Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7105016/2019
Deckungs- bzw Scheinrechnungen eines Bauunternehmens
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7105016/2019vom 12.06.2026Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Er hatte keine Kenntnis darüber, dass elf Dienstnehmer beschäftigt waren, welche Bauvorhaben bereits abgeschlossen worden waren, und nannte auch kein Firmenkonto.
Am Firmensitz wurden trotz Aufforderung keine Firmenunterlagen vorgelegt und vorgefunden, insbesondere lagen keine Ein- und Ausgangsrechnungen, Dienstnehmeraufstellungen, Kassa- und Bankbelege oder Angebote auf.
Auf Wunsch des Geschäftsführer ***Sub3_GS2*** wurde ein Folgetermin bei der steuerlichen Vertretung ***Sub3_Stb*** für den 10.11.2016 vereinbart, der einen Tag zuvor wegen plötzlicher Erkrankung von ***Sub3_GS2*** abgesagt wurde. Auch der weitere Folgetermin am 25.11.2016 wurde von ihm abgesagt. Seit diesem Zeitpunkt war weder durch die steuerliche Vertretung noch durch die Finanzpolizei ein Kontakt mit dem Geschäftsführer der ***Sub3*** herstellbar.
Erhebungen an der Meldeadresse des ***Sub3_GS2*** (Gemeindewohnung, ***Sub3_GS2_Adresse***) verliefen erfolglos, da als Hauptmieter eine andere Person gemeldet ist. Der Vermieter war Wiener Wohnen und eine Untermiete war nicht gestattet. Laut einer Abfrage im Zentralen Melderegister war ***Sub3_GS2*** lediglich von ***2016*** (einen Tag nach Beginn seiner Geschäftsführertätigkeit) bis ***2017*** in Österreich gemeldet, seither ist sein Aufenthalt unbekannt.
Die Bf dokumentierte den Einsatz von Subunternehmen, die von der ***Sub3*** beauftragt worden seien (Handelsregisterauszug der ***Sub3_Sub*** vom 3.8.2016 sowie eine Kopie des Lichtbildausweises des Geschäftsführers ***Sub3_Sub_GF***), laut Einvernahme des Geschäftsführers ***Sub3_GS2*** am ***2016*** seien jedoch keine Subunternehmen beauftragt worden.
Die ***Sub3*** wurde mit ***2017*** mit Wirkung ab ***2016***, somit ab dem Wechsel der Geschäftsführung auf ***Sub3_GS2***, in die Liste der Scheinunternehmen eingetragen.
In zwei Werkverträgen (Bauvorhaben: ***1150*** ***1230***) wurden anstelle eines namentlich genannten Baustellenverantwortlichen nicht registrierte Telefonnummern angeführt, zudem stimmt die auf diesen Werkverträgen befindliche Unterschrift nicht mit der Musterzeichnung des Geschäftsführers ***Sub3_GS2*** überein und eine Unterfertigung durch die Bf liegt ebenfalls nicht vor.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub3*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
In der Belegsammlung der Bf befinden sich Rechnungen (Rechnungsnummer: 98-08/16 vom 24.8.2016, 106-09/16 vom 22.9.2016 und 22-06/16 vom 21.6.2016), auf denen bereits die Firma ***Sub3*** ausgewiesen ist, obwohl die Gesellschaft bis zum ***2016*** laut Firmenbuch als ***Sub3_Name2*** eingetragen war. Zudem finden sich auf verschiedenen Rechnungen unterschiedliche Firmenlogos und nicht die zutreffende Geschäftsanschrift.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub3*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 157.813,28 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.4. ***Sub4***
Die ***Sub4*** wurde am ***2011*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub4_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer im Leistungszeitraum war ***Sub4_GS-GF*** vom ***2011*** bis zum ***2014***. Ab ***2014*** war ***Sub4_GS-GF2*** alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer, eine Leistungsbeziehung zur Bf bestand ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Die Geschäftsanschrift befand sich zunächst in der ***Sub4_Adresse***, ab ***2014*** in der ***Sub4_Adresse2***, und ab ***2014*** in der ***Sub4_Adresse3***. Als Geschäftszweig war das Baumeistergewerbe ausgewiesen.
Mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom ***2014*** wurde der Konkurs über das Vermögen der ***Sub4*** eröffnet und mit Beschluss vom ***2016*** nach Verteilung an die Massegläubiger aufgehoben. Die Gesellschaft wurde am ***2016*** gemäß § 40 FBG infolge Vermögenslosigkeit gelöscht.
Die Bf beauftragte die ***Sub4*** im Leistungszeitraum August 2013 bis April 2014 für insgesamt neun Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 122.426,83 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub4*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Entgegen den Feststellungen der Außenprüfung liegen für die Leistungsbeziehung sieben Werkverträge vor, zwei weitere Werkverträge mit einem Auftragsvolumen von jeweils unter 10.000 € wurden nicht vorgelegt, dies ist angesichts der geringen Auftragssumme und des Umstands, dass derselbe Subunternehmer gleichzeitig deutlich größere Bauvorhaben ausführte, nicht ungewöhnlich ist.
Da die ***Sub4*** während des gesamten Leistungszeitraumes nicht in der HFU-Liste eingetragen war, führte die Bf ungeachtet einer vorgelegten Unbedenklichkeitsbescheinigung der WGKK bei jeder einzelnen Werklohnzahlung den gesetzlich vorgesehenen Haftungsfreistellungsbetrag an das DLZ-AGH ab (insgesamt 57.704,42 €).
Mit Bescheid des Finanzamtes vom ***2014*** wurde wegen Abgabenschulden der ***Sub4*** eine Forderungspfändung verfügt, weshalb Zahlungen der Bf direkt an das Finanzamt zu leisten waren. Erst nach Aufhebung der Vollstreckung am 16.12.2013 wurden wieder Teilzahlungen aufgenommen.
Im April 2014 stellte die ***Sub4*** ihre Leistungen für die Bf ein. In weiterer Folge war für die Bf kein Kontakt mehr zur ***Sub4*** herstellbar.
Da eine fristgerechte Fertigstellung aller laufenden Bauvorhaben nicht mehr möglich erschien und wegen der Unsicherheitseinrede des Finanzamtes, erklärte die Bf mit eingeschriebenen Schreiben vom 11.6.2014 und 16.6.2014 den Rücktritt von sämtlichen Werkverträgen und forderte die ***Sub4*** zur Kontaktaufnahme auf. Beide Schreiben wurden nicht behoben und an die Bf retourniert.
Laut Bericht des Masseverwalters traten die Unregelmäßigkeiten erst ab dem Geschäftsführerwechsel auf ***Sub4_GS-GF2*** im Mai 2014 auf. Die Geschäftsanschrift wurde in die ***Sub4_Adresse3***, verlegt, an dieser Anschrift wurden durch den Masseverwalter keine Hinweise auf eine Geschäftstätigkeit der ***Sub4*** festgestellt. Auch die Nichterreichbarkeit des neuen alleinigen Gesellschafter-Geschäftsführers ***Sub4_GS-GF2*** sowie der massive Anstieg von Dienstnehmermeldungen sprechen für eine Scheintätigkeit erst nach dem Geschäftsführerwechsel im Mai 2014 und damit außerhalb des Leistungszeitraums.
Weitere Ermittlungen des Bundesfinanzgerichtes ergaben, dass im Februar 2012 eine Kontrolle der Finanzpolizei auf einer Baustelle stattfand, auf der die***Sub4***H als Subunternehmer tätig war, dabei wurden keine sozialversicherungs- oder abgabenrechtlichen Verstöße festgestellt.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub4*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 122.426,83 € (2013: 96.623,93 €; 2014: 25.802,90 €) ist daher anzuerkennen.
2.5. ***Sub5***
Das Einzelunternehmen ***Sub5*** wurde im Jahr 2005 gegründet. Am ***2021*** wurde es als ***Sub5_e.U,*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub5_FN*** in das Firmenbuch eingetragen und übernahm gleichzeitig gemäß § 142 UGB im Wege der Gesamtrechtsnachfolge das Vermögen der ***Sub23***, die von als ***Sub5*** unbeschränkt haftendem Gesellschafter geführt wurde. Am ***2024*** wurde das Einzelunternehmen in die ***Sub5_GmbH*** eingebracht, deren alleiniger Gesellschafter- Geschäftsführer ebenfalls ***Sub5*** ist.
Die Bf beauftragte ***Sub5*** im Leistungszeitraum Jänner 2012 bis Dezember 2013 als Einzelunternehmer für insgesamt 17 Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 103.695,88 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub5*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Für neun Bauvorhaben liegen Werkverträge vor, für selbständige Regiearbeiten bei fünf Bauvorhaben mit einem Leistungsvolumen von 250 € bis 4.000 € wurden keine schriftlichen Verträge abgeschlossen. Insgesamt wurden drei Werkverträge nicht vorgelegt, wobei zwei aus dem Jahr 2011 stammen (somit vor dem beanstandeten Zeitraum) und im Jahr 2012 lediglich geringe Restleistungen in Höhe von 267 € und 1.305 € erbracht wurden. Das Fehlen eines Werkvertrages aus dem Jahr 2012 bei einem Auftragsvolumen unter 10.000 € ist angesichts des Umstands, dass derselbe Subunternehmer gleichzeitig deutlich größere Bauvorhaben ausführte, nicht ungewöhnlich.
Beim Bauvorhaben ***1010 Wien***, wurden vom Bauherrenvertreter Bautageberichte vorgelegt. Dieser bestätigte, ***Sub5*** als Polier wahrgenommen zu haben, der gemeinsam mit drei bis acht Mitarbeitern auf der Baustelle tätig war.
Für das Bauvorhaben ***1120 Wien***, liegen von ***Sub5*** ausgestellte und unterzeichnete Deckenprüfungsprotokolle laut ÖNORM B3415 vor, mit denen die Tragfähigkeit und der Befestigungsmittel bestätigt und die Haftung übernommen wurde.
Für einzelne Bauvorhaben wurden Baurücklassversicherungen bei der VHV Versicherung abgeschlossen, wobei nach Abschluss der Versicherung entsprechende Polizzen ausgestellt und die einbehaltenen Haftungsrücklässe an ***Sub5*** ausbezahlt wurden.
Die vom Finanzamt behauptete rechnerische Unmöglichkeit der Leistungserbringung beruht auf der Nichtberücksichtigung bereits gelegter Teilrechnungen, unter Einbeziehung dieser ergibt sich ein Leistungszuwachs, der mit dem gemeldeten Personal durchaus erbracht werden konnte.
Der Fremdleistungsaufwand der ***Sub23***, die ebenfalls von ***Sub5*** als unbeschränkt haftendem Gesellschafter geführt wurde, belief sich im Zeitraum 2012 bis 2017 auf insgesamt 312.123,38 € und wurde vom Finanzamt ebenfalls aberkannt. Im Zuge des finanzstrafrechtlichen Verfahrens stellte jedoch das gerichtliche Gutachten des Sachverständigen ***SV1*** vom 14.5.2021 fest, dass die ***Sub23*** als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. In der Folge anerkannte das Finanzamt mit Stellungnahme vom 21.9.2021 die tatsächliche Leistungserbringung durch die ***Sub23*** in voller Höhe.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub5*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 103.695,88 € (2012: 67.107,55 €; 2013: 38.899,39 €; 2014: -2.311,06 €) ist daher anzuerkennen.
2.6. ***Sub6***
Die ***Sub6*** wurde am ***2007*** unter der Steueridentifikationsnummer ***Sub6_Stnr*** in das slowakische Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsanschrift war die ***Sub6_Adresse*** und als Geschäftszweig waren unternehmensbezogene Unterstützungsdienstleistungen (SK NACE 82990) ausgewiesen.
Die Bf beauftragte die ***Sub6*** im Leistungszeitraum Jänner bis Mai 2016 für insgesamt 7 Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 89.082,55 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub6*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Die ***Sub6*** war für die slowakische Steuerbehörde an der eingetragenen Geschäftsanschrift nicht erreichbar, an der Adresse fanden sich ebenfalls keine Hinweise auf eine Geschäftstätigkeit.
Mehrere Zustellversuche der slowakischen Steuerbehörde zur Aufforderung der Vorlage von Firmenunterlagen blieben erfolglos. Schriftstücke an die Geschäftsanschrift sowie an die Adresse des Geschäftsführers in Bulgarien kamen retour. Auch die im Handelsregister eingetragene Adresse des Geschäftsführers erwies sich als nicht zustellfähig.
Die slowakische Steuerbehörde teilte weiters mit, dass die letzte Körperschaftssteuererklärung für das Jahr 2015 abgegeben wurde und seit dem Jahr 2010 keine Arbeitnehmer mehr gemeldet wurden.
Die Gesellschaft verfügt über keinen Internetauftritt und keine eigene Homepage.
Die ***Sub6*** war zu keinem Zeitpunkt in der HFU-Liste eingetragen, dennoch überwies die Bf die Werklohnzahlungen ohne Einbehalt des Haftungsbetrages von 25%.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub6*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
Im Rahmen der GPLA-Prüfung wurden die von der ***Sub6*** gelegten Rechnungen als Scheinrechnungen qualifiziert. Diese Festsetzungen wurden in der Schlussbesprechung vom 4.6.2019 festgehalten und sind in Rechtskraft erwachsen.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub6*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 89.082,55 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.7. ***Sub7***
Die ***Sub7*** wurde am ***2001*** unter der Steueridentifikationsnummer ***Sub7_Stnr*** in das slowakische Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsanschrift ist die ***Sub7_Adresse***, Slowakei ausgewiesen. Der Geschäftszweig umfasste seit Gründung Buchhaltung sowie Steuer- und Wirtschaftsberatung und wurde mit ***2014*** um vorbereitende Arbeiten für den Bau, die Durchführung von Bauarbeiten sowie ähnliche baubezogene Leistungen erweitert. Mit ***2014*** wurde die Firma in ***Sub7_Name2*** umbenannt.
Die Bf beauftragte die ***Sub7*** im Leistungszeitraum April bis Oktober 2014 für insgesamt 12 Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 66.912,82 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub7*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Die slowakischen Steuerbehörden kontaktierten die ***Sub7*** und befragten sie zur Erbringung von Bauleistungen im Jahr 2014. Nach Angaben der ***Sub7*** wurden die Bauleistungen nicht selbst, sondern durch das slowenische Subunternehmen ***Sub7_Sub*** erbracht. Im Zuge der behördlichen Überprüfung wurde festgestellt, dass die ***Sub7_Sub*** mit rechtskräftigem Beschluss am ***2015*** aus dem slowenischen Handelsregister gelöscht wurde, da am eingetragenen Firmensitz keine Geschäftstätigkeit feststellbar war. In den Jahren 2014 und 2015 wurden keine Steuererklärungen abgegeben und Arbeitnehmer waren lediglich kurzzeitig nur für wenige Tage, maximal zwei Monate, beschäftigt. Firmenunterlagen, Leistungsnachweise oder Rechnungen waren bei der ***Sub7_Sub*** nicht auffindbar.
Auf der Firmenhomepage der ***Sub7*** werden ausschließlich Dienstleistungen im Bereich Buchhaltung und Wirtschaftsprüfung angepriesen. Hinweise auf die Durchführung von Bauleistungen finden sich nicht.
In der Belegsammlung der Bf befinden sich Rechnungen (Rechnungsnummer: VFB1400010 vom 9.7.2014, VFB1400006 vom 16.6.2014 und VFB1400002 vom 14.5.2014), mit unterschiedlichen Rechnungsbildern und Firmenlogos.
Die ***Sub7*** war zu keinem Zeitpunkt in der HFU-Liste eingetragen, dennoch überwies die Bf Werklohnzahlungen ohne Einbehalt des Haftungsbetrages von 25%.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub7*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
Im Rahmen der GPLA-Prüfung wurden die von der ***Sub7*** gelegten Rechnungen als Scheinrechnungen qualifiziert. Diese Festsetzungen wurden in der Schlussbesprechung vom 4.6.2019 festgehalten und sind in Rechtskraft erwachsen.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub7*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 66.912,82 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.8. ***Sub8***
Die ***Sub8*** wurde am ***2017*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub7_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Komplementärin war ***Sub8_Komp*** und als Kommanditist ***Sub8_Komm*** ausgewiesen.
Mit ***2020*** wurde die ***Sub8*** gelöscht und das Vermögen gemäß § 142 UGB im Wege der Gesamtrechtsnachfolge in die ***Sub8_e.U.*** mit der Firmenbuchnummer ***Sub8_e.U._FN*** überführt. Inhaberin der ***Sub8_e.U.*** ist ***Sub8_Komp***.
Die Geschäftsanschrift befand sich in der ***Sub8_Adresse***. An dieser Adresse befindet sich auch die Finanzkanzlei ***Sub8_Kanzlei*** als Hauptmieterin, eine entsprechende Vereinbarung liegt vor. Die ***Sub8*** nutzte die Räumlichkeiten in Untermiete als Büro- und Besprechungsräume. Als Geschäftszweig war das Handels- und Baugewerbe ausgewiesen.
Die Bf beauftragte die ***Sub8*** im Leistungszeitraum September bis Dezember 2017 für insgesamt sechs Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 36.533,67 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub8*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Zu allen in Rechnung gestellten Bauvorhaben liegen Werkverträge vor.
Da die ***Sub8*** während des gesamten Leistungszeitraumes nicht in der HFU-Liste eingetragen war, führte die Bf bei jeder einzelnen Werklohnzahlung den gesetzlich vorgesehenen Haftungsfreistellungsbetrag an das DLZ-AGH ab (insgesamt 29.633,48 €).
Bei den Bauvorhaben ***1220 Wien***, bestellte die Bf für die ***Sub8*** Befestigungsmaterial, ließ dieses auf die Baustelle zu Handen der ***Sub8*** liefern und zog die entsprechenden Beträge von den Teilrechnungen ab. Bei den Bauvorhaben ***1220 Wien_2***, sowie ***1210 Wien***, wurde ebenfalls Material von der Bf an die ***Sub8*** geliefert.
Die ***Sub8*** ist über den verfahrensgegenständlichen Zeitraum hinaus weiterhin für die Bf tätig und erteilte den Auftraggebern der Bf Vollmachten zur Einsicht in ihre Abgabenkonten beim Finanzamt, Sozialversicherung sowie bei der BUAK.
Der Einsatz der ***Sub8*** als Subunternehmerin wurde von Wiener Wohnen geprüft und genehmigt.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub8*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für das verfahrensgegenständliche Jahr 2017 in Höhe von 36.533,67 € ist daher anzuerkennen.
2.9. ***Sub9***
Das ***Sub9*** wurde am ***2010*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub9_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Die Geschäftsanschrift befand sich bei Gründung in der ***Sub9_Adresse***, ab ***2011*** in der ***Sub9_Adresse2***, und ab ***2017*** in der ***Sub9_Adresse3***. Als Geschäftszweig war der Trocken-Innenausbau ausgewiesen.
Inhaber des Einzelunternehmens war ***Sub9_Inhaber***, dessen Wohnadressen jeweils den Geschäftsanschriften der ***Sub9*** entsprach.
Mit Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom ***2018*** wurde über das Einzelunternehmen der Konkurs eröffnet und mangels Kostendeckung am ***2019*** aufgehoben. Mit ***2019*** wurde das Unternehmen amtswegig gemäß § 30 Abs. 2 UGB aus dem Firmenbuch gelöscht.
Die Bf beauftragte das ***Sub9*** in den Leistungszeiträumen Jänner bis August 2012 und März bis November 2017 für insgesamt drei Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 56.569,88 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass das ***Sub9*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Die Geschäftsanschriften des ***Sub9*** und die Wohnadressen von ***Sub9_Inhaber*** waren durchgehend ident.
In der Belegsammlung liegen Rechnungen (Rechnungsnummer: 030/2012 vom 8.8.2012 und 02/2017 vom 3.4.2017) mit deutlich unterschiedlichem Rechnungsbild auf, bei einer Teilrechnung (05/2017 vom 12.7.2017) liegt zudem eine Blankorechnung mit Firmenlogo des ***Sub9*** bei.
Die auf dem Werkvertrag für das Bauvorhaben ***HB***, befindliche Unterschrift stammt erkennbar nicht von ***Sub9_Inhaber***, was sich aus dem Vergleich mit einer von ihm unterzeichneten Niederschrift der Finanzpolizei ergibt.
[...]
Die steuerliche Vertretung, ***Sub13_Kommanditist***, gab im Zuge einer Einvernahme durch das Finanzamt am 11.7.2018 an, dass ***Sub9_Inhaber*** der deutschen Sprache nicht mächtig gewesen sei und bereits im Jahr 2012 mit einer Begleitperson und Vertreter, ***Sub9_Vertr***, erschienen sei, der auch die laufende Kommunikation übernommen habe. Eine schriftliche Vollmacht für ***Sub9_Vertr*** lag nicht vor. Weiterer Kontakt bestand lediglich mit ***Sub9_Bauleiter***, dem angestellten Bauleiter des ***Sub9***.
Laut Angaben der steuerlichen Vertretung habe sich ***Sub9_Inhaber*** nicht um die Buchhaltung gekümmert, die Übermittlung der Unterlagen sowie die Kommunikation seien ausschließlich über Dritte erfolgt.
Dem Masseverwalter war es nicht möglich Kontakt zu ***Sub9_Inhaber*** herzustellen, auch an der gemeldeten Wohnadresse war er nicht anzutreffen.
Weitere Ermittlungen des Bundesfinanzgerichtes ergaben, dass mit rechtskräftigem Straferkenntnis vom ***2012*** festgestellt wurde, dass***Sub9_Inhaber***k vier Arbeitnehmer beschäftigt hatte, ohne diese beim zuständigen Krankenversicherungsträger anzumelden. Damit beging er eine Verwaltungsübertretung nach § 111 ASVG in Verbindung mit § 33 Abs. 1 ASVG in vier Fällen.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass das ***Sub9*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 56.569,88 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.10. ***Sub10***
Die ***Sub10*** wurde am ***2016*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub10_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftszweig waren Baumeistertätigkeit und Trockenausbau ausgewiesen.
Alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer war von der Gründung bis ***2017*** ***SUb10_GS-GF***, in diesem Zeitraum entsprach die Geschäftsanschrift seiner Wohnadresse in der ***SUb10_Adresse***. Ab ***2017*** fungierte ***Sub10_GS_GF2*** als alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer, gleichzeitig wurde die Geschäftsanschrift in die ***Sub10_Adresse2***, verlegt. ***Sub10_GS_GF2*** (ungarischer Staatsbürger) war von ***2016*** bis ***2017*** in Österreich gemeldet, zunächst in der ***1100 Wien***, anschließend in der ***Laakirchen***, seither ist sein Aufenthalt unbekannt. Ab ***2017*** übernahm ***Sub10_GS-GF3*** die Funktion als alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer, wobei die Geschäftsanschrift unverändert blieb. ***Sub10_GS-GF3*** verfügte zu keinem Zeitpunkt über einen inländischen Wohnsitz.
Als gewerberechtlicher Geschäftsführer war ***Sub10_GGF*** von ***2016*** bis ***2017*** eingetragen.
Mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom ***2017*** wurde der Konkurs über das Vermögen der ***Sub10*** eröffnet und mit Beschluss vom ***2018*** mangels Kostendeckung aufgehoben. Die Gesellschaft wurde am ***2018*** gemäß § 40 FBG infolge Vermögenslosigkeit gelöscht.
Die ***Sub10*** wurde am ***2017*** (veröffentlicht am ***4_2017***) mit Wirkung ab ***2016*** in die Liste der Scheinunternehmer aufgenommen, somit rückwirkend ab dem Zeitpunkt des Geschäftsführerwechsels auf ***Sub10_GS_GF2***.
Die Bf beauftragte die ***Sub10*** im Leistungszeitraum November 2016 bis Februar 2017 für insgesamt vier Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 52.968,97 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub10*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Bereits neun Monate nach Gründung wurde der Konkurs über die ***Sub10*** eröffnet und innerhalb dieses kurzen Zeitraums kam es zu drei Gesellschafter-Geschäftsführerwechseln.
Am 10.3.2017 führte die Finanzpolizei Erhebungen an der Geschäftsanschrift ***Sub10_Adresse2***, durch. Dabei wurden keine Hinweise auf eine Geschäftstätigkeit gefunden, insbesondere fehlten Firmenschild und Postkasten.
Der alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer***Sub10_GS_GF2***r wurde im März 2017 telefonisch erreicht und erklärte, dass er sich in Ungarn aufhalte, Auskünfte zur Geschäftstätigkeit erteilte er nicht. An seiner inländischen Wohnadresse wurde er nicht angetroffen.
Der gewerberechtliche Geschäftsführer ***Sub10_GGF*** gab in seiner Einvernahme vor der Finanzpolizei am 16.3.2017 an, von einem ***Sub10_Mag*** angeworben worden zu sein, gegen eine monatliche Zahlung von 1.000 € die Funktion des gewerberechtlichen Geschäftsführers der ***Sub10*** zu übernehmen. ***Sub10_GGF*** habe eingewilligt und sei seit 2.11.2016 bei der ***Sub10*** als Angestellter beschäftigt gewesen. Die Bestellung zum gewerberechtlichen Geschäftsführer erfolgte am ***2016***. Ein Kontakt zu den handelsrechtlichen Geschäftsführer ***Sub10_GS_GF2*** oder zu sonstigen Verantwortlichen der ***Sub10*** habe nicht bestanden.
In einer Zeugeneinvernahme vom 11.4.2017 schilderte ***Sub10_GS_GF2*** gegenüber dem Finanzamt, die Übernahme der ***Sub10*** sei über eine ungarische Kontaktperson erfolgt. Ihm sei in Aussicht gestellt worden, durch wenige Fahrten nach Österreich und einige Behördengänge alleiniger Gesellschafter-Geschäftsführer der ***Sub10*** zu werden. Für die einzelnen Fahrten nach Österreich sei er mit 100 bis 200 € abgegolten worden. Er unterzeichnete im September 2016 in Anwesenheit von ***SUb10_GS-GF*** den Gesellschaftsvertrag bei einem Notar, im Dezember 2016 eine Generalvollmacht zugunsten von ***Sub10_Arbeiter*** (seit 5.10.2016 als Arbeiter der ***Sub10*** gemeldet) und im Jänner 2017 die Übertragung des Firmenbankkontos. Im März 2017 habe er aussteigen wollen, da er kein Vertrauen mehr zu den Kontaktpersonen gehabt habe und nicht in illegale Geschäfte verwickelt werden wollte.
Der Masseverwalter konnte zum letzten alleinigen Gesellschafter-Geschäftsführer ***Sub10_GS-GF3*** keinen Kontakt herstellen. Aufgrund des "verzweigten Netzwerkes an Scheinfirmen" erstattete er am 26.6.2017 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.
Die in der Belegsammlung der Bf befindlichen Rechnungen (Rechnungsnummer: 92-02/2017 vom 28.2.2017 und 94-02/2017 vom 28.02.2017) weisen die nicht aktuelle Geschäftsanschrift der ***Sub10*** auf.
Laut Dienstnehmerauskunft bestanden überwiegend Tagesanmeldungen, die der Bf in Rechnung gestellten Leistungen ließen sich mit dem gemeldeten Personal nicht erbringen.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub10*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub10*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 52.968,97 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.11. ***Sub11***
Das nicht im Firmenbuch eingetragene Einzelunternehmen ***Sub11*** wurde am ***2015*** gegründet. Inhaber war ***Sub11_Inhaber***. Die Geschäftsanschrift befand sich in der ***Sub11_Adresse***. Über das Vermögen des ***Sub11_Inhaber*** wurde am ***2018*** das Konkursverfahren eröffnet.
***Sub11_Inhaber*** verfügte über Gewerbeberechtigungen für das Gewerbe Stuckateure und Trockenausbauer im Zeitraum vom ***2016*** bis ***2018*** (GISA *******) sowie für das Verspachteln von bereits montierten Gipskartonplatten im Zeitraum vom ***2017*** bis ***2018*** (GISA *******).
Die Bf beauftragte das Einzelunternehmen ***Sub11*** im Leistungszeitraum Oktober 2016 bis November 2017 für insgesamt neun Bauvorhaben. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 52.217,45 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub11*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
Für sechs Bauvorhaben wurden schriftliche Werkverträge vorgelegt. Für ein weiteres Bauvorhaben liegen zwei Summenblätter mit detaillierten Positionsbeschreibungen, Mengen- und Einheitsangaben vor. Hinsichtlich der restlichen zwei Bauvorhaben betreffend selbständige Regiearbeiten (1.107 € und 6.295 €) wurde das Verhandlungsprotokoll als vertragliche Grundlage herangezogen.
Das Einzelunternehmen war während des Leistungszeitraumes nicht in der HFU-Liste eingetragen, weshalb die Bf bei jeder Werklohnzahlung den Haftungsfreistellungsbetrag von 25 % (insgesamt 21.920,80 €) direkt an das DLZ-AGH überwies.
Mit Bescheiden vom 6.3.2017 und 21.7.2017 wurde wegen Abgabenschulden der ***Sub11*** eine Forderungspfändung des Finanzamtes Österreich verfügt. Die Bf stellte die Zahlungen an ***Sub11*** ein und überwies an drei verschiedenen Tagen insgesamt 12.153,15 € direkt an das Finanzamt Österreich. Erst nach Freigabe durch das Finanzamt Österreich wurden wieder Teilzahlungen an das Einzelunternehmen aufgenommen.
Der Insolvenzantrag wurde von ehemaligen Dienstnehmern des Einzelunternehmers eingebracht.
Weitere Ermittlungen des Bundesfinanzgerichtes ergaben, dass im Leistungszeitraum 21 Dienstnehmer laut Sozialversicherungsabfragen gemeldet waren, insbesondere auch im Jahr 2017.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub11*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 52.217,45 € (2016: 6.800,00 €; 2017: 45.417,45 €) ist daher anzuerkennen.
2.12. ***Sub12***
Die ***Sub12*** wurde am ***2013*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub12_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftszweig war Handel mit Waren aller Art ausgewiesen. Die Geschäftsanschrift befand sich zunächst in der ***Sub12_Adresse***, und ab ***2014*** in der ***Sub12_Adresse2***.
Gesellschafter waren seit Gründung ***Sub12_GS1***, ***Sub12_GS2*** und ***Sub12_GS3***. ***Sub12_GS1*** fungierte bis ***2014*** als alleiniger Geschäftsführer. Mit ***2014*** übernahm ***Sub12_GS4*** die Geschäftsanteile des ***Sub12_GS1*** und wurde zum Gesellschafter-Geschäftsführer bestellt.
***Sub12_GGF*** war als gewerberechtlicher Geschäftsführer gemeldet und verfügte im Zeitraum vom ***2014*** bis ***2015*** über die Gewerbeberechtigung Stuckateure und Trockenausbauer, eingeschränkt auf Trockenausbauer (GISA *******).
Mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom ***2015*** wurde über das Vermögen der ***Sub12*** das Konkursverfahren eröffnet und mit Beschluss vom ***2015*** nach Verteilung an die Massegläubiger aufgehoben. Die Gesellschaft wurde am ***2016*** gemäß § 40 FBG infolge Vermögenslosigkeit gelöscht.
Die Bf beauftragte die ***Sub12*** im Leistungszeitraum Dezember 2013 bis Jänner 2015. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 46.784,61 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub12*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
In der Niederschrift vom 6.9.2018 gab der Gesellschafter ***Sub12_GS3*** an, den Kontakt zur Bf vermittelt zu haben und als Baustellenverantwortlicher für Baustellen der Bf tätig gewesen zu sein. Er führte weiters aus, dass die Zahlungsunfähigkeit der ***Sub12*** darauf zurückzuführen gewesen sei, dass mehrere namentlich genannte Auftraggeber ihre Rechnungen nicht beglichen hätten.
Die zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung noch offenen Bauaufträge der Bf habe ***Sub12_GS3*** mit seinem Einzelunternehmen fertiggestellt. Dieses Einzelunternehmen wurde im finanzstrafrechtlichen Verfahren vom gerichtlich bestellten Sachverständigen als tatsächlich leistungserbringend qualifiziert.
Nach seinen Angaben habe ***Sub12_GS3*** seinen Bruder und damaligen Geschäftsführer ***Sub12_GS4*** im Konkursverfahren gegenüber dem Masseverwalter vertreten, da dieser aus gesundheitlichen Gründen noch vor Konkurseröffnung nach Mazedonien zu seiner Familie zurückgekehrt sei.
Nach Angaben des Masseverwalters waren zum Zeitpunkt der Konkurseröffnung noch zwei Dienstnehmer im Unternehmen beschäftigt und auf einer Baustelle eingesetzt. Den Berichten des Masseverwalters sind keine Anhaltspunkte für die Legung von Scheinrechnungen zu entnehmen.
Im Leistungszeitraum waren laut Dienstnehmerauskunft insgesamt 16 Dienstnehmer bei der ***Sub12*** gemeldet. Die jeweiligen Mehrheitsgesellschafter-Geschäftsführer ***Sub12_GS1*** (***2014*** bis ***2014***) sowie ***Sub12_GS4*** (***2014*** bis ***2015***) scheinen darin nicht auf, weil sie bei der Sozialversicherung der Selbständigen versichert waren.
Die ***Sub12*** war während des Leistungszeitraumes nicht in der HFU-Liste eingetragen, weshalb die Bf bei jeder Werklohnzahlung den Haftungsfreistellungsbetrag von 25% direkt an das DLZ-AGH überwies.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub12*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 46.784,61 € (2013: 3.750,00 €; 2014: 41.662,89 €; 2015: 2.978,39 €; 2017: -1.606,67 €) ist daher anzuerkennen.
2.13. ***Sub13***
Die ***Sub13*** wurde am ***2012*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub13_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsanschrift war die ***Sub13_Adresse***, ausgewiesen und als Geschäftszweig war die Vorführung von Immobilien.
Bei Gründung waren ***Sub13_Komp*** als Komplementär und ***Sub13_Kommanditist*** als Kommanditist eingetragen. Mit ***2012*** übernahm ***Sub13_Kommanditist*** die Funktion als Komplementärin und ***Sub13_Komp*** als Kommanditist. Ab ***2015*** schied ***Sub13_Komp*** aus und ***Sub9_Vertr*** trat als Kommanditist ein.
***Sub13_GGF*** war im Zeitraum vom ***2014*** bis ***2018*** als gewerberechtlicher Geschäftsführer gemeldet und verfügte über die Gewerbeberechtigung Stuckateure und Trockenausbauer, eingeschränkt auf das Aufstellen von Leichtwänden sowie das Versetzen, Montieren, Dämmen und Verspachteln von Montagewänden, Vorsatzschalen, Montagedecken und Schrägverkleidungen (GISA *******).
Mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom ***2016*** wurde über das Vermögen der ***Sub13*** das Konkursverfahren eröffnet und mit Beschluss vom ***2018*** wurde der Konkurs nach Schlussverteilung aufgehoben. Die Gesellschaft wurde am ***2018*** gemäß § 30 Abs 2 UGB amtswegig gelöscht.
Die Bf beauftragte die ***Sub13*** im Leistungszeitraum August 2014 bis August 2015. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 45.030,11 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub13*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
***Sub13_Kommanditist*** betrieb an der Geschäftsanschrift der ***Sub13*** auch eine Buchhaltungskanzlei. Die Anschrift diente zudem als Geschäftsanschrift für mehrere ihrer Klienten.
Die Masseverwalterin konnte trotz wiederholter und über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren erstreckter Urgenzen keine vollständigen Geschäftsunterlagen von der Komplementärin ***Sub13_Kommanditist*** erlangen. Diese war aus gesundheitlichen Gründen nicht erreichbar. Ebenso wenig war der Kommanditist ***Sub9_Vertr*** erreichbar.
In der Niederschrift vom 5.7.2018 (Fortsetzung am 11.7.2018) gab ***Sub13_Kommanditist*** an, der Kontakt zur Bf sei durch ***Sub9_Vertr*** vermittelt worden. Tatsächlich wurden jedoch bereits ab August 2014 Rechnungen an die Bf gelegt, zu diesem Zeitpunkt war ***Sub9_Vertr*** noch nicht Gesellschafter.
Die unterschiedlichen Rechnungsbilder erklärte ***Sub13_Kommanditist*** mit einem Gesellschafterwechsel im Jahr 2015 und einem neuen Stempel.
Nach ihren Angaben beauftragte die ***Sub13*** auch Subunternehmen aus ihrem eigenen Klientenbestand. Teilweise hatten diese dieselbe Geschäftsanschrift (***Sub13_Sub***) und beschäftigten nur einen Dienstnehmer (***Sub13_Sub2***). Diese Subunternehmen seien überwiegend bar bezahlt worden.
Ein Kassabuch oder Kassakonto wurde nicht geführt. Dennoch wurden am 8.10.2014 und am 13.10.2014 Beträge von 41.800 € bzw 12.280 € in bar behoben. Laut ***Sub13_Kommanditist*** seien damit Fremdleistungen und Löhne bezahlt worden.
In der Belegsammlung der Bf befindet sich eine Rechnung vom 12.9.2014 (225/09/2014) von der ***Sub13***. Auf dieser Rechnung sind allerdings die UID- und Firmenbuchnummer der ***Sub9*** angeführt. Die ***Sub9*** war ebenfalls als Subunternehmer für Bf tätig und wurde von ***Sub13_Kommanditist*** vertreten.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub13*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub13*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 45.030,11 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.14. ***Sub14***
Die ***Sub14*** wurde am ***2010*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub14_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsanschrift war zunächst die ***Sub14_Adresse***, ausgewiesen, mit ***2011*** erfolgte die Verlegung in die ***Sub14_Adresse2***. Geschäftszweig war der Innenausbau.
Als unbeschränkt haftende Gesellschafter der ***Sub14*** waren folgende Personen im Leistungszeitraum im Firmenbuch eingetragen:
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von
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bis
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***Sub14_GS***
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***2010***
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***2011***
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***Sub14_GS2***
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***2010***
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***Sub14_GS3***
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***2010***
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***2011***
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***Sub14_GS4***
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***2010***
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***2011***
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***Sub14_GS5***
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***2011***
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***Sub14_GS6***
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***2012***
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***2013***
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***Sub14_GS7***
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***2012***
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***Sub14_GS8***
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***2013***
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***2013***
Die Gesellschaft wurde auf Antrag vom ***2021*** aus dem Firmenbuch gelöscht.
Die Bf beauftragte die ***Sub14*** im Leistungszeitraum Jänner 2012 bis Juni 2013. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 44.186,53 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub14*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
In der Niederschrift vom 20.4.2011 anlässlich der Vergabe einer Steuernummer wurden die Gesellschafter ***Sub14_GS2***, ***Sub14_GS3*** und ***Sub14_GS5*** vom Finanzamt einvernommen. Sie gaben an, in Österreich bereits Aufträge erhalten zu haben. Zudem sei ein Büroservicevertrag abgeschlossen worden, wonach Telefonate entgegengenommen und an die Gesellschafter weitergeleitet würden.
Sie gaben weiters an, mit Firmenfahrzeugen zu den Baustellen zu fahren. Das Baumaterial werde vom jeweiligen Auftraggeber zur Verfügung gestellt. Vor Ort stünden Container vor den Baustellen, in denen Werkzeuge und Unterlagen aufbewahrt würden.
Die Gesellschafter konnten konkrete Bauvorhaben und Auftraggeber namentlich nennen.
Sie gaben an, keine Dienstnehmer zu beschäftigen, sondern selbst operativ auf den Baustellen tätig zu sein.
***Sub14_GS3*** und ***Sub14_GS5*** verfügten über entsprechende Diplome, weshalb bereits ein Antrag auf Gleichstellungsbescheinigung beim zuständigen Ministerium eingebracht worden sei. Zudem habe ***Sub14_GS3*** über 15 Jahre Berufserfahrung im Baugewerbe.
In weiterer Folge wurde der ***Sub14*** am ***2011*** eine UID-Nummer erteilt.
Im Leistungszeitraum waren durchschnittlich drei bis vier Gesellschafter an der ***Sub14*** beteiligt. Bei einem Fremdleistungsaufwand in Höhe von 88.373,06 € über einen Zeitraum von 18 Monaten ergibt dies rechnerisch rund 1.403 € pro Monat pro Gesellschafter. Dieses Verhältnis ist im Hinblick auf die Anzahl der Gesellschafter und die Dauer des Leistungszeitraumes nicht auffällig.
Zudem ist dem Außenprüfungsbericht (Beilage 1, Seite 12) zu entnehmen, dass beim Bauvorhaben ***1010 Wien***, die ***Sub14*** im Bautagebuch unter Angabe der Anzahl der eingesetzten Arbeiter vermerkt ist. Auch wenn die ***Sub14*** dem Auftraggeber der Bf nicht als Subunternehmer gemeldet wurde, spricht die dokumentierte Eintragung im Bautagebuch für eine tatsächliche Leistungserbringung.
Zutreffend ist, dass die Gesellschafter überwiegend keinen Wohnsitz im Inland begründet hatten. Dieser Umstand allein reicht jedoch nicht aus, um die Rechnungen der ***Sub14*** als Scheinrechnungen zu qualifizieren. Grenzüberschreitende Tätigkeit, insbesondere durch Pendler aus Ungarn, ist im Baugewerbe nicht unüblich.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub14*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 44.186,53 € (2012: 31.348,50 €; 2013: 18.301,24 €; 2014: -5.463,21 €) ist daher anzuerkennen.
2.15. ***Sub15***
Die ***Sub15*** wurde am ***2012*** unter der Firmenbuchnummer ***Sub15_FN*** in das Firmenbuch eingetragen. Als Geschäftsanschrift war die ***Sub15_Adresse***, ausgewiesen, Geschäftszweig war Montagearbeit aller Art.
Als Komplementär war ***Sub15_Komp*** und als Kommanditisten waren ***Sub12_GS4***, ***Sub12_GS3*** und ***Sub15_Komm*** eingetragen.
Mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vom ***2014*** wurde das Insolvenzverfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet. Die amtswegige Löschung erfolgte am ***2014***.
***Sub15_GGF*** war im Zeitraum vom ***2012*** bis ***2014*** als gewerberechtlicher Geschäftsführer gemeldet und verfügte über die Gewerbeberechtigung Stuckateure und Trockenausbauer (GISA *******).
Die Bf beauftragte die ***Sub15*** im Leistungszeitraum August 2012 bis Februar 2013. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 36.906,20 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass die ***Sub15*** gegenüber der Bf nicht als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
In der Niederschrift vom 30.8.2018 gab ***Sub12_GS3*** an, er habe den Kontakt zur Bf hergestellt und habe ausschließlich auf deren Baustellen gearbeitet. Die anderen Kommanditisten hätten weder Arbeiten auf den Baustellen verrichtet noch im Büro.
Auf den Baustellen der Bf hätten jeweils drei bis vier Personen gearbeitet. Nach etwa 15-tägigen Unterbrechungen seien andere Arbeiter, meist aus Ungarn oder Polen, eingesetzt worden. Für die Personaleinteilung sei der Komplementär ***Sub15_Komp*** zuständig gewesen.
***Sub12_GS3*** gab weiters an, ***Sub15_Komp*** habe die Rechnungen geschrieben, er selbst könne daher die unterschiedlichen Rechnungsbilder nicht erklären. ***Sub15_Komp*** sei auch für neue Aufträge und Verhandlungen mit Vertragspartnern zuständig gewesen.
In der Niederschrift vom 11.9.2018 gab ***Sub15_Komp*** an, ***Sub12_GS3*** habe die Rechnungen bis etwa einen Monat vor Schließung des Unternehmens geschrieben, da er selbst nicht ausreichend Deutschkenntnisse besessen habe. Die anderen Kommanditisten ***Sub12_GS4*** und ***Sub15_Komm*** hätten keine Arbeiten verrichtet, seien aber auf eigenen Wunsch an der Geschäftsanschrift gemeldet worden. Für die Verhandlungen mit Auftraggebern sei ***Sub12_GS3*** zuständig gewesen, über den Personaleinsatz habe man gemeinsam entschieden.
Auf die Frage nach den unterschiedlichen Layouts gab ***Sub15_Komp*** an, nur eines der Logos der ***Sub15*** zu kennen. Nach Vorlage von Rechnungen erklärte er, dass die Unterschrift nicht von ihm stamme und ***Sub12_GS3*** seine Unterschrift gefälscht habe.
Zur Rechnung vom 27.11.2012 (Rechnungsnummer 039/2012) betreffend das Bauvorhaben ***1010 Wien***, gab er an, die ***Sub15*** dort nicht gearbeitet habe. Gleiches gelte für die Rechnung vom 5.11.2012 (Rechnungsnummer 012/2012) betreffend das Bauvorhaben ***1220 Wien***.
Zur Rechnung vom 5.11.2012 (Rechnungsnummer 034/2012) betreffend das Bauvorhaben ***1010 Wien_2*** erklärte er, er kenne das Bauvorhaben, die Rechnung sei jedoch zu hoch ausgestellt worden.
Von sechs in Rechnung gestellten Bauvorhaben kenne er lediglich zwei. Die gegenüber der Bf. gelegten Rechnungsbeträge hätten oftmals nicht gestimmt, auf den Rechnungen seien höhere Summen ausgewiesen als tatsächlich bezahlt worden seien.
Weiter erklärte er, ***Sub12_GS3*** habe auch nach seiner Abmeldung im Jahr 2012 weiterhin schwarz für das Unternehmen gearbeitet.
Den Auftraggebern der Bf wurde die ***Sub15*** nicht als Subleister gemeldet, zudem wurden keine Personallisten übermittelt.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass die ***Sub15*** gegenüber der Bf nicht leistungserbringend war. Der geltend gemachte Fremdleistungsaufwand in Höhe von 36.906,20 € ist daher nicht anzuerkennen.
2.16. ***Sub16***
Das nicht im Firmenbuch eingetragene Einzelunternehmen ***Sub16*** wurde im Jahr 2012 gegründet. Inhaber war ***Sub16***. Die Geschäftsanschrift befand sich An der ***Sub16_Adresse***.
Mit Einbringungsvertrag vom ***2013*** wurde das Einzelunternehmen in die ***Sub22*** mit der Firmenbuchnummer ***Sub16_FN*** eingebracht. Geschäftsführer war ebenfalls ***Sub16***.
***Sub16*** verfügt seit ***2008*** über die Gewerbeberechtigung Stuckateure und Trockenausbauer (GISA *******).
Die Bf beauftragte ***Sub16*** als Einzelunternehmer im Leistungszeitraum Jänner 2012 bis März 2013. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 32.814,35 €.
Die zum Einbringungszeitpunkt noch offenen Bauaufträge wurden in der Folge von der Rechtsnachfolgerin, ***Sub22***, fertiggestellt.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub16*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
***Sub16*** gab in seiner eidesstattlichen Erklärung vom 10.12.2020 an, seit über zehn Jahren operativ für die Bf. tätig zu sein. Die Bf. sei ein bedeutender Auftraggeber und er habe sowohl als Einzelunternehmer als auch später über seine GmbH an zahlreichen Bauvorhaben mitgewirkt, unter anderem:
***1130, Wien***,
***1040 Wien***,
***1110 Wien***,
***1130 Wien***,
***1010 Wien***,
***1120 Wien***,
***1010 Wien***,
***1030 Wien***,
***Seeboden***,
***1030 Wien***,
***1050 Wien***.
Weiters erklärte er, dass die der Bf. in Rechnung gestellten und von dieser beglichenen Leistungserlöse zur Gänze bei ihm bzw seiner GmbH verblieben seien. Rückflüsse oder sogenannte "Kick-back-Zahlungen" an die Bf habe es nicht gegeben. Zum Nachweis legte er einen Auszug aus seinem Rechenwerk vor und bot weitere Unterlagen an.
In der Niederschrift vom 11.9.2018 zählte er unter anderem die öffentlichen Auftraggeber MA 68, MA 56 und MA 44 auf und führte aus, für diese im Rahmen verschiedener Bauvorhaben tätig gewesen zu sein. Auf konkrete Nachfrage zu den Bauvorhaben ***1010 Wien***, ***1030 Wien*** und ***1030 Wien*** erklärte er, dort selbst gearbeitet zu haben, und bot die Übermittlung von Listen der eingesetzten Arbeiter je Baustelle an.
Die vorliegenden Rechnungen und Werkverträge weisen, abgesehen von einem Rahmenvertrag mit abweichenden Datumsangaben, keine erkennbaren formellen oder inhaltlichen Unstimmigkeiten auf.
Im finanzstrafrechtlichen Verfahren wurde die Leistungserbringung durch die Rechtsnachfolgerin, ***Sub22***, vom gerichtlich beeideten Sachverständigen anerkannt. Der bloße Wechsel der Rechtsform vermag die Beurteilung der tatsächlichen Leistungserbringung nicht zu beeinflussen.
Im Außenprüfungsbericht werden zehn Arbeiter für das Jahr 2012 angeführt. Eine Dienstnehmerabfrage ergibt jedoch zwölf gemeldete Arbeiter für dieses Jahr. Zudem wurde die Arbeitsleistung des Einzelunternehmers selbst nicht berücksichtigt. Dieser scheint in der Dienstnehmerabfrage nicht auf, weil er als selbstständig Erwerbstätiger nicht nach dem ASVG, sondern seit 2008 nach dem GSVG bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen pflichtversichert ist - gleiches gilt für das Jahr 2013.
Im Gesamtbild der Verhältnisse gelangt das Bundesfinanzgericht zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub16*** gegenüber der Bf leistungserbringend war. Der geltend gemachte, aber von der Außenprüfung nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand für die verfahrensgegenständlichen Jahre von insgesamt 32.814,35 € (2012: 17.814,35 €; 2013: 15.000,00 €) ist daher anzuerkennen.
2.17. ***Sub17***
Das nicht im Firmenbuch eingetragene Einzelunternehmen ***Sub17*** wurde im Jahr 2012 gegründet. Inhaber war ***Sub17_Inhaber***. Als Geschäftsanschrift war die ***Sub17_Adresse***, ausgewiesen.
***Sub17_Inhaber*** verfügte im Zeitraum vom ***2010*** bis ***2022*** über die Gewerbeberechtigung Stuckateure und Trockenausbauer (GISA *******).
Mit Beschluss des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Graz vom ***2019*** wurde über das Vermögen des ***Sub17_Inhaber*** das Konkursverfahren eröffnet. Mit Beschluss vom ***2020*** wurde das Verfahren nach rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplans aufgehoben.
Die Bf beauftragte ***Sub17_Inhaber*** als Einzelunternehmer im Leistungszeitraum Jänner 2012 bis Dezember 2014. Der von der Abgabenbehörde nicht anerkannte Fremdleistungsaufwand belief sich auf 31.596,89 €.
Das Bundesfinanzgericht gelangt zur Überzeugung, dass das Einzelunternehmen ***Sub17*** gegenüber der Bf als tatsächliche Leistungserbringerin anzusehen ist. Dies ergibt sich aus folgenden Umständen:
***Sub17_Inhaber***g gab in seiner eidesstattlichen Erklärung vom 10.11.2021 an, im Zeitraum 2012 bis 2014 für die Bf tätig gewesen zu sein. Zu seinen Aufträgen hätten unter anderem folgende Bauvorhaben gezählt:
***Enz***,
***1010 Wien***,
***1150 Wien***,
***1210 Wien***,
***1160 Wien***.
Er erklärte weiters, dass die der Bf. in Rechnung gestellten und von dieser beglichenen Leistungserlöse zur Gänze bei ihm verblieben seien. Rückflüsse oder sogenannte "Kick-back-Zahlungen" an die Bf habe es nicht gegeben. Die Angaben habe er bereits im Rahmen seiner Befragung durch die Abgabenbehörde bestätigt.
Normen und Schlagworte
- § 167 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 303 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7105016/2019
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2026:RV.7105016.2019
- Stammnummer
- 151861
- Gültig
- 12.06.2026 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF