Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7102805/2022
Steuerliche Berücksichtigung von Unterhaltsnachzahlungen im Jahr der Zahlung
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - BeschlussRV/7102805/2022vom 12.12.2022Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Hieraus folgt, dass der Mutter als Bf im gegenständlichen Verfahren für das Jahr 2020 für vier Monate der halbe Familienbonus Plus (250,08 €) und für acht Monate der volle Familienbonus plus (1.000,32 €) zusteht, insgesamt somit 1.250,40 €.
Zu den Spruchpunkten
Zu I.1
Den Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ist der bisherige Verfahrensgang zur Kenntnis zu bringen und damit Parteiengehör zu jenen Aktenteilen zu wahren, die den Parteien bislang voraussichtlich unbekannt waren.
Zu I.2
Nach der Aktenlage ergeben sich die vorstehend dargestellten vorläufigen Sachverhaltsfeststellungen.
Sollten die Parteien diese für nicht zutreffend erachten, mögen diese darlegen, warum nicht und entsprechende Beweismittel vorliegen.
Zu I.3
Zum Verständnis von Spruchpunkt I.4 sind die maßgebenden Rechtsgrundlagen darzustellen.
Zum gesonderten Antrag auf mündliche Verhandlung ist zu bemerken, dass gemäß § 274 Abs. 1 Z 1 lit. a und b BAO ein derartiger Antrag in der Beschwerde oder im Vorlageantrag zu stellen ist. Anträge, die erst in einem ergänzenden Schreiben gestellt werden, begründen keinen Anspruch auf mündliche Verhandlung (vgl. VwGH 17. 5. 2006, 2004/14/0102; VwGH 17. 10. 2007, 2006/13/0069; VwGH 21. 12. 2011, 2008/13/0098, 0188; VwGH 27. 6. 2012, 2008/13/0148). Dies gilt selbst dann, wenn dieses Schreiben innerhalb der Frist für die Beschwerde oder den Vorlageantrag eingebracht wird (vgl. VwGH 16. 2. 1994, 90/13/0071; 27. 2. 2014, 2009/15/0212).
Zu I.4
Die sich auf Grund der vorläufigen Sachverhaltsfeststellungen ergebende rechtliche Beurteilung wird ebenfalls vorweg mitgeteilt.
Zu II
Die zur Äußerung gesetzte Frist ist dem voraussichtliche Aufwand entsprechend bemessen. Sie kann über rechtzeitigen begründeten Antrag durch das Gericht verlängert werden.
II.
Äußerungen der Parteien
Äußerung des Finanzamts vom 20. Oktober 2022
Das Finanzamt gab am 20. Oktober 2022 folgende Äußerung ab:
Das Finanzamt hat im Vorlagebericht vom 16.09.2022 unter der Stellungnahme des Finanzamtes unter anderem ausgeführt: "Das Finanzamt beantragt, der Bf. zusätzlich zu "ihrer" Hälfte des FABO+ nur jene Zwölftel des FABO+ des Unterhaltszahlers für das jeweilige Kind und für Monate zuzuerkennen, für die der Kindesvater die Unterhaltsleistungen auch in der Zwischenzeit nicht vollständig erbracht hat."
Die Judikatur des Bundesfinanzgerichtes war in Ansehung der Zuerkennung von Unterhaltsabsetzbeträgen bei nur teilweisen Unterhaltszahlungen für Kinder nicht ganz einheitlich. Teilweise wurde ausgesprochen, dass auch Unterhaltszahlungen, die erst Jahre später für zeitlich zurückliegende Unterhaltsansprüche geleistet worden sind, bei der Ermittlung der Höhe der Unterhaltsabsetzbeträge zu berücksichtigen sein. Erst seit der (auf den gegenständlichen Fall noch nicht anwendbaren) Fassung des § 33 Abs. 4 Z 3 EStG idF BGBl. I Nr. 108/2022 ist eine Berücksichtigung von mit Unter auch erst Jahre später erfolgten Nachzahlungen von Kindesunterhalt auf Unterhaltsabsetzbeträge in früheren Jahren nicht mehr möglich. Für den gegenständlichen Fall bedeutet das, dass ab Inkrafttreten des BGBl. I Nr. 108/2022 eine Berücksichtigung von Unterhaltsnachzahlungen ab August 2022 im beschwerdegegenständlichen Jahr 2020 für die Bemessung der Höhe der Unterhaltsabsetzbeträge nicht mehr zulässig ist.
Das Finanzamt teilt daher Ihre Rechtsansicht, dass im Jahr 2020
- dem Kindesvater der halbe Familienbonus Plus für 3 Kinder für 4 Monate und
- der Beschwerdeführerin der volle Familienbonus Plus für 3 Kinder für 8 Monate und der halbe Familienbonus Plus für 3 Kinder für 4 Monate zustehen.
Vollmachtsbekanntgabe, Akteneinsicht
Am 6. November 2022 gab der einschreitende Vertreter unter Vorlage einer Vollmacht seine Bevollmächtigung bekannt und ersuchte um Akteneinsicht.
Am 7. November 2022 übermittelte das Gericht dem Vertreter Screenshots aus OZ 10 "KV_Stell_m_Beilagen" des elektronisch vorgelegten Finanzamtsakts betreffend Zahlungen:
[...]
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[...]
Äußerung der Bf
Am 21. November 2022 äußerte sich die Bf durch ihren Vertreter hierzu wie folgt:
In umseitiger Angelegenheit (GZ: RV/7102805/2022) hat das Bundesfinanzgericht (BFG) mit Beschluss vom 19.10.2022 die Beschwerdeführerin (Bf = KM) um Äußerung bis 25.11.2022 gebeten, und erstattet die Bf innerhalb offener Frist durch ihren bevollmächtigten Vertreter nachstehende
Äußerung:
1. Die Richtigkeit und Echtheit der vom Kindesvater (KV), Ing. ***52*** ***9***, vorgelegten Unterlagen wird bestritten. Ebenso - und insb aus diesem Grund - wird die Richtigkeit der Ermittlungsergebnisse (S 10 ff), des vorläufigen Sachverhalts (S 15) und der vorläufigen rechtlichen Beurteilung (S 19 ff) bestritten.
Im Einzelnen:
a) Zur "Urkunde" mit der Bezeichnung "Von 222792_015 Tilgung per 23.08.2021 ***9*** ***52*** Unterhaltsforderung Abzug" (vgl S 10 f und per E-Mail vom 7.11.2022 übermittelter Screenshot aus OZ 10 "KV_Stell_m_Beilagen" des elektronisch vorgelegten Finanzamtsakts betreffend Zahlungsbelege): Entgegen der in dieser Urkunde enthaltenen Aufstellung, die das BFG in der E-Mail vom 7.11.2022 als "Auszug Lohnkonto" betitelt, gab es im Jahr 2020 keine Exekution bei dem KV wegen des Unterhalts zugunsten der drei Kinder (***6***, ***51*** und ***7*** ***9***).
Die Exekution aufgrund der Exekutionsbewilligung vom 19.2.2020, 64E 676/20x-2 wurde eingestellt, weil sich gem EO nicht erwarten ließ, dass die Fortsetzung oder Durchführung der Exekution einen die Kosten dieser Exekution übersteigenden Ertrag ergeben wird. Dh die bewilligte aber eingestellte Exekution führte 2020 zu keiner Tilgung des Rückstandes (vgl Schreiben des AMS vom 3.4.2020). Folglich ist die - laut BFG - "Aufstellung der ***18*** GmbH, offenbar des Arbeitgebers des Vaters" (S 10), falsch und damit auch das daraus vom BFG abgeleitete "Ermittlungsergebnis" auf S 11: "Laut Auszügen aus dem Lohnkonto 2020 […] erfolgten folgende Exekutionszahlungen ("Pfändung"): 2020: Monat 7 bis 10 jeweils 461,68 €, Monat 11 708,06 €, Monat 12 461,68 €".
Die Urkunde "Von 222792_015 Tilgung per 23.08.2021" beweist nicht, dass "Exekutionszahlungen" im Jahr 2020 an die unterhaltsberechtigten drei Kinder erfolgten. Diesen Beweis kann der KV auch gar nicht erbringen, weil der KV - wie dargelegt und auch aus der vom KV vorgelegten Urkunde "Umsatzübersicht Oberbank AG" hervorgeht - im Jahr 2020 an die drei Kinder lediglich monatlich zwischen 7.1.2020 und 31.7.2020 je EUR 50,- an Unterhaltszahlungen leistete.
b) Zur "Urkunde" mit der Bezeichnung "***52*** ***9*** Auflistung Unterhaltszahlungen 2020 (***6***, ***51***, ***7*** ***9***) Steuernummer 08 ***19***": Screenshots mit Zahlenreihen mit angelblich durchgeführten Gehaltsexekutionen sind kein Beweis für Überweisungen an die Konten der drei Kinder - insbesondere dann nicht, wenn es im Zeitraum 2.2020 - 8.2021 gar keine laufende Exekution gab. Erst die Exekutionsbewilligung am 20.7.2021, 12E ***20***-2 brachte monatlich einen Bruchteil des laufenden Unterhalts (pro Kind ca EUR 160,- monatlich) herein. Bezeichnenderweise fehlt auf dieser Trugurkunde ua auch ein Eintrag in den Spalten "Auftraggeber IBAN" und "Empfänger IBAN / Kto". Dass diese Urkunde falsch ist, ergibt sich überdies daraus, dass darin am 1.7.2020 und am 1.10.2020 für ***6*** ***9*** 2 x EUR 153,89 und 1 x EUR 236,02 mit dem Verwendungszweck "Exekution" aufgelistet ist, dann am 1.8.2020 und 1.11.2020 für ***51*** ***9*** 2 x EUR 153,89 und 1 x EUR 236,02 und dann am 1.9.2020 und 1.12.2020 für ***7*** ***9*** 2 x EUR 153,89 und 1 x EUR 236,02.
Tatsache ist: Insgesamt erhielt ***6*** ***9*** vom KV im Jahr 2020 - was aber aufgrund der hohen Rückstände (vgl unten) nicht heißt: "für das Jahr 2020" - EUR 450,-; ***51*** ***9*** EUR 400,-; ***7*** ***9*** EUR 400,- (vgl auch Urkunde "Umsatzübersicht Oberbank AG").
Folglich geht auch die weitere Annahme des BFG auf S 11 ("Dieser Auflistung zufolge wurde für ***6*** ***9*** im Jahr 2020 direkt durch den Vater oder im Wege der Exekution insgesamt 1.455,49 € geleistet, für ***51*** und ***7*** ***9*** jeweils insgesamt 1.405,49 €") ins Leere.
c) Zur Urkunde mit der Bezeichnung "Umsatzübersicht Oberbank AG": Daraus geht die Richtigkeit des oben zu lit a) und b) Gesagte hervor. Die Annahme des BFG: "Die Seiten 5ff. enthalten Bankbelege zu den Zahlungen laut vorstehender Auflistung" ist insofern falsch, als diese Belege nur belegen, was die drei Kinder zwischen 7.1.2020 und 31.7.2020 an Unterhaltszahlungen vom KV erhielten, nämlich je EUR 50,- pro Monat, wobei hierbei darauf Bedacht zu nehmen ist, dass zum Zeitpunkt dieser Zahlungen bereits extrem hohe Rückstände aus den vergangenen Jahren waren (vgl unten).
Aufgrund der Unrichtigkeit der Angaben des KV und insb aufgrund der Trugurkunde "***52*** ***9*** Auflistung Unterhaltszahlungen 2020 (***6***, ***51***, ***7*** ***9***) Steuernummer 08 ***19***" wird das FA/BFG den richtigen Sachverhalt zu ermitteln haben (vgl auch unten Punkt 5.). Insb wird hierbei iZm der Trugurkunde (allenfalls iVm der "Urkunde" mit der Bezeichnung "Von 222792_015 Tilgung per 23.08.2021 ***9*** ***52*** Unterhaltsforderung Abzug") amtswegig zu klären sein, ob tatsächlich die vom KV behaupteten Exekutionszahlungen -
(i) von wem,
(ii) an wem,
(iii) aufgrund von welchem Exekutionstitel,
(iv) wann und
(v) auf welches Empfängerkonto -
erfolgten. An die 3 Kinder erfolgten diese Zahlungen jedenfalls nicht. Sollte sich hierbei iZm der "Urkunde" mit der Bezeichnung "Von 222792_015 Tilgung per 23.08.2021 ***9*** ***52*** Unterhaltsforderung Abzug" Unregelmäßigkeiten herausstellen [vgl dazu auch unten Punkt 4. (insb vorletzter und letzter Absatz)], so wird bereits an dieser Stelle das FA/BFG auf den § 223 StGB iVm § 78 StPO höflich hingewiesen.
Beweis: Schreiben des AMS vom 3.4.2020
PV ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
Zeuge ***6*** ***9***, pA ***21***, ***22***
Zeugin ***51*** ***9***, pA ***4***, ***3***
Zeugin ***7*** ***9***, pA ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten.
2. Ergänzend zu dem bisherigen Vorbringen der Bf wird festgehalten, dass die Behauptung des KV (S 10), er habe "von 2003 bis 2019 den geforderten Unterhalt in voller Höhe bezahlt", unrichtig ist. Wie aus den nachfolgenden Tabellen ersichtlich, sind wegen Nichtbezahlung des rechtskräftig zugesprochenen Unterhalts an die drei unterhaltsberechtigten Kinder (***6***, ***51*** und ***7***) insgesamt - soweit überblickbar - EUR 97.073,98 ausständig. [Anmerkung: In diesem Betrag ist ein Zinsanspruch gem § 54a Abs 2 ZPO noch nicht enthalten].
Hierbei ist das noch immer anhängige Verfahren wegen Unterhaltserhöhung (Anspannung) ab 2016 unberücksichtigt - dh: bei Berücksichtigung dieses Verfahrens würde der ausständige Unterhalt des KV an die Kinder EUR 100.000,- bei weitem übersteigen.
Überdies ist bei diesem immens hohen Ausstand auch noch nicht berücksichtigt, dass - bezugnehmend auf den bisherigen Verlauf der Exekutionen - der KV schon während der Scheidung mit dem laufenden Unterhalt in Verzug kam, worauf die KM am 25.9.2003 dem Vergleich vor dem BG Hietzing zu 1 P ***23***-28 (mit RK-Bestätigung vom 10.2.2004) zustimmte, der weniger Unterhalt als seinem Einkommen entsprach vorsah (denn er sollte ja wieder auf die "Beine" kommen laut Richterin - was sich im Nachhinein als "Witz" herausstellte, denn bei der Scheidung vor 18 Jahren war der KV der GF bei ***24***, einer der größten ***25*** Wiens, und hatte dementsprechend verdient: allerdings kündigte er am Tag nach der Scheidung, bei dem die KM dem besagten Vergleich 1 P ***23***-28 zugestimmt hatte). Statt idF auf die "Beine" zu kommen, denn im Gegenzug zur Zustimmung der KM zu dem Vergleich hätte der KV den Rückstand zahlen sollen, zahlte der KV nicht, weshalb daraufhin - nach Abschluss eines weiteren Vergleichs vor dem BG Hietzing am 22.12.2004, GZ: 1 C ***14*** (mit RK-Bestätigung vom 6.6.2005) - der nächste Rückstand entstand, der zu einer Bewilligung einer weiteren Exekution (12 E ***26***-4 am 24.12.2004 mit einem Rückstand von insgesamt EUR 9.700,-) führte. Danach wurde der Rückstand immer größer und führte dann dazu, dass das Jugendamt mit der Bevorschussung (1 P ***23***-U-38 am 22.6.2007 etc) einsprang [Anmerkung: Als der KV dann immer weiter mit Herabsetzungsanträgen die Unterhaltszahlungen bis auf EUR 50,- pro Kind/Monat reduzierte, wurde es selbst dem Jugendamt zu "bunt" und brachte dieses Amt 2013 den Antrag auf Unterhaltserhöhung (Anspannung) beim BG Hietzing ein (vgl unten Punkt 4.)]. IdF kam es immer wieder zu (uneinbringlichen) Exekutionsbewilligungen (zB auch 2015 mit der GZ 17E ***27***-2 und 2018 mit der GZ 64 E ***28***-7 und 2019 mit der GZ 64 E ***29***-2 etc).
Im Einzelnen ergibt sich nach derzeitigem Informationsstand insgesamt - ohne Berücksichtigung der ausständigen Anspannung seit 2016 und der uneinbringlichen Exekutionen seit 2004 (vgl oben) - folgender ausständiger Unterhalt für alle drei Kinder:
***6*** 350,- pro Monat
[Grafik]
***51*** 300,- pro Monat
[Grafik]
***7*** 300,- pro Monat
[Grafik]
[Grafik]
Für das Kind ***6*** ergibt sich nach derzeitigem Informationsstand folgender ausständiger Unterhalt für die Jahre 2010 - 2015 und 2019 - 2022:
[Grafik]
Für das Kind ***51*** ergibt sich nach derzeitigem Informationsstand folgender ausständiger Unterhalt für die Jahre 2010 - 2015 und 2019 - 2022:
[Grafik]
[Grafik]
Für das Kind ***7*** ergibt sich nach derzeitigem Informationsstand folgender ausständiger Unterhalt für die Jahre 2010 - 2015 und 2019 - 2022:
[Grafik]
Beweis: Beschluss BG Hietzing vom 12.09.2017, 1 PU ***13***, 1 FAM ***30***
Beschluss LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31***
Vergleich vor dem BG Hietzing am 25.9.2003, 1 P ***23***-28
Vergleich vor dem BG Hietzing am 22.12.2004, GZ: 1 C ***14***
PV ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
Zeuge ***6*** ***9***, pA ***21***, ***22***
Zeugin ***51*** ***9***, pA ***4***, ***3***
Zeugin ***7*** ***9***, pA ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten.
3. Die unrichtigen Behauptungen des KV samt den vorwiegend vom KV selbst erstellten Auflistungen (vgl S 11 und per E-Mail vom 7.11.2022 übermittelte Screenshots aus OZ 10 "KV_Stell_m_Beilagen" des elektronisch vorgelegten Finanzamtsakts betreffend Zahlungsbelege) stehen im krassen Gegensatz zu den ausständigen Unterhaltsleistungen. Wie auch aus den - vom KV vorgelegten (!) - Beschlüssen des BG Hietzing vom 20.7.2021 zwecks Bewilligung der Gehaltsexekutionen hervorgeht, sind allein aus den beiden vollstreckbaren Unterhaltsbeschlüssen vom 23.7.2010 (Exekutionstitel) Unterhaltszahlungen an die beiden Kinder ***7*** bzw ***51*** in der Höhe von EUR 7.850,- und EUR 7.822,87 ausständig (1. Altlast).
Dazu kommt der offene Unterhalt, den der KV aufgrund rechtskräftigem Beschluss LG f ZRS Wien vom 30.05.2018 zu zahlen hat bzw gehabt hätte, aber bis dato nicht gezahlt hat. Der Rückstand des KV macht aufgrund dieses Beschlusses für den Zeitraum 2010 - 2015 für ***6*** EUR 20.450,-, für Lisa EUR 22.810,- und für ***7*** EUR 20.925,- aus (2. Altlast). In Summe sind also für diesen Zeitraum EUR 64.185,- ausständig, die zur 1. Altlast hinzuzurechnen sind. Dazu kommt - neben dem seit 2019 bis dato ständig angewachsenen weiteren Rückstand - die ausständige Anspannung ab 2016; diesbezüglich haben die Kinder nun (Oktober 2022) Verfahrenshilfe beantragt, um endlich ihre Unterhaltsansprüche ab 2016 geltend machen zu können (3. Altlast) und um (wieder einmal) zu versuchen, die offenen Rückstände beim KV einzutreiben.
Im Ergebnis sind die irreführenden Schutzbehauptungen des KV wahrheitswidrig. Die auf S 10 wiedergegebene Ausführung des KV: "Nachdem ich von 2003 bis 2019 den geforderten Unterhalt in voller Höhe bezahlt habe", entspricht nicht den Tatsachen - sprich (umgangssprachlich): ist eine Lüge. Der KV ist für diese Behauptung beweispflichtig. Die dazu vom KV vorgelegten Unterlagen (vgl oben Punkt 1.) decken diese Behauptung nicht. Folglich und darüber hinaus (nämlich iZm den Jahren 2020 f) sind diese Unterlagen als Beweismittel dafür, dass der KV "von 2003 bis 2019 den geforderten Unterhalt in voller Höhe bezahlt habe", untauglich, und der Beweis von ihm nicht erbracht. Dass diese Unterlagen auch als Beweismittel für das vom BFG angenommene "Ermittlungsergebnis" iZm dem KV (S 10 f) untauglich sind, wurde bereits oben in Punkt 1. ausgeführt.
Beweis: wie bisher.
4. In Anbetracht des immens hohen Betrages an offenem Unterhalt, den der KV mittlerweile über Jahrzehnte (!) durch Nichtzahlung der ihm durch das BG Hietzing auferlegten Unterhaltsleistungen angehäuft hat, ist der vorläufig vom BFG angenommene Sachverhalt (S 15 f) unrichtig und unvollständig. Der Vollständigkeit halber - und auch zum besseren Verständnis - wird der richtige Sachverhalt wie folgt zusammengefasst (= Auszug aus dem - nach Gewährung der Verfahrenshilfe beim BG Hietzing einzubringenden - Schriftsatz). Dieser Auszug ist integraler Bestandteil der gegenständlichen Äußerung. Es wird ausdrücklich auf die darin enthaltene Anregung in Punkt 2. hingewiesen und ersucht, diesem begründeten Hinweis der SV MMag. DDr. ***32*** im Hinblick auf Verdacht von strafbarem Verhalten des KV nach dem FinStrG und/oder dem StGB nachzugehen:
"1. Herr Ing. ***52*** ***9*** ist der Kindesvater (KV) von 1.) ***6*** ***9***, 2.) ***51*** ***9*** und 3.) ***7*** ***9***. Er ist aufgrund des Vergleichs des Bezirksgerichts Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14***, gegenüber den Unterhaltsberechtigten, 1.) ***6*** ***9***, 2.) ***51*** ***9*** und 3.) ***7*** ***9***, seit dem 01.04.2010 und bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit unterhaltspflichtig.
2. Das Jugendamt der Stadt Wien beantragte 2013 eine Erhöhung der monatlichen Unterhaltsleistung des KV. Im Rahmen dieses Verfahrens (1 PU ***13***, 1 FAM ***30***; 45 R ***31***) führte die Sachverständige MMag. DDr. ***33***-***34*** ***32*** in ihrer Stellungnahme vom 26.07.2016 in den Punkte 2.3. (Unkenntnis der Steuerpflicht) und 2.4. (***35*** ***36*** software ltd ***37*** Zypern) wie folgt aus [Hervorhebung im Original]:
"2.3. Unkenntnis der Steuerpflicht
Die Ausführungen des Vertreters des Kindesvaters, dass er die Erfahrung aus seiner früheren Selbständigkeit hatte, dass er die Einkünfte erst 2 Jahre später in die Steuererklärung aufnehmen muß sind abstrus. Herr ***9*** war seit Jahren Geschäftsführer der "***50*** GmbH".
Die Belege betreffend den Gewerbebetrieb wurden im November 2014 nicht vorgelegt. Da die SV aber hartnäckig blieb wurden diese Unterlagen 2015 vorgelegt. Von der SV wurde nach Vorlage der Belege eine merkwürdige Konstruktion festgestellt, die in Punkt 2.4. nocheinmal beschrieben wird.
2.4. ***35*** ***36*** software ltd- ***37*** Zypern
Die ***50*** GmbH kaufte Graphik-Fremdleistungen von einer ***35*** ***36*** Software ltd in Zypern (ein Hedgefond laut Internetseite) zu und Herr ***9*** verkaufte als Einzelunternehmer dieser ***35*** ***36*** Software ltd. in Zypern seine Graphikleistung.
Ich empfehle das Finanzamt diese Konstruktion überprüfen zu lassen, da das Finanzamt die Möglichkeit hat an Daten in Zypern zu gelangen."
Dem nicht genug, wiederholt die SV MMag. DDr. ***32*** - offenkundig als Ausdruck der Dringlichkeit und Wichtigkeit - diese an das BG Hietzing gerichtete Anregung, nämlich "das Finanzamt zur Prüfung zuzuziehen", in Punkt 2.15. ihrer Stellungnahme vom 26.07.2016 (S 10).
Wie aus den auf S 5 ff des Beschlusses des BG Hietzing vom 12.09.2017 aufgelisteten Beweismitteln und der Beweiswürdigung hervorgeht, ignorierte das BG Hietzing die Empfehlung und Anregung der SV MMag. DDr. ***32*** und unterließ die (auch iZm dem gegenständlichen Unterhaltsverfahren maßgebenden) Überprüfung dieser - gelinde gesprochen - "merkwürdigen Konstruktion" durch das Finanzamt.
Es wird daher - auch im Hinblick auf das noch nachzuholende Unterhaltsverfahren iZm "Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016" (S 16 des Beschlusses BG Hietzing vom 12.09.2017, 1 PU ***13***, 1 FAM ***30***) - angeregt und nahegelegt: Das BG Hietzing möge umgehend
(i) Versäumtes nachholen und
(ii) diese "fragwürdige Konstruktion" durch das Finanzamt Österreich überprüfen lassen und
(iii) erforderlichenfalls der Anzeigepflicht gem § 78 StPO nachkommen.
Beweis: Beschluss BG Hietzing vom 12.09.2017, 1 PU ***13***, 1 FAM ***30*** - im Akt
Beschluss LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** - im Akt
Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.07.2016 - im Akt
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten.
3. In den Punkten 8.) und 9.) des Beschlusses des BG Hietzing vom 12.09.2017 wurde laut rechtskräftigem Beschluss des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018 (S 3) "festgehalten, dass die Entscheidung über den Antrag der obgenannten Unterhaltsberechtigten betreffend eine Unterhaltserhöhung auf € 740,-- je Antragsteller/Kind ab 1.1.2016 einerseits, sowie betreffend des Antrages des Vaters auf Unterhaltsherabsetzung vom 1.1.2016 bis 31.3.2016 auf € 210,-- je Kind, vom 1.4.2016 bis 30.6.2016 auf € 176,-- je Kind und ab 1.7.2016 bis 30 .9.2016 auf € 169,-- je Kind und ab 1.10.2016 bis laufend - wobei die betragsmäßige Präzisierung noch vorbehalten wurde - jeweils einer gesonderten Beschlussfassung vorbehalten wird."
Im Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017 (S 16), der dem Beschluss des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018 vorausging, heißt es dazu: "Mangels entsprechender Beweismittel - insbesondere der gesundheitlichen Probleme des Kindesvater (Magen/Darmprobleme, Depressionen) war die Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016 (Erhöhung sowie Herabsetzung) derzeit noch einer gesonderten Beschlussfassung vorzubehalten."
Im Rahmen der diesem Beschluss vorausgegangenen Verhandlung des BG Hietzing am 30.08.2017 gab der KV zu Protokoll: "Ich kann einen Befund von einer Psychiaterin aus 7/2016 (diesen werde ich vorlegen), bei "***38***" habe ich im März 2016 um Therapie angesucht und mache seit 10/2016 bis 6/2017 eine Therapie von 30 Einheiten (auch diese werde ich hg. nachweisen). […] Ich habe ein Reizdarmsyndrom - festgestellt über die Gesundenuntersuchung. Dadurch habe ich teilweise Magenkrämpfe, da kann ich nicht aus dem Haus gehen. Ich habe mittlerweile die Ernährung umgestellt und habe auch Schluckbeschwerden mit dem ich leben muß. Dahingehend werde ich auch Unterlagen hg. binnen 14 Tage vorlegen."
Wie aus den auf S 5 ff des Beschlusses des BG Hietzing vom 12.09.2017aufgelisteten Beweismitteln samt der Beweiswürdigung hervorgeht, hat der KV diese Unterlagen nicht vorgelegt. Stattdessen erging 13 Tage nach der Verhandlung der bezirksgerichtliche Beschluss, und darin hielt das BG - wie oben zitiert - fest, dass "die Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016 (Erhöhung sowie Herabsetzung) derzeit noch einer gesonderten Beschlussfassung vorzubehalten" sei. Das BG Hietzing hat es aber in der Folge und bis dato unterlassen,
(i) das insofern noch anhängige Verfahren abzuschließen und
(ii) einen Beschluss betreffend die Unterhaltsentscheidung ab 01.01.2016 zu fassen und
(iii) hierbei im Rahmen einer ordentlichen Beweiswürdigung die Nichtvorlage der Unterlagen durch den KV zu würdigen (§ 103 iVm § 102 AußStrG),
(iv) zumal es sich offenkundig hierbei um nicht substantiierte und vage Schutzbehauptungen des KV handelte,
(v) die zudem in keinem Zusammenhang mit dem Gegenstand des Verfahrens standen und stehen und
(vi) nichts - vgl OGH-Rechtsprechung - an der berechtigten Anspannung (vgl Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.07.2016) etwas ändert.
Im Übrigen attestierte das LG für ZRS Wien mit rk Beschluss vom 30.05.2018, 45 R ***31***, dem KV "überdurchschnittliche Einkommensverhältnisse".
Die Kinder, 1.) ***6*** ***9***, 2.) ***51*** ***9*** und 3.) ***7*** ***9***, stellen daher den
Antrag
auf unverzügliche Fortsetzung des zu 1 PU ***13*** 1 FAM ***30*** beim BG Hietzing seit 2013 (!) anhängigen Unterhaltsverfahrens in Bezug auf die - durch offensichtliche Sorgfaltswidrigkeit des BG Hietzing verursachte - ausständige Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016.
Gemäß § 79 Abs 1 AußStrG, der verfahrensinterne Zwangsmittel regelt, deren Anwendung sich hier aus § 102 AußStrG für Auskunftspflichten in Unterhaltssachen ergibt (RS0124115), wird vor dem Hintergrund des bisherigen Verfahrens das BG Hietzing
(i) für den Fortgang des Verfahrens notwendige Verfügungen gegenüber dem KV und allenfalls weiteren Personen wie dessen Ehegattin (vgl unten 7.) zu ergreifen haben, sofern der KV und weitere Personen den für die Entscheidungsfindung in der gegenständlichen Unterhaltssache bzw für die Feststellung der Unterhaltsbemessungsgrundlage maßgebenden Auskunftspflichten gem § 102 AußStrG nicht fristgerecht vollständig und/oder nicht wahrheitsgemäß nachkommen, sondern diese - wie in der Vergangenheit - unbefolgt lassen,
(ii) und sollte sich (wieder) herausstellen, dass der KV bzw weitere Personen diesen Verfügungen nicht ordnungsgemäß Folge leisten, wird das BG Hietzing die Verfügungen nach § 79 Abs 1 AußStrG von Amts wegen durch angemessene Zwangsmittel durchzusetzen haben.
Als Zwangsmittel kommen insbesondere auch Geldstrafen in Betracht (§ 79 Abs 2 Z 1 AußStrG). Es handelt es sich um Beugemaßnahmen und nicht um repressive Instrumente pönalen Charakters (RS0124115).
Weiter stellen die Kinder, 1.) ***6*** ***9***, 2.) ***51*** ***9*** und 3.) ***7*** ***9***, aus prozessualer Vorsicht den
Antrag
gemäß § 91 GOG beim BG Hietzing, das Landesgericht Wien als übergeordneter Gerichtshof möge dem Gericht für die Vornahme der Verfahrenshandlung eine angemessene Frist unter Berücksichtigung der bisher verstrichenen Jahre setzen.
Beweis: wie bisher
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
Protokoll BG Hietzing vom 30.08.2017 - im Akt
4. Aufgrund der - erstens - durch das BG Hietzing unterlassenen Überprüfung durch das Finanzamt in Bezug auf die - auch für Laien leicht erkennbare - "merkwürdige Konstruktion" der ***35*** ***36*** software ltd ***37*** Zypern iVm der - ebenfalls für Laien leicht erkennbaren - haarsträubenden Unkenntnis der Steuerpflicht, obwohl die SV MMag. DDr. ***32*** diese FA-Überprüfung begründet wiederholt ausdrücklich empfahl bzw anregte, und aufgrund der - zweitens - seit dem Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017 unterlassenen Beschlussfassung über die Unterhaltsentscheidung ab 01.01.2016 durch das BG Hietzing, fielen die unterhaltsberechtigten Kinder auf den - vor dem Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017 und dadurch seit dem 01.01.2016 wieder - durch Beschluss des BG Hietzing vom 09.12.2011, 1 PU ***13*** - 71 iVm Beschluss des BG Hietzing vom 1.9.2010, 001 PU ***13*** - 46 (vgl insb ***6*** ***9*** und ***51*** ***9***) iVm dem Vergleich des BG Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14*** (vgl insb ***7*** ***9***) geltenden Unterhaltstitel zurück.
Beweis: Beschluss BG Hietzing vom 09.12.2011, 1 PU ***13*** - 71 - im Akt
Beschluss BG Hietzing vom 1.9.2010, 001 PU ***13*** - 46 - im Akt
Vergleich BG Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14*** - im Akt
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten.
5. Aufgrund der mangels gebotener Sorgfalt des BG Hietzing verursachten Unterlassungen und Versäumnisse (= schwere Fehler) haben die Kinder und Antragsteller massiven Schaden durch eine seit dem 01.01.2016 zu Unrecht bestehende und sie um ihren rechtmäßigen Unterhalt wesentlich verkürzende Rechtslage erlitten. Das BG Hietzing hätte - bei rechtmäßigem Verhalten - von amtswegen das Unterhaltsverfahren in Bezug auf die offen gelassene "Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016" umgehend nach dem Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017 fortführen können und spätestens nach dem Erwachsen des Beschlusses des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** in Rechtskraft fortsetzen müssen. Durch dieses rechtswidrige und schuldhafte Verhalten des BG Hietzing steht seit 01.01.2016 den Kindern - basierend auf den sich aus dem Beschluss BG Hietzing vom 09.12.2011, 1 PU ***13*** - 71, Beschluss BG Hietzing vom 1.9.2010, 001 PU ***13*** - 46 und Vergleich BG Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14*** ergebenden Unterhaltstitel - nur folgender rechtswidrig verminderter Unterhaltsanspruch gegenüber dem KV zu:
1.) ***6*** ***9***: € 350,--/Monat
2.) ***51*** ***9***: € 300,--/Monat
3.) ***7*** ***9***: € 300,--/Monat
6. Der vom BG Hietzing verursachte Schaden durch Nichtunterhaltsentscheidung ab 01.01.2016 hatte zur Folge, dass den Kindern dadurch unter anderem auch weiterer Schaden insbesondere iZm Stipendium entstanden ist. Da wegen der Untätigkeit des BG Hietzing die - unrichtige - Basis für den Unterhaltsanspruch seit 01.01.2016 der Vergleich 2004 samt den Beschlüssen 2010 und 2011 sind, wurde den Kindern die Studienbeihilfe nicht in dem ihnen nach dem Gesetz zustehenden Ausmaß gewährt bzw konnte den Kindern die Studienbeihilfe nicht in diesem Ausmaß gewährt werden, weil es dafür eines gerichtlichen Beschlusses bzw Urteils benötigt hätte, der bzw das aber wegen der Untätigkeit des BG Hietzing nicht vorlag (vgl § 31 StudFG).
So stellte ***7*** ***9*** am 12.10.2019 einen Antrag auf Gewährung einer Studienbeihilfe bei der Studienbeihilfenbehörde (Stipendienstelle Wien) für das im Wintersemester 2019/20 aufgenommene Studium Veterinärmedizin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Mit Bescheid der Studienbeihilfenbehörde (Stipendienstelle Wien) vom 15.11.2019 wurde auf Basis der vorgelegten Unterlagen eine Studienbeihilfe in Höhe von EUR 314,00 ab September 2019 bewilligt. Mit Bescheid der Studienbeihilfenbehörde (Stipendienstelle Wien) vom 24.09.2020 wurde auf Basis der vorgelegten Unterlagen eine Studienbeihilfe in Höhe von EUR 175,00 ab September 2020 bewilligt. In Bezug auf das Studienjahr 2021/22 teilte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15.12.2021 mit, ihr Vater zahle seit mehreren Jahren keinen Unterhalt für sie und ihre beiden Geschwister. Gehaltsexekutionen über das Gericht seien erfolglos verlaufen. Mit Bescheid der Studienbeihilfenbehörde (Stipendienstelle Wien) vom 20.12.2021 wurde der Antrag auf Gewährung einer Studienbeihilfe in Höhe von EUR 78,00 ab September 2021 bewilligt.
Das BVwG führt dazu in seiner Entscheidung vom 29.08.2022, W129 2257012-1 wie folgt aus:
"3.3. Für den vorliegenden Fall bedeutet das:
Nach der Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes (vgl. VwGH 15.9.2003, 2003/10/0117, und 2003/10/0225) folgt aus den oben dargestellten Bestimmungen des StudFG, dass die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzung des Vorliegens sozialer Bedürftigkeit bezogen auf den Zeitpunkt der Antragstellung und zwar nach Lage der mit dem Antrag erbrachten Nachweise zu erfolgen hat (vgl. auch die Gesetzesmaterialien, RV 473 BlgNR 18. GP, 28). Auf Grund der mit dem Antrag erbrachten Nachweise ist ohne weiteres Ermittlungsverfahren zu entscheiden.
Heranzuziehen sind gemäß § 11 Abs. 1 StudFG die in einem Kalenderjahr bezogenen Einkünfte, wobei das hierfür maßgebliche Kalenderjahr immer vor dem Kalenderjahr liegt, in dem der Antrag auf Studienbeihilfe gestellt wurde. Für den Beschwerdefall folgt daraus, dass grundsätzlich die Einkünfte der Eltern aus dem Jahr 2020 heranzuziehen sind.
Wie festgestellt, liegen beim Vater der Beschwerdeführerin Für das Jahr 2020 liegen beim Vater der Beschwerdeführerin Einkünfte iSd StudFG in Höhe von EUR 25.670,56 vor, bei der Mutter Einkünfte in Höhe von EUR 33.838,95. Die Bemessungsgrundlage erreicht beim Vater der Beschwerdeführerin die Höhe von EUR 14.615,56 und bei der Mutter EUR 27.383,95.
Nach Abzug der Frei- und Absetzbeträge erreicht die Bemessungsgrundlage beim Vater der Beschwerdeführerin die Höhe von EUR 14.615,56 und bei der Mutter EUR 27.383,95.
Die seitens der Beschwerdeführerin wiederholt eingeforderte Berücksichtigung des (volljährigen) Bruders XXXX bei den Absetzbeträgen unterblieb seitens der belangten Behörde zu Recht, da keine Mitversicherung oder begünstigte Selbstversicherung des Bruders nachgewiesen werden konnte (§ 32 Abs 1 Z 4 StudFG).
Die aus den genannten Beträgen zu errechnende Unterhaltsleistung erreicht beim Vater EUR 334,24 jährlich, bei der Mutter EUR 2.299,24.
3.4. Nach § 31 Abs 2 StuFG ist nur dann von einer geringeren zumutbaren Unterhaltsleistung auszugehen, wenn der Studierende nachweist, dass der ihm von einem Elternteil geleistete Unterhalt nicht berechnete Höhe erreicht, obwohl auf Grund der Eignung des Studierenden für das gewählte Studium grundsätzlich ein Unterhaltsanspruch besteht. Der Nachweis ist nur erbracht, wenn das zuständige Gericht dem Studierenden trotz ausdrücklichem Antrag einen niedrigeren Unterhalt als nach den obigen Sätzen zugesprochen hat oder der Studierende den Unterhalt trotz einer zur Hereinbringung der laufenden Unterhaltsbeträge geführten Exekution auf wiederkehrende Leistungen, die künftig fällig werden (§ 291c der Exekutionsordnung, RGBl. Nr. 79/1896), gegebenenfalls einer Exekution zur Sicherstellung (§ 372 der Exekutionsordnung), nicht erhalten hat.
Auch wenn die Beschwerdeführerin durch Vorlage entsprechender Unterlagen belegen konnte, dass sie den vom Vater (privatrechtlich) geschuldeten Unterhalt nur zu einem geringen Teil erhalten hat, so ist die Voraussetzung des § 31 Abs 2 StudFG eben nicht erfüllt, im Gegenteil: die vom Vater tatsächlich gezahlten Beträge lagen sowohl 2020 (freiwillige Zahlungen im Ausmaß von EUR 400,00) als auch 2021 (Gehaltsexekution im Ausmaß von EUR 819,67) über dem Betrag der zumutbaren Unterhaltsleistung des Vaters iSd StudFG im Ausmaß von EUR 334,24 jährlich.
Das Einkommen der Beschwerdeführerin wurde für das Kalenderjahr 2020 mit EUR 0,00 festgestellt. Das Einkommen des Vaters wurde aus den nichtselbständigen Einkünften des Jahres 2020 errechnet. Daraus ergab sich ein Einkommen im Sinne des Studienförderungsgesetzes in Höhe von EUR 25.670,56. Das Einkommen der Mutter wurde aus den nichtselbständigen Einkünften des Jahres 2020 errechnet und ergab den Betrag von EUR 33.838,95.
Aufgrund der Berechnungen habe sich eine zumutbare Unterhaltsleistung des Vaters im Ausmaß von EUR 334,26 und eine zumutbare Unterhaltsleistung der Mutter in Höhe von EUR 2.299,24 ergeben."
Beweis: Entscheidung BVwG vom 29.08.2022, W129 2257012-1 - offenes Internet
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
Das BVwG bestätigte damit die Entscheidung des Senates der Studienbeihilfenbehörde an der Stipendienstelle Wien vom 06.05.2022, Zl. ***39***, der aussprach: "Geeignete Nachweise im Sinne des § 31 Abs. 2 StudFG sind gerichtliche Beschlüsse oder Urteile, nicht aber außergerichtliche oder vor dem Gericht abgeschlossene Vergleiche, Anerkennungsurteile, Versäumnisurteile oder Urteile auf Grund eines Verzichts des Studierenden."
Beweis: Bescheid des Senates der Studienbeihilfenbehörde an der Stipendienstelle Wien vom 06.05.2022, Zl. ***39***
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
Hätte sich das BG Hietzing rechtskonform verhalten und eine Unterhaltsentscheidung ab 1.1.2016 - wie im Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017 angekündigt - spätestens nach Rechtskraft des Beschlusses des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** erlassen, so wäre es nicht zu dieser Entscheidung der Studienbeihilfenbehörde (Stipendienstelle Wien) bzw diese bestätigende Entscheidung des BVwG vom 29.08.2022, W129 2257012-1 gekommen bzw hätte es dazu nicht kommen können. Vielmehr hätte dann ***7*** ***9*** die ihr nach dem Gesetz zustehende Studienförderung, die einen mittleren dreistelligen Euro-Betrag ausmachen hätte können und damit wesentlich höher wäre, als ihr nun gewährt wurde, bekommen.
Beweis: Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
PV
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten
7. Dazu kommt, was im Hinblick auf § 198 StGB (Verletzung der Unterhaltspflicht) iVm der Anzeigepflicht des BG Hietzing gem § 78 StPO relevant ist, dass der KV fortgesetzt und wiederholend seine Unterhaltspflicht gegenüber den Kindern ***6*** ***9***, ***51*** ***9*** und ***7*** ***9*** gröblich verletzt und dadurch deren Unterhalt gefährdet bzw ohne Hilfe von anderer Seite gefährdet wäre. Da der KV seit vielen Jahren keinen bzw fallweise einen eigenmächtig stark reduzierten Unterhalt an seine Kinder leistet, sind die Kinder davon abhängig, dass Dritte - insbesondere die schlecht verdienende Kindesmutter - "einspringen" und sie finanziell unterstützen. Allein der Umstand, dass der KV laut Entscheidung des BVwG vom 29.08.2022, W129 2257012-1 im Jahr 2020 ein Einkommen von € 25.670,56 hatte, aber in diesem Jahr seinen Kindern lediglich insgesamt € 1.250,- an Unterhalt zahlte (***6*** ***9***: € 450,-; ***51*** ***9***: € 400,-; ***7*** ***9***: € 400,-), begründet den konkreten Verdacht von strafbarem Verhalten des KV. Das BG Hietzing wird daher seiner Anzeigepflicht gem § 78 StPO nachkommen müssen.
Im Grunde "tanzt" der KV den Gerichten und Behörden seit Jahren bzw Jahrzehnten und auch den idF betroffenen Kindern "auf der Nase" herum. Ja, der KV geht - offenbar mangels jeglichem Unrechtsbewusstsein - sogar so weit, dass er beim FA falsch angab, dass er den Unterhalt an die Kinder für 2020 bezahlt habe. Daher ist das FA idF unrichtiger Weise davon ausgegangen, "dass der Unterhaltszahler seinen Unterhaltsverpflichtungen zwischenzeitig nachgekommen ist, sodass diesem ein Anspruch auf den halben FABO+ zukommt." Dh: Wegen den Falschangaben des KV nahm das FA an, dem KV stünde für seine drei Kinder (***6*** ***9***, ***51*** ***9*** und ***7*** ***9***) nicht nur der halbe Kinderbonus zu, sondern ihm sei auch der Unterhaltabsetzbetrag steuerlich gutzuschreiben. Das hatte zur Folge, dass aufgrund der zu Unrecht erfolgten Geltendmachung des halben FABO+ durch den KV der entsprechende Betrag von der Kindesmutter nach Änderung deren Einkommensteuerbescheides 2020 gemäß § 295a BAO zurückgefordert wurde. Daraufhin reagierte die KM, die bis dahin von dieser Machenschaft des KV nichts wusste bzw wissen konnte, und brachte gegen den Rückforderungsbescheid des FA eine Beschwerde ein, in der sie anhand von Beweisen substantiiert vorbrachte, dass der KV die Unterhaltsleistungen nicht bzw nicht annähernd erbrachte. Im Einzelnen:
Unterhalts-Rückstand lt. Auszüge Erste Bank:
1.) ***6*** ***9***: Kontonummer ***15***
2.750,--/2019 Rückstand
3.750,--/2020 (überwiesen hat ***52*** ***9*** 2020 EUR 450,--)
gesamter Rückstand bis Ende 2020: 6.500,--
2.) ***51*** ***9***: Kontonummer ***16***
2.250,--/2019 Rückstand
3.200,--/2020 (überwiesen hat ***52*** ***9*** EUR 2020 400,--)
gesamter Rückstand bis Ende 2020: 5.450,--
3.) ***7*** ***9***: Kontonummer ***17***
2.250,--/2019 - Rückstand
3.200,--/2020 (überwiesen hat ***52*** ***9*** 2020 EUR 400,--)
gesamter Rückstand bis Ende 2020: 5.450,--
Hierbei ua unberücksichtigt der bis dahin entstandene Unterhalts-Rückstand von - allein für die Jahre 2010 bis 2015 - € 64.185,--.
Die FA-Rechtssache ist derzeit beim Bundesfinanzgericht anhängig. Hierbei ging das BFG im Beschluss vom 19.10.2022, GZ RV/7102805/2022, aufgrund einer Trugurkunde und falschen Angaben des KV von einem unrichtigen Ermittlungsergebnis (S 10 ff), einem darauf aufbauenden unrichtigen "vorläufigen Sachverhalt" (S 15 ff) und infolgedessen auch von einer unrichtigen "vorläufigen rechtlichen Beurteilung" (S 19 ff) aus. Aus diesem Grund nahm die KM innerhalb offener Frist durch Abgabe einer Äußerung dazu Stellung. Darin bestritt die KM Echtheit und Richtigkeit der Urkunden des KV sowie die - darauf aufbauenden - vorläufigen Annahmen des BFG, und stellte klar, dass der KV seit Jahrzehnten keinen Unterhalt bzw nur einen Bruchteil des Unterhalts an seine drei Kinder geleistet hat und summa summarum bis dato (unter Berücksichtigung des noch anhängigen Anspannungsverfahrens ab 2016) mehr als € 100.000,-- an Unterhalt offen sind.
Beweis: Vorlagebericht des Finanzamts Österreich Dienststelle Wien 12/13/14 Purkersdorf (FA08) vom 16.09.2022
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten
Sowohl die Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.07.2016 als auch der Beschluss des LG für ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** (arg "überdurchschnittliche Einkommensverhältnisse") belegen, dass der KV in Wahrheit einen aufwendigen und luxuriösen Lebensstil führt (Jeep, Wohnmobil, Villa in ***40***). Dazu passt, dass der KV sehr umtriebig zu sein scheint: So scheinen auf der Homepage des KV [https://www.***41***/ (Stand: 22.10.2022)] drei Kontaktadressen auf, nämlich die ***42***, ***43***, ***44***, ***45*** und ***46***, ***47*** ***40***. Demgegenüber lautet gem Zentralem Melderegister (abgerufen am 22.10.2022) der aktuelle Hauptwohnsitz des KV: ***48***, ***3*** (GKZ ***49***).
Anmerkung: Laut der Rechtsprechung kann auch ein fiktiver Ehegattenunterhaltsanspruch des Vaters als Bemessungsgrundlage für den Unterhaltsanspruch eines Kindes für die Vergangenheit heranzuziehen (OGH 22.09.2021, 4 Ob 67/21p): "Der Ehegattenunterhalt ist auf Verlangen auch bei aufrechter Haushaltsgemeinschaft ganz oder zum Teil in Geld zu leisten, soweit ein solches Verlangen nicht unbillig wäre. Kommt einem Elternteil ein Geldunterhaltsanspruch gegenüber seinem Ehegatten zu, macht er davon aber keinen Gebrauch, kann dies, ausgehend von der anzuwendenden Anspannungstheorie, nicht zu Lasten eines geldunterhaltsberechtigten Kindes gehen. So ist auch ein fiktiver Geldunterhaltsanspruch des Unterhaltspflichtigen gegenüber seinem wesentlich besser verdienenden Ehegatten als Bestandteil der Unterhaltsbemessungsgrundlage für ein Kind heranzuziehen.
Die Frage, ob das auch für den Unterhalt für die Vergangenheit gilt, ist schon deswegen zu bejahen, weil Unterhalt grundsätzlich auch für die Vergangenheit begehrt werden kann und allein der Umstand, dass Geldunterhaltsbeiträge erst im Nachhinein eingefordert werden, das Unterschreiten der geschuldeten Höhe des Unterhaltsbeitrags nicht rechtfertigt. In der Durchsetzung von berechtigten Unterhaltsansprüchen liegt auch kein unzulässiger Eingriff in höchstpersönliche Rechte des Unterhaltsschuldners, weil ihm grundsätzlich jedes Recht auf eine Vermeidungsstrategie abzusprechen ist, die ausschließlich dem Zweck dient, sich seiner Unterhaltspflichten zu entziehen."
Beweis: Zentraler Melderegister Auszug vom 22.10.2022
offenes Internet
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
weitere Beweismittel ausdrücklich im Bestreitungsfall vorbehalten
8. Durch die fortdauernde und schwere Verletzung der Unterhaltspflicht durch den KV hat sich allein während der durch Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017, 1 PU ***13***, 1 FAM ***30*** iVm Beschluss des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** begründeten Anspannung vom 01.01.2010 bis 31.12.2015 folgender erheblicher Rückstand durch Nichtnachkommen der dem KV auferlegten Unterhaltsleistung bis dato gebildet:
1.) ***6*** ***9***: € 20.450,--
2.) ***51*** ***9***: € 22.810,--
3.) ***7*** ***9***: € 20.925,--
Summe: € 64.185,--
Das macht alleine für die Jahre 2010 bis 2015 einen zu Lasten der Kinder gehenden offenen Rückstand von in Summe € 64.185,-- aus. In diesem Zusammenhang und im Hinblick auf § 198 StGB und der dazu ergangenen OGH-Rechtsprechung wird nochmals auf die Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.07.2016, insb auf die Punkte 2.9. (Kürzung Gehalt - wirtschaftlicher Eigentümer), 2.10. (Luxus-KFZ), 2.11. (Ausbildung auf Firmenkosten) etc, hingewiesen. Allein anhand dieses von der SV schlüssig und nachvollziehbar dargelegten Verhaltens des KV ergibt sich nicht nur die permanente - gem § 103 AußStrG zu ahndende - Verschleppungsabsicht (vgl Punkt 2.1. der Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.07.2016), sondern auch, dass der KV die nach dem Anspannungsgrundsatz bestehende Pflicht, alle Möglichkeiten zur Erfüllung seiner Verbindlichkeiten auszunützen, ständig und gröblich verletzt.
Darüber hinaus verletzt der KV auch weiterhin, dh trotz oder wegen des durch die Fehler des BG Hietzing (vgl oben) verursachten Rückfalls der Kinder auf den sich aus dem Vergleich des BG Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14*** in Verbindung mit Beschluss des Bezirksgerichts Hietzing vom 23.07.2010, 1 PU ***13*** - 46 in Verbindung mit Beschluss des Bezirksgerichts Hietzing vom 09.12.2011, 1 PU ***13*** ergebenden Unterhaltstitel, seine zu Unrecht bestehende reduzierte Unterhaltspflicht.
Aus diesem Grund hat sich zwischen 2019 und 2022 folgender Rückstand gebildet:
***6*** ***9***: 350,- pro Monat
[Grafik]
***51*** ***9***: 300,- pro Monat
[Grafik]
***7*** ***9*** 300,- pro Monat
[Grafik]
[Grafik]
Summa summarum ergibt sich damit ab 2019 ein weiterer Rückstand in der Höhe von € 32.888,98 (bis 31.10.2022). Auch in diesem Zusammenhang wird auf § 198 StGB iVm § 78 StPO hingewiesen und das BG Hietzing aufgefordert, eine Sachverhaltsdarstellung bei der StA Wien einzubringen.
Insgesamt haften damit € 97.073,98 (+ Rückstand ab 2016/offenes Anspannungsverfahren) - zu Lasten der Kinder - durch beharrliche Verletzung der Unterhaltspflicht des KV aus. Ad offenem Anspannungsverfahren: Und hätte das BG Hietzing es nicht bisher unterlassen, eine Unterhaltsentscheidung ab 01.01.2016 zu erlassen, sondern hätte es rechtskonform spätestens 2018 diese Entscheidung erlassen und hierbei den Unterhaltsanspruch der Kinder anhand der von der Rechtsprechung ausjudizierten Rechtsgrundsätze bemessen, so würde sich der Rückstand des KV weit über € 100.000,-- belaufen, wenn dafür bloß die durch Beschluss des BG Hietzing vom 12.09.2017, 1 PU ***13***, 1 FAM ***30*** iVm Beschluss des LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31*** begründete Anspannung vom 01.01.2010 bis 31.12.2015 f als arithmetisches Mittel herangezogen wird.
Hinweis: Derzeit läuft eine Exekution, wodurch etwa € 160,-- pro Kind, was aber in keiner Relation zum aushaftenden Rückstand steht, hereinkommt.
Beweis: wie bisher
Zeugin ***1*** ***2***, MBA (KM), ***4***, ***3***
PV".
Beweis: Stellungnahme der SV MMag. DDr. ***32*** vom 26.7.2016
Ergänzend (vgl oben Punkt 1. und erster Absatz in Punkt 4.) wird iZm der "***35*** ***36*** software ltd" auf Zypern angemerkt, dass der KV der GF dieser Gesellschaft gewesen sein dürfte. Zugleich war der KV sowohl GF als auch Anteilseigentümer der ***50*** GmbH, die zufällig dieselbe Adresse hatte wie die ***18*** GmbH (vgl dazu auch oben "Urkunde" mit der Bezeichnung "Von 222792_015 Tilgung per 23.08.2021 ***9*** ***52*** Unterhaltsforderung Abzug"). Der KV, der bei der ***50*** GmbH als GF am Existenzminimum angestellt war (!), vergab Aufträge (zB Grafiken, die Dritte bei der ***50*** GmbH in Auftrag gegeben hatten) an die ***35*** ***36*** software ltd. Dadurch fungierte die ***50*** GmbH praktisch als "Relaisstation" zwischen den Auftraggebern (Dritte) und der ***35*** ***36*** software ltd als eigentlicher Auftragnehmer. Mit dem Effekt, dass die ***50*** GmbH offenbar keine Gewinne machte bzw machen konnte, weil diese durch (überhöhte) Auftragsvergabe an die ***35*** ***36*** software ltd "abflossen", und sich dadurch der KV über einen vermutlich üppigen GF-Gehalt in Zypern den minimalen GF-Gehalt in Österreich kräftig "aufbesserte". [Anmerkung: Dass das BG damals der Ansicht war, dass es keine Handhabe hätte festzustellen, was der KV als GF in Zypern tatsächlich verdiente, und er hierüber keine Auskunft gab und auch keinen Nachweis erbringen musste, ist nach Ansicht des Vertreters der Bf grundlegend falsch, da es bei der Bemessung des Unterhalts auf das Welteinkommen ankommt und - wie SV MMag. DDr. ***32*** zu Recht ausführte - das FA die Möglichkeit (zB via Amtshilfe) hatte und hat, festzustellen, wie viel der KV verdiente]. Abgesehen von dem - wie oben ausgeführt - im Raum stehenden Verdacht von strafbarem Verhalten des KV, ging es damals jedenfalls auch um den Verdacht von weiterem strafbaren Verhalten gegenüber den anderen Gesellschaftern, da der KV 15 % Anteile an der ***50*** GmbH hatte, und folglich durch besagte "Konstruktion" offenkundig die anderen Gesellschafter und die um ihren angemessenen Unterhalt gekommenen 3 Kinder schädigte. Vgl dazu im Auszug das Ergänzungsgutachten der SV MMag. DDr. ***32*** vom 25.3.2015 in der Pflegschaftssache der drei Kinder zu 1 PU ***13*** [ON 160, AS 369 ff (AS 383)]:
[...]
Beweis: Ergänzungsgutachten der SV MMag. DDr. ***32*** vom 25.3.2015 zu 1 PU ***13*** (Auszug) 5. Wie oben ausgeführt, betrug - nach derzeitigem Informationsstand - der Unterhaltsrückstand zu Beginn des Jahres 2020 insgesamt mindestens EUR 71.435,- [***6***: EUR 20.450,- (2010 - 2015) + EUR 2.750,- (2019); ***51***: EUR 22.810,- (2010 - 2015) + EUR 2.250,- (2019); ***7***: EUR 20.925,- (2010 - 2015) + EUR 2.250,- (2019)]. Daraus folgt, dass die im "vorläufigen Sachverhalt" vom BFG angenommenen Unterhaltsrückstände zu Beginn des Jahres 2020 (S 15) unrichtig sind. Die Unrichtigkeit resultiert insb daraus, dass offenbar ungeprüft die unrichtige Behauptung des KV übernommen wurde, er habe "von 2003 bis 2019 den geforderten Unterhalt in voller Höhe bezahlt". Aufgrund der gegenständlichen durch Beweise (Vergleich und Beschluss des BG Hietzing) untermauerten und schlüssigen Äußerung wird daher von Amtswegen wahrheitsgemäß zu ermitteln sein,
(i) wie viel der KV an seine Kinder ***6***, ***51*** und ***7*** ***9*** zwischen 2003 und 2019 aufgrund der Unterhaltsentscheidungen des BG Hietzing, insb aufgrund a) des Vergleichs BG Hietzing vom 22.12.2004, 1 C ***14***, b) des Beschlusses BG Hietzing vom 23.7.2010 (mit Rechtraftbestätigung 1.9.2010), 001 PU ***13*** - 46 und des Beschlusses BG Hietzing vom 09.12.2011, 1 PU ***13*** - 71 (RK-Bestätigung: 9.3.2012) und c) des Beschlusses LG f ZRS Wien vom 30.05.2018, 45 R ***31***, zu zahlen gehabt hätte und
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Normen und Schlagworte
- § 33 Abs. 3 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 295a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 19 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 167 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 33 Abs. 3a lit. b EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 278 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 33 Abs. 3a Z 3 lit. a EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 114 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 33 Abs. 3a lit. c EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 115 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 143 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 161 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 168 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 169 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 33 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 166 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 33 Abs. 4 Z 3 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 183 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 270 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 60 AVG, Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz 1991, BGBl. Nr. 51/1991
- § 289 EO, Exekutionsordnung, RGBl. Nr. 79/1896
- § 294 EO, Exekutionsordnung, RGBl. Nr. 79/1896
- § 231 ABGB, Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch, JGS Nr. 946/1811
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Beschluss
- Geschäftszahl
- RV/7102805/2022
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2022:RV.7102805.2022
- Stammnummer
- 139135
- Gültig
- 12.12.2022 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF