Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/2101185/2020
Zwischenschaltung einer OG zur Vermeidung von lohnabhängigen Abgaben; Anforderungen an die zusammengefasste Festsetzung von Abgaben gemäß § 201 Abs 4 BAO
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/2101185/2020vom 01.02.2024Teil 3 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Der steuerliche Vertreter der Bf versucht, eine betriebliche Struktur der ***XY OG*** dadurch zu konstruieren, dass er die Betriebe der Einzelunternehmen von ***DI X*** und ***DI Y*** als Sonderbetriebsvermögen der ***XY OG*** qualifiziert. Ausgehend davon, dass unter Sonderbetriebsvermögen solche Wirtschaftsgüter im Eigentum eines Mitunternehmers zu verstehen sind, die dieser der Mitunternehmerschaft zur betrieblichen Nutzung zur Verfügung stellt (vgl zB VwGH 19.5.2005, 2000/15/0179), ist dieses Vorbringen schon deshalb widersprüchlich, weil in der Beschwerde zum einen darauf hingewiesen wird, ausdrücklicher Wille von ***DI X*** und ***DI Y*** sei es gewesen, ihr jeweiliges Einzelunternehmen selbständig und getrennt voneinander fortzuführen (Beschwerdeschreiben Seite 4), und zum anderen vorgebracht wird, die Dienstleistungen seien von den beiden Unternehmern getrennt voneinander erbracht und seitens der ***XY OG*** in zusammengefasster Form an die Bf verrechnet worden (Beschwerdeschreiben Seite 10). Gerade darin kommt aber einmal mehr zum Ausdruck, dass der ***XY OG*** keine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung zukam und sie lediglich Verrechnungs- und Zahlstellencharakter hatte (siehe auch den vom VwGH mit Beschluss vom 10.5.2023, 2022/15/0022 entschiedenen Fall, der - wie hier - eine zwischengeschaltete OG mit bloßer Verrechnungs- und Zahlstellenfunktion betraf und in dem sich die beteiligten natürlichen Personen ebenfalls dafür entschieden hatten, die OG nicht mit eigenem Betriebsvermögen auszustatten, sondern sämtliche Betriebsmittel im Sonderbetriebsvermögen zu halten).
Dafür spricht auch Folgendes: Am ***tt.mm.2018*** wurde die ***XY OG*** aufgrund eines von ***DI X*** und ***DI Y*** gefassten Auflösungsbeschlusses im Firmenbuch gelöscht. Die Bf, mit ***DI X*** und ***DI Y*** als Gesellschafter-Geschäftsführern, bestand unverändert fort. Befragt danach, was sich infolge der Auflösung der ***XY OG*** in den Abläufen geändert habe, gab der steuerliche Vertreter im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines lediglich zu Protokoll, die ***XY OG*** sei aufgelöst worden, "um die Komplexität in administrativer Hinsicht im Hinblick auf die reduzierte gemeinschaftliche Tätigkeit zu verringern (bis dahin gab es ja getrennte Rechnungswesen auf Ebene der Bf, der OG und der beiden Einzelunternehmer)."
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich die Einbindung der ***XY OG*** in die Verhältnisse zwischen der Bf und ***DI X*** (bzw ***DI Y***) in der Funktion einer bloßen Verrechnungs- und Zahlstelle erschöpfte.
Es sind daher die Leistungsvergütungen der Bf an die ***XY OG*** unmittelbar den die Leistungen an die Bf erbringenden Gesellschafter-Geschäftsführern ***DI X*** und ***DI Y*** zuzurechnen.
Da sich die Zurechnung bereits aus der bloßen Verrechnungs- und Zahlstellenfunktion der ***XY OG*** ergibt, erübrigt sich eine Missbrauchsprüfung iSd § 22 BAO (so auch VwGH 10.5.2023, Ra 2022/15/0022).
Zum Tatbestand des § 41 Abs 2 FLAG 1967 iVm § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988:
Im Erkenntnis eines verstärkten Senates vom 10.11.2004, 2003/13/0018 führte der VwGH zur Bestimmung des § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 aus, werde die gesonderte Prüfung des in § 47 Abs 2 EStG 1988 normierten Tatbestandselements der Weisungsgebundenheit durch den Ausdruck "sonst" in § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 beseitigt, dann könne sich der Ausdruck "alle" in derselben - auf die gesetzliche Definition des steuerlichen Dienstverhältnisses in § 47 Abs 2 EStG 1988 verweisenden - Vorschrift nur auf das verbleibende gesetzliche Kriterium der Eingliederung in den geschäftlichen Organismus des Arbeitgebers beziehen. Weiteren Elementen, wie dem Fehlen eines Unternehmerrisikos und einer als "laufend" zu erkennenden Lohnzahlung, könne - in Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung - Bedeutung für die Verwirklichung des Tatbestandes des § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 nur noch in solchen Fällen zukommen, in denen eine Eingliederung des für die Gesellschaft tätigen Gesellschafters in den Organismus des Betriebes der Gesellschaft nicht klar zu erkennen wäre (vgl seitdem in ständiger Rechtsprechung zB VwGH 22.12.2004, 2003/15/0056; VwGH 26.7.2007, 2007/15/0095; VwGH 23.1.2013, 2010/15/0187; VwGH 29.5.2018, Ra 2017/15/0108; VwGH 4.6.2020, Ra 2020/15/0002).
Die nach dieser Rechtsprechung entscheidende Eingliederung in den Organismus des Betriebes der Gesellschaft wird durch jede nach außen hin als auf Dauer angelegt erkennbare Tätigkeit hergestellt, mit welcher der Unternehmenszweck der Gesellschaft, sei es durch ihre Führung, sei es durch operatives Wirken auf ihrem Betätigungsfeld, verwirklicht wird (vgl etwa VwGH 10.11.2004, 2003/13/0018; VwGH 15.12.2004, 2003/13/0067; VwGH 1.6.2006, 2006/15/0029; VwGH 21.9.2006, 2006/15/0233; VwGH 19.3.2008, 2008/15/0083; VwGH 4.6.2020, Ra 2020/15/0002).
***DI X*** und ***DI Y*** waren mit jeweils 50% und somit wesentlich iSd § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 am Stammkapital der Bf beteiligt.
Indem ***DI X*** und ***DI Y*** mit der Geschäftsführung der Bf befasst waren und überdies laufend ua technische Beratungsleistungen für die Bf erbrachten, entfalteten sie eine nach außen hin als auf Dauer angelegt erkennbare Tätigkeit, mit welcher der Unternehmenszweck der Bf verwirklicht wurde.
Damit ist eine Eingliederung von ***DI X*** und ***DI Y*** in den Organismus des Betriebes der Bf iSd oben referierten Rechtsprechung des VwGH gegeben.
In der Beschwerde wird eingewendet, eine Eingliederung sei undenkbar, weil ***DI X*** und ***DI Y*** die Betriebe ihrer Einzelunternehmen nicht in die Bf eingebracht hätten und die Bf folglich über keine eigene betriebliche Infrastruktur verfügt habe (Beschwerdeschreiben Seite 13). Diesbezüglich genügt der Hinweis auf die Rechtsprechung des VwGH, wonach auch dann von Vergütungen iSd § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 auszugehen sei, wenn der wesentlich Beteiligte seine Tätigkeit "im Rahmen des Einzelunternehmens" ausübe und die Aufträge nur aus Haftungsgründen über die GmbH abgewickelt würden (vgl VwGH 1.6.2016, 2013/13/0061, unter Hinweis auf Vorjudikatur).
§ 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 stellt, worauf bereits oben hingewiesen wurde, nicht auf die Art der Tätigkeit ab, regelt aber einen Fall der Einkünfte aus selbständiger Arbeit und somit grundsätzlich persönlicher Arbeitsleistung. Auch der Ausdruck "Beschäftigung" in § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 deutet in diese Richtung (vgl VwGH 1.6.2016, 2013/13/0061). Im vorliegenden Fall wurden - wie den Ausführungen des Bundesfinanzgerichtes unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) und Punkt II. 2. (Beweiswürdigung) des gegenständlichen Erkenntnisses zu entnehmen ist - sämtliche von der ***XY OG*** an die Bf verrechneten (und von der Bf an die ***XY OG*** bezahlten) Leistungen von ***DI X*** und ***DI Y*** persönlich erbracht, sodass das im Zusammenhang mit dem Tatbestand des § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 zu berücksichtigende Kriterium der persönlichen Arbeitsleistung erfüllt ist.
Da das primär zu prüfende Kriterium der Eingliederung in den Organismus des Betriebes der Bf gegeben ist, kommt es auf weitere Kriterien, wie etwa das Fehlen eines Unternehmerrisikos, nicht an (vgl etwa VwGH 17.5.2006, 2001/14/0199; VwGH 14.12.2006, 2003/14/0019). Die in der Beschwerde zum Unternehmerrisiko vorgetragenen Argumente gehen daher mangels rechtlicher Relevanz ins Leere.
Die Leistungsvergütungen der Bf an die - nach den obigen Ausführungen außer Acht zu lassende - ***XY OG*** stellen demnach den beiden an der Bf wesentlich beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführern ***DI X*** und ***DI Y*** unmittelbar zuzurechnende sonstige Vergütungen iSd § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 dar. Daran ist die Verpflichtung zur Entrichtung des Dienstgeberbeitrages sowie des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag geknüpft.
Der steuerliche Vertreter der Bf wendet im Vorlageantrag ein, Lohnabgaben seien nur von jenen Einkünften zu bemessen, die den Dienstnehmern zuflössen. Fakt sei, dass den beiden Unternehmern ***DI X*** und ***DI Y*** nur die Entgelte nach Abzug der "Firmenkosten" der ***XY OG*** zugeflossen seien (Vorlageantragsschreiben Seite 4). Dazu ist Folgendes zu bemerken: Der die Bemessungsgrundlage des Dienstgeberbeitrages regelnde § 41 Abs 3 FLAG 1967 stellt auf "Gehälter und sonstige Vergütungen jeder Art iSd § 22 Z 2 EStG 1988" ab, nicht hingegen auf den Gewinn iSd § 22 Z 2 EStG 1988 (vgl sinngemäß zur Kommunalsteuer VwGH 4.2.2009, 2008/15/0260; VwGH 19.3.2013, 2012/15/0212; VwGH 19.4.2018, Ro 2018/15/0003). Die Berechnung des Dienstgeberbeitrages erfolgt daher stets von den "Bruttobezügen" (vgl Kuprian in Lenneis/Wanke, FLAG2 § 43 Rz 45, 53). Vor diesem Hintergrund sind auch im vorliegenden Fall die ***DI X*** und ***DI Y*** unmittelbar zuzurechnenden Leistungsvergütungen der Bf iSd § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 ohne Abzug von "Firmenkosten" der außer Acht zu lassenden ***XY OG*** dem Dienstgeberbeitrag (und dem Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag) zugrunde zu legen.
Zum Zufluss-Prinzip (§ 19 EStG 1988):
Gemäß § 41 Abs 3 FLAG 1967 ist der Dienstgeberbeitrag von der Summe der Arbeitslöhne (dazu zählen auch Gehälter und sonstige Vergütungen jeder Art iSd § 22 Z 2 EStG 1988) zu berechnen, die jeweils in einem Kalendermonat an die im Abs 1 leg cit genannten Dienstnehmer gewährt worden sind.
Maßgeblich ist das Zuflussprinzip iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 (vgl etwa VwGH 28.6.2006, 2002/13/0175; VwGH 25.1.2012, 2008/13/0139).
Bei Leistungsabrechnungen eines Gesellschafter-Geschäftsführers gegenüber seiner Kapitalgesellschaft sind nach der Rechtsprechung des VwGH für die Frage deren Zuflusses - abgesehen von der Zuleitung des Barbetrages - insbesondere zwei mögliche zuflussbegründende Umstände zu unterscheiden, die beide für sich einen Zufluss beim Gesellschafter-Geschäftsführer bewirken können und daher getrennt zu prüfen sind, wobei der frühere Zeitpunkt den Zufluss bewirkt (vgl etwa VwGH 6.7.2020, Ra 2018/13/0074).
Zum einen ist auf den Gutschriftszeitpunkt durch die Kapitalgesellschaft abzustellen. Nimmt eine Kapitalgesellschaft eine Gutschrift zu Gunsten ihres Geschäftsführers etwa auf dem Verrechnungskonto vor, geht die Rechtsprechung des VwGH von einem Zufluss aus, wenn die GmbH zahlungsfähig ist. Der Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft hat grundsätzlich die tatsächliche Verfügungsmacht über die zu seinen Gunsten ausgestellten Gutschriften (vgl etwa VwGH 30.10.2014, 2012/15/0143; VwGH 6.7.2020, Ra 2018/13/0074). Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Gutschrift auf einem Verrechnungskonto oder einem Kreditorenkonto verbucht wird, sondern ob der Geschäftsführer die Befugnis hat, die Auszahlung gutgeschriebener Beträge zu verfügen oder selbst durchzuführen (vgl VwGH 6.7.2020, Ra 2018/13/0074).
Der zweite zuflussbegründende Fall betrifft einen Steuerpflichtigen, der gleichzeitig Mehrheitsgesellschafter jener GmbH ist, die sein Schuldner ist. Die Rechtsprechung des VwGH nimmt in diesem Fall einen Zufluss auch bereits an, sobald die Forderung fällig ist, vorausgesetzt die GmbH ist nicht zahlungsunfähig (vgl VwGH 28.6.2006, 2002/13/0175; VwGH 23.3.2010, 2007/13/0037; VwGH 6.7.2020, Ra 2018/13/0074). Entscheidend für die Annahme eines Zuflusses von Gesellschafter-Geschäftsführerbezügen bereits mit deren Fälligkeit ist nach der Rechtsprechung des VwGH das Vorliegen eines beherrschenden Einflusses des Gesellschafter-Geschäftsführers auf die schuldnerische Gesellschaft über deren Gesellschafterversammlung und damit ein besonderes Naheverhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner. Aus welchen Umständen sich ein solcher beherrschender Einfluss auf die Gesellschaft ergibt, ist nicht wesentlich. Bei Fehlen einer eigenen Mehrheitsbeteiligung kann sich ein beherrschender Einfluss eines Gesellschafters und Gläubigers auch aus einem Naheverhältnis zu anderen Anteilsinhabern bzw aus einer gleich gerichteten Interessenlage mit anderen Anteilsinhabern ergeben (letzteres trifft auf den vorliegenden Fall zu, in dem ***DI X*** und ***DI Y*** zwar jeweils mit "nur" 50% - und damit isoliert betrachtet nicht mehrheitlich - an der Bf beteiligt waren; aus der gleich gerichteten Interessenlage [gemeinsame Verrechnung von Leistungen über die ***XY OG*** an die Bf] ist jedoch unzweifelhaft ein gemeinsamer beherrschender Einfluss beider Gesellschafter abzuleiten), womit sich insgesamt ein entsprechendes Stimmgewicht in der Gesellschafterversammlung ergibt (vgl VwGH 30.10.2014, 2012/15/0143; VwGH 6.7.2020, Ra 2018/13/0074).
Diese in der Rechtsprechung des VwGH entwickelten Grundsätze sind auch im Fall einer zwischengeschalteten, die Funktion einer bloßen Verrechnungs- und Zahlstelle einnehmenden Personengesellschaft zu berücksichtigen.
Wie den unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) des gegenständlichen Erkenntnisses dargestellten tabellarischen Übersichten zu entnehmen ist, fallen das jeweilige Rechnungsdatum (betreffend die von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen) und der dazugehörige Zahlungseingang bei der ***XY OG*** in nahezu sämtlichen Fällen in denselben Kalendermonat, sodass der Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 (bei den dahinterstehenden Gesellschafter-Geschäftsführern ***DI X*** und ***DI Y***) jedenfalls jeweils in eben diesem Kalendermonat anzunehmen ist.
Ausgenommen hiervon sind nur folgende Rechnungen:
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Rechnungsnummer
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Rechnungsdatum
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Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
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Fälligkeit
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Datum Zahlungseingang bei OG
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Höhe Zahlungseingang bei OG in Euro (exkl USt)
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2012-017
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28.12.2012
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44.800,00
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7 Tage
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2.1.2013
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Teilzahlung 33.000,00
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14.1.2013
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Teilzahlung 2.000,00
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1.2.2013
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Teilzahlung 9.800,00
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2013-018
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27.12.2013
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2.083,33
|
7 Tage
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2.1.2014
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Voller Rechnungsbetrag
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2013-019
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30.12.2013
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103.000,00
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7 Tage
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2.1.2014
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Teilzahlung 62.000,00
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1.4.2014
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Teilzahlung 41.000,00
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2014-013
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30.12.2014
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146.000,00
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7 Tage
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2.1.2015
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Teilzahlung 80.000,00
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2.3.2015
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Teilzahlung 50.000,00
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28.4.2015
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Teilzahlung 16.000,00
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2015-010
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30.12.2015
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180.000,00
|
7 Tage
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4.1.2016
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Teilzahlung 90.000,00
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1.2.2016
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Teilzahlung 2.000,00
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1.3.2016
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Teilzahlung 50.000,00
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29.4.2016
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Teilzahlung 38.000,00
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2016-012
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30.12.2016
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53.000,00
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7 Tage
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5.12.2016
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Akontozahlung 7.500,00
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3.1.2017
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Teilzahlung
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6.2.2017
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Teilzahlung
In diesen Fällen, die die letzte(n) Rechnung(en) des jeweiligen Kalenderjahres betreffen, fallen das Rechnungsdatum und der Zahlungseingang bei der ***XY OG*** nicht in denselben Kalendermonat. Der Zahlungseingang bei der ***XY OG*** erfolgte jeweils - mit Ausnahme der Rechnung 2013-018 - in Form von sich über mehrere Kalendermonate erstreckenden Teilzahlungen.
Zu berücksichtigen ist jedoch, dass diese tabellarisch angeführten Rechnungsbeträge in der Buchhaltung der Bf allesamt am 31.12. des jeweiligen Jahres (somit noch vor dem jeweiligen Fälligkeitseintritt [7 Tage ab Rechnungsdatum]) als Verbindlichkeit am Lieferantenkonto (Kreditorenkonto) 312001 "***XY OG***" eingebucht wurden (Buchungssatz jeweils: Aufwandskonto 5710 "Fremdleistungen ***XY OG***" / Lieferantenkonto 312001 "***XY OG***").
Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass ***DI X*** und ***DI Y*** nicht nur die einzigen Gesellschafter-Geschäftsführer der Bf, sondern auch die einzigen unbeschränkt haftenden Gesellschafter der ***XY OG*** - und somit in Bezug auf beide Gesellschaften die einzigen verfügungsberechtigten Personen - waren (weder die Bf noch die ***XY OG*** beschäftigten Dienstnehmer, sodass ***DI X*** und ***DI Y*** die einzigen handelnden Personen waren), und die Bf stets zahlungsfähig war (Hinweise darauf, dass die Bf zahlungsunfähig gewesen wäre, sind dem Akt nicht zu entnehmen), ist vor dem Hintergrund der oben zitierten höchstgerichtlichen Rechtsprechung zum Zuflussprinzip iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 der Zufluss dieser von der ***XY OG*** an die Bf verrechneten Beträge an ***DI X*** und ***DI Y*** bereits mit den geschilderten Buchungsvorgängen (und nicht erst mit dem späteren Fälligkeitseintritt oder der noch späteren Barzahlung) anzunehmen. Die Rechnungsbeträge gelten daher in den nachfolgend angeführten Kalendermonaten als zugeflossen (§ 19 Abs 1 EStG 1988):
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Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
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Buchungsdatum im eben beschriebenen Sinn
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Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
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2012-017
|
28.12.2012
|
44.800,00
|
31.12.2012
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Dezember 2012
|
2013-018
|
27.12.2013
|
2.083,33
|
31.12.2013
|
Dezember 2013
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2013-019
|
30.12.2013
|
103.000,00
|
31.12.2013
|
Dezember 2013
|
2014-013
|
30.12.2014
|
146.000,00
|
31.12.2014
|
Dezember 2014
|
2015-010
|
30.12.2015
|
180.000,00
|
31.12.2015
|
Dezember 2015
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2016-012
|
30.12.2016
|
53.000,00
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31.12.2016
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Dezember 2016
Ausgehend von den unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) des gegenständlichen Erkenntnisses dargestellten tabellarischen Übersichten stellen sich die Zuflüsse bei ***DI X*** und ***DI Y*** in den einzelnen Streitjahren wie folgt dar:
2012:
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Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
|
Fälligkeit
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Datum Zahlungseingang bei OG
|
Höhe Zahlungseingang bei OG
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Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2012-001
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27.2.2012
|
4.000,00
|
7 Tage
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27.2.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
Februar 2012
|
2012-002
|
8.3.2012
|
2.000,00
|
7 Tage
|
8.3.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2012
|
2012-003
|
14.3.2012
|
5.000,00
|
7 Tage
|
15.3.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2012
|
2012-004
|
16.3.2012
|
7.000,00
|
7 Tage
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16.3.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2012
|
2012-005
|
11.4.2012
|
14.000,00
|
7 Tage
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11.4.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
April 2012
|
2012-006
|
7.5.2012
|
12.000,00
|
7 Tage
|
7.5.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
Mai 2012
|
2012-007
|
1.6.2012
|
20.000,00
|
7 Tage
|
1.6.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juni 2012
|
2012-008
|
14.6.2012
|
2.000,00
|
7 Tage
|
15.6.2012
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voller Rechnungsbetrag
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Juni 2012
|
2012-009
|
1.7.2012
|
20.000,00
|
7 Tage
|
2.7.2012
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Teilzahlung 8.333,33(exkl USt)
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Juli 2012
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5.7.2012
|
Teilzahlung 11.666,67 (exkl USt)
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2012-010
|
1.8.2012
|
30.000,00
|
7 Tage
|
1.8.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
August 2012
|
2012-011
|
2.9.2012
|
27.000,00
|
7 Tage
|
3.9.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2012
|
2012-012
|
1.10.2012
|
22.500,00
|
7 Tage
|
1.10.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2012
|
2012-013
|
2.11.2012
|
10.000,00
|
7 Tage
|
19.11.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2012
|
2012-014
|
10.11.2012
|
5.000,00
|
7 Tage
|
19.11.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2012
|
2012-015
|
27.11.2012
|
5.000,00
|
7 Tage
|
28.11.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2012
|
2012-016
|
3.12.2012
|
10.000,00
|
7 Tage
|
3.12.2012
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2012
|
2012-017
|
28.12.2012
|
44.800,00
|
7 Tage
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2.1.2013
|
Teilzahlung 33.000,00 (exkl USt)
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Dezember 2012
|
14.1.2013
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Teilzahlung 2.000,00 (exkl USt)
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1.2.2013
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Teilzahlung 9.800,00 (exkl USt)
| | |
gesamt 240.300,00
| | | |
Keinen Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 gab es demnach im Monat Jänner 2012.
2013:
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Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
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Fälligkeit
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Datum Zahlungseingang bei OG
|
Höhe Zahlungseingang bei OG
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Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2013-001
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1.2.2013
|
11.000,00
|
7 Tage
|
1.2.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Februar 2013
|
2013-002
|
1.3.2013
|
7.000,00
|
7 Tage
|
1.3.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2013
|
2013-003
|
17.3.2013
|
5.000,00
|
7 Tage
|
18.3.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2013
|
2013-004
|
2.4.2013
|
6.000,00
|
7 Tage
|
3.4.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
April 2013
|
2013-005
|
19.4.2013
|
12.000,00
|
7 Tage
|
19.4.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
April 2013
|
2013-006
|
1.5.2013
|
7.000,00
|
7 Tage
|
2.5.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Mai 2013
|
2013-007
|
8.5.2013
|
8.000,00
|
7 Tage
|
8.5.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Mai 2013
|
2013-008
|
1.6.2013
|
10.000,00
|
7 Tage
|
3.6.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juni 2013
|
2013-009
|
2.6.2013
|
7.000,00
|
7 Tage
|
3.6.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juni 2013
|
2013-010
|
1.7.2013
|
7.500,00
|
7 Tage
|
1.7.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juli 2013
|
2013-011
|
1.7.2013
|
6.000,00
|
7 Tage
|
1.7.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juli 2013
|
2013-012
|
1.8.2013
|
16.000,00
|
7 Tage
|
1.8.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
August 2013
|
2013-013
|
1.9.2013
|
20.000,00
|
7 Tage
|
2.9.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2013
|
2013-014
|
1.10.2013
|
5.000,00
|
7 Tage
|
1.10.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2013
|
2013-015
|
1.11.2013
|
9.000,00
|
7 Tage
|
4.11.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2013
|
2013-016
|
1.11.2013
|
7.500,00
|
7 Tage
|
4.11.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2013
|
2013-017
|
2.12.2013
|
9.000,00
|
7 Tage
|
2.12.2013
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2013
|
2013-018
|
27.12.2013
|
2.083,33
|
7 Tage
|
2.1.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2013
|
2013-019
|
30.12.2013
|
103.000,00
|
7 Tage
|
2.1.2014
|
Teilzahlung 62.000,00 (exkl USt)
|
Dezember 2013
|
1.4.2014
|
Teilzahlung 41.000,00 (exkl USt)
| | |
gesamt 258.083,33
| | | |
Keinen Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 gab es demnach im Monat Jänner 2013.
2014:
|
Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
|
Fälligkeit
|
Datum Zahlungseingang bei OG
|
Höhe Zahlungseingang bei OG
|
Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2014-001
|
3.2.2014
|
8.500,00
|
7 Tage
|
3.2.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Februar 2014
|
2014-002
|
3.3.2014
|
8.500,00
|
7 Tage
|
4.3.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
März 2014
|
2014-003
|
2.5.2014
|
5.000,00
|
7 Tage
|
2.5.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Mai 2014
|
2014-004
|
3.6.2014
|
20.000,00
|
7 Tage
|
3.6.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juni 2014
|
2014-005
|
1.7.2014
|
30.000,00
|
7 Tage
|
1.7.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juli 2014
|
2014-006
|
1.8.2014
|
8.750,00
|
7 Tage
|
1.8.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
August 2014
|
2014-007
|
1.9.2014
|
10.000,00
|
7 Tage
|
1.9.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2014
|
2014-008
|
2.10.2014
|
10.000,00
|
7 Tage
|
2.10.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2014
|
2014-009
|
3.11.2014
|
9.000,00
|
7 Tage
|
3.11.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2014
|
2014-010
|
8.11.2014
|
3.000,00
|
7 Tage
|
10.11.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2014
|
2014-011
|
1.12.2014
|
10.500,00
|
7 Tage
|
2.12.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2014
|
2014-012
|
29.12.2014
|
1.000,00
|
7 Tage
|
30.12.2014
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2014
|
2014-013
|
30.12.2014
|
146.000,00
|
7 Tage
|
2.1.2015
|
Teilzahlung 80.000,00 (exkl USt)
|
Dezember 2014
|
2.3.2015
|
Teilzahlung 50.000,00 (exkl USt)
|
28.4.2015
|
Teilzahlung 16.000,00 (exkl USt)
| | |
gesamt 270.250,00
| | | |
Keinen Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 gab es demnach in den Monaten Jänner und April 2014.
2015:
|
Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
|
Fälligkeit
|
Datum Zahlungseingang bei OG
|
Höhe Zahlungseingang bei OG
|
Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2015-001
|
2.2.2015
|
6.000,00
|
7 Tage
|
2.2.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Februar 2015
|
2015-002
|
1.6.2015
|
4.000,00
|
7 Tage
|
1.6.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juni 2015
|
2015-003
|
1.7.2015
|
15.000,00
|
7 Tage
|
1.7.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juli 2015
|
2015-004
|
2.8.2015
|
6.000,00
|
7 Tage
|
3.8.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
August 2015
|
2015-005
|
1.9.2015
|
9.000,00
|
7 Tage
|
1.9.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2015
|
2015-006
|
1.10.2015
|
14.166,67
|
7 Tage
|
1.10.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2015
|
2015-007
|
2.11.2015
|
9.000,00
|
7 Tage
|
2.11.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
November 2015
|
2015-008
|
1.12.2015
|
10.000,00
|
7 Tage
|
1.12.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2015
|
2015-009
|
28.12.2015
|
500,00
|
7 Tage
|
28.12.2015
|
voller Rechnungsbetrag
|
Dezember 2015
|
2015-010
|
30.12.2015
|
180.000,00
|
7 Tage
|
4.1.2016
|
Teilzahlung 90.000,00 (exkl USt)
|
Dezember 2015
|
1.2.2016
|
Teilzahlung 2.000,00 (exkl USt)
|
1.3.2016
|
Teilzahlung 50.000,00 (exkl USt)
|
29.4.2016
|
Teilzahlung 38.000,00 (exkl USt)
| | |
gesamt 253.666,67
| | | |
Keinen Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 gab es demnach in den Monaten Jänner, März, April und Mai 2015.
2016:
|
Rechnungsnummer
|
Rechnungsdatum
|
Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt)
|
Fälligkeit
|
Datum Zahlungseingang bei OG
|
Höhe Zahlungseingang bei OG
|
Zufluss § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2016-001
|
1.7.2016
|
30.000,00
|
7 Tage
|
1.7.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
Juli 2016
|
2016-002
|
2.8.2016
|
6.000,00
|
7 Tage
|
2.8.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
August 2016
|
2016-003
|
1.9.2016
|
10.000,00
|
7 Tage
|
1.9.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2016
|
2016-004
|
27.9.2016
|
31.000,00
|
7 Tage
|
28.9.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
September 2016
|
2016-005
|
4.10.2015 (gemeint offenbar 4.10.2016)
|
5.866,03
|
7 Tage
|
4.10.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2016
|
2016-006
|
17.10.2015 (gemeint offenbar 17.10.2016)
|
2.029,69
|
7 Tage
|
17.10.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2016
|
2016-010
|
28.10.2016
|
33.000,00
|
7 Tage
|
28.10.2016
|
voller Rechnungsbetrag
|
Oktober 2016
|
2016-011
|
29.11.2016
|
48.000,00
|
7 Tage
|
2.11.2016
|
Akontozahlung 6.000,00 (exkl USt)
|
November 2016
|
16.11.2016
|
Akontozahlung 5.500,00 (exkl USt)
|
29.11.2016
|
Restzahlung 36.500,00 (exkl USt)
|
2016-012
|
30.12.2016
|
53.000,00
|
7 Tage
|
5.12.2016
|
Akontozahlung 7.500,00 (exkl USt)
|
Dezember 2016
|
3.1.2017
|
Teilzahlung
|
6.2.2017
|
Teilzahlung
| | |
gesamt 218.895,72
| | | |
Keinen Zufluss iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 gab es demnach in den Monaten Jänner bis Juni 2016.
Zusammengefasst stellen sich die Zuflüsse iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 daher wie folgt dar.
|
Jahr
|
Monate, in denen entsprechend den obigen tabellarischen Aufstellungen Zuflüsse iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 erfolgten
|
Summe der entsprechend den obigen tabellarischen Aufstellungen erfolgten Zuflüsse iSd § 19 Abs 1 EStG 1988
|
2012
|
Februar bis Dezember
|
240.300,00 Euro
|
2013
|
Februar bis Dezember
|
258.083,33 Euro
|
2014
|
Februar, März sowie Mai bis Dezember
|
270.250,00 Euro
|
2015
|
Februar sowie Juni bis Dezember
|
253.666,67 Euro
|
2016
|
Juli bis Dezember
|
218.895,72 Euro
Aus diesen Beträgen sind jene Beträge auszuscheiden, die das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** betreffen. Wie den Ausführungen des Bundesfinanzgerichtes unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) des gegenständlichen Erkenntnisses zu entnehmen ist, wurde zwischen der ***Z GmbH*** und ***DI Y*** die (mündliche) Vereinbarung getroffen, im Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** wurzelnde Mehrleistungen, Bonus- und Sonderzahlungen über die ***XY OG*** bzw die Bf mit der ***Z GmbH*** abzurechnen. Die Verrechnungspraxis sah so aus, dass die entsprechenden Beträge von ***DI Y*** an die ***XY OG*** verrechnet und von letzterer an die Bf weiterverrechnet wurden. Die Bf verrechnete die Beträge schließlich an die ***Z GmbH*** weiter.
Die Einbindung der Bf und der ***XY OG*** in die Verhältnisse zwischen der ***Z GmbH*** und ***DI Y*** erschöpfte sich vor diesem Hintergrund in der Funktion bloßer Verrechnungs- und Zahlstellen (zur diesbezüglichen höchstgerichtlichen Rechtsprechung siehe bereits oben).
Die unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) des gegenständlichen Erkenntnisses angeführten, von der ***XY OG*** an die Bf und von dieser an die ***Z GmbH*** verrechneten Beträge (2013: 41.450,00 Euro; 2014: 37.589,13 Euro; 2015: 34.399,97 Euro; 2016: 41.525,33 Euro), die im Dienstverhältnis (§ 47 Abs 2 EStG 1988) von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** wurzeln, begründen als Bezüge von ***DI Y*** gemäß § 41 Abs 3 FLAG 1967 iVm § 25 Abs 1 Z 1 lit a EStG 1988 die Verpflichtung der ***Z GmbH*** zur Entrichtung des Dienstgeberbeitrages und des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag.
Dementsprechend wurden diese Beträge bei der ***Z GmbH*** im Gefolge einer dort durchgeführten GPLA dem Dienstgeberbeitrag und dem Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag unterworfen. Sie sind daher (unstrittig) aus der hier gegenständlichen Bemessungsgrundlage für den Dienstgeberbeitrag und den Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag wie folgt auszuscheiden:
|
Jahr
|
Monate, in denen entsprechend den obigen tabellarischen Aufstellungen Zuflüsse iSd § 19 Abs 1 EStG 1988 erfolgten
|
Summe der entsprechend den obigen tabellarischen Aufstellungen erfolgten Zuflüsse iSd § 19 Abs 1 EStG 1988
|
Abzüglich auf das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** entfallende Beträge (auszuscheidende Beträge)
|
Verbleibende Beträge
|
2012
|
Februar bis Dezember
|
240.300,00 Euro
|
-
|
240.300,00 Euro
|
2013
|
Februar bis Dezember
|
258.083,33 Euro
|
- 41.450,00 Euro
|
216.633,33 Euro
|
2014
|
Februar, März sowie Mai bis Dezember
|
270.250,00 Euro
|
- 37.589,13 Euro
|
232.660,87 Euro
|
2015
|
Februar sowie Juni bis Dezember
|
253.666,67 Euro
|
- 34.399,97 Euro
|
219.266,70 Euro
|
2016
|
Juli bis Dezember
|
218.895,72 Euro
|
- 41.525,33 Euro
|
177.370,39 Euro
Zur Abgabenfestsetzung gemäß § 201 BAO:
Der Dienstgeberbeitrag und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag sind Selbstberechnungsabgaben. Für sie gilt § 201 BAO (vgl etwa VwGH 16.12.2009, 2009/15/0081).
§ 201 BAO in der für den Beschwerdefall maßgeblichen Fassung lautet:
"(1) Ordnen die Abgabenvorschriften die Selbstberechnung einer Abgabe durch den Abgabepflichtigen an oder gestatten sie dies, so kann nach Maßgabe des Abs. 2 und muss nach Maßgabe des Abs. 3 auf Antrag des Abgabepflichtigen oder von Amts wegen eine erstmalige Festsetzung der Abgabe mit Abgabenbescheid erfolgen, wenn der Abgabepflichtige, obwohl er dazu verpflichtet ist, keinen selbst berechneten Betrag der Abgabenbehörde bekannt gibt oder wenn sich die bekanntgegebene Selbstberechnung als nicht richtig erweist.
(2) Die Festsetzung kann erfolgen,
1. von Amts wegen innerhalb eines Jahres ab Bekanntgabe des selbstberechneten Betrages,
2. wenn der Antrag auf Festsetzung spätestens ein Jahr ab Bekanntgabe des selbstberechneten Betrages eingebracht ist,
3. wenn kein selbstberechneter Betrag bekannt gegeben wird oder wenn bei sinngemäßer Anwendung des § 303 die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme des Verfahrens vorliegen würden,
(Anm.: Z 4 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 20/2009)
5. wenn bei sinngemäßer Anwendung des § 293b oder des § 295a die Voraussetzungen für eine Abänderung vorliegen würden.
(3) Die Festsetzung hat zu erfolgen,
1. wenn der Antrag auf Festsetzung binnen einer Frist von einem Monat ab Bekanntgabe des selbst berechneten Betrages eingebracht ist,
(Anm.: Z 2 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 70/2013)
3. wenn bei sinngemäßer Anwendung des § 295 die Voraussetzungen für eine Änderung vorliegen würden.
(4) Innerhalb derselben Abgabenart kann die Festsetzung mehrerer Abgaben desselben Kalenderjahres (Wirtschaftsjahres) in einem Bescheid zusammengefasst erfolgen."
Gemäß § 41 Abs 3 FLAG 1967 ist der Beitrag des Dienstgebers von der Summe der Arbeitslöhne zu berechnen, die jeweils in einem Kalendermonat an die im Abs 1 leg cit genannten Dienstnehmer gewährt worden sind, gleichgültig, ob die Arbeitslöhne beim Empfänger der Einkommensteuer unterliegen oder nicht (Beitragsgrundlage). Arbeitslöhne sind ua Gehälter und sonstige Vergütungen jeder Art iSd § 22 Z 2 EStG 1988.
Unter einem Sammelbescheid ist die formularmäßige Zusammenfassung mehrerer (isoliert rechtskraftfähiger) Bescheide zu verstehen (vgl etwa VwGH 19.12.2013, 2012/15/0039; siehe auch Ritz/Koran, BAO7 § 198 Rz 8, mit weiteren Judikaturnachweisen). Die essenziellen Spruchbestandteile sind für sich gesondert anzuführen, da jede der kombiniert vorgenommenen Festsetzungen für sich anfechtbar ist (vgl etwa VwGH 9.8.2001, 2001/16/0243; siehe auch Ritz/Koran, BAO7 § 198 Rz 8, mit weiteren Judikaturnachweisen).
Davon zu unterscheiden ist die in § 201 Abs 4 BAO für Selbstberechnungsabgaben vorgesehene zusammengefasste Festsetzung. Diese Bestimmung erlaubt die Festsetzung mehrerer Selbstberechnungsabgaben desselben Kalenderjahres (Wirtschaftsjahres) innerhalb derselben Abgabenart (also etwa Dienstgeberbeitrag für mehrere Monate desselben Jahres) in einem Bescheid. Die zusammengefasste Festsetzung nach § 201 Abs 4 BAO liegt im Ermessen der Abgabenbehörde (vgl etwa Ritz/Koran, BAO7 § 201 Rz 45).
Im vorliegenden Fall erließ das Finanzamt für jedes Streitjahr einen Sammelbescheid, der - jeweils unter gesondertem Ausweis der Bemessungsgrundlage und des Abgabenbetrages - die Festsetzung des Dienstgeberbeitrages für das jeweilige Streitjahr (dabei handelt es sich um einen isoliert rechtskraftfähigen Bescheid) und die Festsetzung des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag für das jeweilige Streitjahr (dabei handelt es sich um einen isoliert rechtskraftfähigen Bescheid) sowie darüber hinaus einen Säumniszuschlag betreffend den Dienstgeberbeitrag für das jeweilige Streitjahr (dabei handelt es sich um einen isoliert rechtskraftfähigen Bescheid) umfasst.
Bei der Festsetzung des Dienstgeberbeitrages wurde vom Finanzamt für jedes Streitjahr von der Möglichkeit einer zusammengefassten Festsetzung gemäß § 201 Abs 4 BAO Gebrauch gemacht, die - wie auch dem die Bescheidbegründung bildenden Außenprüfungsbericht vom 13.11.2018 zu entnehmen ist - die Monate Jänner bis Dezember des jeweiligen Streitjahres umfasst.
Bei der Festsetzung des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag wurde vom Finanzamt ebenfalls für jedes Streitjahr von der Möglichkeit einer zusammengefassten Festsetzung gemäß § 201 Abs 4 BAO Gebrauch gemacht, die - wie auch dem die Bescheidbegründung bildenden Außenprüfungsbericht vom 13.11.2018 zu entnehmen ist - die Monate Jänner bis Dezember des jeweiligen Streitjahres umfasst.
Der steuerliche Vertreter der Bf wendet unter Hinweis darauf, dass der Dienstgeberbeitrag und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag Monatsabgaben seien, ein, weder aus den angefochtenen Bescheiden noch aus dem Außenprüfungsbericht noch aus der Niederschrift zur Schlussbesprechung gingen die Bemessungsgrundlagen und die Abgaben für die einzelnen Monate sowie die diesbezüglichen Fälligkeiten hervor. Die Höhe der Monatsabgaben und deren Fälligkeiten seien zwingender Teil des Bescheidspruches (siehe das Protokoll zur mündlichen Verhandlung vom 5.6.2023).
Diese Ansicht teilt das Bundesfinanzgericht vor dem Hintergrund der höchstgerichtlichen Rechtsprechung nicht. § 201 Abs 4 BAO ermöglicht die zusammengefasste Festsetzung von Dienstgeberbeiträgen (bzw von Zuschlägen zum Dienstgeberbeitrag) für mehrere oder alle Monate eines Kalenderjahres, ohne dass die monatlich geschuldeten Abgabenbeträge im Bescheid gesondert angeführt werden müssten (vgl - sinngemäß zur Kommunalsteuer - VwGH 2.2.2023, Ra 2020/13/0012). Wenn der steuerliche Vertreter der Bf überdies ins Treffen führt, eine monatliche Aufsplittung des Dienstgeberbeitrages sei für die Berechnung des Säumniszuschlages und die dort vorgesehene Freigrenze erforderlich (siehe das Protokoll zur mündlichen Verhandlung vom 5.6.2023), so ist auf § 217 Abs 10 BAO zu verweisen, der zunächst anordnet, dass Säumniszuschläge, die den Betrag von 50 Euro nicht erreichen, nicht festzusetzen sind, und überdies Folgendes vorsieht: "Dies gilt für Abgaben, deren Selbstberechnung nach Abgabenvorschriften angeordnet oder gestattet ist, mit der Maßgabe, dass die Summe der Säumniszuschläge für Nachforderungen gleichartiger, jeweils mit einem Abgabenbescheid oder Haftungsbescheid geltend gemachter Abgaben maßgebend ist." Bei in einem Bescheid zusammengefasst festgesetzten Selbstberechnungsabgaben (§ 201 Abs 4 BAO) sind daher die Säumniszuschläge für die Anwendbarkeit der Bagatellgrenze zusammenzurechnen (vgl VwGH 2.2.2023, Ra 2020/13/0012).
Ungeachtet dessen erfordert die zusammengefasste Festsetzung mehrerer Abgaben iSd § 201 Abs 4 BAO aber stets, dass die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen für jede dieser Abgaben vorliegen (vgl etwa Ritz/Koran, BAO7 § 201 Rz 44; Ritz, Festsetzung des Dienstgeberbeitrags und der Kommunalsteuer, AFS 2020, 82 [85]; weiters BMF, Richtlinien zur Festsetzung von Selbstberechnungsabgaben [§ 201 BAO] und zur Haftungsinanspruchnahme nach § 202 BAO, Erlass vom 9.10.2009, BMF-010103/0138-VI/2009, AÖF 2009/278, Abschnitt 1.7.).
Daher dürfen Dienstgeberbeiträge (bzw Zuschläge zum Dienstgeberbeitrag) nur für Monate, für welche die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen vorliegen, in einem Bescheid zusammengefasst festgesetzt werden (vgl etwa Ritz, AFS 2020, 85; siehe dazu auch das Beispiel in BMF, AÖF 2009/278, Abschnitt 1.7.: "Die Selbstberechnung des Dienstgeberbeitrages erweist sich für März, April und Juli 2009 als rechtswidrig. Die Festsetzung darf daher die Monate Mai und Juni 2009 nicht mitumfassen"; zu einem weiteren Beispiel siehe Ritz/Koran, BAO7 § 201 Rz 44).
Wie bereits oben ausgeführt wurde, machte das Finanzamt im vorliegenden Fall sowohl bei der Festsetzung des Dienstgeberbeitrages als auch bei der Festsetzung des Zuschlages zum Dienstgeberbeitrag von der Möglichkeit einer zusammengefassten Festsetzung gemäß § 201 Abs 4 BAO Gebrauch, die jeweils die Monate Jänner bis Dezember des jeweiligen Streitjahres umfasst. Die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen sind jedoch, wie auch von der Finanzamtsvertreterin in der am 5.6.2023 am Bundesfinanzgericht abgehaltenen mündlichen Verhandlung eingeräumt wurde, nicht für sämtliche Monate des Streitzeitraumes erfüllt. Wie den oben unter Punkt "Zum Zufluss-Prinzip (§ 19 EStG 1988)" dargestellten tabellarischen Übersichten zu entnehmen ist, betrifft dies folgende Monate des Streitzeitraumes:
2012: Jänner
2013: Jänner
2014: Jänner, April
2015: Jänner, März, April, Mai
2016: Jänner, Februar, März, April, Mai, Juni
Damit umfassen die angefochtenen Bescheide betreffend Dienstgeberbeitrag der Jahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 sowie betreffend Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag der Jahre 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 auch Monate, in denen die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen nicht erfüllt sind.
Strittig ist, ob es dem Bundesfinanzgericht, wie vom Finanzamt vertreten, im Rahmen seiner Abänderungsbefugnis iSd § 279 BAO möglich ist, die zusammengefasste Festsetzung von Dienstgeberbeiträgen (bzw von Zuschlägen zum Dienstgeberbeitrag) innerhalb eines Kalenderjahres auf jene Monate einzuschränken, hinsichtlich derer die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen erfüllt sind, oder ob dies, wie vom steuerlichen Vertreter der Bf zum Ausdruck gebracht, ausgeschlossen ist.
Gemäß § 279 Abs 1 BAO hat das Verwaltungsgericht (außer in den Fällen des § 278 BAO) immer in der Sache selbst mit Erkenntnis zu entscheiden. Es ist berechtigt, sowohl im Spruch als auch hinsichtlich der Begründung seine Anschauung an die Stelle jener der Abgabenbehörde zu setzen und demgemäß den angefochtenen Bescheid nach jeder Richtung abzuändern, aufzuheben oder die Bescheidbeschwerde als unbegründet abzuweisen.
"Sache" ist die Angelegenheit, die den Inhalt des Spruches erster Instanz gebildet hat (vgl etwa VwGH 2.2.2023, Ra 2020/13/0012; siehe weiters - mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des VwGH - Ritz/Koran, BAO7 § 279 Rz 10). Mit der Sache des Verfahrens wird auch der Rahmen für die Abänderungsbefugnis im Rechtsmittelverfahren festgelegt (vgl etwa VwGH 2.2.2023, Ra 2020/13/0012; VwGH 26.5.2021, Ra 2020/13/0073). Im Rahmen dieser "Sache" ist es Aufgabe des Bundesfinanzgerichtes, allfällige Rechtswidrigkeiten zu prüfen und die Aussprüche gegebenenfalls abzuändern (vgl VwGH 2.2.2023, Ra 2020/13/0012). Dem Bundesfinanzgericht ist vor diesem Hintergrund die erstmalige Vorschreibung einer Abgabe in der Entscheidung über das Rechtsmittel verwehrt (vgl Ritz/Koran, BAO7 § 279 Rz 10, mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung des VwGH).
Im vorliegenden Fall war Inhalt des Spruches der angefochtenen Bescheide - und somit "Sache" des Verfahrens - die zusammengefasste Festsetzung von Dienstgeberbeiträgen für die Monate Jänner bis Dezember des jeweiligen Streitjahres sowie die zusammengefasste Festsetzung von Zuschlägen zum Dienstgeberbeitrag für die Monate Jänner bis Dezember des jeweiligen Streitjahres. Damit ist der Rahmen für die Abänderungsbefugnis des Bundesfinanzgerichtes im Rechtsmittelverfahren festgelegt.
Entgegen der Rechtsansicht des steuerlichen Vertreters der Bf ist es dem Bundesfinanzgericht nicht verwehrt, die mit den angefochtenen Bescheiden jeweils für sämtliche Monate eines Kalenderjahres erfolgte zusammengefasste Festsetzung von Dienstgeberbeiträgen (bzw von Zuschlägen zum Dienstgeberbeitrag) jeweils auf jene Monate einzuschränken, hinsichtlich derer die in § 201 BAO genannten Festsetzungsvoraussetzungen erfüllt sind. Es kommt dadurch weder zur erstmaligen Festsetzung von Dienstgeberbeiträgen (und von Zuschlägen zum Dienstgeberbeitrag) für von den angefochtenen Bescheiden nicht umfasste Zeiträume, noch wird die Sache des Verfahrens sonst überstiegen. Das Bundesfinanzgericht bewegt sich - iSd oben zitierten Rechtsprechung des VwGH - innerhalb des Rahmens für die Abänderungsbefugnis im Rechtsmittelverfahren.
Die angefochtenen Bescheide waren daher wie im Spruch ersichtlich abzuändern.
Zu Spruchpunkt II. (Unzulässigkeit der Revision):
Gegen ein Erkenntnis des Bundesfinanzgerichtes ist die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
Mit der vorliegenden Entscheidung folgt das Bundesfinanzgericht der zitierten höchstgerichtlichen Rechtsprechung. Die Voraussetzungen für eine Revisionszulassung liegen demnach nicht vor.
Graz, am 1. Februar 2024
Normen und Schlagworte
- § 19 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 22 Z 2 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 25 Abs. 1 Z 1 lit. a EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 47 Abs. 2 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 22 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 201 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 201 Abs. 4 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 217 Abs. 10 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 265 Abs. 5 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 278 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 279 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 41 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 41 Abs. 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 41 Abs. 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 41 Abs. 3 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 122 Abs. 7 und 8 WKG, Wirtschaftskammergesetz 1998, BGBl. I Nr. 103/1998
- § 323b Abs. 1 und 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/2101185/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2024:RV.2101185.2020
- Stammnummer
- 143418
- Gültig
- 01.02.2024 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF