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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/5102148/2015

Zurechnung von Einkünften / Umsätzen iZm der Vermittlung von Pflegerinnen

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5102148/2015vom 19.09.2023Teil 1 von 5
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin***Ri*** in der Beschwerdesache ***Bf***, ***Bf-Adr***, vertreten durch Mag. Kai Herbst, Steinklüftstraße 12, 5340 St. Gilgen, über die Beschwerden vom 14., 19. und 22. Juli 2015 gegen die Bescheide des Finanzamtes ***FA*** vom 25. Juni 2015, Steuernummer ***BfStNr1***, betreffend Einkommensteuer 2011 bis 2013 und Umsatzsteuer 2010 bis 2013 nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung zu Recht erkannt: I. Die Beschwerde betreffend Umsatzsteuer 2010 wird gemäß § 279 BAO als unbegründet abgewiesen. II. Der Beschwerde gegen die Bescheide betreffend Einkommensteuer 2011 bis 2013 und Umsatzsteuer 2011 bis 2013 wird gemäß § 279 BAO teilweise Folge gegeben. Die angefochtenen Bescheide werden abgeändert. Die Bemessungsgrundlagen und die Höhe der festgesetzten Abgaben sind den als Beilage angeschlossenen Berechnungsblättern zu entnehmen und bilden einen Bestandteil des Spruches dieses Erkenntnisses. III. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig. Entscheidungsgründe I. Bisheriger Verfahrensgang 1. Die belangte Behörde ersuchte die Finanzpolizei mit Schreiben vom 18.01.2013 unter Bezugnahme auf das Impressum der Homepage ***HP*** um Erhebungen bezüglich des Mietobjektes "***BfAdr***", weil (lt. Auszug aus dem Zentralen Gewerberegister vom 03.01.2013) seit einiger Zeit Gewerbeanmeldungen von ausländischen Pflegerinnen mit diesem Gewerbestandort beim Finanzamt einlangen würden. Erhebungen hätten ergeben, dass an dieser Adresse seit 01.11.2011 ***Bf*** und ***1*** ein Einfamilienhaus gemietet hätten. Dieses Mietobjekt werde laut Mietvertrag für Wohnzwecke und für das Büro "***2***" genutzt. Der der belangten Behörde nach Auskunftsersuchen vom 03.01.2013 vorgelegte Mietvertrag vom 13.11.2011 führe als Mieter den Beschwerdeführer (in der Folge kurz: Bf.) sowie ***1*** an. 2. Im Zuge einer Nachschau gem. § 144 BAO wurde der Bf. am 06.02.2013 von Organen der Finanzpolizei niederschriftlich einvernommen. Das Protokoll der Aussage dazu lautet: "Frage: Sie haben laut Mietvertrag vom 13.11.2011 mit Frau ***1***, geb. […] eine Wohnung und Büro für "***2***" gemietet. Wie funktioniert dieses Geschäft? Antw: Wir vermitteln Personenbetreuerinnen (rumän. StA.) an Familien. F: Wie erfolgt die Kontaktaufnahme bzw. Geschäftsanbahnung? A: Wir betreiben eine Internetseite, aber auch über Mundpropaganda. Die Interessenten rufen an und wir vermitteln die Betreuerin. F: Wie kommen die Betreuerinnen zu den einzelnen Kundschaften? A: Sie werden mit einem rumänischen Kleinbus zu den zu betreuenden Personen gebracht. F: Wer bezahlt die rumän. Betreuerinnen? A.: Die zu betreuende Person bezahlt direkt an die Betreuerin. Dafür wird ein Werkvertrag abgeschlossen. (siehe Beispiel) F: Welche Einnahmen erzielen Sie daraus? A: Ich verlange von den Betreuerinnen ein Vermittlungshonorar. (Siehe zwei Rechnungen) Das ist ein Jahreshonorar, egal wie oft die Betreuerin vermittelt wurde. Die Beträge sind für alle Betreuerinnen gleich. F: Können Sie uns die Unterlagen für die letzten 3 Monate vorlegen? A: Nein, weil ich von der Firmeninhaberin ***1*** (Lebensgefährtin) seit April 2012 getrennt lebe und ich wegen der Auflösung und Trennung des Hausstandes sämtliche Unterlagen (E/A Rechnungen, Mitarbeiterinnenunterlagen usw.) seit diesem Zeitraum an den Rechtsanwalt ***35*** (glaublich in Ried) abgeben musste. Ich habe bis zum 3. Quartal 2012 die Einnahmen Ausgabenrechnung verfasst, ob Frau ***1*** die Erklärung auch dem Finanzamt abgegeben hat, weiß ich nicht. Für das heurige Jahr liegen sämtliche Rechnungen im ho. Büro. F: Können Sie uns eine Saldenliste im Computer zeigen? A: Nein, die Rechnung wurden im Computer geschrieben, ausgedruckt und abgelegt. F: Wie wurden die Provisionen kassiert? A: Die Provisionen der Damen wurden immer auf ein Bankkonto bei der *** eingezahlt. (Siehe Bankdaten auf der Rechnung) F: Haben Sie jetzt eine eigene Gewerbeanmeldung? A: Nein, die Vermittlung läuft noch auf Frau ***1***; wir streiten noch um die Firmenrechte." 3. Mit Auskunftsersuchen vom 08.02.2013 und 05.04.2013 richtete das Finanzamt an mehrere betreute Personen sowie an deren Bezugspersonen und Pflegerinnen die folgenden Auskunftsersuchen und erhielt jeweils die dazu angeführten Antworten: 3.1. Auskunftsersuchen an ***3*** vom 08.02.2013 "Ihr Vater ***4*** (…) wird von rumänischen Pflegerinnen betreut. 1. Seit wann wird Ihr Vater von Pflegerinnen betreut? 2. Wie sind Sie auf diese Pflegerin (/-innen) gestoßen? Wer hat diese vermittelt? 3. Haben Sie bzw. Ihr Vater einen Betreuungsvertrag abgeschlossen? 4. Wenn ja: Bitte um Übermittlung einer Kopie dieses Vertrages bzw. dieser Verträge 5. Wie oft wechseln diese Pflegerinnen? 6. Welche Kosten fallen für die Pflege an? 7. An wen sind diese Kosten zu bezahlen? 8. Bitte um Übermittlung von Kopien der Zahlungs- bzw. Überweisungsbelege" Am 07.03.2013 übermittelte ***3*** im Zuge Ihres Antwortschreibens den Werkvertrag betreffend die Betreuung ihres Vaters sowie Belege über die Bezahlung der Pflegerinnen und gab an: "1. Mein Vater wird seit August 2011 von rumänischen Pflegerinnen betreut. 2. Durch eine Zeitungsanzeige 3. Es wurde ein Werkvertrag abgeschossen 4. Kopie des Vertrages wird beigelegt 5. Ca. alle 3 Monate 6. € 1.190,-- 7. An die Agentur Mag. ***Bf*** ***2***" Der Buchungstext eines beigefügten Beleges über einen Lastschrifteinzug vom 05.02.2013 über € 1.502,96 lautet "Gehalt für Fr. ***5*** 7422538 Mag. ***Bf*** ***2***", "Gehalt für Fr. ***5*** vom 08.12.2012-16.01.2013". Als Empfänger scheint "Mag. ***Bf*** ***2***" auf. Auf einem Überweisungsbeleg vom 18.02.2013 über eine Zahlung von € 1.190,00 scheinen als Verwendungszweck "Gehalt für Fr. ***6*** für Personenbetreuung" und als Empfänger der Bf., ***KtoBf*** auf. In der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 16.01.2013 sind als Auftraggeber und Vertragspartner der zu betreuende ***4*** sowie ***3*** als Angehörige einerseits und ***6*** als Auftragnehmerin andererseits angeführt. Vertragsgegenstand waren haushaltsnahe Dienstleistungen, Unterstützung bei der Lebensführung, Gesellschafterfunktion und sonstige Dienstleistungen wie Unterstützung bei der Nahrungs- und Arzneimittelaufnahme, der Körperpflege, An- und Auskleiden, der Benützung von Toilette oder Leibstuhl, beim Aufstehen, Niederlegen, -setzen oder Gehen. Das Vertragsverhältnis begann mit 16.01.2013 und wurde auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Das Entgelt in Höhe von € 1.190,00 inkl. MwSt pro Monat war auf das Konto ***KtoBf*** lautend auf "Mag. ***Bf***, ***2***" zu überweisen. 3.2. Auskunftsersuchen an ***7*** vom 08.02.2013 Dieses Auskunftsersuchen betreffend ***8*** entspricht dem unter 4.1. angeführten Auskunftsersuchen. Es wurde nicht beantwortet. 3.3. Auskunftsersuchen an ***8*** vom 08.02.2013 Ein entsprechendes Auskunftsersuchen wurde auch an die zu betreuende Person, ***8***, direkt gesandt. Diese übermittelte im Zuge Ihres Antwortschreibens den Werkvertrag betreffend die Betreuung sowie eine Rechnung über eine von der Pflegerin zu entrichtenden Vermittlungsprovision und gab an: "zu 1) seit 17.04.2012 zu 2) Die Pflegerinnen werden/wurden von der Agentur ***2***, ***BfAdr*** vermittelt. zu 3) Ja zu 4) Vertragskopien in der Anlage zu 5) alle 2 Monate zu 6) monatlich 1.190,00 Euro zu 7) An die Betreuerin. zu 8) siehe Anlage" Aus der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 17.04.2012 sind als Auftraggeber und Vertragspartner die zu betreuende ***8*** und als Auftragnehmerin ***65*** andererseits angeführt. Der Beginn des Vertragsverhältnisses wurde mit 17.04.2012 und die Dauer auf unbestimmte Zeit festgelegt. Das Entgelts von € 1.190,00 pro Monat inkl. MwSt war auf ein Konto lautend auf ***65*** zu überweisen. Weiters liegt eine an "***9*** (bei ***8***)" gerichtete Rechnung Nr. 2013-0006 von ***2***.at, ***BfAdr*** vom 22.01.2013 über € 410,00 inkl. 20% MwSt. "für die erfolgreiche Vermittlung eines Werkvertrages gem. § 159 GewO / Arbeitsplatzes" vor, auf welcher unter "Bankverbindung" der Name des Bf. samt seinen Kontodaten angegeben ist. [...] 3.4. Auskunftsersuchen an ***10*** vom 08.02.2013 "Sie waren im Mai und Juni 2012 über die Fa. ***2***.at in ***BfAdr*** als Pflegerin in Salzburg tätig. 1. Wie haben Sie von dieser Firma erfahren? 2. Haben Sie mit dieser Agentur einen Vertrag abgeschlossen? 3. War der Vertragspartner ***Bf*** oder eine andere Person? Falls vorhanden wird um Übermittlung einer Kopie des Vertrages ersucht. 4. Haben Sie an den Auftraggeber Vermittlungsgebühren oder andere Kosten bezahlt? Wenn ja: In welcher Höhe? 5. Wie hoch war Ihr Honorar für die Pflegetätigkeit pro Monat? 6. Wie erfolgte die Bezahlung (bar oder Überweisung)? 7. Wer hat Ihr Honorar bezahlt? 8. Auf welches Konto wurde gegebenenfalls das Honorar jeweils überwiesen? 9. Bitte um Übermittlung von Kopien der Zahlungs- bzw. Überweisungsbelege 10. Wann und warum wurde das Auftragsverhältnis beendet?" Als Antwort langte ein ausgefülltes Auskunftsersuchen samt Vermittlungsvertrag und Werkvertrag jeweils vom 25.04.2012 ein: zu 1) "Andere Betreuern in Rumenien" zu 2) "Ja" zu 3) (mittig unterhalb des Namens "***Bf***"): "Ja" zu 4) "Ja, € 400" zu 5) "€ 1190" zu 6) "Durch Überweisung auf Konto" zu 7) "Frau ***11***" zu 8) "***10***, BIC *** IBAN […]" zu 9) "Nicht vorhanden" zu 10) "[…] Juni 2012, andere Betreuerin kom zuruk" [Anm.: Rest unleserlich] In der vorgelegten Kopie des Vertrages zur Vermittlung von Personenbetreuern vom 25.04.2012 sind als Auftraggeber die Pflegerin ***10*** einerseits und als Vermittler ***2***.at (mit u.a. folgenden Daten: "Inh. ***12*** GF: Mag. ***Bf*** ***BfAdr***") andererseits angeführt. Der Beginn des Vertragsverhältnisses wurde mit Vertragsunterzeichnung (25.04.2012) und die Dauer auf unbestimmte Zeit festgelegt. Unter Punkt "2. Leistung des Vermittlers" ist unter anderem angeführt: "2.2 Nach Ankunft des Auftraggebers wird sich dieser, sofern erforderlich, umgehend beim Meldeamt, beim Gründerservice der WKO und ggf. beim Gewerbeamt anmelden. Bei diesen Behördengängen wird der Auftraggeber im Raum Salzburg immer vom Vermittler, sonst vom Arbeitgeber begleitet und unterstützt. Eventuell erforderliche Ruhendmeldungen eines Gewerbes des Auftraggebers an die WKO und Abmeldungen beim Meldeamt erfolgen über den Vermittler in Schriftform / per Email. Ruhendmeldungen und insbesondere die Zurücklegung des Gewerbes Personenbetreuer an die WKO bzw. das Gewerbeamt, Wohnsitzabmeldungen, Meldungen an Finanzamt oder SVA, etc. haben IMMER in Absprache mit dem Auftraggeber UND dem Vermittler zu erfolgen. Auf keinen Fall darf dies vom Auftraggeber alleine gemacht werden, auch wenn er zu diesem Zweck eine Blanko-Vollmacht z.B. der WKO erhalten sollte. Im Falle der Zuwiderhandlung gelten Euro 500,00 (in Worten: Euro fünfhundert) als Konventionalstrafe als vereinbart, zu zahlen vom Auftraggeber an den Vermittler." Punkt "3. Vergütung" des Vermittlungsvertrages lautet auszugsweise: "3.1 Der Vermittler erhält eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von EURO 15,00 zuzüglich derzeit 20% gesetzlicher Mehrwertsteuer. Die Bearbeitungsgebühr ist bei Abschluss des Vermittlungsvertrages fällig. Sie wird im Falle einer erfolgreichen Vermittlung auf das Vermittlungshonorar gemäß Nr. 3.2 angerechnet. 3.2 Schließt der Auftraggeber mit einem vom Vermittler vorgestellten Arbeitgeber innerhalb von einem Jahr einen Werkvertrag oder Arbeitsvertrag, so erhält der Vermittler, unabhängig von der Beschäftigungsdauer, ein Vermittlungshonorar in Höhe von Euro 400,00 inkl. derzeit 20% gesetzlicher Mehrwertsteuer für 12 Monate. 3.3 Das Honorar ist jährlich immer im Voraus zahlbar, erneut also nach Ablauf von 12, 24, 36, etc., Monaten Dauer der Beschäftigung." Aus der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 25.04.2012, der analog zu den bisher genannten Werkverträgen gestaltet ist, geht hervor, dass das Entgelt von EUR 1.190,00 pro Monat inkl. MwSt auf ein Konto lautend auf ***10*** zu überweisen war. 3.5. Auskunftsersuchen an ***13*** vom 08.02.2013 "Sie waren über die Fa. ***2***.at in ***BfAdr*** als Pflegerin tätig. 1. Wie haben Sie von dieser Firma erfahren? 2. Haben Sie mit dieser Agentur einen Vertrag abgeschlossen? 3. War der Vertragspartner ***Bf*** oder eine andere Person? Falls vorhanden wird um Übermittlung einer Kopie des Vertrages ersucht. 4. Haben Sie an den Auftraggeber Vermittlungsgebühren oder andere Kosten bezahlt? Wenn ja: In welcher Höhe? 5. Wie hoch war Ihr Honorar für die Pflegetätigkeit pro Monat? 6. Wie erfolgte die Bezahlung (bar oder Überweisung)? 7. Wer bezahlte Ihr Honorar? 8. Auf welches Konto wurde gegebenenfalls das Honorar jeweils überwiesen? 9. Bitte um Übermittlung von Kopien der Zahlungs- bzw. Überweisungsbelege 10. Wurde das Auftragsverhältnis zur Fa. ***2***.at inzwischen beendet? 11. Wenn ja: Warum wurde es beendet?" ***13*** übermittelte im Zuge Ihres Antwortschreibens den Vermittlungsvertrag, den Werkvertrag sowie Überweisungsbestätigungen betreffend ihr Entgelt und von ihr an den Bf. geleistete Zahlungen für Sozialversicherungsbeiträge und gab an: "zu 1) Internet zu 2) Ja zu 3) Siehe Beilage zu 4) Ja, 400,00 Euro für ein Jahr zu 5) Frau ***8*** in Salzburg 1.190.- Euro/Monat, jetzt bei Herr ***14*** 1.490.- Euro/Monat zu 6) Überweisung zu 7) Frau ***8*** und Herr ***14*** zu 8) auf mein Konto bei Bank *** zu 9) siehe Beilage zu 10) nein, ich bin sehr zufrieden, ich habe immer gute Familien bekommen zu 11) -" In der vorgelegten Kopie des Vertrages zur Vermittlung von Personenbetreuern vom 20.06.2012, der analog zu dem o.a. Vermittlungsvertrag mit ***10*** gestaltet ist, sind als Auftraggeber die Pflegerin ***13*** einerseits und als Vermittler wiederum ***2***.at (mit u.a. folgenden Daten: "Inh. ***12*** GF: Mag. ***Bf*** ***BfAdr***") andererseits angeführt. Laut der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 22.08.2012, der analog zu den bisher genannten Werkverträgen gestaltet ist, hatte die Leistung des Entgelts von € 1.190,00 inkl. 20% MwSt pro Monat auf ein Konto lautend auf ***13*** zu erfolgen. Aus den vorgelegten Bankbelegen geht unter anderem hervor, dass auf das Konto von ***13*** am 28.05.2013 und am 04.07.2013 jeweils einen Betrag von € 1.490,00 mit dem Zahlungszweck "Betrag für 24-h Pflege vom 01.05.13 - 31.05.13 Kosten für 1 Monat. für Monat MAI 2013" bzw. "Entlohnung für 24 Stunden Pflege Zeitraum vom 01.06.2013-30.06.2013" von ***14*** überwiesen wurde und ***13*** am 03.06.2013 und am 05.07.2013 jeweils € 151,68 mit dem Zahlungszweck "für Sozialversicherung" an den Bf. überwiesen hat. Weiters liegt eine Rechnung Nr. 2012-03 von "Personenbetreuung ***13***", ***BfAdr***, an ***8*** vom 06.10.2012 über € 528,12 für Kosten der Betreuung vor. Es ist keine Umsatzsteuer ausgewiesen und wird diesbezüglich auf die Kleinunternehmerbefreiung "analog § 6 UStG" verwiesen. Auf der Rechnung findet sich ein Vermerk, wonach die Pflegerin den Betrag am 06.10.2012 in bar erhalten habe. 3.6. Auskunftsersuchen an ***6*** vom 08.02.2013 Das Auskunftsersuchen an ***6*** entsprach den Fragen 1-9 des Auskunftsersuchens an ***13*** (s. 3.5.). ***6***, die bei der Beantwortung des Auskunftsersuchens von ***3*** unterstützt wurde, gab an: "1. Über Internet 2. Vertrag wurde abgeschlossen 3. Hr. Mag. ***Bf*** 4. € 400,- Kommission 5. € 1.190,- 6. Überweisung 7. Für Pflegerin: Hr. ***4***. Für Fa. ***2***.at: Pflegerin 8. Auf das Konto der Fa. ***2***.at. 9. Siehe Beilage Kontoauszug Bank ***" ***3*** übermittelte am 22.07.2013 folgende ausführlichere Antworten per E-Mail: "4) Jährliche Kommission in Höhe von € 400 wurde bezahlt 6) Person die gepflegt wird (Hr. ***4***) überweist monatlich auf das Konto von Hr. Mag. ***Bf*** € 1.190,-- und dieser überweist an die Pflegerin weiter. 7) Honorar an die Fa. ***2*** at. wird von der Pflegerin bezahlt. 8) Honorar wird vom Gehalt der Pflegerin der von Hr. ***4*** bezahlt wird von der Fa. ***2*** abgezogen und der Restbetrag wird an die Pflegerin von der Fa. ***2*** at. weiterüberwiesen." Am 22.07.2013 ersuchte die Abgabenbehörde weiters um Auskunft, wie hoch der Betrag sei, der der Pflegerin von den EUR 1.190,- pro Monat von der Fa. ***2***.at weiterüberwiesen werde. ***3*** erklärte diesbezüglich: "€ 1.190,- ist der Gehalt für die Pflegerin den mein Vater an die Fa. ***2*** pro Monat überweisen muss. Von Hr. ***Bf*** werden von den € 1.190,- € 151,21 für die Sozialversicherung abgezogen." Aus dem übermittelten Kontoauszug vom 05.04.2013 geht hervor, dass auf dem Konto von ***6*** am 26.03.2013 € 638,32 eingingen. Der dazugehörige Buchungstext lautet: "Gutschrift a/***Bf*** Werklohn 16.01.13-15.02.13 1.190,00 Euro - 400,00 Comision -151,68 Euro SVA Beitrag 02/2013" ***6*** legte eine an "***6*** (bei ***4***)" gerichtete Rechnung Nr. 2013-0010 von ***HP*** vom 16.01.2013 über € 400,00 inkl. 20% MwSt "für die erfolgreiche Vermittlung eines Werkvertrages gem. § 159 GewO / Arbeitsplatzes" vor, auf welcher unter "Bankverbindung" der Name des Bf. samt seiner IBAN: ***KtoBf*** und der UID-Nr. ***38*** angegeben ist. 3.7. Auskunftsersuchen an ***15*** vom 08.02.2013 Das Auskunftsersuchen an ***15*** entsprach dem Auskunftsersuchen an ***13*** (s. 3.5.). Als Antwort langte das ausgefüllte Auskunftsersuchen samt Vermittlungsvertrag vom 01.04.2012, Werkvertrag vom 20.06.2012 sowie eine Auftragsbestätigung über eine Überweisung in Höhe von € 1.190,00 an ***15*** mit dem Verwendungszweck "Werklohn für Personenbetreuung" vom 10.08.2012 ein. Am Auskunftsersuchen wurde Folgendes vermerkt: zu 1) "Über Internet" zu 2) "Ja" zu 3) zu 4) "Für 6 Monate 400 €" zu 5) "1.190,- €" zu 6) "Überweisung auf Konto" zu 7) "Die Familie der pflegebedürftigen Person" zu 8) "*** Bank ***, ***Kto15***, BLZ: ***" zu 9) "Leider nicht vorhanden" zu 10) "6. Dez. 2012" zu 11) "Neue Pflegetätigkeit wurde in Graz begonnen" In der vorgelegten Kopie des Vertrages zur Vermittlung von Personenbetreuern vom 01.04.2012, der analog zu dem o.a. Vermittlungsvertrag mit ***10*** gestaltet ist, sind als Auftraggeber die Pflegerin ***15*** einerseits und als Vermittler wiederum "***2***.at" (mit u.a. folgenden Daten: "Inh. ***12*** GF: Mag. ***Bf*** ***BfAdr***") andererseits angeführt. Laut der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 20.06.2012, der ebenfalls analog zu den o.a. Werkverträgen gestaltet ist, hatte die Leistung des Entgelts von € 1.190,00 inkl. 20% MwSt pro Monat auf ein Konto lautend auf ***15*** zu erfolgen. 3.8. Auskunftsersuchen an ***16*** vom 05.04.2013 "Sie wurden von der rumänischen Pflegerin ***17*** betreut. 1. Wie sind Sie auf diese Pflegerin gestoßen? Wer hat diese vermittelt? 3. Haben Sie einen Betreuungsvertrag abgeschlossen? 4. Wenn ja: Bitte um Übermittlung einer Kopie dieses Vertrages bzw. dieser Verträge 6. Welche Kosten sind für die Pflege angefallen? 7. An wen waren diese Kosten zu bezahlen? 8. Bitte um Übermittlung von Kopien der Zahlungs- bzw. Überweisungsbelege" ***16*** übermittelte im Zuge Ihres Antwortschreibens den Vermittlungsvertrag, den Werkvertrag sowie Überweisungsbestätigungen der Zahlungen an ***17*** und gab an: "zu 1) Agentur ***2*** aus ***BfAdr1*** zu 3) Ja zu 4) anbei zu 6) 1190.- pro Monat zu 7) an Frau ***17*** zu 8) anbei was ich noch gefunden habe" In der vorgelegten Kopie des Vertrages zur Vermittlung von Personenbetreuern vom 13.10.2011, der ähnlich zu dem o.a. Vermittlungsvertrag mit ***10*** gestaltet ist, sind als Auftraggeber der zu pflegende ***20*** einerseits und als Vermittler "***2***.at" (mit u.a. folgenden Daten: "Inh. ***1*** GF: Mag. ***Bf*** ***BfAdr1***") andererseits angeführt. Laut Punkt 7.1 ist das Entgelt auf das Konto ***KtoBf*** lautend auf den Bf. zu überweisen. Punkt 3.2 des Vermittlungsvertrages betreffend die Vergütung lautet auszugsweise: "Schließt der Auftraggeber mit einem vom Vermittler vorgestellten Arbeitgeber innerhalb von einem Jahr einen Werkvertrag, so erhält der Vermittler, unabhängig von der Beschäftigungsdauer, ein Vermittlungshonorar in Höhe von Euro 498,00 inkl. derzeit 20% gesetzlicher Mehrwertsteuer für 12 Monate." Laut der vorgelegten Kopie des Werkvertrages vom 01.02.2012, der analog zu den bisher genannten Werkverträgen gestaltet ist, hatte die Leistung des Entgelts von € 1.190,00 inkl. 20% MwSt pro Monat auf ein Konto lautend auf ***17*** zu erfolgen. In einer ebenfalls vorgelegten Kopie des Vertrages zur Vermittlung von Personenbetreuern vom 11.08.2012, der ähnlich zu dem bereits erwähnten Vermittlungsvertrag mit ***10*** gestaltet ist, sind als Auftraggeber die Pflegerin ***17*** einerseits und als Vermittler "***2***.at" (mit u.a. folgenden Daten: "Inh. ***12*** GF: Mag. ***Bf*** ***BfAdr***") andererseits angeführt. Laut Punkt 7.1 des Vertrages war das Entgelt auf das Konto IBAN: ***Kto12*** lautend auf ***12*** zu überweisen. Aus einer Auftragsbestätigung vom 23.02.2012 geht hervor, dass eine Überweisung von € 595,00 an ***17*** mit dem Verwendungszweck "Werklohn 02/2012 2. Hälfte 24 Stundenpflege" in Auftrag gegeben wurde. Eine Auftragsbestätigung vom 22.03.2012 über einen Betrag von € 1.190,00 mit dem Verwendungszweck "Werklohn 03/2012 24 Stundenpflege" wurde ebenso wie weitere Auftragsbestätigungen über Zahlungen in Höhe von jeweils € 1.190,00 an ***17*** vom April 2012, Februar 2013 und März 2013 vorgelegt. 4. Da Internetrecherchen der belangten Behörde Hinweise auf eine selbstständige Erwerbstätigkeit in Deutschland ergaben, wurde am 29.07.2013 ein "Auskunftsersuchen zur Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung" an das deutsche Bundesministerium für Finanzen mit der Bitte um weitere Informationen gerichtet, das wie folgt beantwortet wurde: "Der Steuerpflichtige ***Bf*** hat den Gewerbebetrieb zum 12.10.2009 abgemeldet. Zustellungen an Herrn ***Bf*** sind nicht möglich, die Post kommt als unzustellbar zurück. Steuererklärungen wurden nie abgegeben. Nach den Ermittlungen der Vollstreckungsstelle besteht keine Möglichkeit der Beitreibung. Der Steuerfall wurde zum 01.01.2010 gelöscht." 5. Mit Ergänzungsersuchen vom 19.11.2013 wurde der Bf. zur Abgabe von Erklärungen betreffend die Umsatz- und Einkommensteuer 2011 und 2012 aufgefordert. 6. Mangels Erklärungsabgabe wurde der Bf. von der belangten Behörde für 28.01.2014 vorgeladen. Am 28.01.2014 wurde ihm ein Nachschauauftrag gemäß § 144 Bundesabgabenordnung (BAO) vom 24.01.2014 betreffend Einkommensteuer für Jänner 2011 bis Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht und der Bf. einvernommen. Der Niederschrift ist Folgendes zu entnehmen: "Es wurde angefordert: * Honorarabrechnungen -> nicht vorgelegt * Bankauszüge (Konto ***KtoBf***) -> nicht vorgelegt * Verträge mit EUR 400,- Provision -> nicht vorgelegt UND WERDEN AUCH NICHT VORGELEGT! Bankauszüge ab 2013 werden vielleicht noch vorgelegt. 1) Wer führt(e) wann wo und wie den Gewerbebetrieb seit 2011? Oftmaliger Wechsel in 3 Jahren, nur Sie bleiben als GF? ***1***: 10/2011 - 04/2012 (Lebensgefährtin bis April 2012) ***12***: 05/2012 - 12/2012 ***Bf***: 01/2013 - 07/2013 (Nachträgliche Recherchen ergeben, dass Hr. ***Bf*** keine Gewerbeberechtigung hat) ***21***: Seit 08/2013 2) Welche Rolle spielen Sie in diesem Gewerbebetrieb? 2 a) Geschäftsführer in einem Einzelunternehmen?! Sachbearbeiter im Angestelltenverhältnis - EK nsA Arbeitsvertrag wurde vorgelegt. Dieser wurde mit Fr. ***1*** abgeschlossen und jeweils von den neuen Besitzerinnen übernommen. Neuer Arbeitsvertrag mit Fr. ***21*** ist bereits vorhanden. Lohnzettel konnten keine vorgelegt werden. Nicht mehr vorhanden. (Lt. SV-Auszug ist Hr. ***Bf*** bei keiner der 3 Inhaberinnen bis dato angemeldet. Es wurden auch keine Lohnzettel ans Finanzamt übermittelt) zu 2a) Falsch in Verträge tituliert! NUR Angestellter 3) Was bekommen Sie als Geschäftsführer? Kein GF nur Angestellter. Gehalt (lt. Arbeitsvertrag € 1.248.- netto) wird nur teilweise (ca. € 800.-) überwiesen. Rest wird bar entnommen oder später überwiesen. 4) Wie wird die Bezahlung an Sie abgehandelt? (Werkvertrag) Lebenshaltungskosten: Wie finanzieren Sie sich selbst? (Gehalt € 1.248.- und Miete 950.-) Bis April 2012 bezahlte Fr. ***1***, mit Ihrem guten Einkommen, den Lebensunterhalt von Hr. ***Bf***. Mit ca. € 350.- kommt man aus. (Gehalt - Miete) Ab April 2012 wurde für den betrieblichen Teil eine Pachtzahlung über € 750.- erhalten. 70 % betrieblich! Es schlafen manchmal Pflegerinnen im Haus. Firmen-PKW! 5) Wie wird die Bezahlung an die Pflegerin abgehandelt? (Werkvertrag) Monatlich direkt von der Familie 6) Wann und wieviel zahlt der Auftraggeber direkt an Sie für die Vermittlung? Auftraggeber: Pflegebedürftige und Pflegerin (Vertrag ***17*** € 15,- 498,-) Pflegebedürftige: € 498.- (Alter Vertrag) € 579.- (Neuer Vertrag seit Fr. ***12***) Überweisung an Fr. ***12***. (Es wurden Bankauszüge von 05/2012 - 10/2012 von Fr. ***12*** vorgelegt.) Pflegerin: Vermittlungshonorar von € 400,- -> nur an Inhaberinnen. Keine Überweisung an Hr. ***Bf*** Bei Vorlage der Belege (Beilage), dass an Hr. ***Bf*** Provision für die Vermittlung überwiesen wurde: Erst ab 2013 (Inhaber 01/2013 - 07/2013) Provisionen wurden an Inhaberinnen weiterüberwiesen. 7) Homepage: Fr. ***1*** ist noch als führende Inhaberin eingetragen?! Unter der Telefonnummer der Homepage sind Sie erreichbar und nicht Fr. ***1***?! Die Homepage kann nicht geändert werden, da Fr. ***1*** noch die Zugangsdaten hat und diese nicht rausrückt. Die Telefonnummer ist die Betriebstelefonnummer und Fr ***21*** ist derzeit in Rumänien." 7. Mit Schreiben der ***Bank vom 25.03.2014 wurde dem Finanzamt als Finanzstrafbehörde unter Bezugnahme auf Schreiben vom 30.01.2014 und 20.03.2014 Umsatzlisten des seit 27.07.2011 bestehenden Kontos des Bf. mit der Kontonummer ***KtoBf*** für die Jahre 2011 bis 2013 übermittelt. Daraus sind beispielsweise folgende Überweisungen ersichtlich: 35 Zahlungseingänge betreffend Vermittlungshonorare von Pflegerinnen in Höhe von € 400 bzw. € 410 Zahlungseingänge betreffend Vermittlungsgebühren von zu pflegenden Personen bzw. deren Angehörigen Zahlungsein- und -ausgänge betreffend Werklöhne für Pflegerinnen 8. Am 26.05.2014 wurde eine Betriebsprüfung nach § 99 FinStrG für die Zeiträume 2011 bis 2014 begonnen und eine Hausdurchsuchung vom Landeskriminalamt Linz durchgeführt. Im Büro des Wohnhauses des Bf. befindliche Belege wurden vom Landeskriminalamt beschlagnahmt. 9. Am 20.06.2014 langte bei der Finanzpolizei eine Anzeige von ***22*** ein, wonach der Bf. über ihr Konto, das zu Beginn ihrer Tätigkeit als Pflegerin in Österreich eröffnet worden sei, verfügt habe und sie vom Bf. um Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von € 650,00 betrogen worden sei. Der Bf. habe ihr diese Summe zwar vom Gehalt abgezogen, die Sozialversicherungsbeiträge aber nicht abgeführt. Die Anzeige lautet auszugsweise: "lm Monat August 2013 habe ich auf dem Internet einen Arbeitsplatz gesucht und stieß auf die Anzeige von Herr ***Bf***, welcher Frauen suchte für Alterspflegerin am Wohnsitz, in Österreich. Ich habe ihm einen E-mail geschrieben, wonach Herr ***Bf** mich telefonisch kontaktierte, mir mündlich die Reisebedingungen und die Bedingungen vom Arbeitsplatz vorstellte, mit welchen ich einverstanden war, so dass ich einige Tage später nach Österreich fuhr. Jener Herr organisierte damals den Transport durch eine rumänische Transportgesellschaft und ich habe selbst den Transport auch hin und auch zurück bezahlt, das kostete 160 EUR. In Österreich, gelangte ich an der Anschrift ***BfAdr***, zu Herr ***Bf***. Dort unterschrieb ich einen Vermittlungsvertrag zwischen Herr ***Bf*** und mir, wodurch ich mich verpflichtete, ihm 400 EUR für die Vermittlung und 10 EUR für eine Telefonkarte Vectone zu zahlen. Der Vertrag wurde mir samt einer Übersetzung in rumänischer Sprache vorgelegt, aber aus der Übersetzung fehlten manche Punkte. Zugleich hat Herr ***Bf*** mir gesagt, dass er sich um das Verschaffen der mir notwendigen Unterlagen sich auf dem Gebiet Österreichs kümmern wird, das er mir Gewerbeanmeldung machen wird, Bankkonto und alles notwendige, damit ich ordnungsgemäß arbeiten kann. Ich unterschrieb ihm eine Vollmacht für das Erledigen aller Urkunden in meinem Namen und einschließlich für das Eröffnen eines Bankkontos, bei einer Bank auserwählt von Herr ***Bf***. Ich war fürs erste mal auf dem Gebiet des Österreichischen Staates, so dass, für das Finden eines Arbeitsplatzes habe ich in Herrn ***Bf*** Vertrauen gehabt, da er anfänglich sehr liebenswürdig war." […] "Nachdem ich alle Unterlagen unterschrieb, welche Herr ***Bf*** mir hingehalten hatte, wurde ich zum Wohnsitz von Frau ***23*** begleitet. Dort musste ich einen anderen Vertrag unterschreiben, zwischen mir und Frau ***23***, aber dieser war nicht mehr aus ins Rumänische übersetzt, und zugleich unterschrieb dort auch die Familie einen anderen Vermittlungsvertrag mit Herrn ***Bf***. Mündlich hat man mich informiert, dass mein Gehalt seitens der Familie von Frau ***23*** in der Bank eingezahlt wird, genauer gesagt, seitens ihrer Tochter, Frau ***24*** auf dem Konto des Herrn ***Bf***. Nachdem sollte dieser für mich die Versicherungsbeträge bezahlen, seine Vermittlungsgebühr kassieren und mir die Differenz auszahlen, auf dem Konto, den eben er auf meinen Namen bei *** eröffnet hatte. Was ich zu jenem Zeitpunkt nicht wusste war aber, dass er auf meinem Konto verfügen könnte. In der Folgezeit sollte ich im September und Oktober arbeiten und danach für die Monate Januar und Februar wieder zurückkehren, also in zweimonatiger Wechselschicht mit einem anderen Mädchen, ebenfalls aus Rumänien." […] "Meinen ersten Gehalt erhielt ich im Oktober, auf dem Konto eröffnet von Herr ***Bf***; die Familie hat auf sein Konto die Summe von 1249 EUR eingezahlt, wovon er seine Vermittlungsgebühr behalten hat und die Summe für die Telefonkarte, also 410 EUR, er behielt mir noch 157 EUR für die Versicherungsbeträge zurück und den Rest kassierte ich vom Geldautomaten, also die Summe von 680 EUR. Bis zu jenem Zeitpunkt schien alles in Ordnung. Ich hatte auch meine Gewerbeanmeldung erhalten, auch die Eintragung bei WKO und bei SVA und die Anmeldung beim Stadtrat. Ende Oktober, etwa eine Woche bevor ich nach hause gehen sollte habe ich Herrn ***Bf*** angerufen, um zu fragen wann er meinen Gehalt aufs Konto einzahlen wird, da ich von Geldautomaten höchstens 400 EUR täglich abheben konnte und demnach 3 Tage für das Abheben des Gehalts brauchte, da *** Niederlassung nur in mancher Dutzend Kilometer von dort hatte, und ich mich nicht bis dorthin begeben konnte- um die ganze Summe auf einmal abzuheben, sondern das Geld von einem Geldautomaten einer anderen Bank kassieren musste. Herr ***Bf*** fragte mich am Telefon, warum ich es so eilig habe, da ich nicht ohne Geld bleiben werde. Als ich wegging, kam er einen Tag vorher zu mir und gab mir 1100 EUR in der Hand, ohne dass wir etwas unterschrieben, und behielt mir nochmals 150 EUR vom Gehalt. Also hatte er mir für September und Oktober schon das Geld vom Gehalt abgehalten, für das Einzahlen bei SVA. Ich fuhr nach Hause und kehrte danach am 27. Dezember 2013 zurück und blieb bis Ende Februar 2014, mit der selben Transportfirma, mit welcher ***Bf*** mitarbeitete. Im Januar und Februar suchte mich Herr ***Bf*** nicht mehr auf; Ende Januar, da ich von der Tochter von Frau ***23*** erfuhr, dass sie am 23. Januar 2014 meinen Gehalt auf Herrn Kokots Konto eingezahlt hatte, habe ich ihm telefoniert, um zu fragen wann er meinen Gehalt einzahlt, aber er antwortete mir, dass er dafür keine Zeit hat, so dass ich meinen Gehalt für den Monat Januar nur am 17. Februar erhalten habe, ebenso minus der Summe für SVA, und nicht aufs Konto eingezahlt, sondern bar in der Hand. Ende Februar ebenso, einen Tag bevor ich nach hause fahren sollte, nachdem ich ihn nachgiebig dafür angerufen hatte, erhielt ich meinen Gehalt, auch so in Barzahlung in der Hand, minus der Summe für die Versicherungsbeträge. Ich fragte ihn damals, warum er ein Konto bei der *** noch eröffnet hatte, wenn wir es nicht benützen, aber er antwortete mir dass er weißt, was er tut und dass ich mich um meine Angelegenheiten kümmern soll und nicht mehr so viele Fragen stellen soll." […] "Als ich in Österreich angelangte, haben dort auch mehrere Frauen mir am Telefon gesagt, was sie mir Herrn ***Bf*** passiert hatten, da ihnen die Versicherungsbeträge nicht eingezahlt wurden, obwohl er auch ihnen das Geld vom Gehalt abgehalten hatte, so dass ich persönlich bei SVA anrief und so erfuhr, dass Herr ***Bf*** auch für mich die Versicherungsbeträge nicht eingezahlt hatte, obwohl er für diese mir die Summe aus dem Gehalt behielt, auch für September 2013, auch für Oktober 2013, auch für Januar 2014 und für Februar 2014. Dann erzählte ich der Familie, was Herr ***Bf*** mir angetan hatte und in jener Zeit war auch im Fernsehen eine Sendung auf ***, Samstag am ***25***, auch betreffs Herrn ***Bf***, auch die Familie hat diese Sendung gesehen und dann riefen wir bei ihm an, um ihn aufzufordern, und das zu erklären. Diese log uns aber alle ins Gesicht an, auch mich und auch Frau ***23*** und deren Tochter und Schwiegersohn und sagte uns, dass er meine Versicherungsbeträge entrichtet hatte, was aber nicht wahr war, da die Frau von SVA behauptete, dass die Beträge nicht eingezahlt wurden. Dann haben wir eine schriftliche Auskunft von SVA auf der Anschrift von Frau ***23*** beantragt, wo ich arbeitete, um klar zu sehen, welches die Wahrheit war. Ich muss anführen dass im Allgemeinen meine gesamte Korrespondenz bei Herr ***Bf*** angelangte, auf seine Anschrift, so dass ich bis dahin keinen Zugang zu meiner Korrespondenz hatte. Ich führe noch an, dass in meinem Vertrag mit Herrn ***Bf*** es angeführt war, dass ich nur sechs Monate auf dem Gebiet Österreichs für die Vermittlungsgebühr arbeiten kann, so dass ich im siebenten Monat nochmals die Vermittlungsgebühr von 400 EUR zahlen musste. Ich habe nun fünf Monate auf dem Gebiet Österreichs gearbeitet, also September 2013, Oktober 2013, Januar 2014, Februar 2014 und April 2014. Ende des Monat Mai werde ich wieder nach Österreich fahren, ebenfalls zu Frau ***23***, für den Monat Juni, und so werden die sechs Monate vergangen sein." […] "Ich habe auch mein Konto bei der *** geschlossen und dort wurde ich verpflichtet, auch noch 50 EUR zu zahlen, damit Herr ***Bf*** nicht mehr über mein Konto verfügen kann, da dort alle Art von Summen mit Plus und Minus erschienen, worüber ich keine Ahnung hatte." […] "Seit voriges Jahr im Oktober erschien im Bilde auch eine gewisse ***21***, über welche ich später erfuhr, dass es die Geliebte von Herr ***Bf*** ist, sie antwortete am Telefon auf seiner Nummer und sprach mit mir, und anfänglich habe ich nicht gewusst, wer sie ist. Später hat diese ***21*** mehrere Dinge von seinem Namen auf ihren übertragen (das Vermittlungsgeschäft, das Auto), ich weiß nicht genau, wie ihre Zusammenarbeit steht und das interessiert mich auch nicht. Gegenwärtig erwerbt sie Frauen aus Rumänien und bringt diese zum Herrn ***Bf***, sie hat auch mich im Monat April zu ***Bf*** mit dem PKW Mercedes Vito, schwarze Farbe, amtliches Kennzeichen ***26***. Das ist das Auto, mit welcher sie wöchentlich, oder 2-3mal monatlich, die Frauen zu ***Bf*** bringt. Diese Frauen die nun nach Österreich kommen haben keine Ahnung, was sie dort erwartet, ***Bf*** benimmt sich anfänglich sehr gut, aber später kümmert er sich nicht mehr um dich und eignet sich Geldbeträge, die ihm nicht zustehen, aus der Arbeit anderer." […] 10. Mit Zwischenbericht des Landeskriminalamts Oberösterreich vom 17.12.2014 wurde über den Ermittlungsstand wegen des Verdachts des schweren Betruges und der Untreue durch den Bf. berichtet und über das geplante weitere Vorgehen informiert. Dem Bericht ist im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: "Es besteht der Verdacht, dass Mag. ***Bf*** in seiner Eigenschaft als Vertreter der Firma ,***2***.at' im Zusammenhang mit der Vermittlung von rumänischen Betreuerinnen an österreichische Familien den Tatbestand des § 153 Abs. 2 StGB erfüllt hat. Begründet wird dies mit der Einbehaltung von Geldbeträgen für die Bezahlung der Beiträge an die ,Sozialversicherungsanstalt der gewerbl. Wirtschaft'. Diese Beiträge erhielt Mag. ***Bf*** indem der Werklohn für seine vermittelten Betreuerinnen auf Konten überwiesen worden ist, auf die Mag. ***Bf*** zu unterschiedlichen Zeiten Zugriff hatte. Nach den ho Erhebungen wurde in weiterer Folge nur ein geringer Teil dieser zurückbehaltenen Beiträge auch tatsächlich an die ,SVA' überwiesen. Ein weiterer Verdacht gegen Mag. ***Bf*** einer strafbaren Handlung nach den Bestimmungen der §§ 146 ff StGB ist nach ho Meinung durch das Nichteinhalten von vertraglichen Vereinbarungen gegenüber seinen Kunden zu sehen. Diese wurden dadurch zu zusätzlichen Zahlungen in der Form verleitet, dass sie nachträglich die Außenstände der für sie tätigen Betreuerinnen bei der ,SVA' bezahlt haben, obwohl diese Zahlungen in ihren Werklöhnen inkludiert sind und diese Zahlungen von Seiten des Mag. ***Bf*** zu leisten gewesen wären. […] Der nach Ende der Ermittlungen zu verfassende Abschlussbericht wird in Folge einen großen Personenkreis mit dementsprechender Schadenshöhe umfassen, da es insgesamt 64 bekannte Kunden gibt, auf die sich 123 Betreuerinnen aufteilen." In einem Gespräch beim LKA am 18.09.2014 habe ***27*** erklärt, dass die Geschäftsanbahnung bzw. die Verhandlungen hinsichtlich der 24-Stunden Betreuung seiner Schwiegermutter ***23*** ausschließlich mit ***Bf*** getätigt worden seien. Dieser habe ihm gegenüber nie den Anschein erweckt lediglich Mitarbeiter der Firma "***2***.at" zu sein. ***Bf*** sei der alleinige Ansprechpartner für sämtliche Belange des Betreuungsverhältnisses gewesen und habe alle notwendigen behördlichen / formellen Tätigkeiten für die Betreuerinnen übernommen. Der Werklohn für die beiden Pflegerinnen sei auf das Konto von ***Bf*** überwiesen worden. Für die Betreuerin ***22*** sei unter Anleitung von ***Bf*** ein Konto bei der Bank *** eröffnet worden. Auf dieses Konto habe offensichtlich auch ***Bf*** Zugriff gehabt, da bereits von diesem Konto an die SVA überwiesene Beiträge, wieder storniert worden seien. Konkret seien mit Datum 02.12.2013 € 314,68 und am 03.03.2014 € 797,01 an die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft überwiesen und mit gleichem Datum wieder storniert worden. Die Stornierung der beiden Zahlungen sei nicht von ***22*** veranlasst worden. ***28*** habe am 17.09.2014 zusammengefasst angegeben, dass auch wenn auf den Verträgen als Inhaberin der gegenständlichen Firma eine ***12*** ausgewiesen sei, ausschließlich mit Mag. ***Bf*** verhandelt worden sei. Dieser sei als Geschäftsführer der Betreuungsfirma aufgetreten und sei als solcher auch auf dem Vertrag mit ihrer Mutter ausgewiesen. Auch auf den vorhandenen Verträgen mit den weiteren Betreuerinnen, scheine Mag. ***Bf*** als Geschäftsführer (GF) auf, wobei auf dem Vertrag mit ***29*** die genannte Inhaberin nicht mehr vermerkt sei. Laut Einvernahme von ***30*** sei während des gesamten Zeitraumes des Vertragsverhältnisses für ihn eindeutig gewesen, dass Mag. ***Bf*** der Betreiber der Firma "***2***.at" sei. Auf dem von ihm unterzeichneten Vertrag sei dieser als Geschäftsführer ausgewiesen. Er habe keine Veranlassung gehabt, daran zu denken, dass es hinter dieser Person noch eine weitere Person gäbe, die die Firma führe. Mag. ***Bf*** sei in allen Bereichen sein Ansprechpartner gewesen, insbesondere als ihm auch die Probleme mit den Zahlungen an die SVA bekannt geworden seien. Bei ihrer niederschriftlichen Einvernahme habe ***13*** erklärt, sie sei seit 20.06.2012 über die Agentur des Mag. ***Bf*** vermittelt worden. Während dieser Zeit sei von ihr auch ein Konto bei der Bank *** eröffnet worden, auf das auch Mag. ***Bf*** Zugriff gehabt habe, da er zeichnungsberechtigt gewesen sei. ***13*** sei mit den vorgesehenen Unterbrechungen von 25.07.2012 bis 31.05.2014 als selbständige Personenbetreuerin beschäftigt gewesen, wobei sie bis August 2013 über die Firma des Beschuldigten vermittelt worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt sei von sämtlichen Werklöhnen der vereinbarte Abzug der für ihre selbstständige Gewerbetätigkeit zu bezahlenden "SVA-Beiträgen" durchgeführt worden. Beitragszahlungen durch Mag. ***Bf*** seien allerdings nicht erfolgt. Dies könne auch bei Durchsicht aller, für die Firma "***2***.at" bestehenden Konten festgestellt werden, da es keine Überweisungen an die "SVA" für diese Betreuerin gebe. Von ***31*** seien in drei Raten à € 250,-, insgesamt € 750,-, zur Einbezahlung an die SVA an Mag. ***Bf*** überwiesen worden. € 500,- davon seien an die SVA (13.09.2013 und 08.10.2013) weitergegangen. Unabhängig davon seien für dieses Betreuungsverhältnis 3x € 157,34 SVA-Beiträge durch Mag. ***Bf*** von den ausbezahlten Werklöhnen einbehalten worden. Betreffend ***32*** sei anhand der übermittelten Bankbelege eindeutig ersichtlich, dass Mag. ***Bf*** die auszuzahlenden Werklöhne beide Male um den Betrag für die SVA verringert, aber beide Beträge nie an die SVA übermittelt habe. Bei ***12*** und ***21*** handle es sich um vorher vom Bf. vermittelte Betreuerinnen. Aus den bisherigen Gesprächen mit den Familienmitgliedern der betreuten Personen, aber auch aus den abgeschlossenen Verträgen sei zu entnehmen, dass Mag. ***Bf*** als faktisch Handelnder diese Firma alleine führe, da die nach außen aufscheinenden "Inhaberinnen" ausschließlich mit dem Transport der rumänischen Betreuerinnen zwischen deren Herkunftsort und dem Einsatzort beschäftigt seien. Die "Inhaberinnen" hätten offensichtlich nur die Funktion der Gewerbeinhaberin, da Mag. ***Bf*** selbst aufgrund einer zurückliegenden Insolvenz keine Firma mehr offiziell führen könne. Von 06.12.2010 bis 05.05.2014 habe es insgesamt vier Bankkonten gegeben, auf die bzw. von denen Zahlungen erfolgt seien, die der Vermittlertätigkeit zuordenbar seien: a) Nr. ***Kto1***, Inhaber ***1***; zeichnungsberechtigt neben der Inhaberin sei Mag. ***Bf*** gewesen. b) Nr. ***Kto12***, Inhaber ***12***; zeichnungsberechtigt neben der Inhaberin sei Mag. ***Bf*** gewesen. c) Nr. ***KtoBf***, Inhaber Mag. ***Bf***; zeichnungsberechtigt sei der Inhaber Mag. ***Bf*** gewesen. d) Nr. ***Kto21***, Bank ***, Inhaber ***21***; zeichnungsberechtigt sei die Inhaberin gewesen. 11. Mit Vorladung vom 08.04.2015, zugestellt am 14.04.2015, wurde der Bf. von der Abgabenbehörde zur Schlussbesprechung am 04.05.2015 geladen und ihm das folgende Schlussbesprechungsprogramm samt einer Aufstellung der betraglichen Auswirkung bzw. Schätzung der Bemessungsgrundlagen übermittelt: "TZ.1: Schätzung der Bemessungsgrundlagen Sachverhalt und rechtliche Würdigung Im Zuge der Betriebsprüfung wurden Sie aufgefordert die Buchführung der Firma ***2***.at vorzulegen. Dies wurde von Ihnen verweigert, da Sie lediglich Angestellter der Firma und nicht Betriebsinhaber seien. Hinsichtlich der nicht abgegebenen Einkommen- und Umsatzsteuererklärungen verwiesen Sie darauf, dass dies die jeweiligen Betriebsinhaberinnen machen müssten. Gegen die Firma ***2***.at bzw. gegen Sie persönlich wurden Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft ***49*** eingebracht. Das Landeskriminalamt Oberösterreich führt diesbezüglich Ermittlungen durch. Im Zuge dieser Ermittlungen wurden in einem Zwischenbericht des Landeskriminalamtes an die Staatsanwaltschaft verschiedene Sachverhalte festgestellt. Es wurden die Bankkonten der Damen ***1***, ***12*** und ***21*** und von Ihnen selbst auf Ein- und Ausgänge überprüft. Weiters wurde festgehalten, dass auf jedem dieser Konten auch Sie zeichnungsberechtigt waren. Zudem wurde festgestellt, dass die angeführten Damen niemals in der Betriebsführung tätig waren, sondern dass alle Tätigkeiten eines Geschäftsführers und Betriebsinhabers ausschließlich von Ihnen ausgeführt wurden. Als faktischem Machthaber sind die erzielten Umsätze und Einkünfte aus dieser Tätigkeit ausschließlich Ihnen zuzurechnen. Da keine Buchführung vorgelegt wurde sind die Bemessungsgrundlagen gem. § 184 BAO zu schätzen. Als Grundlage der Schätzung wurden vom Finanzamt die Ein- und Ausgänge aus jenen Bankkonten herangezogen, die die Polizei ausgewertet hat. Aus den jeweiligen Verträgen zwischen gepflegter Person, ***2***.at und pflegender Person geht hervor, dass die Zahlungen inkl. Umsatzsteuer erfolgten. Daher wurde aus den Bruttoeingängen die Umsatzsteuer herausgerechnet. Für die Gewinnermittlung wurden von den Nettoeingängen die Zahlungen an die Pflegerinnen und an die Sozialversicherung abgezogen. Aufgrund dessen, dass die Belegsammlung und die Buchführung nicht vorgelegt wurden, kann nicht geprüft werden ob die bisherigen Auswertungen vollzählig sind. Es kann auch nicht geklärt werden ob Barzahlungen und weitere Einkünfte vorliegen. Deshalb wird ein Sicherheitszuschlag von 15% festgesetzt. Die sich so ergebenden Zahllasten und Einkünfte können Sie in der Beilage ersehen. Betragliche Auswirkung | | Eingang | Ausgang | SVA | Summe 2010 | 1.262,50 | 800,00 | 0,00 | Summe 2011 | 39.435,47 | 6.821,93 | 0,00 | Summe 2012 | 54.538,74 | 19.768,57 | 1.971,84 | Summe 2013 | 177.086,48 | 100.205,85 | 13.493,74 | Nettoumsatz | SZ 15% | BMGL | USt | Gewinn | 1.052,08 | 157,81 | 1.209,90 | 241,98 | 409,90 | 32.862,89 | 4.929,43 | 37.792,33 | 7.558,47 | 30.970,40 | 45.448,95 | 6.817,34 | 52.266,29 | 10.453,26 | 30.525,88 | 147.572,07 | 22.135,81 | 169.707,88 | 33.941,58 | 56.008,29" 12. Der Bf. teilte daraufhin mit Schreiben vom 28.04.2015 mit: "Bezug nehmend auf die von Ihnen mit Schreiben vom 08.04.2015 übermittelte Vorladung am 04.05.2015, 09.00 Uhr, teile ich Ihnen folgendes mit: Nach Rücksprache mit meinem Rechtsanwalt Herrn ***66***, sowie der Buchhalterin Frau ***33***, werde ich ZUNÄCHST der Vorladung nicht Folge leisten, da Ihrerseits als Thema der Schlussbesprechung Sachverhalte angenommen werden, die definitiv nicht den Tatsachen entsprechen. Sie stützen Ihre Argumentation u. a. auf einen Zwischenbericht des Herrn Insp. ***34***, der zwischenzeitlich aufgrund nachgewiesener erheblicher Ermittlungsfehler nicht mehr den Tatsachen entspricht. Eine Richtigstellung seitens Herrn Insp. ***34*** wurde meinem Rechtsanwalt Herrn ***66*** bereits mündlich zugesichert. Es kann darüber hinaus auch definitiv nicht davon die Rede sein, dass von mir VERWEIGERT wurde, die Buchführung der Fa. ***2*** vorzulegen. Vielmehr ist es so, dass Sie bereits bei der Betriebsprüfung, sowie einem anschließenden Gespräch im Finanzamt ***FA*** ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, dass sich weite Teile der Buchhaltung gar nicht in meinem Besitz befinden, untermauert durch das Schreiben von Frau Dr. ***35*** 29.05.2012 (Welches Ihnen auch bereits vorliegt!!!), wonach sämtliche Buchhaltungsunterlagen der Fa. ***2*** von 2010 bis Mai 2012 an Frau ***1*** herausgegeben wurden. Weiters widerspreche ich vehement Ihrer Behauptung, dass keine der angeführten Damen jemals in der Betriebsführung tätig waren, dies ist definitiv nicht zutreffend auch hier wurden eindeutige Beweise bereits vorgelegt." 13. Mit Vorladung vom 01.06.2015 wurde ein weiterer Termin für die Schlussbesprechung am 23.06.2015 von der Abgabenbehörde festgesetzt. Zu dieser Vorladung nahm der Bf. mit Antwortschreiben vom 16.06.2015 schriftlich Stellung: "Bezug nehmend auf die von Ihnen mit Schreiben vom 01.06.2015 erneut übermittelte Vorladung am 23.06.2015, 09.00 Uhr, bei mir eingegangen am 03.06.2015, teile ich Ihnen folgendes mit: Nach erneuter Rücksprache mit meinem Rechtsanwalt Herrn ***66***, sowie der Bilanz-Buchhalterin Frau ***33***, werde ich der Vorladung, wie schon in meiner Email vom 28.04.2015 mitgeteilt, nicht Folge leisten, da Ihrerseits als Thema der Schlussbesprechung IMMER NOCH Sachverhalte angenommen werden, die definitiv nicht den Tatsachen entsprechen! Sie stützen Ihre Argumentation weiterhin auf einen Zwischenbericht des Herrn Insp. ***34***, der wie bereits mit Email vom 28.04.2015 mitgeteilt, aufgrund nachgewiesener erheblicher Ermittlungsfehler nicht mehr den Tatsachen entspricht. Sie ignorieren also derartige Sachverhalte und stützen Ihre Argumentation erneut auf einen überholten Kenntnisstand und greifen damit einem laufenden Verfahren vor! Sie ignorieren auch erneut, trotz bereits vorliegender Beweise, dass von mir NICHT VERWEIGERT wurde, die Buchführung der Fa. ***2*** vorzulegen. Vielmehr ist es so, dass Sie bereits bei der Betriebsprüfung, sowie einem anschließenden Gespräch im Finanzamt ***FA*** ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, dass sich weite Teile der Buchhaltung gar nicht mehr in meinem Besitz befinden, untermauert durch das Schreiben von Frau Dr. ***35*** vom 29.05.2012 (welches Ihnen auch bereits vorliegt!!!), wonach sämtliche Buchhaltungsunterlagen der Fa. ***2*** von 2010 bis Mai 2012 an Frau ***1*** herausgegeben wurden. Somit ist MIR eine Herausgabe schlicht UNMÖGLICH!!! Mit Oktober 2013 wurde die Firma ***2*** nachweislich von Frau ***21*** übernommen, hier wurde seitens Frau ***21*** von Beginn an die Bilanzbuchhalterin Frau ***33*** mit der Erstellung sämtlicher betriebsrelevanter Meldungen an das Finanzamt beauftragt, diese liegen dem Finanzamt vor!!! Es besteht also keinerlei Notwendigkeit, z.B. die Einkünfte in 2014 zu schätzen und mir anlasten zu wollen, hier liegen Ihnen sämtliche Meldungen einer Bilanzbuchhalterin vor.

Normen und Schlagworte

Herkunft

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/5102148/2015
ECLI
ECLI:AT:BFG:2023:RV.5102148.2015
Stammnummer
142332
Gültig
19.09.2023 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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