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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7104675/2020

1. Gesellschafter-Darlehen als verdecktes Stammkapital 2. Verbindlichkeiten aus entgeltlich erworbenen Gift-Cards (Geschenkgutscheinen) 3. Rückstellungen für Bonuspunkte/Treuegutscheine

geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/7104675/2020vom 10.10.2025Teil 4 von 6
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Soweit im vorstehenden Schriftsatz auf einzelne Punkte der Stellungnahmen der Finanzverwaltung nicht eingegangen werde, bedeute dies keineswegs, dass die in der Stellungnahme der BP vertretene Auffassung geteilt werde, sondern lediglich, dass ohnehin bereits alle relevanten Argumente in den von der Bf. übermittelten Beschwerdeschreiben dargelegt worden seien. II. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: 1. Sachverhalt und Beteiligungsverhältnisse: Die Bf. ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der ***T-SAS***. mit Sitz in ***B.*** (im Folgenden ***T-SAS***) und Teil des ***X-Zweiges*** von ***HI-Ltd***. Die Bf. vertreibt vorrangig ***B-Produkte*** durch ca. ***NN-Filialen*** in Österreich. Darüber hinaus ist die Bf. innerhalb des ***T***-Konzerns als Holdinggesellschaft für die nicht*** Beteiligungen tätig, indem Tochterunternehmen wie die ***NC-GmbH***, ***N-Ib***, ***N.I***, ***LP-SA*** (***Land2***) sowie die ***C-SA*** (***Land2***) eingebracht wurden. Die Bf. fungiert als Holdinggesellschaft für die Beteiligungen an Tochtergesellschaften in der ***Land1***, ***Land2***, ***Land3***, ***Land4***, ***Land6*** und ***Land5***. Über die Tochtergesellschaft ***I-GmbH***/***Land5*** hält die Bf. mittelbar weitere Tochtergesellschaften in Zentraleuropa (***LandX***, ***LandX***, ***LandX***, ***LandX*** und ***LandX***). Die Geschäftsanteile an der ***I-GmbH*** hat die Bf. 2004 von ***T-SAS***/***B.*** und die restlichen Anteile mit Anteilskaufvertrag vom 8. Juli 2009 von ***L-Ltd*** und ***B-Ltd*** erworben. Die Anschaffung dieser Beteiligung wurde fremdfinanziert. Mit Einbringungsverträgen vom 24. September 2003 wurden jeweils 100% der Kapitalanteile der früheren Schwestergesellschaften im Gesamtwert von EUR 194.574.000,00 durch die Muttergesellschaft ***T-SAS*** (***T-SAS***), ***F.*** wie folgt eingebracht: | Gesellschaft: | Stammkapital: | ***AR-AG***/***Land1***: | 122.090.000,00 | ***N-Ib***/***Land3***: | 30.472.000,00 | ***N.I***/***Land2***: | 30.533.000,00 | ***LP-SA***/***Land2***: | 6.387.000,00 | ***CE-SA***/***Land2***: | 837.000,00 Die vorstehend bezeichneten Gesellschaften stehen mit der Bf. auf gleichgelagerter Funktionsstufe und betreiben das Filialvertriebsnetz in den jeweiligen Ländern. Über die Bewertung der Einbringung wurde zum Zeitpunkt der Einbringung kein Bewertungsgutachten vorgelegt, da diese zu Buchwerten erfolgte. Aufgrund des fehlenden Einbringungsgutachtens stellte der damalige Wirtschaftsprüfer für die UGB-Jahresabschlüsse 2004 und 2005 nur einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk aus. Im Jahre 2005 wurde die gesamte ***T*** Konzerngruppe durch den ***BSV*** Konzern, der Einzelhandelssparte des weltweiten ***HI-Ltd*** Konzerns übernommen. Aufgrund der Finanzwirtschaftskrise 2008 und dem damit verbundenen starken Rückgang der Konsumausgaben realisierten einige der Tochtergesellschaften Verluste, hinsichtlich derer die Bf. Zuschüsse zur Abdeckung der Verluste an die jeweiligen Tochtergesellschaften leistete. Diese Zuschüsse erfolgten in Form von Forderungsverzichten oder durch Zuführung liquider Mittel. Die Gesellschafterzuschüsse der Bf. wurden fremdfinanziert durch Aufnahme von Konzernverbindlichkeiten. Aufgrund der anhaltenden Verlustsituation der Tochtergesellschaften wurden die von der Bf. getätigten Zuschüsse zu einem Großteil wieder im selben Jahr steuerneutral abgeschrieben. Bereits 2004 und auch in den Folgejahren wurden durch die Bf. von Konzerngesellschaften Forderungen an ***I-SDA*** erworben und Konzernverbindlichkeiten zur Finanzierung dieser Gesellschaften aufgenommen, wobei auch in großem Umfang Zuschüsse bzw. Forderungsabtretungen mit anschließendem Forderungsverzicht gewährt wurden, die auf die Beteiligung aktiviert und in der Folge immer wieder steuerneutral auf den Teilwert abgeschrieben wurden. 2. Verbindlichkeiten und Zinsaufwendungen verbundene Unternehmen: 2.1 Darlehen der ***H-SAS*** - iZm Finanzierung ***N.I.***: 2.1.1 Darstellung des maßgeblichen Sachverhalts: Den Gegenstand des vorliegenden Rechtsstreits bildet die Frage, ob Zinsaufwendungen für das Jahr 2012 aus dem Darlehen der ***H-SAS*** iHv EUR 1.601.892,00 zum Abzug zugelassen werden können, als dieses konzerninterne Darlehen als verdecktes Stammkapital zu qualifizieren war. Dies insbesondere unter dem Aspekt, dass das Darlehensanbot vom 23. Dezember 2005 über die Gewährung eines Darlehens iHv EUR 54.133.758,18 nicht von der ***H-SAS*** als Darlehensgeberin unterfertigt, mit diesem Darlehensanbot nicht über Laufzeit, Zinsen und Rückzahlung abgesprochen, wenngleich das Konto verzinst und die überwiegenden Zinsen dem Darlehenskonto angelastet wurden. Darüber hinaus hat es im Zeitraum 2006 bis 2011 vergleichsweise geringfügige Darlehensrückzahlungen gegeben. Mit nicht unterfertigtem Anbot vom 23.12.2005 über die Abtretung von Forderungen erwarb die Bf. von ihrer Schwestergesellschaft ***H-SAS***/***B.*** Forderungen gegenüber ihrer Tochtergesellschaft, ***N.I***, iHv EUR 54.133.758,18, welche durch gleichzeitige Gewährung eines konzerninternen Darlehens iHv EUR 54.133.758,18 durch die ***H-SAS***/***B.*** finanziert wurden. Hinsichtlich des mit Anbot vom 23.12.2005 eingeräumten Darlehens iHv EUR 54.133.758,18 zum 31.12.2005 wurden mit Anbot vom 23.12.2005 keine Vereinbarungen betreffend die Rückzahlung und Verzinsung dieser Darlehensverbindlichkeit getroffen. Dessen ungeachtet wurde diese Forderung verzinst, wobei sich der Zinssatz im Zeitraum 2006 bis 2011 zwischen 2,952% und 5,9% bewegte. Mit "current account agreement" vom 6. Mai 2011 wurden rückwirkend per 1.1.2010 Zinsen festgelegt, jedoch nicht bis Ende 2011 entrichtet. Darüber hinaus enthält das "current account agreement" vom 6. Mai 2011 keine Rückzahlungsvereinbarung. Infolge weiterer Gesellschafterzuschüsse an ***N.I.*** bzw. durch Forderungsverzichte wurde das von ***H-SAS*** gewährte Darlehen in mehreren Schritten bis einschließlich 2011 von EUR 54.133.788,18 ohne zusätzliche weitere schriftliche Vereinbarungen mehrfach bis auf EUR 111.067.876,34 aufgestockt. Hinsichtlich der im Jahre 2011 erfolgten Aufstockung des Darlehens der ***H-SAS*** um EUR 20.749.586,86 war zudem zu berücksichtigen, dass die Bf. im Jahre 2011 über eine Eigenkapitalquote von lediglich 5,57% verfügte: | Bezeichnung: | Betrag: | Bezeichnung: | Betrag: | Anlagevermögen: | 261.061.618,49 | Eigenkapital: | 16.734.983,62 | Umlaufvermögen: | 39.079.622,82 | Rückstellungen: | 6.707.099,16 | aktive Rechnungsabgrenzung: | 54.036,83 | Verbindlichkeiten: | 276.753.195,36 | SUMME: | 300.195.278,14 | | 300.195.278,14 | |   | Eigenkapital-Quote: | 5,57% Für den beschwerdegegenständlichen Zeiträume 2012 und 2013 wurde im Anhang zu Tz. 1 des BP-Berichts die Eigenkapitalquote mit -5,9% (2012) bzw. -2% (2013) ausgewiesen, sodass jeweils eine buchmäßige Überschuldung der Bf. gegeben und die Verbindlichkeiten der Bf. höher als deren Aktiva waren. Bis einschließlich 2. Juli 2012 erhöhte sich der Gesamtbetrag des Darlehens der ***H-SAS*** von EUR 111.067.876,34 (31.12.2011) auf EUR 112.670.000,00 (d.s. EUR 91.343.000 Darlehen zuzüglich Zinsen iHv EUR 21.327.000,00), und somit um EUR 1.602.137,70. Die Erhöhung 2012 des Darlehens der ***H-SAS*** resultiert somit im Wesentlichen aus dem Zinsaufwand 2012 iHv EUR 1.601.892,00. Im Zeitraum 2006 bis 2011 wurde der überwiegende Teil der Zinsen im Gesamtbetrag von EUR 20.219.862,82 dem Konto angelastet und lediglich Darlehensrückzahlungen in Höhe von EUR 6.108.493,96 geleistet (s. Eingabe vom 28.03.2024, Verfahren 2008-2011): | Datum: | Beschreibung: | Betrag: | Zinsbuchungen: | Rückzahlung: | 30.06.2006 | UB Transfer Receiv. ***I.*** | - 54.133.758,18 | | | 08.08.2006 | UB Zahlung ***T*** | 1.108.493,96 | | 1.108.493,96 | 01.10.2007 | Interest 2006 ***H-SAS*** | - 2.203.822,82 | - 2.203.822,82 | | 30.12.2007 | Interest IC 1-12/07 | - 3.006.660,00 | - 3.006.660,00 | | 09.10.2008 | ZG ***H-SAS******H-SAS*** | 500.000,00 | | 500.000,00 | 22.12.2008 | Rückzahlung an ***H-SAS*** | 4.000.000,00 | | 4.000.000,00 | 28.12.2008 | ***H-SAS*** Interest | - 4.071.203,00 | - 4.071.203,00 | | 27.12.2009 | ***H-SAS*** Interest | - 4.391.316,00 | - 4.391.316,00 | | 17.06.2010 | Interest ***H-SAS*** ***F-SNC*** | - 989.359,00 | - 989.359,00 | | 06.07.2010 | Interest ***H-SAS*** ***F-SNC*** | - 866.046,00 | - 866.046,00 | | 26.09.2010 | ***H-SAS*** Int. | - 927.703,00 | - 927.703,00 | | 26.12.2010 | ***H-SAS*** Interest | - 168.228,00 | - 168.228,00 | | 20.02.2011 | ***T*** Interest | - 218.392,00 | - 218.392,00 | | 20.02.2011 | ***T*** Interest | - 287.687,00 | - 287.687,00 | | 27.03.2011 | ***H-SAS***, Int. | - 279.249,00 | - 279.249,00 | | 24.04.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 280.623,00 | - 280.623,00 | | 22.05.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 313.819,00 | - 313.819,00 | | 26.06.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 301.832,00 | - 301.832,00 | | 24.07.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 321.889,00 | - 321.889,00 | | 21.08.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 331.242,00 | - 331.242,00 | | 23.09.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 313.148,00 | - 313.148,00 | | 21.10.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 323.953,00 | - 323.953,00 | | 20.11.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 314.167,00 | - 314.167,00 | | 27.12.2011 | Sasu ***T*** | 500.000,00 | | 500.000,00 | 30.12.2011 | ***H-SAS***, Interest | - 309.524,00 | - 309.524,00 | | SUMME: | | | - 20.219.862,82 | 6.108.493,96 Im Zuge einer Vor-BP II für die Jahre 2008 bis 2012 wurden nachstehende Zinsaufwendungen aus dem Darlehen der ***H-SAS*** nicht zum Abzug zugelassen, da ein eigenkapitalersetzendes Darlehen vorliege: | Zinsaufw. ***N.I.*** SA: | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Zinsen ***H-SAS***: | 4.071.023,00 | 4.391.316,00 | 2.956.333,00 | 3.595.525,00 | bereits in MWR zugerechnet: | | | - 1.479.770,53 | - 1.752.435,42 | Erfolgsänderung: | 4.071.023,00 | 4.391.316,00 | 1.476.562,47 | 1.843.089,58 | davon nicht strittig: | - 2.190.212,88 | - 2.263.639,80 | | | strittige Erfolgsänderung: | 1.880.810,12 | 2.127.676,20 | 1.476.562,47 | 1.843.089,58 Im Zuge einer weiteren Vor-BP I für die Jahre 2005 bis 2007 wurden Zinsaufwendungen iHv EUR 604.000 (2005), EUR 1.364.000 (2006) und EUR 2.722.000 (2007) betreffend des von der ***H-SAS***/***B.*** der Bf. gewährten Kontokorrentkredits mangels fremdüblicher schriftlicher Vereinbarung sowie mangels Rückzahlung des Darlehensbetrages und wegen fehlender Entrichtung von Zinsen nicht zum Abzug zugelassen. Nach dem Beschwerdevorbringen wurde dieser Kontokorrentkredit in den Jahren 2006 bis 2011 mit 2,952% p.a. bis 5,9% p.a. verzinst, wobei sich die Zinssätze aus dem Durchschnitt der quartalsweise vom *** Finanzministerium publizierten Zinssätze ergeben. Der Saldo dieses Darlehens wurde 2012 um Zinsen iHv EUR 1.601.892,00 erhöht, als die Salden dieses Darlehens zum 31.12.2011 EUR 111.067.876,34 und zum Zeitpunkt der Tilgung mit 29. Juli 2012 EUR 112.670.000,00. Aufgrund von Umschuldungen auf ***F-SNC*** sowie aufgrund eines Ur-Großmutterzuschusses in 9/2013 iHv EUR 70.000.000 durch ***AH-BV*** besteht diese Forderung gegenüber der ***H-SAS*** zum 31.12.2012 nicht mehr, mit 29. Juli 2012 wurde dieses Darlehen iHv EUR 112.670.000,00 zur Gänze getilgt (s. Beilage 3, Eingabe vom 28.03.2024). Darüber hinaus wird nach den Feststellungen der BP die Bf. nicht als wirtschaftliche Eigentümerin der ***N.I.*** gesehen, da nach der Funktions- und Risikoanalyse die Funktion sowie das Risiko der Beteiligungsfinanzierung nicht der Bf. zuzurechnen seien. Diese Feststellung wurde von der BP im Zuge der abgabenbehördlichen Prüfung aufgrund der Zeugenaussagen von Mag. ***W.K.***, ***E.R.***, ***I.M.***, ***C.B.*** und ***C.S.*** im gerichtlichen Strafverfahren gegen die ehemaligen Prokuristen ***H.L.*** und ***M.R.***, getroffen. Dabei sei es um den Vorwurf der Bilanzfälschung und der Auszahlung ungerechtfertigter Boni an die ehemaligen Prokuristen ***H.L.*** und ***M.R.*** gegangen. 2.1.2 Rechtsgrundlagen und rechtliche Grundsätze: Gemäß § 8 Abs. 1 KStG 1988 bleiben bei der Ermittlung des Einkommens Einlagen und Beiträge jeder Art insoweit außer Ansatz, als sie von Personen in ihrer Eigenschaft als Gesellschafter, Mitglieder oder in ähnlicher Eigenschaft geleistet werden. § 6 Z 14 lit. b des Einkommensteuergesetzes 1988 ist sinngemäß anzuwenden. Bei einem Forderungsverzicht auf Seiten des Gesellschafters ist der nicht mehr werthaltige Teil der Forderung steuerwirksam. Gemäß § 4 Abs. 12 Z 1 EStG 1988 idF BGBl I 102/2007, BGBl I 52/2009 und BGBl I 111/2010 zählen zu den Einlagen u.a. auch Verbindlichkeiten, denen abgabenrechtlich die Eigenschaft eines verdeckten Grund-, Stamm- oder Genossenschaftskapitals zukommt. Nach § 21 BAO ist für die Beurteilung abgabenrechtlicher Fragen in wirtschaftlicher Betrachtungsweise der wahre wirtschaftliche Gehalt und nicht die äußere Erscheinungsform des Sachverhaltes maßgebend. Im Rahmen der Privatautonomie steht es den Organen einer Kapitalgesellschaft grundsätzlich frei, zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung zu wählen (Finanzierungsfreiheit). Umfasst ist davon auch die Hingabe von verzinstem oder unverzinstem Fremdkapital durch den Anteilseigner zB in Form von Gesellschafterdarlehen. Eine Umqualifikation in steuerliches Eigenkapital kann nur dann erfolgen, wenn die allgemeinen Tatbestandsmerkmale einer verdeckten Einlage vorliegen (vgl. Lang/Rust/Schuch/Staringer, KStG, § 8, Rz. 47). Im Steuerrecht findet sich keine gesetzliche Definition des Eigenkapitals, die Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital ist jedoch wegen der grundsätzlich unterschiedlichen Behandlung im Einkommens- bzw. Körperschaftsteuerrecht von großer Bedeutung (vgl. Bertl u.a., Steuerlehre: Handbuch, 3. Finanzierung durch hybride Finanzierungsmittel, S. 112). Um verdecktes Eigenkapital zu begründen, fordert die Rechtsprechung des VwGH das Vorliegen "besonderer Umstände", wobei der Beweis der Abgabenbehörde obliegt (vgl. VwGH erstmals 30.3.1953, Zl. 0565/51). Entscheidend dabei ist das Gesamtbild der Verhältnisse (vgl. VwGH 20.4.1982, Zl. 81/14/0195). Die Wertung von Leistungsbeziehungen zwischen Körperschaften und ihren Mitgliedern als betriebliche Vorgänge setzt nach der Rechtsprechung des VwGH voraus, dass die Leistungsbeziehungen auch gegenüber gesellschaftsfremden Personen üblichen Bedingungen erfolgen. Andernfalls liegen Ausschüttungs- und Einlage-Vorgänge vor, auch wenn die Vorgänge in zivilrechtliche Geschäfte eingekleidet werden. Verträge zwischen Kapitalgesellschaften und ihren Gesellschaftern finden nur dann steuerliche Anerkennung, wenn sie nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen, einen klaren und eindeutigen Inhalt haben und auch zwischen Fremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen worden wären (vgl. VwGH 28.4.1999, Zl. 97/13/0068). Zur Frage des verdeckten Eigenkapitals hat der VwGH in der älteren Rechtsprechung zunächst ausgesprochen, dass der Steuerpflichtige in der Wahl der Mittel, mit denen er seinen Betrieb führen will, grundsätzlich nicht beschränkt ist, d.h. dass er bei der Auswahl seiner Finanzierungsmöglichkeiten nicht bevormundet werden darf und es ihm grundsätzlich freisteht, seinen Betrieb mit Eigenmitteln oder mit Fremdmitteln auszustatten (vgl. VwGH 18.12.1990, Zl. 89/14/0133). Nach diesem Erkenntnis kann daher eine in die äußere Form eines Darlehens gekleidete Forderung der Gesellschafter an eine GmbH nur unter besonderen Umständen, die dafür sprechen, dass die Darlehenshingabe objektiv den wirtschaftlichen Erfolg hat, Eigenkapital zu ersetzen und daher eine Kapitalzuführung (Kapitalerhöhung) das wirtschaftlich Gebotene gewesen wäre, als verdecktes Eigenkapital angesehen werden (vgl. VwGH 18.12.1990, Zl. 89/14/0133). Das Verhältnis des Eigenkapitals zum Fremdkapital nahm va. in der älteren VwGH-Rechtsprechung zum verdeckten Eigenkapital eine bestimmende Stellung ein (erstmalig VwGH 30.3.1953, Zl. 0565/51), ein Missverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital wird von der Rechtsprechung als Indiz dafür gewertet, dass das Gesellschafterdarlehen wirtschaftlich Eigenkapital ersetzt. Auf eine allgemeine Eigenkapitalquote hat sich der VwGH dabei nicht festgelegt, als vielmehr auf eine "wirtschaftlich gebotene Eigenmittelausstattung" verwiesen wurde, um das dauerhafte wirtschaftliche Überleben der Gesellschaft sicherzustellen (vgl. VwGH 20.4.1982, Zl. 81/14/0195; 23.10.1984, Zl. 83/14/0257; 10.7.1996, Zl. 94/15/0114). An die den Abgabenbehörden obliegende Beweisführung, dass im konkreten Fall ausnahmsweise besondere Umstände der angegebenen Art vorliegen, sind besonders strenge Anforderungen zu stellen, wobei die geforderten "besonderen Umstände" nicht schon dadurch gegeben sind, dass das Darlehen von der Gesellschaft zu gleich günstigen Bedingungen nicht am Kapitalmarkt zu beschaffen gewesen wäre. Bei der Beurteilung, ob solche "besonderen Umstände" vorliegen oder nicht, ist auf den Zeitpunkt der Darlehenszuzählung abzustellen. Auf nachträglich eingetretene wirtschaftliche oder steuerliche Entwicklungen kann die Annahme, das gegebene Darlehen eines Gesellschafters sei in wirtschaftlicher Betrachtungsweise verdecktes Eigenkapital, nicht gestützt werden (vgl. VwGH 20.4.1982, Zl. 81/14/0195). In seiner jüngeren Rechtsprechung geht der VwGH nunmehr von der Eigenmittelausstattung als Beurteilungskriterium ab und verweist ausdrücklich darauf, dass keine betriebswirtschaftlich gebotene Mindestausstattung existiert (vgl. VwGH 1.9.2015, Zl. 2012/15/0234; 3.11.1994, Zl. 93/15/0082). Die jüngere Rechtsprechung des VwGH fordert nicht mehr den strengen Nachweis der Behörde, dass die als Darlehen gestalteten Kapitalzuführungen eines Gesellschafters an seine Kapitalgesellschaft in wirtschaftlicher Betrachtungsweise objektiv Eigenkapital ersetzen, sondern überprüft derartige Darlehensverträge anhand der für Familienverträge entwickelten Kriterien (vgl. VwGH 28.4.1999, Zl. 97/13/0068; 14.12.2000, Zl. 95/15/0127). Maßgebend ist daher vor allem, ob es sich um klare Gestaltungen handelt, die einem Fremdvergleich standhalten. Auf das Missverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital kommt es daher nicht mehr entscheidend an. Für die Annahme von verdeckten Eigenkapital genügt demnach schon, dass die Gestaltung des Darlehens nicht den vom VwGH für Familienverträge entwickelten Kriterien entspricht. In dem Erkenntnis vom 21.10.2004, Zl. 2000/13/0179, 0180 hat der VwGH das Fehlen jeglicher (eindeutiger und klarer) Vereinbarungen über Sicherheiten jedenfalls als fremdunüblich bezeichnet (vgl. VwGH 21.10.2004, Zl. 2000/13/0179, 0180). Zusammengefasst stellt die Rechtsprechung des VwGH in seiner Judikatur zum verdeckten Eigenkapital auf folgende Kriterien ab: (1) wirtschaftlich angemessene Eigenkapitalausstattung, (2) Klarheit, Publizität und Transparenz der Kreditvergabe und (3) Marktkonformität der Vertragsbestandteile. Es ist daher nach der Rechtsprechung des VwGH in jedem Fall zu prüfen, ob die Zuwendung nach ihrem "inneren Gehalt" ihre Ursache in einer schuldrechtlichen Beziehung zwischen Gesellschaft und Gesellschafter oder im Gesellschaftsverhältnis hat. In letzterem Fall ist - ungeachtet einer allfälligen Bezeichnung zB als Darlehen - als verdeckte Einlage anzusehen (vgl. VwGH 21.10.2004, Zl. 2000/13/0179; 14.12.2000, Zl. 95/15/0127). Die Frage, ob ein Kredit oder Darlehen in (verdecktes) Eigenkapital steuerlich umqualifiziert wird, stellt sich daher in jenen Fällen, bei denen eine der Angehörigenjudikatur standhaltende Vereinbarung nicht vorliegt. Der VwGH beurteilt dabei offenbar in erster Linie das Vorliegen eines formal ordnungsmäßigen Rechtsgeschäfts. Wenn die Vereinbarung entweder nicht ausreichend nach außen zum Ausdruck kommt oder keinen klaren und eindeutigen Inhalt hat, fehlt der Vereinbarung die notwendige Ernsthaftigkeit. Daher braucht in derartigen Fällen nach der VwGH-Rechtsprechung gar nicht mehr geprüft werden, ob die Zufuhr von Fremdkapital auch von einem Dritten hätte erfolgen können. Die Prüfung der fremdüblichen Vereinbarung erübrigt sich in derartigen Fällen (vgl. Marschner, Einlagen in Kapitalgesellschaften, 5.5 verdecktes Eigenkapital (Marschner), 1. Auflage, August 2015, S. 288). Liegt bei der Zufuhr von Kapital keine entsprechende ernsthafte Vereinbarung vor, nimmt der VwGH regelmäßig eine verdeckte Einlage des Gesellschafters an, ohne dass es auf den tatsächlichen, fremd(un)üblichen Inhalt der Vereinbarung ankommt. Mit der Nichtanerkennung dem Grunde nach erübrigt sich in der zweiten Ebene die Erörterung der Angemessenheit (vgl. VwGH 24.9.2007, Zl. 2004/15/0166; 24.11.1999, Zl. 96/13/0115). In einem ersten Schritt wird daher die Publizität und Klarheit der Vereinbarung untersucht, in einem zweiten Schritt die Marktkonformität des Gesellschafterfremdkapitals geprüft und in einem dritten Schritt wird untersucht, ob eine anerkannte Kreditvereinbarung aufgrund einer zu geringen Eigenkapitalausstattung nicht doch die Annahme von verdecktem Eigenkapital nach sich zieht (vgl. Marschner, a.a.O., S. 288). In der jüngeren Rechtsprechung des VwGH zum verdeckten Eigenkapital dominieren Aspekte des Fremdvergleichs die jeweiligen Entscheidungen im Einzelfall (vgl. UFS 10.3.2005, GZ. RV/1035-W/02). Die Wertung von Leistungsbeziehungen zwischen Körperschaften und ihren Mitgliedern als betriebliche Vorgänge setzt nach der Rechtsprechung des VwGH voraus, dass die Leistungsbeziehungen unter auch gegenüber gesellschaftsfremden Personen üblichen Bedingungen erfolgen. Andernfalls liegen Ausschüttungs- und Einlagenvorgänge vor, auch wenn die Vorgänge in zivilrechtliche Geschäfte gekleidet werden. Verträge zwischen Kapitalgesellschaften und ihren Gesellschaftern finden nur dann steuerliche Anerkennung, wenn sie 1. nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen, 2. einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben und 3. auch zwischen Familienfremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen worden wären (vgl. VwGH 28.10.2009, Zl. 2005/15/0118). Alle drei Voraussetzungen müssen für die steuerliche Anerkennung von Rechtsgeschäften zwischen nahestehenden Personen kumulativ vorliegen (vgl. VwGH 18.12.2008, Zl. 2006/15/0208). Dies insbesondere, als der in der Regel zwischen fremden Geschäftspartnern bestehende Interessengegensatz bei nahen Angehörigen auszuschließen ist und durch die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten abweichend von den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten steuerliche Folgen willkürlich beeinflusst werden können (vgl. VwGH 22.9.1999, Zl. 97/15/0003; 28.10.2009, Zl. 2005/15/0118). Für Rechtsgeschäfte zwischen nahen Angehörigen bestehen demnach besondere Beweisanforderungen (vgl. Werndl, Die Familienverträge im Steuerrecht und das Offenlegungsprinzip, in Blasina/Kirchmayr-Schliesselberger/Knörzer/Mayr/Unger, Die Bedeutung der BAO im Rechtssystem, FS Tanzer (2014), S. 463, 468ff). Diese Kriterien haben ihre Bedeutung im Rahmen der Beweiswürdigung und "kommen daher in jenen Fällen zum Tragen, in denen berechtigte Zweifel am wahren wirtschaftlichen Gehalt einer behaupteten vertraglichen Vereinbarung bestehen" (vgl. VwGH 28.10.2009, Zl. 2005/15/0118; 11.11.2008, Zl. 2006/13/0046). Die ausreichende Publizität eines Vertrages soll den objektiv nachvollziehbaren Willen der Vertragsparteien zur gegenseitigen Übereinkunft zum Ausdruck bringen, wobei es nach der Rechtsprechung des VwGH "nicht den Gepflogenheiten zwischen Fremden entspricht, Darlehensbeträge iHv ATS 45.000.000 mit einer Darlehenslaufzeit von 20 Jahren hinzugeben, ohne darüber eine schriftliche Urkunde mit den wesentlichen Darlehenskonditionen (etwa Tilgung, Verzinsung, Sicherheiten) zu verfassen" (vgl. VwGH 21.10.2004, Zl. 2000/13/0179). Die Dokumentation der vereinbarten Vertragsbedingungen ist daher unabdingbar für die steuerliche Anerkennung von Konzernfinanzierungen. Die Vereinbarung muss dem Publizitätskriterium entsprechen. Sie muss daher nach außen hinreichend zum Ausdruck kommen, einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben und müsste auch zwischen fremden Dritten unter denselben Bedingungen abgeschlossen worden sein (vgl. Götz, Lexis Briefings Steuerrecht, Konzernfinanzierung, 8/2024). Auch eine bloße Verbuchung kann eine Urkunde über den Rechtsgrund nicht ersetzen, da ein solcher Buchungsvorgang weder nach außen zum Ausdruck kommt noch daraus der Rechtsgrund für die Zahlung ersichtlich ist (vgl. VwGH 31.7.2002, Zl. 98/13/0011). Der wesentliche Inhalt einer Darlehensvereinbarung muss daher zeitgerecht dokumentiert sein. Das Argument, dass bis Ende 2010 Darlehens- und Kreditverträge einer Rechtsgeschäftsgebühr unterlegen sind und es daher durchaus fremdüblich gewesen war, die Gebühr durch Nichterrichtung einer gebührenrechtlich relevanten Vertragsurkunde zu vermeiden, hat den VwGH in ertragsteuerlichen Fällen dabei kaum überzeugt. Das Fehlen einer Vereinbarung über die Rückzahlung des Kapitals sowie eine unklare Zinsenvereinbarung wurden durch den VwGH für eine steuerliche Betrachtung als verdecktes Eigenkapital herangezogen (vgl. VwGH 26.7.2006, Zl. 2004/14/0151; s. sinngemäß KStRL, Rz 508). Die fehlende Erreichbarkeit des Kredits bei einem fremden Dritten reicht noch nicht aus, verdecktes Eigenkapital anzunehmen. Es ist daher in weiterer Folge zu prüfen, ob auch eine angemessene Eigenkapitalausstattung vorhanden (vgl. Ressler, Die Unterkapitalisierung im Körperschafsteuerrecht (2008), S. 32) ist. Nach der jüngeren Rechtsprechung des VwGH kann bei Zuführung von Geld durch den Gesellschafter verdecktes Eigenkapital im Hinblick auf die Vermögens- und Ertragssituation vorliegen, wenn kein fremder Dritter einen Kredit gewährt hätte (vgl. VwGH 26.7.2006, Zl. 2004/14/0151). Insbesondere kann verdecktes Eigenkapital angenommen werden, wenn die Zufuhr von Eigenkapital wirtschaftlich geboten wäre (vgl. Achatz, Eigenkapitalersatz im Ertragssteuerrecht, in Achatz/Jabornegg/Karollus, Eigenkapitalersatz im Gesellschafts-, Steuer- und Arbeitsrecht (1999), S. 104). Nach der Rechtsprechung des BFH ist eine Finanzierungshilfe der Gesellschafter dann eigenkapitalersetzend, wenn der Gesellschafter zu einem Zeitpunkt, in dem ihr die Gesellschafter "als ordentliche Kaufleute" nur noch Eigenkapital zugeführt hätten (Krise der Gesellschaft), stattdessen ein Darlehen gewährt (vgl. BFH 20.7.2018, Zl. IX R 5/15, BB 2018, 2928). Von einem Missverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital wurde früher durch das deutsche BMF ausgegangen, soweit das Eigenkapital wesentlich geringer ist als es der in dem Wirtschaftszweig üblichen Kapitalausstattung entspricht. Davon sei grundsätzlich auszugehen, wenn das Eigenkapital nicht mindestens 10% des Aktivvermögens überschreitet (vgl. dBMF 16.03.1987, BStBl I 1987, 373; zitiert in: Marschner, Einlagen in Kapitalgesellschaften, 5.5 Verdecktes Eigenkapital, 1. Auflage, August 2015, S. 321f). Ebenso wäre ein verdecktes Stammkapital gegeben, wenn bereits bei Darlehenshingabe mangels Bonität des Darlehensempfängers feststeht, dass eine Darlehensrückzahlung praktisch unmöglich ist (vgl. VwGH 22.10.1991, Zl. 91/14/0020). Nach der Verwaltungspraxis (Stand: April 2021) wird der wirtschaftlich angemessenen Eigenkapitalausstattung Indizstellung beigemessen, wenn die Klarheit und Transparenz des Darlehensvertrages zwar gegeben sind, das Gesellschafterdarlehen wirtschaftlich dennoch Eigenkapital ersetzt (s. Rz 531, KSt-Richtlinien 2013 mit Verweis auf VwGH 20.4.1982, Zlen. 81/14/0195, 82/14/0003, 0004). Ein Missverhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital gilt somit als Indiz dafür, dass das Gesellschafterdarlehen wirtschaftlich Eigenkapital ersetzt, wobei es auf eine "wirtschaftlich gebotene Eigenkapitalausstattung" ankommt (vgl. Lachmayr/Strimitzer/Vock, KStG, § 8, Rz. 163, S. 118). Sicherheiten können bei der Kreditvergabe nur dann gefordert werden, wenn auch ein fremder Dritter unter gleichen oder ähnlichen Verhältnissen eine Sicherheit gefordert hätte. Nach der Rechtsprechung des BFH ist es bei Kreditgewährung eines beherrschenden Gesellschafters an eine verbundene Kapitalgesellschaft mit dem Fremdvergleichsgrundsatz vereinbar, dass bei einer Darlehensgewährung im Konzern keine Sicherheiten vereinbart werden, da die Konzernbeziehung ("Rückhalt") für sich gesehen, eine ausreichende Sicherheit darstellt. Von einem bestehenden Rückhalt im Konzern ist auszugehen, solange der beherrschende Gesellschafter die Zahlungsfähigkeit der Tochtergesellschaft (Darlehensnehmer) gegenüber fremden Dritten (im Außenverhältnis) tatsächlich sicherstellt bzw. solange die Tochtergesellschaft ihre Verpflichtungen im Außenverhältnis erfüllt (vgl. BFH 21.12.1994, Zl. I R 65/94). Allerdings ist nach der Rechtsprechung des VwGH das völlige Fehlen von Kreditsicherheiten bei einem hohen Kreditbetrag nicht fremdüblich (vgl. VwGH 18.12.2008, Zl. 2006/15/0208; 21.10.2004, Zl. 2000/13/0179). Im Falle von "Schwesternzuschüssen" leistet eine Körperschaft, deren Anteilsinhaber unmittelbar oder mittelbar - auch der Anteilsinhaber einer anderen (weiteren) Körperschaft ist, einen Direktzuschuss an die andere (weitere) Körperschaft. In diesem Fall ist von einer Ausschüttung an den gemeinsamen Anteilsinhaber mit gleichzeitiger Einlage in die andere Körperschaft (Schwesterkörperschaft) auszugehen (vgl. VwGH 30.5.1995, Zlen. 91/13/0248, 0250). § 4 Abs. 12 Z 1 letzter Satz EStG 1988 ordnet derartige Vermögenszuführungen explizit Einlagen, also Eigenkapital zu und grenzt sie somit von "echten" Darlehen ab (vgl. Raab/Renner in Lachmayer/Strimitzer/Vock, KStG; § 8, Rz. 149, S. 114). Ist demnach eine Darlehensgewährung in der Anteilsinhaberschaft und nicht in einem (fremdüblichen) Leistungsaustausch begründet, wird dadurch im Ergebnis das körperschaftsteuerliche Trennungsprinzip "verwässert" und ist (ertrag)steuerlich nicht irrelevant. In der Anteilsinhaberschaft wurzelnde Verbindlichkeiten sind daher steuerlich nicht anzuerkennen (vgl. Raab/Renner in Lachmayer/Strimitzer/Vock, KStG, § 8, Rz. 153, S. 115). Dies gilt unabhängig davon, welche zivilrechtlichen Grundlagen die Darlehensgewährung aufweist (vgl. VwGH 23.10.1997, Zl. 94/15/0160, 0161; 23.10.1997, Zl. 96/15/0180, 0204; 14.12.2000, Zl. 95/15/0127). Der Beweis, dass im konkreten Fall solche Umstände vorliegen, obliegt den Abgabenbehörden (vgl. VwGH 20.3.1974, Zl. 1157/72; 23.10.1984, Zl. 83/14/0257). Bei der Qualifikation von Gesellschafterdarlehen ist sowohl auf formale als auch auf inhaltliche Kriterien abzustellen (vgl. Achatz/Kirchmayr, KStG, § 8, Rz. 73, S. 475). Zumindest hat die Abgabenbehörde nachzuweisen, dass der seinerzeit geschlossene Darlehensvertrag eine (wenn auch nur stillschweigende) Änderung erfahren hat (vgl. VwGH 4.3.1983, Zl. 81/17/0102). Steht hingegen fest, dass der Gesellschaft im Hinblick auf deren Vermögens- und Ertragssituation unbestritten kein fremder Dritter ein Darlehen gewährt hätte, spricht alleine die mangelnde Marktkonformität bereits für verdecktes Eigenkapital (vgl. Lang/Rust/Schuch/Staringer, KStG, § 8, Rz. 51). Um eine Umqualifizierung eines Konzerndarlehens in verdecktes Eigenkapital zu vermeiden, ist darauf zu achten, dass die empfangende Gesellschaft über eine angemessene Eigenkapitalausstattung verfügt. Nach der Verwaltungspraxis wird in der Regel eine Debt/Equity-Ratio von 3:1 oder 4:1 von der Finanzverwaltung akzeptiert (vgl. Götz, Konzernfinanzierung, Briefings, Lexis360, März 2019). Auch der Forderungsverzicht societatis causa und freiwillige Geldzuschüsse führen auf Ebene der Körperschaft jeweils zu einer Einlage einerseits durch Aufgabe eines negativen Wirtschaftsgutes in Form von Schulden, andererseits durch Zuführen entsprechender Mittel (vgl. Lang/ Rust/Schuch/Staringer, KStG, § 8, Rz. 69). Im Übrigen kann die Finanzierung einer Gesellschaft durch den Gesellschafter mit Fremdkapital (statt Eigenkapital) nicht als Missbrauch iSd § 22 BAO angesehen werden, als die Finanzierung durch Gesellschafterkredite weder ungewöhnlich noch unangemessen ist (vgl. Marschner, a.a.O., S. 303). 2.1.3 Würdigung betreffend Darlehen der ***H-SAS***: Im vorliegenden Fall wurde der Bf. bloß auf Basis des nicht unterfertigten schriftlichen Anbots der ***H-SAS*** vom 23. Dezember 2005 über eine Forderungsabtretung in Höhe von EUR 54.133.758,18 der Bf. gleichzeitig ein Darlehen in gleicher Höhe von der *** Schwestergesellschaft ***H-SAS***/***B.*** gewährt, wobei dieses Anbot von den beteiligten Parteien nicht unterfertigt wurde. Das von keiner der Vertragsparteien unterfertigte Anbot vom 23. Dezember 2005 über eine Forderungsabtretung iHv EUR 54.133.758,18 enthält auch keine Vereinbarungen betreffend Verzinsung und Rückzahlung. In weiterer Folge wurde dieses Darlehen in den Jahren 2005 bis 2011 auf EUR 111.067.876,34 aufgestockt, ohne dass dies durch entsprechende schriftliche Vereinbarungen betreffend Erhöhung des Darlehens, Verzinsung, Rückzahlung und Sicherheiten dokumentiert werden konnte. Mit "current account agreement" vom 6. Mai 2011, welches von ***C.S.*** (Bf.) und ***W.K.*** (***H-SAS***) unterfertigt und rückwirkend mit 1.1.2010 wirksam sein soll, wurden Zinsen vereinbart, diese aber nicht bezahlt, sondern ebenfalls dem Konto angelastet. Auch mit "current account agreement" vom 6. Mai 2011 wurden keine Rückzahlungen vereinbart. Im Jahre 2011 - bei einer bereits bestehenden Eigenkapitalquote der Bf. von 5,57% - erhöhte sich diese Darlehensverbindlichkeit von EUR 107.967.354,34 (31.12.2010) um weitere EUR 3.100.522,00, wobei hinsichtlich dieser Darlehenserhöhungen auf EUR 111.067.876,34 keine schriftlichen Vereinbarungen betreffend die Darlehensaufstockungen vorgelegt werden konnten. Im Jahre 2012 war darüber hinaus eine buchmäßige Überschuldung der Bf. gegeben, als die Verbindlichkeiten die Summe der Aktiva überschritten und nach den Feststellungen der BP eine negative Eigenkapitalquote von -5,9% gegeben war. Wenngleich die Erhöhung des Darlehens der ***H-SAS*** von EUR 111.067.876,34 (31.12.2011) auf EUR 112.670.000,00 (02.07.2012) im Wesentlichen bloß aus den anteiligen Zinsen 2012 resultierten, wurde nach Auffassung des erkennenden Senates das Darlehen der ***H-SAS*** letztlich unter völlig femdunüblichen Bedingungen gewährt. Dies insbesondere, als mit 23. Dezember 2005 keine Vereinbarungen betreffend Verzinsung und Rückzahlung getroffen und auch mit "current account agreement" vom 6. Mai 2011 keine Vereinbarungen betreffend eine konkrete Rückzahlung getroffen wurden. Das mit 23. Dezember 2005 gewährte Darlehen der ***H-SAS*** iHv 54.133.000 mitsamt seinen bis 2012 erfolgten Aufstockungen, sodass es 2012 mit einem Saldo in Höhe von EUR 112.670.000,00 aushaftete, wird seitens des erkennenden Senates als verdecktes Eigenkapital qualifiziert. Dass die Gewährung dieses Darlehens causa societatis veranlasst war, wird insbesondere dadurch dokumentiert, dass für die Zuschüsse der Bf. an ihre Tochtergesellschaften in ***Land2*** und ***Land3*** seitens der Urgroßmuttergesellschaft ***AH-BV***, mit 16. September 2011 eine Patronatserklärung bzw. ein Support Letter abgegeben wurde, mit der der Bf. zugesichert wurde, dass die Investments der Bf. in die Tochtergesellschaften in ***Land3*** und ***Land2*** bis zur Feststellung des Jahresabschlusses 2011 voll gedeckt werden. Darüber hinaus stehen die in den Vorjahren getätigten mehrfachen Erhöhungen der Darlehensverbindlichkeit gegenüber ***H-SAS*** in unabdingbaren Zusammenhang mit den von der Bf. im Konzern- bzw. Gesellschafterinteresse geleisteten Forderungsverzichten ggü. ***N.I.***. Auch die Rückzahlung dieses Darlehens im Jahre 2012 an ***H-SAS*** wurde der Bf. letztlich nur durch einen Urgroßmutterzuschuss in 9/2013 iHv EUR 70.000.000 ermöglicht. Nach den Ausführungen in der Eingabe vom 2. Juni 2025 wurde dieser Zuschuss jedoch erst im September 2013 an die Bf. gewährt. Dieser Urgroßmutterzuschuss wurde letztlich wegen des kontinuierlichen Sinkens der Eigenkapitalquote, resultierend aus dem Missverhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital, welches zum 31.12.2011 lediglich 5,57% betrug und wo 2012 eine buchmäßige Überschuldung der Bf. gegeben war, erforderlich. Das Vorbringen, dass lediglich aus gebührenrechtlichen Gründen ein schriftlich unterfertigter Vertrag nicht in Österreich aufbewahrt worden sei, wird daher als Schutzbehauptung gewertet, als im gesamten Verlauf des Verfahrens keine schriftliche Darlehensvereinbarung über die Gewährung eines Darlehens iHv EUR 54.133.000 mitsamt dessen Aufstockungen von der Bf. vorgelegt werden konnte. Hinsichtlich der Beurteilung bzw. Qualifikation des verfahrensgegenständlichen Darlehens der ***H-SAS*** ist weiters zu beachten, dass für die Qualifikation eines Darlehens die (seinerzeitigen) Verhältnisse im Zeitpunkt der Darlehenseinräumung im Jahre 2005 maßgeblich sind (vgl. VwGH 20.4.1982, Zl. 81/14/0195). Die Zinsaufwendungen 2012 iHv EUR 1.601.892,00 aus dem Darlehen der ***H-SAS*** werden daher nicht zum Abzug zugelassen, da ein verdecktes Eigenkapital hinsichtlich dieses Darlehens gegeben war. 2.2 Darlehen der ***F-SNC*** und ***A-SAS***: 2.2.1 Sachverhalt betreffend Darlehen von ***F-SNC***: Mit Anbot vom 1. September 2005 (s. Beschwerde vom 22. Jänner 2016, Anlage 8), das lediglich von den Vertretern der Bf., ***H.L.*** und ***M.R.***, als Darlehensnehmerin, nicht aber von Vertretern der ***F-SNC*** als Darlehensgeberin unterfertigt wurde, wurde zwi-schen der Bf. und ***F-SNC***/***B.*** ein Darlehen iHv EUR 50.000.000 in Aussicht gestellt und letztlich gewährt. Dabei eine Verzinsung iHv EURIBOR + 0,1555% + 2,35% + 0,125% und dessen Endfälligkeit mit 31.12.2010 vereinbart. Mit "Amendment Nr. 1" vom 6. Mai 2011 (s. Beschwerde vom 22. Jänner 2016, Anlage 5) zur "Darlehensvereinbarung" vom 1. September 2005 wurde der Darlehensbetrag gemäß Art. 10 dieser Vereinbarung um EUR 20.000.000 auf EUR 70.000.000 erhöht, dessen Fälligkeit von 31. Dezember 2010 auf 15. Dezember 2015 hinausgeschoben und eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2,05333% vereinbart. Nach Artikel 3 des Amendments vom 6. Mai 2011 kann der Kreditgeber jederzeit mit einer vorherigen Mitteilung von 15 Tagen erklären, dass sämtliche oder Teile der ausstehenden Be-träge aus diesem Vertrag sofort fällig sind. Sofern nach Artikel 5.2 dieser Vereinbarung nichts anderes bestimmt ist, muss die Bf. als Kreditnehmerin die aufgelaufenen Zinsen für jedes ihr gewährte Darlehen an jedem Zinszahlungstermin entrichten. Etwaige unbezahlte aufgelaufene Zinsen werden am Ende des Kalenderjahres, in dem sie fällig werden, in den Darlehensbetrag einbezogen und mit dem Zinssatz verzinst. Sowohl bei Darlehensgewährung als auch bei dessen Amendment wurden keine Sicherheiten vereinbart. Ungeachtet des Umstandes, dass mit Amendment Nr. 1 vom 6. Mai 2011 bloß ein Darlehensrahmen bzw. -obergrenze iHv EUR 70.000.000 vereinbart wurde, betrug der Saldo dieser Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2011 demnach EUR 78.710.516,20 (inkl. Zinsen 2011), wovon lediglich EUR 2.825.037,20 aus gestundeten Zinsen 2011 resultieren. Zum 31.12.2011 verfügte die Bf. über eine Eigenkapitalquote von 5,57%. Infolge der mit 29. Juli 2012 erfolgten Umschuldung des von ***H-SAS*** gewährten Darlehens iHv EUR 112.670.000,00 (d.s. EUR 91.343.000 Darlehen zuzügl. Zinsen iHv EUR 21.327.000,00) schloss die Bf. mit ***F-SNC*** den mit 2. Juli 2012 datierten Darlehensvertrag (s. Eingabe vom 2. Juni 2025, Beilage 1), mit dem der Bf. ein Darlehen iHv EUR 115.000.000,00 mit einer Fälligkeit bis 15.10.2015 gewährt wurde. Dabei wurde eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2,0533% vereinbart. Zum 31.12.2012 verfügte die Bf. über eine negative Eigenkapitalquote von -5,9% und somit über eine buchmäßige Überschuldung. Mit weiterem Darlehensvertrag vom 23. Dezember 2013 vereinbarte die Bf. die Erhöhung des von ***F-SNC*** gewährten Darlehens von EUR 115.000.000 auf EUR 240.000.000. Die Darlehenserhöhung trat rückwirkend zum 10.07.2012 in Kraft. Für den seinerzeitigen Darlehensbetrag iHv EUR 115.000.000 waren eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2.0533% sowie eine Fälligkeit bis 15.12.2015 vereinbart. Zum 31.12.2013 wies die Bf. eine negative Eigenkapitalquote von -2% auf. Das Darlehen der ***F-SNC*** wies im beschwerdegegenständlichen Zeitraum 2012 bis 2014 die nachstehenden Salden auf: | BU-Datum: | Beleg-Datum: | Belegart: | Beschreibung: | Betrag: | 31.12.2011 | | | | 78.710.516,20 | 30.03.2012 | 30.03.2012 | Rechnung | ***F-SNC***, Interest 1-3/2012 | 566.638,99 | 29.04.2012 | 25.04.2012 | Erstattung | ***F-SNC***, Loan Increase | 4.000.000,00 | 22.06.2012 | 22.06.2012 | | Assignement of Loan ***F-SNC***/***Land3*** | 10.361.153,39 | 29.06.2012 | 28.06.2012 | | ***F-SNC***, Interest 4-6/2012 | 509.912,50 | 29.07.2012 | 29.07.2012 | | Loan Repayment ***H-SAS*** | 112.670.200,00 | 17.09.2012 | 13.09.2012 | Zahlung | ***F-SNC***, Loan Increase | 4.000.000,00 | 28.09.2012 | 28.09.2012 | Rechnung | ***F-SNC***, Interest 7-9/2012 | 1.127.387,24 | 17.12.2012 | 13.12.2012 | Zahlung | ***BSV*** Loan Increase | 11.294.353,00 | 28.12.2012 | 28.12.2012 | Rechnung | ***F-SNC***, Interest 10-12/2012 | 1.168.727,69 | 28.12.2012 | 27.12.2012 | Zahlung | ***BSV*** Loan Increase | - 2.000.000,00 | 31.12.2012 | SUMME: | | | 222.408.889,01 | BU-Datum: | Beleg-Datum: | Belegart: | Beschreibung: | Betrag: | 31.12.2012 | | | | 222.408.889,01 | 11.02.2013 | 04.02.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 2.000.000,00 | 23.04.2013 | 18.04.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 2.000.000,00 | 02.05.2013 | 02.05.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 2.000.000,00 | 28.06.2013 | 25.06.2013 | Rechnung | ***BSV*** Interest 4-6/2013 | 1.240.407,51 | 28.06.2013 | 26.03.2013 | Rechnung | ***BSV*** Interest 1-3/2013 | 1.209.281,59 | 06.08.2013 | 30.07.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 4.000.000,00 | 05.09.2013 | 26.08.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 1.000.000,00 | 27.09.2013 | 25.09.2013 | Rechnung | ***BSV*** Interest 7-9/2013 | 1.284.193,19 | 09.10.2013 | 07.10.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 3.000.000,00 | 11.01.2013 | 08.11.2013 | Zahlung | Rückzahlung Darlehen | - 1.000.000,00 | 15.11.2013 | 14.11.2013 | Zahlung | Loan Increase ***F-SNC*** | 1.000.000,00 | 27.12.2013 | 24.12.2013 | Rechnung | ***BSV*** Interest 10-12/2013 | 1.312.900,74 | 27.12.2013 | 27.12.2013 | Zahlung | Darlehensrückzahlung | - 4.000.000,00 | 31.12.2013 | | | SUMME: | 237.455.672,04 | BU-Datum: | Beleg-Datum: | Belegart: | Beschreibung: | Betrag: | 31.12.2013 | | | | 237.455.672,04 | 07.01.2014 | 07.01.2014 | | Loan Increase ***F.*** | 2.000.000,00 | 28.03.2014 | 25.03.2014 | Rechnung | ***BSV*** Interest 1-3/2013 | 1.359.550,70 | 27.05.2014 | 27.05.2014 | Zahlung | Loan Increase Überweisung | 3.000.000,00 | 27.06.2014 | 25.06.2014 | Rechnung | ***BSV*** Interest 4-6/2013 | 1.394.528,13 | 01.07.2014 | 01.07.2014 | Zahlung | Loan Increase Überweisung | 3.000.000,00 | 04.08.2014 | 04.08.2014 | Zahlung | Loan Increase Überweisung | 2.000.000,00 | 18.08.2014 | 18.08.2014 | Zahlung | Short term credit increase | 1.000.000,00 | 02.09.2014 | 02.09.2014 | Zahlung | Loan Increase Überweisung | 1.500.000,00 | 25.09.2014 | 25.09.2014 | Zahlung | Repayment of interest - Überw. | - 4.066.979,57 | 25.09.2014 | 25.09.2014 | Zahlung | Repayment of Loans | - 53.562.722,12 | 28.09.2014 | 25.09.2014 | Rechnung | ***F-SNC*** Interest 7-9/2014 | 1.333.868,15 | 07.10.2014 | 07.10.2014 | Zahlung | Loan Increase | 2.000.000,00 | 12.12.2014 | 12.12.2014 | Zahlung | Repayment Interest | - 1.000.000,00 | 28.12.2014 | 26.12.2014 | Rechnung | Mrd. Holdings, Zinsen 10-12/14 | 1.038.764,46 | 28.12.2014 | 28.12.2014 | | Repayment LOAN NEU | - 5.366.131,85 | 28.12.2014 | 28.12.2014 | | Repayment Interest NEU | - 333.868,15 | 30.12.2014 | 30.12.2014 | | Forderungsabtretung | 31.634.204,91 | 31.12.2014 | | | SUMME: | 224.386.886,70 2.2.2 rechtliche Würdigung Darlehen betreffend ***F-SNC*** Der Gewährung eines Darlehens iHv EUR 50.000.000 lag ursprünglich nur das von Vertretern der Bf. unterfertige Darlehensanbot vom 01.09.2005 zugrunde, mit dem der Bf. ein Darlehen iHv EUR 50.000.000 in Aussicht gestellt wurde. Dieses Darlehensanbot wurde jedoch nicht von Vertretern der ***F-SNC*** als Darlehensgeberin unterfertigt. Dabei war eine Verzinsung iHv EURIBOR + 0,1555% + 2,35% + 0,125% und eine Endfälligkeit mit 31.12.2010 vereinbart. Mit "Amendment Nr. 1" vom 6. Mai 2011 (s. Beschwerde, Anlage 5) zur "Darlehensvereinbarung" vom 1. September 2005 wurde der Darlehensbetrag gemäß Art. 10 dieser Vereinbarung um EUR 20.000.000 auf EUR 70.000.000 erhöht, dessen Fälligkeit von 31. Dezember 2010 auf 15. Dezember 2015 hinausgeschoben und eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2,05333% vereinbart. Dessen ungeachtet betrug der Saldo dieser Verbindlichkeit zum 31.12.2011 EUR 78.710.516,20 (inkl. Zinsen 2011), wovon lediglich EUR 2.825.037,20 aus gestundeten Zinsen 2011 resultieren. Für die weitere Überschreitung des ***F-SNC***-Darlehens im Jahre 2011 ist keine gesonderte Vereinbarung dokumentiert. Im Zuge der Gewährung eines Zuschusses mit 22. Juni 2012 iHv EUR 10.361.153,39 an ***N.Ib.*** in Form einer Forderungsabtretung wurde dieses Darlehen um weitere rund EUR 10.400.000 erhöht. Mit weiterem Darlehensvertrag vom 2. Juli 2012 gewährte die ***F-SNC*** zum Zweck der Umschuldung des zum 02.07.2012 mit EUR 112.670.200,00 aushaftenden Darlehens der ***H-SAS*** ein Darlehen iHv EUR 115.000.000, dabei wurden eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2.0533% sowie eine Fälligkeit mit 15.12.2015 vereinbart. Die Darlehenserhöhung 2012 um rund EUR 10.400.000, die Umschuldung dieses Darlehens bzw. Gewährung eines weiteren Darlehens 2012 iHv EUR 115.000.000 durch ***F-SNC*** erfolgten zu einem Zeitpunkt, wo die Bf. bereits buchmäßig überschuldet (Eigenkapitalquote -5,9%) und somit bereits ein negatives Eigenkapital aufwies. Ungeachtet der bereits zum 31.12.2012 bestehenden buchmäßigen Überschuldung der Bf. gewährte diese ihrer Tochtergesellschaft ***N.I.*** im Jahre 2013 Zuschüsse iHv EUR 13.000.000 durch Erwerbe von Forderungen der ***F-SNC*** ggü. ***N.I.*** und deren nachfolgende Umwandlung in Eigenkapital. Die Darlehenserhöhungen (Loan increases) betrugen im Jahre 2013 in Summe EUR 15.000.000, wovon jedoch EUR 5.000.000 an Darlehensbeträgen im Jahre 2013 zurückgezahlt wurden. Darüber hinaus wurde der Darlehenssaldo zum 31.12.2013 um die verbuchten Zinsen 2013 iHv EUR 5.046.783,03 erhöht. Mit weiterem Darlehensvertrag vom 23. Dezember 2013 (s. Eingabe vom 2. Juni 2025, Beilage 3) wurde rückwirkend zum 10. Juli 2012 das mit 2. Juli 2012 (zum Zweck der Umschuldung) gewährte Darlehen der ***F-SNC*** iHv EUR 115.000.000 ungeachtet der bereits zum 31.12.2012 bestehenden buchmäßigen Überschuldung der Bf. (Eigenkapitalquoten -5,9% zum 31.12.2012 und -2% zum 31.12.2013) um weitere EUR 125.000.000 auf EUR 240.000.000 erhöht. Für den seinerzeitigen Darlehensbetrag iHv EUR 115.000.000 waren eine Verzinsung iHv EURIBOR + 2.0533% sowie eine Fälligkeit bis 15.12.2015 vereinbart. Das mit Darlehensanbot vom 1. September 2005 in Aussicht gestellte und die weiters mit Darlehensvereinbarungen vom 6. Mai 2011, 2. Juli 2012 und 23. Dezember 2013 gewährten Erhöhungen des Darlehens der ***F-SNC***, das zu den Bilanzstichtagen 31.12.2012, 31.12.2013 und 31.12.2014 jeweils mit € 222.408.889,01 (2012), € 237.455.672,04 (2013) und € 224.386.886,70 (2014) aushaftete, wird nach Auffassung des erkennenden Senates als verdecktes Stammkapital gewertet. Dies insbesondere, als trotz buchmäßiger Überschuldungen zu den Stichtagen 31.12.2012 (-5,9%) und 31.12.2013 (-2%) dieses Darlehen erhöht wurde, um Zuschüsse an Tochtergesellschaften in ***Land2*** und ***Land3*** gewähren zu können. Dieser Beurteilung steht nicht entgegen, dass in den Jahren 2013 und 2014 Darlehensrückzahlungen iHv EUR 5.000.000 (2013) bzw. EUR 61.928.853,97 (2014) und Zinszahlungen 2014 iHv EUR 5.400.847,72 getätigt wurden. Soweit mit weiterem Darlehensvertrag vom 23. Dezember 2013 das Darlehen der ***F-SNC*** rückwirkend zum 10. Juli 2012 (!) der Darlehensbetrag von EUR 115.000.000 um weitere EUR 125.000.000 auf EUR 240.000.000 erhöht wurde, wird dies als untauglicher Versuch gewertet, nachträglich den aus der Angehörigenjudikatur für die steuerliche Anerkennung von Vereinbarungen zwischen nahen Angehörigen resultierenden Kriterien zu entsprechen. Dies insbesondere, als zum 23.12.2013 zum Zeitpunkt der Erhöhung des ***F-SNC***-Darlehens um weitere EUR 125.000.000 auf EUR 240.000.000 (mit Darlehensvereinbarung vom 23.12.2013) der Saldo dieser Darlehensverbindlichkeit EUR 240.142.771,30 betrug und dieser im Wesentlichen nur durch eine Darlehensrückzahlung iHv EUR 4.000.000,00 unterschritten wurde. Des Weiteren war zu berücksichtigen, dass der Saldo des ***F-SNC***-Darlehens zum 31.12.2012 EUR 222.408.889,01 betrug, obgleich nur für den Betrag iHv EUR 185.000.000 (d.s. EUR 70.000.000 lt. Vereinbarung vom 6.5.2011 zuzügl. EUR 115.000.000 lt. Vereinbarung vom 2.7.2012) schriftliche Vereinbarungen existierten. Die anteilig geltend gemachten Zinsaufwendungen der Jahre 2012 bis 2014 iHv EUR 713.375,57 (2012), EUR 928.156,78 (2013) und 974.304,09 (2014) aus dem Darlehen der ***F-SNC*** werden daher nicht zum Abzug zugelassen. 2.3.3 Sachverhalt betreffend Darlehen von ***A-SAS***: Auf Basis des Darlehensanbots vom 1. Mai 2005 (s. Beschwerde vom 22. Jänner 2016, Anlage 9), das bloß von ***H.L.*** und ***M.R.*** als Vertreter der Bf., nicht aber von Vertretern der ***A-SAS*** unterfertigt wurde (s. Beilage 4 lt. Eingabe vom 07.10.2024), wurde der Bf. mit 1. Mai 2005 ein Darlehen iHv EUR 11.920.000 mit Fälligkeit 31.12.2010 gewährt und eine Verzinsung in Höhe von EURIBOR + 0,1555% + 2,35% + 0,125% vereinbart.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7104675/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2025:RV.7104675.2020
Stammnummer
149411
Gültig
10.10.2025 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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