Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/5102015/2015
Einlage von Liegenschaften samt Gebäude (Sacheinlagevertrag) außerhalb einer Umgründung
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5102015/2015vom 09.01.2023Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter ***Ri*** in der Beschwerdesache ehemals ***Bf1***, ***Bf1-Adr*** nunmehr ***5*** GmbH als Rechtsnachfolgerin, diese vertreten durch ***1***, ehemals ***50*** ,nunmehr ***51***, dieser vertreten durch die nunmehrige steuerliche Vertretung ***46***GmbH, ***4***, betreffend Bescheide des ehemals Finanzamt ***42*** , nunmehr FAÖ ***43*** , v. 08.06.2015 für die Jahre 2010, 2011 ,2012 und v. 02.06.2015 für das Jahr 2013 hinsichtlich einheitlicher und gesonderter Feststellung von Einkünften gemäß § 188 BAO StNr. ***BF2StNr1*** zu Recht erkannt:
Der Beschwerde wird gemäß § 279 BAO Folge gegeben. Die in den Jahren 2010 bis 2013 erzielten Einkünfte werden gemäß § 188 BAO wie folgt festgestellt:
|
Einkünfte aus Gewerbebetrieb
|
2010
|
2011
|
2012
|
2013
| |
€
|
€
|
€
|
€
|
Einkünfte aus Gewerbebetrieb lt.BFG
|
45.599,60
|
-170.364,15
|
36.670,01
|
25.725,53
Die festgestellten Einkünfte werden wie folgt auf die einzelnen Gesellschafter aufgeteilt:
|
Jahr 2010
|
Name/Adresse/FA/StNr.
|
Anteil Einkünfte
|
Incl. GFB
|
Betrag in €
|
GW-Einkünfte
| | |
1.865,00
|
45.599,60
|
Nr. 1
|
***1***
***6***
***7*** ***8***
| | |
21.749,50
|
Nr. 2
|
***9***
***10***
***7*** ***11***
| | |
2.100,00
|
Nr. 3
|
***12***
***10***
***7*** ***13***
| | |
21.749,50
| | | | |
|
Jahr 2011
|
Name/Adresse/FA/StNr.
|
Anteil Einkünfte
| |
Betrag in €
|
GW-Einkünfte
| | | |
-170.364,15
|
Nr. 1
|
***1***
***6***
***7*** ***8***
| | |
-86.232,07
|
Nr. 2
|
***9***
***10***
***7*** ***11***
| | |
+ 2.100,00
|
Nr. 3
|
***12***
***10***
***7*** ***13***
| | |
- 86.232,08
|
Jahr 2012
|
Name/Adresse/FA/StNr.
|
Anteil Einkünfte
|
Incl. FB für inv.G. und GFB
|
Betrag in €
|
GW-Einkünfte
| | |
FB: 489,22
GFB: 1950,00
|
36.670,01
|
Nr. 1
|
***1***
***6***
***7*** ***8***
| | |
17.285,01
|
Nr. 2
|
***9***
***10***
***7*** ***11***
| | |
2.100,00
|
Nr. 3
|
***12***
***10***
***7*** ***13***
| | |
17.285,00
|
Jahr 2013
|
Name/Adresse/FA/StNr.
|
Anteil Einkünfte
|
Incl. FB für inv.G. und GFB
In €
|
Betrag in €
|
GW-Einkünfte
| | |
FB:330,64
GFB:1950,00
|
25.725,53
|
Nr. 1
|
***1***
***6***
***7*** ***8***
| | |
11.812,77
|
Nr. 2
|
***9***
***10***
***7*** ***11***
| | |
2.100,00
|
Nr. 3
|
***12***
***10***
***7*** ***13***
| | |
11.812,76
II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig.
Hinweis
Dieses Erkenntnis hat Wirkung gegenüber allen ehemals Beteiligten, denen gemeinschaftliche Einkünfte zugeflossen sind (§ 191 BAO). Mit der Zustellung dieses Erkenntnisses an eine nach § 81 BAO vertretungsbefugte Person gilt die Zustellung an alle ehemals Beteiligten als vollzogen (§ 101 Abs. 3 BAO BGBl. Nr. 194/1961 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2016).
Entscheidungsgründe
Beschwerdegegenständlich ist die Frage der steuerlichen Wertermittlung (Einlagewert für die AfA -Bemessungsgrundlage) der in das Betriebsvermögen der Beschwerdeführerin (Bfin.) eingelegten Liegenschaft EZ ***14*** KG ***15*** ***16***, BG ***17***, GST -Nr. ***18*** (135 m²) bzw. GST Nr. ***19*** (1040 m²).
|
Allgemeine Daten zur Liegenschaft
| |
Geschäfts-Büro- und Wohnhaus
Einlagezahl ***14***, Grundbuch (***15***), Bezirksgericht ***17***,
***20***
***21***
|
Auftraggeber
| |
***22***
***5*** ***24***
***23***)
|
Einlagestichtag
| |
Stichtag 01 .01 .2010
Verfahrensgang
Betriebsprüfung (BP-Bericht v. 08.06.2015, ABNr. **** zu St.Nr. ***59***)
|
Zeiträume
2010-2012
|
Gegenstand der Prüfung
|
Umsatzsteuer
Einheitliche
Gewinnfeststellung
Kammerumlage
Zusammenfassende
Meldung
|
Betriebsgegenstand
|
Art der Tätigkeit
|
Hochbau
Steuerliche Feststellungen
Tz. 1 Einlagewert Grund und Gebäude
Mit Sacheinlagevertrag vom 10.3.2010 wurde rückwirkend mit 31.12.2009, 24.00 Uhr, Grund und Gebäude des Hauses in ***Bf2-Adr***, der Alleineigentümerin und Gesellschafterin, ***12***, in die ***5*** GesmbH & Co KG eingelegt. Die Bilanzansätze wurden mit 100.000,- Euro für den Grund und 500.000,- Euro für das Gebäude in die Buchhaltung aufgenommen. Für das Jahr 2009 wurde auch ein Halbjahres-AfA in Höhe von 7.500,- Euro (500 T€ / 3 % / 50 %) gewinnmindernd geltend gemacht. Das Gebäude wurde vor Einlage in die KG von der Voreigentümerin zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzt.
Das Finanzamt ist der Ansicht, dass grundsätzlich der Teilwert, höchstens jedoch die um tatsächliche AfA und sonstigen begünstigten Abschreibungen gekürzten Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen sind.
1. Gebäude:
Einzubringen sind nur die Gebäudeteile, welche nicht schon, wie bisher (ab 2002), (Sonder-)Betriebsvermögen darstellen. Gemäß Liegenschaftsbewertung vom 12.5.2010 des staatl. befugten und beeideten Ziviltechnikers Dipl-Ing. Peter ***34*** wurde der Wert dieser Gebäudeteile unter Berücksichtigung des Ertragswertes und des Realitätenmarktes mit einem aufgerundeten Wert zum Bewertungsstichtag 22.2.2010 von 98.000,- Euro festgestellt. Dieser Wert entspricht jedoch nicht dem tatsächlichen Teilwert zum Einlagezeitpunkt. Unter weiterer Berücksichtigung des nachgebrachten Gutachtens vom 11.5.2015 wird der Teilwert des Gebäudes zum Einbringungsstichtag mit 270.000,- Euro einvernehmlich festgesetzt.
2. Grundstück:
Der Einlagewert des Grundstückes wird unter Berücksichtigung des Schreibens des Steuerberaters vom 18.6.2010 sowie des Gutachtens vom 11.5.2015 mit 80.000,- Euro einvernehmlich festgesetzt.
3. Abschreibung Anlagevermögen Gebäude
Die Halbjahres-Abschreibung für das Jahr 2009 (Einlage zum 31.12.2009, 24.00 Uhr!) steht in Ermangelung einer tatsächlichen Nutzung im Jahr 2009 nicht zu. Ab dem Jahr 2010 wird eine AfA von 3 % vorgenommen.
In rechnerischer Hinsicht ergab sich durch die Betriebsprüfung eine geringere AfA (siehe Berechnungsansatz lt.BP TZ 1 des Betriebsprüfungsberichts vom 08.06.2015) wie folgt:
| |
2009
|
2010
|
2011
|
2012
|
2013
|
AfA It. Erklärung
|
7.500,00
|
15.000,00
|
15.000,00
|
15.000,00
|
15.000,00
|
AfA It. Prüfung
|
----------
|
8.100,00
|
8.100,00
|
8.100,00
|
8.100,00
|
Gewinnerhöhung
|
7.500,00
|
6.900,00
|
6.900,00
|
6.900,00
|
6.900,00
Steuerliche Auswirkungen:
Einheitliche Gewinnfeststeilunq:
[330] Einkünfte aus Gewerbebetrieb - AfA Gebäude
|
2010
|
2011
|
2012
|
€
|
€
|
€
|
6.900,00
|
6.900,00
|
6.900,00
Nach durchgeführter Betriebsprüfung (siehe BP Bericht vom 08.06.2015) wurden die Wiederaufnahmebescheide betreffend einheitlicher und gesonderter Gewinnfeststellung für die Jahre 2010,2011 und 2012 unter Anführung der einzelnen Wiederaufnahmegründe der Tz 1 bis Tz 6 und dem Verweis auf die Schlussbesprechung vom 19.05.2015 erlassen. Die Wiederaufnahmebescheide selbst für die Jahre 2010-2012 wurden nicht angefochten.
Feststellungsbescheide 2013
Der Feststellungsbescheid für das Jahr 2013 vom 02.06.2015 wurde auf der Basis der eingereichten Erklärung betreffend einheitlich und gesonderter Gewinnfeststellung - noch vor dem Abschluss der Betriebsprüfung- als Erstbescheid 2013 erlassen. In der Begründung für das Jahr 2013 wurde auf das mit dem Geschäftsführer bzw. der steuerlichen Vertretung geführte Gespräch im Zuge der Außenprüfung hingewiesen.
Angefochten waren hier nur die Sachbescheide 2010 bis 2013 (und nicht die Wiederaufnahmebescheide). Der Begründungsmangel in den Sachbescheiden wurde in den Beschwerdevorentscheidungen v.19.10.2015 saniert.
Beschwerde
"Sehr geehrte Damen und Herren! Mit den Bescheiden über die Feststellung von Einkünften gem. S 188 BAO für die Jahre 2010 bis 2013 vom 8. Juni 2015 (bzw. 2. Juni 2015 für den Bescheid 2013) wurden für unsere oben angeführte Klientin die Einkünfte aus Gewerbebetrieb festgestellt. Gegen diese Bescheide erheben wir fristgerecht das Rechtsmittel der Beschwerde und stellen den Antrag, die Finanzbehörde möge die Bescheide über die Feststellung von Einkünften gem § 188 BAO für die Jahre 2010 bis 2013 aufgrund nachfolgender Begründung abändern. Begründung: Im Zuge der Schlussbesprechung gem. § 149 Abs. 1 BAO anlässlich der Außenprüfung über die Jahre 2009 bis 2013 konnte bei der Teilziffer 1 der Feststellungen keine Einigkeit erzielt werden. Die Wertermittlung der Finanzbehörde wird beeinsprucht, da der in der Niederschrift angeführte Wert nur ca. 50 % des Gebäudewertes laut dem damals vorgelegten Gutachten v.01.06.2015 entspricht. Dieses Gutachten entspricht genau den ortsüblichen Konditionen am Immobiliensektor und wurde von einem gerichtlich zertifizierten Sachverständigen erstellt. Es wird beantragt, den Gebäude- und Grundstückswert entsprechend der bilanzierten Werte anzusetzen und die oben genannten Feststellungsbescheide entsprechend abzuändern. Einer Beschwerdevorentscheidung wird stattgegeben. Allerdings wird ersucht, die Finanzbehörde möge von einem unabhängigen allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen mit dem Fachgebiet 72.01 (Hochbau) ein Gegengutachten einholen um sich eine entsprechende Meinung über das Objekt bilden zu können. Im Falle der Vorlage an die 2. Instanz, wird die mündliche Verhandlung vor dem gesamten Berufungssenat beantragt (§ 272 (2) Z 1 iVm§ 274 (1) Z 1 BAO). Mit freundlichen Grüßen…"
Beschwerdevorentscheidung v. 19.10.2015 (Jahr 2010)
Ihre Beschwerde vom 30.06.2015 gegen den Bescheid vom 08.06.2015 über die Feststellung von Einkünften gem. § 188 BAO für 2010 wird als unbegründet abgewiesen. Begründung: Der im Rahmen der Außenprüfung festgestellte Teilwert zum Einlagezeitpunkt iHv € 270.000,00 ist auf Grund der äußerst divergierenden Gutachten (€ 98.000 zum Zeitpunkt des Einlagestichtages zur Gebührenbemessung und € 533.000,00 vom 11.05.2015) als angemessen zu betrachten. Außerdem konnte das Gutachten zum Stichtag 11.05.2015 keinesfalls für den Einlagestichtag 01.01.2010 hergezogen werden, da nur ein Gutachten zu diesem Stichtag zulässig gewesen wäre. Das von Ihnen zu diesem Stichtag 01.01.2010 vorgelegte Gutachten mit einem Verkehrswert iHv € 98.000,00 weicht jedoch wesentlich vom festgestellten Verkehrswert iHv € 270.000,00 ab, sodass letzterer als AfA-Bemessungsgrundlage heranzuziehen war…
In der Begründung der BVE v. 19.10.2015 für die Jahre 2011,2012 und 2013 wurde jeweils auf die Bescheidbegründung für das Jahr 2010 verwiesen.
Vorlageantrag v. 25.11.2015 (samt beigelegtem Bewertungsgutachten des SV Ing.***32*** v.01.06.2015, welches jenes des gleichen Sachverständigen vom 11.05.2015 abänderte)
"Sehr geehrte Damen und Herren! Mit Beschwerdevorentscheidung vom 19. Oktober 2015, zugestellt am 27. Oktober 2015, wurde über die Beschwerde vom 30. Juni 2015 negativ entschieden. Im Auftrag unseres oben angeführten Klienten werden gestellt die Anträge,
1.) das Bundesfinanzgericht möge über die Beschwerde in oben angeführter Sache entscheiden.
2.) gemäß § 284 Abs. 1 BAO eine mündliche Verhandlung durchführen.
Eine Erörterung gem. § 279 BAO wird angeregt.
Begründung:
Im Zuge der Schlussbesprechung gem. § 149 Abs. 1 BAO anlässlich der Außenprüfung über die Jahre 2009 bis 2013 konnte bei der Teilziffer 1 der Feststellungen keine Einigkeit erzielt werden. Die Wertermittlung der Finanzbehörde wurde beeinsprucht, da der in der Niederschrift angeführte Wert nur ca. 50 % des Gebäudewertes laut dem damals vorgelegten Gutachten entspricht. Dieses Gutachten entspricht genau den ortsüblichen Konditionen am Immobiliensektor und wurde von einem gerichtlich zertifizierten Sachverständigen erstellt. Es wurde beantragt, den Gebäude- und Grundstückswert entsprechend der bilanzierten Werte anzusetzen und die Feststellungsbescheide entsprechend abzuändern. Einer Beschwerdevorentscheidung werde stattgegeben. Allerdings wurde in der Beschwerde ersucht, die Finanzbehörde möge von einem unabhängigen allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen mit dem Fachgebiet 72.01 (Hochbau) ein Gegengutachten einholen um sich eine entsprechende Meinung über das Objekt bilden zu können. Im Zuge der Schlussbesprechung vom 19. Mai 2015 konnte man den Wert laut Bilanzansatz nicht durchsetzen. Die Finanzverwaltung beharrte auf den Standpunkt, dass der Bilanzansatz zu hoch sei und verglich die Immobilie mit bereits verkauften Einfamilienhäusern in der ***17*** Gegend. Außerdem wurde auf ein "Gutachten" verwiesen, das einen Verkehrswert von EUR 98.000 aufwies. Dass dieses Gutachten allerdings nur einen Teil der Liegenschaft betroffen hat und auch nur auf einer A4-Seite niedergeschrieben war, störte die Finanzverwaltung nicht. Ein von uns vorgelegtes Gutachten eines gerichtlich zertifizierten Sachverständigen, wo auf den Wert des Grundstückes hingewiesen wurde, wurde seitens der Finanzverwaltung nicht akzeptiert, da der Stichtag mit dem Einlagestichtag nicht übereinstimmte. Auf ein weiteres Gutachten, das zum Einlagestichtag erstellt wurde, wurde von uns hingewiesen. Dieses Gutachten wurde seitens der Finanzverwaltung gar nicht mehr eingesehen, sodass wir dieses Gutachten diesem Vorlageantrag nun beilegen. Die Wertermittlung der Finanzverwaltung war weder in der durchgeführten Außenprüfung Bestandteil der Nachforschungen, noch bei der Schlussbesprechung. Sämtliche Argumente unserer Klienten wurden als null und nichtig abgeschmettert. Immer wieder wurden Vergleiche mit Einfamilienhäusern angestellt, die allerdings keinerlei Vergleich zur betreffenden Immobilie zulassen. Während der Außenprüfung wurde dem Prüfer die Möglichkeit geboten, die (vermieteten) Räumlichkeiten und die freistehenden Lager zu besichtigen, damit man einen besseren Einblick dazu erhält. Dies wurde genauso abgelehnt, wie das Angebot der Gebäudebesichtigung im Zuge der Schlussbesprechung zur Außenprüfung. Die Finanzverwaltung hat sich lediglich eine Ansicht auf Google Maps angesehen und das Gebäude "von der Ferne" mit EUR 270.000 bewertet. Weiters ist darauf hinzuweisen, dass es sich beim vorliegenden Objekt um ein Ertragsobjekt handelt und nicht um ein Einfamilienhaus. Die Ertragswerte würden bereits auf einen höheren Wert schließen lassen. Bei einer 5 %igen Rendite, die bei Ertragsobjekten sehr oft als Maßstab herangezogen werden, wäre eine Nettojahresmiete von EUR 25.000 (ausgehend von einem Gebäudewert von EUR 500.000) notwendig. Bei einer Fläche von über 300 m 2 Wohn-/Geschäftsraum ergäbe sich eine Miete von EUR 6,75/m 2 was jedenfalls eine fremdübliche Miete in dieser Gegend darstellt. Es wird daher beantragt, die Feststellungsbescheide 2010 - 2013 antragsgemäß zu veranlagen. Bereits bei der Beschwerde vom 30. Juni 2015 wurde die mündliche Verhandlung vor dem gesamten Senat beantragt (§ 272 (2) Z 1 iVm § 274 (1) Z 1 BAO). Dieser Antrag wird nochmals gestellt. Mit freundlichen Grüßen
E-Mail 18. 12.2015 (Geschäftsstelle (BFGL an Richter)
"Sehr geehrter R!
Gerade erhielt ich einen Anruf eines Steuerberaters, der eine dringende Bitte zu einem Verfahren von Ihnen hat. Der Steuerberater bittet um Rückruf. Es handelt sich um den Wunsch den oben angehängten Zustellungsnachweis zu kopieren. MfG"
E-Mail 26.01.2016 (WTH an BFG)
"Sehr geehrter R,
mit untenstehendem E-mail vom 18. Dezember 2015 haben Sie mir den Zustellnachweis betreffend Beschwerdevorentscheidung in der Sache ***9*** & Co KG übermittelt. Wir haben diesbezüglich nun recherchiert (wie damals mit Ihnen besprochen), ob die Stellungnahme der Abgabenbehörde I. Instanz in der Rubrik Sachverhalt und Anträge richtig ist oder nicht. Der Sachverhalt hat sich wie folgt zugetragen: Auf dem Zustellnachweis der Beschwerdevorentscheidung steht der Name jener Person, die das Schreiben entgegengenommen hat. In Klammer steht der Name leserlich mit "***44***" und das Kreuzchen bei Arbeitnehmer/in ist gesetzt. Es handelte sich dabei tatsächlich um Frau ***52*** ***44***, die allerdings keine Arbeitnehmerin ist, sondern an der gleichen Adresse die Schwiegereltern von ***1*** als 24 Stundenbetreuerin, pflegt. Die Beschwerdevorentscheidung ist Herrn ***1*** daher erst am nächsten Werktag (dem 27. Oktober 2015) zugegangen. Mit diesem Tag wurde auch der Eingangsstempel auf die Beschwerdevorentscheidung platziert. Gem. § 16 (1) ZustG kann das Dokument einem Ersatzempfänger zugestellt werden, wenn der Zusteller Grund zur Annahme hat, dass sich der Empfänger oder ein Vertreter im Sinne des § 13 (3) ZustG regelmäßig an der Abgabestelle aufhält. Gem. § 16 (2) ZustG kann Ersatzempfänger jede erwachsene Person sein, die an derselben Abgabestelle, wie der Empfänger wohnt oder Arbeitnehmer oder Arbeitgeber des Empfängers ist und - außer wenn sie mit dem Empfänger im gemeinsamen Haushalt lebt - zur Annahme bereit ist. Da Frau ***44*** weder Arbeitnehmerin, noch Arbeitgeberin des Empfängers, also des ***1*** ist, liegt ein Zustellungsmangel iSd § 7 ZustG vor. Unterlaufen im Verfahren Zustellungsmängel, so gilt die Zustellung als in dem Zeitpunkt dennoch bewirkt, in dem das Dokument dem Empfänger tatsächlich zugekommen ist. Der Vorlageantrag wäre daher fristgerecht eingebracht worden. Ergänzend übermittle ich Ihnen beiliegend eine Bestätigung von Frau ***44***. Ihnen diese Stellungnahme per e-mail aus, oder muss dieses Schreiben in Form eines Briefes direkt an das BFG gerichtet werden? Falls dieses e-mail nicht ausreicht, weil E-mails im Verfahren generell nicht akzeptiert werden, ersuche ich um eine kurze Info. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.MfG WTH
E-Mail 10.03.2021(BFG an WTH)
"Sehr geehrte Damen u. Herren! Hinsichtlich des Beschwerdefalles zur ***9*** & Co KG (Vertreter gem.§ 81 BAO Hr. ***1*** für die Zeiträume (F 2010 bis 2013 Ihre Beschwerde (Stb. Herr Mag. ***55***) v.29.06.2015 bzw. Vorlageantrag v. 25.11.2015) werden Sie aus verfahrensökonomischen Gründen ersucht, die Anträge auf mündliche Verhandlung vor dem Senat zurückzunehmen. Nach den Feststellungen der damaligen Betriebsprüfung zu ABNr. **** (sowie der ehemaligen steuerlichen Vertretung) gab es hinsichtlich des Wertes der Einlage des Betriebsgebäudes Einigkeit (Einvernehmen mit dem Teilwert € 270.000 als Afa- BMG). MfG Ri !
E-Mail 13.03.2021 (WTH an BFG)
"Sehr geehrter Herr R, vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme iS ***9*** & Co KG. Bei der Betriebsprüfung wurde damals im Punkt des Einlagewertes keine Einigung erzielt. Der Betriebsprüfer und dessen Teamleiter sind von Ihrer Bewertungsmethode nicht abgewichen und haben daher im Betriebsprüfungsbericht diesen Wert angeführt. Dagegen hat unsere Mandantschaft Beschwerde eingelegt, zumal ein Bewertungsgutachten, das von der Finanzverwaltung nicht akzeptiert wurde, einen deutlich höheren Wert ergeben hat.MfG WTH"
E-Mail v. 16.03.2021 (BFG an WTH) samt 1 Anlage (samt Vorlagebericht des FA v. 30.11.2015)
"Sehr geehrter Herr WTH , ergänzend zum bisherigen Vorbringen und in Wahrung des Parteiengehörs (aktuelle Durchsicht des obigen Vorlageberichtes) werden Sie noch ersucht, die im Vorlagebericht geäußerte Ansicht der vorlegende Finanzbehörde (ehemals FA ***17***, nunmehr FAÖ DS ***17***) zur Frage der Verspätung des Vorlageantrages v. 25.11.2015 (F 10 bis F 13 betreffend BVE v. 19.10.2015) zu entkräften. Auf die Beilage (Punkt Stellungnahme zur BVE ab 2010 ) wird verwiesen. MfG Ri"
E-Mail 18.04.2021(WTH an BFG) incl. Anlagen (BVE 2010 und Folgejahre v.10.10.2015 und Zustellnachweis sowie Kaufvertrag v.15.07.2020 betreffend Erwerb der Rechtsnachfolgerin der Bfin. hinsichtlich angrenzender Liegenschaft
"Sehr geehrter Herr R! Entschuldigen Sie bitte die späte Antwort auf ihr untenstehendes e-mail. Leider hatten wir momentan mit den Förderanträgen betreffend Covid zu kämpfen, damit wir keine Fristen versäumen. Beiliegend übermittle ich Ihnen 2 Dokumente betreffend den Erhalt des Bescheides des ***FA***. Darauf ist der Eingangsstempel von ***1*** mit 27.10.2015 ersichtlich und die entsprechende Rechtzeitigkeit des Vorlageantrages wäre somit gegeben. Das 2. Dokument (Einkommensteuerbescheid 2013) habe ich Ihnen deshalb dazugegeben, da das Datum bei beiden Beilagen handschriftlich ergänzt wurde, weil der Eingangsstempel bei der Zahl "7" einen Fehler hatte und es somit fragwürdig erscheinen könnte, ob beim Eingangsdatum der Beschwerdevorentscheidung "nachgeholfen" wurde. Das Bescheiddatum und der Eingangsstempel liegen deshalb ein paar Tage auseinander, weil der Brief von einer unternehmensfremden Person (Pflegerin der Schwiegereltern) entgegengenommen wurde und erst nach dem Feiertag (26.10.2015) Herrn ***1*** übergeben wurde. Bezugnehmend auf unser geführtes Telefonat und der Rücksprache mit unserem Klienten, teile ich Ihnen mit, dass wir
1. mit dem von Ihnen vorgeschlagenen Einlagewert für das Gebäude in Höhe von EUR 380.000 einverstanden sind,
2. als Einlagewert des Grund und Bodens aber EUR 150.000 als angemessen ansehen (aufgrund der Lage und Grundstücksgröße) und aufgrund des beiliegenden Kaufvertrages aus dem Jahr 2020, wo sich ein durchschnittlicher m²-Preis von ca. EUR 255 (95.000 für 372 m²) ergeben hat und
3. die Behandlung durch den Senat bzw. eine mündliche Verhandlung hiermit zurücknehmen.
Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich auf die weitere verfahrensökonomische Bearbeitung." MfG WTH
Erörterungsprotokoll v.04.07.2022
ad 1) Rechtzeitigkeit des Vorlageantrages v. 25.11.2015
"Über Befragen des Richters betreffend Verspätung des Vorlageantrages hinsichtlich F 2010, 2011, 2012, 2013, zugestellt am 27.10.2015 (Beschwerdevorentscheidungen) führt die steuerliche Vertretung aus:
Frau ***44***, eine slowakische Pflegerin, habe am 23.10.2015 im Hause ***45*** von der Post die jeweiligen Beschwerdevorentscheidungen erhalten. Sie ist eine 24 Stunden Pflege für die Eltern der ehemaligen Eigentümer des Gebäudes Frau ***12***.
Es ist aus der Aktenlage ersichtlich, die Pflegerin habe am 26.10.2015, dem Nationalfeiertag, den Rückschein an die Schwiegermutter übergeben. Dieser Rückschein wurde dann am 27.10.2015 an der Betriebsadresse der Firma ***Bf2*** von Herrn ***1*** entgegengenommen. Am F Bescheid betreffend 2010,2011, 2012, 2013 sowie am Einkommensteuerbescheid der ***12*** ist ein Eingangsdatum mit 27.10.2015 ersichtlich. Die steuerliche Vertretung argumentiert daher, dass am 27.10.2015 diese Schriftstücke (in Summe vier F-Bescheide betreffend Beschwerdevorentscheidung) in den tatsächlichen Empfängerhorizont der Beschwerdeführung gelangten. Der Vorlageantrag stammt vom 25.11.2015, eingelangt beim ***FA*** ehemals am 26.11.2015 und sei daher auch nicht verspätet. Diese Aussagen wurden von Herrn ***1*** bestätigt.
Der Fachdienststellenleiter des FAÖ ***43*** führte zur Frage der Verspätung aus: Die Zustellung v.23.10.2015 an die Pflegerin liegt sehr lange zurück und die Beweislage ist aus der Sicht des Finanzamtes sehr schwierig. Die Ausführungen der steuerlichen Vertretung und des Herrn ***1*** sind daher als glaubhaft anzunehmen. Diese Frage ist eine Beweiswürdigung. Der Richter stellt unter Würdigung aller diesbezüglicher Beweisunterlagen und mündlicher Ergänzungen im Rahmen der Erörterung v. 04.07.2022 fest, dass der erste Beschwerdepunkt betreffend die Rechtzeitigkeit des Vorlageantrages vom 25.11.2015 damit endgültig geklärt wurde. Ihre ursprüngliche im Vorlagebericht v. 30.11.2015 geäußerte Ansicht (verspäteter Vorlageantrag) wurde von der Abgabenbehörde in der Erörterung v.04.07.2022 nicht mehr aufrechterhalten."
ad 2) Einlagewert :
betreffend Wohn/Geschäftshaus in EZ ***14***, Grundstücknummer ***19*** (1040 m²) und GrundstücksNr. .***18*** (135 m²) im gesamten Ausmaß von 1175 m² . Nochmals wird auf das E-Mail der steuerlichen Vertretung vom 18.04.2021 verwiesen, wonach ein Vergleichsvorschlag nach einem Telefonat mit dem Richter eröffnet wurde, wonach die AfA -Bemessungsgrundlage im Wert von € 380.000,00 für das Gebäude von der stl. Vertretung zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Der Vergleichsvorschlag betreffend Grund und Boden würde 150.000,00 € betragen (angemessener Einlagewert aufgrund der Lage und Grundstücksgröße in ***16***). Auf den im Beschwerdeverfahren vorgelegten Kaufvertrag vom 15.07.2020 (betreffend Liegenschaft EZ ***56*** KG ***15*** ***16***, BG ***17***, Grundstücksnummer ***48***, unbebautes Grundstück, Erwerberin Rechtsnachfolgerin ***9***, Firmenbuchnummer ***49***) werde hingewiesen, wo sich ein ortsüblicher Quadratmeterpreis von € 255,00 (€ 95.000,00 für 372 m²) ergeben habe.
Der Fachdienststellenleiter hat heute diesen Vergleichsvorschlag der steuerlichen Vertretung erstmalig im Rahmen dieser Erörterung gehört. Der Richter hat nunmehr Parteiengehör gegeben und erläutert das E-Mail v. 18.04.2021 in der Erörterung. Der Fachdienststellenleiter führt aus, dass der Wert von Grund und Boden für € 150.000,00 nicht so angenommen werden kann, da unter dem Hinweis auf TZ 1 des BP-Berichtes der diesbezügliche Grund- und Bodenwert einvernehmlich mit € 80.000,00 damals festgesetzt wurde. Die Steigerung von € 80.000,00 auf € 150.000,00 sei daher rückwirkend nicht erklärbar. Die Einvernehmlichkeit wurde allerdings von der stl. Vertretung schon in der Beschwerde bestritten. Diskussionspunkte während des Verlaufes der Erörterung waren die beiden Gutachten des Sachverständigen Herrn Ing. ***32***: Ein Gutachten stamme vom 11.05.2015 zum Stichtag 11.05.2015 (allerdings nicht mit Bewertungsstichtag 2010) und eines stamme vom 01.06.2015 Bewertungsstichtag 01.01.2010. Jenes zum Bewertungsstichtag 01.01.2010: Hier meinte der Ri. zunächst, es sei ein Rechenfehler zu Ungunsten der Mandantschaft passiert (Einlagewert ="Verkehrswert" € 584.155 statt € 568.000). Korrigierend zu den Ausführungen des Ri. weist die steuerliche Vertretung beim Sachwert des Gutachtens 2 v.01.06.2015 darauf hin, dass der Sachwert des Gebäudes in der Höhe v. € 692.556,45 im Gutachten richtig ausgewiesen war. Ergänzend wird zum Gutachten 1 v.11.05.2015 von der steuerlichen Vertretung ausgeführt, dass es richtig sei, dass das Gutachten 1 wegen des Zeitraumes 2015 für den gegenständlichen Beschwerdefall nicht herangezogen werden kann, da die Einlage des Gebäudes zum 01.01.2010 erfolgt sei. Der Fachdienststellenleiter führt aus, dass nach der Sacheinlage des betreffenden Gebäudes ab dem Jahre 2010 noch weiters die Vermietung an die KG fortgeführt worden sei . Im Gutachten Ing. ***32*** wird ein Ertragswert von 25.000,00 € ausgewiesen. Die Bekanntgabe des tatsächlichen Mietertrages wäre wünschenswert zur Sachverhaltsklärung. Ein Mietvertrag liegt beim Finanzamt Österreich nicht auf. Nach Meinung der steuerlichen Vertretung wurden die Mietverträge jedoch vorgelegt. Die steuerliche Vertretung ergänzt, dass der damalige Betriebsprüfer Herr ***70*** (Teamleiter) damals eine Google Maps Betrachtung vorgenommen hat, was die Frage der Bewertung des Gebäudes betraf. So eine Bewertung ist nicht einmal im Ansatz irgendeine Bewertung eines Gebäudes. Der Betriebsprüfer war nie am Betriebsstandort und hatte das Gebäude besichtigt. Dies wäre aber erforderlich gewesen, um zu einer richtigen Bewertung zu gelangen. Der Richter weist auf TZ 1 des BP Berichtes hin, wonach das Gebäude vor der Einlage in die KG von der Voreigentümerin zur Erzielung von Einkünften zur Vermietung und Verpachtung genutzt worden ist. Dem Betriebsprüfungsbericht ist allerdings kein Ziffernmaterial über tatsächlichen Mieterlöse bei der Vermieterin bzw. Mietaufwendungen für die KG entnehmbar. Klar ist, dass solche Erträge in der Steuererklärung der Vermieterin, Frau R.M., 2009 ausgewiesen wurden. Das Finanzamt war damals der Ansicht, dass grundsätzlich der Teilwert, höchstens jedoch die um die tatsächliche AfA und sonstigen begünstigen Abschreibungen gekürzten Anschaffungs- oder Herstellungskosten anzusetzen sind. Die steuerliche Vertretung ergänzt, dass der Mandantenauftrag für den Klienten erst im Jahre 2013 erteilt worden sei. In absoluten Zahlen berechnet würde sich eine AfA -bei einer Bemessungsgrundlage von € 380.000,00- von € 11.400,00 ergeben. Dies mache eine Differenz von € 3.300,00 gegenüber dem Wert der BP (AfA Bemessungsgrundlage € 270.000,00). Ergänzt wird noch vom Fachdienststellenleiter, dass dies- im Falle einer Veräußerung des Gebäudes- allerdings wegen den stillen Reserven eine betragliche Auswirkung zukünftig haben kann. Im Rahmen der Erörterung v. 04.07.2022 wurden die Anträge auf Senat und mündliche Verhandlung von der nunmehrigen stl. Vertretung mit Zustimmung des anwesenden Vertreters der F-KG zurückgezogen."
Dieses Protokoll wurde beiden Parteien am 04.07.2022 ausgehändigt.
Aus der Abfrage des Gerichtes v. 22.12.2022 aus der Grundstücksdatenbank ergibt sich Folgendes:
|
EWAZ ***27***
|
|
Liste der bewerteten Flächen
|
Katastralgemeinde ***15*** - ***16***
|
Gst.-Nr.
|
Ausmaß Gst.-Nr
|
***19***
|
1.040m2
|
.***18***
|
135m2
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Sachverhalt
Die Bfin. ermittelte den Gewinn gemäß § 5 EStG 1988. Die Bfin. (***9*** & Co KG -StNr. ***59*** -FN ***26*** -Geschäftszweig Baugewerbe und Bauträger im Wohn-u. Siedlungsbau) wurde am 07.09.2002 gegründet. Die Rechtsform einer GmbH & Co KG bestand seit 24.12.2002.
Als Gesellschafterin (Kommanditistin und Geschäftsführerin (GF) 1 der Komplementär ***9***, FN ***49***) scheinen ***12*** und Herr ***1*** als Kommanditist und GF 2 auf. Die Komplementär ***9*** GmbH war die unbeschränkt haftende Gesellschafterin der KG. Die GmbH war nach den Bestimmungen des Sacheinlagevertrages v. 10.03.2010 auch übernehmende Gesellschaft.
Die nunmehrige steuerliche Vertretung hat ihren Beratungsauftrag erst im Jahre 2013 übernommen. Die Bilanzierung erfolgte noch von der ursprünglichen stl. Vertretung.
Nutzung der Liegenschaft vor Einlage am 01.01.2010 /Gebäudevermietung 2009:
In der Einkommensteuererklärung 2009 der Frau ***12*** (ehemals ***57*** und zugleich ehem. Kommanditistin der Bfin und GF 1 der Komplementär GmbH), welche am 11.03.2011 beim Finanzamt einlangte, ergeben sich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
Im Jahr vor der Einlage der bebauten Liegenschaft ***Bf2-Adr***, hatte sie daher das in Ihrem Alleineigentum stehende Gebäude vermietet (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in der Kennzahl 370 im Ausmaß von € 13.420,71).
Dazu korrespondierend lag die F-Erklärung 2009, eingereicht bei der Abgabenbehörde am am 11.03.2011, vor. In der F-Erklärung für 2009 wurde das "eigene Gebäude" mit einem Wert von € 492.500 angesetzt. Für Grund u. Boden wurde ein Wert von € 100.000 erklärt. Im Jahresabschluss 2009 wurde das Gebäude auch schon bilanziert (Firmenbuchabfrage des Gerichtes v.28.12.2022). Für das Vorjahr 2008 war die Liegenschaft noch nicht bilanziert.
Jahr 2010
Im Folgejahr 2010 waren dem Einkommensteuerbescheid 2010 der Frau ***12*** vom 15.02.2012 keine Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung mehr zu entnehmen.
Dazu korrespondierend lag die F-Erklärung 2010 eingereicht bei der Abgabenbehörde am 10.02.2012 (also nach dem Abschluss des Sacheinlagevertrages v.10.03.2010), vor. In der Feststellungserklärung 2010 scheint unter der Kennzahl 9310 für Grund und Boden der Wert € 100.000 auf. Für das Gebäude auf eigenem Grund in der Kennzahl 9320 der Wert € 481.973,09. Aus den Angaben der Feststellungserklärung 2010 "eigenes Gebäude der Bfin." ist zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht davon auszugehen, dass die KG die betreffende Liegenschaft unmittelbar betrieblich in einem Ausmaß von zumindest zu 80 % nutzte, da der AfA Satz von 3 % im Rahmen der Betriebsprüfung zwischen den Parteien unstrittig war. Eine Berichtigung des AfA Satzes war daher vom Gericht auch nicht vorzunehmen (siehe rechtlichen Teil). Im Jahresabschluss 2010 wurde die eingebrachte Liegenschaft samt Betriebsgebäude auch bilanziert (Firmenbuchabfrage des Gerichtes v.28.12.2022).
Eigentumsverhältnisse des eingebrachten Gebäudes 1993-31.12.2010
Aus der Grundbesitzdatenbank (Grundbuchsabfrage des Gerichtes v.27.12.2022) ging hervor, dass Frau ***12*** die Grundstücke EZ ***14*** GStNr. ***19*** im Ausmaß von 1040 m² sowie GStNr. ***18*** im Ausmaß von 135 m² (also gesamt 1175 m²) im Zeitraum Stichtag ab 01.01.1993 bis 31.12.2010 in ihrem zivilrechtlichen Alleineigentum besaß.
Für die hier streitgegenständliche Frage Afa-Grundlage bzw. Höhe der Afa ist zu bemerken, dass es -für die Abschreibung eines Gebäudes- nicht auf das zivilrechtliche Eigentum, sondern auf das wirtschaftliche Eigentum ankommt (siehe rechtliche Ausführungen).
Ebenfalls aus dieser Grundbesitz-Datenbank war die bebaute Fläche im Ausmaß von 153 m² für das Gebäude bei der unstrittig gegebenen Gesamtfläche von 1175 m² zu entnehmen.
Zurechnungsfortschreibung ab 01.01.2011
Aus dem Feststellungsbescheid zum 1. 1. 2011 vom 02.03 2011 ging hervor, dass eine Zurechnungsfortschreibung gemäß § 21 Abs. 4 des Bewertungsgesetzes erfolgte. Als neue Eigentümerin ab dem Stichtag 01.01.2011 schien die ***Bf2*** mit einem Einheitswert von € 16.351,39 (erhöhter Einheitswert € 22.019,87) auf. Im Anhang B dieses Feststellungsbescheides über die Zurechnungsfortschreibung war die wirtschaftliche Einheit zu EWAZ ***27*** mit den darin angeführten schon beschriebenen Grundstücksflächen aufgelistet.
In sachverhaltsmäßiger Hinsicht kann daher das Gericht unter Zuhilfenahme dieser Aktenunterlagen aus der Grundstücksdatenbank davon ausgehen, dass im Jahre 2010 Fr. ***12*** noch zivilrechtliche Eigentümerin des Gebäudes zum Einlagestichtag 01.01.2010 war. Diese Annahme deckt sich auch mit dem Auszug aus der EWAZ ***27*** bei den jeweiligen Stichtagen betreffend Eigentumsverhältnisse 01.01.1993-31.12.2010, wo Frau ***12*** noch als juristische Eigentümerin des Gebäudes (Alleineigentum) aufschien.
Die Bfin. selbst schien als Eigentümerin der Liegenschaft im Zeitraum 01.01.2011-31.12.2016 auf. Danach - also ab 01.01.2017- scheint die ***47*** GmbH mit Sitz in ***Bf2-Adr*** als Grundstückseigentümerin auf.
Sacheinlagevertrag v. 10.03.2010 bzw Ergänzung v. 26.03.2010:
Die Bestimmungen des Sacheinlagevertrages v.10.03.2010 (Rechtsanwalt Dr. ***36*** in ***37***, und zur GREST zu ***38*** stl. erfasst sowie v. bestellten Notar Dr. ***39*** in ***40*** v.10.03.2010 zu ***41*** beurkundet-siehe Punkt 13 /Sonstiges des elektronischen Aktes) - soweit für den gegenständlichen Beschwerdefall relevant - lauten wie folgt:
"PRÄAMBEL
Beim Landes- als Handelsgericht ***17*** ist unter FN ***26*** die Firma ***5*** Gesellschaft m.b.H u. & Co. KG eingetragen, deren Komplementär die übernehmende Gesellschaft ist. Die Einbringende ist Kommanditistin der Firma ***5*** Gesellschaft m.b.H. & Co. KG mit einer Vermögenseinlage von EUR 1 .000,-- (in Worten Euro eintausend).Weiters ist die Einbringende Alleineigentümerin der Liegenschaft EZ ***14*** GB ***15*** ***16***, welche Liegenschaft seit mehr als zwei Jahren Sonderbetriebsvermögen der Einbringenden ist.
I.
Gegenstand dieses Einbringungsvertrages ist die Einbringung der Liegenschaft EZ ***14*** , GB ***15*** ***16***.
II
EINBRINGUNG DER LIEGENSCHAFT EZ ***14***, GB ***15*** ***16***
1.1. Die Einbringende ist Alleineigentümerin der Liegenschaft EZ ***14***, Grundbuch ***15*** ***16***, mit den Grundstücken Nr. ***19*** und ***18*** mit einem nicht verbürgten Liegenschaftsausmaß von ***22*** 175 m2, auf welcher Liegenschaft das Haus mit der Adresse ***, in ***16***. errichtet sind.
1.2. Festgehalten wird, dass die gegenständliche Liegenschaft samt Betriebsgebäuden an die Fima ***9*** & Co KG mit Sitz ***25*** (FN ***26*** des LG ***17***) vermietet ist. Die übernehmende Gesellschaft erklärt in Kenntnis des Mietvertrages in der aktuellen Fassung zu sein.
Festgehalten wird weiters, dass eine Grunddienstbarkeit des Geh- und Fahrtrechtes an Grundstück ***19*** besteht.
2.1. Die übernehmende Gesellschaft erklärt, die gegenständliche Liegenschaft samt Betriebsgebäude aus eigener Wahrnehmung zu kennen. Die Einbringende übernimmt weder irgendeine Gewähr für ein bestimmtes Ausmaß der Liegenschaft samt Betriebsgebäude, noch für eine bestimmte Beschaffenheit derselben oder deren Ertragsfähigkeit. Ausdrücklich ausgeschlossen wird auch jedwede Gewährleistung für einen bestimmten Zustand, für Mängel oder Beschaffenheit der Betriebsgebäude und der Liegenschaft.
2.2. Ausdrücklich ausgeschlossen wird jedwede Haftung für Verunreinigungen des Erdreiches in welcher Form, von wem, wann und wodurch auch immer verursacht.
3. Festgehalten wird, dass der Einheitswert der vertragsgegenständlichen Liegenschaft laut Einheitswertbescheid des Finanzamtes ***37*** EW-AZ ***27*** ab 1.1.2009 € 22.019,87 (in Worten: Euro zweiundzwanzigtausendneunzehn und siebenundachtzig Cent) beträgt.
4. Sohin bringt die Einbringende die Liegenschaft EZ ***14***, Grundbuch ***65***, im Wege einer Sacheinlage in die übernehmende Gesellschaft ein, die übernehmende Gesellschaft erklärt hiermit die Annahme dieser Einbringung. Weiters übergibt die Einbringende diese Liegenschaft an die übernehmende Gesellschaft. die ihrerseits diese Liegenschaft hiermit von der Einbringenden übernimmt.
5. Sohin erteilt Frau ***12***, geb. ***58***, ***2***, ihre ausdrückliche und unwiderrufliche Einwilligung, dass ohne ihr weiteres Zutun, nicht aber auf ihre Kosten. ob der Liegenschaft EZ ***14***. Grundbuch ***15*** ***16***, das Eigentumsrecht für die Firma ***Bf2*** (FN ***26*** des Landesgerichtes ***17*** -Anmerkung des Gerichtes: siehe dazu die Ergänzung v. 26.03.2010) mit Sitz in ***16*** und der Geschäftsanschrift ***29***, einverleibt werden kann.
III
Einbringungsstichtag für den gesamten Einbringungsakt ist der 31.12.2009, 24:00 Uhr. Mit diesem Stichtag gehen sämtliche mit dem Einbringungsgegenstand im Zusammenhang stehende Rechte und Pflichten auf die übernehmende Gesellschaft über. Allfällige durch diesen Vertrag ausgelöste Gebühren oder Verkehrssteuern, sowie die Vertragserrichtungskosten trägt die übernehmende Gesellschaft.……"
Mit Ergänzung v. 26.03.2010 zum Sacheinlagevertrag v.10.03.2010 wurde eine Korrektur des Punktes II/5 dahingehend vorgenommen, dass die übernehmende Firma in ihrer richtigen Rechtsform mit GmbH u.Co KG bezeichnet wurde sowie die richtige Sitzadresse bzw. Geschäftsanschrift der Firma genannt wurde.
Das Ausmaß der eingelegten Grundstücke (gesamt 1175 m²) samt Gebäude sind unstrittig. Folgende Nutzflächen des gegenständlichen Gebäudes (unstrittig) lagen vor:
|
Erdgeschoss
|
104,54 m²
|
Obergeschoss
|
104,54 m²
|
Dachgeschoss
|
99,44 m²
|
Garage
|
85 m²
Ebenso unstrittig ist der Einlagestichtag 31.12.2009 24 Uhr =01.01.2010 ,0:00 Uhr.
Aus den gegebenen Aktenunterlagen in ihrer Zusammenschau war daher auf von einer betrieblichen Nutzung der Liegenschaft nach der Einlage im 1. Jahr =Jahr 2010 mit einem Nutzungsausmaß von zumindest 80 % auszugehen (unstrittiger Afa-Satz v. 3 %).
Firmenbuchlöschung:
Die Firma wurde am 31.12.2016 im Firmenbuch gelöscht (Antrag auf Löschung v. 23.12.2016 -Vermögensübernahme durch die einzig verbleibende unbeschränkt haftende ***9*** FN ***31*** gem.§ 142 UGB -Geschäftsfall Fr ***30***). Die ***9*** führte die Firma fort (Rechtsnachfolgerin). Mit Generalversammlungsbeschluss v. 14.09.2022 wurde der Gesellschaftsvertrag in den Punkten § 1 und § 2 geändert.
Zum Zeitpunkt der Erlassung der F-Bescheide 2010 bis 2013 v.02.06.2015 bzw. v. 08.06.2015 war diese Firma (Bfin.) noch existent. Hinsichtlich der Bfin. lag daher noch ein abzuwickelndes Beschwerdeverfahren vor. Die Bfin.- selbst war eine Personengesellschaft (GmbH & Co. KG).
Die Zustellungsbevollmächtigung des Geschäftsführers 2 (***1***) wurde in der Erörterung Niederschrift vom 04.07.2022 festgehalten.
Zu den Gutachten des SV Ing.***32*** v. 11.05.2015 bzw. v. 01.06.2015:
Das Gutachten 1 des Sachverständigen Ing.***32*** wurde am 11.05.2015 erststellt (unrichtiger Einlagestichtag). Dann erfolgte in zeitlicher Hinsicht die Niederschrift der Schlussbesprechung vom 19.05.2015. Am 01.06.2015 folgte das Gutachten 2 des Sachverständigen Ing.***32***. Am 08.06.2015 wurde der Betriebsprüfungsbericht erlassen.
Gutachten 2 des SV Ing.***32*** v. 01.06.2015:
Im Privatgutachten 2 des SV Ing.***32***, allgemein gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger, v. 01.06.2015 ergibt sich Folgendes:
|
GZ: ***22*** 2010
|
|
Inhalt
|
Seite
|
Kurzübersicht
|
2
|
Zusammenfassung
|
2
|
Allgemeine Daten
|
2
|
Gutachten
|
3
|
Sachwert
|
3
|
Bodenwert
|
3
|
Gebäudewert
|
4
|
Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus
|
4
|
Garagen
|
5
|
Sachwert der Liegenschaft
|
6
|
Ertragswert
|
6
|
Ertragsobjekte
|
6
|
Vermietung
|
6
|
Ertragswert der Liegenschaft
|
7
|
Verkehrswert
|
7
|
Anlage Al: Kataster
|
8
|
Anlage A2: Widmung
|
9
|
Anlage BI: Grundbuch-Auszug v.11.05.2015
|
10
|
Anlage C: Vergleichswerte Grundstücke 4(Bauland) , 5 (Bauland verbaut), und Kostenaufstellung Baugründe in ***16*** -Stand 25.03.2009)
|
11
|
Anlage D: Pläne Wohnhaus Lageplan, Plan EG Wohnhaus, Plan 1.OG li. und 1.OG re. Wohnungen (Ausbau DG und 3 Fertiggaragen Plan Nr.79 v. v.29.07.1983)
|
14
|
Anlage F (Anm. des Gerichtes :Anlage E ist nicht vorhanden)
|
18-21
|
Allgemeine Daten zur Liegenschaft
|
Geschäfts-Büro- und Wohnhaus
Einlagezahl ***14***, Grundbuch ***16*** (***15***), Bezirksgericht ***17***,
***20***
***21***
|
Auftraggeber
|
***22***
| |
***5*** ***24***
***23***)
|
Einlagestichtag
|
Stichtag 01 .01 .2010
| |
€
| |
|
Gewichtung Sachwert/Ertragswert 1/2
|
568.021,32
| |
|
Verkehrswert gerundet
|
ger. 568.000,00
|
Gutachten
|
Sachwert
|
Grundstückspreisübersicht-OÖ
|
Grundstückspreise 2005 (Gewinn)
|
BODENWERT
|
|
PLZ
|
Preise von bis in € /m²
|
Trend
|
Gemeinde A/B
|
10
|
-
|
Gemeinde C
|
10-18
|
-
|
Gemeinde D
|
10-21
|
|
Gemeinde E
|
16-28
|
|
Gemeinde F
|
25-36
|
=
|
Gemeinde G
|
8-10
|
|
Gemeinde H
|
70-100
|
|
Gemeinde I
|
7-8
|
-
|
Gemeinde J
|
18-26
|
|
Gemeinde K
|
16-22
|
=
|
Gemeinde L
|
50-70
|
=
|
Gemeinde M
|
45-75
|
|
Gemeinde N
|
15-20
|
+
|
Gemeinde O
|
9-13
|
|
Gemeinde P
|
50-60
|
-
|
Gemeinde Q
|
50-55
|
=
|
Gemeinde R
|
40-48
|
+
|
Gemeinde S
|
50-90
|
|
Gemeinde T
|
40
|
=
|
Gemeinde U
|
30-50
|
+
|
Gemeinde V
|
50-80
|
|
Gemeinde W
|
40-60
|
=
|
Gemeinde X
|
35-41
|
+
|
Gemeinde Y
|
25-35
|
-
|
Gemeinde Z
|
55-70
|
-
|
Gemeinde 1
|
40-60
|
|
Gemeinde 2
|
45-70
|
|
Gemeinde 3
|
50-80
|
|
Gemeinde 4
|
36-46
|
|
Gemeinde 5
|
25-38
|
|
Gemeinde 6
|
50-60
|
|
***65***
(Lageort- Grundstück im Beschwerdefall)
|
60-95
|
=
|
Gemeinde 30
| |
|
Gemeinde 31
|
25-40
|
|
Gemeinde 32
|
30-55
|
|
Gemeinde 33
|
12-15
|
=
|
Gemeinde 34
|
60-90
|
|
Gemeinde 35
|
20
|
=
|
Gemeinde 36
|
20-30
|
|
Gemeinde 37
|
60-75
|
-
|
Gemeinde 38
|
65-85
|
|
Gemeinde 39
|
28-40
|
|
Gemeinde 40
|
40-47
|
=
|
Gemeinde 41
|
55-70
|
=
|
Gemeinde 42
|
30-45
|
Bei einer Hochrechnung auf 2010 sind das ca. +10% + 20% für Lage im Kerngebiet.
| |
€
|
Gesamtpreis Grundstück bebaut im Kerngebiet
|
95 x 1,1, x 1,2 =
|
incl. Hochrechnung (Zuschläge 10 % u.20 % für Lage im Kerngebiet) von 2005 auf 2010 für das Grundstück Nr. -***18*** und ***19*** Bauland, Kerngebiet
|
125
|
Immobilienpreisspiegel: Jahr 2014, Bezirk-***17*** (Land), Kategorie=Sehr gute Wohnlage,: bebautes Grundstück zu 193/***22*** 175 (Vergleichsgrundstück)
|
Preis: € / pro m²
127,50
|
gesamte eingelegte Grundfläche
1.175,00 m 2 à € /pro m² 125,00
|
146.875,00
|
10 % Abwertung (1) Bebauungsabschlag
|
-14.687,50
|
5,45 % Aufwertung (2) Kosten Erschließung
|
8.000,00
|
Bodenwert
|
140.187,50
Gebäudewert in €
|
Baukostenindex 2010
Gesamt
(Statistik Austria) =
Herstellkosten 91,83 % von 100 % (2015)
|
108,9
|
Wert (100 %)
1 .950
|
HK-Wert zu 91,83 %
1 .790
|
Wert (100 %) 2.050
|
HK-Wert zu
91,83 %
1 .880
|
Wert (100 %)
1 750
|
HK-Wert zu
91,83 %
1 .610
|
Garage
|
|
Wert (100 %)
700
|
HK-Wert zu
91,83 %
645
|
Geschäfts-, Büro- und Wohnhaus
|
|
Baujahr
|
1976
|
Fiktives Baujahr
|
2008
|
fiktives Alter des Objektes
|
2 Jahre
|
Lebensdauer
|
70 Jahre
|
Restlebensdauer
|
68 Jahre
|
gewöhnliche Herstellungskosten:
|
|
EG
104,54 m 2 (3) à 1.790,00 (inkl. [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] Abschlag auf Bruttofläche 127,49 m 2)
|
187.129,82
|
1.OG
104,54 (4) à 1.880,00 (inkl. [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik]
Abschlag auf Bruttofläche 127,49 m 2)
Immobilienpreisspiegel: Jahr=2014, Bezirk= ***17*** (Land), Objektart=Eigentum Erstbezug, Kategorie-Guter Wohnwert, Preis=2061.10
|
196.538,58
|
DG
99,44 m 2 (5) à 1.610,00 (inkl. [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik] [Grafik]
Abschlag auf Bruttofläche 127,49 m 2), Immobilienpreisspiegel: Jahr=2014,
|
160.101,94
|
(3) Flächenberechnung EG in m²
Seite a: 13,42
Seite b: 9,50
|
127,49
|
(4) Flächenberechnung EG in m²
|
127,49
|
(5) Flächenberechnung EG in m²
|
127,49
|
Gewöhnliche Herstellkosten
|
543770,35
|
5 % Baunebenkosten
|
27188,52
|
Neubauwert /Bauwert
|
570.958,87
|
abzügl. 11 % linear mit Zustandsnote, (Zustandsnote: 2,5)
5,00 % Abwertung -Objektkosten -verlorener Bauaufwand
|
-62.805,48
-28.547,94
|
Bauwert zum Stichtag 01.01.2010
|
479.605,45
|
Garagen
Baujahr 1990
fiktives Baujahr 2000, fiktives Alter des Objektes 10 Jahre , Lebensdauer 50 Jahre, Restlebensdauer 40 Jahre
|
|
gewöhnliche Herstellungskosten Garagen,85,00 m 2 à 645,00 (inkl. 15 %Abschlag auf Bruttofläche 100,00 m 2) =
Neubauwert
|
54.825,00
|
Bauwert 22,00 % linear mit Zustandsnote (Zustandsnote: 2,0)
|
12061,50
|
Bauwert zum Stichtag 01.01.2010
|
42.763,50
|
Gebäudewerte
|
522368,95
|
Sachwert der Liegenschaft
|
|
Grundwert
|
140.187,50
|
Gebäudewert
|
522.368,95
|
5,74 % Außenanlagen Vorplatz, Einfriedung,
|
30.000,00
|
Sachwert der Liegenschaft
|
692.556,45
|
|
Ertragswert
|
|
Ertragsobjekt
|
Vermietung
|
30 Jahre wirtschaftliche Restnutzungsdauer
|
Kapitalisierungszinssatz 3,50 %
|
[Grafik] Jahresroherträqe in €
|
|
Miete EG
|
10.080,00
|
Immobilienpreisspiegel: Jahr=2014 Bezirk= ***17*** (Land), Kategorie=Sehr guter Nutzungswert, Preis=5.40
|
|
|
|
Miete 1.OG-DG
204,00 m 2 à monatlich 6,50 (effektiv) Immobilienpreisspiegel: Jahr=2014
Bezirk=***17*** (Land), Kategorie-Sehr guter Wohnwert / ab 60 m 2 Preis=5.90
|
15.912,00
| |
|
Garagen + Stellpl. (Mischpreis)
4,00 KFZ Abstellplätze im Freien à monatlich 40,00 (effektiv)
|
1 .920,00
| |
|
Jahresrohertrag
|
27.912,00
|
20,00 % Bewirtschaftungskosten (9)
|
-5.582,40
|
Jahresreinertrag
|
22.329,60
|
Ertragswert des Objektes ,Bodenwertanteil 50,00 % bzw. 70.093,75,
Bodenwertverzinsung 3,50 %,
wirtschaftliche Restnutzungsdauer 30,00 Jahre,
Kapitalisierungszins 3,50 %,
Vervielfältiger 18,39205
|
€
|
Jahresreinertrag
|
22.329,60
|
Bodenwertverzinsung
|
-2.453,28
|
Gebäudereinertrag
|
19.876,32
|
Zwischensumme
|
365.566,25
| |
|
Kapitalisierte Mietpreisdifferenz
|
0,00
|
Ertragswert der Liegenschaft
|
435866,00
|
|
Ertragswerte der Liegenschaft
|
435.660,00
|
unberücksichtigter Bodenwert
|
70.093,75
|
Ertragswert der Liegenschaft
|
505.753,75
| |
| | |
| | |
|
|
Gewichtung Sachwert/Ertragswert 1/2
|
568.021,32
|
Verkehrswert zum 01.01.2010 (gerundet)
|
568.000,00
| |
| | |
| | |
| | |
|
Beweiswürdigung
Der streitgegenständliche Sachverhalt ergibt sich aus der vorliegenden Aktenlage, insbesondere aus dem Sacheinlagevertrag v. 10.03.2010 und dessen Ergänzung v.26.03.2010, aus dem Bewertungsgutachten (und Anlagen) des Sachverständigen Gutachter SV Ing. ***32*** v. 01.06.2015 sowie den Grundbuchsurkunden v.11.05.2015 sowie den Firmenbuchauszügen v. 22.12.2022. Die übrigen Sachverhaltsfeststellungen ergeben sich aus dem Verwaltungsakt, den Parteienvorbringen und den vom Verwaltungsgericht durchgeführten Verfahrensschritten (siehe E-Mailverkehr v. 18.12.2015, v.26.01.2016, v.10.03.2021, v.13.03.2021 ,v. 16.03.2021,v. 18.04.2021 und Erörterungsniederschrift v. 04.07.2022).
Rechtzeitigkeit des Vorlageantrages v. 25.11.2015:
In der Erörertung v. 04.07.2022 konnte schließlich von der nunmehrigen stl.Vertretung nachgewiesen werden, dass der Vorlageantrag v. 25.11.2015 betreffend BVE v.19.10.2015 für die Jahre 2010 bis 2013 rechtzeitig war (siehe umfassenden E-Mailverkehr v. 18.12.2015, v.26.01.2016, v.10.03.2021, v.13.03.2021 ,v. 16.03.2021,v. 18.04.2021 bzw. Erörterungsniederschrift v. 04.09.2022). Auf diese (Verfahrensgang) wird verwiesen.
Einlagewert
Ausschließlicher inhaltlicher Beschwerdepunkt war die Ermittlung des Einlagewertes (=Grundlage für die Abschreibung des Gebäudes) für das von der Gesellschafterin (Kommanditistin Frau ***12*** und ehemals gleichzeitiger GFin der Komplementär GmbH in die Bfin. (Personengesellschaft =GmbH & Co KG) eingelegten privat genutzten (und von ihr schon vor der Einlage an die KG (=Bfin.) vermieteten) Liegenschaft samt Gebäude ***Bf1-Adr*** zum Einlagestichtag (31.12.2009 24:00 Uhr = 01.01.2010 ,0:00 Uhr).
Dies war ausschließlich eine Frage der Beweiswürdigung. Sonstige Fragen auf der Ebene der einheitlichen und gesonderten Feststellung gemäß § 188 BAO oder davon abgeleiteter Fragen des Ertragssteuerrechtes oder sonstiger steuerlichen Rechtsgebiete (ehemals Kapitalverkehrssteuern und Anwendbarkeit von Befreiungen bzw. Grunderwerbsteuerfragen des Einlagejahres 2010/2011) waren nicht Gegenstand der Betriebsprüfung.
Gemäß § 167 Abs. 2 BAO hat die Abgabenbehörde unter sorgfältiger Berücksichtigung der Ergebnisse des Abgabenverfahrens nach freier Überzeugung zu beurteilen, ob eine Tatsache als erwiesen anzunehmen ist oder nicht.
Gemäß § 269 Abs. 1 1. Satz BAO haben die Verwaltungsgerichte im Beschwerdeverfahren die Obliegenheiten und Befugnisse, die den Abgabenbehörden auferlegt und eingeräumt sind.
Wie bisher nach § 280 besteht auch nach § 270 (idF FVwGG 2012) im Rechtsmittelverfahren kein Neuerungsverbot.Auf neue Tatsachen, Beweise oder Anträge ist bei den Entscheidungen im Beschwerdeverfahren Bedacht zu nehmen, wenn sie vor Wirksamkeit der Entscheidung (Zustellung bzw, Verkündung) vorgebracht werden (zB VwGH 21.05.1992, 88/17/0216; 02.02.2000, 97/13/0187; 29.09.2004, 99/13/0111; vgl. Ritz, BAO7, § 270 Tz 2).
Zur Sacheinlage:
Dieses Dokument enthält 19 Grafiken, die hier noch nicht angezeigt werden — siehe Original.
Normen und Schlagworte
- § 188 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 6 Z 5 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 264 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/5102015/2015
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2023:RV.5102015.2015
- Stammnummer
- 139240
- Gültig
- 09.01.2023 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF