überhaupt eine Aufnahme in die Umsatzsteuererklärung für diese Leistungen erfolgt ist. Dieser Irrtum hat keine abgabenrechtliche Verkürzung zur Folge.
Im Ergebnis liegt hier keine Abgabenverkürzung vor, sondern lediglich ein Irrtum der erklärenden Gesellschaften bei der Erklärung als Ausfuhrlieferung, der keiner Strafbarkeit unterliegt. Es liegt für sämtliche Jahre ein in Österreich nicht steuerbarer Umsatz vor, der, richtigerweise, keiner Aufnahme in die Umsatzsteuererklärungen der betroffenen Jahre hätte bedürfen.
2. Streichung von Vorsteuer/Versagung von Betriebsausgabenabzug
Mangels Vorlage von Rechnungen im Zuge der Abgabenprüfung für die Jahre 2016 bis 2018 wurden Vorsteuern versagt.
Von den versagten Vorsteuern betreffen erhaltene Beratungsleistungen der ***8*** pro Jahr Vorsteuern iHv 8.000,- Euro
Von den versagten Vorsteuern betreffen erhaltene Beratungsleistungen der ***8*** pro Jahr Vorsteuern iHv 7.000,- Euro.
Auch hier ist festzuhalten, dass Feststellung durch die Abgabenprüfung für das Jahr 2018 nicht erfolgt. Dennoch wird meiner Mandantin auch für das Jahr 2018 unter dem gleichen Titel grob fahrlässige Abgabenverkürzung für die Umsatzsteuer 2018 zur Last gelegt. Die abgabenbehördliche Feststellung erfolgte scheinbar lediglich unter der Annahme des gleichen Sachverhalts wie für die Jahre 2016 und 2017, was aus dem abgaberechtlichem Vorlagebericht vom 22.7.2021 zu entnehmen ist ("Nachdem die Erklärungen der Bf. die Feststellungen der Prüfung nicht berücksichtigten wichen die bekämpften Steuerbescheide unter Verweis und Rückgriff auf den Prüfbericht bzw. die Nachschau von den Erklärungen ab."). Eine Sachverhaltserhebung für 2018 ist aus dem finanzstrafrechtlichen Akt nicht erkennbar.
Die Abgabenbehörde versagte die Anerkennung der Fremdleistungen der ***8*** an die Mandantin. Auch dafür wurden im weiteren Verfahren Belege nachgereicht.
Zudem ist zu erwähnen, dass diese Leistungen spiegelbildlich abgabenwirksam (ertrags- und umsatzsteuerlich) bei der leistenden Gesellschaft (***8***) erfasst wurden.
Die in der Stellungnahme der Amtsbeauftragten erwähnte "Angeblichkeit" der abgabenwirksamen Erfassung kann durch amtswegige Sichtung der Steuerakte der ***8*** leicht gesichert werden. Zur abgabenrechtlichen und gebotenen spiegelbildlichen Behandlung von Scheinrechnungen vgl, auch VwGH 25.1.2012, 2008/13/0037. Dies ist v.a. deshalb von Bedeutung, da in der Stellungnahme der Amtsbeauftragten das Vorliegen von Scheinrechnungen in diesem Zusammenhang zwar behauptet, aber dazu keine Sachverhaltsfeststellungen getroffen werden und schon gar nicht ein Beweis für diese Behauptung vorliegt.
Weiters nicht nachvollzogen werden kann, welche die in der Stellungnahme ins Treffen geführte Angehörigenjudikatur für eine konkrete negative finanzstrafrechtliche Konsequenz haben sollte. ***8*** ist eine Gesellschaft, bei der auch Dr. ***21*** Gesellschafter-Geschäftsführer ist, allerdings hat ***8*** auch einen Fremdgesellschafter. Beide Gesellschafter sind zu je 50% beteiligt, womit auch allfällige Ergebnisse des Unternehmens geteilt wurden. Es gab hier keine deckungsgleichen Eigentümerstrukturen zu ***8***, weder zur ***15***, noch zur ***14***. Die Einschätzung in der Stellungahme der Amtsbeauftragten des schlichten, nicht näher begründeten Nichtanerkennens dieser Betriebsausgaben kann daher nicht nachvollzogen werden. Tatsächlich wurden Leistungen der ***8*** an ***15*** und ***14*** erbracht, die diese in ihre angebotenen Leistungen einfließen ließen und weiter an (***7***., ansässig in ***22***, USA) in das Drittland verrechnet haben (vgl. dazu auch die Ausführungen zu Punkt 1 der Replik).
Bei den empfangenen Leistungen handelt es sich um Beratungsleistungen an die Mandanten ***15*** und ***14***.
Die geleisteten Beratungen betreffen den Unternehmensgegenstand der Mandanten und umfassten folgende Themenbereiche: ***98***, Managementinformationssystem, Beratung Webdesign ***16***, Beteiligungsgesellschaften, ***87***, ***88***, sowie Risk Management. Konkret wurden Beratungsleistungen von der ***8*** zu folgenden Fragestellungen, entsprechend auch ihrem Unternehmensgegenstand, der auch die Führung von Unternehmen und damit verbundene Leistungen umfasste, erbracht:
***98***, Eigenkapital, Fremdkapital, Bilanzpolitik, ***85***, Stille Gesellschaft, Nachrangdarlehen, Genussrechte, Wandelanleihe, Unternehmerinteresse, Investoreninteresse, Haftung, Nachrangigkeit, Beteiligung am Ergebnis, Beteiligung am Vermögen, Beteiligung an stillen Reserven, Beteiligung am Unternehmenswert, Verzinsung, Informationsrechte, Kontrollrechte, Zustimmungsrechte, Mitwirkungsrechte, Kündigungsrechte, Geschäftsführungsrechte, Kapitalüberlassung, Besicherung, Vergütungsanspruch, Residualanspruch, Nominalanspruch, Vergütung, Dividendenanspruch, Zinsanspruch, Rechtliche Stellung, Steuerliche Stellung, Eigentümer, Gläubiger, Eigenkapitaläquivalent, Finanzierungskosten, Kapitalverwässerung, Finanzstrukturdiversifizierung, Sicherheiten, Unternehmenswachstum, Unternehmenswertsteigerung, Branchenunabhängigkeit, Rechtsformunabhängigkeit, Investoren, Flexibilität, Zinsenabzugsfähigkeit, Rating, Kapitalmarkt, Finanzmarktaufsicht, Managementinformationssystem, Webdesign, ***16***, Beteiligungsgesellschaften, ***87***, ***88*** und Risk Management.
Dieses Gesamtpaket an Leistungen wurde pauschaliert im Wert von dem des der Leistung zu Grunde gelegten Stundenaufwandes kalkuliert zu Marktpreisen abgegolten. Diese Stunden sind auf den Rechnungen auch ausgewiesen. Diesbezügliche Kalkulationen werden in der Anlage vorgelegt.
Es liegen somit sowohl abzugsfähige Betriebsausgaben als auch daraus zustehende Vorsteuern vor, die von der Abgabenbehörde versagt wurden.
Daraus folgend liegt keine Abgabenverkürzung vor. Selbst bei einer allfälligen Nichterfüllung der Rechnungsmerkmale gem. § 11 UStG, wie sie die Stellungnahme der Amtsbeauftragten anführt, die allerdings hier nicht eingeräumt wird, ist nicht von einer ungewöhnlich und auffallend sorgfaltswidrigen Handlung auszugehen. Der Eintritt einer Vorsteuerversagung konnte von den Mandanten nicht als wahrscheinlich und vorhersehbar eingeschätzt werden, ein Unrechtsbewusstsein und damit eine Erkennbarkeit der Verwirklichung eines allfälligen Tatbildes kann nicht abgeleitet werden.
Auf die Abzugsfähigkeit der übrigen Vorsteuern und als Abzugsfähigkeit als Betriebsausgabe wird auf die vorgelegten Unterlagen im Abgabeverfahren verwiesen, welche am 2.9.2020 an die Abgabenbehörde im Wege des Vorlageantrags vorgelegt wurde.
Somit liegt aus keinen der vorgeworfenen Gründe eine Abgabenverkürzung vor.
Damit kann auch keine grobe Fahrlässigkeit vorliegen.
Die Geltendmachung der Betriebsausgaben, die Nicht-Unterwerfung der Umsatzsteuer der Beratungsleistungen (wegen tatsächlicher Nicht-Steuerbarkeit) und die Geltendmachung der Vorsteuern erfolgte zu Recht.
3. Kenntnisse des abgabenrechtlich Verantwortlichen
Zur persönlichen Vorwerfbarkeit des Wissen Müssens der korrekten Einordnung steuerlicher Sachverhalte, die in der Stellungnahme der Amtsbeauftragten ausgeführt wird, ist zu entgegnen, dass die Ausbildung des Mandanten ***Bf1*** eine wirtschaftliche Ausbildung umfasst, die jedoch im Steuerrecht lediglich basale Grundkenntnisse vermittelt. Eine Spezialisierung oder weitergehende Vertiefung ist nicht vorgesehen.
Zum Sachverhalt der ***8*** ist dahingehend festzuhalten, dass eine Vorsteuerstreichung, aus ausgeführten Gründen, nicht absehbar sein konnte.
Zum Sachverhalt der irrtümlich erklärten Auslandslieferungen ist auszuführen, dass es dem Mandanten klar war, dass eine Umsatzsteuerschuld im Inland nicht entsteht, wie dies auch auf den Rechnungen angeführt ist. Die Mandanten wollten jedoch keinesfalls Umsätze verschleiern, weswegen diese Umsätze in die entsprechende Kennzahl steuerfreie Auslandslieferungen eingetragen wurden, nicht wissentlich, dass die sonstigen Leistungen für das Drittland gar keinen Eingang in die Erklärungen finden hätten sollen.
Ihnen daraus nun einen finanzstrafrechtlichen Vorwurf zu konstruieren, erscheint gänzlich ungerechtfertigt.
4. Finanzstrafrechtliche Anmerkungen
Wie aus obigen Ausführungen zu entnehmen ist, liegt keine Abgabenverkürzung vor, die den Beschuldigten angelastet werden könnte. Somit ist auch der Verschuldungsgrad nicht relevant. Das Handeln meiner Mandanten war weder ungewöhnlich, noch auffallend sorgfaltswidrig in einem Maße, dass eine grobe Fahrlässigkeit begründen würde.
Die Tatsache einer etwaigen verspätet abgegebenen Abgabenerklärung verwirklicht nicht den Tatbestand der grob fahrlässigen Abgabenverkürzung nach § 34 Abs. 1 FinStrG.
Im Übrigen ist auf die Unbescholtenheit der Mandanten, wie auch in der Stellungnahme der Amtsbeauftragten bereits erwähnt, hinzuweisen."
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Mündliche Verhandlungen vor dem Spruchsenat:
Mündliche Verhandlung vom 13.12.2022:
"Generalien: geb. ***1***, monatliches Nettoeinkommen: € 500,-, Sorgepflichten für ein Kind, GF
Besch. bekennt sich nicht schuldig. Er versucht das System bzw. die Arbeitsweise seines Unternehmens aufbauend auf seiner Doktorarbeit darzustellen, was allerdings auch nach einiger Zeit für den Senat nicht nachvollziehbar ist.
Beschluss auf Vertagung zur Einvernahme des Betriebsprüfers.
Es werden mehrere Unterlagen vorgelegt, die zum Akt genommen werden."
In der Folge wurde ein Gedankenprotokoll des Beschuldigten v. 28.2.2023 an den Spruchsenat vorgelegt:
"Sehr geehrte Damen und Herren,
auftragsgemäß meiner oa Mandanten übermittle ich Ihnen das Gedankenprotokoll von ***Bf1*** zu Ihrer Kenntnis.
Im Übrigen wird auch noch auf die erhobenen Vorwürfe eingegangen.
1. Lieferungen USA
Die in den Umsatzsteuererklärungen ausgewiesenen Umsätze in die USA entspringen einem technischen Irrtum, indem diese als Lieferungen ausgewiesen wurden. Auch wurden sonst weder ins In- noch ins Ausland Lieferungen erbracht. Keine der erwähnten Unternehmen haben irgendwelche Produkte, die als Lieferungen gelten könnten. Für die tatsächlich erbrachten sonstigen Leistungen, geht die Steuerschuld auf den Empfänger über (Empfängerort).
2. Leistungen ***8***
Die in Abzug gebrachten Leistungen sind Beratungsleistungen, wie bereits vorgebracht.
Es ist nicht unüblich, ja sogar Usus, dass einmal geschaffene Konzepte mehrfach verkauft werden. Genau dies ist der Multiplikatoreffekt, der für Beratungsleistungen zentral ist.
Der mehrfache Verkauf gleicher oder ähnlicher Konzepte kann demnach nicht als Scheingeschäft eingeordnet werden.
Anlage:
Spruchsenat Verhandlung am 09.03.2023.
Mangels Verhandlungsprotokoll des Spruchsenates vom 13.12.2022 wird zur Rechtssicherheit und Aktenvollständigkeit als Urkundenvorlage festgehalten.
1. Dem Spruchsenat wurden zum Beweis der gesetzmäßigen Honorarnoten für die Veranlagungsperioden 2016, 2017, 2018 wiederholt alle verfahrensgegenständlichen 21 Honorarnoten samt Leistungsverzeichnissen am 13.12.2022 wie folgt vorgelegt.
1.1. ***8***, 6 Honorarnoten, jährlich 2016, 2017, 2018, jeweils 1 Honorarnote an ***3*** 35.000 netto + 7.000 USt = 42.000 und ***5*** 40.000 netto + 8.000 USt = 48.000.
1.2. ***3***, 3 Honorarnoten, jährlich jeweils 1 Honorarnote 2016, 2017, 2018 an ***7***.
1.3. ***5***, 12 Honorarnoten, quartalsweise jeweils 1 Honorarnote 2016, 2017, 2018 an ***7***. mit Pauschale 100% Marge Beteiligungen.
2. Dem Spruchsenat wurde zum Beweis der vollständigen Abgabenentrichtung aller verfahrensgegenständlichen 6 Honorarnoten ***8*** am 13.12.2022 wie folgt vorgelegt.
2.1. Seit der Firmengründung der ***8*** vor 14 Jahren Finanzonline Steuerakt von 1.1.2008 bis 12.12.2022.
2.2. ***8*** Umsatzsteuerbescheide 2016, 2017, 2018.
2.3. Die bestrittene Abgabenschuld EUR 7.000 zum 12.12.2022 resultiert aus den Mindestkörperschaftsteuern 2019, 2020, 2021, 2022 während des Sanierungsverfahrens und nicht aus gegenständlichen Abgaben.
2.4. Gemäß Ediktsdatei vom 12.12.2022 ist ***8*** vom Handelsgericht bescheidmäßig am 29.5.2019 geschlossen worden.
3. Dem Spruchsenat wurde als Fazit am 13.12.2022 vorgebracht. Es handelt sich um offensichtlichen technischen Irrtum beim Ausfüllen der Umsatzsteuererklärungen 2016, 2017, 2018 gemäß § 3a UStG Sonstige Leistung (Beratungsleistungen) statt § 7 UStG Ausfuhrlieferung. Weder objektive noch subjektive Tatseite des Finanzvergehens nach § 34 Abs. 1 FinStrG grob fahrlässige Abgabenverkürzung sind erfüllt. Es liegt keine Abgabenverkürzung vor."
Mündliche Verhandlung vom 9.3.2023
"Besch bringt vor:
Ich bleibe bei meinen bisherigen Angaben. Besch. gibt zu den Zeugenaussagen abschließend an: Ich habe alles nach bestem Wissen erledigt und fühle mich keiner Schuld bewusst.
Zeugin ***10***, geb. ***34***, fremd, Adresse It. Ladung, gibt unbeeidet nach WE an:
Zu der Verantwortung des Besch., er habe irrig Lieferung statt Leistung in der USt-Erklärung angegeben: Das konnte ich nicht nachvollziehen, aber selbst wenn es eine Leistung und keine Lieferung gewesen wäre, hat sich diesbezüglich keinerlei Nachweis aus der Buchhaltung ergeben. Es wurden über Jahre stets umsatzsteuerfreie Leistungen/Lieferungen ins Ausland mit einem Vorsteuerüberhang, den sich der Besch. auszahlen ließ, erklärt. Die Betriebsprüfung selbst war dann insofern äußerst schwierig, als der Besch. über ein halbes Jahr nicht erreichbar war, und es letztlich keinerlei Unterlagen gab. Ich habe gar kein Rechenwerk gesehen, ich hatte nur die Erklärungen vonseiten des Besch. Ich habe auf Basis der Erklärungen die Steuerfreiheit der Umsätze versagt, da es dazu keine Belege gab. Die USt und die Köst 2018 wurden während der BP erklärt und wurde so dann auch für die Jahre davor gleich im Rahmen der BP festgesetzt. Damit wurde eine Hinterziehung allenfalls versucht.
Über Frage der AB: Für mich gab es keinen Firmensitz, an der angegebenen Adresse war kein Firmenschild und die Nachbarin kannte eine ***35*** nicht, ebenso wenig die Hausverwaltung, die ich dazu befragte. An der Wohnadresse des Besch. konnte nicht zugestellt werden.
Über Frage des Vert.: Die zugestellten RSb-Briefe kamen als "ortsabwesend" zurück. Aufgrund mangelnder Buchhaltung konnte ich nur auf Basis der Erklärungen meine Feststellungen treffen. Bei Kontaktaufnahme mit der Hausverwaltung war dieser das Unternehmen bekannt und sie gab an, dass Mietrückstände bestünden.
Zeuge ***11***, geb. ***36***, fremd, Adresse It. Ladung, gibt unbeeidet nach WE an:
Ich habe die Beschwerdevorentscheidung gemacht, der Akt ist mit einem Vorlageantrag an das BFG gegangen. Im Zuge dessen wurde mir eine Buchhaltung durch den Besch. vorgelegt, die ich aufgearbeitet habe. Dabei habe ich festgestellt, dass sämtliche Leistungen innerhalb von vier verbundenen Unternehmen, nämlich ***3***, ***5***, ***35*** ***86***. und ***8*** (Anmerkung: Der Satz endet hier).
Dass diese Unternehmen verbunden sind, erkenne ich daran, dass sie alle denselben Eigentümer, nämlich den Besch. und dieselbe Adresse haben. Es wurden regelmäßig Leistungen von einem dieser Unternehmen an ein anderes dieser Unternehmen verrechnet, nach außen hin gab es It. den Aufzeichnungen bis auf Zeitungsabonnements o. ä. keine Aktivitäten. Die Leistungsbeschreibungen waren, um fremdüblich zu sein, viel zu wenig detailliert, es gab nur sehr pauschale Leistungsbeschreibungen und keinen Leistungsgegenstand. Dazu waren die Beträge stets "rund".
Über Frage der Beisitzerin: Es wurde bspw. verrechnet: "Für Leistungen im Zeitraum 01.01.2016 bis 31.03.2016 (350 Stunden) je Stundensatz € 100,-- netto."
Auf Frage der BS: Es waren keine Dienstnehmer angemeldet.
Es wurden in der Buchhaltung Fremdleistungen verrechnet, allerdings nur innerhalb der verbundenen Unternehmen, es gibt keine Rechnungen von Subunternehmen außerhalb der verbundenen Unternehmen.
Über Frage der AB: Die Zahlungen größerer Höhe wurden als Barzahlung verbucht, es gab auch Überweisungen in deutlich geringerer Höhe.
Über Frage des Vert: Ich habe auf Vorhalte keine Antwort bekommen, sodass ich nicht beurteilen kann, ob allenfalls Lieferungen, Leistungen oder etwas Anderes erfolgt sei.
Vert. bringt vor, dass der Besch. wohl GF dieser verbundenen Unternehmen ist, bzgl. der ***8*** Hälfte Eigentümer, bzgl. der ***5*** ist die ***35*** Capital GmbH Alleineigentümerin, und hinsichtlich dieser GmbH ist eine tschechische Gesellschaft 100 % Eigentümer.
Der Besch. gibt auf Befragung an: Ich weiß nicht, wer Eigentümer der tschechischen Gesellschaft ist. Ich kenne nicht die natürliche Person, die wirtschaftlicher Eigentümer dieser Unternehmen ist.
Festgestellter Sachverhalt:
Bei der ***3*** wurden in den Jahren 2016, 2017 und 2018 in den Umsatzsteuerjahreserklärungen, die zu bescheidmäßigen Festsetzungen geführt haben, steuerfreie Auslandsleistungen (Beratungsleistungen) erklärt und Vorsteuern aus Eingangsrechnungen der ***8***, die ebenfalls Beratungsleistungen betrafen, geltend gemacht.
Bei der ***5*** wurden in den Jahren 2016 und 2017 in den Umsatzsteuerjahreserklärungen, die zu bescheidmäßigen Festsetzungen geführt haben, steuerfreie Auslandsleistungen (Beratungsleistungen) erklärt und Vorsteuern aus Eingangsrechnungen der ***8***, die ebenfalls Beratungsleistungen betrafen, geltend gemacht.
Sowohl in den Rechnungen der ***8*** als auch in den Rechnungen der Bf. 2 und der Bf. 3 an die ***35*** ***86***. wird ein Stundensatz von € 100,00 für alle Beratungsleistungen angegeben.
Die steuerfreien Auslandsleistungen sollen an die ***35*** ***86*** erbracht worden sein, die nach Internetrecherchen seit 2010 nicht tätig ist.
Die ***8***, die ***3***, die ***5*** und die ***35*** ***86***. zeichnet aus, dass alle Firmen in Verbindung mit der Person des Bf. 1 stehen, da er bei allen Firmen als Geschäftsführer fungiert.
Es gibt zu den behaupteten Beratungsleistungen nur vom Beschuldigten erstellte Unterlagen zu einer Auflistung der von den Unternehmen ***3*** und ***5*** erbrachten Leistungen sowie Ausgangsrechnungen dieser Firmen an die ***35*** ***86***. und Eingangsrechnungen der ***8***.
Geschäfte mit Fremdfirmen scheinen nicht auf.
Es ist weder durch Verträge noch durch einen sonstigen Nachweis, wann welche inhaltliche Beratungsleistung tatsächlich erbracht wurde, belegt, dass es tatsächlich Auslandsumsätze mit der ***35*** ***86***. in den verfahrensgegenständlichen Jahren gegeben hat. Ebenso gibt es keinen Nachweis, dass die beiden Gesellschaften ***3*** und ***5*** in den verfahrensgegenständlichen Zeiträumen steuerpflichtige Umsätze erzielt hätten.
Die verfahrensgegenständlichen Rechnungen wurden ausschließlich vom Bf. 1 unterfertigt und dies mit seinem ehemaligen Namen.
Zu behaupteten Barzahlungen an die ***8*** gibt es keinen Nachweis eines Geldflusses und keinen Nachweis, dass tatsächlich durch diese Gesellschaft Beratungsleistungen erbracht wurden.
Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich aus den Urkundenvorlagen, dem Vorbringen des Bf.1 und seinen Aussagen im behördlichen Finanzstrafverfahren sowie vor dem BFG.
Objektiver Tatbestand:
***3*** (***35*** ***96***) FN***49***, StNr. ***17***
Die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2016 war bis 30.06.2017 einzureichen und wurde 21.06.2017 eingereicht.
Es wurden steuerfreie Lieferungen von € 35.000,00 erklärt und Vorsteuern von € 7.023,00 geltend gemacht. Die Erklärung führte zu einem Erstbescheid vom 30.11.2017 mit einer Gutschrift von € 7.023,00.
Aus den Feststellungen der Betriebsprüfung resultiert eine Nachforderung von € 14.023,00, die als strafbestimmender Wertbetrag übernommen wurde.
Die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2017 war bis zum 30.6.2018 einzureichen und wurde am 2.7.2018 eingebracht.
Es wurden wiederum Ausfuhrlieferungen im Ausmaß von € 35.000,00 erklärt und Vorsteuern von € 7.041,51 geltend gemacht, somit ergab sich laut Erstbescheid vom 4. Juli 2018 eine Gutschrift von € 7.041,51.
Die mit Bescheid vom 23.1.2020 festgesetzte Nachforderung von € 14.041,51 wurde als strafbestimmender Wertbetrag übernommen.
Die Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 2018 wäre am 30.6.2019 einzureichen gewesen und wurde bereits am 7.2.2019 eingereicht.
Wiederum wurden steuerfreie Auslandsleistungen von € 35.000,00 angegeben und Vorsteuer von € 7.215,22 geltend gemacht.
Der Erstbescheid vom 7.5.2019 erbrachte eine Gutschrift von € 7.215,22.
Die mit Bescheid vom 23.1.2020 festgesetzte Nachforderung von € 14.215,22 wurde als strafbestimmender Wertbetrag übernommen.
Die ***3*** wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 17.1.2006 unter dem Namen ***35*** ***96*** (Namensänderung ist mit 26.7.2017 erfolgt) gegründet. Gesellschafterin ist die ***35*** ***97***. ***24*** (Firmenbuch ***37*** ***38***), Sitz in ***37***, ***39***.
Der Beschuldigte vertritt seit Gründung als alleiniger Geschäftsführer.
Für das Jahr 2015 wurden steuerfreie Auslandslieferungen in der Höhe von € 1.800,00 erklärt und 2014 in der Höhe von € 2.200,00, in den vorhergehenden Jahren wurden die Umsätze mit Null angegeben.
2009 gab es steuerpflichtige Umsätze von € 99.787,50 und 2007 steuerfreie Umsätze von € 59.950.
Nunmehr im Rechtsmittelverfahren gegen die Abgabennachforderungen vorgelegte Unterlagen:
Zur ***35*** ***96*** liegt eine Honorarnote 1 vom 31.3.2016 vor, wonach im Zeitraum 1.1.2016 bis 31.3.2016 Leistungen im Ausmaß von € 35.000,00 (350 Stunden je 100 €) an die ***35*** ***86***. ***89*** - ***90***, ***22*** ***91*** erbracht worden sein sollen. Dazu gibt es ein Leistungsverzeichnis mit Leistungsbeschreibungen wie ***98*** mit 33,5 Stunden bis Leistungen von nur 1 Stunde zu Nominalanspruch oder Dividendenanspruch.
Weiters gibt es eine Honorarnote 1 vom 31.3.2017 an dieselbe Rechnungsempfängerin, ebenfalls mit Leistungen im Ausmaß von € 35.000,00 und ein Leistungsverzeichnis, das dieselbe Leistungsbeschreibung aufweist wie das Verzeichnis für 2016 mit identen Stundenzuweisungen.
Ebenso gibt es eine Honorarnote 1 vom 31.3.2018 an diese Rechnungsempfängerin, die wiederum Leistungen im Ausmaß von € 35.000,00 ausweist und einer identen Leistungsbeschreibung in der dazugehörigen Aufstellung.
Die ***8*** hat am 30.9.2016 eine Honorarnote 1/2017/2018 an die ***35*** ***96*** gelegt, in der Leistungen im Zeitraum 1.7.2016 bis 30.9.2016 im Gesamtausmaß von € 42.000,00 enthalten sind. Dazu werden 350 Stunden als Leistungsausmaß zu je € 100,00 angegeben. Die Umsatzsteuer wurde mit € 7.000,00 ausgewiesen und bei der ***35*** ***96*** in der Jahreserklärung als Vorsteuer geltend gemacht. Auf der Honorarnote steht Betrag dankend erhalten und sie ist mit einem Stempel ***8*** versehen, der eine unleserliche Unterschrift trägt.
Die ***8*** hat am 30.9.2017 eine Honorarnote 1/2017/2018 an die ***3*** gelegt, in der Leistungen im Zeitraum 1.7.2017 bis 30.9.2017 im Gesamtausmaß von € 42.000,00 enthalten sind. Dazu werden 350 Stunden als Leistungsausmaß zu je € 100,00 angegeben. Die Umsatzsteuer wurde mit € 7.000,00 ausgewiesen und bei der ***3*** in der Jahreserklärung als Vorsteuer geltend gemacht. Auf der Honorarnote steht Betrag dankend erhalten und sie ist mit einem Stempel ***8*** versehen, der eine unleserliche Unterschrift trägt.
***8***: FN ***50***, StNr. ***51***
Die ***8*** wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 10.10.2007 gegründet und hatte ebenfalls ***Bf1-Adr*** als Firmensitz. Der Beschuldigte fungierte ab 16.11.2007 bis 7.9.2010 mit ***25*** (***41***, ***42***) als kollektiv vertretungsbefugter Geschäftsführer. Seit 16.1.2013 ist er alleiniger handelsrechtlicher Geschäftsführer. Diese beiden Personen fungieren je zu 50 % als Gesellschafter.
Am 15.11.2018 wurde über das Vermögen dieser Gesellschaft ein Sanierungsverfahren zu ***40*** eröffnet. Mit Beschluss des Gerichtes vom 08.01.2019 ***40*** wurde die Eigenverwaltung entzogen. Am 29.5.2019 wurde die Schließung des Unternehmens angeordnet. Dagegen wurde Rekurs erhoben, dem nicht stattgegeben wurde.
Am 27.12.2023 hat eine Sanierungsplantagsatzung stattgefunden. Für die Schlussrechnungstagsatzung wurde der 20.2.2024 bestimmt.
Die ***8*** hat den mit der ***35*** Management GmbH erzielten Umsatz in der Jahreserklärung für 2016 angegeben, die Umsatzsteuer ist im Umsatzsteuerbescheid vom 6.2.2018 enthalten.
Für das Jahr 2017 beträgt der versteuerte Umsatz € 75.000,00.
Für das Jahr 2018 wurde keine Jahreserklärung eingereicht, der Schätzung wurde wiederum ein Umsatz von € 75.000,00 zu Grunde gelegt.
***5***:
Die Umsatzsteuererklärung 2016 wäre am 30.06.2017 einzureichen gewesen und wurde am 28.09.2017 eingebracht.
Es wurden steuerfreie Auslandsleistungen mit € 82.000,00 erklärt und Vorsteuer mit € 8.617,24 geltend gemacht.
Der Erstbescheid vom 23.11.2017 erbrachte eine Gutschrift von -8.617,24.
Die mit Bescheid vom 23.1.2020 festgesetzte Nachforderung von € 25.017,24 wurde als strafbestimmender Wertbetrag übernommen.
Der Erstbescheid zur Körperschaftsteuer 2016 v. 23.11.2017 basierend auf der Erklärung vom 28.9.2017 erbrachte eine Festsetzung mit € 7.878,00.
Es wurden Umsatzerlöse von € 82.000,00, Personalaufwand ("eigenes Personal") € 6.916,97, Miet- und Pachtaufwand, Leasing € 2.817,47, übrige Aufwendungen € 40.756,60 angegeben.
Der Bescheid nach der abgabenbehördlichen Prüfung vom 23.1.2020 führte zu einer Nachforderung von € 9.999,00.
Davon wurde jedoch nur ein Teilbetrag von € 4.968,22 dem bisherigen Verfahren als strafbestimmender Wertbetrag zu Grunde gelegt.
Die Umsatzsteuerjahreserklärung 2017 wäre am 30.6.2018 einzureichen gewesen und wurde am 12.9.2018 eingebracht.
Es wurden steuerfreie Auslandsleistungen von € 78.800,00 erklärt und Vorsteuern von € 8.362,97 geltend gemacht.
Der Erstbescheid vom 24.9.2018 erbrachte eine Gutschrift von € - 8.362,97.
Der Bescheid nach der abgabenbehördlichen Prüfung vom 23.1.2020 erbrachte eine Nachforderung von € 24.122,97.
Die Körperschaftsteuererklärung 2017 wäre ebenfalls am 30.6.2018 einzureichen gewesen und wurde am 12.9.2018 eingebracht.
Es wurde eine Festsetzung mit € 7.799,00 vorgenommen.
Es wurden Umsatzerlöse von € 78.800,00, Beigestelltes Personal (Fremdpersonal) und Fremdleistungen € 40.000,00, Personalaufwand ("eigenes Personal") € 6.322,56, Miet- und Pachtaufwand, Leasing € 581,23, übrige Aufwendungen € 700,69 angegeben
Der Bescheid nach der abgabenbehördlichen Prüfung vom 23.1.2020 erbrachte eine Nachforderung von € 10.000,00.
Davon wurde jedoch nur ein Teilbetrag von € 4.503,61 dem bisherigen Verfahren als strafbestimmender Wertbetrag zu Grunde gelegt
Die Umsatzsteuererklärung 2018 wäre am 30.6.2019 einzureichen gewesen und wurde am 30.9.2019 eingereicht. Sie führte jedoch zu keiner Abgabenfestsetzung.
Es wurden Auslandsumsätze von € 77.200,00 und steuerpflichtige Umsätze von € 2.020,83 erklärt sowie Vorsteuern im Ausmaß von € 8.102,57 geltend gemacht.
Die Jahresveranlagung der Umsatzsteuer 2018 basiert auf den Feststellungen der abgabenbehördlichen Prüfung und erbrachte eine Nachforderung von € 15.844,17.
Die Körperschaftsteuererklärung 2018 wurde ebenfalls erst am 30.9.2019 eingereicht und führte zu keiner Abgabenfestsetzung. Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb wurden mit € 31.209,35 angegeben.
Die Jahresveranlagung der Körperschaftsteuer 2018 basiert auf den Feststellungen der abgabenbehördlichen Prüfung und erbrachte eine Nachforderung von € 16.052,00.
Es gab in den Jahren 2016, 2017 und 2018 keine Umsatzsteuervoranmeldungen, die Abgabenbehörde hatte bei Eintritt der Erklärungsfrist des § 134 BAO keine Kenntnis von der Entstehung der Abgabenansprüche.
Die Körperschaftsteuervorauszahlungen wurden den gesetzlichen Vorgaben folgend vor Entstehung des Abgabenanspruches für die jeweilige Körperschaftsteuer mit Ablauf des Jahres 2016, 2017 und 2018 festgesetzt, von einem laut Erklärungen erzielten Gewinn hatte die Behörde erst nach Einreichung der unrichtigen Erklärungen Kenntnis und dies nach Ablauf der Erklärungsfrist.
Die ***5*** wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 31.1.2006 gegründet. Sie hat seit 23.1.2015 ihre Firmenadresse an derselben Adresse wie die ***3***.
Der Beschuldigte fungiert seit Gründung als alleiniger handelsrechtlicher Geschäftsführer und war auch bis 29.11.2013 alleiniger Gesellschafter. Seit 29.3.2013 ist die ***35*** ***96*** alleinige Gesellschafterin.
Die ***5*** hat ab 2007 laufend steuerfreie Auslandsleistungen erklärt. 2007 € 69.200,00, 2008 € 58.753,00, 2009 € 112.000,00, 2010 € 132.000,00, 2011 € 44.000,00, 2012 € 37.800,00, 2013 € 36.000,00, 2014 € 52.000,00, 2015 € 86.400,00.
In den vorgelegten Akten befindet sich eine Honorarnote 1-2016 der ***5*** vom 31.3.2016 an die ***35*** ***86***. ***89*** - ***90***, ***22*** ***91*** für im Zeitraum 1.1.2016 bis 31.3.2016 erbrachte Leistungen im Ausmaß von € 20.500,00 netto (205 Stunden je Stundensatz von € 100,00) mit einer Leistungsbeschreibung und den einzelnen Leistungsbeschreibungen zugeordneten geleisteten Stunden wie auch bereits in den Honorarnoten der ***3*** ersichtlich.
In der Honorarnote 2-2016 vom 30.6.2016 an dieselbe Empfängerin wurden wiederum Leistungen in der Gesamthöhe von € 20.500,00 ausgewiesen, auch dazu liegt eine Leistungsbeschreibung vor.
Desweiteren gibt es Honorarnoten 3-2016 v. 30.9.2016 und 4-2016 vom 31.12.2016 wiederum über je € 20.500,00 an dieselbe Empfängerin (incl. Leistungsbeschreibung).
Die Honorarnote 1-2017 v. 31.3.2017 weist Leistungen an dieselbe Empfängerin v. € 19.700,00 aus (197 Stunden zu 100,00).
Die Honorarnoten 2-2017 v. 30.6.2017, 3-2017 v. 30.9.2017, 4-2017 v. 31.12.2017 enthalten ebenfalls Leistungen an dieselbe Empfängerin von je € 19.700,00, auch dazu gibt es Leistungsbezeichnungen.
Letztlich liegen auch 4 Honorarnoten für das Jahr 2018 zu je € 19.300,00 an dieselbe Empfängerin samt Leistungsbeschreibung vor.
Journal gesamt 2016: 30.9.2016 ***8*** 48.000,00.
Journal gesamt 2017: 30.10.2017 ***8*** 48.000,00.
Persönliche Lage des Beschuldigten:
Der Beschuldigte wurde am ***1*** in ***60*** geboren und hieß zunächst bis 2013 ***70***. In der Folge erwarb er in Österreich ein Magisterium und ein Doktorat, wobei sich seine Doktorarbeit mit ***98*** befasste.
2014 Einkommen € 793,71, 2015 € 65,14, dann Wiederaufnahme € 3.718,96 davon € 3.653,82 von der ***5***, 2016 € -60, BVE € 4.845,54, Einkünfte von der ***87*** GmbH v. € 5.037,54, 2017 € 4.900,80, 2018 € 4.900,80, Einkünfte von der ***87*** GmbH v. € 5.092,80.
***35*** ***86***.:
Die Empfängerin der Leistungen laut Rechnungen der beiden belangten Verbände, die ***35*** ***86***. ist seit 2010 inaktiv. Als Kontaktperson wurde ***70*** erfasst.
Folgende Daten waren dazu ermittelbar:
***35*** ***87*** INC. was filed on 05 Jan 2009 as Profit Corporation type, registered at ***66***. It's Document Number is ***67***. The state for this company is ***22***. There is 1 director of this company. The agent name of this company is: ***68***, and company's status is INACTIVE now.
***35*** ***86***.'s dissolution date is Sep 24 2010 and it had been 1 years 8 months, and 19 days since its registered.
Document No. ***67***, Company Name: ***35*** ***87*** INC.
Date of Incorporation: 2009-01-05, Status: INACTIVE
Company Type: ***22*** Profit Corporation
State: ***22***
Annual Reports: No Annual Reports Filed
Last Event: ADMIN DISSOLUTION FOR ANNUAL REPORT
Date of Dissolution: 2010-09-24
Principal Address
***66***
Registered Agent Name: ***68***
Registered Agent Address: ***69***
updated on 2023-07-06
Director details (1) Name Title Address
***70***, ***71***
ADVERTISING
Companies Name Start With ***35***
• ***72***
• ***73***.
• ***35*** ***87*** INC.
• ***74***
• ***75***
• ***76***
• ***77***
• ***78***
• ***79***
• ***80***
Similar name companies of other state / region
• ***81***
[Grafik]
Somit wird auch im Finanzstrafverfahren davon ausgegangen, dass nicht wie die ausgestellten Rechnungen behaupten tatsächlich ausländische Beratungsleistungen erbracht wurden.
Jedoch gibt es auch keinen Hinweis dazu, dass in Österreich steuerpflichtige Leistungen erbracht und nicht versteuert wurden.
Für die Übernehmbarkeit für Zwecke eines Finanzstrafverfahrens ist es nicht ausreichend, dass durch die Erklärungslegung die Behauptung aufgestellt wurde, dass Leistungen erbracht wurden und ihnen lediglich mangels Nachweises dazu die Auslandseigenschaft abgabenrechtlich nicht zugestanden wurde.
Demnach verbleibt finanzstrafrechtlich die Geltendmachung der Vorsteuern aus den Eingangsrechnungen der ***8***, die zu Unrecht erfolgt ist, da eine Leistungserbringung durch diese Gesellschaft nach Ansicht des Senates nicht belegt wurde.
Es gibt ausschließlich vom Bf. 1 erstellte Tabellen mit Leistungsverzeichnissen zu angeblich von ihm erbrachten Beratungsleistungen. Im gesamten Verfahren wurde keine weitere natürliche Person als Vertragspartner genannt und auch nicht bekannt gegeben, an wen welche konkrete Beratungsleistung vorgenommen worden ist. Es liegen keine Verträge und keine Beratungsprotokolle vor.
Der Bf.1 behauptet auch stets Barzahlungen von sich an sich, die nicht belegt sind und weicht Fragen nach Vertragsgestaltungen mit dem Verweis auf die in ***37*** ansäßige ***35*** ***97*** aus, deren handelnde Personen er ebenfalls nicht kennen will. Angebliche Weisungen von Unbekannten, Beratungen an unbekannte ausländische Firmen und letztlich Rechnungslegung an ein in den Tatzeiträumen stillgelegtes Unternehmen in ***22*** bei dem der Bf. ebenfalls als Geschäftsführer fungierte und zu dem dann letztlich wiederum eine Mutterfirma behauptet wurde.
Bewiesen ist lediglich, dass der Bf. über ein Doktorat verfügt und zu welchem Thema er seine Dissertation gemacht hat, seine Angaben zu Geschäftstätigkeiten der involvierten Firmen sind ebenso unglaubwürdig wie die Beratungsleistungen im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Portfolios an ***85*** und dessen nunmehrige Verringerung auf Grund dieses von der Höhe her gesehen unbedeutenden Finanzstrafverfahrens sowie zu seiner Einkommenslage.
Mangels Nachweises einer entsprechenden Leistungserbringung waren daher die geltend gemachten Vorsteuern aus den Eingangsrechnungen der ***8*** nicht anzuerkennen.
Der Senat ist zu dem Schluss gekommen, dass bei der ***3*** objektiv folgende drei finanzstrafrechtlich zu ahndende Taten vorliegen:
USt 2016: Die unrichtige Erklärung führte zu einem Erstbescheid vom 30.11.2017 mit einer Gutschrift von € 7.023,00. Damit wurde im Ausmaß der nicht anzuerkennenden Vorsteuer von € 7.000,00 nach § 33 Abs. 3 lit. c FinStrG eine Abgabenverkürzung bescheidmäßig festzusetzender Abgaben bewirkt.
USt 2017: Die unrichtige Erklärung führte zu einem Erstbescheid vom 4. Juli 2018 mit einer Gutschrift von € 7.041,51. Damit wurde im Ausmaß der nicht anzuerkennenden Vorsteuer von € 7.000,00 nach § 33 Abs. 3 lit. c FinStrG eine Abgabenverkürzung bescheidmäßig festzusetzender Abgaben bewirkt.
USt 2018: Die unrichtige Erklärung führte zu einem Erstbescheid vom 7.5.2019 mit einer Gutschrift von € 7.215,22. Damit wurde im Ausmaß der nicht anzuerkennenden Vorsteuer von € 7.000,00 nach § 33 Abs. 3 lit. c FinStrG eine Abgabenverkürzung bescheidmäßig festzusetzender Abgaben bewirkt.
Das Beweisverfahren hat ergeben, dass auch die ***5*** keine steuerpflichtigen Umsätze erzielt hat, jedoch Vorsteuern aus den Eingangsrechnungen der ***8*** zu Unrecht geltend gemacht wurden.
Es ist nicht feststellbar gewesen, dass die ***5*** tatsächlich 2016 und 2017 Gewinne erzielt hat, daher ist auch eine Verkürzung der Körperschaftsteuern in diesen beiden Jahren nicht nachweisbar.
Demnach liegen objektiv folgende zwei finanzstrafrechtlich zu ahndende Taten vor:
Dieses Dokument enthält 22 Grafiken, die hier noch nicht angezeigt werden — siehe Original.
Normen und Schlagworte
- § 34 Abs. 1 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 136 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 157 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 34 Abs. 3 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 33 Abs. 3 lit. c FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 20 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 28a Abs. 2 FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 185 Abs. 1 lit. a FinStrG, Finanzstrafgesetz, BGBl. Nr. 129/1958
- § 5 Abs. 1 VbVG, Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, BGBl. I Nr. 151/2005
- § 3 Abs. 2 VbVG, Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, BGBl. I Nr. 151/2005
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7300026/2023
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2024:RV.7300026.2023
- Stammnummer
- 143473
- Gültig
- 06.02.2024 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF