Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/5100983/2021
Nichtanerkennung eines Dienstverhältnisses zu einer Ex-Lebensgefährtin mangels eindeutigen Inhaltes der Vereinbarung und fremdunüblicher Abwicklung im Zusammenhang mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung
geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/5100983/2021vom 07.03.2023Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Diese Aussage von der Prüferin wäre auch in der Begründung der Beschwerdevorentscheidung vom 16.4.2021 nicht bestritten worden und da die Prüferin kein falsus procurator ohne Vertretungsmacht wäre, sondern echte Vertreterin des Finanzamtes, würde nach dieser Aussage von ihr somit die "nahe Angehörigeneigenschaft" von Frau ***2*** als beendet gelten, da laut Angehörigenjudikatur § 36a (1) AVG ehemalige Lebensgefährten als Angehörige im Sinne des Bundesgesetzes auch nicht aufgezählt wären.
Da aber die Feststellung richtig sei, dass auch ehemalige Lebensgefährten in einer Nahebeziehung zum Abgabepflichtigen stehen können, hätte laut VwGH (GZ 2011/13/0036 vom 26.3.2014) eine fallbezogene Prüfung zu erfolgen, ob noch eine faktische Nahebeziehung besteht, welche die Einordnung zu den "nahen Angehörigen" mit sich bringt. Die FB hätte aber während ihrer gesamten Ermittlungen seit 24.9.2019 die faktische Nahebeziehung zwischen Frau ***2*** und dem Bf. 2016 nicht nachweisen können, weil es keine Nahebeziehung gegeben habe.
Nach Ansicht der FB laut Bescheidbegründung vom 16.4.2021 wäre es realitätsfern anzunehmen, dass sich Lebenspartner welche sich Anfang 2013 nach ***106*** Jahren Lebensgemeinschaft trennen, nur wenige Monate nach Verlegung des Hauptwohnsitzes von Frau ***2*** am 20.7.2015 einen mündlichen Vertrag am 9.12.2015 abschließen und kein persönliches Naheverhältnis bestanden haben soll. Dass die Angehörigenjudikatur anzuwenden sei, würde insbesondere von der FB im Hinblick auf eine Wohnung gestützt, welche sich im Besitz des Bf. befinden würde.
Es wäre richtig, dass es sich um nur wenige Monate vor Vertragsabschluss am 9.12.2015 gehandelt habe, als sich Frau ***2*** am 20.7.2015 von ***8***, ***17*** nach ***26***, ***17*** in eine Wohnmöglichkeit umgemeldet habe, die sich im Besitz des Bf. befinden würde. Dass Frau ***2*** die Möglichkeit gehabt hätte sich in eine Wohnmöglichkeit, die sich im Besitz des Bf. befindet, umzumelden, wäre am Trennungsvertrag der Lebensgemeinschaft 2013 und Prekariumsvertrag 2013 gelegen und würde in keinem Zusammenhang mit ihren Tätigkeiten 2016 stehen.
Tatsächlich hätte Frau ***2*** ab Mitte 2014 in ihrem Nebenwohnsitz in ***29***, ***30***, gelebt wo sie ihre Mutter mit Pflegestufe 5 gepflegt hätte und schließlich am 2.5.2015 Pflegekarenz für ihre Mutter angetreten hätte, sich nachweislich zeitgleich während der Ummeldung nach ***26*** am 20.7.2015 immer noch in dieser Maßnahme des Sozialministeriums in ***29*** befunden hätte und auch weiter dort gewohnt hätte, da sie ihre Mutter gepflegt hätte.
Frau ***2*** hätte nur während ihrer Tätigkeiten 2016 in ***26*** gewohnt. Anschließend hätte sie wieder in ***29*** gewohnt. ***26*** wäre seitdem unbewohnt.
Da keine faktische Nahebeziehung 2016 von der FB zwischen Frau ***2*** und dem Bf. nachgewiesen werden hätte können, müsste der Bf. die Ausführungen der drei kumulativen Voraussetzungen, damit das Arbeitsverhältnis von Frau ***2*** steuerlich Anerkennung findet, vermutlich nicht nachweisen, wie:
1.) Nach außen hin ausreichend zum Ausdruck kommen.
2.) Einen eindeutigen und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben.
3.) Zwischen Familienfremden unter gleichen Bedingungen abschließen.
Zur Außenwirkung - nach außen hin ausreichend zum Ausdruck kommen:
Der Fachbereich würde mangelnde Publizität vorwerfen, da trotz Anmeldungen bei Gemeindeamt, GKK, FA, SV f. ***55***, PVA, AMS und Lohnbüro ***38*** das Dienstverhältnis für ihn nicht ausreichend nach außen zum Ausdruck kommen würde, die Zeugenaussage des Vaters offensichtlich angezweifelt werde und im Rahmen der Außenprüfung Unterlagen abverlangt und nicht vorgelegt worden wären.
Am 24.9.2019 wäre der Bf. von seinem Steuerbüro ***35*** informiert worden, dass er eine Steuerprüfung habe. Es wären alle Unterlagen zu den Jahren 2015, 2016 und 2017 dem FA ***34*** zur Einsicht vorgelegt worden.
Nach dem Augenschein am 18.10.2019 wären alle abverlangten, umfangreichen Unterlagen/Geschäftsfälle per Mail am 30.10.2019 samt Erklärungen an das FA ***34*** übermittelt worden.
Am 6.11.2019 wäre der strittige Arbeitskalender 2016 von Frau ***2*** dem FA ***34*** per Mail angeboten worden, indem der Bf. geschrieben hätte: "Teilen sie mir bitte mit, ob sie diesen Kalender benötigen. Gerne kann ich ihnen diesen kurzfristig vorbeibringen." Dieses Angebot wäre jedoch ignoriert worden.
Am 30.1.2020 wären von seinem Steuerberater per Mail Dienstzetteln, Dienstzeitaufzeichnungen seiner Kinder und Frau ***2*** sowie drei Seiten des Originalkalenders 2016 von Frau ***2*** übermittelt worden.
Am 20.02.2020 wäre während der Schlussbesprechung u.a. der Originalkalender 2016 von Fr. ***2*** nochmals dreimal angeboten worden, indem der Bf. einmal gesagt hätte: "Ich habe den Kalender mit, von der ***2***, wir haben ja nichts zu verstecken." und einmal hätte der Bf. gesagt: "..also das hat sie mir noch gegeben, das können wir noch dazu tun,- Kalender kann man auch dazufügen" und dann hätte der Bf. noch gesagt: "naja das Tz. 1, ich meine die hat ja doch ein wenig was hineingeschrieben, was gemacht worden ist, so ist ja das nicht so, dass da nichts da ist." Es hätte aber offensichtlich kein Interesse am Kalender bestanden da dieses Angebot von der BP wieder ignoriert worden wäre und sie ihn willkürlich gar nicht sehen hätte wollen.
Am 02.09.2020 nach Bescheidbeschwerde vom 23.03.2020 und nach Wiedereröffnung des Verfahrens und neuerlichen Ermittlungen vor Ort, hätte die BP überraschend den Originalkalender verlangt, der für den Bf. leider nicht mehr greifbar gewesen wäre.
Der Kalender und die ***107*** Unterlagen hätten sich zwischenzeitlich bei Frau ***2*** in ***29*** befunden, welche dem Bf. versprochen hätte, diese Unterlagen dann zu ihrer Vernehmung ins FA am 17.09.2020 mitzubringen. Die restlichen Unterlagen, die hier am 02.09.2020 verlangt worden wären, hätte die Betriebsprüfung per Mail am 03.09.2020 erhalten. Es wäre nicht klar welche Unterlagen (außer Originalkalender) im Rahmen der Außenprüfung von der FB abverlangt und nicht vorgelegt worden seien, da sie in der Bescheidbegründung vom 16.04.2021 auch nicht die fehlenden Unterlagen, die nicht vorgelegt worden seien, benennen würde.
Weiters möchte der Bf. betonen, dass die Stellungnahme der BP bezüglich mit nur Hilfstätigkeiten wie "auf- und wegräumen, putzen usw." nicht richtig wäre.
Außerdem würde die FB in der Bescheidbegründung am 16.04.2021 über die Stellungnahme der Betriebsprüfung schreiben: "…genauso wie sein Sohn Herr ***44*** und seine Tochter ***14***, welche seit 2016 bzw. 2017 bei Herrn ***Bf1*** geringfügig beschäftigt sind."
Es sei richtig, dass die Tochter des Bf., ***72***, von 1.1.2017 bis 12.5.2021 mit Unterbrechungen beim Bf. geringfügig beschäftigt gewesen wäre. Es sei richtig, dass sein Sohn ***44*** vom 1.10.2016 bis 21.2.2018 beim Bf. geringfügig beschäftigt gewesen wäre. Es wäre die Stellungnahme der Betriebsprüferin, dass sein Sohn seit 2016 beim Bf. geringfügig beschäftigt wäre, falsch.
Es sei richtig, dass schon von Anfang an um Vorlage von Arbeitsverträgen und Aufzeichnungen etc. ersucht worden wäre.
Es sei richtig, dass es keine schriftlichen Aufzeichnungen zum mündlichen Arbeitsvertrag vom 9.12.2015 zwischen Frau ***2*** und dem Bf. geben würde und dieser seiner Natur nach nicht vorgelegt werden könne.
Es wäre aber auch richtig, dass der Bf. den Arbeitskalender 2016 von Frau ***2*** von Anfang an erwähnt hätte und diese Aussage vom Bf., dass der Kalender von Anfang an vom Bf. erwähnt worden wäre, von der FB in der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 nicht bestritten worden wäre.
Den Vorwurf am 28.11.2019 laut Stellungnahme der Betriebsprüfung in der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 keine Aufzeichnungen vorgelegt zu haben, würde der Bf. zurückweisen, da zwischen Augenschein am 18.10.2019 und der Besprechung in ***35*** Büro am 15.1.2020 keine Besprechung stattgefunden hätte. Zum Vorwurf der Betriebsprüfung des FA ***34*** bezüglich der Dienstzetteln und der Dienstzeitaufzeichnungen aus der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 indem die Betriebsprüfung in ihrer Stellungnahme schreiben würde, dass sie erst am 30.1.2020 die Unterlagen übermittelt bekommen hätte, möchte der Bf. diesbezüglich zu seiner Verteidigung vorbringen, dass durch die vielen Rechnungen, welche Großteils von der Prüferin am 15.1.2020 in ***35*** Büro stark angezweifelt worden wären, obwohl es sich bei allen Eingangsrechnungen um seriöse Fachfirmen die für seine Firma Arbeiten ausgeführt hätten und es sich um Betriebsausgaben gehandelt hätte, letztendlich nur durch aufwändige Fotodokumentationen überzeugen ließ, wie z.B der Fa. ***56*** (auch vorausbezahlt), sich die Besprechung dermaßen in die Länge gezogen hätte, sodass die Betriebsprüfung die Zeit nicht mehr investiert hätte in die direkt vor ihr, in ihrer Sphäre am Tisch ausgebreitet liegenden Dienstzetteln und Dienstzeitaufzeichnungen seiner Kinder sowie von Frau ***2*** einzusehen oder diese Unterlagen wenigstens mit den Fotos gemeinsam mitzunehmen.
Dass diese Besprechung vorzeitig beendet worden wäre, und die Betriebsprüfung am 15.1.2020 nicht mehr in diese Unterlagen Einsicht genommen oder diese mitgenommen hätte, wäre nicht am Bf. gelegen. Außerdem hätte die Betriebsprüfung während der Besprechung nicht mit einem Wort den Arbeitskalender 2016 von Frau ***2*** erwähnt. Es wäre richtig, dass diese Unterlagen dann erst am 31.1.2020 von seinem Steuerberater an die FB übermittelt worden wären mit drei nicht geforderten Kalenderseiten.
Zum klaren, eindeutigen und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt:
Es wäre richtig, dass "nur" ein mündlicher Arbeitsvertrag zwischen Frau ***2*** und dem Bf. bestanden hätte. Es wäre auch eine mündliche Rückzahlungsvereinbarung getroffen worden falls Frau ***2*** ihre Arbeit aus unvorhersehbaren Gründen beim Bf. nicht antreten bzw. nur kürzere Zeit für den Bf. arbeiten hätte können. Der mündliche Dienstvertrag mit Frau ***2*** am 9.12.2015 hätte sehr wohl einen klaren, eindeutigen und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt. Durch das mündliche Fixieren der wesentlichen Vertragsbestandteile wie Lohnhöhe, Zahlungsmodalitäten, zu leistende Tätigkeiten, Mitwirken des Bf. bei bestimmten Tätigkeiten, terminisiertem Arbeitsbeginn, Vollzeitbeschäftigung 38,5 Std., Lohnbüro ***38*** und Anmeldung an alle Ämter hätte der Vertrag durchgeführt und von beiden Seiten nachweislich erfüllt werden können. Konsens wäre vorgelegen.
Folgende wesentliche Vertragsbestandteile, die Fachtätigkeiten und Hilfstätigkeiten "betreffend der Vermietung" beinhalten würden und nicht nur Hilfstätigkeiten wären, wie der Fachbereich zitiert, wären im mündlichen Vertrag am 9.12.2015 fixiert worden:
Der Bf. und Frau ***2*** hätten vereinbart, dass sie die Planung des neuen Mietobjektes ***57*** (ca. 60m2) das als Praxis oder Ähnliches vorgesehen wäre, in Verbindung mit dem Bf. die Planung übernehmen und an der Ausführung arbeiten würde.
Dieses Mietobjekt hätte ausgeräumt, die Inhalte der unzählig in diesem Raum gelagerten vollen dicken Firmenordner (früher doppelte Buchhaltung KFZ - Fachbetrieb und Tankstelle) Blatt für Blatt durchgeprüft werden müssen um nur unnötiges Material dann zu vernichten. Frau ***2*** wäre nur aufgrund ihrer Buchhalterausbildung und dem Besuch der Handelsschule dafür sehr gut geeignet gewesen. Weiters wäre der Raum vollgeräumt mit verschiedensten alten Dingen gewesen (das meiste noch aus seiner Selbstständigkeit) die wiederum getrennt werden hätten müssen in Dinge die man weiterhin aufbewahrt, da sie eventuell in der V+V noch benötigt werden können und Dinge die entsorgt werden konnten.
Außerdem wäre über die feuchten Wände in diesem Raum gesprochen worden und Frau ***2*** hätte den pilzbefallenen Innenputz teilweise zu entfernen gehabt und hätte die Innendecke demontieren sollen. Außerdem hätten Stemm- und Installationsarbeiten in Zusammenarbeit mit dem Bf. durchgeführt werden sollen.
Die Farbenmischanlage von der ehemaligen Kfz-Lackierung, die sich auch in diesem Raum befunden hätte, hätte abgebaut und entsorgt werden müssen, sowie deren ca. 150 Lackdosen ebenfalls aussortiert, getrocknet und entsorgt werden hätten müssen.
Es wäre auch das Thema der neuen Fassade am neuen Mietobjekt ***57*** angesprochen worden. Hier hätte der Bf. nach 43 Jahren neue Fenster und eine neue Tür geplant und dadurch eine neue Außenfassade benötigt. Die alte Granitfassade hätte abmontiert werden müssen. Es hätte für den Fenstertausch und die kommende neue Fassade alles vorgearbeitet werden müssen. Frau ***2*** hätte dem Bf. zugesagt, dies mit dem Bf. zu übernehmen.
Außerdem wäre das Firmenbüro ***57*** auszumalen und auch hier der Boden und Decke zu sanieren gewesen. Frau ***2*** hätte diese Tätigkeiten zu übernehmen gehabt.
Weiters wäre über den noch nicht vermieteten Aufenthaltsraum in der Tankstelle gesprochen worden, der nach einem Wasserschaden ausgeräumt, saniert und ausgemalt werden hätte müssen. Dieser Raum wäre zwischenzeitlich seit 12/2018, Dank der Sanierung 2016, an die Fa. ***52*** vermietet worden.
Die neue Mauer im Nebenraum der Tankstelle hätte verputzt werden sollen sowie der Boden eine Verfliesung benötigt hätte und Frau ***2*** hätte dies übernehmen sollen. Diese Arbeit wäre aus Zeitgründen nicht durchgeführt worden.
Über die Außenanlagen hätte der Bf. mit Frau ***2*** längere Zeit gesprochen, da es sich hier um sehr umfangreiche Arbeiten gehandelt hätte. Es wäre über die Entastung der Bäume gesprochen worden, das Entfernen unzähliger Sträucher und kleiner Bäume mit Motorsäge auf den Betriebsgrünflächen, deren Unkrautbeseitigung sowie das Mähen mit Motorsense und Rasenmäher seitlich des Bachufers neben und hinter der Tankstelle sowie neben und hinter den Vermietungsobjekten ***58*** und ***59*** entlang des Bachufers. Am Bachufer seitlich der Tankstelle hätten neue Bäume zur Befestigung des Ufers gesetzt werden müssen. Diese vom Bf. geplanten Tätigkeiten hätten von Frau ***2*** aufgrund ihrer abgeschlossenen Landwirtschaftslehre übernommen werden können. Diese Flächen wären nicht in den Mietumfängen seiner Mieter enthalten gewesen, hätten aber zum Betriebsgelände gehört. Im Jahr 2016 wäre zwei Mal Hochwasser gewesen, sodass der Bach und das Bachufer zusätzliche Aufräumarbeiten erfordert hätten sowie das Nachsetzen von jungen Fichten nötig gewesen wäre und der Keller von ***58*** jedes Mal trockengelegt werden hätte müssen.
Zusätzlich hätte Frau ***2*** auch zugesagt, sämtliche Betriebsflächen die sich nicht im Mietumfang der Mieter befinden würden, mit der Kehrmaschine zu kehren und unkrautfrei zu halten.
Weiters hätte sich neben dem Mietobjekt ***59*** eine relativ natürlich gewachsene, ungepflegte, wilde Grünlandschaft befunden. Diese Fläche hätte als Vorplatz zum Mietobjekt ***59*** wieder hergestellt werden müssen, um die beengte Parkplatzsituation zu entspannen. Frau ***2*** hätte die Vorarbeiten dazu zu leisten gehabt indem sie die Sträucher und kleinen Bäume entfernt und entsorgt hätte sowie die beiden daraufstehenden Lagerhütten leerzuräumen gehabt hätte.
Es wäre auch vereinbarten worden, dass Frau ***2*** das Eisenlager des Bf. (aus der Zeit seiner Selbstständigkeit), welches sich im Außenbereich hinter dem Mietobjekt ***59*** befunden hätte, abmontiert und das Eisen mit dem Traktor und Anhänger, zur Aufbewahrung für spätere Verwendung an den Mietobjekten, nach ***26*** fährt oder entsorgt. Dadurch hätte auch die Fassade von ***59*** gewaschen werden müssen.
Es wäre auch vereinbart worden, dass Frau ***2*** sämtliche Bürotätigkeiten übernehmen müsse und hätte außerdem über jede einzelne Vermietungsbetriebsimmobilie eigene Ordner anlegen sollen, über verschiedenste geplante Einrichtungen Produktinformationen einholen sowie deren Planung übernehmen hätte sollen (neue Videoüberwachung der Mietobjekte samt Kabelverlegung und Vorbereitung, Gegensprechanlage mit Video, Lüftung und Klimaanlage für Mietobjekt ***57***).
Es wäre auch richtig, dass sich keine Unterschrift der Dienstnehmerin am Dienstzettel befinden würde (eine Unterschrift wäre nicht zwingend erforderlich), jedoch durch die ausgewiesene Lohnhöhe 2.500.- EURO brutto es "realitätsfern" wäre anzunehmen, dass es sich um Teilzeit oder Geringfügigkeit handeln könnte wie die FB unterstellen würde. Weiters möchte der Bf. anmerken, dass die Anmeldung bei der ***55*** am 4.3.2016 die 38,5 Std. Vollzeitbeschäftigung von Frau ***2*** bestätigen würde.
Außerdem wären die Dienstzeitaufzeichnungen sowie Teile des Kalenders vorgelegt worden in denen eindeutig von Vollzeit auszugehen wäre und nichts mit Teilzeit oder Geringfügikeit zu tun hätten.
Des Weiteren würde es die FB als äußerst zweifelhaft darstellen, ob im Rahmen der Vermietungstätigkeiten, Tätigkeiten im angeblichen Ausmaß laut vorgelegter Stundenaufzeichnungen (Widerspruch der Behörde zu der angeblich nicht feststellbaren Vollzeitbeschäftigung) angefallen sein können.
Da es der Prüferin trotz Augenschein auf seinem Betriebsgelände offensichtlich an Vorstellungskraft fehlen würde, wieviel Arbeit nötig wäre um dieses Areal auf Schuss zu halten, würde der Bf. um diese bestehenden Zweifel aus dem Weg zu räumen über die voll umfänglichen Tätigkeiten von Frau ***2***, die als Gesellin der Landwirtschaft (dreijährige Lehre erforderlich) und ihre Tätigkeiten nichts mit Hilfstätigkeiten oder geringfügiger Mitarbeit zu tun hätten, im Rahmen der Vermietung bzw. des Betriebsgeländes eine auszugsweise Dokumentation mit noch vorhandenen Fotos der geleisteten Arbeiten von Frau ***2*** zusammenstellen.
Es wäre falsch und unzureichend in Verbindung mit den Malertätigkeiten in der Tankstelle recherchiert worden und würde gänzlich vom tatsächlichen Sachverhalt abweichen. Aus den vorgelegten Kalenderaufzeichnungen 2016 von Frau ***2***, die der FB übermittelt worden wären, würden von der FB falsch dargestellt werden, indem sie in der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 schreiben würde, dass Frau ***2*** laut vorgelegter Kalenderaufzeichnung zwischen 1.3. und 4.3.2016 beim Vermietungsobjekt der Mieterin ***40*** ausgemalt, sowie einen Aufenthaltsraum und einen Nebenraum ausgeräumt haben soll.
Richtig wäre aber, dass aus den vorgelegten Kalenderaufzeichnungen 2016 zwar hervorgeht, dass Frau ***2*** in der Tankstelle vom 1. bis richtigerweise am 5.3.2016 ausgemalt sowie den Aufenthaltsraum und den Nebenraum ausgeräumt hätte, aber nicht hervorgehen würde, dass Frau ***2*** beim Vermietungsobjekt der Mieterin ***40*** ausgemalt hätte - sondern sie hätte im Vermietungsobjekt des Bf. der Tankstelle ausgemalt und den Aufenthaltsraum sowie den Nebenraum ausgeräumt.
Unerklärlich wäre, wie man auf diese Behauptung kommen würde, dass Frau ***2*** im Mietobjekt ***40*** ausgemalt und einen Aufenthaltsraum sowie einen Nebenraum ausgeräumt haben soll?
Da es sich nach Akteneinsicht laut der Aussage von Herrn ***39*** um den Aufenthaltsraum handeln würde, bei dem es nie dazu gekommen wäre, dass er Aufenthaltsraum der Fa. ***40*** geworden wäre, hätte man den Bf. mit dieser Aussage von Herrn ***39*** konfrontieren und um Aufklärung ersuchen können, zudem hätte diese markante Aussage auch dem Fachexperten für Außenprüfung sowie der Finanzstrafbehörde des FA ***34*** auffallen hätte müssen, wieso es denn nie dazu gekommen wäre? Wäre ein Mietvertrag für diesen Raum von der ***40*** vorhanden?
Zudem hätte auch laut Aktenvermerk Herr ***39*** sowie Herr ***41*** keine Rechnung zu den Malertätigkeiten 2016 finden können.
Laut Bescheidbegründung vom 16.4.2020 hätte Herr ***39*** (Geschäftsführer der Fa. ***40***) die Firma ***41*** 2016 für die Malertätigkeiten der Tankstelle beauftragt.
Herr ***39*** hätte zwar für die Malertätigkeiten der Tankstelle die Firma ***41*** aus ***48*** beauftragt, jedoch bereits 2012 und nicht im Jahr 2016 in dem Frau ***2*** gearbeitet hätte. Laut Telefonat am 12.6.2021 mit Frau ***60*** (Gattin) wäre es Herrn ***41*** aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen 2016 zu arbeiten (malen), da er 2017 an Leberzirrhose verstorben wäre.
Diese Malertätigkeiten 2012 der Fa. ***40*** (Fa. ***41***) hätten das gesamte Außengebäude sowie den Shop innen und das Lager innen betroffen, jedoch nicht den Nebenraum innen sowie den Aufenthaltsraum innen ("Stüberl") der Tankstelle, den Frau ***2*** 2016 innen saniert und ausgemalt hätte. Um Verwechslungsgefahr auszuschließen, wäre bei der Vernehmung im FA von Frau ***2*** am 17.9.2020 klargestellt worden, um welchen Raum es sich explizit gehandelt hätte.
Die Malertätigkeiten der Fa. ***40*** wären in jedem Fall am 15.9.2012 vor der Tankstelleneröffnungsfeier abgeschlossen worden. Wie auf den beigelegten Fotos ersichtlich wäre, würde sich für die FB die Unmöglichkeit der Beibringung einer Rechnung von 2016 der Fa. ***40*** oder der Fa. ***41*** aus ***48*** über die Malerarbeiten der Tankstelle ***74*** ergeben und schon gar nicht über die Malertätigkeiten des Aufenthaltsraumes in der Tankstelle ***74***, da diese von Frau ***2*** durchgeführt worden wären.
Außerdem hätte die Fa. ***40*** diese in der Tankstelle ***74*** integrierten Räume, damals Aufenthaltsraum (Stüberl") und Nebenraum der Tankstelle, die Frau ***2*** 2016 ausgeräumt, innen saniert und ausgemalt hätte, zu keinem Zeitpunkt gemietet gehabt.
Der Fachbereich und die BP des FA ***34*** hätten dies leicht recherchieren können, indem sie in den beiliegenden Plan des Mietvertrages der Fa. ***40***, der auch im Mietvertrag erwähnt werde und einen "integrierenden Bestandteil" des Mietvertrages darstellen würde, anfordern und einsehen können um festzustellen, welche Räumlichkeiten und Freiflächen im Mietumfang enthalten waren. Da diese Räumlichkeiten, die von Frau ***2*** 2016 in der Tankstelle saniert worden wären, nicht im Mietumfang der Tankstelle ***40*** enthalten gewesen wären und vom 1.7.2012 bis 12/2018 leer und folglich dessen verschlossen gestanden wären, hätte am 10.12.2018 mit der Nachfolgefirma, Fa. ***52*** (***53***), ein nachträglicher, ergänzender Mietvertrag nur über diesen einen Aufenthaltsraum (Stüberl) geschlossen werden müssen.
Die Betriebsprüfung hätte auch Herrn ***39*** bei seiner Aussage die naheliegende Frage stellen können, nachdem er laut Aktenvermerk gesagt hätte, dass es nie dazu gekommen wäre, dass dieser Raum Aufenthaltsraum für die Fa. ***40*** geworden wäre, warum es denn nie dazu gekommen wäre.
Es wäre nie dazu gekommen, weil die Fa. ***40*** diese zwei Räume zu keinem Zeitpunkt gemietet gehabt hätte und die Fa. ***40*** oder die Fa. ***41*** auch nie Zutritt in diese Räume haben konnten, da diese Räumlichkeiten vom 1.7.2012 bis 12/2018, verschlossen gewesen wären.
Die Betriebsprüferin und der Fachbereich des FA ***34*** hätten gemeinsam, ohne an den Bf. oder bei der Vernehmung an Frau ***2*** heranzutreten, aufgrund ihrer falschen Recherche und trotz fehlender schriftlicher Beweise (keine Rechnung über Malertätigkeit der Fa.***41*** von 2016 sowie kein Mietvertrag des Aufenthaltraumes sowie Nebenraumes von der Fa. ***40*** vorhanden), die Arbeitsaufzeichnungen von Frau ***2*** aus dem Kalender 2016 mit Unwahrheit angereichert, verstümmelt und in Frage gestellt, was in der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 von der FB auf inkorrekte Weise verwertet worden wäre, indem behauptet werde, dass den Beweisstücken "Kalender und Dienstzeitaufzeichnungen von Frau ***2*** 2016 nur ein geringer Beweiswert beigemessen" werde.
Eingangsrechnungen aus der Buchhaltung des Bf. 02/2016 über Malermaterial für den Tankstellenaufenthaltsraum würden beigelegt. Restliches Sanierungsmaterial wäre auf Lager gelegen.
Außerdem würde sich in weiterer Folge eine Anzeige der Finanzstrafbehörde ***34*** bei der ***108*** in ***109***, ohne jeden Beweis, gegen den Bf. auf o.a. falsche Ermittlungsergebnisse stützen.
Nur die Fahrbahnen zu den Tanksäulen (Zapfsäulen) sowie der Shopeingang und Waschanlagenein- u. ausfahrt wären in den Freiflächen im Mietumfang der Fa. ***40*** enthalten gewesen. Für diese Flächen wäre alleine die Fa. ***40*** zuständig gewesen. Es wäre richtig, dass diese Flächen nie von Seite des Bf. gereinigt oder sonstige Arbeiten darauf vom Bf. verrichtet worden wären.
Jedoch die restlichen Betriebsfreiflächen der Tankstelle, die nicht im Mietumfang der Mieter enthalten wären, würden unter seine Zuständigkeit fallen.
Frau ***2*** wäre mit der Kehrmaschine auf den Betriebsfreiflächen, die unter seine Zuständigkeit fallen würden, gefahren und hätte diese unkrautfrei gehalten. Dies wären ***58***, ***59***, ***74*** teilweise und ***57*** teilweise.
In der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 würde hervorgehen, dass Herr ***39*** behauptet hätte, dass der Bf. stets sämtliche Anfragen zu Reparaturen verweigert hätte. Richtig wäre aber, dass Herr ***39*** laut Mietvertrag die Erhaltungspflicht und Instandhaltungspflichten zu tragen hätte.
Herr ***39*** hätte den Bf. für eine Reparatur an einem Tankstellensektionaltor der Autowaschanlage haftbar machen wollen, hätte aber die darauffolgende Klage verloren und wäre seitdem auf den Bf. nicht mehr gut zu sprechen.
Fremdüblichkeit:
Da laut Bescheidbegründung vom 16.4.2021 auch die Höhe der Bezahlung ein integraler Bestandteil wäre und aus der Sicht der Behörde der Interessensgegensatz fehlen würde, möchte der Bf. dazu erläutern, dass Frau ***2*** anfänglich der Lohnverhandlung am 9.12.2015 einen Vorschuss von 10.000.- Euro und aufgrund ihrer umfangreichen Qualifikationen vom Bf. 2.300.- Euro brutto angeboten worden wäre, Frau ***2*** dies zu wenig gewesen wäre und sie sich daher erst nach Verhandlung geeinigt hätten. Der Bf. und Frau ***2*** hätten sich auf 9.000.- Euro Vorschuss und 2500.- Euro brutto geeinigt was damals netto 1.748,65.- EURO entsprochen hätte, angesichts ihrer zukünftigen Tätigkeiten einer fairen Vereinbarung beiderseits entsprochen hätte und nicht als überbezahlt anzusehen wäre.
Zu diesem Zeitpunkt wäre nicht vorhersehbar gewesen, dass der Bf. eine Beihilfe des AMS beziehen würde.
Die Ausbildung von Frau ***2*** zum "Landwirtschaftlichen Facharbeiter" hätte in der dreijährigen Lehre u.a. umfasst: Waldwirtschaft, Pflanzenbau, Landtechnik, Pflanzenproduktion und im praktischen Unterricht: Schweißen, Zimmern, Umgang mit Motorsäge, Motorsense, und gängigen elektrischen und manuellen Handwerkzeugen
Diese Ausbildung von Frau ***2*** hätte der Bf. für die Betriebsgrünflächen benötigt und diese hätten nichts mit Hilfstätigkeiten zu tun.
Weiters würde Frau ***2*** über sämtliche Führerscheine unter anderem FE (Traktor, Anhänger) verfügen, die bei ihrer Arbeit für den Bf. von Vorteil gewesen wären.
Außerdem hätte der Bf. in seinem Betrieb ihre Buchhalterausbildungen Teil 1, Teil 2 sowie "geprüfter Buchhalter" Teil 3 die sie am ***37*** absolviert hätte und ihre sehr guten Computerkenntnisse gut verwerten können.
Frau ***2*** hätte in der Vergangenheit schon oft Maler- und Fliesenlegearbeiten für den Bf. erledigt und daher hätte sie mit ihren vielseitigen Fähigkeiten und deren seltenen Konstellation die Frau ***2*** aufweist ideal seinem Anforderungsprofil entsprochen.
Der Bf. würde auf Grund seiner Geschäftsgepflogenheit sich durch Vorauszahlungen die Zusagen der Mitarbeiter zusichern und auch mit jedem Fremden, der ein dermaßen vielfältiges Anforderungsprofil in dieser seltenen Konstellation wie der Bf. benötigt und wie Frau ***2*** es aufgewiesen hätte, hätte der Bf. auch schon ein Jahr früher, falls der Bf. 2015 jemanden gefunden hätte, unter den gleichen Bedingungen und gleichen Voraussetzungen diesen Vertrag in gleicher Form abgeschlossen.
Zu Tz. 5 betreffend Ausgaben iZm Fenstern, Türen und Rolläden:
Vorläufig wäre laut Bescheidbegründung vom 16.4.2021 seiner Beschwerde in diesem Punkt Tz. 5 stattgegeben worden.
Die Betriebsprüfung würde aber seit 17.7.2021 (Anmerkung: gemeint wohl: 17.7.2020) laut ihrer Stellungnahme zu Tz. 5 behaupten, dass sich im rechten unteren Gebäudeteil ein Ausstellungsraum mit nur einem mittigen Fenster laut Plan befunden hätte. Dies würde nicht dem tatsächlichen Sachverhalt entsprechen, da auch explizit vom Bf. erklärt worden wäre, dass bei diesem Türen- und Fenstertausch (es würde sich hier um vorausbezahlte Türen und Fenster handeln) keine baulichen Änderungen vorgenommen werden hätten müssen. Es wäre bei der Schlussbesprechung ausführlichst darüber gesprochen worden. Protokoll wäre vorhanden.Es wäre richtig, dass dies in den 70-90ziger Jahren ein Ausstellungsraum gewesen wäre, mit einer Eingangstüre in der Mitte und links und rechts jeweils ein großes Fenster. Die Betriebsprüfung hätte am 30.10.2019 vom Bf. ein Mail mit dem vollständigen Plan von diesem Objekt ***57*** erhalten. Die Westansicht des Planes (Frontansicht) würde eine Türe in der Mitte und links und rechts jeweils ein Fenster zeigen.
Lohnvorauszahlung:
Der Fachbereich würde schreiben, dass eine Lohnvorauszahlung in Höhe mehrerer Monatsbezüge, ohne schriftlichen Dienstvertrag und Auszahlung drei Monate vor Beschäftigungsbeginn nicht als fremdüblich einzustufen wäre.
Dazu wäre festzuhalten, dass es sich um zwei Monate vor Beschäftigungsbeginn gehandelt hätte und auch diese zwei Monate nicht geplant gewesen wären, sondern zum Zeitpunkt der Lohnverhandlung am 9.12.2015 vom Dienstbeginn am 1.1.2016 auszugehen gewesen wäre.
Im Dezember 2015 hätte dem Bf. sein Steuerberater ***38*** bestätigt, dass eine Lohnvorauszahlung von 9.000.- EURO im Dezember 2015 für das Jahr 2016 möglich wäre.
Hätte der Bf. diese Vorauszahlung in betrügerischer Absicht geplant, hätte sich der Bf. nicht noch vorher über die Vorauszahlung bei seinem Steuerberater informiert.
Jedoch hätte sich der Dienstanfang auf Grund ihres beeinträchtigten Gesundheitszustandes verschoben (davon hätte die Betriebsprüfung bereits vor der Beschwerde am 23.3.2020 gewusst).
Da die Wohnmöglichkeit in ***26*** sehr kalt und nur schwer heizbar wäre und der Bf. sowieso schon 2015 erfolglos mit Dienstnehmerbeschaffung beschäftigt gewesen wäre, wäre dem Bf. nichts anderes übrig geblieben, als sich mit Frau ***2*** zu arrangieren und sich darauf zu einigen, dass sie mit ihrer Arbeit voraussichtlich erst am 1.3.2016 beginnt.
COME BACK Eingliederungsbeihilfe des AMS:
Im Februar 2016 hätte dem Bf. Frau ***2*** unerwartet das Formular des AMS der "COMEBACK Eingliederungsbeihilfe" gebracht. Unter den Bedingungen des AMS hätte der Bf. am 14.03.2016 (nach Einstellung von Frau ***2*** am 1.3.2016) das Antragsformular der Beihilfe übermittelt, welches dann am 11.04.2016 bewilligt worden wäre. Der Bf. hätte nicht die Bewilligung des AMS vom April 2016 schon bei Überweisung im Dezember 2015 betrügerisch vorausplanen können, da der Bf. keinen Zugriff auf solch eine Entscheidung wie diese Bewilligung innehaben würde, auch dafür nicht zuständig wäre und bis dahin auch nicht wissen hätte können, ob die Beihilfe im April 2016 auch wirklich genehmigt wird. Tatsächlich hätte sich der Bf. keine guten Chancen ausgerechnet, dass er die Beihilfe erhalten werde. Deshalb hätte der Bf. es nicht eilig mit der Abgabe des Antrages gehabt.
Der Termin von Frau ***2*** am 5.2.2016 beim AMS wäre von der Behörde verpflichtend vorgeschrieben worden. Sie hätte dort noch nicht wissen können, dass sie eventuell eine förderbare Person für die COME BACK Beihilfe im Februar werden könnte.
Frau ***2*** hätte vom 1.3.2016 (den Antrag noch nicht abgegeben und somit noch keine Bewilligung der Beihilfe vorhanden) sechs Monate bis 31.8.2016 mit dieser Eingliederungsbeihilfe für den Bf. gearbeitet und noch ein weiteres Monat bis 30.9.2016 ohne diese Beihilfe. Anschließend hätte Frau ***2*** mit Zustimmung des AMS und dem Bf. das Bildungskarenzjahr am 1.10.2016 begonnen. Der Bf. möchte auf den von Anfang an arglosen Erhalt der AMS Beihilfe seinerseits hinweisen, da der Bf. bis 11.2.2020 nicht einmal gewusst hätte, dass diese steuerfrei sei (gewinnerhöhende Verbuchung dieser Beihilfe).
Wie sich nach Akteneinsicht herausgestellt hätte wäre der Bf. auch wegen Verdacht auf Privatinvestitionen geprüft worden und schon zu Beginn der Prüfung wäre der Fehler der gewinnerhöhend verbuchten, steuerfreien AMS Beihilfe von der Betriebsprüferin entdeckt worden und der sowieso schon geringe Gewinn hätte von vorne herein nochmals 2016 um 16.875.- Euro (Beihilfe) gemindert werden sollen.
Der Bf. hätte von diesem Umstand erst am 11.2.2020 erfahren und wäre diesbezüglich weder von der Betriebsprüfung noch von seinem Steuerberater aufgeklärt worden als der Fehler entdeckt worden wäre.
Diese Tatsache hätte sich wie ein roter Strick, nicht nur durch die ganze Prüfung gezogen in der der Bf. nur durch Fotos und beigebrachten Schriftverkehr, mehrmaligem Erklären der gleichen eindeutigen Geschäftsfälle mühsam überzeugen hätte können und ständig mit wiederholenden Fragen konfrontiert worden wäre, sondern hätte sich auch durch den Bescheid vom 9.3.2020 gezogen sowie offensichtlich auch durch die fehlerhafte Bescheidbegründung vom 16.4.2021 und die Stellungnahme der Betriebsprüfung vom 17.7.2021 (Anmerkung: gemeint wohl jene vom 17.7.2020).
Der Bf. wolle übrigens noch erwähnen, dass Frau ***2*** schon 2012 einmal zum Kreis der förderbaren Personen für die COME BACK Eingliederungsbeihilfe gezählt hätte, diese aber nicht genutzt worden wäre, da der Bf. damals noch eine Lebensgemeinschaft mit ihr geführt hätte.
Parteiengehör und zur Ermittlung des wahren Sachverhaltes:
Die Abgabenbehörde würde in ihrer Bescheidbegründung von 16.4.2021 behaupten, dass vor der Schlussbesprechung am 20.2.2020 und auch im Rahmen der Beschwerde nur drei Seiten eines Kalenders des Jahres 2016 übermittelt worden wären. Auch im weiteren Beschwerdeverfahren hätte der vollständige Kalender laut Behörde nicht vorgelegt werden können.
Diese Behauptung der Abgabenbehörde in der Bescheidbegründung vom 16.4.2021 wäre nicht richtig, dass während der gesamten Zeit des Verfahrens der vollständige Kalender nicht vorgelegt hätte werden können.
Vergleichsfälle zu Vorauszahlungen:
Durch Darlegung seiner Vergleichsfälle in der Bescheidbeschwerde vom 23.3.2020 würde sich seine Geschäftsgepflogenheit erkennen lassen. Die vom Bf. getätigten Vorauszahlungen hätten nichts wie die FB in der Beschwerdevorentscheidung vom 16.4.2021 behaupten würde mit den üblichen Vorauszahlungen im Baugewerbe oder Handwerk zu tun. Im Übrigen wäre es auch im Baugewerbe nicht üblich derartige Vorauszahlungen zu leisten, da Bauabschnitte auch erst im Nachhinein bezahlt werden würden.
Die FB würde behaupten, dass die Vorauszahlungen des Bf. aus der Vergleichsliste üblich seien, mit dem Ziel, die Vergleichsfälle des Bf. als nichtig darzustellen. Tatsächlich würde es sich um unübliche Vorauszahlungen handeln, die seine Üblichkeit darlegen.
Keine der Firmen (außer ***61***) aus der Vergleichsliste des Bf. hätte eine Vorauszahlung vor Erbringung der Leistung gefordert.
Der Fachbereich würde in seiner Bescheidbegründung vom 16.4.2021 behaupten, dass in allen angegebenen Vergleichsfällen vor Bezahlung (Teil-) Rechnungen durch die Vertragspartner gestellt worden wären. Offensichtlich wäre die Beschwerde vom 23.3.2020 unzureichend gelesen worden. Beim Kauf einer Klimaanlage würde diese normalerweise zuerst geliefert, montiert und dann bezahlt werden. Der Bf. hätte per Mail und telefonisch mit der Fa. ***62*** den Kauf einer Klimaanlage vereinbart. Für diese Klimaanlage hätte der Bf. 19 Tage vor Rechnungsstellung 3.300.- EURO trotz erstmaliger Geschäftsverbindung vorausgezahlt und hätte dann sechs Monate nach Vorauszahlung die Klimaanlage geliefert und montiert bekommen.
Auch dem Gemeindeamt ***17*** hätte der Bf. im Dezember 2020 ohne jeglichen Beleg 10.000,- Euro für das Jahr 2021 vorausbezahlt.
Offenlegungs - und Mitwirkungspflicht:
Da der Bf. der Offenlegungs- und Mitwirkungspflicht in dem mehrstündigen Augenschein mehr als genüge dargetan hätte und mehrere mehrstündige Termine mit dem Bf. stattgefunden hätten, sein Steuerberater ***35*** vom Bf. beauftragt worden wäre sich um die gesamte Prüfung zu kümmern, er im Zuge der Prüfung mehrere Termine und Telefonate mit der Prüferin wahrgenommen hätte, zwei geforderte Immobilienbewertungen (Prognosen) erstellen hätte müssen, der Bf. Rechnungen samt umfangreichen Fotoausdrucken vorgelegt hätte, Geschäfts/Versicherungsfälle mehrfach erklären hätte müssen und nur durch zusätzlich beigebrachten Mailverkehr mit der Versicherung glaubhaft machen hätte können, alle geforderten Unterlagen vorgelegt worden wären, der originale Dienstkalender von Frau ***2*** vom 6.11.2019 bis Juli 2020 dem FA zur Verfügung gestanden wäre und nur der mündliche Vertrag mit Frau ***2*** nicht beigebracht hätte werden können, könne der Bf. bestätigen, dass nur Unterlagen oder Anderwertiges vom Bf. nicht vorgelegt oder beigetragen worden wäre(n), von dessen Ermittlungen der Bf. nichts gewusst hätte oder darüber nicht informiert worden wäre. Deshalb würde sich der Bf. der Ansicht der Behörde nicht anschließen, dass sie die Verpflichtung der Feststellungslast von sich weisen würde.
Neue Ermittlungen am 2.9.2020 nach Beschwerde vom 23.3.2020:
Am 2.9.2020 wären die Prüferin und ihre Kollegin um 7 Uhr 10 morgens unangemeldet vor der Haustüre des Bf. gestanden und hätten Eintritt verlangt. Sie hätten überraschend explizit den Originalkalender 2016 sowie Inskriptionsbestätigung ***107***, Abmeldung am 30.9.2015 zur Bildungskarenz von Frau ***2***, den Prekariumsvertrag in Kopie und den Übemahmevertrag 2018 betreffend die Tankstelle verlangt.
Da der Originalkalender am 6.11.2019 sowie auch in der Schlussbesprechung am 20.2.2020 dreimal angeboten und ignoriert worden wäre, hätte der Bf. ihn Frau ***2*** im Juli 2020 zurückgegeben. Originalkalender und ***107*** Unterlagen hätten sich bei Frau ***2*** in ***29*** befunden. Die restlichen drei Unterlagen (Prekariumsvertrag, Abmeldung für Bildungskarenz und Übemahmevertrag ***40***/***52***) hätte der Bf. Frau ***32*** am 3.9.2020 gemailt.
In der Folge werden im Vorlageantrag Umstände angeführt, die sich aus einer am 11.6.2021 durchgeführten Akteneinsicht ergeben hätten, und die aus Sicht des Bf. unzutreffend wären (Seiten 21 ff des Vorlageantrages: Durchführung von Arbeiten an der Videoanlage im Jahr 2017 und daher nicht Bestandteil des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesfinanzgericht; Zustand der zweiten Haushälfte des Gebäudes ***8***: laut Vorbringen des Bf. wären seit 18.10.2019 Abflussleitungen für den Innen- und Außenbereich hergestellt, Netzwerkkabel bis zum Serverschrank verlegt und eine Stromversorgung für den Stromverteiler hergestellt worden; Aufwand für die Fertigung eines EDV-Tisches durch den Sohn des Bf. im Jahr 2017, der nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesfinanzgericht ist).
Vom Bf. wird weiters vorgebracht, dass eine am 17.9.2020 erfolgte Einvernahme von Frau ***2*** entgegen einer vom Finanzamt getätigten Aussage doch verwertet worden wäre.
Außerdem würden in seinem Akt von der FB zwei Seiten fehlen (eine davon wesentlich) und zwar der Plan des Hauses ***57*** zu Tz. 5 des Betriebsprüfungsberichts.
Weitere Unterlagen der ***63***-Arbeiten, die die BP bei der Schlussbesprechung zu Tz. 8 kopiert hätte, würden fehlen.
Zur Stellungnahme der BP vom 17.7.2020 zur Beschwerde vom 23.3.2020 wäre anmerken, dass die Position in der sich der Abgabenpflichtige in einer Prüfung befinden würde sich wesentlich schlechter gestalten würde als die der Betriebsprüfung, vor allem wenn der Bf. auf seiner Wahrheit bestehen würde. Jedoch hätte nicht sein ehemaliger Steuerberater, wie Frau ***32*** unwahrheitsgemäß ausführen würde, die steuerliche Vertretung nach Abschluss der Prüfung zurückgezogen, sondern hätte ihn der Bf. mit Mail vom 2.6.2020 gekündigt.
Außerdem hätte Frau ***32*** ganz genau aus dem Mail zwischen ihr und ***35*** gewußt, dass das Büro ***35*** nichts mehr machen dürfe. Es würde sich der Verdacht bei o.a. Aussage der BP: "wobei diese Meinung auch sein damaliger Steuerberater ***35*** vertritt" bestätigen, dass dies entweder von Frau ***32*** nicht wahrheitsgemäß dargestellt werden würde oder durch diese enge Zusammenarbeit zwischen der Betriebsprüfung und dem Steuerberater des Bf. davon ausgegangen werden könne, dass diese Gespräche über den Bf. nicht sehr positiv verlaufen wären.
Zu Tz. 1 Lohnvorauszahlung:
Es wäre ein Protokoll (wortwörtlich) der Schlussbesprechung vom 20.2.2020 vorhanden, wovon der Bf. Auszüge beilegen würde in denen ersichtlich werde, für wen sich die Diskussion der Feststellungen im Zuge der Schlussbesprechung als schwierig erwiesen hätte.
Auf den letzten beiden Seiten des Vorlageantrages wird aus Sicht des Bf. Stellung zur Stellungnahme der Prüferin zur Beschwerde vom 17.7.2020 genommen.
Mit Vorlagebericht vom 18.11.2021 legte das Finanzamt Österreich dem Bundesfinanzgericht die Beschwerde vom 23.3.2020 betreffend Einkommensteuer 2015 und 2016 zur Entscheidung vor und brachte in der Stellungnahme zur Beschwerde folgendes vor:
Es werde auf die Ergebnisse der Außenprüfung (Bericht vom 10. März 2020 und Niederschrift vom 25. Februar 2020), sowie die gesonderte Begründung der Beschwerdevorentscheidung vom 16. April 2021 verwiesen.
Hinsichtlich der im Vorlageantrag vorgebrachten Ergänzungen werde ebenso auf die Begründung der Beschwerdevorentscheidung verwiesen.
Zu Punkt 4 des ergänzenden Beschwerdebegehrens: Die Abgabenbehörde hätte sich eingehend mit dem Beschwerdevorbringen auseinanderzusetzen und erforderliche Ermittlungen zu ergänzen (vgl. Fischerlehner in Fischerlehner/Brennsteiner, Abgabenverfahren I § 262 BAO Rz 5). Durch die Forderung von schriftlichen Aufzeichnungen (Kalender, Arbeitsaufwand, Tätigkeiten, etc.) wäre seitens des Finanzamtes versucht worden eine Aufklärung des Beschwerdevorbringens bezüglich der Lohnvorauszahlung aus dem Jahr 2015 und die Lohnzahlungen im Jahr 2016 an die ehemalige Lebensgefährtin zu erzielen. Da nur mangelnde schriftliche Aufzeichnungen dem Finanzamt vorgelegt werden hätten können wäre anzunehmen, dass jedenfalls keine Beschäftigung im vorgeblichen Ausmaß stattgefunden hätte.
Am 4.2.2022 brachte der Bf. einen Nachtrag zum Vorlageantrag ein, in dem er zum Vorlagebericht des Finanzamtes Österreich wie folgt Stellung genommen hat:
Die Finanzbehörde würde am 18.11.2021 als Beweismittel den Bericht vom 10.3.2020 bezüglich der Ergebnisse der Außenprüfung vom 18.10.2019 nennen.
Die Betriebsprüferin würde in ihrer Stellungnahme vom 17.07.2021 über o.a. Außenprüfung schreiben und unwahrheitsgemäß behaupten:
"Im Haus ***57*** wurde nicht eingeheizt. Es war sehr kalt. Das Haus schien unbewohnt. Deshalb die Frage von mir, ob Herr ***Bf1*** und seine Lebensgefährtin in diesem Haus wohnen würden. Herr ***Bf1*** bestätigte die Frage und fügte hinzu, dass Fr. ***2*** aktuell in ***26*** wohnt, da in ***31*** ***57*** die Heizung für längere Zeit nicht eingeschaltet war. Von ***29*** hat Herr ***Bf1*** bei der Betriebsprüfung nicht gesprochen."
Laut Gespräch des Augenscheins am 18.10.2019 zwischen der Prüferin und dem Bf. wäre der Bf. bereits nach neun Minuten des Kennenlernens noch vor seinem Haus ***57*** stehend zur "Lebensgefährtin", die bereits seit 2013 seine ehemalige Lebensgefährtin wäre, wortwörtlich befragt worden:
Prüferin : "da lebt die Tochter drinnen, de Lebensgefährtin mit ihna". (Das wäre ein Fangfrage, Vorbereitungshandlung)
Bf.: "Na jo, jo mia san (hier hätte der Bf. kurz inngehalten und das Wort "getrennt" nicht ausgesprochen, da zu privat) de "Lebensgefährtin" is net so oft da. ***29*** und...." Prüferin würde unterbrechen.
Prüferin: "und wer wohnt jetzt da drinnen?"
Bf.: "Ja, eigentlich hauptsächlich ich" (d.h. Frau ***2*** würde hier nicht wohnen)
Prüferin: "sie wohnen da drinnen, de Tochter a"
Dies wären laut Aufzeichnung vom 18.10.2019 die wenigen Worte über Frau ***2*** gewesen.
Mit den Worten des Bf.: "Ja, eigentlich hauptsächlich ich" und den darauffolgen Worten der BP: "Sie wohnen da drinnen, die Tochter auch" und da die BP bezüglich der "Lebensgefährtin" auch nicht weiter nachgefragt hätte, hätte der Bf. angenommen, dass für die BP klar gewesen sein hätte müssen, dass Frau ***2*** und der Bf. nicht mehr zusammenleben würden.
Zu diesem Zeitpunkt hätte der Bf. noch nicht geahnt, dass dem nicht so wäre und die noch vorhandene Aufzeichnung jemals benötigt werden würde.
Da sich der Bf. bis dahin noch nie damit beschäftigen hätte müssen, ob naher Angehöriger oder nicht, seine letzte Prüfung schon einige Jahre zurückgelegen wäre und die Prüfungsjahre 2000-2003 betroffen hätte, hätte sich der Bf. über die "Lebensgefährtin" keine weiteren Gedanken gemacht.
Laut Aufzeichnung vom 18.10.2019 hätte der Bf. weder von einer abgeschalteten Heizung gesprochen noch bestätigt, dass Frau ***2*** aktuell in ***26*** wohnen würde.
Weiters hätte er sehr wohl ***29*** erwähnt und da sein Haus in ***8*** durchgehend seit 1987 bewohnt werde könne es nicht unbewohnt scheinen. Die Aussage der BP würde jeder Grundlage entbehren um festzustellen, dass Frau ***2*** seine aktuelle Lebensgefährtin sein soll, zudem wären mehrere Unwahrheiten von der BP im Nachhinein eindrucksvoll "dazuformuliert" worden.
Die Vernehmung von Frau ***2*** vom 17.09.2020 wäre unterschlagen worden.
Zwei Mal wäre dem Bf. die Akteneinsicht zu Frau ***2*** Vernehmung vom 17.9.2020 verweigert worden, diese wäre jedoch dann doch im Akt der Finanzbehörde sowie bei Anzeige gegen ihn an die ***110***, in weiterer Folge an die Staatsanwaltschaft ***34*** verwertet worden, jedoch unvollständig ohne Seite 2 um entsprechend den Behörden Tatsachen sowie die materielle Wahrheit vorzuenthalten. Diese fehlende Seite 2 hätte die aufmerksame ***110*** von der Finanzbehörde nachgefordert und diese dem Bf. nachträglich übermittelt.
Zu Beginn der Vernehmung auf Seite 2 hätte Frau ***2*** erklärt, dass sie nach der Trennung 2012/2013 vorwiegend in ***26*** bis Mitte 2014 gewohnt hätte. Laut Seite 2 der Vernehmung von Frau ***2*** würde sie ab Mitte 2014 überwiegend in ***29*** wohnen, da sie ihre Mutter mit Pflegestufe 5 gepflegt hätte.
Laut Seite 2 hätte Frau ***2*** ab 1.3.2016 sieben Monate bis Beginn ihres ***111*** Studiums am 1.10.2016 in ***26*** gewohnt.
Weiters wäre auf Seite 2 von Frau ***2*** hinzugefügt worden, dass sich diese Wohnmöglichkeit in ***26*** in keinem guten Zustand befinden würde und daher nicht vermietet werden könne.
Zudem würde sich auch ein Rohbau (1993) in ***26*** befinden, der innen bis heute immer noch Rohbauzustand aufweisen würde und nicht bewohnbar wäre. (innen nicht verputzt, keine Heizung, keine Innentüren, kein Strom oder Wasseranschluss....)
Laut Seite 2 der Vernehmung von Frau ***2*** vom 17.09.2020 würde diese wieder betonen vorwiegend ab 1.10.2016 in ***29*** in ihrem eigenen Haus, wo sie den 2.Wohnsitz gemeldet hätte, zu wohnen.
Laut Seite 2 der Vernehmung wäre die Hauptwohnsitzanmeldung nach ***29*** deshalb nicht erfolgt, da sich Frau ***2*** in ***34*** bessere Arbeitschancen als in ***29*** ausgerechnet hätte und durch den Besitz eines gültigen Prekarium Vertrages die Möglichkeit bestanden hätte ihren Hauptwohnsitz nach ***26*** nähe ***34*** am 20.07.2015 zu verlegen.
Auf Seite 2 würde eindeutig hervorgehen, dass Frau ***2*** seit 2014 in ***29*** wohnen würde und das Prekarium nur aus Sicherheitsgründen erstellt worden wäre, da ihre Mutter laut Testament über das Wohnrecht aller Räume im Haus verfügen würde, ihrer Mutter vom ***64*** eine ***65*** attestiert worden wäre und daher die Gefahr bestanden hätte von ihrer kranken Mutter auf die Straße gesetzt zu werden.
Obwohl die Finanzbehörde ganz genau wissen würde, dass Frau ***2*** seit Mitte 2014 nur mit einer Unterbrechung vom 1.3.2016 bis 30.9.2016 ständig in ***29*** leben würde, da es auf Grund der Pflege ihrer Mutter nicht anders möglich gewesen wäre, würde die Finanzbehörde versuchen die materielle Wahrheit vor anderen Behörden zu verschleiern indem die Seite 2 der Vernehmung von Frau ***2*** vom 17.9.2020 unterschlagen worden wäre.
Nachdem auch sein Vater, ***66***, in ***26*** 2016/2017 ausgezogen wäre, würde seit Jahren so gut wie kein Strom in ***26*** fließen (0 Kwh).
Die Finanzbehörde hätte einen Tag vor Vernehmung von Frau ***2*** am 16.9.2020 das ZMR bezüglich Frau ***2*** abgefragt und daher auch vor Erstellung der Bescheidbegründung am 16.4.2021 und auch vor Stellungnahme der BP am 17.07.2021 von der offiziellen Ummeldung am 8.8.2020 nach ***29*** gewusst.
Falsch niedergeschrieben wäre auch die Antwort von Frau ***2*** aus der Niederschrift der Vernehmung von Frau ***2*** vom 17.9.2020 auf Seite 3 auf die Frage 5: Seit wann wohnen Sie in ***29***? Die Antwort, dass Frau ***2*** erst seit August 2020 in ***29*** wohne wäre falsch, Frau ***2*** hätte eindeutig von nur gemeldet seit August 2020 gesprochen. Frau ***2*** würde seit Mitte 2014 (nur mit einer Unterbrechung 2016) in ***29*** wohnen.
Die Aussage der Finanzbehörde laut Bescheidbegründung vom 16.4.2021: "dass es sich um nur wenige Monate nach Verlegung des Hauptwohnsitzes am 20.7.2015, nämlich zum vorgeblichen Zeitpunkt des Abschlusses eines mündlichen Dienstvertrages am 09.12.2015 handle. . ." würde laut Seite 2 der Vernehmung von Frau ***2*** nicht der materiellen Wahrheit entsprechen, da Frau ***2*** seit Mitte 2014 ihre Mutter in ***29*** gepflegt hätte und zudem sich während der Ummeldung am 20.7.2015 seit 2.5.2015 in einer Maßnahme des Sozialministeriums in ***29*** in Pflegekarenz befunden hätte.
"Um nur wenige Monate" würde sich als materielle Wahrheit laut Seite 2 der Vernehmung von Frau ***2*** schon alleine aus Gründen der Pflegekarenzdauer definitiv als falsch erweisen.
Normen und Schlagworte
- § 16 Abs. 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/5100983/2021
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2023:RV.5100983.2021
- Stammnummer
- 140122
- Gültig
- 07.03.2023 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF