Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101961/2004
Eingangsabgabenfreiheit nach Art. 39 Abs. 1 ZBefrVO führt nicht zum Vorliegen eines aus einer Kapitalgesellschaft und einem ihrer Gesellschafter bestehenden einheitlichen Unternehmers i. S. d. § 2 Abs. 1 UStG 1994
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101961/2004vom 22.06.2018Teil 6 von 7
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Die ungarischen Ausfuhrpapiere weisen für den von der "En***** Kft" an "D***** Ka*****" verkauften Mais als Anmelder die "En***** Kft" aus. Für den von der "Ma***** D***** Kft" an "D***** Ka*****" verkauften Mais tritt als Anmelder die "Ma***** D***** Kft" auf. in beiden Fallen ist der Empfänger "D***** Ka*****" in der falschen Schreibweise "Ke*****" angeführt. ...
Gemäß Aussage von Frau D***** Ka***** erfolgte die zollrechtliche Abwicklung durch Herrn H***** M*****. Diese Angabe wird durch den Vorstand des Zollamtes Pamhagen bestätigt.
Gemäß Aussage von Herrn H***** M***** (Niederschrift des HZA Wien als Finanzstrafbehörde I. Instanz vom 04.03.2003) erfolgte die zollrechtliche Abwicklung nicht durch ihn. Weiters gab Herr H***** M***** an, die Frage nicht beantworten zu können, ob ein Antrag auf Verzollung durch Frau Ka***** hätte erfolgen müssen.
4.2.2.5.5. Zollamtliche Aufzeichnung der Einbringungen ...
4.2.2.6. Weiterverkauf in Österreich
In Österreich wurde die abgabenfrei eingebrachte Maismenge an die "J. M***** GmbH" weiterverkauft und auch unmittelbar an diese geliefert.
Durch die "J. M***** GmbH" wurden von "D***** Ka*****" 818.370 kg Mais zugekauft (siehe auch Pkt.4.2.2.7.6), davon 10.060 kg aus österreichischem und 808.310 kg aus ungarischem Anbau: ...
Die "J.M***** GmbH, ..., A-7***** W*****" ist im Handel mit Landesprodukten tatig.
Geschäftsführende Gesellschafter der "J.M***** GmbH" waren im Prüfungszeitraum Herr "Jo***** M*****, geb. ..., A-7***** W*****" (Vater von Herrn H***** M*****) und Herr "Ma***** M*****, geb. ..., A-7**** An*****" (Bruder von Herrn H***** M*****).
Herr H***** M***** selbst war Angesteliter der J. M***** GmbH.
4.2.2.7. Übersicht über den Warenfluss / Geldfluss
4.2.2.7.6. Ablaufdiagramm
[...]
Erläuterungen:
(1) Die "En***** Kft" (H***** M*****) kauft
- von der ... 605.160 kg Mais
- von der ... 203.170 kg Mais
Menge gesamt: 808.330 kg; Datum: 16.11.1998 - 01.12.1998; Preis: HU F12.674.615,-inkl.14% USt
(Die Zukaufsrechnungen liegen vor)
(2) Die "En***** Kft" (H***** M*****) verkauft
— an die "Ma***** & D***** Fö***** Kft" (D***** Ka*****) 605.160 Mais
Rechnung 0665513: Menge: 594.080 kg; Datum: 16.11.1998; Preis: HUF 9.980.544,- inkl.14% USt
Rechnung 0665514: Menge: 11.080 kg; Datum: 16.11.1998; Preis: HUF 186.144,- inkl. 14% USt
(Ein Kaufvertrag, die Verkaufsrechnungen sowie das Lieferantenkonto "En*****" bei der "Ma***** & D***** Fö***** Kft" liegen vor)
(3) Die "Ma***** & D***** Fö***** Kft" (D***** Ka*****) verkauft
- an D***** Ke***** 594.080 kg Mais
Datum: 17.11.1998 - 26.11.1998; Preis: HUF 9.183.059,- (=ATS 496.649,-) ohne USt
(Die Verkaufsrechnungen, die ungarischen Ausfuhrdokumente sowie das Kundenkonto bei der "Ma***** & D***** Fö***** Kft" liegen vor —— alle mit der falschen Schreibweise des Namens)
Die Veranlassung der Wareneinfuhr und die Zollformalitaten erfolgen.
(Die Vollmacht vom 28.09.1998 mit Einschränkung vom 09.10.1998 für H***** M***** liegt vor)
(4) Die "En***** Kft" (H***** M*****) verkauft
- an D***** Ke***** 203.170 kg Mais
Datum: 27.11.1998 - 02.12.1998; Preis: ATS 162.536,- (~ HUF 3.005.291.- ) ohne USt
(Die Verkaufsrechnungen sowie die ungarischen Ausfuhrdokumente [Ausführer und Anmelder En***** Kft] liegen vor — alle mit der falschen Schreibweise des Namens)
Die Veranlassung der Wareneinfuhr und die Zollformalitäten erfolgen.
(Die Vollmacht vom 28.09.1998 mit Einschränkung vom 09.10.1998 für H***** M***** liegt vor)
(5) Die Ware wird unmittelbar an die "M***** GmbH" geliefert
Es wurden 818.370 kg Mais angeliefert, davon 10.060 kg aus dem österreichischen Anbau von Frau D***** Ka*****, somit 808.310 kg ungarische Ware.
(Das kombinierte Debitoren/Kreditorenkonto "D***** Ka*****" bei der "M***** GmbH" sowie die Maisaufkaufbestätigung liegen vor.
Für die 11.080 kg Mais aus Rechnung 0665514 liegen weder ungarische Exportpapiere noch eine Anschreibung der abgabenfreie Einbringung in die EU vor, jedoch ist die Menge bei der Verwiegung anlässlich des Aufkaufs inkludiert [808.330 kg].)
(1) Zur Bezahlung der Ware werden von der "M***** GmbH" am 15.12.1998 zwei Verrechnungsschecks auf D***** Ka***** ausgestellt.
Scheck 546887 über ATS 348.698,- wird von D***** Ka***** am 15.12.1998 bar behoben.
Scheck 546886 über ATS 917.644,- wird von H***** M***** am 15.12.1998 auf sein Privatkonto bei der "Bank Burgenland" eingelöst.
(Die Schecks liegen vor)
(2) H***** M***** überweist von seinem Privatkonto bei der "Bank Burgenland"
ATS 497.971,63 auf das Geschäftskonto der "Ma***** & D***** Fö***** Kft" (Eingang dort ATS 496.649,-).
(Die Einzahlungsbestätigung vom 30.12.1998 liegt vor)
(3) Die "Ma***** & D***** Fö***** Kft" überweist an die "En***** Kft" HUF 9.022.996,- (ca. ATS 487.993,-)
(Die Zahlungsbestätigung vom 13.01.1999 liegt vor)
(4) Die "En***** Kft" bezahlt HUF 12.674.615,- (ca. ATS 685.485,-) an die ungarischen Maislieferanten.
(Die Einzahlungsbestätigungen von 04.01.1999 — 23.02.1999 liegen vor)
(5) Die APEH (= ungarische Finanzverwaltung) überweist an die "Ma***** & D***** Fö***** Kft" HUF 1.378.000,- (ca.ATS 74.527,-)
Mehrwertsteuerrückvergütung für Exportlieferungen.
(Die Einzahlungsbestätigung vom 10.06.1999 liegt vor)
(6) Die "Ma***** & D***** Kft" überweist an die "M***** Hungaria Kft" (= "En***** Kft") HUF1.143.692,-(ca ATS 61.855,-)
(Die Zahlungsbestätigung vom 16.06.1999 liegt vor)
4.2.2.7.7. Kalkulation
Herr H***** M***** gibt in einer Stellungnahme vom 03.04.2003 mit einer Ergänzung vom 30.04.2003 an, im Auftrag von Frau D***** Ka***** mit dem ihm durch Scheck 546886 zugegangenen Geld wie folgt verfahren zu sein:
| (1) Scheck
| ATS
| 917.644,00
| für (3) Überweisung (2) an "Ma***** D***** Kft"
| ATS
| -497.971,63
| für (4) Überweisung ? an "En***** Kft"
| ATS
| -163.022,34
| Barauszahlung ? an Frau D***** Ka*****
| ATS
| -303.013,00
| Summe:
| ATS
| -46.362,97
[handschriftliche Anmerkung: 256.650,03 Diff. f. H***** M*****?"]
[...]
Somit wären für Herr H***** M***** — auch ohne Berücksichtigung der Bahnfracht — ATS 46.36297 Verlust entstanden.
Eine Quittung für die angebliche Barauszahlung an Frau D***** Ka***** wurde von Herrn H***** M***** nicht vorgelegt, jedoch wurde von ihm eine von Frau Ka***** gezeichnete Gesprächsnotiz vom 21.03.2003 beigebracht, in der diese bestätigt, von ihm "ca. ATS 300.000,-" in bar erhalten zu haben.
Durch die Außen- und Betriebsprüfung Zoll wurde am 09.05.2003 diesen Punkt betreffend mit Frau D***** Ka***** eine gesonderte Niederschrift aufgenommen, die hier auszugsweise wiedergegeben wird:
FRAGE:
Sie haben gegenüber der Ehegattin von Hm. H***** M*****, Fr Ed* M***** am 21.03.2003 schriftlich bestätigt, dass
Sie von Hrn H***** M***** ca. ATS 300.000,- in bar erhalten haben.
Wie stellt sich der Sachverhalt aus Ihrer Sicht dar?
ANTWORT:
Meine Unterschrift unter das mir vorgelegte Dokument kam folgendermaßen zu Stande:
Fr. Ed* M***** teilte mir mit dass die Zollbehörde behauptet hätte, ich hatte niemals Geld aus dem Maisverkauf an die
J M***** GmbH. erhalten. Daraufhin bestätigte ich ihr, dass ich ca ATS 300.000- erhalten hätte.
Damit war von mir der Betrag von ATS 348.698,- gemeint, den ich in der Bank Burgenland erhalten hatte.
Ich kam persönlich in die Geschäftsräume der J
M*****
GmbH und unterschrieb dort in Gegenwart von H***** und Ed*
M***** das vorgelegte Dokument.
Ich erklärte, dass man auch den genauen Betrag ermitteln und eintragen könne, aber Fr. M***** meinte, dass eine Angabe
des ca. Betrages genügen würde.
Mit in "bar erhalten" meinte ich dass mir das GeId In der Bank Burgenland bar ausgehändigt wurde und nicht auf mein Konto überwiesen wurde.
Sonstiges Bargeld in der Höhe von "ca. ATS 300.000,-" habe ich sicher nicht von Herrn M***** erhalten, die Darstellung, dass ich zusätzlich zu dem Geld aus dem erwähnten Scheck über ATS 348.698,- Geld von ihm erhalten habe, ist falsch.
4.3. Zuordnung: Zukauf / Verkauf / Verzollung / abgabenfreie Einbringung
Die durch die "En***** Kft." in Ungarn zugekauften Feldfrüchte wurden laut ungarischen Zollbehörden überwiegend an Herrn H***** M***** unter seiner österreichischen Adresse verkauft. ...
6. Schlussfolgerung des Prüfers
Gemäß den in Pkt. 4.2.2 dargestellten Ermittlungen ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:
- Es handelte sich bei dem für Frau D***** Ka***** abgabenfrei eingebrachten Mais nicht um begünstigt erwirtschaftete Feldfrüchte im Sinne der VO (EG) 918/83, sondern um zugekauften ungarischen Mais.
Eine Nachforderung der geschuldeten aber nicht entrichteten Abgaben hatte zu erfolgen.
- Der Zukauf erfolgte über die ungarische juristische Person "En***** Kft" des österreichischen Staatsbürgers "H***** M*****", mit dem Ziel, diese unter Umgehung einer Abgabenpflicht an die österreichische "M***** GmbH" zu liefern.
Die Einbeziehung der ungarischen "Ma***** D***** Kft" zusätzlich zu den direkten Fakturierungen an D***** Ka***** diente der Verschleierung des tatsächlichen wirtschaftlichen Sachverhaltes.
Der sowohl im Zusammenhang mit den Maisimporten "Ma***** D***** Kft --> D***** Ka*****" als auch mit denen von "En***** Kft --> D***** Ka*****" auftretende Schreibfehler beim Nachnamen von Frau D***** Ka***** lasst den Schluss zu, dass beide von der selben Person veranlasst wurden.
Um die Gewährung einer Abgabenfreiheit zu bewirken, wurde eine begünstigte Erwirtschaftung durch die österreichische Landwirtin vorgespiegelt. ...
Mündliche Verhandlung
Sachverhalt
In der mündlichen Verhandlung vom 18. 6. 2018 gab das Gericht den Parteien bekannt, von welchem Sachverhalt es vorerst ausgehe (im Wesentlichen, abgesehen von den sich durch die mündliche Verhandlung ergeben habenden Änderungen, entsprechend der nachstehenden Darstellung unter "Sachverhalt").
Kft
Hierzu ergänzte der steuerliche Vertreter, dass es sich bei Wa***** E***** um einen entfernten Verwandten des Bf gehandelt habe.
Zu den Inlandsverkäufen der Kft in Ungarn stehe, so der steuerliche Vertreter, etwa für das Jahr 1998 fest, dass mehr als 80 % der in Ungarn erwirtschafteten Feldfrüchte auch in Ungarn verkauft worden seien. Die Kft habe in diesem Jahr 1 Mio. Kilo an Feldfrüchten in Ungarn zugekauft, rund 0,8 Mio Kilo seien in Ungarn von der Kft an Feldfrüchten verkauft worden.
Die Kft. sei deswegen gegründet worden, um die Feldfrüchte von Ungarn nach Österreich verbringen zu können. Wa***** E***** habe als Treuhänder für den Bf fungiert, daher sei die Kft zur Gänze dem Bf zuzurechnen.
Es werde seitens der steuerlichen Vertretung nochmals darauf verwiesen, dass im Zollverfahren die Einschaltung der Kft als unschädlich angesehen worden, dies sei auch vom Höchstgericht bestätigt worden. Diese Ansicht sei auch auf die Umsatzsteuer zu übertragen, bei der Verbringung der Waren nach Österreich handle es sich um Innenumsätze des Bf. Es sei auch die umsatzsteuerliche Pauschalierung anzuwenden, da der Bf unter der Buchführungsgrenze liege und der Bf auch unionsrechtlich wie jeder andere Landwirt in einer vergleichbaren Situation agiere. Dass die Administrationskosten von jemand anderen getragen werden, wie etwa im Fall Nigl vor dem EuGH diskutiert, sei hier jedenfalls nicht der Fall.
"Provision Ka*****"
Zur behaupteten Zahlung von 303.013 ATS an D***** Ka***** gab der steuerliche Vertreter (der Bf war zur Verhandlung nicht erschienen) an, dass der Bf bekanntlich auch im eigenen Namen mit der J. M***** GmbH Geschäfte betrieben habe. Aus einen Maisverkauf habe der Bf von der GmbH am 21.12.1998 den Betrag von 388.506 ATS erhalten. Am 22.12.1998 seien auf das Privatkonto des Bf 85.493 ATS aus diesem Scheck eingelegt worden. Zusammen mit dem Betrag von 256.650 ergäbe sich ein höherer Betrag als 303.013 ATS, der dem Bf zur Verfügung gestanden sei. Davon sei dann der Betrag von 303.013 ATS gezahlt worden. Der Betrag von 303.013 ATS sei in dieser Zeit vom Bf an D***** Ka***** bar übergeben worden.
Gefragt, warum die J. M***** GmbH nicht gleich der D***** Ka***** einen Scheck über den Gesamtbetrag ausgestellt hat: Dazu kann ich nichts sagen.
Treuhandschaft
Die Vertreter des Finanzamts gaben an, dass die behauptete Treuhandschaft des Wa***** E***** der Behörde (österr. Finanzamt) nicht offengelegt worden sei. Das Finanzamt habe erstmals im fortgesetzten Zollverfahren davon erfahren.
Seitens des Finanzamts werde die Treuhandschaft bestritten und darauf verwiesen, dass auch der Gewinn zwischen den beiden Gesellschaftern geteilt worden sei.
Für das Finanzamt sei Wa***** E***** kein naher Verwandter und daher die Kft getrennt vom Einzelunternehmen des Bf zu sehen.
Die Kft sei in Ungarn nach außen hin aufgetreten; das Finanzamt gehe davon aus, dass zwei getrennte Steuersubjekte vorliegen.
Der steuerliche Vertreter hielt dem entgegen, dass im Zollverfahren Wa***** E***** ausgesagt habe, dass er von der Kft kein Geld bekommen habe.
Zeugenaussage D***** Ka*****
Die als Zeugin in der mündlichen Verhandlung vernommene D***** Ka***** gab an:
Im August 1998 ist mein Mann plötzlich verstorben, und ich stand mit meinen beiden kleinen Kindern allein da. Ich wusste, dass wir in Ungarn auf den Feldern Mais stehen hatten und kannte den Vater von H***** M***** sowie seine GmbH und habe ich auch H***** M***** vertraut und ihn gebeten, mir zu helfen. Ich habe dazu auf verschiedenen Dokumenten Blankounterschriften gegeben, damit ich mich zu Hause um den Betrieb kümmern konnte. Dabei ging ich davon aus, dass sich die rund 60 ha Felder in der Zollfreizone befunden haben. Dass dem nicht so war, habe ich erst 2002 mitbekommen, als die Zollfahndung mit mir sprach. Ich habe deswegen auch ein Zollstrafverfahren anhängig, dort liegt auch der ganze Akt. Ich selber habe keine Belege mehr, auch mein damaliger Steuerberater hat keine Belege mehr.
Gegenstand der Vereinbarung mit H***** M***** war, dass er den Mais, der in der 5-Kilometer-Zone war und von unserer Kft hergestellt wurde, nach Österreich bringt und dann der M***** GmbH verkauft. Ich schätze, dass für den Mais von diesen Feldern damals rund ATS 300.000,-- bis 400.000,-- in Österreich zu erzielen gewesen wären, da der Mais zuletzt nicht bewässert wurde.
Ich kann nicht mehr sagen, ob ich eine Abrechnung der GmbH bekommen habe.
Ich habe von H***** M***** einen Scheck über ATS 348.698,-- bekommen und ihn in W***** bei der Bank Burgenland eingelöst.
Ich kann mich nicht daran erinnern, von H***** M***** darüber hinaus Geld aus diesen Geschäft 1998 bekommen zu haben.
Ich würde sicher wissen, wenn ich zusätzlich einen Betrag von rund ATS 300.000,-- bekommen hätte.
Über Vorhalt der Angabe des Bf., dass er der Zeugin in Dezember 1998 zusätzlich noch ATS 303.013,-- bar gegeben hätte: Nein.
Ich hatte zu Lebzeiten meines Mannes zwar im Betrieb mitgearbeitet, mich aber hauptsächlich um den Haushalt und die beiden Zwillinge sowie um Oma und Opa gekümmert. Ich habe dann erst festgestellt, welch große Schulden auf den Betrieb lagen; mittlerweile führe ich keinen landwirtschaftlichen Betrieb mehr.
Über Vorhalt des steuerlichen Vertreters, dass im Zollverfahren von der Zeugin im Jahr 2002 ausgesagt worden sei, sie habe Blankounterschriften geleistet, im Jahr 2003 vor dem Zoll diese Angabe wieder widerrufen habe und heute wiederum von Blankounterschriften spreche:
Ich habe einen Pachtvertrag zwischen den ungarischen Grundstückseigentümern und unserer Kft gekannt. Diesen hat noch mein Mann unterschrieben. Es kann auch sein, dass ich keine Blankounterschriften geleistet habe, sondern Urkunden ungelesen unterschrieben habe im Vertrauen auf die plausible Erklärung des Herrn H***** M*****.
Die Kft in Ungarn wurde dann irgendwie aufgelöst, näheres kann ich heute dazu nicht mehr sagen. Das wird 1999 gewesen sein.
Ich bin davon ausgegangen, dass H***** M. seine Auslagen abzieht, ein Honorar für sein Tätigwerden wurde nicht vereinbart.
Abschließendes Vorbringen
Seitens des Finanzamts wurde abschließend auf die Stellungnahme der belangten Behörde vom 14. 3. 2018 verwiesen, in welcher auf den Beschluss des Gerichts Bezug genommen wird, der das Zollverfahren näher beschrieben hat. Dort sei von einer Bareinzahlung der Einlage des Wa***** E***** sowie einer 50%igen Beteiligung die Rede (Anmerkung: Im Beschluss vom 28. 11. 2016 wurde diesbezüglich die Stellungnahme des Prüfers vom 3. 9. 2004 wiedergegeben).
Dies stehe laut steuerlichem Vertreter auch außer Diskussion, ändere aber nichts an der Treuhandschaft.
Zur Zeugin Ka***** sei noch festzuhalten, dass diese im Laufe des Verfahrens unterschiedliche Angaben gemacht habe. Das Begehren des Bf betreffend Nichtzurechnung einer Provision Ka***** bleibe aufrecht.
Über Befragen durch das Gericht erklärte der steuerliche Vertreter, dass sich den Niederschriften im Zollverfahren nicht konkret entnehmen lasse, dass die Zeugin Ka***** jemals angegeben habe, einen zusätzlichen Betrag von 303.013 ATS erhalten zu haben. Es werde aber nochmals auf den Aktenvermerk zwischen D***** Ka***** und Ed* M***** verwiesen, worin D***** Ka***** bestätigt, rund 300.000 ATS bar erhalten zu haben.
Seitens des Finanzamtes wurde entgegengehalten, dass dieses Thema in der Niederschrift der ABP Zoll erörtert worden sei. Es sei lediglich ein runder Betrag genannt worden. Die näheren Umstände seien in der Niederschrift dargestellt.
Die Glaubwürdigkeit des Bf sei zu bezweifeln, da dieser im Zollverfahren unterschiedliche Angaben gemacht habe.
Weiteres Vorbringen seitens der Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens wurde nicht erstattet.
Seitens der Parteien wurden wesentliche Interessen, die einer Veröffentlichung gemäß § 23 BFGG entgegenstehen, nicht bekannt gegeben.
Die belangte Behörde beantragte, das Bundesfinanzgericht möge die Beschwerde als unbegründet abweisen.
Seitens der steuerlichen Vertretung wurde abschließend die Stattgabe ihrer Beschwerde beantragt.
Die Entscheidung blieb schriftlichen Ausfertigung vorbehalten.
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Sachverhalt
Das Gericht sieht als erwiesen an:
A.
Der Beschwerdeführer H***** M***** ist österreichischer Staatsbürger und erzielte im Beschwerdezeitraum in Österreich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeitnehmer der J. M***** GmbH.
Im Jahr 1996 pachtete er in seiner Wohnsitzgemeinde in Österreich ein Grundstück mit einem Obstbaumbestand in der Größe von rund 1.600 qm (16 Ar).
Der Bf erklärte im Beschwerdezeitraum aus der Bewirtschaftung dieses Obstgartens (pauschalierte) Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft zwischen 351 ATS und 403 ATS jährlich.
Dass der Bf zwischen 1996 und 2000 nur für den Eigenbedarf Obst produziert und keine (positiven) Einnahmen aus dem Obstbau erzielt hat, kann nicht festgestellt werden.
Ab November 2000 bewirtschaftete der Bf 1,36 ha Weingarten und 8,25 ha Ackerfläche in Österreich.
B.
Der Bf gründete in Ungarn gemeinsam mit Wa***** E***** die En***** Kft. Nach Ausscheiden des Wa***** E***** wurde diese Gesellschaft in M***** Hungaria Kft. umbenannt. Wa***** E***** ist ein entfernter Verwandter des Bf.
Die En***** und spätere M***** Hungaria Kft. (in weiterer Folge kurz Kft) pachtete in Ungarn zahlreiche landwirtschaftliche Grundstücke und betrieb auf diesen Ackerbau.
Sowohl die in Österreich bewirtschafteten Grundstücke als auch die in Ungarn bewirtschafteten Grundstücke befanden sich innerhalb eines Streifens von fünf Kilometern zur Staatsgrenze und damit zur damaligen Außengrenze der Europäischen Gemeinschaften (heute: Europäischen Union).
Ob Wa***** E***** Treuhänder für den Bf oder einen Angehörigen des Bf war, steht nicht fest.
Dass der Bf Eigentümer oder Pächter der in Ungarn gelegenen landwirtschaftlichen Grundstücke war, kann nicht festgestellt werden.
Es kann daher auch nicht festgestellt werden, dass die Kft für den Bf in Ungarn gelegene Felder, an denen der Bf als Eigentümer oder Pächter ein Nutzungsrecht hatte, bewirtschaftet hat.
Nach ungarischem Recht konnten im Beschwerdezeitraum sowohl Kapitalgesellschaften (wie Kft), deren Gesellschafter nicht ungarische Staatsbürger waren, und natürliche Personen, die nicht ungarische Staatsbürger waren, Fruchtgenussrechte an landwirtschaftlich genutzten Grundstücken begründen. Es bestand keine rechtliche Verpflichtung, sich als Pächter von Grundstücken einer Kapitalgesellschaft zu bedienen. Allerdings war die Zwischenschaltung einer Kft bei der Ausfuhr von Waren aus Ungarn zweckmäßig.
C.
Die Kft produzierte auf den von ihr gepachteten landwirtschaftlichen Grundstücken in Ungarn Feldfrüchte. Teilweise wurden Feldfrüchte von anderen ungarischen Produzenten zugekauft.
Die Kft verkaufte dem Bf Feldfrüchte, worüber die Kft dem Bf auch Rechnungen legte.
Die Kft ist im wirtschaftlichen Verkehr als selbständiges wirtschaftliches Gebilde nach außen hin aufgetreten.
Der Bf verkaufte diese von der Kft erworbenen Waren in Österreich mit einem Gewinnaufschlag an die J. M***** GmbH, worüber der Bf der J. M***** GmbH Rechnungen legte.
Die Kft verkaufte in Ungarn auch Feldfrüchte an Dritte, im Jahr 1998 beispielsweise rund 0,8 Mio Tonnen.
Die Kft kaufte in Ungarn auch Feldfrüchte zu, im Jahr 1998 beispielsweise rund 1 Mio Tonnen.
Ferner handelte die Kft (in einzelnen Jahren des Beschwerdezeitraums) mit zugekauften landwirtschaftlichen Produkten und vertrieb Saatgut, Dünger und Spritzmittel.
D.
Die in Ungarn produzierten Feldfrüchte wurden vom Bf in Österreich (an die J. M***** GmbH) mit folgenden Gesamtnettoerlösen verkauft:
1997: 856,660,55 ATS
1998: 1.503.909,47 ATS
1999: 676.362,76 ATS
2000: 2.334.611,06 ATS
2001: 774.531,80 ATS
2002: 25.146,53 EUR.
E.
Die in derselben Ortschaft wie der Bf wohnende D***** Ka***** bevollmächtigte nach dem Tod ihres Mannes im Sommer 1998 den Bf, für sie von der Ma***** und D***** Fö***** Kft auf rund 60 ha Ackerfläche im Grenzstreifen in Ungarn erzeugten Mais aus Ungarn nach Österreich zu verbringen und diesen in Österreich an die J. M***** GmbH zu verkaufen. Die Familie M***** war D***** Ka***** bekannt.
Der Bf unterstützte als im "Ungarngeschäft" tätiger und erfahrener Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens D***** Ka***** bei diesen Geschäften. Insbesondere organisierte der Bf die Einfuhr der Feldfrüchte nach Österreich und den Verkauf an die J. M***** GmbH.
Die J. M***** GmbH als Käuferin der Feldfrüchte hat auf D***** Ka***** am 15. 12. 1998 zwei Verrechnungsschecks ausgestellt:
a) Scheck 546887 über 348.698 Schilling.
Dieser Scheck wurde nach Feststellung des Finanzamts von D***** Ka***** am 15. 12. 1998 bar behoben.
b) Scheck 546886 über 917.644 Schilling.
Dieser Scheck wurde nach Feststellung des Finanzamts von H***** M***** zugunsten seines Bankkontos gutgeschrieben.
Die Mittel aus dem Scheck 546886 wurden vom Bf unstrittig für folgende Überweisungen verwendet:
Überweisung Ma***** & D***** Fö***** Kft: - 497.971,63 ATS
Überweisung En***** Kft - 163.022,34 ATS.
Ferner hat der Bf aus einem Maisverkauf von der J. M***** GmbH am 21. 12. 1998 einen Betrag von 388.506 ATS erhalten. Von diesem Betrag wurden am 22. 12. 1998 auf das Privatkonto des Bf 85.493 ATS eingelegt.
D***** Ka***** rechnete mit einem Erlös zwischen 300.000 ATS und 400.000 ATS aus dem Maisverkauf. Eine Provision für H***** M***** wurde nicht vereinbart.
Es kann nicht festgestellt werden, dass der Bf im Jahr 1998 an D***** Ka***** über den Betrag von 348.698 ATS hinaus einen weiteren Betrag in Zusammenhang mit der Lieferung von in Ungarn produzierten Feldfrüchten durch D***** Ka***** an die J. M***** GmbH weitergegeben hat.
Dem Bf verblieb aus diesem Geschäft ein Betrag von 256.650,03 ATS brutto.
F.
In den unterdessen in Rechtskraft erwachsenen zuletzt ergangenen Entscheidungen im Zollverfahren wurde der Bf als Pächter eines Obstgartens als Landwirt der Union zollrechtlich anerkannt. Zollrechtliche Eingangsabgabenbefreiung wurde dem Bf als Landwirt der Union für jene aus Ungarn eingeführten Feldfrüchte gewährt, die von der En***** und späteren M***** Hungaria Kft selbst auf den von ihr gepachteten Feldern in Ungarn in Grenznähe produziert wurden, nicht jedoch für jene eingeführten Feldfrüchte, die nach den Feststellungen der Zollverwaltung von der Kft in Ungarn zugekauft wurden.
Von der Zollbehörde wurden D***** Ka***** rechtskräftig die Einfuhren gemäß Punkt E., an denen der Bf mitgewirkt hat, zugerechnet. Ihr wurden Eingangsabgaben vorgeschrieben.
Beweiswürdigung:
Die getroffenen Feststellungen stützen sich auf die Aktenlage und auf das Ergebnis der mündlichen Verhandlung.
Zu A:
Die getroffenen Feststellungen entsprechen den letztmaßgeblichen rechtskräftigen Feststellungen im Zollverfahren.
Dass der Bf ab November 2000 1,36 ha Weingarten und 8,25 ha Ackerfläche in Österreich bewirtschaftete, wird vom Finanzamt (Stellungnahme vom 14. 3. 2018) nicht bestritten.
Die vom Finanzamt und ursprünglich auch vom Zollamt in den Raum gestellte fehlende Einnahmen- und Gewinnerzielungsabsicht aus dem Obstbau (etwa Tz 24 des Außenprüfungsberichts oder die Stellungnahme des Prüfers vom 3. 9. 2004, "ad 1.") wurde vom Bf bestritten. Die Behörden haben jedoch dazu keine konkrete Feststellungen, die über die bloße Behauptungsebene hinausgehen, getroffen. Das Finanzamt ist diesbezüglich im Wesentlichen dem Zollamt gefolgt; im zweiten Rechtsgang wurde der Bf im Zollverfahren als Landwirt auf Grund der Pachtflächen in Österreich anerkannt.
Wenn sich das Finanzamt nach wie vor auf Behauptungen stützt, die im ersten Zollverfahren aufgestellt wurden, ist es darauf zu verweisen, dass einerseits im Zollverfahren von der ursprünglichen Ansicht, der Bf wäre in Österreich kein Landwirt, im fortgesetzten Verfahren (rechtskräftig) abgegangen wurde und andererseits außer dem Verweis auf die ursprünglichen Annahmen im Zollverfahren vom Finanzamt keine Beweise zur Stützung seiner Ansicht erhoben wurden.
Zu B:
Die getroffenen Feststellungen sind unstrittig. Sie entsprechen den Feststellungen im Zollverfahren.
Der Außenprüfungsbericht (Tz 25) trifft keine direkten Feststellungen, wer Pächter der landwirtschaftlichen Flächen in Ungarn war. Er stellt fest, dass diese Flächen von juristischen Personen, an denen der Bf beteiligt war, bewirtschaftet worden seien. Auf den Ausfuhrpapieren sei nicht der Bf, sondern die jeweiligen juristische Personen als Exporteur genannt. Die jeweiligen juristische Personen hätten dem Bf auch Rechnungen gelegt.
Laut rechtskräftigen Entscheidungen im Zollverfahren waren Pächter der strittigen Flächen in Ungarn die En***** Kft. bzw. die M***** Hungaria Kft. (UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12).
Dagegen wird in den oben wiedergegebenen ursprünglichen Kontrollmitteilungen der Zollverwaltung der Bf als Pächter von landwirtschaftlichen Flächen in Ungarn bezeichnet. Auch in den Beilagen zu den Einkommensteuererklärungen des Bf wird von einer "bewirtschafteten Fläche in Ungarn" gesprochen. Im Hinblick auf die übrigen Verfahrensergebnisse sowie die eigenen Ausführungen des Bf in der Berufung sind diese Angaben irreführend und vor der Ansicht des Bf, er und die Kft bildeten ein Unternehmen, zu sehen, inhaltlich aber (unter Berücksichtigung des Trennungsprinzips zwischen Kapitalgesellschaft und Gesellschafter, dazu unten) unzutreffend. Möglicherweise wurden - siehe die Entscheidungen im Zollverfahren - ursprünglich auch "Scheinpachtverträge", die fälschlich den Bf (und nicht die Kft) als Pächter ausgewiesen haben, vorgelegt.
In der Berufung wird vom Bf ausgeführt, die Flächen seien von den Kft gepachtet worden.
Auch in der Äußerung des Bf vom 15. 11. 2004 wird bestätigt, dass Pächterin der Flächen in Ungarn jeweils eine Kft war.
Schließlich spricht auch die Stellungnahme des Bf vom 15. 5. 2017 von "den Eigenflächen der KFT".
Die belangte Behörde geht (etwa in der Stellungnahme vom 14. 3. 2018) ebenfalls von der Kft als Pächter der Grundstücke in Ungarn aus.
Das Gericht folgt den Feststellungen in den Entscheidungen UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 u.a., dass Pächter der strittigen Flächen in Ungarn die En***** Kft. bzw. die M***** Hungaria Kft. waren. Dies deckt sich mit den Angaben beider Parteien im gegenständlichen Beschwerdeverfahren.
Dass der Bf Eigentümer oder Pächter der in Ungarn gelegenen landwirtschaftlichen Grundstücke war, wurde von keiner Partei des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens in diesem Verfahren behauptet und stünde im Widerspruch zu den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens. Pächter der nicht im Eigentum des Bf gestanden habenden Grundstücke war jeweils die Kft.
Dass im Zollverfahren festgestellt wurde, dass der Bf als Landwirt von Österreich aus die Bewirtschaftung der ungarischen Flächen organisiert, geleitet und gelenkt habe, steht nicht im Widerspruch zu dem ebenfalls im Zollverfahren festgestellten Umstand, dass die Kft und nicht der Bf Pächter der landwirtschaftlichen Grundstücke in Ungarn war (und sich der Bf nicht als Pächter der Grundstücke in Ungarn der Kft bloß für die konkrete Bewirtschaftung "seiner" Grundstücke bedient hat). Dass der Bf als Gesellschafter-Geschäftsführer die Kft geleitet hat, besagt nicht, dass der Bf als natürliche Person (und nicht die Kft) die ungarischen Felder bewirtschaftet hat.
Aus dem Urteil EuGH 6. 3. 2018, C-52/16 und C-113/16, „SEGRO“ Kft. und Günther Horváth, ECLI:EU:C:2018:157 (siehe unter "Rechtsgrundlagen") ergibt sich, dass es nach ungarischem Recht zulässig war, dass Kapitalgesellschaften, deren Gesellschafter nicht ungarische Staatsbürger waren, und natürliche Personen, die nicht ungarische Staatsbürger waren, in den Jahren 1992 bis 2002 Fruchtgenussrechte an landwirtschaftlich genutzten Grundstücken begründen konnten. Der Bf hätte daher auch als natürliche Person als Pächter auftreten können.
Gegen die diesbezüglichen Feststellungen des obersten Gerichts der Union bestehen seitens des Bundesfinanzgerichts keinerlei Bedenken. In der Berufung, in der bestritten wird, dass eine ausländische natürliche Person in Ungarn 1996 Flächen pachten konnte, wird allgemein von "vielen rechtlichen Problemen" gesprochen, nähere Darlegungen erfolgten aber nicht. Die Berufung schränkt auch ein, dass nur "in den meisten derartigen Fällen" die "Gründung einer GesmbH in Ungarn" erfolgt ist.
Die Berufung bestätigt jedenfalls, dass (nach ihrer Ansicht: zwangsläufig) die Kft selbst als Pächter (und nicht als bloßer Bewirtschafter im Auftrag eines Pächters) aufgetreten ist.
Im Übrigen wäre es für die rechtliche Beurteilung unerheblich, wenn das ungarische Recht eine Pacht von Grundstücken (oder eine Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte) nur durch ungarische Kapitalgesellschaften zugelassen hätte. Auch in diesem Fall käme das Trennungsprinzip zum Tragen.
Erstmals in der Äußerung des Bf vom 15. 11. 2004 wurde behauptet, dass Wa***** E***** "offensichtlich" Treuhänder gewesen sein soll, wobei der Treugeber nicht genannt wurde. In der mündlichen Verhandlung hat die steuerliche Vertretung eine Treuhandschaft ausdrücklich behauptet, ohne freilich hierfür Nachweise vorzulegen. Wa***** E***** selbst hat im Verfahren nichts von einer Treuhandschaft gesagt, sondern erklärt, seine Stammeinlage selbst einbezahlt zu haben (Äußerung des Finanzamts vom 14. 3. 2018). Außerdem spricht die Bezeichnung der Gesellschaft (die sich jeweils aus den beiden Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Gesellschafter zusammensetzt und die nach dem Ausscheiden von Wa***** E***** geändert wurde) gegen eine Treuhandschaft des Wa***** E*****. Mangels Entscheidungsrelevanz (siehe unten) sind diesbezügliche weitere Ermittlungen entbehrlich.
Zu C:
Ob die verfahrensgegenständlichen Feldfrüchte von der Kft nach Österreich ausgeführt und in Österreich vom Bf erworben wurden oder ob der Bf bereits in Ungarn Eigentum an den verfahrensgegenständlichen Feldfrüchten erworben hat (zu den diesbezüglichen unterschiedlichen Auffassungen im Zollverfahren siehe UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 u.a.), ist für die umsatzsteuerliche Beurteilung in Bezug auf die Streitfrage nicht von Bedeutung.
Zum Inlandsverkauf der Kft in Ungarn ist auf die im Verfahren UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 u.a. referierte Auskunft der ungarischen Zollverwaltung zu verweisen. In diesem Zusammenhang steht unstrittig fest, dass die En***** Kft Feldfrüchte etwa an D***** Ka***** (siehe zu E.) verkauft hat. Der steuerliche Vertreter hat in der mündlichen Verhandlung selbst auf umfangreiche Verkäufe der Kft in Ungarn verwiesen.
Zum eigenständigen Außenauftritt der Kft siehe zusammengefasst die Darstellung in der Stellungnahme der belangten Behörde vom 14. 3. 2018.
Dass die Kft dem Bf Feldfrüchte verkauft hat, entspricht den Feststellungen des Unabhängigen Finanzsenats im zweiten Rechtsgang (UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 u.a.), die sich neben den Prüfungshandlungen der ungarischen Zollbehörde unter anderem auch auf die eigenen Angaben des Bf in seiner (ersten) Beschwerde an den VwGH im Zollverfahren stützen. Wie bereits vom UFS im Zollverfahren ausgeführt, kommt es dabei nicht darauf an, ob der Bf sonst keine Möglichkeit zur intendierten Ausfuhr der von der Kft zugekauften Waren nach Österreich sah.
Die belangte Behörde verweist in ihrer Stellungnahme vom 28. 3. 2017 nochmals darauf, dass die Kft an den Bf an seine österreichische Adresse Rechnungen über die verkauften Feldfrüchte gelegt hat.
Es entspricht auch den Feststellungen des Unabhängigen Finanzsenats im zweiten Rechtsgang (UFS 3. 4. 2013, ZRV/0019-Z1W/12 u.a.), dass der Bf und nicht die Kft die vom Bf von der Kft erworbenen Waren an das Unternehmen seines Vaters (die J. M***** GmbH) weiterverkauft hat. Ein Verkauf durch die Kft an die M***** GmbH wird vom Bf im Abgabenverfahren auch nicht behauptet.
Zur Abwicklung der Verkäufe und den Gewinnaufschlag durch den Bf ist auf die Stellungnahme des Prüfers vom 3. 9. 2004 ("ad 2.a") zu verweisen.
Zu den weiteren wirtschaftlichen Tätigkeiten der Kft ist auf die Stellungnahme der belangten Behörde vom 28. 3. 2017 sowie des Bf vom 15. 5. 2017 zu verweisen.
Dass alle Waren, die vom Bf nach Österreich verbracht wurden, von diesem an die J. M***** GmbH verkauft wurden und dass vom Bf. entsprechende Rechnungen an die GmbH gelegt wurden, wurde bei der (ersten) Erörterung der Sach- und Rechtslage am 30. 10. 2017 außer Streit gestellt.
Zu D:
Zu den Einfuhren zugunsten des Bf und den nachfolgenden Verkäufen des Bf an die J. M***** GmbH folgt das Gericht den schlüssig begründeten Feststellungen im Außenprüfungsbericht (Tz 14 und Tz 15) und im Zollverfahren.
Hinsichtlich der Verkäufe des Bf an die M***** GmbH kommt es nicht auf die im Zollverfahren festgestellten jeweiligen über die damalige Außengrenze der Union verbrachten Mengen an Feldfrüchten oder deren Zollwert an, sondern auf die vom Bf in Österreich in Rechnung gestellten Lieferungen.
Die Berechnungen in Bezug auf die von der Kft selbst produzierte Menge an Feldfrüchten und die von der Kft zugekaufte Menge an Feldfrüchten sind für die Frage der Umsatzsteuerpflicht der vom Bf an die J. M***** GmbH verkauften Feldfrüchte nicht von Bedeutung.
Die in Punkt D genannten Beträge sind nicht strittig.
Zu E:
Zur "Provision Ka*****" findet sich im Außenprüfungsbericht lediglich in Tz 14 lit. b der Satz "Die von Fa. Ka***** im Jahr 1998 vereinnahmte Provision ist im Jahr 1998 mit netto ATS 213.875,03 (mit 20 % ) zu versteuern (siehe NS vom 15.6.04)." und in Tz 23 lit. f "Wie in der NS bzw. der BP ausführlich dargelegt worden ist, wird der im Jahr 1998 als Provision zugeflossene Betrag von brutto ATS 256.650,03 als voll steuerpflichtige Inlandseinkünfte behandelt. Diese sind daher mit dem Nettobetrag als Provisionseinnahme im Rahmen der Gewinnermittlung aus Handelsbetrieb mit ATS 213.875,03 in Ansatz zu bringen."
Die Ausführungen in der Berufung ("c) Provision Ka*****") sind ebenso lapidar ("Wie schon im zollrechtlichen Verfahren umfangreich dargestellt, sind die Importe der Frau Ka***** bzw. der Ma***** & D***** Fö***** KFT allein dieser zuzurechnen. Die teilweise Unterstützung der Frau Ka***** erfolgte unentgeltlich im Gedenken an ihren verstorbenen Mann. Im übrigen ist die Berechnung (Niederschrift 3.) nicht nachvollziehbar.").
In der Stellungnahme des Prüfers vom 3. 9. 2004 wird auf eine (nicht wiedergegebene) Niederschrift im Zollverfahren verwiesen und die Berechnung näher dargestellt. Nach Ansicht der Außenprüfung habe einerseits Frau Ka***** im Zollverfahren einen weiteren Zufluss bestritten und wäre andererseits dem Bf aus der Tätigkeit für Frau Ka***** ein Verlust erwachsen. Auch habe der Bf einen Scheck über 917.644 ATS erhalten.
Erstmals in der Stellungnahme vom 14. 3. 2018 stellt die belangte Behörde iher diesbezügliche Ansicht näher dar:
Die M***** GmbH habe auf D***** Ka***** am 15. 12. 1998 zwei Verrechnungsschecks ausgestellt:
a) Scheck 546887 über 348.698 Schilling (wurde nach Feststellung des Finanzamts von D***** Ka***** am 15. 12. 1998 bar behoben)
b) Scheck 546886 über 917.644 Schilling (wurde nach Feststellung des Finanzamts von H***** M***** zugunsten seines Bankkontos gutgeschrieben).
Laut H***** M***** wurde der Scheck 546886 wie folgt verwendet:
Überweisung M D Fö***** Kft - 497.971,63 ATS
Überweisung En***** Kft - 163.022,34 ATS
Barauszahlung an D***** Ka***** - 303.013,00 ATS
Differenz - 46.362,97 ATS.
Laut Finanzamt wurde mit dem Scheck 546886 wie folgt verfahren:
Überweisung M D Fö***** Kft - 497.971,63 ATS
Überweisung En***** Kft - 163.022,34 ATS
Provision an H***** M***** von D***** Ka***** - 256.651,03 (Differenz von 497.971,63 ATS und 163.022,34 ATS zur Schecksumme von 917.644 Schilling).
Der vom Bf entgegen genommene Scheck der J. M***** GmbH über 917.644 ATS wurde von diesem dafür verwendet, in Namen und auf Rechnung von D***** Ka***** 497.971,63 ATS der Ma***** & D***** Fö***** Kft und 163.022,34 ATS der En***** Kft zu überweisen. Insoweit liegen unstrittigerweise durchlaufende Posten vor.
Der Bf konnte jedoch nicht glaubhaft darlegen, dass er neben dem Scheck über von 348.698 ATS noch einen weiteren Betrag von 303.013,00 ATS an D***** Ka***** bar gegeben oder den Differenzbetrag von 256.651,03 für D***** Ka***** verwendet hat.
Die Angaben des Bf zu diesen Vorgängen sind sehr kursorisch. Dass D***** Ka***** Einfuhrabgaben für die Einfuhren vorgeschrieben wurden, hat mit der Frage der Verwendung des Schecks über 917.644 ATS nichts zu tun.
Warum D***** Ka***** einerseits einen Scheck über 348.698 ATS erhalten hat und andererseits vom Bf noch weitere 303.013,00 ATS bar (ohne Quittung) bekommen haben soll und wie der Betrag von 303.013,00 ATS ermittelt worden sein soll, konnte der Bf nicht darlegen.
In der mündlichen Verhandlung konnte der steuerliche Vertreter keine Details zu den Vereinbarungen zwischen H***** M***** und D***** Ka***** sagen. Er legte zwar glaubwürdig dar, dass dem Bf aus einem weiteren Verkauf an die J. M***** GmbH zeitnah weitere Mittel zur Verfügung gestanden sind, sodass er D***** Ka***** den Betrag von 303.013 ATS geben hätte können. Damit ist aber nicht gesagt, dass der Bf D***** Ka***** diesen Betrag auch gegeben hat.
Der steuerliche Vertreter konnte nicht erklären, warum D***** Ka***** einmal ein Scheck und einmal ein Barbetrag gegeben worden sein soll, sowie woraus der Betrag von 303.013 ATS resultiere.
Die Angabe der Zeugin, dass sie mit einem Verkaufserlös zwischen 300.000 ATS und 400.000 ATS, gerechnet habe, ist durchaus schlüssig und deckt sich mit der Einlösung des Schecks über 348.698 ATS.
D***** Ka***** hat den Erhalt eines weiteren Betrages von 303.013,00 ATS oder eines anderen Betrages über die 348.698 ATS hinausgehend als Zeugin vor Gericht vernommen bestritten.
Diese Aussage der Zeugin ist glaubwürdig und nachvollziehbar. Dagegen sind die Angaben des Bf unschlüssig.
Zur behaupteten Unglaubwürdigkeit der Zeugin ist darauf zu verweisen, dass sie mit dem Ausdruck "Blankounterschriften" offenkundig nicht gemeint hat, leere Papiere unterschrieben zu haben, sondern zum Ausdruck bringen wollte, sich auf H***** M***** verlassen und "blind" unterschrieben zu haben. Angesichts der Ausnahmesituation, in der sich die Zeugin im Jahr 1998 befunden hat, entspricht dies durchaus der Lebenserfahrung. Ein relevanter Widerspruch in den Aussagen ist damit für das Gericht nicht erkennbar.
Zum "Aktenvermerk" zwischen Ed* M***** und D***** Ka***** ist zu sagen, dass D***** Ka***** dort laut Niederschrift der Außen- und Betriebsprüfung Zoll vom 9.5.2003 bestätigte, aus dem Maisverkauf "ca 300.000 ATS" erhalten zu haben. Dies deckt sich etwa mit dem Scheck über 348.698 ATS. Dass D***** Ka***** in Wirklichkeit rund 651.000 ATS (348.698 ATS plus 303.013 ATS) aus dem Maisverkauf lukriert hat, lässt sich diesem Aktenvermerk nicht entnehmen. Wäre dem so gewesen, hätte D***** Ka***** nicht die Formulierung "ca. 300.000 ATS" gewählt.
Dass sich D***** Ka***** auch noch nach 20 Jahren daran erinnern könnte, ob sie "zwischen 300.000 ATS und 400.000 ATS" oder rund 651.000 ATS erhalten hat, steht mit der Lebenserfahrung in Einklang.
Das Gericht sieht es daher nicht als erwiesen an, dass von dem Differenzbetrag von 256.651,03 ATS auf Grund des Schecks 917.644 ATS Geld an D***** Ka***** geflossen oder in deren Auftrag verwendet worden ist.
Hieraus folgt, dass dem Bf ein Bruttoerlös von 256.651,03 ATS verblieben ist.
Zu Punkt F:
Diese Feststellungen sind unstrittig.
Rechtsgrundlagen:
Unionsrecht
Art. 4 der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern – Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage (i. d. F. Sechste Richtlinie) lautete auszugsweise:
„(1) Als Steuerpflichtiger gilt, wer eine der in Absatz 2 genannten wirtschaftlichen Tätigkeiten selbständig und unabhängig von ihrem Ort ausübt, gleichgültig zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis.
(2) Die in Absatz 1 genannten wirtschaftlichen Tätigkeiten sind alle Tätigkeiten eines Erzeugers, Händlers oder Dienstleistenden einschließlich der Tätigkeiten der Urproduzenten, der Landwirte sowie der freien Berufe und der diesen gleichgestellten Berufe. Als wirtschaftliche Tätigkeit gilt auch eine Leistung, die die Nutzung von körperlichen oder nicht körperlichen Gegenständen zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen umfasst.
…
(4) Der in Absatz 1 verwendete Begriff ‚selbständig‘ schließt die Lohn- und Gehaltsempfänger und sonstige Personen von der Besteuerung aus, soweit sie an ihren Arbeitgeber durch einen Arbeitsvertrag oder ein sonstiges Rechtsverhältnis gebunden sind, das hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsentgelts sowie der Verantwortlichkeit des Arbeitgebers ein Verhältnis der Unterordnung schafft.
Vorbehaltlich der Konsultation nach Artikel 29 steht es jedem Mitgliedstaat frei, im Inland ansässige Personen, die zwar rechtlich unabhängig, aber durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen zu behandeln.
…“
Art. 25 der Sechsten Richtlinie lautete auszugsweise:
„(1) Die Mitgliedstaaten können auf landwirtschaftliche Erzeuger, bei denen die Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung oder gegebenenfalls der vereinfachten Regelung nach Artikel 24 auf Schwierigkeiten stoßen würde, als Ausgleich für die Belastung durch die Mehrwertsteuer, die auf die von den Pauschallandwirten bezogenen Gegenstände und Dienstleistungen gezahlt wird, eine Pauschalregelung nach diesem Artikel anwenden.
(2) Im Sinne dieses Artikels gelten als - "landwirtschaftlicher Erzeuger" ein Steuerpflichtiger, der seine Tätigkeit im Rahmen eines nachstehend definierten Betriebs ausübt:
- "landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder Fischereibetrieb" die Betriebe, die in dem einzelnen Mitgliedstaat im Rahmen der in Anhang A genannten Erzeugertätigkeiten als solche gelten;
- "Pauschallandwirt" ein landwirtschaftlicher Erzeuger, der unter die in Absatz 3 und den folgenden Absätzen vorgesehene Pauschalregelung fällt;
- "landwirtschaftliche Erzeugnisse" die Gegenstände, die aus den in Anhang A aufgeführten Tätigkeiten hervorgehen und die von den landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetrieben des einzelnen Mitgliedstaats erzeugt werden;
- "landwirtschaftliche Dienstleistungen" die in Anhang B aufgeführten Dienstleistungen, die von einem landwirtschaftlichen Erzeuger mit Hilfe seiner Arbeitskräfte und/oder der normalen Ausrüstung seines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetriebs vorgenommen werden; ...
…
(9) Jeder Mitgliedstaat hat die Möglichkeit, bestimmte Gruppen landwirtschaftlicher Erzeuger sowie diejenigen landwirtschaftlichen Erzeuger von der Pauschalregelung auszunehmen, bei denen die Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung oder gegebenenfalls der vereinfachten Regelung nach Artikel 24 Absatz 1 keine verwaltungstechnischen Schwierigkeiten mit sich bringt.
…“
Laut Anhang A der Sechsten Richtlinie (LISTE DER TÄTIGKEITEN DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN ERZEUGUNG) fallen unter die landwirtschaftliche Erzeugung unter anderem
"1. ANBAU IM EIGENTLICHEN SINNE 1. Ackerbau im allgemeinen, einschließlich Weinbau
2. Obstbau (einschließlich Olivenanbau) und Gemüse, Blumen- und Zierpflanzengartenbau, auch unter Glas) ..."
Art. 1 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 918/83 DES RATES vom 28. März 1983 über das gemeinschaftliche System der Zollbefreiungen lautete:
"(1) Diese Verordnung legt die Fälle fest, in denen aufgrund besonderer Umstände bei der Überführung von Waren in den zollrechtlich freien Verkehr Befreiung von Eingangsabgaben oder bei der Ausfuhr von Waren aus der Gemeinschaft Befreiung von Ausfuhrabgaben gewährt wird."
Der Titel IX der VO (EG) 918/83 ist mit "VON LANDWIRTEN DER GEMEINSCHAFT AUF GRUNDSTÜCKEN IN EINEM DRITTLAND ERWIRTSCHAFTETE ERZEUGNISSE" überschrieben.
Art. 39 Abs. 1 der VO (EG) 918/83 lautete:
"Von den Eingangsabgaben befreit sind vorbehaltlich der Artikel 40 und 41 Erzeugnisse des Acker- und Gartenbaus, der Vieh- und Bienenzucht und der Forstwirtschaft, die auf Grundstücken in einem Drittland in unmittelbarer Nähe des Zollgebiets der Gemeinschaft von Landwirten erwirtschaftet werden, die ihren Betriebssitz im Zollgebiet der Gemeinschaft in unmittelbarer Nähe des betreffenden Drittlands haben."
Art. 40 der VO (EG) 918/83 lautete:
"Die Befreiung gilt nur für Waren, die keiner weiteren Behandlung als der nach der Ernte, Erzeugung oder Gewinnung üblichen Behandlung unterzogen worden sind."
Art. 41 der VO (EG) 918/83 lautete:
"Die Befreiung wird lediglich für Erzeugnisse gewährt, die vom Landwirt oder in dessen Auftrag in das Zollgebiet der Gemeinschaft verbracht werden."
In den Erwägungsgründen zur VO (EG) 918/83 wird unter anderem ausgeführt:
"...
Abgesehen von besonderen Ausnahmen nach Maßgabe des Vertrages sind die Zölle des Gemeinsamen Zolltarifs auf alle Waren anwendbar, die in die Gemeinschaft eingeführt werden; dies gilt auch für die Abschöpfungen und alle anderen Abgaben bei der Einfuhr, die im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik oder im Rahmen der für bestimmte landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse geltenden spezifischen Regelungen vorgesehen sind.
Eine derartige Abgabenerhebung ist jedoch unter bestimmten Umständen nicht gerechtfertigt, wenn zum Beispiel die besonderen Bedingungen der Einfuhr keine Anwendung der üblichen Maßnahmen zum Schutz der Wirtschaft erfordern.
..."
Österreichisches Recht
§ 1 Abs. 1 UStG 1994 lautet in der für den Beschwerdezeitraum maßgebenden Fassung:
§ 1. (1) Der Umsatzsteuer unterliegen die folgenden Umsätze:
1. Die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt. Die Steuerbarkeit wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß der Umsatz auf Grund gesetzlicher oder behördlicher Anordnung bewirkt wird oder kraft gesetzlicher Vorschrift als bewirkt gilt;
2. der Eigenverbrauch im Inland. Eigenverbrauch liegt vor,
a) wenn ein Unternehmer Gegenstände (einschließlich des Betriebes, Teilbetriebes oder des Unternehmens selbst), die seinem Unternehmen dienen oder bisher gedient haben, für Zwecke verwendet oder verwenden läßt, die außerhalb des Unternehmens liegen;
b) wenn ein Unternehmer im Rahmen seines Unternehmens Leistungen der in § 3a Abs. 1 bezeichneten Art für Zwecke ausführt, die außerhalb des Unternehmens liegen;
c) soweit ein Unternehmer Ausgaben (Aufwendungen) tätigt, die Leistungen betreffen, die Zwecken des Unternehmens dienen, und nach § 20 Abs. 1 Z 1 bis 5 des Einkommensteuergesetzes 1988 oder nach § 12 Abs. 1 Z 1 bis 5 des Körperschaftsteuergesetzes 1988 nicht abzugsfähig sind. Dies gilt nicht für Ausgaben (Aufwendungen), die Lieferungen und sonstige Leistungen betreffen, welche auf Grund des § 12 Abs. 2 nicht als für das Unternehmen ausgeführt gelten, sowie für Geldzuwendungen;
d) soweit ein Unternehmer Ausgaben (Aufwendungen) tätigt, die Leistungen im Ausland betreffen, die, wären sie im Inland an den Unternehmer ausgeführt worden, den Unternehmer nach § 12 Abs. 2 Z 2 nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt hätten; dies gilt nur insoweit, als der Unternehmer im Ausland einen Anspruch auf Vergütung der ausländischen Vorsteuer hat.
Eine Besteuerung gemäß lit. a oder c erfolgt nur dann, wenn der Gegenstand oder seine Bestandteile zu einem vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben;
3. die Einfuhr von Gegenständen (Einfuhrumsatzsteuer). Eine Einfuhr liegt vor, wenn ein Gegenstand aus dem Drittlandsgebiet in das Inland, ausgenommen die Gebiete Jungholz und Mittelberg, gelangt.
§ 2 UStG 1994 lautet in der für den Beschwerdezeitraum maßgebenden Fassung:
§ 2. (1) Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Das Unternehmen umfaßt die gesamte gewerbliche oder berufliche Tätigkeit des Unternehmers. Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvereinigung nur gegenüber ihren Mitgliedern tätig wird.
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Normen und Schlagworte
- Kapitel I ZBefrVO, VO 1186/2009, ABl. Nr. L 324 vom 10.12.2009 S. 23
- Art. 39 ZBefrVO, VO 1186/2009, ABl. Nr. L 324 vom 10.12.2009 S. 23
- Art. 41 ZBefrVO, VO 1186/2009, ABl. Nr. L 324 vom 10.12.2009 S. 23
- § 94 Abs. 1 ZollR-DG, Zollrechts-Durchführungsgesetz, BGBl. Nr. 659/1994
- § 22 Abs. 3 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 30 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 22 Abs. 4 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 21 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- Art. 6 DBA H (E, V), Doppelbesteuerungsabkommen Ungarn (Einkommen, Ertrag, Vermögen), BGBl. Nr. 52/1976
- § 22 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 21 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 30 Abs. 9 BewG 1955, Bewertungsgesetz 1955, BGBl. Nr. 148/1955
- § 22 Abs. 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 21 Abs. 1 Z 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 2 Abs. 1 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- Art. 18 Abs. 1 B-VG, Bundes-Verfassungsgesetz, BGBl. Nr. 1/1930
- § 200 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 4 Abs. 3 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101961/2004
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2018:RV.7101961.2004
- Stammnummer
- 119609
- Gültig
- 22.06.2018 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF