Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/2101134/2020
Forderungsverzicht auf Seiten des Gesellschafters: Steuerwirksamkeit des nicht mehr werthaltigen Teils der Forderung (§ 8 Abs. 1 letzter Satz KStG 1988)
geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/2101134/2020vom 22.03.2024Teil 1 von 5
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Rechtssatz
Aus der Sicht des § 8 Abs. 1 KStG 1988 ist der Grundsatz der Finanzierungsfreiheit maßgebend. Eine verdeckte Einlage könnte nur dann vorliegen, wenn nach Art der Vereinbarung die Rechtsqualität einer Mittelzufuhr unklar oder sonst unangemessen wäre (vgl. Kirchmayr in Kirchmayr in Achatz/Kirchmayr, KStG § 8 Tz 76, unter Hinweis auf Ruppe in FS Bauer, 311 ff).
Nach den ErlRV wird mit dem dritten Satz des § 8 Abs. 1 KStG 1988 der Wegfall der Verbindlichkeit als nicht mehr gesellschaftsrechtlich, sondern als betrieblich veranlasst verankert (vgl. 43 der Beilagen XXIII. GP).
§ 8 Abs. 1 KStG 1988 unterscheidet nicht, ob es sich um Darlehensforderungen oder um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder um Forderungen anderer Art handelt (vgl. Kirchmayr in Achatz/Kirchmayr, KStG § 8 Tz 120).
In einer Erklärung zur "Umwidmung der Gesellschafterdarlehen in eine Kapitalrücklage" liegt ein "Verzicht" im Sinne des § 8 Abs. 1 KStG 1988 (andernfalls die Bestimmung inhaltsleer wäre).
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Vorsitzenden Dr. Rauscher und Mag. Glashüttner als Richter sowie Mag. Aust und Mag. Kühberger-Leeb als fachkundige Laienrichterinnen im Beisein der Schriftführerin Lisa Pfingstl über die Beschwerden der ***Bf-GmbH***, ***Bf-Adr***, vertreten durch die Puntigam Wirtschaftstreuhand und Steuerberatung GmbH, Hauptstraße 39, 8093 St. Peter am Ottersbach, vom 27.08.2018 gegen die Bescheide des Finanzamtes Oststeiermark vom 14.05.2018 betreffend Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich Körperschaftsteuer 2015 sowie Körperschaftsteuer 2015 und 2016 nach mündlicher Verhandlung am 18.03.2024 zu Recht erkannt:
Die Beschwerde gegen den Bescheid betreffend Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich Körperschaftsteuer 2015 wird als unbegründet abgewiesen.
Die Bescheide betreffend Körperschaftsteuer 2015 und 2016 werden abgeändert. Die Bemessungsgrundlagen und die Höhe der Abgaben sind den als Beilagen angeschlossenen Berechnungsblättern zu entnehmen und bilden einen Bestandteil des Spruches dieses Erkenntnisses.
Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) zulässig.
Entscheidungsgründe
Sachverhalt
Die Beschwerdeführerin ist eine mit Gesellschaftsvertrag vom 20.11.2008 unter der Firma ***Bf-GmbH-Name_alt1*** gegründete, im Jahr 2012 nach Neufassung des Gesellschaftsvertrages (OZ 29) in ***Bf-GmbH-Name_alt2*** umbenannte und - nach Übernahme des Vermögens der ***C-KG*** gemäß § 142 UGB zum 31.12.2017 (Generalversammlungsbeschluss vom 24.09.2018) - im Jahr 2018 in ***Bf-GmbH*** umbenannte Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschafter sind Ing. ***C*** (vertritt die Beschwerdeführerin seit 24.09.2018 selbständig) und die ***H-GmbH*** (***H*** vertritt die Gesellschaft seit 16.02.2012 selbständig) (siehe den Firmenbuchauszug vom 17.09.2020, OZ 36).
Chronologie (Zahl in Klammer = Eintragungsnummer Firmenbuch):
2008 bis 2011
20.11.2008 (1) Gesellschaftsvertrag zur Gründung der Firma ***Bf-GmbH-Name_alt1***
Geschäftszweig: Entwicklung, Produktion und Vertrieb von technischen Produkten
Geschäftsanschrift: ***
Geschäftsführer: ***X1***
Gesellschafter: ***X2***, ***X3***, ***K1***, ***X4***, ***X1***, ***R***, ***X5***
27.04.2011 (3) Eintragung Anteilsübertragung
Löschung als Gesellschafter: ***X2***, ***X3***, ***X4***, ***X1***, ***X5***
Eintragung als Gesellschafter: ***J***
Eintragung Anteilserhöhung: ***K1***, ***R***
30.04.2011 (4) Eintragung Änderung Geschäftsführer
Löschung als Geschäftsführer: ***X1***
Eintragung als Geschäftsführer: ***R***
13.05.2011 Abschluss des Bestandvertrages mit der ***Einkaufszentrum1-GmbH*** für den Betrieb einer LED-Video-Wall in der ***Einkaufszentrum1***
Im Jahr 2011 erzielte die Beschwerdeführerin laut Umsatzsteuererklärung vom 15.03.2013 und Umsatzsteuerbescheid vom 18.03.2013 keine Umsätze (Gesamtbetrag der Vorsteuern: 0 €).
2012
16.02.2012 (6) Notariatsakt (OZ 25)
Neue Gesellschafter: Ing. ***C***, ***H-GmbH***, ***K2-GmbH1*** (GF: ***K2***)
Anteilsverminderung: ***K1***, ***R***, ***J***
16.02.2012 (6) Generalversammlungsbeschluss
Gesellschaftsvertrag (OZ 29)
Umbenennung in ***Bf-GmbH-Name_alt2***
Neuer Geschäftszweig: Marketing und Handel
Neue Geschäftsanschrift: ***
Abberufung als Geschäftsführer: ***R***
Berufung als Geschäftsführer: ***H*** (Geschäftsführervertrag OZ 69/38)
16.02.2012 Darlehensvereinbarungen (OZ 22/2-13)
***K1*** (29.166 €), ***R*** (35.417 €), ***J*** (35.417 €), Ing. ***C*** (28.125 €), ***H-GmbH*** (71.875 €), ***K2-GmbH1*** (100.000 €) - Summe: 300.000 €
Die Darlehensvereinbarungen lauten in ihren wesentlichen Punkten:
1. Vertragsgegenstand
Der Darlehensgeber gewährt der Darlehensnehmerin ein Darlehen in Höhe von [Betrag] (in Worten: Euro [Betrag]). Der Darlehensgeber wird den Darlehensbetrag auf das Bankkonto bei der [Bank], [Kontonummer] lautend auf [Beschwerdeführerin] bis zum 29. Februar 2012 überweisen.
2. Kündbarkeit des Darlehens
Das Darlehen ist bis zum 31. Dezember 2014 unkündbar. Von diesem Zeitpunkt an kann jeder Vertragspartner unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist die Darlehensvereinbarung zum Ende eines jeden Kalendervierteljahres aufkündigen.
3. Verzinsung des Darlehens
Das Darlehen ist mit 3,5 % zu verzinsen. Die Zinsen sind erstmals zum 31. Dezember 2012 und dann jährlich im Nachhinein jeweils am 31. Dezember an den Darlehensgeber auf das Bankkonto bei der [Bank], [Kontonummer], lautend auf [Gesellschafter] zu entrichten.
Im Jahr 2012 erwarb die Beschwerdeführerin eine LED-Video-Wall zum Betrieb in der ***Einkaufszentrum1*** und eine LED-Video-Wall zum Betrieb im ***Einkaufszentrum2*** (Zugang im Jahr 2012 laut Anlagenspiegel [OZ 62/8]: 189.556,21 €; zum Betrieb siehe auch die vorgelegten Unterlagen in OZ 54/23-48).
Erlöse laut Körperschaftsteuererklärung 2012 (siehe auch die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses zum 31.12.2012, OZ 62):
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2012
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Erlöse ohne § 109a
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11.828,36 €
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übrige Erträge/Einnahmen
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1.723,74 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkommen laut (erklärungsgemäß veranlagtem) Körperschaftsteuerbescheid 2012:
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2012
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb
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-71.806,95 €
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Einkommen
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0,00 €
2013
27.09.2013 Rückstehungserklärungen: ***K2-GmbH1*** (OZ 37/4 = OZ 69/32), ***R*** (OZ 69/33), ***H-GmbH*** (OZ 69/34), ***K1*** (OZ 69/35), ***J*** (OZ 69/36 = OZ 69/37), Ing. ***C*** (nicht vorgelegt)
Die Rückstehungserklärungen (siehe dazu auch den am 02.10.2014 bei der Abgabenbehörde eingegangenen Jahresabschluss zum 31.12.2013 [OZ 63/1], worin im Anhang unter Punkt 6 "Negatives Eigenkapital" ausgeführt ist, dass die Gesellschafter für ihre Darlehen von 319.600,77 € eine Rückstehungserklärung abgegeben hätten und aus diesem Grund zur Zeit keine Insolvenzgefahr bestehe) lauten wie folgt:
In der Bilanz der [Beschwerdeführerin] zum 31. Dezember 2012 ist ein Gesellschafterdarlehen einschließlich Zinsen in Höhe von [Betrag] von [Gesellschafter] ausgewiesen.
[Der Gesellschafter/die Gesellschafterin] [erklären], mit einem Betrag in Höhe von [Betrag] (in Worten: Euro [Betrag]) aus der oben angeführten Forderung im Rang gegenüber sämtlichen anderen Gläubigern der [Beschwerdeführerin] bis zur Absenkung des negativen Eigenkapitals auf Null zurückzustehen.
[Dem Gesellschafter/der Gesellschafterin] steht der Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens ab der Feststellung des jeweiligen Jahresabschlusses durch die Generalversammlung insoweit anteilig in Höhe des positiven Eigenkapitals zu den anderen Gesellschafterdarlehen zu, für die eine Rückstehungserklärung abgegeben worden ist.
Ferner erklären die Gesellschafter, dass solange keine Gewinnausschüttung erfolgt, bis die entsprechenden Darlehen getilgt sind.
Erlöse laut Körperschaftsteuererklärung 2013 (siehe auch die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses zum 31.12.2013, OZ 63):
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2013
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Erlöse ohne § 109a
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26.726,84 €
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Erlöse Anlagevermögen
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8.300 €
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übrige Erträge/Einnahmen
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669,90 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkommen laut (erklärungsgemäß veranlagtem) Körperschaftsteuerbescheid 2013:
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2013
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb
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-80.464,91 €
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Einkommen
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0 €
2014
29.08.2014 Jahresabschluss zum 31.12.2013 (OZ 63/1)
Unterfertigung durch ***H***
23.12.2014 Kündigung des Bestandvertrages mit der ***Einkaufszentrum1-GmbH*** für den Betrieb einer LED-Video-Wall in der ***Einkaufszentrum1*** zum 31.03.2015 (OZ 54/52)
Erlöse laut Körperschaftsteuererklärung 2014 (siehe auch die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses zum 31.12.2014, OZ 64):
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2014
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Umsatzerlöse (Waren-Leistungserlöse)
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28.095,54 €
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Erlöse Anlagevermögen
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-
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Übrige Erträge
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158,37 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkommen laut (erklärungsgemäß veranlagten) Körperschaftsteuerbescheiden 2014:
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2014
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb
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-42.805,45 €
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Einkommen
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0 €
2015
09.01.2015 Rechnung über Verkauf der LED-Video-Wall beim ***Einkaufszentrum2*** um 30.000 € zuzüglich Umsatzsteuer (OZ 23/1)
28.02.2015 (10) Eintragung Gesellschafterwechsel
Eintragung als Gesellschafter: ***K2-GmbH2***
Löschung als Gesellschafter: ***K2-GmbH1***
05.03.2015 (11) Eintragung Gesellschafterwechsel
Eintragung als Gesellschafter: ***K2-GmbH3***
Löschung als Gesellschafter: ***K2-GmbH2***
29.04.2015 Rechnung über Verkauf der LED-Video-Wall in der ***Einkaufszentrum1*** um den Betrag von 22.900 € zuzüglich Umsatzsteuer (OZ 23/2)
28.08.2015 (12) Notariatsakt (OZ 24)
Löschung als Gesellschafter: ***K1***, ***R***, ***J***, ***K2-GmbH3***
Eintragung Anteilserhöhung: Ing. ***C***, ***H-GmbH***
26./28.08.2015 "Gesellschafterumlaufbeschluss gem. § 34 GmbH-Gesetz" (OZ 20/3 iVm OZ 51)
Erklärung der Umwidmung der Gesellschafterdarlehen in eine Kapitalrücklage
11.09.2015 Jahresabschluss zum 31.12.2014 (OZ 64/1)
Unterfertigung durch ***H***
Aus dem Verkauf der beiden LED-Video-Walls erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2015 insgesamt 52.900 € (verbucht am 16.01.2015 [OZ 26/3] und am 10.06.2015 [OZ 26/4]).
Am 26.08.2015 bzw. 28.08.2015 unterfertigten die Gesellschafter eine als "Gesellschafterumlaufbeschluss gem. § 34 GmbH-Gesetz" bezeichnete Erklärung zur "Umwidmung der Gesellschafterdarlehen in eine Kapitalrücklage" (OZ 20/3; Echtheit der Unterschriften notariell beurkundet, OZ 51).
In der Folge überwies die Beschwerdeführerin einen Betrag von 50.000 € an die ***K2-GmbH3*** (verbucht am 31.08.2015 [OZ 26/3]).
Mit Notariatsakt vom 28.08.2015 (OZ 24/1) trat bzw. traten 1) ***K1*** und ***J*** ihre Geschäftsanteile (welche zur Hälfte eingezahlten Stammeinlagen von 4.900 € und 5.950 € entsprachen) einschließlich der ungebundenen Kapitalrücklagen um den Abtretungspreis von 1 € an Ing. ***C***, 2) ***R*** seinen Geschäftsanteil (welcher einer zur Hälfte eingezahlten Stammeinlage von 5.950 € entsprach) einschließlich der ungebundenen Kapitalrücklage um den Abtretungspreis von 1 € an die ***H-GmbH*** und 3) die ***K2-GmbH3*** ihren Geschäftsanteil (welcher einer zur Hälfte eingezahlten Stammeinlage von 7.000 € entsprach) einschließlich der ungebundenen Kapitalrücklage um den Abtretungspreis von 1 € an Ing. ***C*** und die ***H-GmbH*** ab (siehe Seite 2-3).
Bei Erstellung des Jahresabschlusses 2014 (unterzeichnet von ***H*** am 11.09.2015) wurden die Darlehensverbindlichkeiten der Beschwerdeführerin gegenüber den Gesellschaftern steuerneutral auf die ungebundene Kapitalrücklage umgebucht.
Umbuchungen (siehe Aufstellung in OZ 20):
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Konto
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Gegenkonto
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Betrag
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Text
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Gesellschafter
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9320
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3481
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76.631,46 €
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UB Kapitalrücklage
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***H***
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9320
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3482
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56.537,79 €
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UB Kapitalrücklage
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***K2-GmbH1*** Rnf ***K2-GmbH3***
|
9320
|
3483
|
37.729,23 €
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UB Kapitalrücklage
|
***R***
|
9320
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3484
|
37.729,21 €
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UB Kapitalrücklage
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***J***
|
9320
|
3485
|
31.055,68 €
|
UB Kapitalrücklage
|
***K1***
|
9320
|
3486
|
29.916,63 €
|
UB Kapitalrücklage
|
Ing. ***C***
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Summe:
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269.600 €
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Erlöse laut Körperschaftsteuererklärung 2015 (siehe auch die Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses zum 31.12.2015, OZ 66):
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2015
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Umsatzerlöse (Waren-Leistungserlöse)
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3.500 €
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Anlagenerlöse
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52.900 €
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Übrige Erträge
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172,79 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkommen laut (erklärungsgemäß veranlagten) Körperschaftsteuerbescheid 2015 (OZ 5):
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2015
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb
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-87.878,78 €
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Einkommen
|
0 €
2016
Für das Jahr 2016 erklärte die Beschwerdeführerin Umsatzerlöse von 40.000 €. Dazu legte sie mit 07.12.2015 datierte Vereinbarungen mit der ***C-KG***, mit der ***C2-KEG***, mit der ***C-GmbH_&_Co_KG*** und mit der ***C-GmbH2*** (Geschäftsführer: ***H***) sowie eine mit 15.06.2016 datierte Vereinbarung mit ***C3*** über "Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten" vor (die Abgabenbehörde äußerte dazu die Vermutung, es könne sich um Scheinrechnungen zum Zwecke der steuerlichen Ergebnisminderung bei den "Leistungsempfängern" handeln, wobei sich bei der Beschwerdeführerin aufgrund der offenen Verlustabzüge aus den Vorjahren im Betrag von 282.956,09 € keine ertragsteuerlichen Auswirkungen ergeben; einzig die im Zusammenhang mit der ***C-GmbH2*** verbuchten Erträge wurden "neutralisiert" - siehe letzter Absatz der gesonderten Begründung zur Beschwerdevorentscheidung).
Verfahrensablauf
Außenprüfung
Mit Bescheid über einen Prüfungsauftrag vom 22.09.2017 führte die Abgabenbehörde bei der Beschwerdeführerin eine Außenprüfung ua. betreffend Körperschaftsteuer 2013 bis 2015 durch. Dabei traf die Prüferin die hier strittige Feststellung, dass die Gesellschafter im Jahr 2015 auf nicht werthaltige Forderungen verzichtet haben, die gemäß § 8 Abs. 1 KStG 1988 steuerwirksam sind.
Mit E-Mail vom 12.10.2017 verlangte die Prüferin die Offenlegung der "Verträge bezüglich der Umwandlung von Darlehen in Kapitalrücklagen".
Mit E-Mail vom 12.10.2017 (OZ 20/1) legte die Beschwerdeführerin durch ihren steuerlichen Vertreter vor:
einen "Gesellschafterumlaufbeschluss gem. § 34 GmbH-Gesetz" (OZ 20/3) samt notarieller Beurkundung der Echtheit der Unterschriften (OZ 51), wonach sich die Gesellschafter durch ihre Unterschriften am 26.08.2015 und am 28.08.2015 bereit erklärt hätten, die angeführten Darlehensbeträge, für die sie bereits eine Rückstehungserklärung abgegeben hätten, rückwirkend mit 31.12.2014 in eine ungebundene Kapitalrücklage umzuwidmen, damit in der Bilanz zum 31.12.2014 kein negatives Eigenkapital ausgewiesen sei.
Mit E-Mail vom 11.12.2017 (OZ 21/1) legte die Beschwerdeführerin durch ihren steuerlichen Vertreter vor:
den notariellen Abtretungsvertrag vom 28.08.2015 betreffend die Geschäftsanteile des ***K1***, des ***R*** und des ***J*** sowie der ***K2-GmbH3*** um jeweils 1 € an Ing. ***C*** und die ***H-GmbH***,
eine mit 07.12.2015 datierte "Vereinbarung" der Beschwerdeführerin mit der ***C-KG*** über Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten (Website, Social Media usw., Produktpräsentation, Vertriebsunterlagen) für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2019 um über 20.000 € exkl. USt - auf zwei Raten pro Jahr (OZ 21/3);
eine mit 07.12.2015 datierte "Vereinbarung" der Beschwerdeführerin mit der ***C2-KEG*** über Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten (Website, Social Media usw., Aufbereitung von Kalkulationsvorlagen, Produktbeschreibungen und Vertriebsunterlagen sowie Unterstützung bei Neukundenakquise) für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2019 um über 20.000 € exkl. USt - auf zwei Raten pro Jahr (OZ 21/4);
eine mit 07.12.2015 datierte "Vereinbarung" der Beschwerdeführerin mit der ***C-GmbH_&_Co_KG*** über Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten (Website, Social Media usw., Produktpräsentation, Vertriebsunterlagen) für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2019 um über 10.000 € exkl. USt - auf zwei Raten pro Jahr (OZ 21/5);
eine mit 07.12.2015 datierte "Vereinbarung" der Beschwerdeführerin mit der ***C-GmbH2*** (Geschäftsführer: ***H***) über Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten (Website, Social Media usw., Produktpräsentation, Vertriebsunterlagen) für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2019 um über 10.000 € exkl. USt - auf zwei Raten pro Jahr (OZ 21/6);
eine mit 15.06.2016 datierte "Vereinbarung" der Beschwerdeführerin mit ***C3*** über Beratung und Unterstützung bei Marketing und Vertriebsangelegenheiten (Website, Social Media usw., Aufbereiten von Kalkulationsvorlagen, Produktbeschreibungen und Vertriebsunterlagen sowie Unterstützung bei Neukundenakquise) für den Zeitraum 01.07.2016 bis 31.12.2016 um über 1.000 € exkl. USt (OZ 21/2).
Mit Schreiben vom 16.01.2018 (OZ 22) legte die Beschwerdeführerin durch ihren steuerlichen Vertreter vor:
sechs mit 16.02.2012 datierte "Darlehensvereinbarungen" (OZ 22) über Darlehen an die Beschwerdeführerin von ***R*** und von ***J*** jeweils im Betrag von 35.417 €, von Ing. ***C*** im Betrag von 28.125 €, von ***K1*** im Betrag von 29.166 €, von der ***K2-GmbH1*** im Betrag von 100.000 € und von der ***H-GmbH*** im Betrag von 71.875 € als Darlehen (jährliche Verzinsung jeweils 3,5%).
Der Niederschrift über die Einvernahme des steuerlichen Vertreters vom 19.03.2018 (OZ 32) der Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, dass es sich bei den Rückstehungserklärungen um eine handelsrechtliche Maßnahme zur Rechtfertigung eines negativen Eigenkapitals gehandelt habe, um darzustellen, dass keine insolvenzrechtliche Überschuldung vorliege (Seite 1). Die Umwidmung sei eine reine handelsbilanzrechtliche Maßnahme gewesen, um die Bilanz zum 31.12.2014 besser darzustellen und die Bilanzkennzahlen zu verbessern. Die Einlagen seien nicht zum Zeitpunkt des Ausscheidens erfolgt. Diese Einlage ins Kapitalvermögen sei rückwirkend zum 31.12.2014 erfolgt, wobei Darlehen aus dem Jahr 2012, für die es eine Rückstehungserklärung gegeben habe, umgewidmet worden seien. Der Beschluss sei zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung im August 2015 zur Bilanz 31.12.2014 gefasst worden, um das Bilanzbild besser darzustellen. Ziel sei die Erreichung besserer Bilanzkennzahlen gewesen (Seite 2).
Der Niederschrift über die Einvernahme des ***H*** vom 20.04.2018 (OZ 34) ist zu entnehmen, - zur Frage, warum die Beschwerdeführerin von 2012 bis 2015 weder Zinsen noch Darlehensrückzahlungen an die Gesellschafter geleistet habe - dass es wirtschaftlich nicht möglich gewesen sei, da der Anlauf für das Projekt sehr lange gedauert habe und man mit der langen Frist des Kapitalbedarfs nicht gerechnet habe. Der Anfang sei sehr kapitalintensiv, die Montage der Video-Wall in der ***Einkaufszentrum1*** sei sehr aufwendig gewesen. In ***Einkaufszentrum1*** hätten die Kosten für die Errichtung der Werbewall ca. 180.000 € gekostet. Sehr aufwendige Installationsarbeiten - Strom. ***J*** und ***K1*** seien auf ihn zugekommen, dass er investiere und ***K2*** und Ing. ***C*** hätten auch durch ihn investiert. Nach und nach seien sie aber zur Erkenntnis gekommen, dass die angekündigten Werbeverträge gar nicht zustande gekommen seien. Die meisten Werbeeinschaltungen seien durch ihn (***H***) zustande gekommen. Er habe geschaut, dass zumindest die Betriebskosten abgedeckt worden seien. Sehr wartungsintensiv, es hätten durch die Einnahmen höchstens die laufenden Kosten abgedeckt werden können. Ich bin erst später draufgekommen, dass man mit zwei Video-Walls nicht wirtschaftlich überlebensfähig sei. ***J*** - ***Beruf*** - habe sich um die Werbeverträge kümmern wollen. Es hätten jedoch keine Werbeverträge durch ihn abgeschlossen werden können. Es sei den neuen Gesellschaftern so verkauft worden, als würden sich die alten Gesellschafter der Beschwerdeführerin um die Werbeverträge kümmern und die neuen Gesellschafter sollten nur Kapital zur Verfügung stellen. (Zur Frage: Warum legen die ausscheidenden Gesellschafter (***K1***, ***J***, ***R***, ***K2-GmbH3***) am Tag ihres Ausscheidens ihre offenen Darlehen zum Großteil in die Beschwerdeführerin ein?) Er (***H***) habe als Geschäftsführer gesagt, dass sie so nicht weiterarbeiten könnten. Es müssten andere Geschäftsideen entwickelt werden, dass sie Geld verdienten. Alle Gesellschafter hätten gesagt, dass sie (alle) der Beschwerdeführerin Eigenkapital zur Verfügung stellen müssten, um uns neuen Projekten zuwenden zu können. (Zur Frage: Welches Interesse haben die austretenden Gesellschafter an der Kapitalzufuhr gehabt?) Die austretenden Gesellschafter hätten den Anteil günstig verkauft und seien nicht mehr bereit gewesen, Geld zu investieren. Eine Lösung hätte gefunden werden müssen. ***K2*** hätte einen Teil seines Geldes zurückhaben wollen. Seit zwei Jahren seien sie positiv und er versuche durch sein Netzwerk und seine Erfahrung Aufträge zu erlangen und an andere Firmen zu vermitteln. (Zur Frage: Welche Aufträge vermitteln Sie? Kurze Beschreibung?) Also er habe für die ***C-KG*** einen Großauftrag vermittelt, Fliesenauftrag für die ersten fünf Bauabschnitte des Bauvorhabens "***", Auftragsvolumen ca. 900.000 €. Er unterstütze die Firmen durch sein Netzwerk, dass die Aufträge für die Firmen auch bewältigbar seien, dass sie abgearbeitet werden könnten. (Zur Frage: Die Beschwerdeführerin hat keine Dienstnehmer, wer tätigt die Banküberweisungen?) Entweder meine Tochter auf meine Anweisungen hin (beschäftigt bei der Holding) oder ich.
Bei Prüfungsabschluss traf die Prüferin die hier strittige Feststellung, dass der "betrieblich veranlasste" Forderungsverzicht der Gesellschafter zur Gänze bei der Beschwerdeführerin im Jahr 2015 steuerwirksam sei (Seite 2 der Niederschrift über die Schlussbesprechung am 20.04.2018, OZ 33).
Steuerliche Auswirkung laut Außenprüfung:
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2015
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2016
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb lt. Erstbescheid bzw. Erstbescheid
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-87.878,78 €
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64.758,46 €
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Hinzurechnung lt. AP
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269.600 €
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-
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Einkünfte aus Gewerbebetrieb lt. AP (= Gesamtbetrag der Einkünfte)
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181.721,22 €
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64.758,46 €
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Verlustabzug lt. AP
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-136.290,92
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-48.568,85 €
Dem Bericht über das Ergebnis der Außenprüfung vom 14.05.2018 (OZ 35) ist zur Begründung der hier strittigen Feststellung zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bis 2014 hohe Verluste (ca. 200.000 €) erwirtschaftet habe. Im Jahr 2015 habe die Beschwerdeführerin lediglich Umsätze von 3.500 € erzielt. In der ersten Jahreshälfte 2015 seien die wesentlichen Anlagegüter veräußert worden. Die ursprüngliche betriebliche Tätigkeit (Werbewalls) sei 2015 eingestellt worden. Die Gesellschafter ***K1***, ***J***, ***R*** und die ***K2-GmbH3*** hätten der Beschwerdeführerin kein Kapital mehr zur Verfügung stellen wollen und seien mit 28.08.2015 ausgeschieden. Die Beschwerdeführerin habe in den vergangenen Jahren ausschließlich (hohe) Verluste erwirtschaftet. Sie habe seit der Gewährung der Darlehen weder Zinsen noch Rückzahlungen an die Gesellschafter leisten können. Die betriebliche Tätigkeit sei im Jahr 2015 eingestellt worden. Eine Rückzahlung der offenen Darlehen sei zum Zeitpunkt des Verzichtes höchst unwahrscheinlich gewesen, da dies aufgrund der wirtschaftlichen Situation gar nicht mehr möglich gewesen sei. Zum anderen sei der Verzicht auf die Darlehensrückzahlung zum Zeitpunkt des Ausscheidens der genannten Gesellschafter ein gewichtiger Hinweis, dass nicht gesellschafterbezogene Überlegungen für den Forderungsverzicht maßgebend gewesen seien. Rückwirkende Parteienvereinbarungen würden steuerlich nicht anerkannt. Somit sei der Verzicht (aufgrund des Gesellschafterbeschlusses vom 28.08.2015) auf Rückzahlung der offenen Darlehen sei erst mit 28.08.2015 wirksam. Der betrieblich veranlasste Forderungsverzicht der Gesellschafter sei zur Gänze im Jahr 2015 steuerwirksam (Seite 3).
Bescheide
Mit den hier angefochtenen Bescheiden vom 14.05.2018 (OZ 4-6) nahm die Abgabenbehörde das Verfahren betreffend Körperschaftsteuer 2015 wieder auf und setzte die Körperschaftsteuer 2015 und 2016 wie folgt fest:
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2015
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2016
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Festgesetze Körperschaftsteuer
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3.494 €
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4.045 €
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Abgabennachforderung
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1.787 €
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2.295 €
Beschwerden
Normen und Schlagworte
- § 8 Abs. 1 KStG 1988, Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 401/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/2101134/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2024:RV.2101134.2020
- Stammnummer
- 144015
- Gültig
- 22.03.2024 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF