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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/5200012/2019

Geländeanpassungen mit Baurestmassen

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5200012/2019vom 01.02.2024Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft ***TG*** vom 17. September 2014, GZ. ***22***, wurde der Antrag der Bf. vom 27. Juli 2012 in der Fassung des Antrages vom 26. März 2014, "Die zuständige Behörde wolle feststellen, dass die im Zeitraum von 2003 bis 2011 im Kieswerk ***KW1*** in dem in Punkt 1.7 zeitlich aufgeschlüsselten Gesamtausmaß von 23.176,21 Tonnen verwendeten Recyclingmaterialien, nämlich Recyclingsandmaterial und Recyclingbaustoffmaterialien aus Hochbaurestmassen mit den entsprechenden Produktbezeichnungen, aus der mit dem Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** vom 30.11.1992, ***19***, genehmigten Recyclinganlage keine Abfälle iSd § 2 Abs. 4 ALSAG sind und in der Verwendung dieser Materialien im Kieswerk ***KW1*** keine beitragspflichtige Tätigkeit iSd § 3 Abs.1 ALSAG vorliegt" zurückgewiesen. In der Bescheidbegründung heißt es u.a., dass die Bf. mit Schreiben vom 31. März 2014 die Gewichtsmengen und Einbauzeiträume für die Produkte Recyclingsand (RS III 0/4 B) und Recyclingbaustoffmaterial aus Hochbaurestmassen (RMH III 0/45 B und RMH III 0/63 B) in diesem Kieswerk mitteilte. Für die Jahre 2003 bis 2005 wurde dies im genannten Bescheid wie folgt dargestellt: [Grafik]   In Feststellungsverfahren gemäß § 10 ALSAG stellte das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich (LVwG OÖ) mit den Erkenntnissen vom 8. Juni 2016, GZ. LVwG-550720/3/KH, und vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551092/12/KH/BBA, die Bescheide der Bezirkshauptmannschaft ***XY*** vom 22. April 2013, GZ: ***23***, und vom 4. Jänner 2017, GZ: ***24***, betreffend fest, dass die von der Bf. in den Jahren 2003 bis 2011 für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk ***KW3*** auf den Grundstücken Nr. ***25***, ***14***, ***15*** und ***16***, jeweils KG ***xx***, verwendeten Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 3.600 m3, die aus der mit dem Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** 30. November 1992, GZ: ***19***, genehmigten Recyclinganlage stammen, 1. Abfall im Sinne des AWG 2002 sind, 2. dem Altlastenbeitrag nach § 3 Abs. 1 Altlastensanierungsgesetz, BGBl. Nr. 325/1990, in der Fassung vor bzw. nach dem Inkrafttreten der Novelle BGBl. I Nr. 71/2003, unterliegen und 3. in der Verwendung dieser Materialien für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk eine beitragspflichtige Tätigkeit vorliegt. Die gegen das Erkenntnis vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551092/12/KH/BBA, erhobene Revision wurden vom Verwaltungsgerichtshof mit Beschluss vom 22. Oktober 2018, Ra 2018/16/0179, zurückgewiesen. In einem Feststellungsverfahren gemäß § 10 ALSAG stellte das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich (LVwG OÖ) mit Erkenntnis vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551145/8/KH/BBA, den Bescheid der Bezirkshauptmannschaft ***AB*** vom 8. Juni 2017, GZ: ***26***, betreffend fest, dass die von der Bf. in den Jahren 2003 bis 2005 für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk ***KW5*** auf den Grundstücken Nr. ***27***, ***12***, ***28***, ***29*** und ***30***, KG ***KW5***, verwendeten Recyclingmaterialien (aus Hochbau-Restmassen) im Ausmaß von 5.855 Tonnen, die aus der mit dem Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** vom 30. November 1992, GZ: ***19***, betriebsanlagengenehmigten Recyclinganlage stammten, 1. dem Altlastenbeitrag nach § 3 Abs. 1 Altlastensanierungsgesetz, BGBl. Nr. 325/1990, in der Fassung vor dem Inkrafttreten der Novelle BGBl. I Nr. 71/2003, unterliegen und 2. in der Verwendung dieser Materialien für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk eine beitragspflichtige Tätigkeit vorliegt. Die dagegen erhobene Revision wurden vom Verwaltungsgerichtshof mit Beschluss vom 22. Oktober 2018, Ra 2018/16/0178, zurückgewiesen. Mündliche Verhandlung In der am 23. November 2023 durchgeführten Verhandlung behielt sich der Vertreter der bf. Partei die nachträgliche Prüfung der in Rede stehenden Materialmengen vor. Hinsichtlich des Standortes ***KW1*** wiederholte die Bf. im Wesentlichen ihre Argumentation, dass die von der belangten Behörde für den Zeitraum 2003 bis 2005 herangezogene Materialmenge im Ausmaß von 17.959,4 Tonnen tatsächlich nicht in ***KW1*** im Kieswerk verwendet worden sei, sondern an die ***X.*** ***S.*** GmbH und in der Folge an deren Kunden abgegeben worden sei. Im Kieswerk ***KW1*** sei ein Zwischenlager eingerichtet worden und von dort sei das Material an Kunden weitergegeben worden. Die bei der ***A.*** für die Erstellung der Wiegelisten zuständige Person habe neben den Mengen auch den Standort für die Lkw-Fahrer vermerkt. Dabei sei aber nicht unterschieden worden, ob das Material für das Zwischenlager oder für ein bestimmtes Bauvorhaben, etwa die Errichtung von Fahrstraßen im Kieswerk, bestimmt sei. Es sei zu vermuten, dass der Prüfer anlässlich der Betriebsprüfung erst für die Jahre 2010 und 2011 unterschieden habe, ob im Standort ***KW1*** Material lediglich zwischengelagert oder für die Errichtung von Fahrstraßen verwendet worden sei. Der Prüfer gab dazu an, dass dies aufgrund des lange zurückliegenden Zeitraumes schwierig nachzuvollziehen sei. Er habe die Unterlagen und Daten von der ***A.*** bekommen und es sei ihm der Verwendungszweck erklärt worden. Ich könne heute nicht mehr genau sagen, wo das Material tatsächlich "gelandet" sei. Papiermäßig sei es jedenfalls dorthin gegangen und im Nachhinein sei das eigentlich besprochen worden. Man habe gesehen, dass die Probenziehung aus dem Bereich einer Fahrstraße stamme. Mehr könne man dazu jetzt nicht sagen. Der im Rahmen der mündlichen Verhandlung als Zeuge einvernommene ehemalige Geschäftsführer der Bf. gab zur Errichtung der Übungstrabrennbahn in ***KW3*** im Wesentlichen Folgendes an: Er sei im Zeitraum der Errichtung der Trabrennbahn handelsrechtlicher Geschäftsführer sowohl der ***X.*** als auch der ***A.*** gewesen. Das betreffende Grundstück sei ihm vom Grundstückseigentümer zur Verfügung gestellt worden. Die ursprünglich weiter nördlich gelegene Übungstrabrennbahn habe abgebaut und als Ersatz auf einem südlich gelegenen Nachbargrundstück neu errichtet werden sollen. Die für die Herstellung verwendeten Recyclingmaterialien seien aus der Anlage der ***A.*** gekommen. Die mit der Errichtung der Übungstrabrennbahn zusammenhängenden Vereinbarungen mit dem ihm freundschaftlich verbundenen Grundstückeigentümer, Herrn Karl ***N.***, seien ausschließlich per Handschlag erfolgt. Herr ***N.*** habe gesagt: "Wenn du oben abbauen willst, musst du mir aber die Übungstrabrennbahn umlegen." Die Familie ***N.*** betreibe heute noch ein Trabergestüt. Daher wurde diese Bahn benötigt und weiter südlich ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Der Grundstückseigentümer habe selber ausgemessen und mit Pflöcken angezeigt, wo etwas hinkommen müsse. Dieser habe auch beobachtet, wie durch Mitarbeiter der Bf. die Zufahrtsstraßen im Kieswerk mit Recyclingmaterial aufgeschüttet und mit Walzen befestigt worden seien. Daher sei das Material von ihm auch gewünscht worden. Man könne nicht davon ausgehen, dass der Grundstückseigentümer Anschüttungen mit Material, das ihm nicht recht gewesen wäre, zugelassen hätte. Die Recyclingmaterialien aus der Anlage der ***A.*** sollten auch für die Errichtung der Übungstrabrennbahn verwendet werden, zumal anderes Material auch gar nicht zur Verfügung gestanden sei. Der Grundstückseigentümer habe explizit gesagt, dass er das Material wolle, weil er gesehen habe, wie sich dieses mit der Walze habe verdichten lasse. Er habe ja in den Kurven seitliche Erhöhungen benötigt und diese Erhöhungen seien mit diesem Material ideal herzustellen gewesen. Vom Auftrag des Grundstückseigentümers sei auch das konkrete Material umfasst gewesen und der Grundstückseigentümer habe auch das konkrete Grundstück bestimmt. Zum Standort ***KW1*** gab der Zeuge an, dass die ***X.*** ***S.*** GmbH sich einerseits mit Straßenbau und andererseits mit Erdbau befasst habe und dafür Schüttmaterial benötigt habe. Von der Zwischendeponie ***KW1*** habe die ***X.*** ***S.*** GmbH das Material abgeholt und zu ihren Kunden gebracht. Das Material sei innerhalb des Firmenverbundes kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Die Bf. brachte in Bezug auf den Standort ***KW2*** vor, dass das in Rede stehende Recyclingmaterial im Ausmaß von 1.489,9 Tonnen für die Schüttung eines Aufgabebunkers zur Kiesaufgabe verwendet worden sei. Es handle sich dabei um eine Auffahrtsrampe für Lkw zu einem höher liegenden Trichter, unter dem Kiesabzugsförderbänder angeordnet seien, welche z.B. auf eine Siebmaschine oder auf eine Kieswaschanlage führen würden. Das Material sei für diese Rampe als Unterbau verwendet worden. Urkundenvorlage und Stellungnahme der Bf. vom 7. Dezember 2023 Die Bf. bringt darin vor, dass der von der ***ZT*** verfasste Technische Bericht zur Kubaturermittlung vom 11.01.2019, welcher der Eingabe vom 15.02.2019 beigefügt worden sei, eine Materialverwendung im Ausmaß von 39.210,60 Tonnen bei der Übungstrabrennbahn ***KW3*** ausweise. Der ***ZT*** komme als Ziviltechnikergesellschaft für Vermessungs- und Markscheidewesen für diese Fachbereiche gemäß § 3 Abs. 3 Ziviltechnikergesetz 2019 öffentlicher Glaube zu (vor Inkrafttreten des Ziviltechnikergesetzes 2019 am 01.07.2019 habe dies gemäß § 4 Abs 3 Ziviltechnikergesetz 1993 gegolten). Somit sei an diesem Standort von einer Menge von 39.210,60 Tonnen in den Jahren 2003 bis 2005 auszugehen. Anhand der Niederschrift der belangten Behörde vom 29.05.2012, Zahl: ***000***, verbleibe sohin eine Menge von 8.094,50 Tonnen, welche in diesem Zeitraum nicht in der Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet worden seien (Differenz zwischen den an die in der Niederschrift vom 29.05.2012 so bezeichneten Standorte ***KW3*** und ***KW4*** angelieferten Materialmengen in Höhe von 47.305,10 Tonnen und den besagten 39.210,60 Tonnen). Diese könnten aus unpräjudizieller Sicht der Bf. im Zeitraum von 2003 bis 2005 den Standorten Kieswerk ***KW3*** und Kieswerk ***KW4*** zugeordnet werden. Die Bf. bringt in dieser Eingabe vom 7. Dezember 2023 zudem vor, dass aus ihrer Sicht für den Standort ***KW1*** in mengenmäßiger Hinsicht keine Bindungswirkung des Feststellungsbescheids der BH ***TG*** vom 31.08.2017, ***31***, gegeben sei, zumal Spruchpunkt II. dieses Bescheids auch keine Menge festhalte, die beitragspflichtig sei. Vor diesem Hintergrund verweise die Bf. auf die dem Bundesfinanzgericht vorliegende Beilage ./4 zu ihrer Eingabe an die belangte Behörde vom 20.12.2010. Hier sei am Standort "***KW1***/Zufahrt Abbau" eine Menge von 3.000 Tonnen angenommen worden. Dies erscheine auch von den Bemessungen der in Rede stehenden Fahrstraße (Länge 500 Meter; Breite 5,00 Meter; Höhe 0,80 Meter) als realistisch. Denn das Luftbild Beilage ./2 zur seinerzeitigen Eingabe an die BH ***TG*** vom 22.02.2016 zeige, dass in den Jahren 2011 und 2016 ausschließlich dieser Bereich beprobt worden sei, der auch in etwa diese Maße aufweise. Wie das Beweisverfahren aus Sicht der Bf. ergeben habe, sei es sonst am Standort ***KW1*** zu keinerlei potenziell beitragspflichtigen Materialverwendungen gekommen (die Niederschrift der belangten Behörde vom 29.05.2012, Zahl: ***000***, weise in diesem Zusammenhang im Standort ***KW1*** einen Zeitraum von 2003 bis einschließlich 2009 aus, welcher per 20.12.2010 abgelaufen sei; die Verwendungen ab 2010 würden sich jedenfalls als nicht beitragspflichtige Zwischenlagerung zeigen). Dieses Luftbild werde dem Bundesfinanzgericht in Beilage vorgelegt, dies aus Gründen der Einheitlichkeit in der Fassung der Eingabe an die BH ***TG*** vom 22.02.2016 (daher wie seinerzeit als Beilage ./2 ausgewiesen). Verfahrensleitender Beschluss vom 21. Dezember 2023 Das Bundesfinanzgericht brachte der. Bf. in der Folge mit Beschluss vom 21. Dezember 2023 die nachstehend angeführten Unterlagen zur Wahrung des Parteiengehörs zur Kenntnis: 1. Ansuchen ***GE*** auf Erteilung einer naturschutzbehördlichen Bewilligung für die Errichtung einer Trainingsbahn für Trabrennpferde vom 19. September 2005 2. Stellungnahme des Bezirksbeauftragten für Natur- und Landschaftsschutz vom 3. Oktober 2005 3. Naturschutzbehördliche Bewilligung der BH ***XY*** vom 9. November 2005, AZ. ***32*** 4. Aktenvermerk der BH ***XY*** vom 16. Oktober 2006 5. Stellungnahme des Bezirksbeauftragten für Natur- und Landschaftsschutz vom 11. September 2007 6. Aufstellung über die Mengenermittlung der belangten Behörde aufgrund der im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegten handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen der ***A-GmbH*** für das Kalenderjahr 2005 betreffend die Standorte "***KW3***" und "***KW4***" Stellungnahme und Beweisantrag vom 18. Jänner 2024 In der als Stellungnahme und Beweisantrag bezeichneten Eingabe vom 18. Jänner 2024 äußerte sich die Bf. dazu wie folgt: 1. Auszugehen sei von dem von der ***ZT*** verfassten technischen Bericht zur Kubaturermittlung vom 11.01.2019, der der Eingabe vom 15.02.2019 beigefügt worden sei und bei der Übungstrabrennbahn ***KW3*** eine Materialverwendung im Ausmaß von 39.210,60 Tonnen ausweise. 2. Insoweit das Bundesfinanzgericht gemäß Punkt I. Punkt 6. seines Beschlusses vom 21.12.2023 die Aufstellung über die Mengenermittlung der "im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegten handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen der ***A-GmbH*** für das Kalenderjahr 2005 betreffend die Standorte "***KW3***" und "***KW4***" übermittle, sei in diesem Zusammenhang eine Mengendifferenz von zumindest 17.691,90 Tonnen (entspreche 39.210.60 Tonnen minus 21.518,70 Tonnen) ersichtlich. 3. Dazu sei auszuführen, dass nicht nur im Jahr 2005, sondern auch schon zuvor im Jahr 2004 und in geringfügigem Ausmaß von maximal 2.000 Tonnen auch im Jahr 2006 von der ***A-GmbH*** an die Beschwerdeführerin geliefertes Material für die Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet worden sei. Dieses Material sei südwestlichen Teil der heutigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** (in etwa Grundstück Nr ***33***, KG ***xx***) für diese im Auftrag des Liegenschaftseigentümers bevorstehende Baumaßnahme zur Erfüllung der konkreten bautechnischen Funktion vorgehalten und dann der entsprechenden zeitnahen Verwendung zugeführt worden, weshalb vollständige Beitragsfreiheit für die Vorhaltung und Verwendung von Material in der Übungstrabrennbahn vorliege. 4. Aus Sicht der Beschwerdeführerin sei somit die Verwendung der Menge von 39.210,60 Tonnen für die Trabrennbahn belegt; insbesondere auch, dass die Materialvorhaltung im südwestlichen Bereich der nunmehrigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** (die zum Zeitpunkt dieser Vorhaltung noch nicht bestanden habe) vorgenommen worden sei. Vor diesem Hintergrund rein vorsorglich - für den Fall, dass das Bundesfinanzgericht der Auffassung sei, dass die Materialvorhaltung und -verwendung nicht ausreichend belegt sei - werde die Vernehmung von Herrn ***PO***, pA ***X.*** Kies- und Beton GmbH, ***Bf1-Adr*** als Zeugen beantragt; dies zum Beweis dafür, dass das betreffende Material beginnend mit 2004 und in geringfügigem Ausmaß von maximal 2.000 Tonnen im Jahr 2006 vom Werk der ***A-GmbH*** in den südwestlichen Bereich der nunmehrigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** vor deren Errichtung und bereits zur Vorhaltung für die Verwendung in der Übungstrabrennbahn ***KW3*** angeliefert, dort vorgehalten und anschließend für die Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet worden sei. Herr Sternad habe als langjähriger Betriebsleiter der Beschwerdeführerin für deren Kiesgewinnungsstandorte, unter anderem im betreffenden Zeitraum fungiert. II. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: 1. Sachverhalt Die beschwerdeführende ***X-GmbH***, FN ********, mit Sitz in ***Adr***, (nachfolgend: Beschwerdeführerin, Bf. oder ***X.***) ist eine Gesellschaft, deren Unternehmensgegenstand u.a. die Erzeugung von Transportbeton und Zuschlagsstoffen, die gewerbsmäßige Beförderung von Gütern sowie der Containerverleih ist. Die Bf. betreibt an den Kiesgewinnungsstandorten ***KW1***, ***KW2***, ***KW3***, ***KW4*** und ***KW5*** gewerbe- und mineralrohstoffrechtlich bewilligte Kieswerke bzw. gewerbliche Betriebsanlagen. Die mit der Bf. im Konzernverbund stehende ***A-GmbH***, ebenfalls mit Sitz in ***Adr*** (nachfolgend: ***A.***), betreibt am Standort in ***D.*** die mit Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** vom 30. November 1992, GZ. ***19***, gewerberechtlich genehmigte Recyclinganlage für Bauschutt, in der Baurestmassen sortiert, zerkleinert und somit Recyclingmaterialien hergestellt werden. Im Jahr 2006 erfolgte beim Österreichischen Baustoff-Recycling Verband (ÖBRV) bzw. Österreichischen Güteschutzverband Recycling-Baustoffe eine Zertifizierung (bei der eine Voraussetzung für die Ausstellung des Gütesiegels "Gütezeichen für Recycling-Baustoffe" vom ÖBRV eine ständige Überwachung der Qualität - analytisch und bautechnisch - der im Unternehmen produzierten Recycling-Baustoffe ist) der in der Recyclinganlage der ***A.*** produzierten Baustoffe RMH 0/45 und RMH 0/63 sowie Recycling-Sand RS 0/4 jeweils mit der Qualitätsklasse "B". Der im gegenständlichen Verfahren maßgebliche Zeitraum von 2003 bis 2005 liegt daher zeitlich vor der Zertifizierung der aus der Recyclinganlage der ***A.*** stammenden Materialien mit der Qualitätsklasse B. Für diese Zeit vor der Zertifizierung liegen, wie sich etwa den in Feststellungsverfahren nach § 10 ALSAG ergangenen Erkenntnissen des Landesverwaltungsgerichts Oberösterreich (LVwG OÖ) vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551145/8/KH/BBA und LVwG-551092/12/KH/BBA, entnehmen lässt, Eigenüberwachungen der Sieblinienbereiche vor, die die technische Verwendungseignung bestätigen. Handbücher oder Arbeitsanweisungen mit einem ausdrücklichen Hinweis auf die Implementierung eines Qualitätssicherungssystems liegen für diesen Zeitraum nicht vor. Im Streitzeitraum verwendete die Bf. die in der genannten Recyclinganlage erzeugten Materialien zur Vornahme von Geländeanpassungen, etwa zur Herstellung von Fahrstraßen, d.h. Zufahrtsstraßen, Werksstraßen und auch temporären Fahrstraßen (etwa bei Schlechtwetter), an den betreffenden Standorten. In den Jahren 2003 bis 2005 fand in der ***A.*** keine chemisch-analytische Output-Kontrolle statt, sondern es wurden lediglich die Sieblinienbereiche bestimmt. Das bei der Errichtung von Fahrstraßen verwendete Recyclingmaterial wurde vor dem Einbau keinen chemischen Analysen unterzogen und insofern erfolgte vor dem Einbau des Materials keine Beweissicherung im Hinblick auf die Umweltparameter. Es wurde im Einbauzeitpunkt nicht festgestellt, welche Qualität das Material tatsächlich in diesem Zeitpunkt gehabt hat. In den Jahren 2003 bis 2005 erfolgte vor dem Einbau des Materials keine Qualitätssicherung. Im März 2011 und April 2011 veranlasste die Bf. an den Standorten ***KW1***, ***KW4***, ***KW3*** und ***KW5*** Nachbeprobungen. Die Recyclingmaterialproben wurden durch die ***L-GmbH***, ***Adr1***, nach Maßgabe des Bundesabfallwirtschaftsplanes 2006 analysiert und wie folgt klassifiziert. ***KW4*** - RMH Material entspricht der Qualitätsklasse "B" ***KW5*** - RMH Material entspricht der Qualitätsklasse "B" ***KW3*** - RMH Material entspricht der Qualitätsklasse "A" ***KW1*** - RMH Material entspricht der Qualitätsklasse "A" Im Jänner 2016 (Tag der Probenahme: 12. Jänner 2016) erfolgte an den Standorten ***KW3*** und ***KW1*** eine Überprüfung durch die Prüfstelle ***BS*** Baugesellschaft mbH entsprechend dem Auftrag der Bf. hinsichtlich der Parameter gemäß Bundesabfallwirtschaftsplan 2006, Punkt 4.4.1. (Anforderungen an die Qualität von Baurestmassen zur Verwertung). Das geprüfte Material hielt hinsichtlich der Parameter für die Bestimmung der Umweltverträglichkeit die Grenzwerte des Bundesabfallwirtschaftsplanes 2006, Punkt 4.4.1., für die Qualitätsklasse "A" (betreffend ***KW1***) und für die Qualitätsklasse "B" (betreffend ***KW3***) ein. Kieswerke ***KW3*** und ***KW4*** Die Bf. verwendete in den Jahren 2003 bis 2005 zur Vornahme von Geländeanpassungen, etwa als Straßenunterbauten für die Errichtung von (auch temporären) Fahrstraßen an ihren Kiesgewinnungsstandorten "***KW4***" und "***KW3***" Recyclingmaterialien, die aus der mit Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** vom 30. November 1992, GZ: ***19***, genehmigten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, in einem im Zuge einer Betriebsprüfung des Zollamtes festgestellten Ausmaß von insgesamt 47.304,88 Tonnen, wobei 38.535,6 Tonnen dem Kieswerk ***KW4*** und 8.769,28 Tonnen dem Kieswerk ***KW3*** zuzuordnen sind. Kieswerk ***KW5*** Die Bf. verwendete in den Jahren 2003 bis 2005 zur Vornahme von Geländeanpassungen (Straßenunterbau) an ihrem Kiesgewinnungsstandort "***KW5***" Recyclingmaterialien, die aus der oben erwähnten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, in einem im Rahmen einer Betriebsprüfung des Zollamtes festgestellten Ausmaß von 5.461,30 Tonnen. Kieswerk ***KW2*** Die Bf. verwendete im Jahr 2003 zur Vornahme von Geländeanpassungen, etwa als Straßenunterbau für die Errichtung von Fahrstraßen, an ihrem Kiesgewinnungsstandort "***KW2***" Recyclingmaterialien, die aus der oben genannten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, in einem im Zuge einer Betriebsprüfung des Zollamtes festgestellten Ausmaß von 1.489,90 Tonnen. Kieswerk ***KW1*** Die Bf. verwendete in den Jahren 2003 bis 2005 zur Vornahme von Geländeanpassungen, etwa als Straßenunterbau für die Errichtung von (auch temporären) Fahrstraßen an ihrem Kiesgewinnungsstandort "***KW1***" Recyclingmaterialien, die aus der bereits erwähnten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, in einem im Zuge einer Betriebsprüfung des Zollamtes festgestellten Ausmaß von 17.959,40 Tonnen. 2. Beweiswürdigung Der dargestellte Sachverhalt ergibt sich aus den vom Zollamt vorgelegten Verwaltungsakten und den darin enthaltenen - nachfolgend angeführten - Beweismitteln, aus den Angaben und Vorbringen der beschwerdeführenden Partei, aus den zitierten Entscheidungen der Bezirkshauptmannschaften und des Landesverwaltungsgerichts Oberösterreich sowie aus der am 23. November 2023 durchgeführten mündlichen Verhandlung. Gemäß § 279 Abs. 1 BAO ist das Bundesfinanzgericht berechtigt sowohl im Spruch als auch hinsichtlich der Begründung seine Anschauung an die Stelle jener der Abgabenbehörde zu setzen und demgemäß den angefochtenen Bescheid nach jeder Richtung abzuändern, aufzuheben oder die Bescheidbeschwerde als unbegründet abzuweisen. Gemäß § 166 Bundesabgabenordnung (BAO) kommt als Beweismittel im Abgabenverfahren alles in Betracht, was zur Feststellung des maßgebenden Sachverhalts geeignet und nach Lage des einzelnen Falles zweckdienlich ist. Gemäß § 167 Abs. 2 BAO hat die Abgabenbehörde unter sorgfältiger Berücksichtigung der Ergebnisse des Abgabenverfahrens nach freier Überzeugung zu beurteilen, ob eine Tatsache als erwiesen anzunehmen ist oder nicht. Nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes (vgl. für viele VwGH 9.9.2004, 99/15/0250) ist von mehreren Möglichkeiten jene als erwiesen anzunehmen, die gegenüber allen anderen Möglichkeiten eine überragende Wahrscheinlichkeit für sich hat und alle anderen Möglichkeiten ausschließt oder zumindest weniger wahrscheinlich erscheinen lässt. Im Abgabenverfahren dürfen auch Beweismittel verwendet werden, die andere Behörden erhoben haben. Eine unmittelbare Beweisaufnahme ist im Abgabenverfahren nicht erforderlich (Ritz, BAO7, § 183 Rz 1 mwN). Gemäß § 10 Abs. 1 Z 1 bis 3 ALSAG hat die Behörde in begründeten Zweifelsfällen auf Antrag des in Betracht kommenden Beitragsschuldners oder des Bundes, vertreten durch das Zollamt, durch Bescheid festzustellen, ob eine Sache Abfall ist, ob ein Abfall dem Altlastenbeitrag unterliegt und ob eine beitragspflichtige Tätigkeit vorliegt. Das in § 10 ALSAG geregelte Feststellungsverfahren hat nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes den Zweck, über strittige (Vor-)Fragen bescheidmäßig abzusprechen und sie damit in verbindlicher Weise für die jeweiligen Beitragsfestsetzungen zu klären. Es soll damit zur Rechtssicherheit und Verfahrensbeschleunigung beitragen. Der Verwaltungsgerichtshof hat in diesem Sinne bereits mehrfach ausgesprochen, ein Verfahren nach § 10 Abs. 1 ALSAG diene der bescheidmäßigen Klärung und damit der rechtswirksamen Feststellung der Tatbestandsvoraussetzungen der Altlastenbeitragspflicht. Ein solcher Feststellungsbescheid entfaltet Bindungswirkung für die Abgabenbehörde im Rahmen der Erhebung des Altlastenbeitrages (vgl. etwa VwGH 28.8.2023, Ra 2021/13/0026). Das Feststellungsverfahren kann diese Aufgabe allerdings nur in jenem Umfang erfüllen, in dem sie ihm vom Gesetz zugewiesen wurde. Es ist nicht die Aufgabe des Feststellungsbescheids, die Abfallmenge und damit die Bemessungsgrundlage des Altlastenbeitrags bindend festzustellen. Dies ist Aufgabe des Abgabenfestsetzungsverfahrens. Eine mengenmäßige Beschreibung des Abfalls in Gewichtstonnen ist in einem Feststellungsbescheid nach § 10 ALSAG daher - auch zur Umschreibung der Sache des Bescheides - nicht erforderlich. Im Erkenntnis vom 23. Mai 2012, 2008/17/0115, hat der Verwaltungsgerichtshof den Schluss gezogen, dass auch eine allfällige Umschreibung der Sache über die Abfallmenge im Feststellungsbescheid die Abgabenbehörde nicht hindere, darüber hinaus gehende Vorschreibungen bezüglich weiterer Abfallmengen zu treffen, zumal ein Feststellungsverfahren nach § 10 ALSAG nicht zwingend Voraussetzung der Abgabenfestsetzung ist (siehe auch VwGH 7.10.2013, 2012/17/0147 und die dort angeführte Judikatur und Literatur). Kieswerk ***KW4***, Kieswerk ***KW3*** und Trabrennbahn ***KW3*** 1) Mengenermittlung durch Betriebsprüfung/Zollamt Ausgehend von den Ermittlungen und Feststellungen anlässlich der Betriebsprüfung, insbesondere aufgrund der im Rahmen der Prüfung vorgelegten handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen der ***A.*** ging das Zollamt in den angefochtenen Bescheiden davon aus, dass in den Jahren 2003 bis 2005 durch die ***A.*** hergestellte Recyclingmaterialien im Kieswerk ***KW3*** im Ausmaß von insgesamt 8.769,28 Tonnen und im Kieswerk ***KW4*** im Ausmaß von insgesamt 38.535,6 Tonnen durch die Bf. für Geländeanpassungen verwendet worden seien. 2) Eingabe der Bf. vom 20. Dezember 2010 In der auch in der Niederschrift über den Verlauf und das Ergebnis der Betriebsprüfung zitierten Eingabe vom 20. Dezember 2010 (AZ WiBHoGE/AlSAGWA ZRO/ein-9603) gab die Bf. u.a. an, dass sie in den Jahren 2003 bis 2005 47.239,5 Tonnen Recyclingmaterial für den Bau von Fahrstraßen und die Errichtung einer Trabrennbahn verwendet habe. Sie stellte in einer Beilage 4 das Ausmaß der verwendeten Recyclingmaterialien, die aus der erwähnten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, für Fahrstraßen anhand der plangemäßen Länge, Breite und Höhe der Schüttungen näher dar. Demnach habe die Bf. ihren eigenen Angaben zufolge über die von den bereits angeführten Erkenntnissen des Landesverwaltungsgerichtes OÖ vom 8. Juni 2016, GZ. LVwG-550720/3/KH, und vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551092/12/KH/BBA, angesprochene Menge von 3.600 m3 (laut Bf. 5.400 Tonnen) hinausgehend in den Jahren 2003 bis 2005 für die Errichtung einer Fahrstraße mit der Bezeichnung "***KW3*** Schranken Erweiterung NO" im Kieswerk ***KW3*** mit einer Länge von 500 m, einer Breite von 5 m und einer Höhe von 1 m Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 2.500 m3, das sind umgerechnet ca. 3.750 Tonnen, für die Errichtung der Trabrennbahn in ***KW3*** mit einer Länge von 870 m, einer Breite von 13 m und einer Höhe von 1,5 m Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 16.965 m3, das sind umgerechnet ca. 25.447,5 Tonnen und für die Errichtung der Zufahrt zur Trabrennbahn mit einer Länge von 150 m, einer Breite von 4 m und einer Höhe von 0,5 m Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 300 m3, das sind umgerechnet ca. 450 Tonnen verwendet. Zudem habe sie solche Recyclingmaterialien in den Jahren 2003 bis 2005 für "diverse Ausbesserungsarbeiten" an der Fahrstraße "***KW4***/Werkszufahrt (Natur)" im Kieswerk ***KW4*** mit einer Länge von 270 m, einer Breite von 8 m und einer Höhe von 0,8 m) - im Ausmaß von rund 1.728 m3, das sind nach den Angaben der Bf. umgerechnet ca. 2.592 Tonnen, verwendet. In der genannten Eingabe vom 20. Dezember 2010 gab die Bf. auch an, dass sie für die Errichtung temporärer Fahrstraßen - etwa bei Schlechtwetter - in den Kieswerken ***KW1*** und ***KW4***, sohin ebenfalls zur Vornahme von Geländeanpassungen (als Straßenunterbauen), Recyclingmaterialien im Ausmaß von 24.647,50 Tonnen, die aus der Recyclinganlage der ***A.*** stammten, verwendet habe. Die Errichtung der Fahrstraße "***KW3*** Schranken Erweiterung NO" im Kieswerk ***KW3***, der Fahrstraße "***KW4***/Werkszufahrt (Natur)" im Kieswerk ***KW4*** und die Herstellung der erwähnten (auch temporären) Fahrstraßen in den Kieswerken ***KW4*** und ***KW1*** sind von den oben genannten Feststellungsverfahren nach § 10 ALSAG nicht umfasst und daher vom Bundesfinanzgericht eigenständig zu beurteilen. 3) Beschwerdevorbringen und Vorbringen in den Vorlageanträgen In der Beschwerde wird u.a. vorgebracht, dass die Bf. seit dem Jahr 2003 die in der Recyclinganlage der ***A.*** erzeugten Produkte zur Herstellung von Wegigkeiten, d.h. Zufahrtsstraßen und Werksstraßen in den betreffenden Standorten verwendet habe. Ebenso sei mit diesen Produkten in ***KW3*** eine - konsensgemäße - Übungstrabrennbahn errichtet worden. In der Beschwerde wird u.a argumentiert, dass eine Rechtswidrigkeit des bekämpften Bescheids auch insofern vorliege, als in der - in der Bescheidbegründung verwiesenen - Niederschrift vom 29. Mai 2012 die Mengen für die Standorte ***KW3*** und ***KW4*** vertauscht worden seien: In Wahrheit würden die für die Errichtung einer Übungstrabrennbahn verwendeten Mengen zum Standort ***KW3*** und nicht zum Standort ***KW4*** ressortieren. In den Vorlageanträgen wird u.a. vorgebracht, dass betreffend das Kieswerk ***KW3*** eine Bindung an das Erkenntnis des LVwG OÖ vom 22. Jänner 2018, LVwG-551092/12/KH/BBa, nur betreffend ein Ausmaß von 3.600 m3 - das seien umgerechnet 5.400 Tonnen - an verwendeten Materialien bestehe. Die Bf. sei nicht Inhaberin der Übungstrabrennbahn ***KW3*** und daher auch nicht Altlastenbeitragsschuldnerin im Sinne des § 4 Abs. 3 ALSAG idF vor BGBl I 2003/71. Zu beachten sei auch, dass es sich nicht um Betriebsgrundstücke der Bf. handle und die entsprechenden Grundstücke, auf denen sich diese Übungstrabrennbahn befinde, auch niemals im Verfügungsbereich der Bf. gestanden seien. Die Bf. sei bloß Auftragnehmerin gewesen und komme daher als Beitragsschuldnerin nicht in Frage. Die Materialverwendung für die Trabrennbahn betreffe eine Menge von 6.179,70 Tonnen im Kalenderjahr 2003, 13.977,90 Tonnen im Kalenderjahr 2004 und 18.378,20 Tonnen im Kalenderjahr 2005. Der Technische Bericht der Zivilgeometer ***ZT***, vom 11. Jänner 2019, GZ 12027, weise für die Übungstrabrennbahn ***KW3*** eine Gesamtmenge von 39.210,60 Tonnen aus. 4) Ergänzendes Vorbringen der Bf. vom 15. Februar 2019 In dem als "Ergänzendes Vorbringen" bezeichneten Schriftsatz vom 15. Februar 2019 (AZ WiBHoGE/AlSAGWA ZRO/alh-1883980.0.1) brachte die Bf. sinngemäß vor, dass sie für die im Auftrag der Grundeigentümer in den Jahren 2003 bis 2005 für die Errichtung der Übungstrabrennbahn ***KW3*** auf den Grundstücken Nr. ***33***, ***34***, und ***35***, jeweils KG ***xx***, vorgenommene Geländeanpassung Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 39.210,60 Tonnen, welche ebenfalls aus der bereits erwähnten Recyclinganlage der ***A.*** stammten, verwendet habe. Die Gesamtmenge ergebe sich aus dem im Zuge dieses ergänzenden Vorbringens vorgelegten Technischen Berichts der Zivilgeometer ***ZT***. 5) Angaben in der mündlichen Verhandlung (auszugsweise) Der im Rahmen der mündlichen Verhandlung als Zeuge einvernommene ehemalige Geschäftsführer der Bf. gab über Befragen zum Errichtungszeitpunkt der Übungstrabrennbahn in ***KW3*** an, dass die Trabrennbahn "in etwa" in den Jahren 2003 bis 2005 errichtet worden sei. Er sei im Zeitraum der Errichtung der Trabrennbahn handelsrechtlicher Geschäftsführer sowohl der ***X.*** als auch der ***A.*** gewesen. Das betreffende Grundstück sei ihm vom Grundstückseigentümer zur Verfügung gestellt worden. Die ursprünglich weiter nördlich gelegene Übungstrabrennbahn habe abgebaut und als Ersatz auf einem südlich gelegenen Nachbargrundstück neu errichtet werden sollen. Die für die Herstellung verwendeten Recyclingmaterialien seien aus der Anlage der ***A.*** gekommen. Die mit der Errichtung der Übungstrabrennbahn zusammenhängenden Vereinbarungen mit dem ihm freundschaftlich verbundenen Grundstückeigentümer seien ausschließlich per Handschlag erfolgt. Der nunmehrige Geschäftsführer der Bf. gab zu den handschriftlichen Wiegeaufzeichungen der ***A.*** Folgendes an: "Und vielleicht noch ein Wort zu den Aufzeichnungen. Derjenige Mann, der bei der ***A.*** an der Verwiegung sitzt und der eben diese Ladelisten, diese Mengenaufzeichnungen geschrieben hat, der hat natürlich nur geschrieben "Kieswerk ***KW1***". Weil das der Standort für die Fahrer war und damit der Fahrer weiß, wo er hinfahren muss. Da ist ja nicht unterschieden worden, ob das in das Zwischenlager geht, ob das eben genau für dieses konkrete Bauvorhaben verwendet wurde oder ob eben diese 3.000 Tonnen für eine Straßenerrichtung verwendet worden ist. Dies nur zur Erklärung des Ablaufes." 6) Urkundenvorlage und Stellungnahme der Bf. vom 7. Dezember 2023 Die Bf. bringt darin vor, dass der von der ***ZT*** verfasste Technische Bericht zur Kubaturermittlung vom 11.01.2019, welcher der Eingabe vom 15.02.2019 beigefügt worden sei, eine Materialverwendung im Ausmaß von 39.210,60 Tonnen bei der Übungstrabrennbahn ***KW3*** ausweise. Der ***ZT*** komme als Ziviltechnikergesellschaft für Vermessungs- und Markscheidewesen für diese Fachbereiche gemäß § 3 Abs. 3 Ziviltechnikergesetz 2019 öffentlicher Glaube zu (vor Inkrafttreten des Ziviltechnikergesetzes 2019 am 01.07.2019 habe dies gemäß § 4 Abs 3 Ziviltechnikergesetz 1993 gegolten). Somit sei an diesem Standort von einer Menge von 39.210,60 Tonnen in den Jahren 2003 bis 2005 auszugehen. Anhand der Niederschrift der belangten Behörde vom 29.05.2012, Zahl: ***000***, verbleibe sohin eine Menge von 8.094,50 Tonnen, welche in diesem Zeitraum nicht in der Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet worden seien (Differenz zwischen den an die in der Niederschrift vom 29.05.2012 so bezeichneten Standorten ***KW3*** und ***KW4*** angelieferten Materialmengen in Höhe von 47.305,10 Tonnen und den besagten 39.210,60 Tonnen). Diese könnten aus unpräjudizieller Sicht der Bf. im Zeitraum von 2003 bis 2005 den Standorten Kieswerk ***KW3*** und Kieswerk ***KW4*** zugeordnet werden. 7) Trabrennbahn - naturschutzbehördliches Bewilligungsverfahren Mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft ***XY*** vom 9. November 2005, AZ. ***32***, wurde den Grundstückseigentümern, **** ***N.***, - ihrem Ansuchen vom 19. September 2005 entsprechend - die naturschutzbehördliche Bewilligung für die Errichtung einer Trainingsbahn für Trabrennpferde auf den Gst. Nrn. ***33***, ***34*** und ***35***, alle KG ***xx***, Marktgemeinde ***MG***, erteilt. Der Bescheid wurde laut einem auf dem Schriftstück angebrachten Stempelabdruck am 6. Dezember 2005 zur Post gegeben. In der Bewilligung wird Bezug genommen auf eine gutachtliche Stellungnahme des Bezirksbeauftragten für Natur- und Landschaftsschutz vom 3. Oktober 2005, welche wiederum auf einen Lokalaugenschein vom 19. September 2005, bei dem das noch in Planung befindliche Vorhaben im Vorfeld vor Ort besprochen wurde, verweist. 8) Stellungnahme und Beweisantrag der Bf. vom 18. Jänner 2024 Nachdem das Bundesfinanzgericht mit Beschluss vom 21. Dezember 2023 der Bf. auch die Unterlagen des naturschutzbehördlichen Bewilligungsverfahrens zur Kenntnis brachte, brachte diese in der Eingabe vom 18. Jänner 2024 u.a. vor, dass nicht nur im Jahr 2005, sondern auch schon zuvor im Jahr 2004 und in geringfügigem Ausmaß von maximal 2.000 Tonnen auch im Jahr 2006 von der ***A-GmbH*** an die Beschwerdeführerin geliefertes Material für die Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet worden sei. Dieses Material sei südwestlichen Teil der heutigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** (in etwa Grundstück Nr ***33***, KG ***xx***) für diese im Auftrag des Liegenschaftseigentümers bevorstehende Baumaßnahme zur Erfüllung der konkreten bautechnischen Funktion vorgehalten und dann der entsprechenden zeitnahen Verwendung zugeführt worden, weshalb vollständige Beitragsfreiheit für die Vorhaltung und Verwendung von Material in der Übungstrabrennbahn vorliege. Aus Sicht der Beschwerdeführerin sei somit die Verwendung der Menge von 39.210,60 Tonnen für die Trabrennbahn belegt; insbesondere auch, dass die Materialvorhaltung im südwestlichen Bereich der nunmehrigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** (die zum Zeitpunkt dieser Vorhaltung noch nicht bestanden habe) vorgenommen worden sei. Als Beweisthema der in dieser Eingabe beantragten Einvernahme des damaligen Betriebsleiters der Bf. für ihre Kiesgewinnungsstandorte wird angeführt: "dies zum Beweis dafür, dass das betreffende Material beginnend mit 2004 und in geringfügigem Ausmaß von maximal 2.000 Tonnen im Jahr 2006 vom Werk der ***A-GmbH*** in den südwestlichen Bereich der nunmehrigen Übungstrabrennbahn ***KW3*** vor deren Errichtung und bereits zur Vorhaltung für die Verwendung in der Übungstrabrennbahn ***KW3*** angeliefert, dort vorgehalten und anschließend für die Übungstrabrennbahn ***KW3*** verwendet wurde." 9) Feststellungsverfahren In Feststellungsverfahren gemäß § 10 ALSAG stellte das Landesverwaltungsgericht Oberösterreich (LVwG OÖ) mit den Erkenntnissen vom 8. Juni 2016, GZ. LVwG-550720/3/KH, und vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551092/12/KH/BBA, die Bescheide der Bezirkshauptmannschaft ***XY*** vom 22. April 2013, GZ: ***23***, und vom 4. Jänner 2017, GZ: ***24***, betreffend fest, dass die von der Bf. in den Jahren 2003 bis 2011 für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk ***KW3*** auf den Grundstücken Nr. ***25***, ***14***, ***15*** und ***16***, jeweils KG ***xx***, verwendeten Recyclingmaterialien im Ausmaß von rund 3.600 m3, die aus der mit dem Bescheid des Bürgermeisters der Landeshauptstadt ***D.*** 30. November 1992, GZ: ***19***, genehmigten Recyclinganlage stammen, 1. Abfall im Sinne des AWG 2002 sind, 2. dem Altlastenbeitrag nach § 3 Abs. 1 Altlastensanierungsgesetz, BGBl. Nr. 325/1990, in der Fassung vor bzw. nach dem Inkrafttreten der Novelle BGBl. I Nr. 71/2003, unterliegen und 3. in der Verwendung dieser Materialien für die Errichtung der Zufahrtsstraße zum Kieswerk eine beitragspflichtige Tätigkeit vorliegt. Die gegen das Erkenntnis vom 22. Jänner 2018, GZ. LVwG-551092/12/KH/BBA, erhobene Revision wurden vom Verwaltungsgerichtshof mit Beschluss vom 22. Oktober 2018, Ra 2018/16/0179, zurückgewiesen. Das Landesverwaltungsgericht führte im zuletzt angeführten Erkenntnis vom 22. Jänner 2018 zur Lage und Ausgestaltung der gegenständlichen Zufahrtsstraße in sachverhaltsmäßiger Hinsicht an, dass die Bf. in den Jahren 2003 bis 2011 auf den Grundstücken Nr. ***25***, ***14***, ***15*** und ***16***, jeweils KG ***xx***, eine Zufahrtsstraße zum dortigen Kieswerk "***KW3***" errichtet habe. Es sei dabei Recyclingmaterial, stammend aus Hochbaurestmassen, als Unterbau eingesetzt worden. Als Fahrbahndecke fungiere eine Schotterschicht, welche weder mit Hilfe von Zement (= Beton) noch von Bitumen (= Asphalt) verfestigt worden sei. Dafür, dass mehr als das für den verfahrensgegenständlichen Straßenbau unbedingt erforderliche Ausmaß an Material verwendet worden wäre, gebe es keine Anzeichen. Begründend traf das Landesverwaltungsgericht nach Darstellung des Verfahrensganges Feststellungen zum "Stand der Technik" für den Einsatz von Recycling-Baustoffen im Zeitraum 2003 bis 2005 sowie im Zeitraum ab 2006. In rechtlicher Hinsicht gelangte das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass für die Verwendung der gegenständlichen Recycling-Materialien als Straßenunterbau die notwendigen behördlichen Bewilligungen und Anzeigen vorgelegen seien, die Bf. während des Zeitraumes 2003 bis 2005 mangels durchgeführter Analysen keinerlei Kenntnis über die Bedenklichkeit des eingebrachten Materialies gehabt habe und während des Zeitraumes ab dem Jahr 2006 kein den Kriterien der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes entsprechendes Qualitätssicherungssystem im Sinn des § 3 Abs. 1a Z 6 ALSAG bestanden habe. Weder sei die Vorgangsweise der Revisionswerberin in den Jahren 2003 bis 2005 im Einklang mit dem in diesem Zeitraum anerkannten allgemeinen umwelttechnischen Vorgaben gestanden noch habe sie im Einbauzeitraum 2006 bis 2011 Kenntnis von der Qualitätsklasse des eingebauten Materials gehabt. Ausgehend davon, dass die verfahrensgegenständliche Zufahrtsstraße in einem hydrogeologisch sensiblen Gebiet errichtet worden sei, hätte nur Material der (gesicherten) Qualitätsklasse A+ eingebaut werden dürfen. Tatsächlich sei jedoch ein Einbau von "Qualitätsklasse B" qualitätsgesicherten Materials erfolgt. 10) Beweiswürdigung durch das Bundesfinanzgericht Das im Rahmen eines Feststellungsverfahrens ergangene rechtskräftige Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes entfaltet Bindungswirkung für die Abgabenbehörde und das Bundesfinanzgericht im Rahmen der Erhebung des Altlastenbeitrages. Die Abgabenbehörde war jedoch durch die Umschreibung der Sache über die Abfallmenge im Feststellungsverfahren betreffend die Errichtung einer Zufahrtsstraße zum Kieswerk ***KW3*** nicht gehindert, darüberhinausgehende Vorschreibungen bezüglich weiterer Abfallmengen zu treffen, zumal ein Feststellungsverfahren nach § 10 ALSAG nicht zwingend Voraussetzung der Abgabenfestsetzung ist (VwGH 7.10.2013, 2012/17/0147 und die dort angeführte Judikatur und Literatur). Gemäß § 279 Abs. 1 BAO ist das Bundesfinanzgericht berechtigt - auch hinsichtlich der Begründung - seine Anschauung an die Stelle jener der Abgabenbehörde zu setzen und demgemäß den angefochtenen Bescheid nach jeder Richtung abzuändern, aufzuheben oder die Bescheidbeschwerde als unbegründet abzuweisen. Nach den unwidersprochenen Feststellungen im Rahmen der bei der Bf. durchgeführten Betriebsprüfung wurden die kostenlosen Recyclingmateriallieferungen der ***A.*** an die ***X.*** im Überprüfungszeitraum ausgangsseitig verwogen und diesbezüglich handschriftlich erstellte Protokolle geführt. Es gibt weder ausgangsseitig bei der ***A.*** noch eingangsseitig bei der Bf. Liefernachweise oder (Proforma-)Rechnungen, die diese Geschäftsvorgänge buchhalterisch belegen könnten. Die in den handschriftlich erstellten Wiegeaufzeichnungen festgehaltenen Liefermengen wurden wochen- und monatsweise nach Lieferort (***KW1***, ***KW4***, ***KW3***, ***KW2***, ***KW5***) und Artikel (RS 0/4, Schüttmaterial) zusammengefasst. Prüfungsschwerpunkt der Betriebsprüfung war u.a. die Überprüfung der Mengenangaben in den handschriftlichen Hilfsaufzeichnungen der ***A.*** im Hinblick auf ihre Plausibilität. Die im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegten handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen der ***A.*** für die Kalenderjahre 2003 bis 2005 betreffend die Standorte "***KW3***" und "***KW4***" ergeben folgendes Bild: | 2003 | | ***KW3*** | ***KW3*** | ***KW4*** | | Schüttmaterial (to) | Sand (to) | Schüttmaterial (to) | Jänner | 1411,1 | 0 | 0 | Februar | 0 | 0 | 0 | März | 809,2 | 0 | 0 | | | | | April | 873,6 | 0 | 1172,8 | Mai | 0 | 0 | 476,1 | Juni | 0 | 0 | 416 | | | | | Juli | 0 | 0 | 1254,1 | August | 506,1 | 0 | 0 | September | 0 | 0 | 371,3 | | | | | Oktober | 0 | 0 | 2310,6 | November | 0 | 0 | 162 | Dezember | 0 | 0 | 16,8 | | | | | Summe: | 3600 | 0 | 6179,7 | 2004 | | ***KW3*** | ***KW3*** | ***KW4*** | | Schüttmaterial (to) | Sand (to) | Schüttmaterial (to) | Jänner | 0 | 0 | 1597,2 | Februar | 0 | 0 | 413,2 | März | 966,6 | 0 | 195,7 | | | | | April | 886 | 0 | 421,7 | Mai | 0 | 0 | 1331,6 | Juni | 0 | 0 | 2337,4 | | | | | Juli | 0 | 0 | 661,9 | August | 129,8 | 0 | 2914,4 | September | 0 | 0 | 1400 | | | | | Oktober | 0 | 46,4 | 2368,2 | November | 0 | 0 | 169,7 | Dezember | 0 | 0 | 166,7 | | | | | Summe: | 1982,4 | 46,4 | 13977,7 | 2005 | | ***KW3*** | ***KW3*** | ***KW4*** | | Schüttmaterial (to) | Sand (to) | Schüttmaterial (to) | Jänner | 0 | 109,48 | 0 | Februar | 0 | 0 | 78,8 | März | 84,6 | 0 | 556,6 | | | | | April | 0 | 104,4 | 381,3 | Mai | 17,4 | 0 | 256,7 | Juni | 52 | 0 | 1863,6 | | | | | Juli | 0 | 286,4 | 903,9 | August | 0 | 710,2 | 5056,7 | September | 0 | 0 | 2529,6 | | | | | Oktober | 0 | 0 | 1995,8 | November | 0 | 0 | 920 | Dezember | 0 | 1776 | 3835,2 | | | | | Summe: | 154 | 2986,48 | 18378,2 In der Beschwerde (Pkt. 2.15) wird vorgebracht, dass eine Rechtswidrigkeit des bekämpften Bescheids auch insofern vorliege, als in der - in der Bescheidbegründung verwiesenen - Niederschrift vom 29. Mai 2012 die Mengen für die Standorte ***KW3*** und ***KW4*** vertauscht worden seien und in Wahrheit die Übungstrabrennbahn zum Standort ***KW3*** und nicht zum Standort ***KW4*** ressortiere. Dieses Vorbringen erweist sich insofern als unzutreffend, als in der Niederschrift über das Ergebnis der Betriebsprüfung vom 29. Mai 2012, Zahl: ***000***, die sich aus den handschriftlich erstellten Wiegeaufzeichnungen ergebenden Materialmengen den jeweiligen Standorten korrekt zugeordnet wurden und insofern keine Standortvertauschung durch die Behörde in der Niederschrift vom 29. Mai 2012 erfolgte. In dieser Niederschrift vom 29. Mai 2012 ist unter Punkt 3.2.1. festgehalten, dass die ***A.*** nach der ersten Vorlage der Aufzeichnungsunterlagen mündlich erklärt habe, dass "in diesen Aufzeichnungen" die Auslieferungen an die Standorte ***KW3*** und ***KW4*** vertauscht worden seien. Demnach behauptete die ***A.***, dass eine Standortvertauschung in ihren eigenen Unterlagen erfolgt sei. Der behaupteten Vertauschung der Standorte in den Wiegeaufzeichnungen der ***A.*** ist entgegenzuhalten, dass dieses Vorbringen durch keine Beweismittel untermauert wird und daher nicht über die Behauptungsebene hinausgeht. Dem Vorbringen steht auch entgegen, dass nach den Angaben des Geschäftsführers der Bf. in der mündlichen Verhandlung vom 23. November 2023 die Angabe des Standortes in den handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen der ***A.*** für die Lkw-Fahrer bestimmt war, damit diese wissen, zu welchem Standort sie fahren müssen. Vor diesem Hintergrund ist eine über drei Jahre hinweg erfolgte Vertauschung der Standorte "***KW3***" und "***KW4***" in einer Vielzahl von handschriftlich erstellten Aufzeichnungen nicht glaubhaft und nachvollziehbar darzulegen. Die im Rahmen der Betriebsprüfung aufgrund der vorgelegten handschriftlichen Wiegeaufzeichnungen gewonnenen Beweisergebnisse konnten somit durch die Behauptung einer Standortvertauschung nicht entkräftet werden. Im Rahmen der Beweiswürdigung misst daher das Bundesfinanzgericht bei dieser Sach- und Beweislage den Angaben in den handschriftlich erstellten Wiegeaufzeichnungen den höheren Beweiswert zu. Dies auch vor dem Hintergrund der sich im Laufe der Verfahren ändernden Argumentationslinien der Bf. Bereits in der Niederschrift über die Betriebsprüfung ist diesbezüglich von "drei sehr unterschiedlichen Versionen" die Rede. So führte die Bf. in der Eingabe vom 20. Dezember 2010 eine Materialverwendung im Kieswerk ***KW4*** für die Errichtung einer Fahrstraße mit der Bezeichnung "***KW4***/Werkszufahrt (Natur)" im Ausmaß von 2.592 Tonnen und für die Errichtung von "temporären" Fahrstraßen in den Kieswerken ***KW4*** und ***KW1*** im Ausmaß von 24.647,5 Tonnen ins Treffen, wollte etwa in den Vorlageanträgen die gesamte von der Behörde dem Standort ***KW4*** zugeordnete Materialmenge der Errichtung der Trabrennbahn ***KW3*** und somit dem Kiesgewinnungsstandort ***KW3*** zugeschlagen wissen und vertritt schließlich in der Eingabe vom 7. Dezember 2023 die Auffassung, dass im Zeitraum 2003 bis 2005 eine Materialmenge von 8.094,50 Tonnen den Standorten Kieswerk ***KW3*** und Kieswerk ***KW4*** zugeordnet werden könnte. Da sohin die nachträglichen Angaben der Bf. zu den Materialverwendungen in ihren Kiesgewinnungsstandorten den Beweiswert der im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegten handschriftlichen Belege der ***A.*** nicht in Frage stellen konnten, war schließlich auch der in der Eingabe vom 7. Dezember 2023 vertretenen Auffassung der Bf., dass von der in den Kieswerken ***KW3*** und ***KW4*** für Geländeanpassungen verwendeten Gesamtmenge von 47.305,10 Tonnen die sich aus dem Technischen Bericht zur Kubaturermittlung der ***ZT*** (vorgelegt mit vom 15. Februar 2019) für die Übungstrabrennbahn ergebende Materialverwendung im Ausmaß von 39.210,60 Tonnen abzuziehen sei und sohin eine Menge von 8.094,50 Tonnen verbleibe, welche im Zeitraum 2003 bis 2005 den Standorten Kieswerk ***KW3*** und Kieswerk ***KW4*** zugeordnet werden könnten, infolge ihrer Widersprüchlichkeit zu den genannten Wiegebelegen nicht zu folgen. Demnach sieht es das Bundesfinanzgericht aufgrund der dargestellten beweiswürdigenden Überlegungen gemäß § 167 Abs. 2 BAO als erwiesen an, dass im vorliegenden Streitzeitraum 2003 bis 2005 der bereits oben dargestellten Aufstellung zufolge dem Standort ***KW3*** eine Materialmenge im Ausmaß von insgesamt 8.769,28 Tonnen und dem Standort ***KW4*** eine Materialmenge im Ausmaß von insgesamt 38.535,6 Tonnen zuzuordnen ist.

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Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/5200012/2019
ECLI
ECLI:AT:BFG:2024:RV.5200012.2019
Stammnummer
143420
Gültig
01.02.2024 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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