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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/2101185/2020

Zwischenschaltung einer OG zur Vermeidung von lohnabhängigen Abgaben; Anforderungen an die zusammengefasste Festsetzung von Abgaben gemäß § 201 Abs 4 BAO

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/2101185/2020vom 01.02.2024Teil 2 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Mit E-Mail vom 28.6.2023 übermittelte der steuerliche Vertreter der Bf dem Bundesfinanzgericht auf dessen Ersuchen die von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen Nr 2011/017, Nr 2012/017 und Nr 2014/013. Mit E-Mail vom 13.9.2023 übermittelte der steuerliche Vertreter der Bf dem Bundesfinanzgericht auf dessen Ersuchen Buchungsjournal-Daten des in der Buchhaltung der Bf geführten Aufwandskontos 5710, auf dem die von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen erfasst sind. Mit E-Mail vom 27.9.2023 erläuterte der steuerliche Vertreter der Bf gegenüber dem Bundesfinanzgericht einzelne Buchungsvorgänge. Mit Schreiben vom 28.11.2023 brachte das Bundesfinanzgericht die genannten Unterlagen dem Finanzamt zur Kenntnis, eine Rückmeldung des Finanzamtes blieb aus. II. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: 1. Festgestellter Sachverhalt: ***DI X*** war ab 2001 als Techniker im Bereich des Anlagen- und Maschinenbaus einzelunternehmerisch tätig (ua technische Beratungen und Ingenieursleistungen, Ausführungsplanungen, statische Berechnungen, Abnahmeprüfungen nach der Arbeitsmittelverordnung [AM-VO], betontechnologische Beratungen, Bauaufsicht, Begleitung von Anlagenerrichtungen). ***DI Y*** war ab 2000 als Chemiker im Bereich der Abfallwirtschaft einzelunternehmerisch tätig (ua Gutachtenstätigkeit, Analyse von Rest- und Abfallstoffen im Hinblick auf Schadstoffgehalte und Verwertungsmöglichkeiten, Beratungsleistungen im Bereich der Abfallentsorgung). Um das persönliche Haftungsrisiko zu minimieren, errichteten ***DI X*** und ***DI Y*** mit Gesellschaftsvertrag vom ***tt.mm.2009*** die Bf, eine GmbH, die am ***tt.mm.2009*** im Firmenbuch eingetragen wurde. Der im Firmenbuch eingetragene Geschäftszweig der Bf lautet "Ingenieurdienstleistergemeinschaft". ***DI X*** und ***DI Y*** waren in den Streitjahren mit jeweils 50% an der Bf beteiligt und überdies mit deren Geschäftsführung befasst. Die Wahrnehmung der Geschäftsführungsagenden erfolgte unentgeltlich. Mit Gesellschaftsvertrag vom ***tt.mm.2009*** (dieses Datum deckt sich mit dem Datum des Gesellschaftsvertrages der Bf; siehe oben) errichteten ***DI X*** und ***DI Y*** weiters die ***XY OG***, die am ***tt.mm.2009*** im Firmenbuch eingetragen wurde. ***DI X*** und ***DI Y*** waren in den Streitjahren unbeschränkt haftende, selbständig vertretungsbefugte Gesellschafter der ***XY OG***. Weitere Gesellschafter gab es nicht. Die im Firmenbuch ausgewiesene Geschäftsanschrift der ***XY OG*** (***Adresse Bf***) deckt sich mit jener der Bf. Mit Mietvertrag vom 2.6.2009 (Nachtrag vom 18.5.2011), abgeschlossen mit der ***Vermietungs GmbH*** als Vermieterin, mietete die ***XY OG*** im ***Technologiepark Ort***, ***Adresse Bf***, eine Büroräumlichkeit. Am ***tt.mm.2018*** wurde die ***XY OG*** aufgrund eines von ***DI X*** und ***DI Y*** gefassten Auflösungsbeschlusses im Firmenbuch gelöscht. Die Einzelunternehmen von ***DI X*** und ***DI Y*** wurden weder im Wege einer Einbringung noch auf anderem Wege auf die Bf oder die ***XY OG*** übertragen. In den Streitjahren gestaltete sich die Abwicklung der Kundenaufträge wie folgt: Die von ***DI X*** und ***DI Y*** aus Gründen der Reduktion des persönlichen Haftungsrisikos errichtete Bf trat gegenüber den Kunden auf. Die Kundenaufträge erfolgten allesamt an die Bf (und nicht an die ***XY OG***). Die erbrachten Leistungen wurden von der Bf den Kunden in Rechnung gestellt. Die Abarbeitung der Kundenaufträge erfolgte durch ***DI X*** und ***DI Y***. Diese erhielten ihre Leistungsvergütungen nicht auf unmittelbarem Wege von der Bf, sondern über die zwischengeschaltene ***XY OG***. Dies geschah derart, dass ***DI X*** und ***DI Y*** die von ihnen erbrachten Leistungen nicht unmittelbar an die Bf verrechneten, sondern an die ***XY OG***, welche die Leistungen an die Bf weiterverrechnete. Die ***XY OG*** legte laufend Rechnungen an die Bf. Die Leistungsbeschreibung lautete in zahlreichen Fällen "technische Beratungsleistungen" für namentlich genannte Projekte, wie zB "Projekte im Bereich Zementhandel", "***Projekt A***", "***Projekt B***" und "***Z GmbH***". Teilweise ist in den Rechnungen auch nur von "diversen Projekten" und "diversen Gutachten" die Rede (siehe insbesondere den Großteil der in den Jahren 2014 und 2015 gelegten Rechnungen). Der Abrechnungszeitraum erstreckte sich jeweils auf einen Monat oder mehrere Monate, verrechnet wurde jeweils ein Gesamtbetrag (in der Beschwerde ist von "zusammengefasst" verrechneten Beträgen die Rede; siehe Beschwerdeschreiben Seite 10). Sämtliche von der ***XY OG*** an die Bf verrechneten Leistungen wurden von ***DI X*** und ***DI Y*** persönlich erbracht. ***DI X*** beschäftigte in den Streitjahren in seinem Einzelunternehmen seine Ehegattin ***A*** als Dienstnehmerin. Darüber hinaus beschäftigte er in seinem Einzelunternehmen für einen Monat im Jahr 2012 - aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht geringfügig - ***B*** als Dienstnehmerin. ***DI Y*** beschäftigte in den Streitjahren in seinem Einzelunternehmen - aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht größtenteils geringfügig - seine Ehegattin ***C*** als Dienstnehmerin. Darüber hinaus beschäftigte er für einen Monat im Jahr 2013 seine Tochter ***D*** sowie für zwei Monate im Jahr 2016 seinen Sohn ***E*** sowie ***F*** - letztere aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht geringfügig - als Dienstnehmer. Sämtliche genannten Personen erbrachten lediglich Hilfs- und Verwaltungstätigkeiten. Weitere Personen beschäftigten ***DI X*** und ***DI Y*** nicht. Weder die Bf noch die ***XY OG*** beschäftigten in den Streitjahren Dienstnehmer. Der Umsatz der ***XY OG*** bestand in den Streitjahren ausschließlich aus den an die Bf verrechneten Beträgen. Die ***XY OG*** verrechnete an die Bf in den Streitjahren Beträge in folgender Höhe: | 2012 | 240.300,00 Euro | 2013 | 258.083,33 Euro | 2014 | 270.250,00 Euro | 2015 | 253.666,67 Euro | 2016 | 218.895,72 Euro Dies stellt sich im Einzelnen wie folgt dar: 2012: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG | 2012-001 | 27.2.2012 | 4.000,00 | 7 Tage | 27.2.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-002 | 8.3.2012 | 2.000,00 | 7 Tage | 8.3.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-003 | 14.3.2012 | 5.000,00 | 7 Tage | 15.3.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-004 | 16.3.2012 | 7.000,00 | 7 Tage | 16.3.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-005 | 11.4.2012 | 14.000,00 | 7 Tage | 11.4.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-006 | 7.5.2012 | 12.000,00 | 7 Tage | 7.5.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-007 | 1.6.2012 | 20.000,00 | 7 Tage | 1.6.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-008 | 14.6.2012 | 2.000,00 | 7 Tage | 15.6.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-009 | 1.7.2012 | 20.000,00 | 7 Tage | 2.7.2012 | Teilzahlung 8.333,33 (exkl USt) | 5.7.2012 | Teilzahlung 11.666,67 (exkl USt) | 2012-010 | 1.8.2012 | 30.000,00 | 7 Tage | 1.8.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-011 | 2.9.2012 | 27.000,00 | 7 Tage | 3.9.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-012 | 1.10.2012 | 22.500,00 | 7 Tage | 1.10.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-013 | 2.11.2012 | 10.000,00 | 7 Tage | 19.11.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-014 | 10.11.2012 | 5.000,00 | 7 Tage | 19.11.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-015 | 27.11.2012 | 5.000,00 | 7 Tage | 28.11.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-016 | 3.12.2012 | 10.000,00 | 7 Tage | 3.12.2012 | voller Rechnungsbetrag | 2012-017 | 28.12.2012 | 44.800,00 | 7 Tage | 2.1.2013 | Teilzahlung 33.000,00 (exkl USt) | 14.1.2013 | Teilzahlung 2.000,00 (exkl USt) | 1.2.2013 | Teilzahlung 9.800,00 (exkl USt) | | | gesamt 240.300,00 | | | 2013: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG | 2013-001 | 1.2.2013 | 11.000,00 | 7 Tage | 1.2.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-002 | 1.3.2013 | 7.000,00 | 7 Tage | 1.3.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-003 | 17.3.2013 | 5.000,00 | 7 Tage | 18.3.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-004 | 2.4.2013 | 6.000,00 | 7 Tage | 3.4.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-005 | 19.4.2013 | 12.000,00 | 7 Tage | 19.4.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-006 | 1.5.2013 | 7.000,00 | 7 Tage | 2.5.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-007 | 8.5.2013 | 8.000,00 | 7 Tage | 8.5.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-008 | 1.6.2013 | 10.000,00 | 7 Tage | 3.6.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-009 | 2.6.2013 | 7.000,00 | 7 Tage | 3.6.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-010 | 1.7.2013 | 7.500,00 | 7 Tage | 1.7.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-011 | 1.7.2013 | 6.000,00 | 7 Tage | 1.7.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-012 | 1.8.2013 | 16.000,00 | 7 Tage | 1.8.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-013 | 1.9.2013 | 20.000,00 | 7 Tage | 2.9.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-014 | 1.10.2013 | 5.000,00 | 7 Tage | 1.10.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-015 | 1.11.2013 | 9.000,00 | 7 Tage | 4.11.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-016 | 1.11.2013 | 7.500,00 | 7 Tage | 4.11.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-017 | 2.12.2013 | 9.000,00 | 7 Tage | 2.12.2013 | voller Rechnungsbetrag | 2013-018 | 27.12.2013 | 2.083,33 | 7 Tage | 2.1.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2013-019 | 30.12.2013 | 103.000,00 | 7 Tage | 2.1.2014 | Teilzahlung 62.000,00 (exkl USt) | 1.4.2014 | Teilzahlung 41.000,00 (exkl USt) | | | gesamt 258.083,33 | | | 2014: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG | 2014-001 | 3.2.2014 | 8.500,00 | 7 Tage | 3.2.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-002 | 3.3.2014 | 8.500,00 | 7 Tage | 4.3.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-003 | 2.5.2014 | 5.000,00 | 7 Tage | 2.5.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-004 | 3.6.2014 | 20.000,00 | 7 Tage | 3.6.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-005 | 1.7.2014 | 30.000,00 | 7 Tage | 1.7.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-006 | 1.8.2014 | 8.750,00 | 7 Tage | 1.8.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-007 | 1.9.2014 | 10.000,00 | 7 Tage | 1.9.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-008 | 2.10.2014 | 10.000,00 | 7 Tage | 2.10.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-009 | 3.11.2014 | 9.000,00 | 7 Tage | 3.11.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-010 | 8.11.2014 | 3.000,00 | 7 Tage | 10.11.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-011 | 1.12.2014 | 10.500,00 | 7 Tage | 2.12.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-012 | 29.12.2014 | 1.000,00 | 7 Tage | 30.12.2014 | voller Rechnungsbetrag | 2014-013 | 30.12.2014 | 146.000,00 | 7 Tage | 2.1.2015 | Teilzahlung 80.000,00 (exkl USt) | 2.3.2015 | Teilzahlung 50.000,00 (exkl USt) | 28.4.2015 | Teilzahlung 16.000,00 (exkl USt) | | | gesamt 270.250,00 | | | 2015: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG | 2015-001 | 2.2.2015 | 6.000,00 | 7 Tage | 2.2.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-002 | 1.6.2015 | 4.000,00 | 7 Tage | 1.6.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-003 | 1.7.2015 | 15.000,00 | 7 Tage | 1.7.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-004 | 2.8.2015 | 6.000,00 | 7 Tage | 3.8.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-005 | 1.9.2015 | 9.000,00 | 7 Tage | 1.9.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-006 | 1.10.2015 | 14.166,67 | 7 Tage | 1.10.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-007 | 2.11.2015 | 9.000,00 | 7 Tage | 2.11.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-008 | 1.12.2015 | 10.000,00 | 7 Tage | 1.12.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-009 | 28.12.2015 | 500,00 | 7 Tage | 28.12.2015 | voller Rechnungsbetrag | 2015-010 | 30.12.2015 | 180.000,00 | 7 Tage | 4.1.2016 | Teilzahlung 90.000,00 (exkl USt) | 1.2.2016 | Teilzahlung 2.000,00 (exkl USt) | 1.3.2016 | Teilzahlung 50.000,00 (exkl USt) | 29.4.2016 | Teilzahlung 38.000,00 (exkl USt) | | | gesamt 253.666,67 | | | 2016: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG | 2016-001 | 1.7.2016 | 30.000,00 | 7 Tage | 1.7.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-002 | 2.8.2016 | 6.000,00 | 7 Tage | 2.8.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-003 | 1.9.2016 | 10.000,00 | 7 Tage | 1.9.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-004 | 27.9.2016 | 31.000,00 | 7 Tage | 28.9.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-005 | 4.10.2015 (gemeint offenbar 4.10.2016) | 5.866,03 | 7 Tage | 4.10.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-006 | 17.10.2015 (gemeint offenbar 17.10.2016) | 2.029,69 | 7 Tage | 17.10.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-007* | 25.10.2016 | | | - | - | 2016-008* | 25.10.2016 | | | - | - | 2016-009* | 25.10.2016 | | | - | - | 2016-010 | 28.10.2016 | 33.000,00 | 7 Tage | 28.10.2016 | voller Rechnungsbetrag | 2016-011 | 29.11.2016 | 48.000,00 | 7 Tage | 2.11.2016 | Akontozahlung 6.000,00 (exkl USt) | 16.11.2016 | Akontozahlung 5.500,00 (exkl USt) | 29.11.2016 | Restzahlung 36.500,00 (exkl USt) | 2016-012 | 30.12.2016 | 53.000,00 | 7 Tage | 5.12.2016 | Akontozahlung 7.500,00 (exkl USt) | 3.1.2017 | Teilzahlung | 6.2.2017 | Teilzahlung | | | gesamt 218.895,72 | | | | * Bei der Rechnung 2016-007 vom 25.10.2016 (Rechnungsbetrag 180.000,00 Euro exkl USt) handelt es sich um eine als "Korrekturrechnung" bezeichnete Rechnung zur Rechnung 2015-010. Am selben Tag wurde von der ***XY OG*** weiters eine "Gutschrift zur Rechnung 2015-010" (Gutschrift 2016-001; Gutschriftsbetrag 180.000,00 Euro exkl USt) gelegt (Saldo daher insoweit 0,00 Euro; zur Saldierung siehe auch das in der Buchhaltung der Bf geführte Aufwandskonto 5710 "Fremdleistungen ***XY OG***"); den aktenkundigen Unterlagen zufolge fand zwischen der Bf und der ***XY OG*** weder aufgrund der "Korrekturrechnung" 2016-007 noch aufgrund der Gutschrift 2016-001 ein Zahlungsfluss statt. * Bei der Rechnung 2016-008 vom 25.10.2016 (Rechnungsbetrag 500,00 Euro exkl USt) handelt es sich um eine als "Korrekturrechnung" bezeichnete Rechnung zur Rechnung 2015-009. Am selben Tag wurde von der ***XY OG*** weiters eine "Gutschrift zur Rechnung 2015-009" (Gutschrift 2016-002; Gutschriftsbetrag 500,00 Euro exkl USt) gelegt (Saldo daher insoweit 0,00 Euro; zur Saldierung siehe auch das in der Buchhaltung der Bf geführte Aufwandskonto 5710 "Fremdleistungen ***XY OG***"); den aktenkundigen Unterlagen zufolge fand zwischen der Bf und der ***XY OG*** weder aufgrund der "Korrekturrechnung" 2016-008 noch aufgrund der Gutschrift 2016-002 ein Zahlungsfluss statt. * Bei der Rechnung 2016-009 vom 25.10.2016 (Rechnungsbetrag 10.000,00 Euro exkl USt) handelt es sich um eine als "Korrekturrechnung" bezeichnete Rechnung zur Rechnung 2015-008. Am selben Tag wurde von der ***XY OG*** weiters eine "Gutschrift zur Rechnung 2015-008" (Gutschrift 2016-003; Gutschriftsbetrag 10.000,00 Euro exkl USt) gelegt (Saldo daher insoweit 0,00 Euro; zur Saldierung siehe auch das in der Buchhaltung der Bf geführte Aufwandskonto 5710 "Fremdleistungen ***XY OG***"); den aktenkundigen Unterlagen zufolge fand zwischen der Bf und der ***XY OG*** weder aufgrund der "Korrekturrechnung" 2016-009 noch aufgrund der Gutschrift 2016-003 ein Zahlungsfluss statt. Wie den dargestellten tabellarischen Übersichten zu entnehmen ist, fallen das jeweilige Rechnungsdatum und der dazugehörige Zahlungseingang bei der ***XY OG*** in nahezu sämtlichen Fällen in denselben Kalendermonat. Ausgenommen hiervon sind nur die folgenden Rechnungen: | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Rechnungsbetrag in Euro (exkl USt) | Fälligkeit | Datum Zahlungseingang bei OG | Höhe Zahlungseingang bei OG in Euro (exkl USt) | 2012-017 | 28.12.2012 | 44.800,00 | 7 Tage | 2.1.2013 | Teilzahlung 33.000,00 | 14.1.2013 | Teilzahlung 2.000,00 | 1.2.2013 | Teilzahlung 9.800,00 | 2013-018 | 27.12.2013 | 2.083,33 | 7 Tage | 2.1.2014 | Voller Rechnungsbetrag | 2013-019 | 30.12.2013 | 103.000,00 | 7 Tage | 2.1.2014 | Teilzahlung 62.000,00 | 1.4.2014 | Teilzahlung 41.000,00 | 2014-013 | 30.12.2014 | 146.000,00 | 7 Tage | 2.1.2015 | Teilzahlung 80.000,00 | 2.3.2015 | Teilzahlung 50.000,00 | 28.4.2015 | Teilzahlung 16.000,00 | 2015-010 | 30.12.2015 | 180.000,00 | 7 Tage | 4.1.2016 | Teilzahlung 90.000,00 | 1.2.2016 | Teilzahlung 2.000,00 | 1.3.2016 | Teilzahlung 50.000,00 | 29.4.2016 | Teilzahlung 38.000,00 | 2016-012 | 30.12.2016 | 53.000,00 | 7 Tage | 5.12.2016 | Akontozahlung 7.500,00 | 3.1.2017 | Teilzahlung | 6.2.2017 | Teilzahlung In diesen Fällen, die die letzte(n) Rechnung(en) des jeweiligen Kalenderjahres betreffen, fallen das Rechnungsdatum und der Zahlungseingang bei der ***XY OG*** nicht in denselben Kalendermonat. Der Zahlungseingang bei der ***XY OG*** erfolgte jeweils - mit Ausnahme der Rechnung 2013-018 - in Form von sich über mehrere Kalendermonate erstreckenden Teilzahlungen. Hinzuweisen ist überdies darauf, dass diese tabellarisch angeführten Rechnungsbeträge in der Buchhaltung der Bf allesamt am 31.12. des jeweiligen Jahres als Verbindlichkeit am Lieferantenkonto (Kreditorenkonto) 312001 "***XY OG***" eingebucht wurden (Buchungssatz jeweils: Aufwandskonto 5710 "Fremdleistungen ***XY OG***" / Lieferantenkonto 312001 "***XY OG***"). | Rechnungsnummer | Rechnungsdatum | Buchungsdatum im eben beschriebenen Sinn | 2012-017 | 28.12.2012 | 31.12.2012 | 2013-018 | 27.12.2013 | 31.12.2013 | 2013-019 | 30.12.2013 | 31.12.2013 | 2014-013 | 30.12.2014 | 31.12.2014 | 2015-010 | 30.12.2015 | 31.12.2015 | 2016-012 | 30.12.2016 | 31.12.2016 Zwischen der Bf und der ***XY OG*** bestand in den Streitjahren keine klare, nach außen in Erscheinung getretene Vereinbarung über den Leistungsgegenstand (etwa hinsichtlich der Art und des Ausmaßes der von der ***XY OG*** an die Bf zu erbringenden Leistungen). Aktenkundig ist lediglich ein von ***DI X*** und ***DI Y*** am 20.6.2017 - und somit nach den Streitjahren (2012 bis 2016) - unterzeichnetes Schriftstück, das als "Vereinbarung der Leistungsverrechnung zwischen Technisches Büro für Chemie ***DI Y*** (nachfolgend Unternehmer genannt) und Technisches Büro für Anlagenbau ***DI X*** (nachfolgend Unternehmer genannt) und ***XY OG***" bzw "Vereinbarung der Leistungsverrechnung seitens ***XY OG*** mit ***Bf***" tituliert ist. Der Inhalt dieses Schriftstückes lautet wörtlich wie folgt: "Präambel Die beiden seit einigen Jahren bestehenden Einzelunternehmen, Technisches Büro für Chemie, ***DI Y*** und Technisches Büro für Maschinenbau, ***DI X*** kamen überein, zusammenzuarbeiten und gemeinsam aufzutreten und gemeinsam Projekte zu bearbeiten. ***DI Y*** ist insbesondere in der Abfallwirtschaft tätig, ***DI X*** hat seit Jahren den Zugang zur Bauwirtschaft. So wird das Marktpotential für beide Einzelunternehmer ergänzt. Unter Wahrung der Eigenständigkeit der beiden Einzelunternehmer haben die beiden Unternehmer die OG gegründet, die das gemeinsame Büro zur Verfügung stellt, den Mietvertrag und im Falle einer Expansion auch ein Bürogebäude errichten wird. Die Eigenständigkeit der Einzelfirmen soll auch eine spätere Trennung der beiden Unternehmer einerseits erleichtern und eine Umgründung (Übertragung der Firmenwerte) vermeiden. Aus den persönlichen Dienstleistungen der beiden Unternehmer, Begutachtungen, Planungen, resultieren hohe Haftungsrisiken. Zur Abschirmung wurde die ***Bf*** gegründet. Es wurde vereinbart, alle Aufträge der Kunden von ***DI Y*** und ***DI X*** über die ***Bf*** anzunehmen und an ***XY OG*** als Subauftragnehmer zur Abwicklung zu übertragen. Die ***XY OG*** hat die Aufträge jeweils an den Unternehmer, dem dieser Kunde gehört, zu übertragen. Die Leistungserbringung erfolgt jeweils durch den Unternehmer und dessen Infrastruktur selbst. Mit Annahme der Geschäfte in der ***Bf*** stellte sich die Frage nach einer gerechten Vergütung der Leistungen seitens ***DI X*** und ***DI Y*** sowie der gerechten Aufteilung des erwirtschafteten Erfolges. Die Ausbezahlung einer fixen monatlichen Vergütung erschien zu Beginn zu riskant, da die ***Bf*** vor allem im Projektgeschäft tätig sein sollte und es daher nicht absehbar war, wie sich der Geschäftsverlauf entwickeln würde, wie viele Projekte bearbeitet würden können, wie hoch die Deckungsbeiträge sein würden und ob mit Zahlungsausfällen und Honorarstreitigkeiten zu rechnen sein würde. 1. Leistungserbringung Der Unternehmer bleibt Inhaber der Kundenbeziehung, des Kundenstockes, des Know Hows und der persönlichen Arbeitstechniken. Der Unternehmer wird diese Kundenbeziehungen pflegen, ausbauen und neue Kunden akquirieren, die zu seinem persönlichen Kundenstock zählen. Der Unternehmer wird die von der ***XY OG*** erhaltenen Aufträge, insbesondere die "eigenen Projekte" höchstpersönlich ausführen und bleibt dem Kunden gegenüber leistungsverpflichtet. Der Unternehmer verpflichtet sich auch, "gemeinsame Projekte" anzunehmen, die gemeinsam mit dem anderen Unternehmer abgewickelt werden. 2. Vergütung Folgende Geschäftsarten können definiert werden: Pauschalaufträge für z.B. Gutachten, chemische Analysen Aufträge, die nach Aufwand verrechnet werden können Handelsgeschäfte Für alle Geschäftsarten gilt: Auftrag zählt zu persönlichem Kundenstock des ***DI X*** (eigene Projekte) Auftrag zählt zu persönlichem Kundenstock des ***DI Y*** (eigene Projekte) Auftrag wird gemeinsam von ***DI X*** und ***DI Y*** abgewickelt (gemeinsame Projekte) Firmenkosten - Gemeinkosten sind: Alle Kosten, die für die Administration der ***XY OG*** und der ***Bf*** erforderlich sind und nicht einem Geschäft direkt zugeordnet werden können. Diese Kosten werden aufsummiert und gleichmäßig auf ***DI X*** und ***DI Y*** verteilt (50%). Leistungsverrechnung a. Eigene Projekte Für Geschäfte, die persönlich dem Kundenstock des ***DI X*** oder des ***DI Y*** zugeordnet werden (eigene Projekte), werden die direkt zugeordneten Erlöse und Aufwendungen gegenübergestellt und somit ein Deckungsbeitrag (vergleichbar mit DB I und DB II der Kostenrechnung) ermittelt. Die erwirtschafteten Deckungsbeiträge werden jeweils für ***DI X*** und ***DI Y*** aufsummiert und gutgeschrieben. ***DI X*** und ***DI Y*** stellen dieser Summe der persönlichen Deckungsbeiträge jeweils die Hälfte der allgemeinen Firmenkosten (Gemeinkosten ohne Gewinnaufschlag etc.) gegenüber. Übrig bleibt ein finaler Deckungsbeitrag (DB III in der Kostenrechnung), der persönlich an die ***XY OG*** abgerechnet werden kann. b. Gemeinsame Projekte - Pauschalaufträge Bei Aufträgen, die gemeinsam abgewickelt werden (gemeinsame Projekte) und bei denen das Mitwirken beider Gesellschafter erforderlich ist, kommt im Falle der Bearbeitung von Pauschalaufträgen ein interner Verrechnungssatz zur Anwendung: Stundensatz: 65 EUR per Stunde Kilometergeld: 0,42 EUR per Kilometer Für die Ermittlung der Deckungsbeiträge werden die Leistungen der Gesellschafter wie Fremdleistungen mittels des internen Verrechnungssatz angesetzt und gleichzeitig dem jeweiligen leistenden Gesellschafter gutgeschrieben. Der finale verbleibende Deckungsbeitrag wird gleichmäßig zwischen den Gesellschaftern aufgeteilt (50%). Nach Abzug der Firmenkosten wird der DB III ermittelt und den Unternehmern gutgeschrieben. c. Gemeinsame Aufträge - Verrechnung nach Aufwand Bei Aufträgen, die gemeinsam abgewickelt werden und bei denen das Mitwirken beider Gesellschafter erforderlich ist und die nach tatsächlichem Aufwand an den Kunden verrechnet werden können, wird gemäß des nach außen zum Kunden hin vereinbarten Regiesatzes ein individueller Erlös ermittelt. Diesem werden die projektgemäßen direkten Aufwendungen gegenübergestellt und ein Deckungsbeitrag (DB l und DB II), ermittelt. Diese Deckungsbeiträge werden wie oben individuell gutgeschrieben und nach Abzug der Firmenkosten / Gemeinkosten wird individuell aufsummiert. d. Handelsgeschäfte Für Handelsgeschäfte wird ebenfalls der Erlös dem Aufwand gegenübergestellt und ein Deckungsbeitrag ermittelt. Dieser wird entweder direkt zur Gänze individuell gutgeschrieben oder im Falle von gemeinsam bearbeiteten Geschäften jeweils zur Hälfte gutgeschrieben. Der Abzug von Firmenkosten / Gemeinkosten erfolgt so wie oben beschrieben. 3. Fälligkeit Der Unternehmer stellt seine Dienstleistungen in Höhe seiner nach obigen Grundsätzen ermittelten Deckungsbeiträge periodisch an die ***XY OG*** in Rechnung. Die Rechnungen sind binnen 7 Tagen fällig. Der Unternehmer ist berechtigt, monatliche Akontierungen insoweit in Rechnung zu stellen, als diese Akontierungen die zu erwartende Jahresabrechnung nicht übersteigen. Sollten diese Akontierungen übersteigen, sind die Folgerechnungen entsprechend zu kürzen. Restbeträge aus den Jahresabrechnungen werden vorgetragen oder bei der nächsten Rechnung einbezogen. Vereinbarung der Leistungsverrechnung seitens ***XY OG*** mit ***Bf*** Die ***XY OG*** verpflichtet sich, die von der ***Bf*** übertragenen Aufträge an die jeweiligen Dienstleister (Unternehmer) entsprechend der jeweiligen Zuordnung zum Kundenstock des jeweiligen Unternehmers zur Abwicklung zu übertragen. Für die Auftragsabwicklung verrechnet die ***XY OG*** ein Entgelt, das sich aus den von den Unternehmern in Rechnung gestellten Fremdleistungen abzüglich der Aufwendungen für die Administration der OG errechnet. Das Entgelt ist periodisch abzurechnen und binnen 7 Tagen fällig. Obige Vereinbarungen in mündlicher Form vereinbart und sind seit 2009 in Geltung. Zum Nachweis dieser Vereinbarungen wird auf die seit 2009 geführte Abrechnung in Excel verwiesen." ***DI Y*** war ab 1.6.2012 überdies als (Fremd-)Geschäftsführer der ***Z GmbH*** (***FN Z GmbH***), ***Adresse Z GmbH***, tätig. Diesbezüglich wurde zwischen der ***Z GmbH*** und ***DI Y*** ein schriftlicher Dienstvertrag über 20 Wochenstunden abgeschlossen. In der Folge wurde zwischen der ***Z GmbH*** und ***DI Y*** die (mündliche) Vereinbarung getroffen, im Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** wurzelnde Mehrleistungen, Bonus- und Sonderzahlungen über die ***XY OG*** bzw die Bf mit der ***Z GmbH*** abzurechnen. Die Verrechnungspraxis sah so aus, dass die entsprechenden Beträge von ***DI Y*** an die ***XY OG*** verrechnet und von letzterer nach Abzug von Gemeinkosten an die Bf weiterverrechnet wurden. Dies geschah im Rahmen der oben tabellarisch dargestellten Rechnungen. Die Bf verrechnete die Beträge schließlich an die ***Z GmbH*** weiter. In den von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen (siehe dazu die obigen tabellarischen Aufstellungen) sind folgende im Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** wurzelnde Beträge, die von der Bf an die ***Z GmbH*** weiterverrechnet wurden, enthalten: | | Von der ***XY OG*** an die Bf in den Streitjahren verrechnete Beträge (siehe dazu die obigen tabellarischen Aufstellungen) | Davon auf das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** entfallend | 2012 | 240.300,00 Euro | - | 2013 | 258.083,33 Euro | 41.450,00 Euro | 2014 | 270.250,00 Euro | 37.589,13 Euro | 2015 | 253.666,67 Euro | 34.399,97 Euro | 2016 | 218.895,72 Euro | 41.525,33 Euro In keiner einzigen der von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen (siehe dazu die obigen tabellarischen Aufstellungen) wurden ausschließlich Beträge betreffend das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** verrechnet, sondern umfassten die Rechnungen - wie den Leistungsbeschreibungen zu entnehmen ist - daneben stets auch andere, von der ***Z GmbH*** völlig unabhängige "Projekte" (zB "Projekte im Bereich Zementhandel", "***Projekt A***" oder "***Projekt B***", teilweise ist auch nur von "diversen Projekten" oder "diversen Gutachten" ohne konkrete namentliche Nennung die Rede; dazu bereits oben). Wie sich die angeführten Beträge betreffend das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** (2013: 41.450,00 Euro; 2014: 37.589,13 Euro; 2015: 34.399,97 Euro; 2016: 41.525,33 Euro) auf die einzelnen von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen verteilen (dh welche "***Z GmbH***"-Teilbeträge darin jeweils enthalten sind), ist den Rechnungen, in denen betreffend die angeführten Projekte, Gutachten, etc stets nur ein Gesamtbetrag ausgewiesen ist (in der Beschwerde ist von "zusammengefasst" verrechneten Beträgen die Rede; siehe Beschwerdeschreiben Seite 10), nicht unmittelbar zu entnehmen. Die angeführten Beträge (2013: 41.450,00 Euro; 2014: 37.589,13 Euro; 2015: 34.399,97 Euro; 2016: 41.525,33 Euro) wurden bei der ***Z GmbH*** im Gefolge einer dort durchgeführten GPLA dem Dienstgeberbeitrag und dem Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag unterworfen. 2. Beweiswürdigung: Die Feststellungen zur Errichtung der Bf und der ***XY OG*** sowie zum Kreis der Gesellschafter und Geschäftsführer der beiden Gesellschaften stützen sich ebenso auf eine Abfrage des Firmenbuches einschließlich der dort archivierten Urkunden wie die Feststellungen zur Geschäftsanschrift der beiden Gesellschaften. Anderslautendes ist dem Vorbringen der Verfahrensparteien nicht zu entnehmen. Die Feststellung, dass die Einzelunternehmen von ***DI X*** und ***DI Y*** weder im Wege einer Einbringung noch auf anderem Wege auf die Bf oder die ***XY OG*** übertragen wurden, beruht auf den diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde, denen seitens des Finanzamtes nicht entgegengetreten wurde. Dass in den Streitjahren die Kundenaufträge allesamt an die Bf (und nicht etwa an die ***XY OG***) erfolgten, ergibt sich aus dem diesbezüglichen Vorbringen in der Beschwerde sowie aus den Ausführungen des steuerlichen Vertreters der Bf in der am 5.6.2023 am Bundesfinanzgericht abgehaltenen mündlichen Verhandlung. Die Feststellungen zu den Modalitäten der Leistungsverrechnung sowie zu den in den Rechnungen enthaltenen Leistungsbeschreibungen beruhen auf den im Akt einliegenden Rechnungen. Dass sämtliche von der ***XY OG*** an die Bf verrechneten Leistungen von ***DI X*** und ***DI Y*** persönlich erbracht wurden, wurde vom steuerlichen Vertreter der Bf im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines ausdrücklich bestätigt. Die Feststellung, dass ***DI X*** und ***DI Y*** in den Streitjahren mehrere Personen - größtenteils nur monatsweise und aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht geringfügig - als Dienstnehmer beschäftigten, die bloße Hilfs- und Verwaltungstätigkeiten ausführten, stützt sich auf vom Bundesfinanzgericht eingeholte "AJ WEB Dienstnehmerauskünfte" sowie auf die diesbezüglichen Ausführungen des steuerlichen Vertreters der Bf im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines. Dass die ***XY OG*** über keine Dienstnehmer verfügte, ergibt sich aus den Ausführungen des Finanzamtes im Außenprüfungsbericht vom 13.11.2018. Der steuerliche Vertreter der Bf trat dem nicht entgegen, sondern führte dazu in der Beschwerde lediglich aus, die Einzelunternehmen von ***DI X*** und ***DI Y***, zu denen auch Personal gehöre, stellten ertragsteuerliches Sonderbetriebsvermögen der ***XY OG*** dar. Dass der Umsatz der ***XY OG*** in den Streitjahren ausschließlich aus den an die Bf verrechneten Beträgen bestand, wurde vom steuerlichen Vertreter der Bf im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines ausdrücklich bestätigt. Die tabellarisch dargestellten Feststellungen zur Höhe der von der ***XY OG*** an die Bf verrechneten Leistungsvergütungen beruhen auf den im Akt einliegenden Rechnungen, die sich in betraglicher Hinsicht auf dem in der Buchhaltung der Bf geführten Aufwandskonto 5710 ("Fremdleistungen ***XY OG***"; siehe dazu auch die Ausführungen des Finanzamtes im Außenprüfungsbericht vom 13.11.2018) wiederfinden. Die tabellarisch dargestellten Feststellungen zu den Zahlungseingängen bei der ***XY OG*** beruhen auf den aktenkundigen, auf dem Zufluss-Abfluss-Prinzip basierenden Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen (samt den Kontodetails zum Erlöskonto 4001 "Leistungserlöse") der ***XY OG***. Der steuerliche Vertreter der Bf gab im Zuge der am 5.6.2023 am Bundesfinanzgericht abgehaltenen mündlichen Verhandlung bezüglich des Erlöskontos 4001 "Leistungserlöse" ausdrücklich an, dass sich in der Spalte "Bel. Dat." das Datum des jeweiligen Zahlungseinganges wiederfindet. Die tabellarisch dargestellten Feststellungen zur Einbuchung der sich aus den Rechnungen 2012-017, 2013-018, 2013-019, 2014-013, 2015-010 und 2016-012 ergebenden Beträge als Verbindlichkeiten der Bf gegenüber der ***XY OG*** beruhen auf den vom steuerlichen Vertreter der Bf dem Bundesfinanzgericht mit E-Mail vom 13.9.2023 übermittelten Buchungsjournalen betreffend das in der Buchhaltung der Bf geführte Aufwandskonto 5710 ("Fremdleistungen ***XY OG***"), dem ua das Buchungsdatum sowie das Gegenkonto (Lieferantenkonto 312001 "***XY OG***") zu entnehmen sind, sowie auf den erläuternden Anmerkungen des steuerlichen Vertreters der Bf im E-Mail vom 27.9.2023. Die Feststellung, dass zwischen der Bf und der ***XY OG*** in den Streitjahren keine klare, nach außen in Erscheinung getretene Vereinbarung über den Leistungsgegenstand (etwa hinsichtlich der Art und des Ausmaßes der von der ***XY OG*** an die Bf zu erbringenden Leistungen) bestand, beruht auf Folgendem: Aktenkundig ist lediglich ein von ***DI X*** und ***DI Y*** am 20.6.2017 unterzeichnetes Schriftstück, das ua mit "Vereinbarung der Leistungsverrechnung seitens ***XY OG*** mit ***Bf***" tituliert ist (siehe - in wörtlicher Wiedergabe - bereits oben unter Punkt II.1.). Dazu ist zu bemerken, dass der hier gegenständliche Beschwerdefall die Streitjahre 2012 bis 2016 betrifft und das genannte Schriftstück erst danach erstellt und unterzeichnet wurde. Mit Blick auf die Streitjahre stellt das genannte Schriftstück somit schon aus diesem Grund keine klare, nach außen in Erscheinung getretene Vereinbarung dar. Der abschließende Passus des genannten Schriftstückes lautet wie folgt: "Obige Vereinbarungen in mündlicher Form vereinbart und sind seit 2009 in Geltung. Zum Nachweis dieser Vereinbarungen wird auf die seit 2009 geführte Abrechnung in Excel verwiesen." Auch in der Beschwerde wird darauf hingewiesen, dass die "tatsächlich gelebten laufenden Abrechnungen" als Nachweis für die zunächst nur in mündlicher Form getroffenen Vereinbarungen dienten (Seite 5 des Beschwerdeschreibens). Dazu ist zu bemerken, dass den die Streitjahre betreffenden aktenkundigen Abrechnungsunterlagen (Rechnungen, tabellarische Aufstellungen) lediglich die Art und Weise der Leistungsverrechnung zwischen ***DI X*** (bzw ***DI Y***) und der ***XY OG*** einerseits sowie zwischen der ***XY OG*** und der Bf andererseits zu entnehmen ist. Auf welcher Vereinbarung diese Leistungsverrechnungen basierten, lässt sich aus den Abrechnungsunterlagen nicht ableiten. Insbesondere ist daraus nicht ersichtlich, ob und inwiefern die ***XY OG*** in vertraglicher Hinsicht in die Verhältnisse zwischen der Bf und ***DI X*** (bzw ***DI Y***) eingebunden war. Das Bundesfinanzgericht nimmt es vor diesem Hintergrund als erwiesen an, dass zwischen der Bf und der ***XY OG*** in den Streitjahren keine klare, nach außen in Erscheinung getretene Vereinbarung über den Leistungsgegenstand bestand. Die Feststellungen zum Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** beruhen auf den vom Finanzamt unwidersprochen gebliebenen Ausführungen des steuerlichen Vertreters der Bf im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines sowie auf den niederschriftlich festgehaltenen Aussagen von ***DI Y*** im Rahmen einer durch das Finanzamt am 23.5.2018 durchgeführten Befragung, die anlässlich einer bei der ***Z GmbH*** durchgeführten GPLA stattfand. Die im Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** wurzelnden Beträge, die von der ***XY OG*** an die Bf verrechnet und von letzterer an die ***Z GmbH*** weiterverrechnet wurden (2013: 41.450,00 Euro; 2014: 37.589,13 Euro; 2015: 34.399,97 Euro; 2016: 41.525,33 Euro), sind zum einen im Außenprüfungsbericht vom 13.11.2018 angeführt und zum anderen einem vom Finanzamtsvertreter dem Richter und dem steuerlichen Vertreter der Bf im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines ausgehändigten Berechnungsblatt, das anlässlich einer bei der ***Z GmbH*** durchgeführten GPLA erstellt wurde (und auf von der Bf an die ***Z GmbH*** gelegte Rechnungen betreffend "Mitarbeiterbeteiligung" und "Sonderzahlung" Bezug nimmt), zu entnehmen. Dass die angeführten Beträge (2013: 41.450,00 Euro; 2014: 37.589,13 Euro; 2015: 34.399,97 Euro; 2016: 41.525,33 Euro) auch in den von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen enthalten sind, wurde von den Verfahrensparteien im Zuge des am 22.5.2023 abgehaltenen Erörterungstermines übereinstimmend bestätigt und ist daher unstrittig. Dass den von der ***XY OG*** an die Bf gelegten Rechnungen, in denen betreffend die in der Leistungsbeschreibung genannten Projekte, Gutachten, etc stets nur ein Gesamtbetrag ausgewiesen ist, nicht unmittelbar zu entnehmen ist, wie sich die angeführten Beträge betreffend das Dienstverhältnis von ***DI Y*** zur ***Z GmbH*** auf eben diese Rechnungen verteilen, räumte auch der steuerliche Vertreter der Bf im Zuge der am 5.6.2023 abgehaltenen mündlichen Verhandlung ein. Die übrigen Feststellungen sind allesamt unstrittig und ergeben sich aus den im Akt einliegenden Unterlagen. 3. Rechtliche Beurteilung: Zu den Spruchpunkten I. bis X. (Abänderung): Vorweg ist zum Hinweis des steuerlichen Vertreters der Bf im Schreiben vom 4.5.2023, die Vorlage der Beschwerde an das Bundesfinanzgericht (15.12.2020) sei nicht durch das zuständige Finanzamt Graz-Umgebung, sondern durch das Finanzamt Graz-Stadt erfolgt, Folgendes zu bemerken: Gemäß § 10a Abs 3 Z 4 AVOG 2010-DV, BGBl II 165/2010 idF BGBl II 439/2019 (die AVOG 2010-DV trat infolge der Finanz-Organisationsreform mit Ablauf des 31.12.2020 außer Kraft; siehe dazu Art 34 FORG-Anpassungsverordnung, BGBl II 579/2020) können die Organe des Finanzamtes Graz-Stadt in Verfahren der Prüfung lohnabhängiger Abgaben und Beiträge für jedes Finanzamt im Bereich des Landes, in dem das Finanzamt Graz-Stadt seinen Sitz hat (dies trifft auf das Finanzamt Graz-Umgebung zu), tätig werden. Die Ermächtigung zum Tätigwerden umfasst insbesondere die Anforderung von Aufsichts- und Erhebungsmaßnahmen, die Erlassung von Bescheiden, Tätigkeiten in einschlägigen Beschwerdeverfahren und die Erlassung von Bescheiden im Beschwerdeverfahren sowie die Einbringung von Amtsrevisionen (§ 10a Abs 3 letzter Satz AVOG 2010-DV). Im vorliegenden Fall wurde die Beschwerde von einem Organ des Finanzamtes Graz-Stadt (***Mag. ABC***; siehe Seite 1 des Vorlageberichtes) dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vorgelegt. Auf Seite 6 des Vorlageberichtes ist als "belangte Behörde" ausdrücklich das Finanzamt Graz-Umgebung (und nicht das Finanzamt Graz-Stadt) angeführt. Damit geht aus dem Vorlagebericht unzweifelhaft ein Tätigwerden für das Finanzamt Graz-Umgebung hervor. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass das Finanzamt Österreich am 1.1.2021 an die Stelle des bis dahin zuständig gewesenen Finanzamtes Graz-Umgebung (sowie des Finanzamtes Graz-Stadt) getreten (§ 323b Abs 1 und 2 BAO) und folglich in dem vor dem Bundesfinanzgericht geführten Beschwerdeverfahren als Amtspartei iSd § 265 Abs 5 BAO aufgetreten ist. Gemäß § 41 Abs 1 FLAG 1967 haben den Dienstgeberbeitrag alle Dienstgeber zu leisten, die im Bundesgebiet Dienstnehmer beschäftigen. Gemäß § 41 Abs 2 FLAG 1967 sind Dienstnehmer ua Personen, die in einem Dienstverhältnis iSd § 47 Abs 2 EStG 1988 stehen, sowie an Kapitalgesellschaften beteiligte Personen iSd § 22 Z 2 EStG 1988. Gemäß § 41 Abs 3 FLAG 1967 ist der Beitrag des Dienstgebers von der Summe der Arbeitslöhne zu berechnen, die jeweils in einem Kalendermonat an die im Abs 1 leg cit genannten Dienstnehmer gewährt worden sind, gleichgültig, ob die Arbeitslöhne beim Empfänger der Einkommensteuer unterliegen oder nicht (Beitragsgrundlage). Arbeitslöhne sind ua Gehälter und sonstige Vergütungen jeder Art iSd § 22 Z 2 EStG 1988. Der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag, der von der in § 41 FLAG 1967 festgelegten Bemessungsgrundlage zu erheben ist, findet in § 122 Abs 7 und 8 WKG idF vor BGBl I 73/2017 seine rechtliche Grundlage. Gemäß § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 gehören zu den Einkünften aus selbstständiger Arbeit die Gehälter und sonstigen Vergütungen jeder Art, die von einer Kapitalgesellschaft an wesentlich Beteiligte für ihre sonst alle Merkmale eines Dienstverhältnisses (§ 47 Abs 2 EStG 1988) aufweisende Beschäftigung gewährt werden. Eine Person ist dann wesentlich beteiligt, wenn ihr Anteil am Grund- oder Stammkapital der Gesellschaft mehr als 25% beträgt. Zur Zurechnung der Vergütungen: Strittig ist, ob die Vergütungen der Bf an die ***XY OG*** von der ***XY OG*** als Gewinnermittlungssubjekt erzielt worden sind oder ob sie unmittelbar (also unter Außerachtlassung der zwischengeschalteten ***XY OG***) den an der ***XY OG*** beteiligten natürlichen Personen ***DI X*** und ***DI Y***, die im Streitzeitraum auch mit jeweils 50% an der Bf beteiligt und mit deren Geschäftsführung befasst waren, zuzurechnen sind. Der VwGH befasste sich in seiner Rechtsprechung bereits des Öfteren mit Fragen der steuerlichen Zurechnung von Vergütungen bei zwischengeschalteten Personengesellschaften (vgl insb VwGH 24.9.2014, 2011/13/0092; VwGH 29.6.2022, Ro 2021/15/0026; VwGH 3.1.2023, Ra 2021/15/0107; VwGH 10.5.2023, Ra 2022/15/0022). In seinem Erkenntnis vom 24.9.2014, 2011/13/0092 führte der VwGH im Wesentlichen aus, dass es bei Zwischenschaltung einer Personengesellschaft dann zur unmittelbaren Zurechnung der Vergütungen an die dahinterstehenden natürlichen Personen komme, wenn die Personengesellschaft nicht in die Vertragsbeziehung betreffend die Leistungserbringung eingebunden sei und somit die Funktion der zwischengeschalteten Personengesellschaft nicht über jene einer bloßen "Zahlstelle" hinausgehe (siehe dazu auch VwGH 10.5.2023, Ra 2022/15/0022). Darauf aufbauend hielt der VwGH in seinem Erkenntnis vom 29.6.2022, Ro 2021/15/0026 fest, dass für die Frage der Zurechnung zunächst zu prüfen sei, ob zwischen der zwischengeschalteten Personengesellschaft und jener Gesellschaft, für die die natürliche Person die vereinbarte Leistung erbringt, eine klare, nach außen in Erscheinung tretende Vereinbarung über die zu erbringende Leistung besteht. Dem jüngst zu dieser Thematik ergangenen Beschluss des VwGH vom 3.1.2023, Ra 2021/15/0107 lag folgender Sachverhalt zugrunde: An einer GmbH, deren Unternehmensgegenstand in der Ausübung der Steuerberatung bestand, waren zwei natürliche Personen mit jeweils 50% beteiligt. Die beiden natürlichen Personen waren überdies mit der Geschäftsführung der GmbH befasst, die sie unentgeltlich ausübten. Darüber hinaus waren sie in beratender Funktion im operativen Bereich der GmbH (Steuerberatung) tätig. Hierfür wurden sie von der GmbH nicht auf unmittelbarem Wege entlohnt, sondern über eine zwischengeschaltete OG, deren unbeschränkt haftende Gesellschafter sie waren. Die OG legte einmal monatlich eine Rechnung an die GmbH. Die Leistungsbeschreibung lautete jeweils "Beratungsleistungen", Abrechnungszeitraum war jeweils ein Kalendermonat. Zwischen der GmbH und der OG bestand keine vertragliche Vereinbarung, die geregelt hätte, welche Verpflichtungen die OG gegenüber der GmbH trafen (zB hinsichtlich der Art und des Umfanges der zu erbringenden Leistungen) und welche Rechte ihr eingeräumt waren (zB hinsichtlich der Höhe des Entgelts und der Modalitäten der Entgeltverrechnung). Der VwGH hielt dazu - in Anknüpfung an seine bisherige zu dieser Thematik ergangene Rechtsprechung - Folgendes fest: "Darüber hinaus entspricht es der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes, dass es das zwischen den Gesellschaftern einer GmbH und der GmbH bestehende Naheverhältnis gebietet, behauptete Vereinbarungen an jenen Kriterien zu messen, welche für die Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen entwickelt wurden. Die Vereinbarung muss demnach nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen, einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben und zwischen Fremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen werden. Diese Kriterien haben ihre Bedeutung im Rahmen der Beweiswürdigung (vgl. z.B. VwGH 18.10.2017, Ra 2016/13/0050, mwN). Im vorliegenden Fall hatte das BFG zu beurteilen, ob die streitgegenständlichen Vergütungen von der X OG als Gewinnermittlungssubjekt erzielt worden sind oder ob sie unmittelbar (also unter Außerachtlassung der zwischengeschalteten Personengesellschaft) den an der X OG beteiligten natürlichen Personen, die im Streitzeitraum auch mit jeweils 50% an der revisionswerbenden Gesellschaft (Anmerkung des BFG: damit ist die GmbH gemeint) beteiligt und mit deren Geschäftsführung befasst waren, zuzurechnen sind. Dazu traf das BFG die Feststellung, dass die Leistungserbringung zwischen der X OG und der Revisionswerberin nicht auf der Durchführung einer klaren, nach außen in Erscheinung getretenen Vereinbarung über den Leistungsgegenstand basierte. Das kommt dem Fehlen einer Vereinbarung gleich (vgl. VwGH 29.6.2022, Ro 2021/15/0026). Es kann dem BFG daher nicht entgegen getreten werden, wenn es vor diesem Hintergrund die Vergütungen unmittelbar den die Leistungen an die revisionswerbende Partei erbringenden Gesellschaftern A und B als sonstige Vergütungen iSd § 22 Z 2 Teilstrich 2 EStG 1988 zugerechnet hat und folglich gegenüber der Revisionswerberin hierfür Dienstgeberbeiträge festsetzte." Die streitgegenständliche Gestaltung ist dadurch geprägt, dass die beiden mit jeweils 50% an der Bf beteiligten Gesellschafter-Geschäftsführer ***DI X*** und ***DI Y*** das Entgelt für ihre für die Bf laufend erbrachten Leistungen (ua technische Beratungsleistungen) von der Bf nicht auf unmittelbarem Wege, sondern über die zwischengeschaltete ***XY OG***, deren einzige unbeschränkt haftende Gesellschafter sie waren, erhielten. Wie den Ausführungen des Bundesfinanzgerichtes unter Punkt II. 1. (Festgestellter Sachverhalt) und Punkt II. 2. (Beweiswürdigung) des gegenständlichen Erkenntnisses zu entnehmen ist, bestand zwischen der ***XY OG*** und der Bf in den Streitjahren keine klare, nach außen in Erscheinung getretene Vereinbarung über den Leistungsgegenstand, was nach der zitierten höchstgerichtlichen Judikatur dem Fehlen einer Vereinbarung gleichkommt. Es mangelt somit in den Streitjahren an einer nachvollziehbaren vertraglichen Einbindung der ***XY OG*** in die Verhältnisse zwischen der Bf und ***DI X*** (bzw ***DI Y***). Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass auch die am 20.6.2017 - und somit erst nach den Streitjahren (2012 bis 2016) - abgeschlossenen schriftlichen Vereinbarungen betreffend "Leistungsverrechnung zwischen Technisches Büro für Chemie ***DI Y*** (…) und Technisches Büro für Anlagenbau ***DI X*** (…) und ***XY OG***" und "Leistungsverrechnung seitens ***XY OG*** mit ***Bf***" keinen näher beschriebenen Leistungsgegenstand betreffend die ***XY OG*** enthalten. Denn darin heißt es nur (siehe auf der letzten Seite des - nicht durchnummerierten - Schriftstückes unter Punkt "Vereinbarung der Leistungsverrechnung seitens ***XY OG*** mit ***Bf***"): "Die ***XY OG*** verpflichtet sich, die von der ***Bf*** übertragenen Aufträge an die jeweiligen Dienstleister (Unternehmer) entsprechend der jeweiligen Zuordnung zum Kundenstock des jeweiligen Unternehmers zur Abwicklung zu übertragen. Für die Auftragsabwicklung verrechnet die ***XY OG*** ein Entgelt, das sich aus den von den Unternehmern in Rechnung gestellten Fremdleistungen abzüglich der Aufwendungen für die Administration der OG errechnet." Die Verpflichtung der ***XY OG*** gegenüber der Bf bestand demnach nicht etwa darin, näher beschriebene Leistungen, wie zB Beratungs- oder Planungsleistungen bestimmter Art, zu erbringen, sondern erschöpfte sich darin, von der Bf erhaltene Aufträge an die beiden Einzelunternehmer ***DI X*** und ***DI Y*** entsprechend der Zuordnung zu ihrem jeweiligen Kundenstock weiterzuleiten und in der Folge abzurechnen (vgl dazu auch die Präambel der gegenständlichen Vereinbarungen: "Die ***XY OG*** hat die Aufträge jeweils an den Unternehmer, dem dieser Kunde gehört, zu übertragen. Die Leistungserbringung erfolgt jeweils durch den Unternehmer und dessen Infrastruktur selbst."). Eine eigenständige wirtschaftliche Bedeutung der ***XY OG*** lässt sich darin nicht erblicken. Wenn der steuerliche Vertreter der Bf darauf verweist, dass die ***XY OG*** eine Büroräumlichkeit angemietet habe, was als Nachweis dafür diene, dass die ***XY OG*** tatsächlich nach außen aufgetreten sei, so kommt dem vor dem Hintergrund der zitierten Judikaturlinie des VwGH keine Bedeutung zu, ergeben sich aus dem Umstand der Anmietung einer Büroräumlichkeit doch keinerlei Anhaltspunkte für eine vertragliche Einbindung der ***XY OG*** in die Verhältnisse zwischen der Bf und ***DI X*** (bzw ***DI Y***). Der steuerliche Vertreter der Bf wies im Laufe des Beschwerdeverfahrens wiederholt darauf hin, dass mit der Errichtung der ***XY OG*** das Ziel verfolgt worden sei, einen gemeinsamen Marktauftritt von ***DI X*** und ***DI Y*** herzustellen. Worin der "Mehrwert" der ***XY OG*** im Hinblick auf einen gemeinsamen Marktauftritt von ***DI X*** und ***DI Y*** bestanden haben soll, erschließt sich dem Bundesfinanzgericht nicht. Denn der gemeinsame Marktauftritt war bereits durch die - aus Gründen der Reduktion des persönlichen Haftungsrisikos errichtete - Bf gewährleistet. Während die Bf auch tatsächlich gegenüber den Kunden auftrat, erschöpften sich die "Umsätze" der ***XY OG*** in Leistungsverrechnungen an die Bf. Die ***XY OG*** tätigte in den Streitjahren keinen einzigen Umsatz an einen Dritten.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/2101185/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2024:RV.2101185.2020
Stammnummer
143418
Gültig
01.02.2024 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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