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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/5100349/2007

Abweisung von Wiederaufnahmeanträgen

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5100349/2007vom 08.02.2022Teil 3 von 5
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Gemäß § 8 der Statuten hat der Gründer bzw. dessen Rechtsnachfolger u.a. die Befugnisse Rechtsnachfolger zu ernennen, den Verwaltungsrat zu bestellen, abzuberufen und ihm Entlastung zu erteilen sowie die Statuten abzuändern. Mit Unterfertigung der Zessionsurkunde hatte damit die ***9*** keinen Einfluss mehr auf einen Übergang der Gründerrechte. Dass - wie von ***17*** bzw. ***18*** behauptet - ein Wechsel des Berechtigten von ihnen hätte mitunterzeichnet werden müssen, trifft nicht zu. 4. Mit Abtretungsvertrag vom 23.1.1998 erwarb ***1*** die restlichen 50% der Anteile an der ***2*** von ihrer Schwägerin um ATS 8.100.000, wobei ein Betrag von ATS 7.300.000 binnen 14 Tagen und der restliche Betrag von ATS 800.000 binnen 6 Monaten zur Zahlung fällig war. In einer Nebenurkunde zu diesem Übereinkommen wurde vereinbart, dass die ATS 800.000 mit einer Wohnung auf Sardinien gegenverrechnet werden. 5. Mit Generalversammlungsbeschluss vom 27.1.1998 wurde die ***2*** als übernehmende Gesellschaft mit der ***3*** als übertragende Gesellschaft rückwirkend per 31.12.1997 verschmolzen, die Gesellschaft in ***4*** GmbH umbenannt und gemäß §§ 245 ff AktG in eine Aktiengesellschaft (namens ***4*** Aktiengesellschaft) umgewandelt. 6. Am 29.01.1998 fand eine Schlussbesprechung betreffend eine Vorprüfung bei der ***3*** statt. Am selben Tag wurde eine Prognoserechnung für das Jahr 1998 als Beilage zum Due Diligence Bericht erstellt, aus welcher keine Insolvenzgefährdung hervorgeht. 7. Am 31.1.1998 wurde eine Vereinbarung zwischen ***1*** und ***5*** unterzeichnet, worin im Wesentlichen Folgendes festgehalten wurde: ***1*** ist in Besitz von 2.000 Stück Inhaberaktien der ***4*** AG und ***5*** erwirbt alle Inhaberaktien von ihr. Der Gewinnvortrag beträgt zum 31.1.1998 unter Einbeziehung der freien Rücklagen und des Gewinnvortrages ATS 6.927.036 (Pkt. I und II). ***1*** ist in Verbindung mit dem Gewinnvortrag von ATS 6.900.000 voll dividendenberechtigt. Dieser wird nicht übertragen, sondern ***1*** wird diesen Gewinn zu einem späteren Zeitpunkt entnehmen (Pkt. III). Ein Kaufpreis wurde in dieser Vereinbarung in keiner Weise festgelegt, sodass ein für einen Kaufvertrag wesentlicher Vertragsbestandteil fehlt. 8. Am 5.2.1998 wurde vom steuerlichen Vertreter des Bf. ein an diesem Tag von ***21*** und dem Bf. ausverhandeltes Grundsatzübereinkommen mit folgendem wesentlichen Inhalt protokolliert: Vorweg wird festgehalten, dass beide Personen jeweils eine Firmengruppe repräsentieren und daher in der Endfassung der Verträge andere Firmen in den Verträgen aufscheinen können. I. Der Kaufpreis für die Anteile (Aktien) der ***4***, die sich im Eigentum der ***5*** (FL) befinden, beträgt für 50% GBP 1.875.000 (das entspricht rund ATS 36,5 Mio.), wobei GBP 1.250.000 am 6.2.1998 und weitere GBP 625.000 längstens bis 6.4.1998 zu bezahlen sind, wovon ein Teilbetrag in Höhe von GBP 125.000 zur Verwendung Kapitalerhöhung - Kapitaleinzahlung an die ***4*** International zu überweisen ist. Der Restbetrag in Höhe von GBP 500.000 ist an die ***5*** zur Auszahlung zu bringen. ***Bf.*** verpflichtet sich die restlichen 50 % der Anteile der ***4*** AG in die Newco einzubringen. II. Das wirtschaftliche Eigenkapital der ***4*** AG hat mindestens ATS 2 Mio. zu betragen. Der Differenzbetrag, der am 31. Jänner 1998 ermittelt wird, steht zur freien Verwendung und Verfügung von ***1***. Diesbezüglich ist ein Übereinkommen zu treffen, ob der Betrag in Anrechnung an ***1*** in der Gesellschaft verbleibt, oder dieser zur Ausschüttung gelangt. Dazu ist ein separater side letter zu erledigen. III. ***Bf.*** haftet persönlich für die ausgewiesenen Bilanzwerte, d.h. er erklärt in einer Nebenurkunde, dass sämtliche Aktiva und Passiva richtig ermittelt wurden. Er übernimmt persönlich die Haftung, dass die gesamten Forderungen einbringlich sind bzw., dass die Lieferantenverbindlichkeiten richtig ermittelt wurden. Ein allfälliger Differenzbetrag steht entweder zugunsten von ***1*** oder ist von ***Bf.*** zur Einzahlung zu bringen. Diese Haftung bezieht sich auf die Dauer von zwei Jahren. IV. Es wird eine Gesellschaft in England gegründet. Die Gesellschaftsanteile werden je zu 50 % aufgeteilt in Firmengruppe ***21*** und Firmengruppe ***Bf.***. Ein in Englisch abgefasster, mit 5.2.1998 datierter "Letter of Intent" zwischen ***21*** "and other investors" und ***Bf.*** "acting in his own name and in the name and on behalf of all members of the ***Bf.*** family" entspricht in den wesentlichen Punkten inhaltlich dem nicht unterschriebenen o.a. Grundsatzübereinkommen. Der "Letter of Intent" wurde von ***Bf.***, ***21*** und ***24*** unterfertigt. Am 5.2.1998 wurden von ***1*** Konto ATS 6.716.700 an ***20*** für die Abtretung ihrer Anteile an der ***3*** überwiesen. 9. Am 6.2.1998 wurden die Zwischenscheine Nr. 1 und 2 über je 1.000 Stück Inhaberaktien der ***4*** AG zum Nennbetrag von je ATS 1.000 an ***1*** ausgegeben (Beilage zum Vertrag vom 10.2.1998 zwischen ***5*** und ***1***). 10. Mit "Report on the Financial Due Diligence Review and the Tax Due Diligence Review of ***3***" vom 9.2.1998 wurde das Ergebnis der am 6.1.1998 in Auftrag gegebenen und ab 16.1.1998 durchgeführten Prüfung festgehalten. Zu den Gründen für die Auftragserteilung wird ausgeführt: "This review was solely performed to assist you in respect to the proposed acquisition of 50% percent in the nominal share capital of the Company mentioned above." Damit ist die Aussage des Bf. widerlegt, dass zum Zeitpunkt des Verkaufs an ***5*** seitens der englischen Investorengruppe kein Interesse bestanden habe. 11. Am 10.2.1998 wurde ein Vertrag betreffend die Übertragung der Aktien der ***4*** AG zwischen ***1*** und ***5*** unterzeichnet, mit welchem ***1*** das gesamte Grundkapital der ***4*** AG an ***5*** veräußerte. Die Übertragung der Anteile erfolgte durch Übergabe der Zwischenscheine Nr. 1 und 2 unmittelbar nach Unterfertigung des Vertrages. Der Abtretungspreis von ATS 17.150.000 wäre zwar unmittelbar nach der Abtretung zur Zahlung fällig gewesen, wurde tatsächlich aber erst am 9.3.1998 entrichtet. 12. Am 19.02.1998 wurden erneut Zwischenscheine (Nr. 3 und 4) über je 1.000 Stück Inhaberaktien der ***4*** AG zum Nennbetrag von je ATS 1.000 ausgestellt (Vertrag vom 3.3.1998). 13. Am 27.2.1998 wies der Bf. ***9*** mit u.a. Schreiben zur Vorlage von Unterlagen an und erteilte sein Einverständnis zur Hinterlegung der Zessionsurkunde betreffend ***5***: "VOLLMACHT Hiermit beauftrage und bevollmächtige ich die Firma ***9*** SERVICES reg., alle notwendigen Unterlagen der Fa. ***5*** Investment Establishment der Fa. JURICOM (Dr. STEINBRUCKER) vorzulegen. Die Vorlage der Dokumente ist bei der Vertragsunterzeichnung, die am Dienstag den 3.3.1998 erfolgen soll, erforderlich. Die Hinterlegung der Zessionserklärung kann mit meinem ausdrücklichen Einverständnis erfolgen. ***15***, 27. Februar 1998 ***Bf1***" 14. Am 3.3.1998 wurde ein weiterer Vertrag zwischen ***1*** und ***5*** über den Verkauf sämtlicher Anteile der ***4*** AG an ***5*** unterzeichnet. Der Kaufpreis wurde mit ATS 17.000.000 festgelegt und war Zug um Zug gegen Übertragung der Aktien zur Zahlung fällig. Eine Haftung von ***1*** für eine bestimmte Eigenschaft oder einen Ertrag der Gesellschaft wurde ausgeschlossen. 15. Der o.a. Auftrag des Bf. vom 27.2.1998 wurde von ***9*** offensichtlich ausgeführt, da am 3.3.1998 auch ein Aktienkauf- und Sacheinlagevertrag, für welchen die Unterlagenvorlage vom Bf. angeordnet worden war, zwischen ***5***, der ***4*** Ltd und dem Bf. abgeschlossen wurde. Der Vertrag hatte folgenden, wesentlichen Inhalt: ***21***, ***24***, ***25*** und andere (im folgenden auch "***21***-Gruppe") und ***5*** haben in England eine Gesellschaft mit der Fa. ***4*** Limited (im Folgenden "***4*** ltd.") gegründet (Präambel G). ***5*** übernimmt 50% der Stammaktien an ***4*** ltd. im Gegenzug für die Übertragung von 50 % der Aktien der ***4*** AG als Sacheinlage (Präambel I). ***4*** ltd. kauft die restlichen 50% der Aktien um ATS 36.527.050 und GBP 125.000 (Artikel 4). Dieser Kaufpreis erhöht sich um den Bilanzgewinn der GESELLSCHAFT des Geschäftsjahres 2000 (Bilanz 31.12.2000), wobei allfällige in den Jahren 1998 und 1999 vorgenommene Ausschüttungen den für die Berechnung der Kaufpreisanpassung maßgebenden Bilanzgewinn nicht mindern, höchstens jedoch bis zum Betrag von ATS 6.617.000 (Artikel 5). Laut Artikel 6 des Vertrags tritt dieser mit Vertragsunterfertigung in Kraft, sofern die folgenden Bedingungen bis 30.6.1998 erfüllt werden: Übergabe der beiden Aktientranchen an ***4*** ltd. Bezahlung des Kaufpreises für die Tranche A (ATS 26.090.750), Ausgabe von 1.875.000 Stammaktien der ***4*** ltd. im Nominale von je 1 Pfund an ***5*** Restlicher Kaufpreis ATS 10.463.300 zur Zahlung fällig bis 20.4.1998, sowie GBP 125.000 auf ein Konto der ***5*** Sämtliche in Artikel 6 angeführten Bedingungen wurden erfüllt. In Artikel 7 ist geregelt: "Insoweit ***5*** auf Grundlage dieses Vertrages gegenüber ***4*** ltd. Verpflichtungen übernimmt bzw. Gewährleistungen und Garantien abgibt, tritt ***Bf.*** diesem Vertrag auf Seiten von ***5*** als Garant und Schuldner gegenüber ***4*** ltd. als Berechtigte zur ungeteilten Hand bei und verpflichtet sich hiermit unwiderruflich, alle Schritte zu unternehmen, um die Erfüllung der Verpflichtungen von ***5*** auf Grund dieses VERTRAGES sicherzustellen bzw. alles zu unterlassen, was dieselbe gefährden könnte." In Artikel 8 ("Gewährleistung und Garantien von ***5***") wurde festgelegt, dass ***5*** und ***Bf.*** solidarisch haften. Weiters wurde u.a. festgehalten, dass alle von ***5*** und ***Bf.*** an ***4*** ltd. oder deren Rechtsberatern, Buchhalter oder Vertreter im Zuge der Verhandlungen über den Abschluss dieses Vertrages überlassenen Informationen richtig, vollständig und in keiner Weise irreführend sind (Art. 8.3.10), der Jahresabschluss vollständig und korrekt ist, ein vollständiges und korrektes Bild der finanziellen Situation der genannten Gesellschaft zum Stichtag wiederspiegelt und ausreichende Rückstellungen entsprechend den handelsrechtlichen Grundsätzen gebildet wurden (Art. 8.3.12). Laut Artikel 10.1.3. verpflichten sich ***5*** und ***Bf.*** zur ungeteilten Hand, sich - vorbehaltlich der Bestimmung des Artikel 14 (Konkurrenzverbot) des Vertrages - nach besten Kräften zu bemühen, bei allen derzeit bestehenden und künftig zu errichtenden Unternehmen, die unter der direkten oder indirekten Kontrolle von ***5***, ***Bf.***, ***1*** oder einem anderen Mitglied der Familie ***Bf.*** stehen mit Ausnahme von ***Bf.*** Spezialmaschinen GmbH, sich mit der GESELLSCHAFT, ***4*** ltd. oder deren Tochtergesellschaften bzw. Zweigniederlassungen im Wettbewerb befinden und den Namen ***Bf.*** in ihrer Firma führen, eine Firmenwortlautänderung durchzuführen. Der Übergang der Rechte auf ***4*** ltd. wird mit 1.1.1998 festgelegt. Der Gewinn 1997 steht daher noch ***1*** bzw. ***20*** zu (Artikel 11). Sollte eine der in diesem Vertrag abgegebenen Garantien und Gewährleistungen ganz oder teilweise unrichtig oder unvollständig sein, verpflichten sich ***5*** und ***Bf.*** zur ungeteilten Hand, ***4*** ltd. schad- und klaglos zu halten (Art 12.2). 16. Der ebenfalls am 3.3.1998 abgeschlossene Gesellschaftervertrag (Shareholders Agreement) betreffend die ***4*** Ltd enthält folgende wesentliche Regelungen: ***Bf.*** und die ***5*** geben jeder einzeln und gemeinsam den britischen Investoren die Erklärung und Zusicherung, dass jede der in Teil 2 des Anhangs 3 enthaltenen Feststellungen derzeit und zu jeder Zeit bis zum und einschließlich des Erfüllungsdatums wahr und genau und nicht irreführend ist (Pkt. 4.2). Falls auf Grund des Kaufvertrags und/oder des vorliegenden Vertrags GBP 300.000 übersteigende Forderungen gegen die ***5*** oder ***Bf.*** gestellt werden, die von einem zuständigen Gericht entschieden werden oder nach gemeinsamer Auffassung der Vertragsparteien gültig sind, haben die "***21***-Aktionäre" das Recht, von der ***5*** oder ***Bf.*** zu verlangen, alle oder einzelne der Aktien zum jeweils höheren Wert (GBP 1 pro Aktie oder Marktwert) zu erwerben, die im Besitz der ***21***-Aktionäre sind (Pkt. 4.11). Bei Erhalt einer Verkaufsmitteilung sind die ***5*** und ***Bf.*** einzeln und gemeinsam dazu verpflichtet und dafür haftbar, an den ***21***-Aktionär, welcher die Verkaufsmitteilung vorlegte, den darin angegebenen Betrag innerhalb von 10 Geschäftstagen ab Erhalt der Verkaufsmitteilung einzuzahlen (Pkt. 4.12). Zusätzlich sind, unbeschadet etwaiger anderer Rechte oder Forderungen der ***21***-Aktionäre und ungeachtet etwaiger Entschädigungen an die ***21***-Aktionäre, die ***5*** und ***Bf.*** damit einverstanden, etwaige von ihnen in einem Finanzjahr zu erhaltende Dividenden (bis zur maximalen Höhe des Betrages der Forderungen) an die ***21***-Aktionäre zu übertragen (Pkt. 4.15). Sofern der Vorstand keine anderslautenden Beschlüsse fasst, besteht der Vorstand aus Hr. ***21***, Hr. ***Bf.***, Hr. ***24*** und Hr. ***25*** (Pkt. 6.1) und ist Hr. ***Bf.*** der Geschäftsführer des Übernahmeziels (Pkt. 6.1). Laut Pkt. 14.1 verpflichten sich die ***5*** und ***Bf.*** gegenseitig und versprechen bindend den anderen Vertragsparteien, dass sie drei Jahre lang ab dem Datum des vorliegenden Vertrages ohne Zustimmung der anderen Vertragsparteien folgende Schritte nicht setzen werden: 14.1.1 den Ort oder die Gegebenheiten der Verwaltung der ***5*** ändern; 14.1.2 die Befugnisse der ***5*** ergänzen, ändern oder verändern, oder die Befugnisse der Direktoren oder Führungskräfte der ***5*** ergänzen, ändern oder verändern, 14.1.3 neue Direktoren oder Führungskräfte der ***5*** ernennen; 14.1.4 die sich im Besitz der ***5*** befindlichen Stammaktien der ***4*** ltd. belasten, 14.1.5 es der ***5*** gestatten, Garantien, Haftungen oder andere Verpflichtungen zu übernehmen; 14.1.6 eines der Gründungsdokumente von ***5*** ändern; 14.1.7 die ***9*** Services Reg. als Inhaber der Rechte des Gründers an der ***5*** ändern. 14.2 Sofern es die Vertragsparteien nicht anders in schriftlicher Form vereinbaren, werden weder ***5*** noch ***Bf.*** innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren ab dem Datum des vorliegenden Vertrages Anweisungen an die ***9*** Services Reg. geben, einen der in Punkt 14.1 genannten Schritte oder andere Schritte, die zu solchen Schritten oder Angelegenheiten in Widerspruch stehen, zu setzen. 14.4 ***Bf.*** wird die Umsetzung aller Verpflichtungen seitens der ***5*** gemäß den Bedingungen des vorliegenden Vertrages veranlassen. Laut Anhang 1 erfolgte die Eintragung der ***4*** Limited am 28. November 1997. Laut Anhang 2 Pkt. 8 besteht eine Gewährleistungshaftung von ***Bf.*** in Höhe von GBP 3.750.000 [das entspricht rund ATS 73.000.000] einzeln und gemeinsam mit ***5***. Anhang 3 Teil 2 enthält Zusicherungen von ***5*** und ***Bf.***: 1. INFORMATIONEN 1.1 Alle sich auf Tatsachen beziehenden Informationen, 1.1.1 die im Geschäftsplan in der vereinbarten Form enthalten sind, 1.1.2 die in den von Deloitte & Touche am 9.2.1998 und Weiss Tessbach am 26.2.1998 erstellten Prüfberichten ("Due Diligence Reports") enthalten sind, 1.1.3 die von den oder namens der Zusicherer den anderen Vertragsparteien oder den Anwälten, Wirtschaftsprüfern oder Bevollmächtigten der anderen Vertragsparteien im Laufe der Verhandlungen im Vorlauf zum vorliegenden Vertrag übergeben wurden, waren zum Zeitpunkt der Abgabe und sind zum Vertragsdatum in jeder Hinsicht wahr und präzise. Die Zusicherer sind sich keiner Tatsachen oder Angelegenheiten bewusst, die den anderen Vertragsparteien nicht schriftlich mitgeteilt wurden, welche diese Informationen in irgendeiner wesentlichen Hinsicht unwahr, inkorrekt oder irreführend machen können. 1.2 Nach bestem Wissen, Informationsstand und Gewissen der Zusicherer gibt es keine Tatsache, keine Angelegenheit und keinen Umstand bezüglich des Geschäftes oder der Belange des Übernahmeziels oder bezüglich des Kaufvertrages oder im Zusammenhang mit den Informationen, die in den Berichten oder im Geschäftsplan enthalten sind oder auf die dort verwiesen wird, die vernünftigerweise als für die Offenbarung an die anderen Parteien wesentlich betrachtet werden können oder könnten und die den Vertragsparteien nicht schriftlich offengelegt wurden. 1 .3 ***Bf.*** hat den Geschäftsplan aufmerksam studiert und 1.3.1 der Geschäftsplan ist mit der dafür notwendigen Befähigung und Sorgfalt erstellt worden; 1.3.2 alle Darstellungen von Meinungen, Prognosen, Projektionen und Budgets, die im Geschäftsplan enthalten sind oder auf die verwiesen wird; 1.3.2.1 sind ehrlich und vernünftig erstellt worden; 1.3.2.2 sind ordentlich und auf Grundlagen und Annahmen erstellt worden, die fair und angemessen sind; und 1.3.2.3. sind unter den Umständen fair und angemessen, und keine der Meinungen, Prognosen und Projektionen und auch keine der Annahmen, auf denen sie beruhen, sind widerlegt worden oder hätten im Lichte von Ereignissen oder Umständen, die seit der Erstellung des Geschäftsplans aufgetaucht sind, überprüft werden sollen. 1.4 ***Bf.*** hat den Bericht von Deloitte & Touche genau studiert und: 1.4.1 alle Darstellungen von Meinungen, Prognosen und Projektionen (gemeinsamen mit den Annahmen, auf denen sie beruhen), die in dem Bericht enthalten sind oder auf die verwiesen wird, 1.4.1.1 sind, wenn diese als Aussagen von ***Bf.*** bezeichnet werden, von ihm ehrlich und in vernünftiger Form gemacht worden; und 1.4.1.2 hält ***Bf.***, wenn diese als Aussagen von Deloitte & Touche bezeichnet werden, diese für den Umständen entsprechend fair und angemessen. 1.4.2 ***Bf.*** ist sich keiner Tatsache, keiner Angelegenheit oder keines Umstandes bewusst und weiß und kennt auch keine Meinung, die diese Meinungen, Prognosen und Projektionen, welche im Bericht von Deloitte & Touche erwähnt werden oder auf die dort verwiesen wird, in irgendeinem wesentlichen Aspekt irreführend machen würden. 1.5 ***Bf.*** hat den Bericht von Weiss Tessbach genau studiert und: 1.5.1 betrachtet alle Darstellungen von Meinungen, die darin enthalten sind, unter den Umständen für fair und angemessen; und 1.5.2 ist sich keiner Tatsache, keiner Angelegenheit oder keines Umstandes bewusst, und weiß und kennt auch keine Meinung, die er den Autoren des genannten Berichts zu offenbaren unterlassen hat, von denen man vernünftigerweise annehmen kann, dass sie dafür (oder für einen der Berichte) bei der Erstellung des Berichtes relevant sind. 1.6 Soweit es den Zusicherern bewusst ist, sind die Darstellungen, Zusicherungen, Schadloshaltungen, verbindlichen Versprechen, Bedingungen und Konditionen des Kaufvertrages wahr und genau und in keiner wesentlichen Hinsicht irreführend und - soweit es den Zusicherern bewusst ist - würden diese auch wahr und genau und in keiner wesentlichen Hinsicht irreführend bleiben, wenn und in dem Maße als es keine Beschränkung durch einen Hinweis auf das Wissen oder die Kenntnis der ***5*** oder von ***Bf.*** gäbe. 17. In einer weiteren Vereinbarung vom 3.3.1998 zwischen ***5*** und ***1*** bestätigt ***1***, über die im Aktienkauf- und Sacheinlagevertrag bzw. Shareholders Agreement enthaltenen Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen in Kenntnis gesetzt zu sein und, im Falle der Inanspruchnahme von ***5*** aus diesen Bestimmungen, die Rückübertragung bzw. den Rückkauf der Aktien durchzuführen. 18. Am 5.3.1998 wurden von ***4*** Ltd ATS 26.090.750 auf das Konto der ***5*** überwiesen. Davon wurden am 9.3.1998 ATS 17.000.000 als Kaufpreis an ***1*** überwiesen. 19. Am 18.3.1998 wurde das folgende, vom Bf. unterfertigte Schreiben der ***4*** AG an ***5*** geschickt: "hiermit beauftrage ich Sie, das Schreiben durch Dr. SCHATZMANN vom 6.3 1998, hinsichtlich der genannten Beilagen zu unterfertigen und an die genannte Adresse zu übermitteln. Gleichzeitig ersuche ich Sie die ,Resolutions' der Firma ***4*** Ltd und ***29*** LTD zu unterfertigen und an Deloitte & Touche zu übermitteln. Hinsichtlich der Kostenrechnung von Dr. TIETGEN [Anm: Notar] beauftrage ich Sie, diese zu überweisen und an die Fa. ***29*** Ltd zu verrechnen." 20. Am 20. und 21.4.1998 wurden die Restzahlungen aus dem Aktienkaufvertrag von insgesamt ATS 10.463.300 und GBP 125.000 auf das Konto von ***5*** geleistet (Schreiben der Rechtanwälte WEISS-TESSBACH an ***5*** vom 20. und 21.4.1998). 21. Mit diesen GBP 125.000 erwarb ***5*** - wie im Grundsatzübereinkommen vom 5.2.1998 vorgesehen - 50% der Anteile an der ***4*** International Ltd., welche als Vertriebsunternehmen fungierte. Der Bf. war von 3.3.1998 bis Juli 2000 als "Director" der ***4*** International Ltd. tätig. Er führte seine Tätigkeit nahezu ausschließlich in Österreich aus. Für diese Tätigkeit erhielt er monatliche Vergütungen von ATS 90.000, die in Österreich jedoch nicht versteuert wurden. 22. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 17.6.1998 wurde die ***4*** Aktiengesellschaft wieder in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Die Eintragung der Umwandlung im Firmenbuch erfolgte am 3.7.1998. Gleichzeitig wurde als Alleingesellschafter die ***4*** Ltd eingetragen. Der Bf. war von 23.1.1998 bis 19.2.1998 und von 3.7.1998 bis 11.11.1999 Geschäftsführer der ***4*** GmbH bzw. von 19.2.1998 bis 3.7.1998 Vorstand der ***4*** Aktiengesellschaft. 23. In einem Schreiben von Deloitte & Touche, Nottingham vom 17.3.1999 an ***21*** wird auf eine Beilage von Deloitte & Touche, Wien mit gleichem Datum verwiesen. In dieser Beilage wird einleitend die damalige Firmenstruktur in einem Organigramm wie folgt dargestellt: 50% UK-individuals 50% UK-individuals 50% (***Bf.***) 50% ***5***/Liechtenstein ***5***/Liecht (handschriftl. ergänzt) (***Bf.***) ↓ ↓ ***4*** INTERNAT. Ltd/UK ***4*** plc/UK ↓ ***4*** GmbH/Austria 24. Mit Schreiben der ***4*** plc an ***5*** vom 25.6.1999 wurde die bezüglich der "Anhebung des Kaufpreises" gemäß Artikel 5 des Aktienkauf- und Sacheinlagevertrages vom 3.3.1998 erzielte Vereinbarung bestätigt. Am 29.6.1999 wurde entsprechend dieser Vereinbarung die Kaufpreisanhebung von DM 945.286 (das entspricht rund ATS 6.617.000) an ***5*** überwiesen. 25. Nach einer mit Rechtsmittelverzicht abgeschlossenen Betriebsprüfung beim Bf. wurden Einkommensteuererstbescheide für 1998 und 1999 am 26.09.2002 und für 2000 am 31.10.2002 erlassen. Neben relativ geringen, inländischen Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit wurden Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit als "Director" der ***4*** International Ltd. (1998: € 65.405,55; 1999: € 78.486,66; 2000: € 45.783,89) und sonstige Einkünfte aus dem Verkauf der ***4*** AG (1998: € 1.904.322,58 und 1999: € 480.876,14) festgesetzt. Daraus ergaben sich Einkommensteuernachforderungen in Höhe von € 673.917,50 (1998), € 275.600,82 (1999) und € 17.150,79 (2000). 26. Nachdem der Bf. am 4.4.2005 Einsicht in das Protokoll der liechtensteinischen Landespolizei über die im Rahmen eines österreichischen Rechtshilfeersuchens durchgeführte Hausdurchsuchung bei Dr. ***6***, der das Mandat betr. ***5*** im November 2001 von ***9*** übernommen hatte, genommen hatte, beantragte der steuerliche Vertreter des Bf. am 19.05.2005 mit folgender Begründung Akteneinsicht beim liechtensteinischen Landesgericht: "Nicht nur für das inländische, sondern auch für in Österreich geführte Strafverfahren, wobei unter anderem eine Wiederaufnahme eines Steuerstrafverfahrens (Beweislastumkehr, Rechtshilfeverkehr mit Liechtenstein ausgeschlossen) angestrebt wird, ist es zur Wahrung der rechtlichen Interessen unseres Mandanten von enormer Bedeutung insbesondere durch die Sorgfaltspflichtdokumentation die wirtschaftlichen Berechtigungsverhältnisse zu den einzelnen Gesellschaften zur eigenen Entlastung belegen zu können." Am 7.6.2005 habe der Bf. dann Kopien der beschlagnahmten Unterlagen erhalten. 27. Am 1.7.2005 brachte die steuerliche Vertretung des Bf. einen mit 23.6.2005 datierten Wiederaufnahmeantrag hinsichtlich Einkommensteuer 1998, 1999 und 2000 ein. Als neu hervorgekommenen Beweismittel iSd § 303 Abs. 1 BAO wurde auf sog. Sorgfaltspflichtunterlagen nach Art 6 Sorgfaltspflichtverordnung verwiesen, welche dem Antrag in Kopie beigelegt wurden. Konkret handelte es sich dabei um ein mit 15.1.2002 datiertes, von Rechtsanwalt Dr. ***6*** ausgestelltes Formular bzgl. der "Sicherstellung der Einhaltung der Sorgfaltspflichten" betreffend ***5***, in welchem ***7*** als Vertragspartner aufscheint, sowie eine Passkopie, bei welcher allerdings eine rechteckige weiße Fläche mit einer Unterschrift teilweise sowohl das Foto, als auch die strichlierte Unterschriftszeile und den vorgedruckten Text überdeckt. Die Identifikation des Vertragspartners wurde anhand der von ***9*** übermittelten Unterlagen dokumentiert. Auch wenn sich das Formular auf Geschäftsbeziehungen bezieht, die bereits vor 1.1.2001 entstanden sind, ist diesem im Jahr 2002 von einem erst ab Ende 2001 mit ***5*** befassten Verwaltungsrat angefertigten Formular eine Aussage über den wirtschaftlich Berechtigten zum Zeitpunkt der Anteilsveräußerung an ***5*** bzw. von dieser an ***4*** Ltd. im März 1998 nicht zu entnehmen. 28. Am 2.8.2005 wurde ein weiterer Antrag auf Wiederaufnahme der Verfahren zur Festsetzung der Einkommensteuer 1998, 1999 und 2000 gestellt. Zusätzlich zu bereits im Zuge der Betriebsprüfung vorgelegten Unterlagen wurden als neu hervorgekommene Beweismittel dem Antrag ein mit 20.11.2001 datierter Mandatsvertrag zwischen ***9*** und ***7*** betreffend die Verwaltung der ***8*** sowie diverse Unterlagen betreffend ***11***, einem Vertragshändler für ***Bf.***-Maschinen in Nordamerika, beigelegt. Laut dem - vermutlich aufgrund der liechtensteinischen Sorgfaltspflichtverordnung vom 5.12.2000 - nachträglich erstellten Mandatsvertrag ist ***7*** der wirtschaftlich Berechtigte der ***8*** und ist der Bf. (lt. Pkt. X des Mandatsvertrages) Bevollmächtigter der ***8***. Betreffend ***11*** wurden die Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person vom 7.5.2001, eine Vollmacht vom 16.12.1997, ein Handelsregisterauszug, ein HD-Protokoll vom 27.1.2004, eine Rechnung von ***4*** GmbH vom 19.10.1999, eine Rechnung an ***4*** LLC vom 14.10.1999, eine Aufstellung der erwirtschafteten Margen und ein Fax an ***4*** USA vom 18.7.2000 vorgelegt. Diese Unterlagen stehen in keinem Zusammenhang mit ***5*** und sind auch kein Nachweis dafür, dass die sog. Sorgfaltspflichtunterlagen die Verhältnisse rückblickend bis zur Gründung wiedergeben. 29. Am 9.5.2007 wurde ein dritter Antrag auf Wiederaufnahme, datiert mit 8.5.2007, eingebracht, wobei auf folgende, weitere neu hervorgekommene Beweismittel verwiesen wurde: a) eine mit 16.1.1998 datierte, am 26.2.2007 an den Bf. gefaxte Zessionserklärung für die ***5***, wonach die Gründerrechte an ***7*** abgetreten worden seien b) eine Erklärung vom 26.3.2007 des (mittlerweile verstorbenen) ***17***, welcher die Zessionsurkunde unterzeichnet habe, wonach unmittelbar nach Errichtung der ***5*** die Gründerrechte mittels Zessionserklärung an ***7*** abgetreten worden seien, wodurch dieser einziger Begünstigter und über das Vermögen der Anstalt uneingeschränkt verfügungsberechtigt gewesen sei. ***17*** seien bis zu seinem Ausscheiden aus der ***9*** keine Änderungen der Begünstigten bekannt geworden. Nach dem liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrecht sei nur der Gründer oder der Zessionar einer Anstalt weisungs- und somit verfügungsberechtigt. ***Bf.*** und ***7*** seien ihm persönlich bekannt. ***Bf.*** sei für ***5*** als Bevollmächtigter aufgetreten. c) Zeugenaussage in der Hauptverhandlung vom 12.3.2007 von ***18***, welcher die Aussagen von ***17*** bestätige und ***7*** als Zessionar in die Zessionsurkunde eingetragen habe 30. Aus den mit dem dritten Wiederaufnahmeantrag vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass die Gründerrechte formal an ***7*** abgetreten wurden, insgesamt ergibt sich aus der Aktenlage (s.u.) aber, dass dieser nur "vorgeschoben" wurde und quasi als "Strohmann" für den Bf. fungierte und nicht tatsächlich wirtschaftlich Berechtigter der ***5*** war. 2. Beweiswürdigung Der festgestellte Sachverhalt ergibt sich - soweit im Folgenden nicht eigens darauf eingegangen wird - aus dem Akteninhalt sowie dem Parteienvorbringen. Bei der ***5*** handelt es sich unstrittig um eine in Form einer Anstalt eingerichtete steuerbegünstigte, liechtensteinische Domizilgesellschaft, die als Holdinggesellschaft fungierte (Aussage ***10*** am 18.4.2001) und am 16.1.1998 vom Treuhandbüro ***9*** geründet (Statuten, Gründungsurkunde) und in das liechtensteinische Handelsregister eingetragen wurde (Handelsregisterauszug). Mit den im Rahmen der drei Wiederaufnahmeanträge vorgelegten Unterlagen, versuchte der Bf. zu beweisen, dass nicht - wie vom Finanzamt angenommen - er, sondern ***7*** der wirtschaftlich Berechtigte der ***5*** gewesen sei. 1. Wiederaufnahmeantrag: Sorgfaltspflichtunterlagen inkl. Passkopie Dem ersten Wiederaufnahmeantrag wurde eine Kopie eines mit 15.1.2002 datierten, von Dr. ***6*** ausgestellten Formulars bzgl. der "Sicherstellung der Einhaltung der Sorgfaltspflichten" betreffend ***5*** beigelegt. ***7*** scheint darin als Vertragspartner auf. Die Behauptung im Wiederaufnahmeantrag, die Sorgfaltspflichtsunterlagen würden mit 15.1.2002 datieren, da zu diesem Zeitpunkt die Mandatsübernahme von ***9*** erfolgt sei, trifft lt. Seite 1 des Formulars, wonach das Mandat am 7.11.2001 an Dr. ***6*** übergeben wurde und lt. Aussage von Dr. Gerold ***6*** anlässlich der Hausdurchsuchung am 2.10.2003, wonach die Gesellschaft am 9.11.2001 übernommen wurde, nicht zu. Weiters wurde ausgeführt, dass sich die Unterlagen ausdrücklich auf Geschäftsbeziehungen vor 1.1.2001 beziehen würden und daher beurkunden würden, dass ***7*** auch schon vor 1.1.2001 und damit auch während der Verwaltung der ***5*** durch ***9*** der wirtschaftlich Berechtigte gewesen sei. Beurkundet wird jedoch ausschließlich, wer im Zeitpunkt des Ausfüllens des Formulars als wirtschaftlich Berechtigter bekannt gegeben wurde. Eine Feststellung früherer wirtschaftlich Berechtigter ist nach dem liechtensteinischen Sorgfaltspflichtgesetz nicht vorgesehen. Laut Stellungnahme der liechtensteinischen Regierung zu den Änderungen des Sorgfaltspflichtgesetzes im Jahr 2000 müssen die alten Kundenbeziehungen, bei denen Namen und Adressen bekannt sind, aber auf eine (passmäßige) Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten wegen persönlicher Bekanntheit verzichtet werden konnte, nicht speziell "aufgearbeitet" werden. Auch wenn das verwendete Formular grundsätzlich für Geschäftsbeziehungen bestimmt ist, die bereits vor dem 1.1.2001 entstanden sind (was hinsichtlich Dr. ***6***, der das Mandat als Verwaltungsrat erst im November 2001 übernommen hat, nicht der Fall ist), bedeutet das nicht, dass historische Daten zu erfassen sind, sondern dient es nur der Nacherfassung bisher - aufgrund früherer Fassungen des Sorgfaltspflichtgesetzes ev. nicht erforderlicher und daher - nicht erfasster Daten. Das Formular dient nur der Identifikation des gegenwärtigen wirtschaftlichen Berechtigten. Dementsprechend lässt sich aus dem im Jahr 2002 von dem erst ab Ende 2001 als Verwaltungsrat für ***5*** tätigen Dr. ***6*** angefertigten Formular eine Aussage über den wirtschaftlich Berechtigten zum hier relevanten Zeitpunkt der Anteilsveräußerung an ***5*** und der Weiterveräußerung an ***4*** Ltd. im März 1998 nicht ableiten. Unter der Überschrift "Art der Identifikation" wurde weder "Persönliche Vorsprache: am bei", noch "Beauftragter Dritter:", noch "Korrespondenzweg/qualifiziertes digitales Zertifikat:" angekreuzt, sondern händisch "Mandatsübernahme" eingetragen, sodass davon auszugehen ist, dass der Vertragspartner ausschließlich anhand der von ***9*** übermittelten Unterlagen dokumentiert wurde. Die von der Abgabenbehörde beanstandeten unterschiedlichen Datumsangaben sind dadurch erklärbar, dass auf der ersten Seite das Datum der Übernahme des Mandats ("Übergeben am: 7.11.01") und auf der zweiten und dritten Seite das Erstellungsdatum (15.1.2002) angegeben sind. Es wird daher nicht bezweifelt, dass das Formular den Wissensstand von Dr. ***6*** am 15.1.2002 widergibt. Es liefert allerdings keinen Nachweis über den wirtschaftlich Berechtigten zum Zeitpunkt des Aktienkaufs und -verkaufs fast vier Jahre zuvor. Auffällig ist allerdings die dem ersten Wiederaufnahmeantrag beigelegte Passkopie. Es handelt sich dabei um eine Kopie eines handschriftlich ausgefüllten, am 15.4.1996 ausgestellten Passes von ***7***. Im Zuge einer Einvernahme am 20.1.2014 wurde von ***7*** ein am 1.2.1994 - also rund zwei Jahre zuvor - maschinell ausgefertigter Pass vorgelegt. Bei der übermittelten Kopie überdeckt eine rechteckige weiße Fläche mit einer Unterschrift sowohl Teile des Fotos, als auch der strichlierten Unterschriftszeile und des vorgedruckten Texts (s.u.). Passkopie ***7*** (alter Pass): [...] Im Übrigen weicht diese Unterschrift sehr deutlich von den Unterschriften von ***7*** auf der eidesstattlichen Erklärung, der Entbindung von der Verschwiegenheitspflicht und einem Fax vom 22.7.2002 (nur Vorname) ab: [...] Angesichts dessen ist auch nicht verwunderlich, dass die Abgabenbehörde erhebliche Bedenken an der Echtheit der vom Bf. vorgelegten Kopien hatte. 2. Wiederaufnahmeantrag Mandatsvertrag betreffend ***8*** Establishment Im zweiten Wiederaufnahmeantrag vom 2.8.2005 wurde im Wesentlichen ergänzend vorgebracht, dass ***8*** seit der Gründung der ***5*** deren Eigentümerin gewesen sei und dass wiederum seit der Gründung der ***8*** im Jahr 1995 ***7*** deren Eigentümer gewesen sei. Dazu wurde ein Mandatsvertrag zwischen ***9*** als Treuhänder und ***7*** als Mandant betreffend die Verwaltung der ***8*** vorgelegt. Der Mandatsvertrag ist mit 20.11.2001 datiert; das ist zu einem Zeitpunkt, zu dem sich ***8*** bereits in Liquidation (16.7.2001 bis 18.1.2002) befand (IWD-Abfrage, 2007) und nach Inkrafttreten einer neuen (strengeren) Fassung des liechtensteinischen Sorgfaltspflichtgesetztes. Gemäß Punkt V. des Mandatsvertrag erklärt der Mandant wirtschaftlich Berechtigter ("ultimate beneficial owner") der investierten Gelder zu sein. Unter Punkt X. wurde mit Schreibmaschine ergänzt: "This agreement is valid since the begin of our business relation 3.11.95. Mr. ***Bf.*** has the right to give instructions individually." Am 20.1.2014 sagte ***7*** aus, dass er eine Holdinggesellschaft in Liechtenstein über die ***9*** gegründet habe und es sich dabei um die ***8*** gehandelt habe (S. 2, 3), was bedeutet, dass die Geschäftsbeziehung seit der Gründung der ***8*** bestand. Diese war allerdings nicht - wie laut Wiederaufnahmeantrag und Mandatsvertrag - im November 1995, sondern bereits am 18.6.1985. Die Anstalt wurde zunächst unter der Bezeichnung ***8*** Trading Establishment im Handelsregister des Fürstentums Liechtenstein eingetragen und am 29.12.1987 in ***8*** Establishment umbenannt (IWD-Abfrage, 2007; Registerportal). An dem im nachtäglich erstellten Mandatsvertrag betreffend ***8*** angeführten Datum, 3.11.1995, wurde nicht die ***8***, sondern die ***22*** Services Establishment gegründet (Gründungsurkunde ***22***). Die nachträgliche Erstellung des Vertrags und dieser Widerspruch wecken Zweifel an der Zuverlässigkeit der von ***9*** erstellten Unterlagen. Selbst wenn - was nicht nachgewiesen wurde - die ***5*** über Auftrag der ***8*** gegründet worden wäre, steht der Behauptung, dass ***8*** Eigentümerin der ***5*** gewesen sei, die mit dem dritten Wiederaufnahmeantrag vorgelegte Zessionsurkunde entgegen, wonach die Gründerrechte von ***9*** nicht an ***8***, sondern direkt an ***7*** übertragen wurden. Die eidesstattliche Erklärung der Verwaltungsrätin ***10*** vom 18.4.2001, dass ***8*** Eigentümer der ***5*** sei, deckt sich zwar mit der Darstellung im Wiederaufnahmeantrag, widerspricht aber der Aussage ihres früheren Kollegen ***18*** (Hauptverhandlung vom 12.3.2007), wonach die Gründerrechte an ***7*** abgetreten worden seien. Das zeigt, dass zumindest einer von beiden nicht so gut über ***5*** informiert war, wie sie vorgeben. Sorgfaltspflichtunterlagen zur ***11*** Equipment Establishment Mit dem zweiten Wiederaufnahmeantrag wurden auch Unterlagen betreffend ***11*** vorgelegt. Diese Unterlagen würden ebenfalls erst mit 17.7.2001 bzw. 19.12.2001 datieren, sich aber auf Zeiträume vor 1.1.2001 beziehen. Es wurde argumentiert, dass der Aussagegehalt dieser Sorgfaltspflichtsunterlagen Rückschlüsse auf die Glaubwürdigkeit und Authentizität der nach denselben Vorschriften erstellten Sorgfaltspflichtsunterlagen betreffend ***5*** zulasse, v.a. hinsichtlich der Zeiträume vor Ausstellung der Unterlagen. Es werde beurkundet, dass wirtschaftlich Berechtigter der ***11*** nicht der nach außen hin auftretende ***12***, sondern dessen Mutter sei, wobei ausdrücklich die Zeiträume vor Ausfertigung der Sorgfaltspflichtsunterlagen dokumentiert würden. Begründet wurde das mit einer in den Sorgfaltspflichtsunterlagen enthaltenen Vollmacht aus 1997. Da zum Zeitpunkt der Ausstellung der Unterlagen die Vollmacht weiterhin aufrecht war, ist es selbstverständlich, dass sie Teil der Unterlagen war, sagt aber nichts darüber aus, dass auch nicht mehr aktuelle Umstände dokumentiert werden. Die bezüglich ***11*** vorgelegten Unterlagen stehen auch in keinem Zusammenhang mit ***5***. Im Antrag wurde ausgeführt, dass "der Fall ***12***" uneingeschränkt mit der Geschäftsbeziehung zu ***7*** vergleichbar sei, weil ***12*** als eigenständiger Vertragshändler ***Bf.***-Maschinen über in dessen Eigentum stehende Vertriebsgesellschaften in Nordamerika vertrieben habe und ***7*** ***Bf.***-Maschinen in Südafrika ebenfalls über eigene Vertriebsgesellschaften verkaufe. Der eigenständige Vertrieb durch ***12*** und ***7*** in Nordamerika bzw. Südafrika wird nicht bezweifelt, hat aber nichts mit der Gründung der ***5*** zwecks Beteiligungserwerb und -veräußerung zu tun. 3. Wiederaufnahmeantrag Mit dem am 9.5.2007 eingebrachten dritten Antrag auf Wiederaufnahme wurden als neu hervorgekommene Beweismittel Kopien einer Zessionserklärung betreffend die Gründerrechte an der ***5***, einer Erklärung von ***17*** und einer Zeugenaussage von ***18*** übermittelt. a) Zessionserklärung für die ***5*** Investment Establishment Auf der Zessionsurkunde, welche auch Basis für das von Dr. ***6*** ausgefüllte Formular (Beilage zum ersten Wiederaufnahmeantrag) sowie die Erklärungen von ***17*** und ***18*** war, scheint ***7*** als Zessionar auf. Die Eintragung des Zessionars unmittelbar auf der Zessionsurkunde durch den liechtensteinischen Verwalter mag zwar - wie von der Abgabenbehörde betont - unüblich sein, die übereinstimmende Bestätigung des Inhalts durch ***17*** (Erklärung vom 26.3.2007) und ***18*** (Protokoll der Hauptverhandlung im Strafverfahren gegen den Bf. vom 12.3.2007) spricht aber dafür, dass die Kopie dem Original entspricht und unmittelbar nach der Gründung die Gründerrechte formal an ***7*** abgetreten wurden. So bestätigte ***18*** in der Hauptverhandlung vom 12.3.2007 (HV-Protokoll, S. 14, 15), dass die Unterschriften für ***9*** von ***17*** und ***10*** seien und es sich bei der Eintragung des Namens um seine Handschrift handle, und er führte aus, dass er davon ausgehe, dass das am 16.1.1998 eingetragen worden sei, da auf der Übersetzung vom 16.1.1998 u.a. seine Unterschrift sei; er könne sich allerdings nicht konkret daran erinnern. Fraglich ist somit, ob die Zessionsurkunde den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen zum Zeitpunkt der Beteiligungsveräußerung entsprochen hat oder ob die Eintragung von ***7*** nur veranlasst wurde, um zu vermeiden, dass der Bf. offiziell aufscheint. Aus der eidesstattlichen Erklärung und der Aussage von ***10*** vom 18.4.2001 ergibt sich, dass ihr die Zessionsurkunde nicht bekannt war, was angesichts der Bedeutung einer Zessionsurkunde und ihrer Funktion als Verwaltungsrätin für ***5*** mehr als nur verwundert. b) Erklärung von ***17*** vom 26.3.2007 Die von ***17*** in seiner Erklärung vom 26.3.2007 aufgestellte Behauptung, dass eine Änderung des Begünstigten ohne seine Kenntnis und Unterschrift nicht möglich gewesen wäre, widerspricht sowohl § 8 Pkt. 1. der Statuten als auch Art. 541 des liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrechts, wonach weder eine Zustimmung des Repräsentanten noch eines Verwaltungsrates vorgesehen ist. Auch trifft es nicht zu, dass - wie von ***17*** behauptet - nach dem liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrecht nur der Gründer oder der Zessionar einer Anstalt weisungs- und somit verfügungsberechtigt sei. Gemäß Art. 543 Abs. 4 des liechtensteinischen Personen- und Gesellschaftsrechts steht es nämlich einem Inhaber der Gründerrechte frei, die ihm zustehenden Gründerrechte selbst zu vertreten oder sie von einem Dritten, der nicht Inhaber der Gründerrechte zu sein braucht, mittels einer schriftlichen Vollmacht vertreten zu lassen. Während ***17*** erklärte, dass der Bf. für ***5*** als Bevollmächtigter aufgetreten sei, sprach ***18*** davon, dass er im Auftrag von ***7*** aufgetreten sei (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 5) c) Zeugenaussage von ***18*** in der Hauptverhandlung vom 12.3.2007 Laut eigener Aussage war ***18*** von 1997 bis November 2000 für ***9*** tätig (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 2, 9) und hat im Rahmen dieser Tätigkeit insgesamt rund 400 verschiedene Firmen betreut (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 3). Zum Zeitpunkt der Gründung der ***5*** war er noch "Lehrbub" bzw. "Rechtspraktikant" von ***17*** und hat als solcher einfach nur die ihm von ***17*** erteilten Aufträge ausgeführt (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 3, 4). ***18*** hat ***7*** bis zu seinem Ausscheiden bei ***9*** im Jahr 2000 nicht gesehen und dieser hat vor ihm am Tisch nichts unterschrieben (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4, 15). Er hatte nur telefonisch Kontakt zu ihm. Ursprünglich war ***17*** Ansprechpartner für ***7*** und hat alles für ihn gemacht. ***18*** hat nur die Papiere vorbereitet (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4). ***18*** sagte aus, dass es einen Auftrag und auch telefonische Anweisungen gegeben habe, eine Firma namens ***5*** zu gründen. ***5*** sei über Auftrag von ***7*** gegründet worden und der Auftrag sei schriftlich zustande komme (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4). Laut ***10*** (Einvernahme vom 18.4.2001) seien die Gründungsaufträge aber von einer liechtensteinischen Gesellschaft, ***8***, gekommen. Tatsächlich wurde kein Auftrag von ***7***, sondern ein mit 16.1.1998 datierter Mandatsvertrag mit ***8*** als Mandant vorgelegt. Der Vertrag wurde seitens ***8*** von ***10*** unterzeichnet. Auffällig ist, dass sich seitens ***9*** neben der Unterschrift von ***10*** nicht wie auf den anderen am 16.1.1998 unterfertigten Dokumente die Unterschrift von ***17*** oder ***18***, sondern eine ansonsten erst auf Dokumenten aus dem Jahr 2001 (z.B. am Schreiben an Mag. ***14*** vom 28.3.2001 und am Auftrag für eine Wirtschaftsprüfung vom 6.3.2001) aufscheinende, nicht zuordenbare Unterschrift findet, obwohl laut Aussage von ***18*** (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 9) auf Grund des Eigentümerwechsels in der Geschäftsführung der ***9*** (d.h. nach Ausscheiden von ***17***) er und ***10*** ein verpflichtendes Kollektivzeichnungsrecht gehabt hätten, was bedeute, dass ab 1998/99 bis November 2000 auf jeder Urkunde auch seine Unterschrift sein müsse; "sollte diese nicht oben sein, ist die Urkunde nicht gültig". Der Mandatsvertrag trägt aber weder die Unterschrift von ***17*** noch von ***18***. Die fehlende Unterschrift von ***18*** bzw. die ansonsten erst nach Ausscheiden von ***18*** übliche Unterschrift sowie die Tatsache, dass ***18***, der die Unterlagen zur Gründung der ***5*** vorbereitet hat, nichts vom Mandatsvertrag weiß, deuten also darauf hin, dass der mit 16.1.1998 datierte Mandatsvertrag erst im Jahr 2001 erstellt und rückdatiert wurde. Die Aussage von ***18***, wonach er mitunterzeichnen hätte müssen, wenn bis zum Jahr 2000 ein Wechsel des wirtschaftlich Berechtigten stattgefunden hätte (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4), widerspricht - wie bereits oben ausgeführt - sowohl den Statuten als auch der Gesetzeslage, da mit der Zessionserklärung ***9*** sämtliche Gründerrechte abgetreten hat und somit kein Recht mehr hatte auf eventuelle weitere Übertragungen Einfluss zu nehmen. ***18*** widerspricht sich mit seiner weiteren (hinsichtlich einer als Inhaberpapier ausgestellten Zessionsurkunde zutreffenden) Aussage, dass bei einer liechtensteinischen Anstalt der bestimmen könne, der die Zessionsurkunde in der Hand halte (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4), auch selbst. Laut ***18*** müsse ***9*** - und somit natürlich auch ***10***, welche die ***5*** bei ***9*** betreut hat - wissen, wer der wirtschaftlich Berechtigte sei (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 3). In der Regel wird der Verwalter wissen, wer Berechtigter einer Anstalt ist. Zwingend ist das aber nicht. Das zeigt sich auch dadurch, dass einerseits in einem u.a. von ***10*** unterfertigten Schreiben vom 28.3.2001 Mag. ***14*** über dessen telefonischen Anfrage mitgeteilt wurde, dass an ***5*** mehrere Personen verschiedener Nationalität beteiligt seien und "nach unserer Kenntnis" weder ***1*** noch ***Bf.*** an ***5*** beteiligt sei, und ***10*** am 18.4.2001 andererseits aussagte, dass Eigentümer der ***5*** ***8*** sei, was aber beides eindeutig der Zessionsurkunde und der Aussage von ***18***, wonach ***7*** wirtschaftlich Berechtigter und Eigentümer gewesen sei (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 9), widerspricht. Im Übrigen ist auch bereits die Formulierung "nach unserer Kenntnis" eine Bestätigung, dass eine "Beteiligung" an der Anstalt auch ohne Kenntnis der ***9*** möglich ist. ***10*** und ***18*** widersprechen sich somit sowohl was den Auftraggeber (lt. ***10*** eine liechtensteinische Gesellschaft) als auch was den "Eigentümer" betrifft. Wenn - wie von ***18*** behauptet - ein Profil des Auftraggebers für den eigenen Akt erstellt worden wäre (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4), dürfte es zu solchen Diskrepanzen nicht kommen. Dass die ***5*** - wie von ***18*** ausgeführt - für den Kauf der Geschäftsanteile der Fa. ***Bf.*** installiert wurde (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 6), passt zum zeitlichen Ablauf der Verhandlungen. Dass die Erinnerung von ***18*** an die ***5*** zum Zeitpunkt seiner Zeugenaussage wohl schon etwas "getrübt" war, zeigt sich auch daran, dass er aussagte, dass er die Verträge zur Übernahme der ***4***-Aktien in München unterschrieben habe und es ein paar Monate später die Anweisung gegeben habe zu verkaufen und er auch den Verkauf der Aktien an die ***21***-Gruppe ein paar Monate später unterzeichnet habe (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 7). Tatsächlich wurden aber beide Verträge von ihm am selben Tag unterschrieben. Die Mutmaßung von ***18***, dass der Bf. nicht direkt an "***21***" verkauft habe, weil er wahrscheinlich ***21*** nicht gekannt habe oder ihm ***21*** nichts geboten habe (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 8), zeigt deutlich, dass ***18*** mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht vertraut war. Wie sich z.B. aus dem Fax vom 13.1.1998 der Rechtsanwälte WEISS-TESSBACH, dem Grundsatzübereinkommen vom 5.2.1998, dem Schreiben der Rechtsanwälte DIBB - LUPTON - ALSOP UK vom 26.2.1998 sowie den Aussagen des Bf. und von ***21*** ergibt, bestand Kontakt nur zwischen dem Bf. und ***21*** nicht aber zwischen ***7*** und ***21*** und hat sich ***21*** - laut dessen eigener Aussage (HV-Protokoll vom 4.6.2007) - mit dem Verkauf über eine liechtensteinische Anstalt anstelle eines direkten Erwerbs vom Bf. bzw. von dessen Gattin nur im Gegenzug gegen umfassende Garantien und Haftungsübernahmen einverstanden erklärt. Zur Glaubwürdigkeit der Aussagen von ***21*** ist allgemein anzumerken, dass sich diese mit den vorliegenden Unterlagen (Verträge, Schriftverkehr) decken, zwischen ihm und dem Bf. keine über eine Geschäftsbeziehung hinausgehende Nahebeziehung bestand und er keinen Vorteil aus einer Aussage "in einer bestimmten Richtung" hatte. Seinen Aussagen kommt daher grundsätzlich hohe Glaubwürdigkeit zu. Wenn ***18*** (über Befragen) angibt, nur über Auftrag von ***7*** gearbeitet zu haben (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 9), widerspricht das seinen Aussagen, wonach einerseits ***17*** ursprünglich der Ansprechpartner von ***7*** gewesen sei und ***17*** ihm gesagt habe, was in den Akten zu tun sei (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 4), und es andererseits zum Bf. sehr viele Kontakte gegeben habe und dieser im Auftrag von ***7*** aufgetreten sei (HV-Protokoll vom 12.3.2007, S. 5). Tatsächlich erteilte der Bf. ***9*** diverse Anweisungen, z.B. mit Schreiben vom 27.2.1998, womit er ***9*** zur Vorlage von Unterlagen und zur Hinterlegung der Zessionserklärung beauftragte und bevollmächtigte, mit Schreiben vom 18.3.1998, mit welchem er ***9*** beauftragte, ein Schreiben eines Rechtsanwalts vom 6.3.1998 hinsichtlich der darin genannten Beilagen zu unterfertigen, die "Resolutions" der Firma ***4*** Ltd und ***29*** LTD zu unterfertigen und an Deloitte & Touche zu übermitteln sowie die vom Notar in Rechnung gestellten Kosten zu überweisen und an die Fa.**** Ltd zu verrechnen, das Ersuchen um Offenlegung der Eigentümerschaft an der ***5*** durch ***10*** am 18.4.2001 oder eine Zahlung von ***5*** an seine Gattin für ein Grundstück durchzuführen (Aussage des Bf. lt. HV-Protokoll vom 6.11.2006, S. 19). Dass er die Anweisungen im Namen eines anderen erteilt habe, ist diesen allerdings nicht zu entnehmen.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/5100349/2007
ECLI
ECLI:AT:BFG:2022:RV.5100349.2007
Stammnummer
135847
Gültig
08.02.2022 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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