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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7104918/2020

Bezug von Familienbeihilfe durch den Antragsteller oder durch das Kind?

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7104918/2020vom 15.08.2021Teil 1 von 5
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Stellt jemand im Wege von FinanzOnline als Teilnehmer von FinanzOnline im eigenen Namen einen Antrag auf Familienbeihilfe für ein Kind, dessen Pflegevater er laut Antrag ist, ist das Kind laut Antrag beim Pflegevater haushaltszugehörig und trägt dieser laut Antrag die überwiegenden Unterhaltskosten, wird dem Pflegevater daraufhin Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag vom Finanzamt ausbezahlt und widerspricht der „Pflegevater“ Mitteilungen des Finanzamts, die ihn als Antragsteller und Beihilfebezieher ausweisen, nicht, war der Pflegevater Bezieher der Beihilfe, auch wenn der Pflegevater zugleich Sachwalter bzw. Erwachsenenvertreter des Kindes ist und die Beihilfe auf ein auf das Kind lautendes Bankkonto ausbezahlt wird.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3***, ***4***, vertreten durch Dr. ***18*** ***17***, Rechtsanwalt, ***19***, ***20***, vom 24.6.2019 gegen den Bescheid des damaligen Finanzamts Gänserndorf Mistelbach, nunmehr Finanzamt Österreich, 2230 Gänserndorf, Rathausplatz 9, vom 31.5.2019, mit welchem Familienbeihilfe (€ 20.320,80) und Kinderabsetzbetrag (€ 3.796,00) für die im Februar 1991 geborene ***5***-***6*** ***2*** für den Zeitraum Jänner 2014 bis Mai 2019 gemäß § 26 Abs. 1 FLAG 1967 und § 33 Abs. 3 EStG 1988 zurückgefordert werden (Gesamtrückforderungsbetrag € 24.116,80), Sozialversicherungsnummer ***7***, nach der am 12.8.2021 am Bundesfinanzgericht in Wien über Antrag der Partei in Anwesenheit des Beschwerdeführers, des rechtsfreundlichen Vertreters und von Mag. Monika Urban für das Finanzamt Österreich abgehaltenen mündlichen Verhandlung I. zu Recht erkannt: Die Beschwerde wird gemäß § 279 BAO als unbegründet abgewiesen. Der Spruch des angefochtenen Bescheids bleibt unverändert; II. beschlossen: Der Antrag, "ein Verfahren gemäß § 26 Abs. 4 FLAG 1967 beim Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt einleiten bezüglich deren gesetzlicher Ermächtigung, in Ausübung des Aufsichtsrechtes die nachgeordneten Abgabenbehörden anzuweisen, von der Rückforderung des unrechtmäßigen Bezuges abzusehen, zumal die Rückforderung unbillig wäre", wird zurückgewiesen. III. Gegen diese Entscheidung ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 B-VG sowie Art. 133 Abs. 9 B-VG i.V.m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG nicht zulässig. Entscheidungsgründe Bescheid Mit Bescheid über die Rückforderung zu Unrecht bezogener Beträge an Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag vom 31.5.2019 forderte das damalige Finanzamt Gänserndorf Mistelbach vom Bf ***1*** ***2***, Sozialversicherungsnummer ***7***, Familienbeihilfe (€ 20.320,80) und Kinderabsetzbetrag (€ 3.796,00) für die im Februar 1991 geborene ***5***-***6*** ***2*** für den Zeitraum Jänner 2014 bis Mai 2019 gemäß § 26 Abs. 1 FLAG 1967 und § 33 Abs. 3 EStG 1988 zurück (Gesamtrückforderungsbetrag € 24.116,80). Zur Begründung wurde lediglich ausgeführt: Da Sie trotz Aufforderung die abverlangten Unterlagen nicht eingebracht haben und dadurch Ihrer Mitwirkungspflicht nach § 115 Bundesabgabenordnung nicht nachgekommen sind, muss angenommen werden, dass im oben genannten Zeitraum kein Anspruch auf Familienbeihilfe bestanden hat bzw. besteht. ***5***-***6*** ist seit ....3.2014 lfd. als Arbeiterin bei der Firma ***8*** beschäftigt. Die Einkommensgrenze wurde seit 2014 überschritten. Laut Zustellnachweis wurde der Bescheid am 4.6.2019 zugestellt. Akteninhalt In dem zu RV/7100053/2021 vorgelegtem elektronischen Akt ist dazu enthalten: Einkommensteuerbescheide: Laut Einkommensteuerbescheid 2014 vom 27.4.2015 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 15.158,31. Laut den dem Einkommensteuerbescheid angeschlossenen Lohnzetteldaten wurden seit ***12*** Bezüge von der ***8*** Ges.m.b.H. (steuerpflichtige Bezüge € 14.232,69) bezogen, zuvor Notstandshilfe (€ 1.117,62): [...]     Laut Einkommensteuerbescheid 2015 vom 20.6.2016 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 19.014,77. [...]   Laut Einkommensteuerbescheid 2016 vom 8.8.2017 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 19.024,52 (unter Berücksichtigung eines Betrags von € 2.280,00 als Pauschbeträge nach der Verordnung über außergewöhnliche Belastungen wegen eigener Behinderung, offenbar gemäß § 3 Abs. 1 V BGBl. Nr. 303/1996 i.d.F. BGBl. II Nr. 430/2010 für Körperbehinderte, die zur Fortbewegung ein eigenes Kraftfahrzeug benützen, von € 190,00 monatlich). [...]   Laut Einkommensteuerbescheid 2017 vom 28.3.2018 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 14.615,63 (unter Berücksichtigung eines Betrags von € 2.280,00 als Pauschbeträge nach der Verordnung über außergewöhnliche Belastungen wegen eigener Behinderung und von € 3.369,87 vor Abzug des Selbstbehalts von € 1.919,64, offenbar nachgewiesene Aufwendungen gemäß § 4 V BGBl. Nr. 303/1996 i.d.F. BGBl. II Nr. 430/2010 für nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel sowie Kosten der Heilbehandlung). [...]   Laut Einkommensteuerbescheid 2018 vom 30.4.2019 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 18.204,15 (unter Berücksichtigung von € 3.369,87 vor Abzug des Selbstbehalts von € 2.259,91, offenbar nachgewiesene Aufwendungen gemäß § 4 V BGBl. Nr. 303/1996 i.d.F. BGBl. II Nr. 430/2010 für nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen für Hilfsmittel sowie Kosten der Heilbehandlung). [...]   Laut Einkommensteuerbescheid 2019 vom 11.2.2020 erzielte ***5*** ***6*** ***2*** in diesem Jahr ein Einkommen von € 16.699,55 (unter Berücksichtigung tatsächlicher Kosten aus der eigenen Behinderung von € 3.443,00 ohne Abzug eines Selbstbehalts). [...]   Bezogene Leistungen Von ***1*** ***2***, SV-Nr. ***7*** wurden laut Screnshot aus dem Beihilfenprogramm FABIAN folgende Leistungen bezogen: [Grafik]   [Grafik]   [Grafik]   [Grafik]   [...]   Familienbeihilfeanträge Antrag vom 22.11.2012: Am 22.11.2012 wurde über FinanzOnline folgender Antrag auf Familienbeihilfe gestellt: ANTRAGSTELLER Versicherungsnummer ***7*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***1*** Geburtsdatum: ***15*** Geschlecht; M (männlich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Einreisestaat/Einreise am Personenstand/seit L (ledig) ***15*** Kindererziehung: A (allein) Telefon: +43/664/***16*** E-Mail: ***1***.***2***@chello.at Beruf: 20 (unselbständig) Staat/PLZ/Wohnort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***4*** Familienwohnort Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname: RA Dr. Dr. ***17*** ***18*** Staat/PLZ/Ort: ***19*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***20*** Telefon: +43/1/***21***-0 beschäftigt seit: 01.11.2004 Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz.: AT***22*** GIBAATWWXXX Bankleitzahl/Kontonummer Bank: ERSTE BANK DER OESTERREICHISCHEN SPARKASSEN AG VERTRETER Art der Vollmacht Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon ABWEICHENDER ZAHLUNGSEMPF. Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz. Bankleitzahl/Kontonummer Bank ANDERER ELTERNTEIL Versicherungsnummer Familien- oder Nachname und Vorname Geschlecht Staatsbürgerschaft Einreisestaat/Einreise am Beruf Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon beschäftigt seit Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit BELEGE Bescheid über Verleihung der Staatsbürgerschaft Behörde Zahl/Nummer verliehen am KIND beantragt wird: Änderung wegen: unbefristete Verlängerung erhöhte Familienbeihilfe ab: 01.2013 Versicherungsnummer: ***10*** Geburtsdatum: ***23*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***5***-***6*** Geschlecht: W (weiblich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Personenstand/seit L (ledig) ***23*** Einreisestaat/Einreise am Verwandtschaftsverhältnis P (Pflegekind) Das Kind ist erheblich behindert: ja Antragsteller/Partner sind leibliche Elternteile: nein Versicherungsnummer ***24*** Geburtsdatum: ***25*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***26*** ***27*** Geschlecht: M (männlich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Straße/Hausnr./Türnr.: ***28*** Staat/PLZ/Ort: ***29*** Beruf: 90 (nicht erwerbstätig) Dienstort: Inland Art der Bezüge: unbekannt Bezüge aus: A (Österreich) überwiegende Unterhaltsl.: nein vom leiblichen Elternteil Tätigkeit: 91 (erwerbsunfähiges Kind) vorauss. Dauer der Tätigkeit: ...2091 Dienstgeber Name: Arbeitsmarktservice ***30*** Staat/PLZ/Ort: ***31*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***32*** Telefon: +43/***33*** Höhe jährl. Einkünfte Bezeichnung der Schule/Hochschule: WIFI Niederösterreich Staat/PLZ/Ort: 3100 St. Pölten Straße/Hausnr./Türnr.: Mariazeller Straße 97 Telefon: +2742/890-2200 Schulform: Sonstiges Schuljahr Klasse Studienkennzahl Studienrichtung: Behindertenrehabilitation Studienplan Studienabschnitt Studienbeginn Anspruch auf ausländische Familienbeihilfe: nein Das Kind wohnt: bei Antragsteller(in) Das Kind wohnt bei (Name der Person oder der Einrichtung) Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Unterhalt wird überwiegend v. Antragsteller getragen: ja BELEGE Geburtsurkunde Behörde Zahl/Nummer Heiratsurkunde Behörde Zahl/Nummer Aufenthaltstitel/Visum Art/Nummer ausgestellt am/gültig bis Lehrvertrag/Nummer Lehrzeit von/bis Antrag vom ***46*** Am Sonntag, ***46*** (Anfang März 20214) wurde über FinanzOnline folgender Antrag auf Familienbeihilfe gestellt: ANTRAGSTELLER Versicherungsnummer ***7*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***1*** Geburtsdatum: ***15*** Geschlecht; M (männlich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Einreisestaat/Einreise am Personenstand/seit L (ledig) ***15*** Kindererziehung: A (allein) Telefon: +43/664/***16*** E-Mail: ***1***.***2***@chello.at Beruf: 20 (unselbständig) Staat/PLZ/Wohnort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***4*** Familienwohnort Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname: RA Dr. Dr. ***17*** ***18*** Staat/PLZ/Ort: ***19*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***20*** Telefon: +43/1/***21***-0 beschäftigt seit: 01.11.2004 Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz.: AT***22*** GIBAATWWXXX Bankleitzahl/Kontonummer Bank: ERSTE BANK DER OESTERREICHISCHEN SPARKASSEN AG VERTRETER Art der Vollmacht Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon ABWEICHENDER ZAHLUNGSEMPF. Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz. Bankleitzahl/Kontonummer Bank ANDERER ELTERNTEIL Versicherungsnummer Familien- oder Nachname und Vorname Geschlecht Staatsbürgerschaft Einreisestaat/Einreise am Beruf Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon beschäftigt seit Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit BELEGE Bescheid über Verleihung der Staatsbürgerschaft Behörde Zahl/Nummer verliehen am KIND beantragt wird: Änderung wegen: Antrag auf unbefristete Verlängerung ab: 06.2014 Versicherungsnummer: ***10*** Geburtsdatum: ***23*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***5***-***6*** Geschlecht: W (weiblich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Personenstand/seit L (ledig) ***23*** Einreisestaat/Einreise am Verwandtschaftsverhältnis P (Pflegekind) Das Kind ist erheblich behindert: ja Antragsteller/Partner sind leibliche Elternteile: nein Versicherungsnummer Geburtsdatum: Familien- oder Nachname und Vorname: ***14*** ***34*** Geschlecht: W (weiblich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Straße/Hausnr./Türnr.: ***35*** Staat/PLZ/Ort: ***36*** Beruf: Dienstort: Inland Art der Bezüge: unbekannt Bezüge aus: A (Österreich) überwiegende Unterhaltsl.: nein vom leiblichen Elternteil Tätigkeit: 91 (erwerbsunfähiges Kind) vorauss. Dauer der Tätigkeit: ...2091 Dienstgeber Name: Arbeitsmarktservice ***30*** Staat/PLZ/Ort: ***31*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***32*** Telefon: +43/***33*** Höhe jährl. Einkünfte Bezeichnung der Schule/Hochschule: Staat/PLZ/Ort: Straße/Hausnr./Türnr.: Telefon: Schulform: Schuljahr Klasse Studienkennzahl Studienrichtung: Behindertenrehabilitation Studienplan Studienabschnitt Studienbeginn Anspruch auf ausländische Familienbeihilfe: nein Das Kind wohnt: bei Person oder Einrichtung an der u. a. Adresse Das Kind wohnt bei (Name der Person oder der Einrichtung): ***2*** ***1*** Staat/PLZ/Ort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***4*** Unterhalt wird überwiegend v. Antragsteller getragen: ja Antrag vom 14.1.2019 Am 14.1.2019 wurde über FinanzOnline folgender Antrag auf Familienbeihilfe gestellt: ANTRAGSTELLER Versicherungsnummer ***7*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***1*** Geburtsdatum: ***15*** Geschlecht; M (männlich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Einreisestaat/Einreise am Personenstand/seit L (ledig) ***15*** Kindererziehung: A (allein) Telefon: +43/664/***16*** E-Mail: ***1***.***2***@chello.at Beruf: 20 (unselbständig) Staat/PLZ/Wohnort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***4*** Familienwohnort Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname: RA Dr. Dr. ***17*** ***18*** Staat/PLZ/Ort: ***19*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***20*** Telefon: +43/1/***21***-0 beschäftigt seit: 01.11.2004 Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz.: AT***22*** GIBAATWWXXX Bankleitzahl/Kontonummer Bank: ERSTE BANK DER OESTERREICHISCHEN SPARKASSEN AG VERTRETER Art der Vollmacht Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon ABWEICHENDER ZAHLUNGSEMPF. Familien- oder Nachname und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon Bankverbindung IBAN/BIC/Länderkennz. Bankleitzahl/Kontonummer Bank ANDERER ELTERNTEIL Versicherungsnummer Familien- oder Nachname und Vorname Geschlecht Staatsbürgerschaft Einreisestaat/Einreise am Beruf Staat/PLZ/Wohnort Straße/Hausnr./Türnr. Dienstg. Zu- und Vorname Staat/PLZ/Ort Straße/Hausnr./Türnr. Telefon beschäftigt seit Dienstort im Ausland am Dienstort im Ausland beschäftigt seit BELEGE Bescheid über Verleihung der Staatsbürgerschaft Behörde Zahl/Nummer verliehen am KIND beantragt wird: Änderung wegen: erhöhte Familienbeihilfeverlängerungsantrag ab: 07.2019 Versicherungsnummer: ***10*** Geburtsdatum: ***23*** Familien- oder Nachname und Vorname: ***2*** ***5***-***6*** Geschlecht: W (weiblich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Personenstand/seit L (ledig) ***23*** Einreisestaat/Einreise am Verwandtschaftsverhältnis P (Pflegekind) Das Kind ist erheblich behindert: ja Antragsteller/Partner sind leibliche Elternteile: nein Versicherungsnummer Geburtsdatum: Familien- oder Nachname und Vorname: ***14*** ***34*** Geschlecht: W (weiblich) Staatsbürgerschaft: A (Österreich) Straße/Hausnr./Türnr.: ***35*** Staat/PLZ/Ort: ***36*** Beruf: Dienstort: Inland Art der Bezüge: unbekannt Bezüge aus: A (Österreich) überwiegende Unterhaltsl.: nein vom leiblichen Elternteil Tätigkeit: 91 (erwerbsunfähiges Kind) vorauss. Dauer der Tätigkeit: ...2091 Dienstgeber Name: ***8*** GmbH Staat/PLZ/Ort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***37*** Telefon: +43/***38*** Höhe jährl. Einkünfte Bezeichnung der Schule/Hochschule: Staat/PLZ/Ort: Straße/Hausnr./Türnr.: Telefon: Schulform: Schuljahr Klasse Studienkennzahl Studienrichtung: Behindertenrehabilitation Studienplan Studienabschnitt Studienbeginn Anspruch auf ausländische Familienbeihilfe: nein Das Kind wohnt: bei Person oder Einrichtung an der u. a. Adresse Das Kind wohnt bei (Name der Person oder der Einrichtung): ***2*** ***1*** Staat/PLZ/Ort: ***3*** Straße/Hausnr./Türnr.: ***4*** Unterhalt wird überwiegend v. Antragsteller getragen: ja BELEGE Geburtsurkunde Behörde Zahl/Nummer Heiratsurkunde Behörde Zahl/Nummer Aufenthaltstitel/Visum Art/Nummer ausgestellt am/gültig bis Lehrvertrag/Nummer Lehrzeit von/bis Beschwerde Gegen den Bescheid vom 31.5.2019 erhoben mit Telefax ihres rechtsfreundlichen Vertreters vom 24.6.2019 1. ***1*** ***2***, Sozialversicherungsnummer ***7***, wohnhaft ***3***, ***4***, "als gerichtlich bestellter Erwachsenenvertreter bzw. Sachwalter der betroffenen Person bzw. Zweitbeschwerdeführerin des Bezirksgerichtes ***30*** zu 77 P ***9*** i)" sowie 2. ***5***-***6*** ***2***, Sozialversicherungsnummer ***10***, ebendort, "als betroffene Person" Beschwerde wie folgt: In umseits bezeichneter Rechtssache erheben die beiden Beschwerdeführer gegen den Bescheid über die Rückforderung zu Unrecht bezogener Beträge (Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag) des FINANZAMTES Gänserndorf Mistelbach (FA18) vom 31.05.2019. dem Erstbeschwerdeführer am 04.06.2019 postalisch zugestellt, innerhalb der offenen gesetzlichen Rechtsmittelfrist die folgende Beschwerde an das zweitinstanzliche Bundesfinanzgericht und führen diese aus wie folgt: 1. Eingangs stellen die beiden Beschwerdeführer gemäß § 212a BAO den Antrag auf Aussetzung der Einhebung der Abgabe bzw. Beihilfenrückforderung bis zur rechtskräftigen Erledigung bzw. Entscheidung der gegenständlichen Beihilfenrückforderungsangelegenheit, wobei dieser mit dem gegenständlichen Beschwerdevorbringen begründet wird. 2. In der Sache selbst wird bezüglich des Erstbeschwerdeführers ausdrücklich die mangelnde passive Verfahrenslegitimation eingewandt, da die Zweitbeschwerdeführerin ausdrücklich nicht das Kind des Erstbeschwerdeführers ist, sondern dieser vielmehr gemäß der unter einem vorgelegten Sachwalterbestellungsurkunde des Bezirksgerichtes ***30*** vom 25.02.2015 zu 222 P ***11*** w. nunmehr 77 P ***9*** i (Beilage ./A), lediglich der gerichtlich bestellte Erwachsenenvertreter bzw. Sachwalter der Zweitbeschwerdeführerin ist und für diese bzw. deren Beihilfenrückforderungen ausdrücklich nicht (persönlich) haftet und die Zweitbeschwerdeführerin den ursprünglichen erhöhten Familienbeihilfeantrag am ***46*** als Erwachsene im eigenen Namen gestellt hat, weshalb der gegenständliche angefochtene Beihilfenrückforderungsbescheid bereits aus diesen formalen Gründen aufzuheben ist. 3. Bezüglich der Zweitbeschwerdeführerin ist es zwar richtig, dass die betroffene Person seit ***12*** eine behindertengerechte Beschäftigung bei der Firma ***8*** GmbH hat und in der Folge die gesetzliche Einkommensgrenze für die erhöhte Familienbeihilfe infolge der entsprechenden Behindertenbeschäftigungsentschädigung unwissentlich überschritten wurde, allerdings hat es die erstinstanzliche Beihilfenbehörde verabsäumt ihrer Überprüfungsverpflichtung bezüglich der gesetzlichen Einkommensgrenze hinsichtlich der erhöhten Familienbeihilfe über Jahre hinweg nachzukommen, wodurch die geistig behinderte Zweitbeschwerdeführerin nunmehr vom finanziellen Ruin bedroht ist. Gerade im Bezug auf geistig behinderte Personen, wie im gegenständlichen Fall, trifft die erstinstanzliche Beihilfenbehörde eine besondere Verpflichtung zum Schutz vor einer überhöhten Rückforderung zu Unrecht bezogener Beträge, zumal diese die ihnen auferlegten gesetzlichen Verpflichtungen nicht einmal inhaltlich verstehen. Demzufolge hätte die erstinstanzliche Beihilfenbehörde bereits spätestens Ende 2014 und nicht erst 5 Jahre (!) später die gesetzliche Einkommensgrenze überprüfen sowie zu Unrecht bezogenen Beträge zurückfordern müssen, wobei der nunmehr angefochtene Beihilfenrückforderungsbescheid sogar Zeiträume umfasst, in welchen die Zweitbeschwerdeführerin überhaupt kein Einkommen hatte. Da die Zweitbeschwerdeführerin die erhöhten Familienbeihilfen und Kinderabsetzbeträge daher bereits längst gutgläubig verbraucht hat sowie aufgrund der geistigen Behinderung, des geringen Einkommens, mangels irgendeinen Vermögens und der hohen Lebenserhaltungskosten weder kreditwürdig ist, noch eine Ratenzahlungsverpflichtung erfüllen kann, ist sie nunmehr von einer Privatinsolvenz bedroht, was gerade im Bezug auf die besondere Schutzbedürftigkeit geistig behinderter Personen nicht im Sinne des Gesetzgebers bzw. der öffentlichen Hand sein kann, weshalb nunmehr ausdrücklich gestellt wird der Antrag die erstinstanzliche Beihilfenbehörde möge ein Verfahren gemäß § 26 Abs. 4 FLAG 1967 beim Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt einleiten bezüglich deren gesetzlicher Ermächtigung, in Ausübung des Aufsichtsrechtes die nachgeordneten Abgabenbehörden anzuweisen, von der Rückforderung des unrechtmäßigen Bezuges abzusehen, zumal die Rückforderung unbillig wäre. Beweise: - Parteieneinvemahme des Erstbeschwerdeführers; - Beischaffung des erstinstanzlichen Beihilfenbehördenaktes; - unter einem vorgelegte Sachwalterbestellungsurkunde des Bezirksgerichtes ***30*** vom 25.02.2015 zu 222 P ***11*** w, nunmehr 77 P ***9*** i (Beilage ./A); - unter einem vorgelegter Bescheid der PENSIONSVERSICHERUNGSANSTALT, Landesstelle Niederösterreich, vom 13.11.2014 bezüglich Pflegegeld der Stufe 2 (Beilage ./B); - unter einem vorgelegter Bescheid des SOZIALMINISTERIUMSERVICE, BASB Landesstelle Niederösterreich, vom 27.12.2016 zum Ordnungsbegriff: ***13*** bezüglich der Feststellung der Zugehörigkeit zum Kreis der begünstigten Behinderten samt diverser Beilagen (Beilagekonvolut ./C); - weitere Beweise ausdrücklich vorbehalten, Abschließend stellen die beiden Beschwerdeführer daher die folgenden Schlussanträge: I. Das erstinstanzliche FINANZAMT Gänserndorf Mistelbach (FA18) möge 1. den Antrag der beiden Beschwerdeführer gemäß § 212a BAO auf Aussetzung der Einhebung der Abgabe bzw. Beihilfenrückforderung bis zur rechtskräftigen Erledigung bzw. Entscheidung der gegenständlichen Beihilfenrückforderungsangelegenheit bewilligen. 2. ein Verfahren gemäß § 26 Abs. 4 FLAG 1967 beim Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt einleiten bezüglich deren gesetzlicher Ermächtigung, in Ausübung des Aufsichtsrechtes die nachgeordneten Abgabenbehörden anzuweisen, von der Rückforderung des unrechtmäßigen Bezuges abzusehen, zumal die Rückforderung unbillig wäre; 3. die gegenständliche Beschwerde dem zweitinstanzlichen Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vorlegen. II. Das zweitinstanzliche Bundesfinanzgericht möge: 1. eine mündliche Beschwerdeverhandlung anberaumen; 2. der gegenständlichen Beschwerde der beiden Beschwerdeführer Folge geben und den erstinstanzlichen Bescheid des FINANZAMTES Gänserndorf Mistelbach (FA18) vom 31,05.2019 ersatzlos vollinhaltlich aufheben. Die in der Beschwerde genannten Beilagen waren beigefügt. Beilage ./A: Mit Urkunde vom 25.2.2016 wurde ***1*** ***2*** gemäß § 268 ABGB vom Bezirksgericht ***30*** zum Sachwalter für alle Angelegenheiten (§ 266 Abs. 3 Z 3 ABGB) für ***5***-***6*** ***2*** bestellt. Nicht betroffen ist die rechtsgeschäftliche Vertretung bei Geschäften des täglichen Lebens aus vorgegebenem Wirtschaftsgeld. Von den Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens wird das Datum 25.2.2016 wiederholt (wegen der schlechten Lesbarkeit im Telefax, mit dem die Urkunde vorgelegt wurde) mit 25.2.2015 angegeben, das Datum lautet aber richtigerweise "25. Februar 2016": [Grafik]   Beilage ./B: Bescheid der Pensionsversicherungsanstalt vom 13.11.2014, wonach mit vor Gericht am 29.10.2014 geschlossenen Vergleich der Anspruch auf Pflegegeld der Stufe 2 ab 1.2.2014 anerkannt wird. Auf das monatliche Pflegegeld von € 284,30 werde der Erhöhungsbetrag der Familienbeihilfe von € 60,00 angerechnet. Beilage ./C: Bescheid des Sozialministeriumservice vom 27.12.2016, wonach auf Grund des am 14.11.2016 eingelangten Antrages festgestellt wird, dass ***5*** ***6*** ***2*** ab 14.11.2016 dem Kreis der begünstigten Behinderten angehört. Der Grad der Behinderung betrage 70 vom Hundert. Das Aktengutachten zu OB ***13*** war beigefügt. Aus der Anamnese geht hervor, dass ***5***-***6*** ***2*** zu ihrer Beschäftigung angab: Sie gehe auch arbeiten, in eine Behindertenwerkstätte, wie die Firma heißt, kann nicht angegeben werden. Personalangaben: durch den bei der Untersuchung anwesenden Sachwalter. Dieser gibt an, daß sie einen geschützten Arbeitsplatz bei der Fa. ***8*** bekommen habe, sie werde dorthin gebracht und auch wieder abgeholt. ... Sozialanamnese; ledig, lebt bei den Großeltern. In dem Aktengutachten wird auch auf ein Gutachten des Sozialministeriumservice vom 2.11.2010 Bezug genommen, wonach ***5*** ***6*** ***14*** (nunmehr ***5*** ***6*** ***2***) einen Gesamtgrad der Behinderung von 70% aufweise. Die Ausstellung einer amtlichen Bescheinigung gemäß § 35 Abs. 2 EStG 1988 (Ausstellung eines Behindertenpasses bzw. eines negativen Bescheids durch das Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen) als Voraussetzung für den Freibetrag nach § 35 Abs. 3 EStG 1988 und für den Entfall des Selbstbehalts bei außergewöhnlichen Belastungen nach § 34 Abs. 6 EStG 1988 geht aus allen vorgelegten Unterlagen nicht hervor. Beschwerdevorentscheidung ***1*** ***2*** Mit Beschwerdevorentscheidung vom 26.3.2020 wies das Finanzamt die Beschwerde von ***1*** ***2*** als unbegründet ab. Die Begründung dazu lautet: Mit dem Rückforderungsbescheid vom 31.05.2019 wurden Sie (als Beihilfenbezieher und Meldepflichtiger iSd § 25 FLAG 1967) verpflichtet, die zu Unrecht bezogenen Beihilfenbeträge für Ihre haushaltszugehörige und anspruchsvermittelnde Nichte ***5***-***6***, für den Zeitraum Jänner 2014 bis Mai 2019 in Höhe von EUR 24.116,80 zurückzuzahlen. Im Wesentlichen wurde begründend ausgeführt, dass Ihre volljährige Nichte ***5***-***6*** (haushaltszugehörige Pflegebefohlene) seit dem Kalenderjahr 2014 (bis laufend) die familienbeihilfeschädliche Einkommensgrenze deutlich überschritten hat. Gegen diesen Rückforderungsbescheid erhoben Sie am 24.06.2019 fristgerecht Beschwerde. Darin wandten Sie Ihre mangelnde Beschwerdelegitimation ein und führten aus, dass Sie für Ihre Nichte nicht persönlich haften können, weil ***5***-***6*** nicht Ihr Kind sei und Sie lediglich der gerichtlich bestellte Erwachsenenvertreter seien. ***5***-***6*** habe als Erwachsene die erhöhte Familienbeihilfe am ***46*** im eigenen Namen beantragt. Darüber hinaus führten Sie in Ihrer Beschwerde folgendes aus (zit): "Demzufolge hätte die erstinstanzliche Beihilfenbehörde bereits spätestens Ende 2014 und nicht erst 5 Jahre (!) später die gesetzliche Einkommensgrenze überprüfen sowie zu Unrecht bezogenen Beträge zurückfordern müssen, wobei der nunmehr angefochtene Beihilfenrückforderungsbescheid sogar Zeiträume umfasst, in weichen die Zweitbeschwerdeführerin überhaupt kein Einkommen hatte." Gleichzeitig mit der Bescheidbeschwerde brachten Sie einen Antrag auf Aussetzung der Einhebung gem. § 212 a BAO ein. Weiters sind aus Ihrem Beschwerdebegehren folgende Anträge zu entnehmen(zit.): I. Das erstinstanzliche FINANZAMT Gänserndorf Mistelbach (FA18) möge 1. den Antrag der beiden Beschwerdeführer gemäß § 212a BAO auf Aussetzung der Einhebung der Abgabe bzw. Beihilfenrückforderung bis zur rechtskräftigen Erledigung bzw. Entscheidung der gegenständlichen Beihilfenrückforderungsangelegenheit bewilligen. 2. ein Verfahren gemäß § 26 Abs. 4 FLAG 1967 beim Bundesministerium für Frauen, Familien und Jugend im Bundeskanzleramt einleiten bezüglich deren gesetzlicher Ermächtigung, in Ausübung des Aufsichtsrechtes die nachgeordneten Abgabenbehörden anzuweisen, von der Rückforderung des unrechtmäßigen Bezuges abzusehen, zumal die Rückforderung unbillig wäre; 3. die gegenständliche Beschwerde dem zweitinstanzlichen Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vorlegen. II. Das zweitinstanzliche Bundesfinanzgericht möge: 1. eine mündliche Beschwerdeverhandlung anberaumen; 2. der gegenständlichen Beschwerde der beiden Beschwerdeführer Folge geben und den erstinstanzlichen Bescheid des FINANZAMTES Gänserndorf Mistelbach (FA18) vom 31,05.2019 ersatzlos vollinhaltlich aufheben. Dazu wird ausgeführt: § 2 Abs. 1 lit. c und h Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) lautet: (1) "Anspruch auf Familienbeihilfe haben Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, c) für volljährige Kinder, die wegen einer vor Vollendung des 21. Lebensjahres oder während einer späteren Berufsausbildung, jedoch spätestens vor Vollendung des 25. Lebensjahres, eingetretenen körperlichen oder geistigen Behinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen. h) für volljährige Kinder, die erheblich behindert sind (§ 8 Abs. 5), das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist; [...]" § 5 Abs. 1 FLAG 1967 lautet: "Ein zu versteuerndes Einkommen (§ 33 Abs. 1 EStG 1988) eines Kindes führt bis zu einem Betrag von 10.000 € in einem Kalenderjahr nicht zum Wegfall der Familienbeihilfe. Übersteigt das zu versteuernde Einkommen (§ 33 Abs. 1 EStG 1988) eines Kindes in einem Kalenderjahr, das nach dem Kalenderjahr Hegt, in dem das Kind das 19. Lebensjahr vollendet hat, den Betrag von 10.000 €, so verringert sich die Familienbeihilfe, die für dieses Kind nach § 8 Abs. 2 einschließlich § 8 Abs. 4 gewährt wird, für dieses Kalenderjahr um den 10.000 € übersteigenden Betrag. [...]." § 8 Abs. 5 FLAG 1967 lautet: "Als erheblich behindert gilt ein Kind, bei dem eine nicht nur vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung im körperlichen, geistigen oder psychischen Bereich oder in der Sinneswahrnehmung besteht. Ais nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von voraussichtlich mehr als drei Jahren. Der Grad der Behinderung muß mindestens 50 v.H. betragen, soweit es sich nicht um ein Kind handelt, das voraussichtlich dauernd außerstande ist, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen. [...] Die erhebliche Behinderung ist spätestens nach fünf Jahren neu festzustellen, soweit nicht Art und Umfang eine Änderung ausschließen." § 8 Abs. 6 FLAG 1967 lautet: "Der Grad der Behinderung oder die voraussichtlich dauernde Unfähigkeit, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen, ist durch eine Bescheinigung des Bundesamtes für Soziales und Behindertenwesen auf Grund eines ärztlichen Sachverständigengutachtens nachzuweisen. Die diesbezüglichen Kosten sind aus Mitteln des Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen zu ersetzen." § 8 Abs. 6a FLAG 1967 lautet: "Für eine Person, bei der eine dauernde Erwerbsunfähigkeit nach § 2 Abs. 1 lit. c festgestellt wurde, besteht kein Anspruch auf die erhöhte Familienbeihilfe, wenn sie in einem Kalenderjahr ein Einkommen bezieht, das die in § 5 Abs. 1 festgelegte Grenze übersteigt. Wenn das Einkommen in einem nachfolgenden Kalenderjahr unter der in § 5 Abs. 1 festgelegten Grenze, lebt der Anspruch auf die erhöhte Familienbeihilfe wieder auf. Wenn die Erwerbsunfähigkeit nach § 2 Abs. 1 iit. c als Dauerzustand festgestellt wurde, ist kein weiteres Sachverständigengutachten erforderlich." § 10 Abs. 2 FLAG 1967 lautet: "Die Familienbeihilfe wird vom Beginn des Monats gewährt, in dem die Voraussetzungen für den Anspruch erfüllt werden. Der Anspruch auf Familienbeihilfe erlischt mit Ablauf des Monats, in dem eine Anspruchsvoraussetzung weg fällt oder ein Ausschließungsgrund hinzukommt." § 13 FLAG 1967 lautet: "Über Anträge auf Gewährung der Familienbeihilfe hat das nach dem Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthalt der antragstellenden Person zuständige Finanzamt zu entscheiden. Insoweit einem Antrag nicht oder nicht vollinhaltlich stattzugeben ist, ist ein Bescheid zu erlassen." § 25 FLAG 1967 lautet: "Personen, denen Familienbeihilfe gewährt oder an Stelle der anspruchsberechtigten Person ausgezahlt (§ 12) wird, sind verpflichtet, Tatsachen, die bewirken, daß der Anspruch auf Familienbeihilfe erlischt, sowie Änderungen des Namens oder der Anschrift ihrer Person oder der Kinder, für die ihnen Familienbeihilfe gewährt wird, zu meiden. Die Meldung hat innerhalb eines Monats, gerechnet vom Tag des Bekanntwerdens der zu meidenden Tatsache, bei dem nach § 13 zuständigen Finanzamt zu erfolgen." § 26 Abs. 1 FLAG 1967 lautet: "Wer Familienbeihilfe zu Unrecht bezogen hat, hat die entsprechenden Beträge zurückzuzahlen." § 33 Abs. 3 EStG 1988 lautet: "Steuerpflichtigen, denen auf Grund des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 Familienbeihilfe gewährt wird, steht im Wege der gemeinsamen Auszahlung mit der Familienbeihilfe ein Kinderabsetzbetrag von monatlich 58,40 Euro für jedes Kind zu. [...] Wurden Kinderabsetzbeträge zu Unrecht bezogen, ist § 26 des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967anzuwenden." § 29 Abs. 1 FLAG 1967 lautet: "Eine Verwaltungsübertretung begeht und wird mit einer Geldstrafe bis zu 360 Euro oder mit Arrest bis zu zwei Wochen bestraft: a) wer vorsätzlich oder grob fahrlässig die gemäß § 25 vorgesehene Meldung nicht rechtzeitig erstattet und dadurch einen unrechtmäßigen Bezug von Familienbeihilfe bewirkt, b) wer Familienbeihilfe vorsätzlich oder grob fahrlässig zu Unrecht bezieht, [...]" Das Finanzamt stellt auf Basis des oben geschilderten Verwaltungsgeschehens und der aktenkundigen Unterlagen folgenden entscheidungswesentlichen Sachverhalt fest: Sie sind seit Juli 2011 Familienbeihilfebezieher und gleichzeitig Erwachsenenvertreter (ehemals Sachwalter) für Ihre Nichte ***5***-***6*** (anspruchsvermittelnde Pflegebefohlene). Laut Behördenanfrage aus dem Zentralen Melderegister (zuletzt vom 26.03.2020) ist Ihre Nichte spätestens seit 21.07.2011 Ihrem Haushalt zugehörig. Sie haben am 01.08.2011 die Familienbeihilfe beantragt, respektive wurde von Ihnen der Antrag (Formular-Beih1) samt Geburtsurkunde, Meldebestätigung, Beschluss etc. am 01.08.2011 beim zuständigen Finanzamt eingebracht. Am 30.08.2011 wurde von Ihnen (als Antragsteller ***1*** ***2***, SVNr.: ***7***) per FinanzOnline der Familienbeihilfeantrag neuerlich eingebracht. Sie haben im FinanzOnline folgende relevante Angaben gemacht: "Antrag auf Verlängerung erhöhter Familienbeihilfe ab Juli 2011 für Kind ***5***-***6*** ***14*** (SVNr.:***10***)." Als Verwandtschaftsverhältnis wurde "Pflegekind mit erheblicher Behinderung" angegeben. Sie gaben an das Ihre Nichte bei Ihnen haushaltszugehörig ist (zit.): "Das Kind wohnt bei Antragsteller [...] Unterhalt wird überwiegend vom Antragsteller (***1*** ***2***) getragen" (vgl. alle Angaben unter FinanzOnline-Antrag vom 30.08.2011 evident). Danach erfolgte eine Eingabe (vom 06.08.2012) von Ihnen über Namensänderung von ***5***-***6*** ***14*** in ***5***-***6*** ***2***. Am 22.11.2012 erfolgte von Ihnen (als Antragsteller ***1*** ***2***, SVNr.: ***7***) ein Anbringen über FinanzOnline (zit.): "Antrag wegen unbefristeter Verlängerung erhöhter Familienbeihilfe ab 01.03.2013 für ***5***-***6*** ***2***, SVNr.: ***10***." Als Verwandtschaftsverhältnis wurde "Pflegekind mit erheblicher Behinderung" angegeben. Sie gaben neuerlich an, dass Ihre Nichte bei Ihnen haushaltszugehörig ist (zit.): "Das Kind wohnt bei Antragsteller [...] Unterhalt wird überwiegend vom Antragsteller (***1*** ***2***) getragen" (vgl. alle Angaben unter FinanzOnline-Antrag vom 22.11.2012 evident). Mit Ihrem FinanzOnline-Anbringen vom ***46*** wurden folgende Angaben gemacht (zit.): "Antragsteller ***1*** ***2*** (SVNr.: ***7***) wegen unbefristeter Verlängerung erhöhter Familienbeihilfe ab Juni 2014 für ***5***-***6*** ***2***, SVNr.: ***10***." Sie gaben neuerlich an, dass Ihre Nichte bei Ihnen haushaltszugehörig ist (zit.): "Das Kind wohnt bei ***1*** ***2***, ***4***, ***3*** [...] Unterhalt wird überwiegend vom Antragsteller (***1*** ***2***) getragen" (vgl. alle Angaben unter FinanzOnline-Antrag vom ***46*** evident). Mit Ihrem FinanzOnline-Anbringen vom 14.01.2019 wurden folgende Angaben gemacht (zit.): "Antragsteller ***1*** ***2*** (SVNr.: ***7***) wegen unbefristeter Verlängerung erhöhter Familienbeihilfe ab Juli 2019 für ***5***-***6*** ***2***, SVNr.: ***10***." Sie gaben neuerlich an, dass Ihre Nichte bei Ihnen haushaltszugehörig ist (zit.): "Das Kind wohnt bei ***1*** ***2***, ***4***, ***3*** [...] Unterhalt wird überwiegend vom Antragsteller (***1*** ***2***) getragen" (vgl. alle Angaben unter FinanzOnline-Antrag vom 14.01.2019 evident). Die Familienbeihilfe wurde von Ihnen (für ***5***-***6***) ab Juli 2011 bis Mai 2019 bezogen. Im Zuge der Überprüfung des Verlängerungsantrages (Mai 2019) wurden folgende Feststellungen, im Zusammenhang mit dem familienbeihilfeschädlichen Einkommen von ***5***-***6*** (anspruchsvermittelnde Pflegebefohlene) getroffen: Laut Lohnzettel-Auskunft hat ***5***-***6*** in den Kalenderjahren von 2014 bis 2019 ein zu versteuerndes Einkommen gem. § 33 Abs. 1 EStG von weit mehr als EUR 10.000, in concreto: - im Jahr 2014 in Höhe von EUR 14.232,69 , - im Jahr 2015 in Höhe von EUR 19.206,77 , - im Jahr 2016 in Höhe von EUR 21.496,52 , - im Jahr 2017 in Höhe von EUR 18.537,86 , - im Jahr 2018 in Höhe von EUR 19.506,11, - im Jahr 2019 in Höhe von EUR 20.334,55 . Bei der Ermittlung des obigen zu versteuernden Einkommens blieben außer Betracht die Bezüge der Pensionsversicherungsanstalt (insbesondere das Bundespflegegeld). Folglich forderte das zuständige Finanzamt die Familienbeihilfe ab Jänner 2014 zurück, da Sie die Familienbeihilfe ab Jänner 2014 zu Unrecht bezogen haben (§§ 25 iVm 26 FLAG 1967). Die obigen Sachverhaltsfeststellungen sind aktenkundig. Dagegen sprechende Umstände sind nicht ersichtlich und wurden von der Beschwerdeführerin weder substantiell vorgetragen noch finden sich solche in den Akten, weshalb die vorgenommene Beweiswürdigung zu diesen Feststellungen führen dürfte. Gemäß § 167 Abs. 2 BAO hat die Abgabenbehörde unter sorgfältiger Berücksichtigung der Ergebnisse des Abgabenverfahrens und nach freier Überzeugung zu beurteilen, ob eine Tatsache als erweisen anzunehmen ist. Nach ständiger Rechtsprechung des VwGH (vgl. VwGH 09.09.2004, 99/15/0250) ist von mehreren Möglichkeiten jene als erwiesen anzunehmen, die gegenüber allen anderen Möglichkeiten eine überragende Wahrscheinlichkeit für sich hat und alle anderen Möglichkeiten ausschließt oder zumindest weniger wahrscheinlich erscheinen lässt. Vor diesem Hintergrund nimmt das Finanzamt den obigen Sachverhalt als erwiesen an (§ 167 Abs. 2 BAO). Rechtliche Würdigung: Wie oben dargelegt, haben nach § 2 Abs. 1 lit. c und h FLAG 1967 Anspruch auf Familienbeihilfe Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, für volljährige Kinder (Pflegebefohlenen), die wegen einer vor Vollendung des 21. Lebensjahres oder während einer späteren Berufsausbildung, jedoch spätestens vor Vollendung des 25. Lebensjahres, eingetretenen körperlichen oder geistigen Behinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen. Der Anspruch auf Familienbeihilfe erlischt nach § 10 Abs. 2 FLAG 1967 mit Ablauf des Monats, in dem eine Anspruchsvoraussetzung wegfällt oder ein Ausschließungsgrund hinzukommt. Darüber hinaus steht für das gesamte Kalenderjahr keine Familienbeihilfe zu, wenn ein Kind danach in einem Kalenderjahr ein zu versteuerndes Einkommen gem. § 33 Abs. 1 EStG von mehr als EUR 10.000,- bezieht (§ 5 Abs. 1 FLAG 1967). Die Einkommensgrenze von EUR 10.000,- ist nicht zu aliquotieren und gilt unabhängig von der Dauer des Familienbeihilfenanspruches in einem Kalenderjahr. Im verfahrensgegenständlichen Fall fällt der Anspruch auf Familienbeihilfe mit Ablauf des Monates Dezember 2013 weg, da ***5***-***6*** ab 2014 (bis laufend) durchgehend beihilfeschädliches Einkommen bezogen hat. Alleine schon auf Grund der Tatsache, dass Sie der Familienbeihilfebezieher sind - unabhängig von Ihrer Rechtsposition als Erwachsenenvertreter - bestand diesbezüglich Meldepflicht (arg. "innerhalb eines Monates") im Sinne des § 25 FLAG 1967, diese relevanten Fakten an das zuständige Finanzamt zu melden (siehe oben den Wortlaut des § 25 FLAG 1967 iVm § 26 FLAG 1967). Im verfahrensgegenständlichen Fall ist klar festzuhalten, dass Sie als Beihilfenbezieher nicht für eine fremde Schuld haften, sondern die Rückforderung aus dem Grund erfolgte, weil Sie die Familienbeihilfe für Ihre volljährige Nichte (Pflegebefohlene) zu Unrecht bezogen (beihilfenschädliches Einkommen) und gegen die Meldepflicht des § 25 FLAG 1967 verstoßen haben. Auch eine eventuelle Direktauszahlung an Ihre Nichte ändert an diesem Umstand nichts. Eine (eventuelle) Rückforderung richtet sich immer an (ehemals) anspruchsberechtigte Bezieher, auch wenn diese Beihilfenbezieher beantragt haben, dass die Familienbeihilfe (FB) und Kinderabsetzbetrag (KAB) für ein anspruchsvermittelndes minderjähriges oder volljähriges Kind (Pflegebefohlenes) direkt auf das Konto des Kindes ausgezahlt wird (vgl. § 14 FLAG 1967). Das heißt eine eventuelle Rückforderung richtet sich immer an die (ehemals) anspruchsberechtigte Person/Beihilfenbezieher. Für das Verständnis des § 26 FLAG 1967 ist es wesentlich, sich die Systematik der Auszahlung von Familienbeihilfe vor Augen zu halten: Grundsätzlich darf über eine bereits entschiedene Sache nicht nochmals ein Bescheid ergehen. Ist ein Bescheid in Rechtskraft erwachsen, bedeutet dies grundsätzlich Unwiderrufbarkeit, Unwiederholbarkeit und Verbindlichkeit des Bescheides. Das FLAG kennt keine bescheidmäßige Zuerkennung von FB. Gleiches gilt für den gem. § 33 Abs. 3 EStG 1988 gemeinsam mit der FB auszuzahlenden Kinderabsetzbetrag (KAB). Steht nach Ansicht der Beihilfenbehörde FB zu, hat sie diese gem. § 11 FLAG 1967 auszuzahlen und hierüber gem. § 12 leg. cit. eine Mitteilung auszustellen. Diese Mitteilung ist nicht rechtskraftfähig. Da über die Zuerkennung von FB kein (positiver) Bescheid erlassen wird, kann innerhalb der Verjährungsfrist zu Unrecht bezogene FB zurückgefordert werden, ohne dass es der besonderen Voraussetzungen z.B. der § 299 oder 303 BAO bedarf. Mitteilungen über den Bezug von FB und KAB stehen einer Rückforderung nicht entgegen (vgl. BFG 19.10.2016, RV/7106018/2015; 15.1.2018, RV/7102979/2017; 20.8.2018, RV/7101290/2017). Eine Rückforderung ist bspw. auch dann zulässig, wenn der entscheidungswesentliche Sachverhalt der Behörde vollständig offengelegt und von dieser zunächst unrichtig beurteilt wurde. Der Umstand, dass die Behörde nach Prüfung des Sachverhalts FB ausbezahlt (und hierüber eine Mitteilung ausgefertigt) hat, steht daher einer Rückforderung nach § 26 leg. cit. nicht entgegen. Es ist somit nicht erforderlich, dass die Tatsachen, auf die sich ein Rückforderungsbescheid stützt, der Behörde bei der Auszahlung der FB und der Ausstellung einer Mitteilung nicht bekannt gewesen sind (vgl. BFG 15.1.2018, RV/7102979/2017). Wenn das Finanzamt einen ihm bekannt gewesenen Sachverhalt im Rückforderungsverfahren anders als im Auszahlungsverfahren würdigt, ist das - anders als bei der Wiederaufnahme eines durch Bescheid abgeschlossenen Verfahrens nach § 303 im BAO FB-Verfahren zulässig (vgl. BFG 15.1.2018, RV/7102979/2017; 20.8.2018, RV/7101290/2017). Einem Rückforderungsverfahren geht üblicherweise ein Überprüfungsverfahren voran. Die Übermittlung des Überprüfungsschreibens an den FB-Bezieher ist eine verfahrensleitende Verfügung in Form eines Ergänzungsauftrags. Stellt sich, wie im verfahrensgegenständlichen Fall (beihilfenschädliches Einkommen), bei der Überprüfung heraus, dass in der Vergangenheit FB zu Unrecht ausbezahlt wurde, ist ein Rückforderungsbescheid gem. § 26 Abs. 1 FLAG 1967 zu erlassen (vgl. Wanke in Lenneis/Wanke (Hrsg), FLAG, 2. Aufl. 2020, § 26, II. Systematik der Auszahlung von FB Rz 3-6). Aus dem Telos § 26 Abs. 1 FLAG 1967 ergibt sich eine rein objektive Rückzahlungspflicht desjenigen, der die FB zu Unrecht bezogen hat (vgl. etwa VwGH 20.12.1968, 0486/68; 9.6.1978, 1019/77; 28.2.2008, 2006/15/0076; 22.4.2009, 2008/15/0323; 8.7.2009, 2009/15/0089; 28.10.2009, 2008/15/0329; 29.9.2010, 2007/13/0120; 19.12.2013, 2012/16/0047). Es kommt nur auf die objektive Rechtswidrigkeit des Bezugs von FB und KAB an (vgl. etwa VwGH 10.12.1997, 97/13/0185; 22.4.1998, 98/13/0067), also auf das Fehlen der Anspruchsvoraussetzungen für den Leistungsbezug (vgl. VwGH 28.11.2002, 2002/13/0079; 9.7.2008, 2005/13/0142). Allenfalls im Bereich der Strafbarkeit nach § 29 FLAG 1967 oder nach § 146 StGB relevante subjektive Momente, wie Verschulden an der (ursprünglichen oder weiteren) Auszahlung der FB (etwa durch unrichtige Angaben im Antrag gem. § 10 FLAG 1967 oder Verstoß gegen die Meldepflicht gem. § 25 FLAG 1967), Gutgläubigkeit des Empfangs der FB oder die Verwendung der FB, sind nach ständiger Judikatur des VwGH für die Verpflichtung zur Rückerstattung unrechtmäßiger Beihilfenbezüge unerheblich (vgl. etwa VwGH 20.12.1968,0486/68; 10.12.1997, 97/13/0185; 31.10.2000, 2000/15/0035; 3.8.2004, 2001/13/0048; 23.9.2005, 2005/15/0080; 18.4.2007, 2006/13/0174; 19.12.2013, 2012/16/0047). Entscheidend ist lediglich, ob der Empfänger die Beträge zu Unrecht erhalten hat (vgl. etwa VwGH 19.12.2013, 2012/16/0047 oder 24.6.2009, 2007/15/0162). Wie der Bezieher die erhaltenen Beträge verwendet hat, ist nicht von Bedeutung (vgl. VwGH 19.12.2013, 2012/16/0047; 8.7.2009, 2009/15/0089; 24.6.2009, 2007/15/0162; 22.4.2009, 2008/15/0323; 28.10.2008, 2006/15/0113; 23.9.2005, 2005/15/0080; 31.10.2000, 96/15/0001; 13.3.1991, 90/13/0241; 16.2.1988, 85/14/0130; 25.2.1987, 86/13/0158; 15.5.1963, 904/62); ebenso, ob der Bezieher diese im guten Glauben entgegengenommen hat (vgl BFG 8.2.2017, RV/7105064/2015; 20.6.2016, RV/7100264/2016; VwGH 24.6.2009, 2007/15/0162). Der gutgläubige Verbrauch der Beträge ist rechtlich ohne Bedeutung, weil der Rückforderungsanspruch nach § 26 Abs. 1 FLAG 1967 nur auf die objektive Unrechtmäßigkeit des Bezuges der FB abstellt (vgl. VwGH 10.12.1997, 97/13/0185, 0217; 21.10.1999, 97/15/0111; 26.2.2002, 98/13/0042; 29.9.2010, 2007/13/0120). Daher ist es bspw. nicht von Bedeutung, dass vom Empfänger der FB diese an einen anspruchsberechtigten Elternteil (vgl. BFG 12.11.2018, RV/7103663/2018; 21.6.2017, RV/7106471/2016) oder direkt an das Kind (vgl UFS 29.11.2011, RV/3064-W/11) weitergeleitet wurde. Bei Überweisung der FB gemäß § 14 FLAG 1967 auf ein Konto des Kindes bleibt der bisherige Anspruchsberechtigte unverändert. Wurden vom bisherigen Anspruchsberechtigten FB und KAB zu Unrecht bezogen, hat eine Rückforderung vom bisherigen Anspruchsberechtigten zu erfolgen (vgl. BFG 11.7.2017, RV/7103011/2015; 10.7.2017, RV/7103242/2017). Dies gilt auch dann, wenn die Rückforderung deshalb erfolgt, weil das Kind selbst im Streitzeitraum einen Eigenanspruch auf FB hat (vgl. BFG 10.7.2018, RV/2101406/2017). Die Rückforderung gem. § 26 Abs. 1 bis 3 FLAG 1967 ist keine Ermessensentscheidung. Billigkeitsüberlegungen sind im Rückforderungsverfahren nach § 26 Abs. 1 bis 3 leg. cit. vom Finanzamt oder vom BFG nicht anzustellen (vgl. BFG 24.4.2017, RV/7105636/2015 und 20.6.2016, RV/7100264/2016, jeweils unter Hinweis auf VwGH 20.2.2008, 2006/15/0076). Einer Rückforderung steht nach derzeitiger Rechtslage auch nicht entgegen, wenn der unrechtmäßige Bezug ausschließlich durch das Finanzamt verursacht worden ist (vgl. VwGH 19.12.2013, 2012/16/0047; 28.10.2009, 2008/15/0329; 24.6.2009, 2007/15/0162; 19.3.2008, 2008/15/0002; 18.4.2007, 2006/13/0174; 3.8.2004, 2001/13/0048; 2.6.2004, 2001/13/0160; 28.11.2002, 2002/13/0079; 25.1.2001, 2000/15/0183; 25.6.1997, 97/15/0013). Diese objektive Erstattungspflicht hat zur Folge, dass der Behörde, sobald die Anspruchsvoraussetzungen für den Bezug von FB nicht mehr gegeben sind, hinsichtlich der Rückforderung von bereits bezogener FB kein Ermessensspielraum bleibt (vgl. BFG 13.6.2018, RV/7104954/2017). Zur Rückzahlung eines unrechtmäßigen Bezuges an FB nach § 26 Abs. 1 leg. cit. ist derjenige verpflichtet, der die FB zu Unrecht bezogen hat (vgl. VwGH 19.12.2013, 2012/16/0047). Nach § 208 Abs. 1 lit. c BAO beginnt die Verjährung in den Fällen des § 207 Abs. 4 BAO mit dem Ablauf des Jahres in dem die rückzufordernden Beihilfen, Erstattungen, Vergütungen oder Abgeltungen geleistet wurden (vgl. BFG 22.3.2018, RV/7103009/2015). Das heißt im verfahrensgegenständlichen Fall hinsichtlich des Jahres 2014 mit Ablauf des 31.12.2014. Gemäß § 207 Abs. 4 BAO verjährt das Recht, die Rückzahlung zu Unrecht bezogener Beihilfen zu fordern, in fünf Jahren (vgl. Wanke in Lenneis/Wanke (Hrsg), FLAG, 2. Aufl. 2020, § 26, II. Systematik der Auszahlung von FB Rz 39 f). Daher erfolgte die Rückforderung ab 01.01.2014 de lege lata im Rahmen der fünfjährigen Verjährungsfrist. Festzuhalten ist, dass Sie die erhöhte Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag ab Juli 2011 bis Mai 2019 für ***5***-***6*** bezogen haben. ***5***-***6*** hat ab ***12*** ein beihilfenschädliches Einkommen bezogen. Die Einkommensgrenze von EUR 10.000,00 ist nicht zu aliquotieren und gilt unabhängig von der Dauer des Familienbeihilfenanspruches in einem Kalenderjahr, das bedeutet für das Kalenderjahr 2014 schon ab 01.01.2014. Sie als Beihilfenbezieher haben gegen die Meldepflicht des § 25 FLAG 1967 verstoßen, da ab Kalenderjahr 2014 (bis laufend) ein beihilfenschädliches Einkommen (siehe oben S. 6 von 11) bezogen wurde und ab 01.01.2014 kein Anspruch auf Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag mehr bestand. Sie sind als Beihilfenbezieher der alleinige Bescheidadressat gegenständlicher Rückforderung. Ergänzend dazu und davon zu differenzieren ist Ihre Rechtsposition als gerichtlicher Erwachsenenvertreter Ihrer Nichte ***5***-***6*** (in verfahrensgegenständlicher Beschwerde auch als "sog. Zweitbeschwerdeführerin" genannt). Betreffend (siehe unten ergänzende Ausführung des Finanzamtes) Beschwerdevorbringen zur besonderen Schutzbedürftigkeit (zit): "[...]

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Normen und Schlagworte

Herkunft

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7104918/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2021:RV.7104918.2020
Stammnummer
134316
Gültig
15.08.2021 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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