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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7101341/2020

Vorliegen von Schein-bzw. Deckungsrechnungen

geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - ErkenntnisRV/7101341/2020vom 23.01.2024Teil 2 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

Auch hier geht das Finanzamt von falschen Annahmen und falschen Auskünften der deutschen Finanzbehörden aus. So wurde angeführt, dass am 07.05.2014 festgestellt wurde, das kein Personal mehr bei der Firma ***Fa2*** vorhanden war. Andererseits wird ausgeführt, dass bis Juli 2014 Lohnsteuermeldungen abgegeben wurden und danach die Firma über keine angemeldeten Arbeiter mehr verfügte. Diese beiden Angaben widersprechen sich. In der Mappe mit den Unterlagen bezüglich ***Fa2*** befindet sich eine Unfallanzeige, wonach der Arbeiter ***B*** am 07.08.2014 einen Unfall erlitten hatte und ins Landeskrankenhaus Mistelbach eingeliefert wurde. Fest steht also, dass Herr ***B***, ein Arbeiter der Firma ***Fa2*** auf einer Baustelle der ***Bf*** einen Unfall hatte. Das beweist eindeutig, dass die Behauptung der Betriebsprüfung, dass die ***Fa2*** im August 2014 keine Arbeiter mehr auf Baustellen der ***Bf*** hatte, falsch ist. Es mag sein, dass die ***Fa2*** für August keine Lohnabgaben in Deutschland abgeführt hat. Zur ER 02.09.2014 über 168,5 Stunden und Euro 4.381,00 wurden tatsächlich Arbeitszeit-aufzeichnungen der Firma ***KG***, dem Auftraggeber der ***Bf***, vorgelegt. Unter den Arbeiten dieser Arbeitsaufzeichnungen scheint auch der Arbeiter ***D*** von der ***Fa2*** mit 168,5 Stunden auf. Die restlichen Arbeiter waren eigenes Personal der Firma ***Bf***. Im Übrigen stimmt die Feststellung nicht, dass bei den übergebenen A1 Meldungen und ZKO-Abfragen Herr ***D*** nicht aufscheint (siehe Beilage A). Es wird auch nicht dargelegt, dass und warum die Firma ***Fa2*** gerade mit Ende Juli 2014 die Arbeiten auf den Baustellen der Firma ***Bf*** eingestellt haben sollte, wenn nachgewiesenermaßen im August Arbeiter dieser Firma auf den Baustellen nachgewiesen sind. Des Weiteren finden sich dort Entsendungsmeldungen vom Juli 2014. Ebenfalls findet man dort A1 Bescheinigungen gültig bis 2016. In einem Mail vom 14.07.2014 gibt die ***Fa2*** ihr Konto bei der Erste Bank in Wien an. Schriftverkehr liegt bei. Die Auskunft der deutschen Steuerbehörde, dass die ***Fa2*** über keinerlei Personal mehr im August 2014 verfügt hätte, wird durch den Unfallbericht ***B*** auf der Baustelle Mistelbach widerlegt. Warum die Arbeits- und Wochenberichte nicht gleich aussehen sollten, wenn sie auf Formularen, welche im Handel erhältlich sind und vom Bauleiter oder Polier der Großbaufirma unterschrieben sind, kein Nachweis für das abgerechnete Personal sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. Laut den der Betriebsprüfung vorgelegenen Unterlagen und Belegen hat auch für die ***Fa2*** der Geschäftsführer ***A*** unterschrieben. Eine Passkopie liegt ebenfalls vor. Alle Zahlungen wurden den jeweiligen Firmen gutgeschrieben und die bezahlten Rechnungen damit liquidiert. 3. ***Fa3*** grad. D.o.o. Die Geschäftsbeziehung bestand von August 2014 bis Feber 2015. Die Feststellung, dass im November 2014 die Einzelprokura von ***U*** gelöscht wurde hat nicht gestimmt, da ein Handelsregisterauszug des Amtsgerichtes ***Fa*** vom 10.12.2014 vorliegt, wonach ***U*** Semir Einzelprokura hatte. Wenn im Mai 2015 diese Firma in ***Fa*** nicht mehr auffindbar wird, hat das nichts mit den Leistungen in Österreich bis Feber 2015 zu tun. Eine Reihe von A1 Bescheinigungen, ausgestellt von der IKK Südwest in den Monaten August bis Oktober 2014 wurden in der Belegmappe der Betriebsprüfung überreicht. Das Finanzamt möge diese Belegmappe vorlegen. Die von einem Polier oder Bauleiter der Auftrag gebenden Großbaufirma unterschriebenen Arbeitsberichte mit Arbeiten der ***Fa3*** grad. D.o.o. liegen ebenfalls bei. Ein Wochenbericht ist sogar auf Firmenpapier der Auftrag gebenden Firma ***KG*** geschrieben. Dieser Arbeitsbericht auf dem Papier der Firma der ***KG*** bestätigt, durch einen Dritten Regiearbeiten durch Personal der ***Fa3*** grad.d.o.o. im Dezember 2014. Quartierrechnungen für Personal der ***Fa3*** grad.d.o.o. für die Monate bis Dezember 2014 liegen ebenfalls in der Mappe. In den am 06.06.2019 nochmals übergebenen Unterlagen findet sich bezüglich der Zahlungen ein Handelsregisterauszug, laut welchem Herr ***T*** der Geschäftsführer ist. Zu den Quittungen liegt auch eine Passkopie des Geschäftsführers ***T*** vor, welcher die Zahlungen übernommen hat. Die Beträge wurden den Rechnungen gutgeschrieben, sodass diese ausgeglichen waren. Die Änderung der Gesellschaftsverhältnisse einer GesmbH hat mit der Beständigkeit von Auftragsverhältnissen nichts zu tun. Auch die Verwendungen von verschiedenen Cumputermasken für Rechnungsformulare beweisen nichts. Die Bestätigung der Gesundheitskasse AOK Bayern vom 14.04.2014 sollte nur beweisen, dass die Firma dort bekannt ist. Arbeiter wurden erst ab August 2014 eingesetzt. Wenn bemängelt wird, dass die Betriebshaftpflichtversicherung bei einer Firma im gleichen Haus des Sitzes der ***Fa3*** abgeschlossen wurde, sagt das nichts im Steuerverfahren aus. Wenn in Deutschlag UID-Nummern rückwirkend begrenzt werden können, so ist das unverständlich. Dadurch wird das System der UID-Nummern ad absurdum geführt. Offenbar hat das deutsche Finanzamt nicht sehr intensiv nachgeforscht, sonst hätte es erfahren müssen, dass die Firma auf österreichischen Baustellen tätig ist. Wenn die Betriebsprüfung selbst feststellt, dass Unterkünfte für die Arbeiter der ***Fa3*** in Österreich angemietet waren und von der ***Bf*** an die ***Fa3*** weiterverrechnet wurden, so beweist das nur, dass Arbeiter der ***Fa3*** in Österreich tätig waren. Zu den angeführten ZKO 4 Meldungen ist zu sagen, dass diese irrtümlich anstatt von ZKO 3 Meldungen übergeben wurden. Tatsächlich wurden Ausmaße abgerechnet und Arbeitsstunden nur in den seltenen Fällen wenn es sich wie am Bau üblich um Regiearbeiten, das sind kleine Zusatzarbeiten, gehandelt hat. 4. ***Fa4*** GmbH Für 2016 wurde der Aufwand an die ***Fa4*** GmbH nicht anerkannt, weil mangels Bilanzeinreichung und mangels Anfrage des deutschen Finanzamtes bei den Sozialversicherungen, ob Arbeitskräfte gemeldet sind, sowie aufgrund der Tatsache, dass offenbar zu einem späteren Zeitpunkt dem Finanzamt keine Geschäftsunterlagen vorlagen, dieses Unternehmen nicht existent wäre. In der am 06.06.2019 übergebenen Mappe zur Firma ***Fa4*** GmbH befinden sich Bestätigungen von deutschen Sozialversicherungen. Am 16.09.2015 bestätigt die AOK das 7 Arbeitnehmer versichert sind und die IKK Südwest dass 31 Arbeitnehmer versichert gemeldet waren. Am 08.03.2016 bestätigt die AOK das 10 Arbeitnehmer gemeldet sind und die IKK Südwest das 21 Arbeitnehmer gemeldet sind. Am 18.03.2016 bestätigt die SOKA-Bau, das ist die deutsche Urlaubskassa, das die Firma ***Fa4*** GmbH ihren Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen ist. Des Weiteren liegen Unterlagen über eine Baustellenkontrolle durch die Finanzpolizei am 28.10.2015 um 09:20 Uhr vor. Aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Wien vom 27.07.2017 geht hervor, dass am 28.10.2015 um 09:20 Uhr 11 Arbeiter der ***Fa4*** GmbH auf der Baustelle *** anwesend waren (siehe Beilage B). Die ***Fa4*** GmbH war daher ein tätiges Unternehmen. Warum das Finanzamt in Deutschland über keinerlei Unterlagen verfügt wissen wir nicht und sagt auch nichts über die Arbeitsleistung der ***Fa4*** GmbH aus. Die im Betriebsprüfungsbericht angeführten Unterlagen insbesondere Bestätigungen des Finanzamtes Frankfurt vom 27.04.2016 sowie weitere Bestätigungen der Krankenkassen und der Urlaubskassa (SOKA) aus 2016 bestätigen, dass die Firma Arbeitskräfte angemeldet hatte und tätig war. Warum das den deutschen Finanzamt entgangen ist, ist nicht erklärbar. Es wird auch nicht dargelegt, dass und warum die Firma ***Fa4*** GmbH die Arbeiter mit 01.01.2016 von der Baustelle abgezogen habe. Für das Jahr 2016 wurden die Aufwendungen nicht anerkannt, da sie mittels Scheck bezahlt wurden. Das Finanzamt bezieht sich dabei offenbar auf das Barzahlungsverbot gemäß § 20 (1) 9 EStG. In dieser Gesetzesstelle ist ebenso wie in § 48 EStG nur von Barzahlungen die Rede. Scheckzahlungen werden nicht angeführt. Die Aberkennung der Abzugsfähigkeit von Scheckzahlungen an die Firma ***Fa4*** GmbH entspricht daher ebenso wie die an ***Fa7*** GmbH, ***Fa8*** GmbH und anderer nicht dem Gesetz. In der Regierungsvorlage wird zum § 20 Abs. 9 EStG weder im Gesetzestext noch in den Erläuterungen auf § 131b Abs.9 verwiesen. Da beide Gesetzesstellen im gleichen Gesetz normiert wurden, wäre ein Verweis auf die Regelung von § 131b 3 BAO anzunehmen. Ein Unterschied von Barzahlungen und Barscheck besteht darin, dass sich der Beheber des Barschecks bei der Behebung ausweisen muss. Bei der ***Fa4*** GmbH wurde die Übernahme der Schecks durch ***Z*** mittels Passkopie nachgewiesen. Auch diese Schecks wurden für die Rechnungen von der ***Fa4*** GmbH gutgeschrieben. 5. ***Fa7*** GmbH Wie bereits oben dargelegt, bezieht sich das Barzahlungsverbot nicht auf Scheckzahlungen, sodass die Nichtanerkennung der angeführten Beträge nicht dem Gesetz entspricht. 6. ***Fa8*** GmbH Auch die Zahlungen an diese Firma wurden nicht anerkannt, da sie mit Scheck erfolgten. Wie oben dargelegt entspricht dieses Vorgehen nicht dem Gesetz und es werden daher die geleisteten Zahlungen abzugsfähig sein. 7. ***Fa5*** GmbH Die Bekanntgabe, dass die Firma ***Fa5*** GmbH ein Scheinunternehmen ist wurde am 05.12.2016 veröffentlicht. Vorher konnte der Geschäftsführerin der ***Bf1*** diese Tatsache nicht annehmen. Ob die ***Fa5*** GmbH ein geordnetes Rechnungswesen hatte, ist für die Tatsache, dass sie für die ***Bf1*** gearbeitet hat, nicht maßgebend. Auch die Tatsache, dass die ***Fa5*** GmbH über mehrere Bankkonten verfügte, sagt nichts über die Leistungsfähigkeit der Firma aus. Aus den übergebenen Wochenberichten, welche auch von den Bauleitern oder Polieren der Generalunternehmen unterschrieben sind, geht die Anwesenheit vom Personal der ***Fa5*** GmbH auf den Baustellen hervor. Die Aufstellung der geleisteten Arbeitsstunden durch Personal der ***Fa5*** GmbH für August 2016 wurde auf Papier der ***Fa9** bestätigt. Eine Abmeldung des Personals der ***Fa5*** GmbH (8 Dienstnehmer) per 30.09.2016 durch die Steuerberatungskanzlei Elite liegt in Kopie bei den übergebenen Unterlagen zur Firma ***Fa5*** GmbH. Es ist daher nicht schlüssig, dass die ***Fa5*** GmbH im Zeitraum der Zusammenarbeit mit ***Bf1*** eine Scheinfirma gewesen sein soll, die keine Arbeiten durchführen konnte. Alle Zahlungen an die ***Fa5*** GmbH erfolgten mittels Überweisungen. Die in der Beilage angegebenen Konten sind auf den Rechnungen der ***Fa5*** GmbH angegeben und daher dieser zuzuordnen. Mit den Überweisungen waren auch die Rechnungen als bezahlt anzusehen. Empfänger war also die ***Fa5*** GmbH. Was die ***Fa5*** mit dem überwiesenen Geld machte und wie es verbucht wurde, konnte die Geschäftsführererin der ***Bf*** nicht wissen. Fest steht, dass die ***Fa5*** im September 2016 Arbeiter auf der ***Bf*** Baustelle hatte, Dass bei der ***Fa5*** gefälschte Ausweise gefunden wurden, beweist nur dass Arbeiter tätig waren und keine Scheinrechnungen vorliegen. Es widerspricht den Erfahrungen des täglichen Lebens, wenn die Betriebsprüfung annimmt, dass ***Fa5*** GmbH die Arbeiter grundlos Ende August eingestellt habe, wenn sie das Personal nachgewiesenermaßen Ende September 2016 abgemeldet hat. 8. ***Fa6*** GmbH In der Beilage zur Ladung zur Schlussbesprechung wird ausgeführt, dass die Firma ***Fa6*** GmbH nur über ein Büro in einem Bürocenter verfügte. Die ***Fa6*** GmbH hat an die Firma ***Bf1*** Arbeitskräfte überlassen. Bei einer Personalbereitstellungsfirma ist es nicht unüblich, dass keine große Infrastruktur vorhanden ist. Es liegt im Wesen einer solchen Firma, dass sie Leute anmeldet, was häufig durch einen Steuerberater geschieht, und an andere Firmen bereitstellt. Dass es sich bei der Firma ***Fa6*** GmbH nicht um Schein- oder Deckungsrechnungen gehandelt hat, geht aus den übergebenen Wochenberichten, welche auch von den Polieren oder Bauleitern der Auftrag gebenden ***Fa9**, Romberg etc. unterschrieben sind hervor. Als Scheinfirma war dieses Unternehmen nicht registriert. In der HFU Liste, welche regelmäßig abgefragt wurde, scheint das Unternehmen auf. Warum der Geschäftsführer ***DD*** im Jahr 2017 unwillig und unwissend war, der Finanz entsprechende Auskünfte zu geben, können wir nicht sagen. Dieses Verhalten hat auf die tatsächliche Zurverfügungstellung der Arbeitskräfte keine Auswirkung. Dass die Rechnungen des öfteren mit einem Pauschalpreis abgerechnet wurden, ergibt sich daraus, dass nach Einstellung der Arbeiten durch die ***Fa5*** GmbH rasch eine neue Firma gefunden werden musste, welche diese Arbeiten fertig stellt, um nicht in Verzug zu kommen. Die Firma ***Fa6*** GmbH hat diese Arbeiten in Pauschale angeboten und auch abgerechnet. Darüber hinausgehende Arbeiten, wie zur Verfügungsstellung von Kranführer etc. wurden in Regie nach Stunden abgerechnet. Es ist dies nichts Unübliches. Für die ***Bf1*** hat sich aus dem Verhalten der ***Fa6*** GmbH und aufgrund der vorgelegten Unterlagen sowie aufgrund der geleisteten Arbeiten kein Anhaltspunkt gegeben, dass das Finanzamt zu einem anderen Schluss kommen könnte. Bezüglich der Kontoauszüge, Zahlungsbelege und Nachweise der Leistungserbringung ist zu sagen, dass diese Unterlagen der Betriebsprüfung zur Verfügung gestanden sind. Arbeitsbestätigungen werden üblicherweise nur vom Auftraggeber unterfertigt. 9. Zusammenfassend zu den einzelnen Firmen Die unternehmerische Entscheidung Eigenpersonal oder Subfirmen zu beschäftigen steht in keinem Zusammenhang mit der Kenntniss von Scheinfirmen oder -rechnungen sondern erfolgte aus Personalknappheit. Das Finanzamt kann leicht empfehlen, mehr Eigenpersonal einzusetzen. Wenn am österreichischen Arbeitsmarkt, wie bekannt ist, Bauarbeiter schwer zu bekommen sind, muss auf ausländisches Personal durch Leiharbeitsfirmen zurückgegriffen werden. Wenn behauptet wird, dass bei der Firma ***Fa5*** kick-back Zahlungen nachgewiesen wurden, so stimmt das nicht. Nachfolgende Abhebungen durch den Geschäftsführer der ***Fa5*** beweisen nicht, dass er das Geld an die ***Bf*** weitergegeben hätte. Es handelt sich dabei um eine aus der Luft gegriffene Annahme. Die gesamte Zusammenfassung besteht nur aus Verdächtigungen und Mutmaßungen ohne jegliche Beweise. Es soll offenbar Stimmung gegen das geprüfte Unternehmen gemacht werden. Das Finanzamt führt im Bericht selbst aus, dass eine genaue Ermittlung kaum möglich sei und die Behörde nicht beweisen kann. Zu den deutschen Steuerbehörden ist zu sagen, dass sich diese offenbar keine Mühe gemacht haben, den tatsächlichen Zustand der Firmen bei Krankenkassen, Urlaubskassen und sogar bei Finanzämtern festzustellen. Wenn die Finanzämter die Geschäftsabwicklungen weder buchhalterisch noch unternehmerisch beim Subauftragnehmer feststellen können, so ist das für die Geschäftsleitung der Firma ***Bf*** nicht feststellbar. Es wurde bezüglich der beschäftigten Firmen eine reichhaltige Dokumentation mit jenen Unterlagen die zugänglich waren angelegt. Diese Unterlagen und die Tatsache, der auf den Baustellen tätigen Arbeiter der beauftragten Subunternehmen beweisen, dass die Aufwendungen zu Recht verbucht wurden. Zusammenfassend ist zu den Firmen ***Fa1***, ***Fa2***, ***Fa3***, ***Fa4*** und ***Fa5*** zu sagen, das es den Erfahrungen des täglichen Lebens widerspricht, wenn angenommen wird, dass ein Subunternehmer anerkannterweise einen Auftrag übernimmt und auf der Baustelle bearbeitet, ab einem bestimmten Zeitpunkt die Arbeiter abzieht um dann nur mehr Scheinrechnungen zu stellen, während plötzlich unbekannte Firmen und Arbeiter den Auftrag weiterführen. Der Beweis für Schein- oder Deckungsrechnungen konnte nicht erbracht werden." Abschließend wurde die Aufhebung der angefochtenen Bescheide und die erklärungsgemäße Festsetzung der Körperschaftsteuer 2014-2017 sowie die Festsetzung der Vorauszahlungen an Körperschaftsteuer in ursprünglicher Höhe beantragt. In einer zur Beschwerde der Bf. abgegeben Stellungnahme führte die Prüferin aus: ***Fa1*** GmbH Die UID-Nummer wurde von der Deutschen Finanzbehörde am 29.11.2014 mit Wirkung vom 01.01.2014 begrenzt. Eine Bestätigung über die Gültigkeit der UID vom 14.3.2014 wurde im Zug der Prüfung vorgelegt. Lt. Ansicht des Bf. wurden die Leistungen der ***Fa1*** an die ***Bf*** 2014 in Österreich erbracht. Die Bestätigung der UID und die Rechnungen und Quittungen in der Belegsammlung der ***Bf*** wurden als Beweis angeführt, dass die ***Bf*** Kontakt zum Geschäftsführer der ***Fa1*** hatte. Die nicht anerkannte Rechnung vom 07.01.2014 hätte Leistungen aus 2013 betroffen, die Nichtanerkennung des Aufwandes kann lt. Meinung des Bf. nicht nachvollzogen werden. Die Firmenunterlagen der ***Fa1*** wurden bis zum September 2013 datiert vorgelegt. Und beweisen damit nur, das bis September 2013 diese Auskunft gültig war. Für 2014 wurde der Bp nur die Bestätigung über die Gültigkeit der UID vom 14.3.2014 übergeben, sonst keine weiteren Unterlagen. Diese Abfrage wurde für die Rechnung vom 07.01.2014 mit Barzahlung am 19.03.2014 durchgeführt. Für die weiteren Rechnungen zwischen 03.02.2014 bis 03.05.2014 mit Barzahlungen von 08.04.2014 bis zum 08.08.2014 wurde die Gültigkeit der UID nicht überprüft. Es wurden keine neuen Beweise für die Leistungserbringung vorgelegt wie zum Beispiel Schriftverkehr, Mails, Arbeitsaufzeichnungen für die Arbeiter. Die Überprüfung der vorgelegten Unterlagen erfolgte lt. Vorhaltsbeantwortung vom 01.06.2017 "aufgrund der übergebenen Unterlagen und des persönlichen Kontaktes", genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht. Die Firma wurde nicht an ihrem eingetragenen Firmensitz besucht. Für die Rechnung vom 07.01.2014 mit Barzahlung am 19.03.2014 konnte der Zahlungsempfänger nicht festgestellt werden. Der eingetragene Geschäftsführer der ***Fa1***, ***A***, war nie zur Gewerbeausübung berechtigt, da er keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hatte. Seit Anfang 2014 konnte von der Deutschen Steuerbehörde kein Kontakt mit der Firma hergestellt werden. Die Ausübung des Gewerbes wurde untersagt. Da die Leistung in keiner Weise nachgewiesen werden konnte, wurde der Aufwand der ***Fa1*** für 2014 nicht anerkannt, siehe auch Bericht Seite 2-4. ***Fa2*** Für diese Firma wurde ein Fremdleistungsaufwand für den Leistungszeitraum August nicht anerkannt, die Rechnung wurde im September gelegt. Geschäftsführer: ***: 10.01.2013-02.04.2014 ***A*** 02.04.2014-25.08.2014 Bei einer Umsatzsteuersonderprüfung durch die Deutsche Finanzbehörde konnte ab März 2014 keine Geschäftstätigkeit mehr festgestellt werden. Es war kein Kontakt zu Firmenverantwortlichen möglich, kein Personal angemeldet. Es wurden keine neuen Beweise für die Leistungserbringung vorgelegt wie zum Beispiel Schriftverkehr oder Mails. Die Überprüfung der vorgelegten Unterlagen erfolgte It. Vorhaltsbeantwortung vom 01.06.2017 "aufgrund der übergebenen Unterlagen und des persönlichen Kontaktes", genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht. Die Firma wurde nicht an ihrem eingetragenen Firmensitz besucht. Lt. Vorhaltsbeantwortung war Ansprechpartner ***, Barzahlungen erfolgten an ihn. *** war jedoch Geschäftsführer in nur einem Monat, in dem Rechnungen der ***Fa2*** in der Belegsammlung der ***Bf*** vorhanden sind - Rechnungen ab 28.02.2014, Geschäftsführerwechsel mit 02.04.2014. Anschließend war ***A*** eigetragener Geschäftsführer der GmbH. Dazu im Widerspruch wurde vom Bf. angegeben, dass ***A***, eingetragener Geschäftsführer ab 02.04.2014, die Unterlagen der ***Fa2*** unterschrieben hat, der jedoch keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hatte. Da die Leistung in keiner Weise nachgewiesen werden konnte, wurde der Aufwand der ***Fa2*** ab September 2014 nicht anerkannt, siehe auch Bericht Seite 4-7. ***Fa3*** grad.d.o.o. Firmenunterlagen wurden bis August 2014 datiert vorgelegt. Bereits am 14.04.2014 wurde von der AOK Bayer bestätigt, dass zu diesem Zeitpunkt keine Arbeitnehmer gemeldet waren. Bei einer Prüfung durch die Deutsche Finanzbehörde wurde festgestellt, dass seit Oktober 2014 am Firmensitz keine Geschäftstätigkeit mehr ausgeübt wurde. Es war kein Kontakt zu den Firmenverantwortlichen möglich, die Firma war in Deutschland nicht mehr existent, das Umsatzsteuersignal wurde mit Oktober 2014 gelöscht. Die Deutsche Finanzbehörde beurteilte die Rechnungen der ***Fa3*** an die ***Bf*** ab Oktober 2014 als Scheinrechnungen. Es wurden keine neuen Beweise für die Leistungserbringung vorgelegt wie zum Beispiel Schriftverkehr oder Mails. Die Überprüfung der vorgelegten Unterlagen erfolgte It. Vorhaltsbeantwortung vom 01.06.2017 "aufgrund der übergebenen Unterlagen und des persönlichen Kontaktes", genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht. Die Firma wurde nicht an ihrem eingetragenen Firmensitz besucht. Da die Leistung in keiner Weise nachgewiesen werden konnte, wurde der Aufwand der ***Fa3*** grad.d.o.o .ab Oktoberber 2014 nicht anerkannt, siehe auch Bericht Seite 7-11. ***Fa4*** GmbH Die Eingangsrechnungen dieser Gesellschaft wurden 2016 mittels Barschecks bezahlt. Der Leistungsnachweis konnte nicht erbracht werden, da die Zuordnung der A1- Meldungen und der Lohnzettel für überlassene Arbeitskräfte an die ***Bf*** nicht zuordenbar waren. Es wurden keine neuen Beweise für die Leistungserbringung vorgelegt wie zum Beispiel Schriftverkehr oder Mails. Die Überprüfung der vorgelegten Unterlagen erfolgte It. Vorhaltsbeantwortung vom 01.06.2017 "aufgrund der übergebenen Unterlagen und des persönlichen Kontaktes", genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht. Die Firma besitzt seit dem Geschäftsführer - Gesellschafterwechsel im Jänner 2016 keine Geschäftsräume mehr in Deutschland. Geschäftsunterlagen des Unternehmens liegen dem Finanzamt ***Stadt*** III nicht vor. Der Aufwand wurde auch auf Grund des Barzahlungsverbotes nicht anerkannt. Der bundesweite Fachbereich beurteilt noch die Feststellung, dass Barschecks unter das Barzahlungsverbot fallen. ***Fa7*** GmbH Die Eingangsrechnungen dieser Gesellschaft wurden 2017 mittels Barschecks bezahlt. Der Aufwand wurde auf Grund des Barzahlungsverbotes nicht anerkannt. Der bundesweite Fachbereich beurteilt noch die Feststellung, dass Barschecks unter das Barzahlungsverbot fallen. ***Fa8*** GmbH Auch die Eingangsrechnungen dieser Gesellschaft wurden 2017 mittels Barschecks bezahlt. Der Aufwand wurde auf Grund des Barzahlungsverbotes nicht anerkannt. Der bundesweite Fachbereich beurteilt noch die Feststellung, dass Barschecks unter das Barzahlungsverbot fallen. ***Fa5*** GmbH Der Bf. gibt an, die ***Fa5*** war Empfänger der Banküberweisungen, welches Bankkonto dafür verwendet wurde, sei unwesentlich. Dass Arbeiter mit gefälschten Ausweisen auf den Baustellen der ***Bf*** arbeiteten, beweise nur, dass Leistungen erbracht wurden. Es wird auf die ausführlichen Feststellungen im Bericht Seite 18-21 verwiesen. ***Fa6*** GmbH Es wurden keine neuen Beweise für die Leistungserbringung vorgelegt wie zum Beispiel Schriftverkehr oder Mails. Die Überprüfung der vorgelegten Unterlagen erfolgte It. Vorhaltsbeantwortung vom 01.06.2017 "aufgrund der übergebenen Unterlagen und des persönlichen Kontaktes", genaue Angaben wurden dazu nicht gemacht. Die Firma wurde nicht an ihrem eingetragenen Firmensitz besucht. Als Ansprechperson wurde Enrico ***DD*** angegeben, der bei der niederschriftlichen Einvernahme durch die Finanzpolizei keine Angaben zur Geschäftstätigkeit machen konnte. Bei der Geschäftsadresse ***Adr***. Obergeschoß handelt es sich um einen im Businesscenter angemieteten Büroraum. Das Finanzamt und die Finanzpolizei haben bei der ***Fa6*** eine Außenprüfung sowie Erhebungen durchgeführt. Am 13.7.2017 wurde mittels Bescheides festgestellt, dass die ***Fa6*** Industrieservice GmbH "jedenfalls ab 02.02.2016 als Scheinunternehmen gern. § 8 SBBG gilt. In der Bescheidbegründung wurde u.a. ausgeführt, dass Dienstnehmer auf ***Fa6*** angemeldet worden wären, ohne dass diese den Dienstgeber ***Fa6*** kennen. Mit Beschluss vom 16.10.2017 wurde der Konkurs eröffnet und die Gesellschaft aufgelöst. Der Feststellungsbescheid vom 13.07.2017, dass die ***Fa6*** Industrieservice ab 02.02.2016 als Scheinunternehmen gilt, betrifft den gesamten in Rechnung gestellten Leistungszeitraum November-Dezember 2016. Für den Subunternehmer ***Fa6*** Industrieservice GmbH konnte eine Leistungserbringung nicht nachgewiesen werden. Der Aufwand wird nicht anerkannt, siehe auch Bericht Seite 21-23. Mit Beschwerdevorentscheidung vom 6. Februar 2020 wurde die Beschwerde gegen die Bescheide über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Körperschaftsteuer 2014 und 2015 und die Körperschaftsteuerbescheide 2014-2017 als unbegründet abgewiesen und ausgeführt wie in der Stellungnahme der Prüferin. Ebenfalls mit Beschwerdevorentscheidung vom 6. Februar 2020 wurde die Beschwerde gegen die Bescheide betreffend Festsetzung von Anspruchszinsen 2014 und 2015 als unbegründet abgewiesen. Mit Beschwerdevorentscheidung vom 7. Februar 2020 wurde die Beschwerde gegen den Bescheid betreffend Festsetzung von Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020 zurückgewiesen. Begründend wurde ausgeführt, dass der angefochtene Bescheid nach dem Ergehen eines neuen Vorauszahlungsbescheides auf Basis des Jahres 2018 am 21.10.2019 nicht mehr im Rechtsbestand sei, weshalb die Beschwerde dagegen als unzulässig geworden zurückgewiesen werde. Gegen die Beschwerdevorentscheidungen brachte die Bf. fristgerecht einen Antrag auf Entscheidung über die Bescheidbeschwerde durch das Bundesfinanzgericht (Vorlageantrag) ein und brachte vor: "1. ***Fa1*** GmbH Die UID-Nummer der ***Fa1*** GmbH wurde erst am 29.11.2014 von den deutschen Finanzbehörden begrenzt. Unser Mandant hat die Bestätigung der Gültigkeit der UID Nummer vom 14.03.2014 vorgelegt (***Fa1*** 1). Diese Bestätigung erfolgte nach dem Ausstellungsdatum der Rechnungen vom 3.2.2014 und 4.3.2014. Die Ausstellung der Rechnungen vom 3.5.2014 erfolgte zeitnahe zur letzten UID Abfrage. Eine Verpflichtung zur Überprüfung der UID Nummer bei Bezahlung der Rechnungen ist gesetzlich nicht vorgesehen. Die Überprüfung der Unterlagen der ***Fa1*** GmbH erfolgte vor Aufnahme der Geschäftsbeziehung; diese können auf Wunsch des Gerichts vorgelegt werden, obwohl diese dem Finanzamt bereits übergeben wurden. Eine sachliche Begründung, warum die ***Fa1*** bis 31.12.2013 auf der Baustelle gearbeitet und die Arbeiten mit 1.1.2015 eingestellt haben soll, wurde nicht angeführt und widerspricht den Erfahrungen des täglichen Lebens. Es konnten keine Hinweise gefunden werden, dass andere Arbeiter sodann auf der Bausteile gearbeitet hätten. Die deutschen Steuerbehörden konnten mit der Firma ***Fa1*** GmbH keinen Kontakt aufnehmen, da diese in Österreich gearbeitet hat und das Büro nicht besetzt war. Eine deutsche Aufenthaltsgenehmigung ist für die Leistungserbringung in Österreich nicht relevant. Es ist in der Bauwirtschaft unüblich, dass der Auftraggeber den Auftragnehmer aufsucht; auch unser Klient muss bei den auftraggebenden Baufirmen vorsprechen. Die Barzahlung der Rechnung vom 7.1.2014 war gesetzlich erlaubt. Laut den, der Betriebsprüfung zur Verfügung gestandenen Unterlagen, wurden die Zahlungen mit ***A*** abgewickelt. Eine von ***A*** unterschriebene Quittung sowie eine Kopie seines Reisepasses sind in den übergebenen Unterlagen (***Fa1*** 2). Der Zahlungsempfänger der Barzahlungen am 19.3.2014 und am 8.4.2014 war ***A***, wie die Unterschriften am Kassa Beleg beweisen (***Fa1*** 3). Eine fehlende Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland steht nicht im Widerspruch zu dem Umstand, dass Herr ***A*** die Zahlungen in Österreich entgegengenommen hat. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 2. ***Fa2*** Auch hier geht das Finanzamt von falschen Annahmen und falschen Auskünften der deutschen Finanzbehörden aus. So wurde angeführt, dass am 07.05.2014 festgestellt wurde, das kein Personal mehr bei der Firma ***Fa2*** vorhanden war. Andererseits wird ausgeführt, dass bis Juli 2014 Lohnsteuermeldungen abgegeben wurden und danach die Firma über keine angemeldeten Arbeiter mehr verfügte. Diese beiden Angaben widersprechen sich. In der Mappe mit den Unterlagen bezüglich ***Fa2*** befindet sich eine Unfallanzeige (***Fa2*** 1), wonach der Arbeiter ***B*** am 07.08.2014 einen Unfall erlitten hatte und ins Landeskrankenhaus Mistelbach eingeliefert wurde. Des Weiteren finden sich dort Entsendungsmeldungen vom Juli 2014 (***Fa2*** 2). Ebenfalls findet man dort A1 Bescheinigungen gültig bis 2016 (***Fa2*** 3). Die Auskunft der deutschen Steuerbehörde, dass die ***Fa2*** über keinerlei Personal mehr im August 2014 verfügt hätte, wird durch den Unfallbericht ***B*** auf der Baustelle Mistelbach widerlegt (***Fa2*** 1). Die Unfallanzeige beweist, dass die Arbeiter der Firma ***Fa2*** weiterhin auf der Baustelle gearbeitet haben. Die Mitteilung der hessischen Steuerbehörde, dass letztmalig im Juli 2014 Lohnsteuermeldungen abgegeben wurden bedeutet nicht, dass keine Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt waren; auf Grund fehlender Unterlagen kann nicht geschlossen werden, dass das Personal nicht auf der Baustelle war. Zu dem Einwand, dass kein Schriftverkehr oder E Mails vorliegen, übermitteln wir E Mail Verkehr mit der Fa ***Fa2*** im Zeitraum Mai bis Ende Juni 2014 (***Fa2*** 4). In einem Mail vom 14.07.2014 gibt die ***Fa2*** ihr Konto bei der Erste Bank in Wien an (***Fa2*** 5). Im Zuge der Betriebsprüfung wurden Arbeitsaufzeichnungen der Fa ***KG*** zur ER 14/0085 der ***Fa2*** vorgelegt. Mit dieser Rechnung wurde der Arbeiter ***D*** abgerechnet, dessen Entsendungsbestätigung gültig bis 2.2.2015 und die Arbeitsaufzeichnung wir den Unterlagen als Nachweis der tatsächlich erbrachten Leistungen des abgerechneten Personals im Zeitraum August 2014 beilegen (***Fa2*** 6). Die Firma ***KG*** bestätigt die Anwesenheit von Herrn ***D*** auf der Baustelle. Laut den, der Betriebsprüfung zur Verfügung gestandenen Unterlagen, wurden die Zahlungen mit ***A*** abgewickelt. Eine von ***A*** unterschriebene Quittung sowie eine Kopie seines Reisepasses sind in den übergebenen Unterlagen (***Fa2*** 7). Eine fehlende Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland steht nicht im Widerspruch zu dem Umstand, dass Herr ***A*** die Zahlungen in Österreich entgegengenommen hat. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 3. ***Fa3***. Die Geschäftsbeziehung bestand zwischen 14.12.2013 und 01.10.2014. Die Angabe, dass im November 2014 die Einzelprokura von ***U*** gelöscht wurde kann nicht stimmen, da ein Handelsregisterauszug des Amtsgerichtes ***Fa*** vom 10.12.2014 (***Fa3*** 1) vorliegt, wonach ***U*** Semir Einzelprokura hatte. Wenn im Mai 2015 diese Firma in ***Fa*** nicht mehr auffindbar wird, hat das nichts mit den Leistungen Dezember 2013 bis September 2014 zu tun. Die deutschen Steuerbehörden konnten mit der Firma ***Fa3*** keinen Kontakt aufnehmen, da diese in Österreich gearbeitet hat und das Büro nicht besetzt war. Es ist in der Bauwirtschaft unüblich, dass der Auftraggeber den Auftragnehmer aufsucht; auch unser Klient muss bei den auftraggebenden Baufirmen vorsprechen. Eine Reihe von A1 Bescheinigungen {***Fa3*** 2), ausgestellt von der IKK Südwest in den Monaten August bis Oktober 2014 werden in der Belegmappe überreicht. Die von einem Polier oder Bauleiter der Auftrag gebenden Großbaufirma unterschriebenen Arbeitsberichte bis August 2014 liegen ebenfalls bei (***Fa3*** 3). Ein Wochenbericht ist sogar auf Firmenpapier der Auftrag gebenden Firma ***KG*** (***Fa3*** 4) geschrieben. Dieser Arbeitsbericht auf dem Papier der Firma der ***KG*** (***Fa3*** 4) bestätigt Regiearbeiten durch Personal der ***Fa3*** grad.d.o.o. im Dezember 2014. Entgegen dem Bericht der Betriebsprüfung wonach für die beiden angeführten Arbeiter Herrn ***EE*** und Herrn ***FF*** keine A1 Bescheinigungen vorliegen, übermitteln wir diese in unserem Belegordner unter dem Punkt (***Fa3*** 7). Quartierrechnungen für Personal der ***Fa3*** grad.d.o.o. für die Monate bis Dezember 2014 (***Fa3*** 5) liegen ebenfalls in der Mappe. Zu dem Vorbringen, dass die Stundenaufzeichnungen nicht durch die ***Fa3***, sondern durch den Auftraggeber abgezeichnet wurden, entspricht es der üblichen Vorgangsweise in der Bauwirtschaft, dass die erbrachten Leistungen vom Auftraggeber abgezeichnet werden. Eine Bestätigung der eigenen Aufzeichnungen widerspricht den Erfahrungen des täglichen Lebens. Zu den Zahlungen mittels Scheck liegen auch Passkopien (***Fa3*** 6) des Geschäftsführers ***T*** vor, welcher die Zahlungen übernommen hat. Die Beträge wurden den Rechnungen gutgeschrieben, sodass diese ausgeglichen waren. ZKO 4 Meldungen: diese beweisen, dass es sich nicht um Personalgestellung, sondern um Werkaufträge gehandelt hat, sodass keine Abzugsteuer einzubehalten gewesen wäre. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 4. ***Fa4*** GmbH Für 2015 wurde der Aufwand an die ***Fa4*** GmbH nicht anerkannt, weil mangels Bilanzeinreichung und mangels Auskunft des deutschen Finanzamtes, ob bei der Sozialversicherung Arbeitskräfte gemeldet sind, sowie dass offenbar zu einem späteren Zeitpunkt dem Finanzamt keine Geschäftsunterlagen Vorlagen, dieses Unternehmen nicht existent sei. In dem beiliegenden Ordner befinden sich Bestätigungen von deutschen Sozialversicherungen. Am 16.09.2015 bestätigt die AOK, dass 7 Arbeitnehmer versichert sind und die IKK Südwest, dass 31 Arbeitnehmer versichert gemeldet waren. Am 08.03.2016 bestätigt die AOK (***Fa4*** 1) das 10 Arbeitnehmer gemeldet sind und die IKK Südwest (***Fa4*** 2) das 21 Arbeitnehmer gemeldet sind. Am 18.03.2016 bestätigt die SOKA-***Fa4*** 3), das ist die deutsche Urlaubskassa, dass die Firma ***Fa4*** GmbH ihren Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß nachgekommen ist. Des Weiteren liegen Unterlagen über eine Baustellenkontrolle durch die Finanzpolizei am 28.10.2015 um 09:20 Uhr vor (***Fa4*** 4). Aus dem Urteil des Verwaltungsgerichtes Wien vom 27.07.2017 (***Fa4*** 4) geht hervor, dass am 28.10.2015 um 09:20 Uhr 11 Arbeiter der ***Fa4*** GmbH auf der Baustelle *** anwesend waren. Entgegen dem Bericht der Betriebsprüfung decken sich die übergebenen A1 Meldungen (***Fa4*** 6) mit den kontrollierten Arbeitern der ***Fa4*** GmbH. Die ***Fa4*** GmbH war daher ein tätiges Unternehmen. Das Finanzamt ***Stadt*** hat am 27.4.2016 eine Freistellungsbescheinigung bis zum 31.10.2016 erteilt. (***Fa4*** 5) ; die Gesellschaft wurde am 24.5.2017 gelöscht und hat nachweislich im Jahr 2016 bestanden und stand im Kontakt mit den deutschen Finanzbehörden. Für das Jahr 2016 wurden die Aufwendungen nicht anerkannt, da sie mittels Scheck (***Fa4*** 7) bezahlt wurden. Das Finanzamt bezieht sich dabei offenbar auf das Barzahlungsverbot gemäß § 20 (1) 9 EStG. In dieser Gesetzesstelle ist ebenso wie in § 48 EStG nur von Barzahlungen die Rede. Scheckzahlungen werden nicht angeführt. Barzahlungen im Sinne des §131 BAO beziehen sich ausschließlich auf Registrierkassen, wie die Wortfolge "im Sinne dieser Bestimmung" im §131 b(1 )Zi3 ausführt. Ein Scheck unterliegt anderen rechtlichen Bestimmungen als Bargeld (siehe dazu das Scheckgesetz). Gemäß §131 b(1 )Zi3 gelten im Sinne dieser Bestimmung auch Zahlungen mit Bankomat- oder Kreditkarte als Barzahlung. Gemäß der allgemeinen Lebenserfahrung kann zB die Zahlung mit einer Kreditkarte keinesfalls als Barzahlung angesehen werden, auch wenn sie in dieser Bestimmung ausnahmsweise darunter subsummiert wird. Gemäß dem Durchführungserlaß zur BAO vom 22.5.1990 löst die Entgegennahme von Barschecks keine Bargeldbewegungen aus. Bei Einlösung eines Barschecks legitimiert die Bank den Einlöser des Schecks, dh die Identität des Einlösers ist der Bank bekannt und jede Zahlung kann zugeordnet werden. Die Aberkennung der Abzugsfähigkeit von Scheckzahlungen an die Firma ***Fa4*** GmbH entspricht daher ebenso wie die an ***Fa7*** GmbH, ***Fa8*** GmbH und anderer nicht dem Gesetz. Bei der ***Fa4*** GmbH wurde die Übernahme der Schecks durch ***Z*** mittels Passkopie nachgewiesen. Auch diese Schecks wurden für die Rechnungen von der ***Fa4*** GmbH gutgeschrieben. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 5. ***Fa7*** GmbH Wie bereits oben dargelegt, bezieht sich das Barzahlungsverbot nicht auf Scheckzahlungen (Ham 1), sodass die Nichtanerkennung der angeführten Beträge nicht dem Gesetz entspricht. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 6. ***Fa8*** GmbH Auch die Zahlungen an diese Firma wurden nicht anerkannt, da sie mit Scheck (***Fa8*** 1,2) erfolgten. Wie oben dargelegt entspricht dieses Vorgehen nicht dem Gesetz und es werden daher die geleisteten Zahlungen abzugsfähig sein. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 7. ***Fa5*** GmbH Die Bekanntgabe, dass die Firma ***Fa5*** GmbH ein Scheinunternehmen ist wurde am 05.12.2016 veröffentlicht. Vorher konnte die Geschäftsführerin der ***Bf1*** diese Tatsache nicht annehmen. Ob die ***Fa5*** GmbH ein geordnetes Rechnungswesen hatte, ist für die Tatsache dass sie für die ***Bf1*** gearbeitet hat, nicht maßgebend. Auch die Tatsache, dass die ***Fa5*** GmbH über mehrere Bankkonten verfügte, sagt nichts über die Leistungsfähigkeit der Firma aus. Zu Beginn der Zusammenarbeit überprüfte unsere Klientin die Geschäftstätigkeit der ***Fa5*** durch folgende Unterlagen: am 8.6.2016 stellte das Finanzamt Baden eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die ***Fa5*** (***Fa5*** 4), am 8.6.2016 die NÖGKK (***Fa5*** 5). Am 8.8.2016 erfolgte eine Abfrage in der HFU Liste, in der die ***Fa5*** gefunden wurde (***Fa5*** 6). Dazu musste die ***Fa5*** folgende Voraussetzungen erfüllen:• Das Unternehmen muss bereits mindestens drei Jahre lang Bauleistungen nach § 19 Abs 1a Umsatzsteuergesetz 1994 (UStG 1994) erbracht haben. • Das Unternehmen muss als Dienstgeber nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ÄSVG) gemeldete Dienstnehmer beschäftigen. • Das Unternehmen darf keine rückständigen Beiträge für Zeiträume bis zu dem zweitvorangegangenen Kalendermonat aufweisen. • Darüber hinaus müssen die entsprechenden Beitragsgrundlagenmeldungen vorliegen. Aus den übergebenen Wochenberichten, welche auch von den Bauleitern oder Polieren der Auftraggeber unterschrieben sind, geht die Anwesenheit vom Personal der ***Fa5*** GmbH auf den Baustellen hervor, siehe Aufstellung der geleisteten Arbeitsstunden durch Personal der ***Fa5*** GmbH für den Leistungszeitraum bis 31.6.2016 durch die Bauunternehmung Rudolf ***KG*** (***Fa5*** 1). Die Aufstellung der geleisteten Arbeitsstunden durch Personal der ***Fa5*** GmbH für August 2016 wurde auf Papier der ***Fa9** bestätigt. Eine Abmeldung des Personals der ***Fa5*** GmbH (8 Dienstnehmer) per 30.09.2016 durch die Steuerberatungskanzlei Elite (***Fa5*** 2) liegt in Kopie den übergebenen Unterlagen zur Firma ***Fa5*** GmbH bei. Ebenso Korrespondenz unserer Klientin vom 16.9.2016 mit der ***Fa5*** wegen fehlender Leistungen (***Fa5*** 7). Es ist daher nicht schlüssig, dass die ***Fa5*** GmbH im Zeitraum der Zusammenarbeit mit ***Bf1*** eine Scheinfirma gewesen sein soll, die keine Arbeiten durchführen konnte. Alle Zahlungen an die ***Fa5*** GmbH erfolgten mittels Überweisungen (***Fa5*** 3). Die in der Beilage angegebenen Konten sind auf den Rechnungen der ***Fa5*** GmbH angegeben und daher dieser zuzuordnen. Dass die ***Fa5*** nicht sämtliche Bankkonten in ihrer Buchhaltung erfasst hat, kann man unserer Klientin nicht vorwerfen. Mit den Überweisungen waren auch die Rechnungen als bezahlt anzusehen. Empfänger war also die ***Fa5*** GmbH. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 8. ***Fa6*** GmbH In der Beilage zur Ladung zur Schlussbesprechung wird ausgeführt, dass die Firma ***Fa6*** GmbH nur über ein Büro in einem Bürocenter verfügte. Die ***Fa6*** GmbH hat an die Firma ***Bf1*** Arbeitskräfte überlassen. Bei einer Personalbereitstellungsfirma ist es nicht unüblich, dass keine große Infrastruktur vorhanden ist. Es liegt im Wesen einer solchen Firma, dass die Leute angemeldet, was häufig durch einen Steuerberater geschieht, und an andere Firmen bereitgestellt werden. Dass es sich bei der Firma ***Fa6*** GmbH nicht um Schein- oder Deckungsrechnungen gehandelt hat, geht aus den übergebenen Wochenberichten, welche auch von den Polieren oder Bauleitern der Auftrag gebenden ***Fa9**, Romberg etc. unterschrieben sind hervor. Als Scheinfirma war dieses Unternehmen im Zeitraum der Zusammenarbeit mit unserer Klientin (2016) nicht registriert (***Fa6*** 1). Erst am 3.10.2019 wurde die ***Fa6*** in der Liste der Scheinunternehmen des BMF veröffentlicht. In der HFU Liste (***Fa6*** 2), welche regelmäßig abgefragt wurde (letztmalig am 15.12.2016), scheint das Unternehmen auf. Im Oktober 2016 wurden Unbedenklichkeitsbescheinigungen der BUAK (***Fa6*** 3), des Finanzamts Linz (***Fa6*** 4) und der WGKK (***Fa6*** 5) ausgestellt. Dass die Wochenberichte das gleiche Schriftbild aufweisen ist unrichtig, diese sind auch entgegen den Feststellungen im BP Bericht vom Austraggeber und Auftragnehmer unterschrieben (***Fa6*** 6). Warum der Geschäftsführer ***DD*** im Jahr 2017 unwillig war, der Finanz entsprechende Auskünfte zu geben, können wir nicht sagen. Dieses Verhalten hat auf die tatsächliche Zurverfügungstellung der Arbeitskräfte keine Auswirkung. Das die Rechnungen des öfteren mit einem Pauschalpreis abgerechnet wurden, ergibt sich daraus, dass nach Einstellung der Arbeiten durch die ***Fa5*** GmbFI rasch eine neue Firma gefunden werden musste, welche diese Arbeiten fertig stellt, um nicht in Verzug zu kommen. Die Firma ***Fa6*** GmbH hat diese Arbeiten in Pauschale angeboten und auch abgerechnet. Darüber hinausgehende Arbeiten, wie zur Verfügungsstellung von Kranführer etc. wurden in Regie nach Stunden abgerechnet. Es ist dies nichts Unübliches. Für die ***Bf1*** hat sich aus dem Verhalten der ***Fa6*** GmbH und aufgrund der vorgelegten Unterlagen sowie aufgrund der geleisteten Arbeiten kein Anhaltspunkt gegeben, dass das Finanzamt zu einem anderen Schluss kommen könnte. Bezüglich der Kontoauszüge, Zahlungsbelege und Nachweise der Leistungserbringung ist zu sagen, dass diese Unterlagen der Betriebsprüfung zur Verfügung gestanden sind. Auf unsere Vorbringen in der Beschwerde vom 29.10.2019 wurde nicht eingegangen. 9. Zusammenfassend zu den einzelnen Firmen Die unternehmerische Entscheidung Eigenpersonal oder Subfirmen zu beschäftigen steht in keinem Zusammenhang mit der Kenntnis von Scheinfirmen oder -rechnungen sondern erfolgte aus Personalknappheit. Der Beweis für Schein- oder Deckungsrechnungen konnte nicht erbracht werden." Da die Bf. mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 die Beschwerde gegen die Wiederaufnahme der Verfahren betreffend Körperschaftsteuer 2014 und 2015 zurückgezogen hat, wurde die Beschwerde mit Beschluss des BFG vom 9. Jänner 2023 gemäß § 256 Abs. 3 BAO als gegenstandslos erklärt. Mit Eingabe vom 27. April 2023 wurde die Beschwerde gegen den Bescheid betreffend Festsetzung von Körperschaftsteuervorauszahlungen 2020 zurückgezogen. In der am 21. Dezember 2023 vor dem Bundesfinanzgericht abgehaltenen mündlichen Verhandlung brachte die steuerliche Vertretung der Bf. im Wesentlichen vor, dass die Leistungen der Subunternehmen seitens der Bf. durch umfangreiche Aufzeichnungen dokumentiert worden seien. Dennoch habe die Abgabenbehörde willkürlich angenommen, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die Subunternehmer nicht mehr für die Bf. tätig gewesen wären und dass Scheinrechnungen vorlägen. Die Bf. habe ausreichend Beweise vorgelegt, dass die Firmen auch nach den Zeitpunkten, ab welchen die Rechnungen von der Behörde nicht anerkannt wurden, tatsächlich gearbeitet hätten. Die Vertreterin der belangten Behörde entgegnete, dass die Aufwendungen nicht willkürlich gekürzt worden seien, vielmehr habe das Finanzamt umfangreiche Ermittlungen durchgeführt, insbesondere seien auch Anfragen an die deutschen Steuerbehörden erfolgt. Der geltend gemachte Aufwand sei auch nicht zur Gänze nicht anerkannt, sondern lediglich um 50% gekürzt worden. Dass die Leistungen erbracht worden sind, sei unstrittig. Es sei nur nicht geklärt, von wem die Leistungen erbracht wurden. Die steuerliche Vertretung der Bf. wandte ein, dass die Kürzung der Aufwendungen um 50% von der Abgabenbehörde nicht begründet worden sei. Auch sei nicht erklärt worden, warum hinsichtlich der Firma ***Fa5*** die Arbeiten mit Ende Juli 2016 eingestellt worden sein sollen, wenn seitens der Bf. die Bestätigung vorgelegt wurde, dass die Arbeiter erst mit Ende September abgemeldet wurden. Die Vertreterin der belangten Behörde hielt dem entgegen, dass aufgrund der bei der ***Fa5*** durchgeführten Erhebungen und Feststellungen die Rechnungen ab dem Ausstellungszeitraum Juni 2016 nicht anerkannt worden wären. Es sei auch ab Juni 2016 keine Buchhaltung mehr erstellt worden. Die steuerliche Vertretung der Bf. replizierte, der Umstand, dass in der Firma ab Juni 2016 keine Buchhaltung mehr geführt wurde, sei damit begründet, dass im Unternehmen kein Geld mehr vorhanden gewesen sei. Über Vorhalt der Vorsitzenden, warum hinsichtlich der Firma ***Fa2*** die Aufwendungen ab August 2014 nicht anerkannt wurden, wenn nachweislich eine Unfallanzeige vom 14.08.2014 betreffend den Arbeiter ***B*** im Akt aufliege, gab die Vertreterin des Finanzamtes keine Erklärung ab. Über weitere Befragung der Vorsitzenden erklärte die Vertreterin der belangten Behörde die Nichtabzugsfähigkeit der Bezahlung mittels Barschecks mit dem Unterschied zwischen Barscheck und Verrechnungsscheck sowie mit der Intention des Gesetzgebers. Die steuerliche Vertretung der Bf. brachte vor, dass die Anführung von Barschecks als Barumsatz in der BAO nicht maßgebend sei für die Barzahlung iSd §20 EStG. Abschließend verwies die steuerliche Vertretung darauf, dass das Ausscheiden der Rechnungen auf "wackeligen Füßen" stehe, insbesondere werde die Nichtanerkennung seitens der Abgabenbehörde lediglich mit Indizien begründet. Die Tatsache, dass die Arbeiten durch die Subfirmen tatsächlich erbracht wurden und dass die Arbeiter auf den Baustellen anwesend waren, sei von der Bf. nachgewiesen worden. II. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: 1. Sachverhalt Auf Basis des oben geschilderten Verwaltungsgeschehens und der aktenkundigen Unterlagen steht folgender Sachverhalt fest: Die Bf. ist eine in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung errichtete und im österreichischen Firmenbuch unter der FN 363428d eingetragene juristische Person des Privatrechts, die in der Baubranche ("Sonstiger Hochbau") tätig ist. Als Geschäftsführerin fungiert Frau ***Y**. Gesellschafterin ist die ***Fa10***. In den Jahren 2013-2017 wurden im Rechenwerk der Bf. Eingangsrechnungen über Fremdleistungsaufwendungen von insgesamt acht Fremdleistern in nachstehender Höhe verbucht: Rechnungsaussteller ER 2013 ER2014 ER 2015 ER 2016 ER 2017 ***Fa1*** 210.730,00 277.862,00 ***Fa2*** 652.059,63 ***Fa3***. 731.201,50 234.030,00 ***Fa4*** 1,215.811,02 517.289,82 ***Fa5*** 710.947,48 ***Fa6*** 198.725,00 ***Fa7*** 92.352,19 ***Fa8*** 309.520,00 1. ***Fa1*** GmbH (***Fa1***): Die Fa. ***Fa1*** mit Sitz in *** (Deutschland) wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 10.09.2012 gegründet und am 17.10.2012 beim Amtsgericht in das Handelsregister auf dem Registerblatt *** eingetragen. Als Geschäftsführer fungierte ***A*** (Handelsregisterauszug des Amtsgerichtes vom 17.10.2012). Die UID-Nummer DE*** war ab13.10.2012 gültig und wurde am 29.11.2014 mit Wirkung vom 1.1.2014 begrenzt. Ab Anfang 2014 war eine Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen durch die deutsche Steuerbehörde nicht mehr möglich. Im Jahr 2013 wurde gegen die ***Fa1*** wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt, die Ermittlungen wurden in der Folge wegen mangelnder Beweise eingestellt. Dem ehemaligen Geschäftsführer wurde die Gewerbeausübung von Amts wegen untersagt, da er das Gewerbe nicht ordnungsgemäß angemeldet hatte und keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland besaß (Auskunft des Finanzamtes ***K*** im Rahmen des Informationsaustauschs). Die ***Fa1*** ist bis zum 23.09.2013 ihrer Verpflichtung zur Zahlung der Sozialkassenbeiträge und Winterbeschäftigungs-Umlage nachgekommen (Bestätigung der SOKA-BAU vom 23.09.2013) Mit Bestätigung vom 14.03.2014 wurde der Bf. auf Anfrage mitgeteilt, dass die UID DE*** gültig ist (Bestätigung der Gültigkeit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer). Die Bf. hat in den Jahren 2013 und 2014 auf der Grundlage von Rechnungen der ***Fa1*** einen Gesamtbetrag von 488.592,00 Euro als Fremdleistungsaufwand verbucht, davon entfallen auf das Jahr 2014 insgesamt 277.862,00 Euro. Die Zahlungen erfolgten im Jahr 2013 mittels Barschecks und 2014 durch Barzahlungen, obwohl auf den vorliegenden Rechnungen eine Bankverbindung ausgewiesen ist. Ab 01.01.2014 wurden von der Fa. ***Fa1*** keine Leistungen mehr für die Bf. erbracht. Wer tatsächlich die Leistungen erbracht hat, kann nicht festgestellt werden- 2. ***Fa2*** (***Fa2***): Die Fa. ***Fa2*** mit Sitz in *** (Deutschland) wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 20.12.2013 gegründet und am 10.01.2014 beim Amtsgericht Wetzlar im Handelsregister auf dem Registerblatt *** eingetragen (Handelsregisterauszug des Amtsgerichtes Wetzlar vom 10.01.2014). Als Geschäftsführer fungierten vom 10.01.2014 - 02.04.2014 *** und vom 02.04.2014 - 25.08.2014 ***A***. Die ***Fa2*** wurde auf Antrag des Finanzamtes Gießen zum 13.01.2016 wegen Vermögenslosigkeit von Amts wegen gelöscht (Auskunft im Rahmen des Informationsaustausches).

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Senat - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7101341/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2024:RV.7101341.2020
Stammnummer
143326
Gültig
23.01.2024 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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