Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7101493/2005
Umsatzsteuerkarussell
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101493/2005vom 01.07.2022Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Die am 08.01.2003 an die Fa. ***21*** Group fakturierten 53.000 Stk CD wurden zusammen mit den 317.000 Stk CD, welche von der Fa. ***27*** UWT GmbH am 31.12.2002 um € 2.975.552,20 an die Fa. ***43*** Ltd., Moskau, fakturiert wurden, am 31.01.2003 nach Tschechien exportiert.
Für alle diese Exporte wurde von den "Exporteuren" ein entsprechender Transportauftrag an die Spedition erteilt. Auch die Fa. ***Bf1*** z.B. hat für den Export der 53.000 Musik CD der Spedition am 29.01.2003 einen entsprechenden Transportauftrag erteilt (siehe 2. Export).
Für den Import ins Drittland wurden Zweitfakturen verwendet, in denen die Fa. ***1*** die 358.550 Stk CD's zum Preis von € 0,14 je Stk an die Fa. ***15***s.r.o. in Karaiinka weiterfakturiert. Zusatz auf der Faktura der Fa. ***1*** vom 30.01.2003 betreffend die 317.000 Stk: "I.A. ***43*** Ltd., Absender: Franz ***27*** GmbH & Co KG". Zusatz auf der Faktura der Fa. ***1*** vom 30.01.2003 betreffend die 53.000 Stk: "I.A. ***43*** Ltd., Absender: ***Bf1***".
Die am 30.01.2003 von der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. fakturierten 370.000 Stk CD's zum Preis von € 51.800,- wurden lt. den von der Zolldirektion Olmütz der tschechischen Republik zur Verfügung gestellten Verzollungsunterlagen am 03.02.2003 auf dem Lager der Fa. ***23***S.R.O. übernommen und in zwei Sendungen wieder an die Fa. ***4*** in die BRD weitergeleitet, und zwar am 12.02.2003 317.000 Stk und am 13.03.2003 53.000 Stk CD's (siehe Pkt. 3.1.1.1.).
Lt. den von der Fa. ***4*** zur Verfügung gestellten Unterlagen hat die Fa. ***15***s.r.o. die CD's mit € 0,145 je Stk. weiterfakturiert.
Auf die Aussagen des Herrn ***15***-siehe 1. Export -wird hingewiesen.
4. Export
Die am 20.02.2003 an die Fa. ***21*** Group fakturierten 53.000 Stk CD wurden zusammen mit den 129.000 Stk CD, welche von der Fa. ***27*** UWT GmbH am 25.02.2003 um € 1.210.871,40 an die Fa. ***43*** Ud., Moskau, und zusammen mit den 131.000 Stk CD, welche von der Fa. F.J. ***24*** Trading GmbH am 25.02.2003 um € 1.202.449,- an die Fa. ***21*** Group fakturiert wurden, am 26.02.2003 nach Tschechien exportiert.
Für alle diese Exporte wurde von den "Exporteuren" ein entsprechender Transportauftrag an die Spedition erteilt. Auch die Fa. ***Bf1*** z.B. hat für den Export der 53.000 Musik CD der Spedition am 25.02.2003 einen entsprechenden Transportauftrag erteilt (siehe 2. Export).
Für den Import ins Drittland wurde eine Zweitfaktura verwendet, in der die Fa. ***1*** die 313.000 Stk CD's zum Preis von € 0,14 je Stk an die Fa. ***15***s.r.o. weiterfakturiert. Zusatz auf der Faktura der Fa. ***1*** vom 25.02.2003: "I.A. ***43*** Ud.".
Die am 25.02.2003 von der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. fakturierten 313.000 Stk CD's zum Preis von € 43.820,- wurden lt. den von der Zolldirektion Olmütz der tschechischen Republik zur Verfügung gestellten Verzollungsunterlagen am 27.02.2003 auf dem Lager der Fa. ***23***S.R.O. übernommen und in drei Sendungen wieder an die Fa. ***4*** in die BRD weitergeleitet, und zwar am 13.03.2003 184.000 Stk, am 17.03.2003 60.462 Stk und am 07.04.2003 68.538 Stk CD's (siehe Pkt. 3.1.1.1.).
Lt. den von der Fa. ***4*** zur Verfügung gestellten Unterlagen hat die Fa. ***15***s.r.o. die CD's mit € 0,145 je Stk und € 0,08 weiterfakturiert. ln einem Befund des Zollamtes Passau betreffend die Sendung vom 07.04.2003 ist folgendes angemerkt:
"Paletten mit offensichtlich gebrauchten Kartonagen, die mit Paketbanderolen der Fa. ***59*** und MRT (s.Anlage) umwickelt waren, im Laderaum des LKWAufliegers festgestellt."
Daraus ergibt sich, dass diese Banderolen zur Sicherung des Ladegutes bereits zu einem früheren Zeitpunkt, also zumindest einem vorangegangenen Umlauf, von der deutschen Spedition (=***59***) angebracht worden sein mußten. Bei Musterziehungen in Wien hätte dieser Sachverhalt auch der Fa. ***Bf1*** auffallen müssen.
Auf die Aussagen des Herrn ***15***- siehe 1. Export -wird hingewiesen.
5. Export
Die am 14.04.2003 an die Fa. ***21*** Group fakturierten 64.000 Stk CD wurden am 14.05.2003 nach Ungarn exportiert.
Für den Import ins Drittland wurde eine Zweitfaktura verwendet, in der die Fa. ***1*** die 64.000 Stk CD's zum Preis von € 0,14 je Stk an die Fa. ***50*** Kft., weiterfakturiert. Zusatz auf der Faktura der Fa. ***1*** vom 14.05.2003 betreffend die 64.000 Stk: "Absender: ***Bf1***".
Die am 14.05.2003 von der Fa. ***1*** an die ***50*** Kft. fakturierten 64.000 Stk CD's zum Preis von € 8.960,- wurden lt. den von der ungarischen Zoll- und Finanzwache zur Verfügung gestellten Verzollungsunterlagen am 15.05.2003 auf dem Lager der Fa. ***60*** Kft., Györ, übernommen und zusammen mit einer CD-Sendung, welche von der Fa. ***15***s.r.o. aus Tschechien über 264.000 Stk CD nach Ungarn exportiert wurde (von der Fa. ***27*** KG exportiert und mit einer Zweitfaktura von der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. ausgeführt) am 27.05.2003 wieder in die BRD weitergeleitet.
Diese CD's wurden von der Fa. ***50*** Kft. mit Faktura vom 27.05.2003 an die Fa. ***10*** *** GmbH & Co KG, BRD, zum Preis von € 49.130,- weiterverrechnet (siehe Pkt. 3.1.1.2.).
Der Geschäftsführer der Fa. ***50*** Kft., Herr L. YY, hat betreffend diesem "CD-Geschäft" zur Fa. ***Bf1*** folgendes erklärt:
"Ich kenne weder die Firma noch eine Ansprechperson. Ich kann mit Sicherheit ausschließen, dass die Firma ***13*** Kft jemals von dieser Firma Waren bezogen noch Zahlungen an sie geleistet hat. Der Name ***Bf1*** kenne ich deshalb, weil auf der ***1***-Faktura die Firma ***Bf1*** als Absender angeführt ist. Somit ging ich von der Annahme aus, dass es sich hierbei um eine Speditions- oder Lagerfirma handelt. "
Wie aus der Darstellung der 5 CD-Exporte und der Gegenüberstellung im Pkt. 3.1.4.1. entnommen werden kann, entspricht der Fakturenwert in den Austauschfakturen der Fa. ***1*** nur mehr rd. 1/65 tel. des von der Fa. ***Bf1*** an die Fa. ***21*** Group berechneten Entgeltes.
Game Boy (Computerzubehör)
Der Warenkreislauf dieser Produkte ist in Tz 3.2.1. im Detail dargestellt. Demnach sind die mit Eingangsrechnungen der Fa. ***1*** Transportverm. u. Finanz GmbH (in der Folge: ***1***) in Rechnung gestellten Game Boy's über die deutschen Firmen ***4*** Fertigbau GmbH (1.Umlauf) und ***10*** *** (2. Umlauf) ins Inland gelangt. Als Missing Trader fungierten die Firmen ***5*** Handels GmbH (in der Folge: ***5***; 1. Umlauf) und ***11*** Handels GmbH (in der Folge: ***11***; 2. Umlauf). Diese Firmen verrechneten die Game Boy's mit dem rd. 35 fachen des Einkaufspreises (2. Umlauf) an die Firmen ***5*** und ***11*** weiter. Die Geschäftsführer der Firmen ***4*** (R. ***20***) und ***10*** *** (Werner ***12***) erklärten zu diesen Geschäften, dass diese von J. XX und A. ***18*** getätigt worden wären.
Im Pkt. 3.2.1. sind auch die Exporte der Game Boy's dargestellt. Daraus ist zu ersehen, dass das geprüfte Unternehmen der Fa. ***21*** Group *** Co., Kuwait (in der Folge: ***21*** Group) in zwei Fakturen (für zwei Exporte) insgesamt 24.720 Stk Game Boy's um € 1.254.292,80 in Rechnung stellt.
1. Umlauf
Die am 11.03.2003 an die Fa. ***21*** Group fakturierten 11.810 Stk Game Boy's wurden am 20.03.2003 nach Tschechien exportiert. Für den Import ins Drittland wurde eine Zweitfaktura verwendet, in der die Fa. ***1*** die Game Boy's zum Preis von € 1 ,25 je Stk an die Fa. ***15***s.r.o. in Karaiinka weiterfakturiert. Auf der Faktura der Fa. ***1*** ist der Zusatz "I.A. ***43*** Ud., Absender: ***Bf1***" angebracht.
Die am 20.03.2003 von der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. fakturierten 11.810 Stk Game Boy's zum Preis von € 14.762,50 wurden lt. den von der Zolldirektion Olmütz der tschechischen Republik zur Verfügung gestellten Verzollungsunterlagen am 21.03.2003 auf dem Lager der Fa. ***23***S.R.O. übernommen und am 16.05.2003 nach Ungarn weitergesandt (siehe Pkt. 3.2.1.).
Lt. den von der ungarischen Zoll- und Finanzwache zur Verfügung gestellten Unterlagen wurden die von der Fa. ***15***s.r.o. mit € 15.353,- verrechneten Game Boy's (keine Stückanzahl, Gewicht wie bisher 1.900 kg) von der Fa. ***50*** Kft an die Fa. ***10***, BRD zum Preis von € 15.976,- weiterfakturiert Oetzt Computerzubehör, 5 Pal., 12.200 Stk, 2.472 kg) und am 30.05.2003 nach Deutschland versendet.
Lt. den von der Fa. ***10*** und der deutschen Spedition zur Verfügung gestellten Unterlagen wurden die Game Boy's am 04.06.2003 vom deutschen Speditionslager ausgefolgt und am 05.06.2003 bei der Wiener Spedition übernommen (5 Pal.). Lt. Vermerk auf dem Frachtbrief wurden die Paletten nicht getauscht. Trotzdem wurden von der Fa. ***10*** *** nicht 12.200 Stk, sondern 12.910 Stk Game Boy's zum Preis von € 559.648,50 an die Fa. ***11*** Handels GmbH weiterfakturiert.
Die "Vermehrung" in Ungarn und in der BRD konnte nicht geklärt werden. Durch die von den ausländischen Zollbehörden stets zusammengefassten Belege je "Geschäftsfall" (Import zu Export) ist aber erwiesen, dass es sich bei den verrechneten Game Boy's stets um die gleiche Ware handelt.
2. Umlauf
Die nun von ***11*** an ***1*** und von ***1*** an ***Bf1*** fakturierten 12.910 Stk Game Boy's wurden von der Fa. ***Bf1*** am 23.06.2003 wieder an die Fa. ***21*** Group, jetzt zum Preis von € 655.053,40, fakturiert und am 27.06.2003 exportiert.
Für den Import ins Drittland wurde eine Zweitfaktura verwendet, in der die Fa. ***1*** die Game Boy's zum Preis von € 1,25 je Stk an die Fa. ***15***s.r.o. weiterfakturiert. Auf der Faktura der Fa. ***1*** ist der Zusatz "I.A. ***43*** Ud., Absender: ***Bf1***" angebracht.
Die am 27.03.2003 (gemeint war vermutlich 27.06.2003) von der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. fakturierten 12.910 Stk Game Boy's zum Preis von € 16.137,50 wurden lt. den von der ungarischen Zoll- und Finanzwache zur Verfügung gestellten Verzollungsunterlagen am 22.07.2003 von der Fa. ***15***s.r.o. zum Preis von € 16.783,- an die Fa. ***50*** Kft., weiterfakturiert und am 24.07.2003 nach Ungarn weitergesandt (siehe Pkt. 3.2.1.). Die Fa. ***50*** Kft. hat diese Game Boy's erst am 26.04.2004 auf Weisung des GF der Fa. ***1***, Herrn Dl K. ***16***, zum Preis von € 16.783,- an die Fa. ***62***, USA, weiterfakturiert und nach Rumänien auf ein Zollfreilager geliefert.
Wie aus der Darstellung dieser 2 Umläufe und aus Pkt. 3.2.1. entnommen werden kann, entspricht der Fakturenwert in den Zweitfakturen der Fa. ***1*** nur mehr rd. 1/40 tel. des von der Fa. ***Bf1*** GmbH an die Fa. ***21*** Group berechneten Entgeltes. Wenn man bedenkt, dass der Fa. ***Bf1*** GmbH bekannt war, dass jede ihrer Exportrechnungen an der Österreichischen Grenze gegen eine Zweitrechnung der Fa. ***1*** GmbH -für den Import in das Drittland (CZ) - ausgetauscht wurde, hätte die Fa. ***Bf1*** GmbH sehr wohl bei diesen "Geschäften" äußerste Vorsicht walten lassen und hinterfragen müssen, warum sie überhaupt zwischengeschaltet wurde. ln den Zweit Fakturen wird nämlich nicht nur ein wesentlich niedrigerer Preis, sondern auch ein anderer "Käufer" ausgewiesen. Wenn die Fa. ***Bf1*** GmbH also gewusst hat, dass die Ware an diesen anderen Empfänger geliefert wird, hätte sie auch hinterfragen müssen, wozu die Ausstellung ihrer eigenen Fakturen gut sein soll und wer die in ihren Fakturen ausgewiesenen Beträge bezahlt.
Da die Zweitfakturen der Fa. ***1*** GmbH für den Import nach Tschechien vorgesehen waren, war vermutlich auch der Fa. ***Bf1*** GmbH klar, dass diese Zweitfakturen vielleicht nicht bei der Fa. ***1*** GmbH als Ausgangsrechnung, aber doch beim ausgewiesenen tschechischen Empfänger bzw. "Käufer" als Eingangsrechnung erfasst werden. Denn welchen anderen Grund sollte es für die Ausstellung von Zweitrechnungen geben, in denen der Lieferant und vor allem der Preis derart von den Exportfakturen abweichen.
Gibt es also Einkäufe durch eine tschechische Firma von der Fa. ***1*** GmbH über Musik-CD's und Game Boy's, die auch von der Fa. ***Bf1*** GmbH an eine kuwaitische Firma mit einem rd. 65 bzw. 40-fach höheren Wert fakturiert wurden, hat die Fa. ***Bf1*** GmbH die Gründe für diese Vorgänge mit Sicherheit hinterfragt und auch entsprechende Informationen erhalten. Der einzige Grund für die Ausstellung einer Zweitfaktura liegt doch darin, dass die tschechische Firma die Musik-CD mit unbedenklichen Preisen wieder exportieren kann (die Musik-CD's und Game Boy's, die ja nicht für den tschechischen Markt bestimmt waren, wurden nur im Vormerkverkehr mit den Zweitfakturen nach Tschechien eingeführt). Es wurden ja auch tatsächlich alle nach Tschechien exportierten CD's und Game Boy's wieder in den EU-Raum (in die BRD) exportiert (ausgenommen die letzte Game Boy Sendung).
Die Überprüfung der Importe in die BRD hat in der BRD zu keinen Beanstandungen geführt. Selbst das deutsche Zollamt, welche die Musik-CD-Importe aus dem Drittland abzufertigen hatte, hatte keine Bedenken gegen den verrechneten Wert von rd. € 0,14 je Musik-CD. Aus einem Aktenvermerk des Finanzamtes Passau geht hervor, dass lt. Zollamt Passau-Hafen eine zollabgabenrechtliche Überprüfung keine Hinweise auf eventuelle Verstöße gegen einfuhrabgabenrechtliche Vorschriften ergab, da die Einfuhren regelmäßig aus mehr oder weniger wertloser Ware (CD's mit russischer Folklore, unbestückte Leiterplatten, etc.) bestanden.
Mit Sicherheit wurden auch seitens der Fa. ***Bf1*** GmbH Überlegungen dahingehend angestellt, ob die Musik-CD, für die ja Muster gezogen wurden, eher den selbst fakturierten Preis von rd. € 9,- oder den von der Fa. ***1*** GmbH fakturierten Preis von € 0,14 repräsentieren.
Es kann angenommen werden, dass allen Beteiligten bewusst war, dass die von der Fa. ***Bf1*** GmbH fakturierten Preise auf keinem Markt erzielbar waren und sind.
Herr K. ***15***hat weiters erklärt, dass er die auf seinem Notebock (in Wien) erstellten Ausgangsfakturen der Fa. ***15***s.r.o. in der Folge den österr. Exportfirmen (z.B.: ***27*** (+***1***); ***Bf1*** (+***1***); etc.), seinem Spediteur in Tschechien sowie seiner Buchhaltung in Tschechien per mail übermittelt hat. Das heißt, alle Exportfirmen wußten sowohl vom Fakturentausch an der Grenze als auch über die Weiterfakturierung von der Fa. ***15***s.r.o. bescheid.
Es ist zwar richtig, dass der Fa. ***Bf1*** GmbH für die Nichtabfuhr der Umsatzsteuer durch den Missing Trader kein Verschulden angelastet werden kann, aber davon, dass die Fa. ***Bf1*** GmbH bzw. ihr Geschäftsführer über die Machenschaften des Betrugskarussells nicht Bescheid wußte bzw. bei Wahrung seiner Sorgfaltspflichten Bescheid hätte wissen müssen, kann wohl nicht mehr die Rede sein, dies kann nicht mehr bestritten werden.
Zu 1.2. Wie aus der Darstellung des "Betrugskarussells" in Tz 3) zu ersehen ist, sind die Preissteigerungen von rd. € 0,14 je Musik-CD auf rd. € 9,- je Musik-CD (beim Export aus Österreich) nicht durch die üblichen Zuschläge auf jeder Stufe der Handelskette kontinuierlich angestiegen, sondern im wesentlichen durch die über die Fa. ***3***Handels GmbH an die Firmen ***4*** Fertigbau GmbH bzw. ***2*** Handels GmbH und über die Fa. ***47*** Ud. an die Fa. ***10*** *** verrechneten sogenannten Lizenzgebühren.
Gegen die (im Karussell) aus Tschechien oder aus Ungarn in die Bundesrepublik Deutschland billigst importierten Musik-CD gab es, wie aus einem Aktenvermerk hervorgeht, seitens des Zollamtes Passau-Hafen keine Bedenken, da die Einfuhren regelmäßig aus mehr oder weniger wertloser Ware (CD's mit russischer Folklore, etc.) bestanden.
Diese billigst erworbenen Musik-CD wurden mit Hilfe der nicht nachvollziehbaren Verrechnung von Lizenzgebühren auf marktübliche unbedenkliche CD-Großhandelspreise "aufgewertet", um so eine erhöhte Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer zu schaffen.
Mit dieser Aufwertung (und zwar bei jedem Umlauf) in der Bundesrepublik Deutschland ist die Betrugsorganisation praktisch kein Risiko eingegangen, im Gegenteil, denn mit den an die deutschen Firmen verrechneten "Lizenzgebühren" konnten die Erträge bei den Firmen in der Bundesrepublik Deutschland gesteuert werden. Eine umsatzsteuerrechtliche Frage hat sich daraus in der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls nicht ergeben.
Von den deutschen Firmen wurden die Musik-CD mit den entsprechenden Werten an die Firma ***5*** Handels GmbH, dem ersten inländischen Unternehmen in der Kette, weiterfakturiert.
Für diese aufgewerteten CD's wurden weder - wie im Berufungsschreiben behauptet wird - "Abnehmer" gefunden noch von der Organisation vorgegeben, da es Abnehmer im herkömmlichen Sinn im gesamten Karussell überhaupt nicht gibt.
Schon die Erstanschaffung der CD's etc. hatte nur den Zweck, mit dieser Ware ein Umsatzsteuerbetrugskarussell aufzuziehen. Im Zuge der Überprüfung dieses Karussells konnte immer wieder festgestellt werden, dass die Mitglieder der Organisation praktisch auf jeder Stufe den Lauf der Ware sowie die Preisgestaltung unter Kontrolle hatten. Dazu gehörte auch, dass den Exportfirmen "Abnehmer" für die zu exportierende Ware vorgegeben wurden. Die Ware wurde aber nie an diese "Abnehmer", sondern an die von ***1*** in den Zweitfakturen angeführten "Abnehmer" fakturiert und geliefert. Die Bezahlung des "verlangten Preises" erfolgte entweder durch Überweisung vom Bankkonto der Wiener Repräsentanz der ***21*** Groupe oder in Bar, in beiden Fällen durch den Leiter der Wiener Repräsentanz, Herrn H. ***22***.
Zu 1.3. Ob die Berufungswerberin am Rechnungstausch unmittelbar beteiligt war, kann nicht beurteilt werden. Aus den mit den von der Fa. ***Bf1*** GmbH an die Spedition erteilten Transportaufträgen zusätzlich ergangenen Informationen ist aber ersichtlich, dass sie vom Rechnungstausch wußte. Es kann davon ausgegangen werden, dass ihr auch der Aussteller und der Inhalt dieser Zweitfakturen bekannt war. War dies der Fall, kann weiters davon ausgegangen werden, dass der Grund für diese Vorgehensweise und der weitere Warenfluß hinterfragt wurde und daher bekannt war.
Wurde aber die äußerst unübliche Vorgehensweise - Fakturierung an vom Lieferanten bekanntgegebenen "Abnehmer" sowie Zweitrechnung vom Lieferanten an einen anderen "Abnehmer" - seitens der Fa. ***Bf1*** GmbH nicht hinterfragt, hat sie nach Ansicht des Bpr. nicht die nötige Vorsicht eines ordentlichen Kaufmannes walten lassen und zumindest die nach logischen Gesichtspunkten erforderlichen Überprüfungshandlungen nicht gesetzt.
Nicht wegen dem Rechnungstausch wurden die Vorsteuerbeträge nicht anerkannt, sondern deswegen, weil überhaupt keine Geschäfte getätigt wurden. Bei einem Betrugskarussell gibt es keine Beschaffungs- und keine Absatzseite, sondern nur ein Vortäuschen von Scheingeschäften. Und für diese vorgetäuschten Geschäfte wurde die Vorsteuer nicht anerkannt.
Zu 1.4. Um die in der ho. Niederschrift vom 13. Aug. 2003 beschriebene Überfakturierung minderwertiger Produkte und deren fehlender Werthaltigkeit beurteilen zu können, ist es nicht unbedingt erforderlich, die Kalkulationen der Lieferanten und/oder Vorlieferanten zu kennen. Ein Blick in die der Berufungswerberin bekannten Zweitfakturen der Fa. ***1*** hätte genügt, um zu erkennen, dass es bei diesen "Geschäften" nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Wie bereits ausgeführt wurde, gab es keinen Abnehmer, der bereit gewesen wäre, einen höheren Preis zu bezahlen.
Nicht die Bezeichnung der gelieferten Gegenstände wurde seitens des Bpr. beanstandet, sondern die Werthaltigkeit. Wären zudem die Proben jeder CD-Lieferung vom Geschäftsführer der Berufungswerberin persönlich vorgenommen worden, hätte er erkennen müssen, dass die Ware bereits mehrmals angeliefert wurde (siehe Tz 2. 4. Export).
Zu 1.5. Da es sich bei den "CD-Geschäften" des Berufungswerbers um vorgetäuschte Geschäfte handelt, die in Rechnungen gesondert ausgewiesenen Steuerbeträge aber nur für "echte" Lieferungen als Vorsteuer abgezogen werden können, ist die Streichung des Vorsteuerabzuges nach ho. Auffassung nicht rechtswidrig.
Tz 3) Beteiligung am "Umsatzsteuer-Karussellbetrug" Darstellung (alle Beträge in €)
3.1. Fakturiertes Produkt: Musik-CD, Musik-Album auf CD
3.1.1. Details zum Musik-CD - Karussell
3.1.1.1. Fakturierungen an und über ***4***/***2*** an ***5***
[...]
1) Mit den Fakturen der Fa. ***42*** V.N.sro, ***10***, wurden die Musik-CD's aus der Slowakei ausgeführt. Für den Import in die Bundesrepublik Deutschland wurden Fakturen der Fa. M ***41***, USA, verwendet.
[...]
Aus dieser Darstellung ist, vorausgesetzt, dass die Mengenangaben in den Fakturen den tatsächlich angelieferten Mengen entsprechen, zu ersehen, dass nur von rd. 61 % der verkauften CD's (7.920.210 Stk) Unterlagen über den Einkauf (4.814.283 Stk) vorliegen. Der durchschnittliche Einkaufspreis für die Musik-CD betrug lt. den vorliegenden Unterlagen € 0,14.
Nachdem seitens der Fa. ***3***Handels GmbH für die CD's Lizenzgebühren im Ausmaß von € 39.189.236,- verrechnet worden sind, wurden die CD's zum Stückpreis von durchschnittlich € 8,30 weiterverkauft. Dies entspricht gegenüber dem EK-Preis von € 0,14/Stk einer rund 59-fachen Aufwertung.
Dass aber seitens der Fa. ***4*** Fertigbau GmbH weitere Musik-CD erworben wurden, geht aus einer Mitteilung einer Hamburger Spedition vom 20.09.2002 hervor. Darin teilt diese der Fa. ***4*** Fertigbau GmbH, und zwar Herrn XX (!) mit, dass die in Containern eingetroffenen Kartons wie besprochen auf Paletten gepackt und mit Folie gesichert, zur Abnahme bereit stehen. Die 21 Pal. Musik CD's (Gewicht 19.227 kg) wurden am 03.10.2002 direkt von Harnburg nach Wien transportiert. Für diesen ***4***-Einkauf liegt keine Eingangsfaktura vor.
3.1.1.2. Fakturierungen an und über ***10*** *** an ***5*** und ***11***
[...]
1) Über die Fa. ***52***, Belgien, wurden an die Fa. ***10*** ***, BRD, in drei Fakturen mit Datum 02.06.2003 die Lieferungen von 30, 21 und 26 Pal. Musik-CD's abgerechnet. ln diesen drei Fakturen werden weder Telefonnummer oder Sachbearbeiter noch Liefer- oder Zahlungsbedingungen angeführt. Auch gibt es keine Angaben über die verrechneten bzw. gelieferten Mengen bzw. den verrechneten Stück-Preis.
Im Zuge der Überprüfung des gesamten Betrugskarussells konnte aber festgestellt werden, dass mit dem Export der Musik-CD's aus Österreich diese nicht aus dem Karussell ausgeschieden sind, sondern (meist) über Tschechien, aber auch über die Slowakei und Ungarn wieder nach Deutschland transportiert und über die Firmen ***4***, ***2*** bzw. ***10*** *** wieder nach Österreich (mit der schon bekannten 50 bis 60-fachen Aufwertung) weiterfakturiert wurden.
Drei Musik-CD-Exporte aus Österreich an die Fa. ***15***s.r.o. wurden von dieser an die Fa. ***44***, Moskau Gebiet, weiterfakturiert und zum Speditionslager ***42***, Sowakei, weitertransportiert. Es handelte sich hiebei um 30, 21 und 26 Pal. mit insgesamt 951.550 Stk Musik-CD's.
2) Die von der Fa. ***27*** KG am 26.06.2003 um € 5.887.650,20 an die Fa. ***43*** fakturierten 654.970 Stk Musik-CD's wurden von der Fa. ***1*** GmbH an die Fa. ***15***s.r.o., von dieser am 22.07.2003 um € 94.970,65 an die Fa. ***50*** Kft, Ungarn, und von dieser am 01.08.2003 um € 101.520,35 an die Fa. ***10*** ***, BRD, weiterfakturiert Diese zwei CD-Lieferungen wurden vom deutschen Zoll beschlagnahmt.
[...]
3.1.1.4. Fakturierungen an und über ***11*** an ***1***
[...]
3.1.1.5. Fakturierungen an und über ***1*** an ***27*** Kg, ***24***, ***27*** GmbH, ***Bf1***
[...]
[...]
3.1.1.6. Lizenzverrechnungen an ***4***, ***2*** und ***10*** ***, BRD
Zur Fa. ***3***Handels GmbH. Wien:
Auf die Ausführungen im Pkt. 3.2.1. (betr. Fa. ***3***Handels GmbH und ***4***) wird hingewiesen.
Ergänzend dazu hat der damalige Geschäftsführer der Fa. ***4***, Herr R. ***20*** zu den Lizenzverrechnungen ausgesagt, dass auch diesbezüglich ausschließlich Johann XX seine Ansprechperson gewesen war.
Den ausgestellten Rechnungen seitens der Fa. ***3***Handels GmbH liege keine Leistung zugrunde, diese Schein-Rechnungen hätten nur dem buchhalterischen Ausgleich zwischen den günstigen "Einkäufen" und den überhöhten Verkäufen gedient.
Die Rechnungen der Fa. ***3***Handels GmbH seien vorab per Fax aus Wien geschickt worden, damit man laufend aufbuchen habe können. Die dazugehörigen Original-Rechnungen seien von Herrn J. XX dann bei Treffen mit R. ***20*** auf Autobahnraststätten bzw. bei der Fa. ***4*** übergeben worden. Auch die dazugehörigen Zahlungsbestätigungen für die tatsächlich nie geflossenen Barbeträge habe J. XX bei diesen Treffen übergeben.
Zur Fa. ***47*** Ltd. :
Auf die Ausführungen im Pkt. 1.1. (Fa. ***10*** ***) wird hingewiesen.
Der Geschäftsführer der Fa. ***10*** ***, Herr W. ***12***, hat zu den CD-Einkäufen und Lizenzgebühren erklärt, dass die CD-Einkäufe selbst überhaupt nicht bezahlt wurden.
Die Fa. ***10*** *** erhielt von den ausländischen Zulieferfirmen Zahlungsbestätigungen über die angeblich von ***10*** *** "bar" bezahlten Warenlieferungen, die ihm von J. XX übergeben wurden.
Die Berechnung der Lizenzgebühren (pro CD in etwa 8 €) sei lt. Herrn W. ***12*** durch die Herren J. XX und A. ***18*** erfolgt. Die ***47***-Fakturen über die Lizenzgebühren wurden im Büro der Fa. ***10*** *** von Herrn J. XX mit seinem mitgebrachten Notebock erstellt. Für die Fa. ***47*** war einzig und allein J. XX die Ansprechperson.
Sonstige Erhebungsergebnisse zu Lizenzen für CD's:
Herr SE, Direktor von Austro Mechana, Wien, hat zu Lizenzgebühren erklärt, dass nicht der Händler, sondern der Produzent bzw. die Produktionsfirma Schuldner der Lizenzgebühr ist. Diese beträgt in Österreich 9,009% des Händlerlistenpreises und wird bei Auslieferung an die Händler fällig.
Herr AB, Angestellter des Verbandes der österr. Musikwirtschaft, hat zu einigen der aus dem Karussell stammenden CD's folgendes erklärt:
"Champions d'Europe 2000": bei dieser CD handelt es sich um eine Maxi CD, auf der bis auf eine Nummer alle Nummern Cover Versions sind, wofür die Lizenzgebühren noch geringer als sonst sind, da die Lizenzen an den Originalproduzenten wegfallen. Eine typische "Low budget CD", die praktisch 2 Jahre nach der Fußball-WM wertlos ist. Aus dem Vermerk "BIEM/STEMRA ergibt sich, dass die Lizenz für den weltweiten Vertrieb bereits in Holland abgeführt wurde.
Zu den CD's mit russischen Titeln hat Herr AB erklärt, dass diese in Russland produziert worden sein dürften. Es ist im normalen Geschäftsablauf nicht üblich, über Deutschland und Österreich unter Verrechnung der Lizenzgebühren weiter in die Oststaaten zu liefern.
Die Lizenzgebühren fallen immer an eine staatliche Gesellschaft und nie an eine private Firma.
Der Höchstsatz an Lizenzgebühren pro CD beträgt ca 80 Cent und niemals 8 €.
Zusammenfassung:
Wie aus den Darstellungen im Pkt. 3.3.1.1. und Pkt. 3.3.1.2. zu ersehen ist, entsprechen die verrechneten "Lizenzgebühren" dem 40 bis 50-fachen des durchschnittlichen Einkaufspreises einer Musik-CD (incl. bereits entrichteter Lizenzgebühr !). Es kann sich also bei den verrechneten "Lizenzen" nicht wirklich um echte Lizenzgebühren handeln.
Mit diesen Verrechnungen sollten nach Ansicht des Bpr. (was auch durch die Aussagen der Geschäftsführer der Firmen ***4*** Fertigbau GmbH und ***10*** *** bestätigt wird) nur die aus der "Aufwertung" der Musik-CD's auf € 8,- bis € 9,- entstehenden "Gewinne" wieder neutralisiert werden.
3.1.2. Feststellungen zu den "Lieferanten" von ***4***, ***2*** und ***10*** ***, BRD
Zur Fa. Universal **** F.Z.E., Dubai, World Trade Center, VAE:
Über die Fa. Universal *****, konnten keinerlei Informationen in Erfahrung gebracht werden. Das auf der Faktura als Anschrift angegebene Postfach Dubai World Trade Center, ist der Emirates Bank International im World Trade Center zuzuordnen.
Die Form der Rechnung, die weder Telefonnummer, Bankverbindung noch Liefer- und Zahlungsbedingungen enthält, ist als äußert ungewöhnlich zu bezeichnen.
Im Zuge weiterer Recherchen wurde von Herrn AB, Angestellter beim Verband der österr. Musikwirtschaft, mitgeteilt, dass auch die holländische Zollverwaltung gegen den Versender einer LKW-Ladung CD's, die Fa. Universal ****, Dubai, Nachforschungen eingeleitet hat. Hiebei wurde ebenfalls festgestellt, dass es den Absender "Universal ****" in Dubai nicht gibt. Es handelte sich um den gleichen Versender und um die gleichen CD's wie im gegenständlichen Fall (z.B.: Diskoteka vstile Virus", "Virus-Chtoby solntse grelo", "** Rozenbaum- Staraya gitara").
Als "Sender" ist auf der Faktura die Fa. *** Ltd., Riga, Lettland, angeführt. Hiebei handelt es sich um ein Transportunternehmen, welches vermutlich den Transport von Riga nach Hamburg durchführte bzw. organisierte.
Die am 24.04.2002 fakturierten 200.000 Stk CD (Gewicht netto 23.110 kg) wurden in 1326 Krt. von Riga über Hamburg am 13.05.2002 nach Wien (Speditionslager) transportiert. Auf dem CMR-Frachtbrief, ausgestellt am 10.05.2002, ist ein handschriftlicher Vermerk "Hr. ***22***'' angebracht.
Zur Fa. ***53***GmbH. BRD:
Zumindest 3 CD-Verkäufe an die Firmen ***4*** Fertigbau GmbH und ***2*** Handels GmbH, beide BRD, sind bekannt, wobei jeweils ein VK-Preis von € 0,39 je Stk verrechnet wurde.
Wie seitens des Bpr. festgestellt werden konnte, sind bzw. waren die beiden Herren A und B, auch Treuhänder für Herrn H. ***22*** für dessen Anteile an der Fa. ***21*** Group Kuwait V.O.F., Niederlande (siehe Ausführungen im Pkt. 1.1.). Ferner sind bzw. waren die genannten Personen auch bei der Fa. ***53*** GmbH beschäftigt und stehen in ständigem Geschäftskontakt mit Herrn H. ***22*** bzw. seinen Firmen.
Es kann also mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Herr H. ***22***, auch Exportleiter der Firmen F. ***27*** KG und ***27*** Umwelttechnik GmbH, über die tatsächlichen Preisverhältnisse informiert war und ist.
Herr H. ***22*** war und seine Lebensgefährtin ***58*** ist Gesellschafter/in der in Bratislava ansässigen Transportfirma ***40***, spei. s.r.o.. An diese Firma wird ein Teil der von der Fa. F. J. ***24*** Trading GmbH exportierten Musik-CD's fakturiert. Weiters werden alle von den Firmen F. J. ***24*** Trading GmbH und ***Bf1*** an die Fa. ***21*** Group Ltd., ***, Kuwait, fakturierten Musik-CD's ebenfalls an die Fa. ***40***, spol. s.r.o. weiterfakturiert.
Nach logischen Denkgesetzen ist es nicht vorstellbar, dass die Fa. ***40*** spol. s.r.o. bzw. Herr H. ***22*** einen um das 23-fache erhöhten Preis für das gleiche Produkt bezahlt und akzeptiert. Vielmehr beweist dieser Sachverhalt, dass auch Herr H. ***22*** an diesem Betrugskarussell mitwirkt und seine Firmen hiefür zur Verfügung stellt.
Zur Fa. M ***41***, USA:
Siehe dazu auch die Ausführungen im Pkt. 3.2.1.
Zu den Fakturen vom 30.07., 16.08., 18.10., 16.11., 18.11. und 02.12.2002:
Auch auf diesen Fakturen fehlen Telefonnummer, Sachbearbeiter, Bankverbindung, sowie die Liefer- und Zahlungsbedingungen des "Verkäufers". Besonders hinzuweisen ist auf die in den USA gänzlich ungebräuchliche Datumsschreibweise "TT.MM.JJJJ".
Zur Fa. ***42*** V.N. s.r.o ., ***10***:
Bei dieser Rechnung vom 16.08.2002 handelt es sich vermutlich um die Exportrechnung der Fa. ***42*** s.r.o. für die Ausfuhr aus der Slowakei, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht in den Unterlagen der Fa. ***4*** aufscheinen sollte. Diese Faktura ist fast ident mit der Faktura der Fa. M ***41*** vom 16.08.2002. Die einzigen zwei Ausnahmen: a) die Exportfakturen von ***42*** V.N. s.r.o. sind abgestempelt und b) der Aussteller ("Seilers") wurde angepasst. Was darauf hinweist, dass die slowakische Firma ***42*** V.N. s.r.o. (in der Slowakei) als Käufer und Verkäufer aufgetreten ist.
Zur Fa. ***42***, Ukraine:
Alle über diese Firma durchgeführen Recherchen führten zu negativen Ergebnissen. Es gibt weder eine Firma ***42*** in der Ukraine, noch eine "****" - Straße oder eine Postleitzahl "00000" in Kiew. Telefonnummern, Bankverbindungen sowie Liefer-oder Zahlungsbedingungen fehlen auf dieser Faktura.
Es ist also auch bei dieser Rechnung davon auszugehen, dass es sich um eine Fälschung handelt.
Zur Fa. ***15***s.r.o ., Tschechien:
Geschäftsführender Gesellschafter dieser Firma ist der Österreicher Klaus ***15***, Angestellter der Wiener Speditionsfirma.
Herr Klaus ***15***hat zu diesen "Geschäften" erklärt, dass die Fa. ***1*** GmbH, welche die Zweitrechnungen ausgestellt hat, auch der Lieferant der Ware nach Tschechien war. Herr Dl K. ***16***, geschäftsführender Gesellschafter der Fa. ***1*** GmbH, bzw. Fr. CD, eine Angestellte dieser Firma, gaben die Anweisungen, wohin die Ware weiterzuleiten und an wen die Ware mit welchen Aufschlägen weiterzufakturieren ist.
Geschäftsbeziehungen zu den Firmen ***27*** KG, ***27*** UWT GmbH, ***24*** GmbH oder ***Bf1*** GmbH hat es lt. Herrn K. ***15***keine gegeben. Der Hinweis "Abs.: ***27*** KG" auf vielen "Biitz"-Rechnungen bedeutete für K. ***15***, dass die Fa. ***27*** KG an die Fa. ***1*** GmbH verkauft hat und die Fa. ***1*** GmbH der Lieferant für ***15***bzw. der Exporteur aus Österreich war.
Weiters hat Herr Klaus ***15***erklärt, dass er, soferne es bei der Anlieferung nach Tschechien auf den "***1***-Fakturen" an die Fa. ***15***s.r.o. Hinweise auf den Absender gab, automatisch die Faktura auch an diesen "Absender" gemailt hat. Dies deshalb, weil Herr ***22***, Exportleiter der Firmen ***27***, dies so verlangt hat.
Das bedeutet, dass die Fa. ***27*** KG bzw. ***27*** UWT GmbH gewusst hat, wohin und zu welchem Preis die Ware von der Fa. ***15***s.r.o. tatsächlich geliefert wurde.
Wie aus den Darstellungen im Pkt. 3.3.1.1. und 3.3.3.1. hervorgeht, wird ein Großteil der nach Deutschland importierten bzw. aus Österreich exportierten Musik-CD's über diese tschechische Firma fakturiert.
Zur Fa. ***34***, Belgien:
Auf diesen Fakturen fehlen neben Telefonnummer, Sachbearbeiter, Bankverbindung, den Liefer- und Zahlungsbedingungen auch die Warenbezeichnung und eine Mengenangabe.
3.1.3. Feststellungen zu den "Kunden" der Firmen ***24***, ***Bf1***, ***27*** KGund ***27*** GmbH
Zur Fa. ***40*** spol s.r.o .. ***10*** 81103 Bratislava:
Auf die Ausführungen im Pkt. 3.3.2. wird hingewiesen.
Alle an die ***40*** spol s.r.o. fakturierten Musik-CD's werden an die Fa. ***15***s.r.o. nach Tschechien geliefert.
Zur Fa. ***48***Trading LLC, State of Oregon, USA:
Auf die Ausführungen im Pkt. 3.2.1. wird hingewiesen.
Die an die ***48***Trading LLC fakturierten Musik-CD's werden in die Slowakei, zur Fa. ***42*** s.r.o. bzw. zur Fa. ** A.S., geliefert.
Zur Fa. ***21*** Group *** Co ., Kuwait:
Auf die Ausführungen im Pkt. 1.1. wird hingewiesen.
Ergänzend wird angeführt, dass die Banküberweisungen für die von den Firmen F. J. ***24*** Trading GmbH und ***Bf1*** ausgewiesenen Verkäufen an og. Firma vom Wiener Bankkonto der niederländischen ***21*** Group Kuwait V.O.F., auf dem Herr H. ***22*** zeichnungsberechtigt ist, erfolgten.
Sechs von sieben an die kuwaitische ***21*** Group *** Co. fakturierten CD-Lieferungen gehen an die Fa. ***15***s.r.o. nach Tschechien. Eine CD-Lieferung geht an die Fa. ***50*** Kft nach Ungarn.
Der GF der Fa. ***50*** Kft, Herr L. YY hat zu dieser CD-Lieferung erklärt, er kenne weder die Fa. ***Bf1*** noch eine Ansprechperson dieser Firma. Weiters könne er ausschließen, jemals Waren von dieser Firma bezogen noch Zahlungen an diese Firma geleistet zu haben. Den Namen ***Bf1*** kenne er, weil auf der ***1***-Faktura (=Zweitfaktura) die Fa. ***Bf1*** als Absender angeführt ist. Herr YY habe daher angenommen, dass es sich bei dieser Firma um eine Speditions- oder Lagerfirma handle.
Zur Fa. ***49*** Moskau Geb.:
Lt. durchgeführter Recherchen gibt es eine Firma ***44*** oder ***49*** an dieser angegebenen Anschrift nicht.
Beide an die Fa. ***49*** fakturierten CD-Lieferungen gehen an die Fa. ***42*** s.r.o. nach Tschechien.
Zur Fa. ***43*** Moskau:
Alle an die Fa. ***43*** fakturierten Musik-CD werden nach Tschechien zur Fa. ***15***s.r.o. geliefert.
3.1.4. Exporte von den Firmen ***24***, ***Bf1***, ***27*** KG und ***27*** GmbH
Wie in den Pkt. 3.1.1.1. bis 3.1.1.5. dargestellt, wurden alle Musik-CD's über die Fa. ***1*** GmbH an die vier Exportfirmen ***24***, ***Bf1***, ***27*** KG und ***27*** GmbH weiterfakturiert.
3.1.4.1.
Darstellung Exportfakturen und Zweitfakturen
[...]
Wie aus dieser Aufstellung zu ersehen ist, wurden für alle von der Fa. F. J. ***24*** Trading GmbH an ***40*** Spol. s.r.o. bzw. ***21*** Group *** Kuwait fakturierten Musik CD's (insgesamt 666.375 Stk) Zweitfakturen erstellt, welche für die Einfuhr nach Tschechien verwendet wurden.
Die Fa. F. J. ***24*** Trading GmbH hat der Wiener Spedition für jeden o.a. Export einen Transportauftrag erteilt und ihr gleichzeitig mitgeteilt, dass sie für den Import nach Tschechien und den Weitertransport auf ein tschechisches Speditionslager eine Faktura von der Fa. ***1*** direkt an ihr Wiener Lager erhalten wird.
Mit diesen Zweitfakturen fakturierte die Fa. ***1*** GmbH die von der Fa. F. J. ***24*** Trading GmbH um € 6.030.854,64 verrechneten CD's um € 93.292,64 an die Fa. ***15***s.r.o. weiter.
[...]
Wie aus dieser Aufstellung zu ersehen ist, wurden für alle von der Fa. ***Bf1*** an ***21*** Group *** Kuwait fakturierten Musik CD's (insgesamt 273.770 Stk) Zweitfakturen erstellt, welche für die Einfuhr nach Tschechien bzw. Ungarn verwendet wurden.
Die Fa. ***Bf1*** hat der Wiener Spedition für jeden o.a. Export einen Transportauftrag erteilt und ihr gleichzeitig mitgeteilt, dass die an sie übergebenen Papiere ausschließlich für den Export aus Österreich dienen. Sämtliche zur Verfügung gestellten Papiere/Dokumente sind nach der Ausfuhr zu entfernen.
Papiere für die Weiterleitung nach ***10***/CZ oder Ukraine werden separat bereitgestellt. Es muß sichergestellt sein, dass ausschließlich mit den neuen Papieren der Eintritt in das Bestimmungsland erfolgt.
Mit diesen Zweitfakturen fakturierte die Fa. ***1*** GmbH die von der Fa. ***Bf1*** um € 2.390.081,44 verrechneten CD's um € 29.367,80 an die Fa. ***15***s.r.o. und um € 8.960,- an die Fa. ***50*** Kft weiter.
[...]
Für zwei von der Fa. F. ***27*** GmbH & Co KG an die Fa. ***48*** Company und an die Fa. ***49*** fakturierten Musik-CD's liegen keine Zweitfakturen vor. Aus den Mitteilungen des Herrn H. ***22***, Exportleiter, an die Spedition geht aber hervor, dass auch für diese Exporte ein Rechnungsaustausch vorgenommen wurde. Die Zweitrechnung (von der Fa. ***1*** GmbH) wird bei jener Spedition - in einem Kuvert - hinterlegt, bei der die Ware zum weitertrangsport bereitsteht, und ist vom Fahrer abzuholen.
Es wurden also auch für alle Exporte der Fa. F. ***27*** GmbH & Co KG Zweitfakturen erstellt.
ln den vorliegenden Zweitfakturen werden die Musik-CD's um rd. 1/66 des ausgewiesenen Exportwertes an die Fa. ***15***s.r.o. weiterfakturiert und von dieser einfuhrverzollt.
[...]
Wie aus dieser Aufstellung zu entnehmen ist, wurden auch für alle von der Fa. ***27*** UWT GmbH fakturierten und exportierten Musik-CD's Zweitfakturen von der Fa. ***1*** GmbH ausgestellt.
Auch bei diesen Exporten wurde der Wiener Spedition durch den Exportleiter der Fa. ***27*** UWT GmbH, Herrn H. ***22***, der Transportauftrag erteilt und stets darauf hingewiesen, dass der Rechnungstausch vorzunehmen ist: " .. die ihnen von uns übergebenen Papiere sind ausschließlich für den Export bestimmt, die Weiterleitung nach CZ und/oder Moskau darf mit diesen Papieren NICHT vorgenommen werden". Und weiter: " .. es muß sichergestellt sein, dass bei Eintritt der Ware nach CZ nur die neuen Fakturen mitgegeben werden".
[...]
3.1.5. Darstellung Karussell (Verbindung Exporte aus Österreich - Importe in BRD)
3.1.5.1. CD-Anlieferung aus Riga in die BRD- Österreich- Slowakei- BRD usw
1. Umlauf
Die am 24.04.2002 über Universal **** F.Z.E. fakturierten und am 13.05.2002 über Riga und Hamburg auf das Speditionslager in Wien angelieferten 200.000 Stk CD (von Rosenbaum u.a., Gewicht netto 23.110 kg) wurden am 21.05.2002 über die Fa. ***27*** KG an die Fa. ***48***Trading LLC fakturiert und am 24.05.2002 mit der Zweitrechnung der Fa. ***1*** GmbH vom 21.05.2002 über € 47.000,- in die Slowakei exportiert (30 Pal., 23.000 kg) und auf das Lager der Fa. ***42***, ***10***, angeliefert.
Am 05.06.2002 wurden diese 200.000 Stk Musik-CD über die Fa. ***48***Trading LLC an die Fa. M ***46***, USA, mit € 46.000,- fakturiert und am 11.06.2002 von der Slowakei nach Ungarn, zur Fa. ***45*** 26 Kft., Komoro, ausgeführt (30 Pal., 23.000 kg).
Auf dem am 10.05.2002 in Hamburg ausgestellten CMR-Frachtbrief über 1326 Kartons CD ist der handschriftliche Vermerk "Hr. ***22***" angebracht.
2. Umlauf
Die am 30.07.2002 über M ***41*** fakturierten und am 31.07.2002 aus der Slowakei in die BRD verbrachten 200.000 Stk CD (Russ. Songs, Rosenbaum; 30 Pal., Gewicht 23.000 kg) wurden am 06.08.2002 auf das Speditionslager in Wien angeliefert und am 06.08.2002 über die Fa. ***27*** KG an die Fa. ***48***Trading LLC fakturiert und am 08.08.2002 in die Slowakei exportiert (32 Pal., 23.000 kg) und auf das Lager der Fa. ***42*** , ***10***, angeliefert.
Anm.: Aufgrund der gleichen Pal. Anzahl und Produktbezeichnung sowie des gleichen Gewichtsumfanges dürfte es sich bei der von der Slowakei nach Ungarn exportierten Ware und der angeblich von der Slowakei nach Deutschland exportierten Ware um die gleiche Ware handeln.
3. Umlauf
Die am 16.08.2002 über ***42*** V.N. s.r.o. (bzw. M ***41***, beide Fakturen liegen vor, siehe Pkt. 3.3.2.) fakturierten und am 28.08.2002 in die BRD verbrachten 200.000 Stk CD (Russ. Songs, Rosenbaum; 32 Pal., Vermerk 'Ware beschädigt angeliefert, Pakete teilweise zerstört, zerrissen, verschoben") wurden vorübergehend in zollamtliche Verwahrung genommen und mußten vor dem Weitertransport erst umgepackt werden. Lt. CMR-Frachtbrief wurden die CD's am 24.10.2002 auf das Speditionslager in Wien angeliefert (32 Pal., Gewicht 15.000 kg; Vermerk: Verpackung total beschädigt).
[...]
Die Musik-CD's wurden am 24.05.2002 in die Slowakei exportiert, am 10.06.2002 nach Ungarn weitergeliefert und vermutlich am 31.07.2002 nach Deutschland verbracht.
[...]
Die Musik-CD's wurden am 08.08.2002 in die Slowakei exportiert und von dort am 28.08.2002 nach Deutschland verbracht.
[...]
Die Musik-CD's wurden im Karussell weiterfakturiert, es ist jedoch auf Grund der großen Mengen, der unterschiedlichen Zu- und Abgänge aber auch mangels genauerer Aufzeichnungen und genauerer Bezeichnungen nicht möglich, diese einer bestimmten Rechnung und einem bestimmten Export zuzuordnen.
Es konnte allerdings festgestellt werden, dass die aus Österreich exportierten Musik-CD nicht aus dem Karussell ausgeschieden sind, sondern über ein oder mehrere Drittländer wieder nach Deutschland und in der Folge nach Österreich transportiert wurden.
3.1.5.2. Österreich -Tschechien - BRD (Beispiele)
[...]
Die am 28.06.2002 von der Fa. F. J. ***24*** Trading GmbH an die Fa. ***40*** spol. s.r.o., Bratislava, fakturierten CD's wurden mit der Zweitfaktura von der Fa. ***1*** GmbH am 22.08.2002 nach Tschechien exportiert (49.935 Stk, 8 Pal., 4.000 kg).
Am 16.09.2002 wurden die 49.935 Stk CD (8 Pal., 4.000 kg) von der Fa. ***15***s.r.o. an die Fa. ***4*** GmbH, BRD, fakturiert (siehe Pkt. 3.3.1.1.), am 20.09.2002 in Deutschland einfuhrverzollt und am 24.09.2002 auf das Speditionslager MFF/Wien weitergeliefert (Vermerk auf dem CMR-Frachtbrief: Vollzähligkeit nicht prüfbar).
[...]
[...]
Die am 27.12.2002 von der Fa. F. J. ***24*** GmbH und am 14.01.2003 von der Fa. ***27*** UWT GmbH fakturierten oa Musik-CD's wurden am 15.01.2003 nach Tschechien exportiert, mit den Zweitfakturen der Fa. ***1*** GmbH vom 15.01.2003 an die Fa. ***15***s.r.o. in Tschechien importiert und auf das Speditionslager der Fa. ***23***s.r.o., geliefert (21 Pal., Gewicht 11.839 kg). Die Fa. ***15***hat diese Musik-CD's am 27.01.2003 nach Deutschland weitergeschickt, wo sie am 29.01.2003 mit obigem Wert einfuhrverzollt wurden (21 Pal., 11.839 kg).
3.1.5.3. Fa. ***15***s.r.o., CZ: Lager oder Händler ?
Von den an die vier Exportfirmen fakturierten 10.131.180 Stk Musik CD (siehe Pkt. 3.3.1.5.) konnten Exporte von 8.718.315 Stk überprüft werden. Von diesen überprüften exportierten Musik-CD's wurden nachweislich 7.240.315 Stk mit den gegen die Exportfakturen ausgetauschten sogenannten Zweitfakturen an die Fa. ***15***s.r.o. fakturiert.
Von den restlichen Musik CD's wurden 1.414.000 Stk in die Slowakei exportiert und 64.000 Stk wurden nach Ungarn exportiert und mit einer Zweitfaktura an die Fa. ***50*** Kft fakturiert.
Wie im Pkt. 3.3.5.2. bereits dargestellt, wurden die nach Tschechien (aber auch nach Ungarn oder in die Slowakei) exportierten Musik-CD's von den in den Zweitfakturen ausgewiesenen "Käufern" mit den reduzierten Werten im Karussell weiterverkauft.
Die Fa. ***15***s.r.o. hat die von der Fa. ***1*** GmbH an sie fakturierten 7.240.315 Musik-CD's wie folgt weiterfakturiert bzw. geliefert:
[...]
Die Behauptung der exportierenden Firmen bzw. deren steuerlichen Vertreter, dass die Zweitfakturen mit den extrem niedrigen Werten nur deswegen ausgestellt und den Fahrern mitgegeben wurden, um den wahren Wert des Frachtgutes für den weiteren Transport in die Ukraine zu verschleiern, kann wohl nicht mehr Aufrecht erhalten werden.
3.1.5.4. Fa. ***42*** , ***10***
Aus den von der Zolldirektion der slowakischen Republik zur Verfügung gestellten Unterlagen geht hervor, dass fast alle von Österreich oder von Tschechien importierten Musik-CD auf das Lager der Fa. ***45*** 26 Kft., Komoro, weitertransportiert wurden.
a) Die am 21.05.2002 von der Fa. ***27*** KG an die Fa. ***48*** Company in Höhe von € 1.878.000,- fakturierten, am 24.05.2002 mit Zweitrechnung der Fa. ***1*** ebenfalls an die Fa. ***48*** Company über € 47.000,- in die Slowakei exportierten 200.000 Stk Musik-CD wurden am 10.06.2002 mit einer Faktura der Fa. ***48*** Company vom 05.06.2002 an die Fa. M ***46*** über € 46.000,- nach Ungarn zur Fa. ***45*** 26 Kft, Komoro, ausgeführt. (30 Pal., 23.000 kg).
Der Weitertransport ist derzeit noch unbekannt. Vermutlich wurden diese Musik-CD in die BRD verbracht (siehe Pkt. 3.3.5.1.)
b) Die am 11.12.2002 von der Fa. ***27*** UWT GmbH an die Fa. ***U***. in Höhe von € 2.675.181,- fakturierten 285.000 Stk Musik-CD wurden am 12.12.2002 mit Zweitrechnung der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. über € 39.900,- nach Tschechien exportiert.
Am 07.02.2003 wurden diese Musik CD von der Fa. ***15***s.r.o. mit Faktura vom 05.02.2003 an die Fa. ***44***, Moskau, in Höhe von € 41.325,-, zur Fa. ***42*** Slowakei exportiert (21 Pal., Gewicht 8.000 kg).
Der Weitertransport ist derzeit noch unbekannt. Vermutlich wurden diese Musik-CD in die BRD verbracht.
c) Die am 24.06.2003 von der Fa. ***27*** UWT GmbH an die Fa. ***U***. in Höhe von € 3.210.217,20 fakturierten 342.000 Stk Musik CD wurden am 25.06.2003 mit Zweitrechnung der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. über € 47.880,- nach Tschechien exportiert (29 Pal., 12.000 kg).
Die Fa. ***15***s.r.o. hat diese Musik-CD mit Faktura vom 30.06.2003 an die Fa. ***44***, Moskau, über € 49.590,- zur Fa. ***42*** in die Slowakei exportiert.
Am 30.07.2003 wurden diese Musik-CD mit Faktura der Fa. ***44*** vom 03.07.2003 an die Fa. ***55*** lnvest GmbH, USA, über € 49.590,- nach Ungarn, zur Fa. ***45*** 26 Kft., exportiert (27 Pal., 12.000 kg).
Der Weitertransport ist derzeit noch unbekannt. Vermutlich wurden diese Musik-CD in die BRD verbracht.
d) Die am 24.06.2003 von der Fa. ***27*** UWT GmbH an die Fa. ***U***. in Höhe von € 3.688.933,80 fakturierten 393.000 Stk Musik CD wurden am 25.06.2003 mit Zweitrechnung der Fa. ***1*** an die Fa. ***15***s.r.o. über € 55.020,- nach Tschechien exportiert (33 Pal., 14.308 kg).
Die Fa. ***15***s.r.o. hat diese Musik-CD an die Fa. ***44***, Moskau weiterfakturiert und zur Fa. ***42*** in die Slowakei exportiert.
Am 01.08.2003 wurden diese Musik-:-CD mit Faktura der Fa. ***44*** vom 03.07.2003 an die Fa. ***55*** lnvest GmbH, USA, über € 56.985,- nach Ungarn, zur Fa. ***45*** 26 Kft., exportiert (33 Pal., 14.308 kg).
Der Weitertransport ist derzeit noch unbekannt. Vermutlich wurden diese Musik-CD in die BRD verbracht.
Alle an die Fa. ***42*** s.r.o. gelieferten Musik-CD's, ob es sich nun um Exporte der Fa. ***27*** KG, der Fa. ***27*** UWT GmbH oder um Lieferungen der Fa. ***15***s.r.o. aus Tschechien handelt, finden in den Weiterfakturierungen über
a) die Fa. M *** Service, egal ob die Musik-CD aus der Slowakei direkt oder über den Umweg, Ungarn, an die Fa. ***4*** Fertigbau GmbH, BRD, geliefert wurde, sowie in den Weiterfakturierungen über
b) die Fa. ***34***, Belgien, an die Fa. ***4*** Fertigbau GmbH bzw. ***10*** ***, BRD, volle Deckung, d.h., dass alle Warenlieferungen in die Slowakei exakt jenen Lieferungen nach Deutschland zugeordnet werden können (nach der Menge, nach dem Gewicht bzw. nach der Pal. Anzahl), die über M Finanz Service bzw. ***34*** fakturiert wurden.
Damit kann der Nachweis erbracht werden, dass die exportierten Musik-CD im Karussell verblieben sind.
3.1.5.5. Fa. ***50*** Kft, Lager oder Händler?
Alle, sowohl die von der Fa. ***1*** GmbH (siehe Exporte Fa. ***Bf1*** GmbH Pkt. 3.4.1.) als auch die von der Fa. ***15***s.r.o., an die Fa. ***50*** Kft fakturierten Musik-CDs wurden von dieser an die Fa. ***10*** *** Projektmanagement GmbH & Co KG, BRD, weiterfakturiert.
3.1.5.6. Österreich -Tschechien - Ungarn - BRD (Beispiel)
[...]
Die am 25.06.2003 von der Fa. F. ***27*** KG fakturierten oa Musik-CDis wurden am 26.06.2003 nach Tschechien exportiert und auf das Speditionslager der Fa. ***23***s.r.o., geliefert (30 Pal., Gewicht 10.260 kg). Lt. Zweitrechnung für den Import nach Tschechien fakturierte die Fa. ***1*** GmbH an die Fa. ***15***s.r.o. (siehe Pkt. 3.3.4.1.).
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Normen und Schlagworte
- § 12 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7101493/2005
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2022:RV.7101493.2005
- Stammnummer
- 137881
- Gültig
- 01.07.2022 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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