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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/2100711/2020

Zuteilung der Kommunalsteuerbemessungsgrundlage für die ersten sechs Monate an die zentrale Betriebsstätte oder an einen weiteren Standort des Arbeitskräfteüberlassungsunternehmens

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/2100711/2020vom 04.12.2023Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter***Ri*** in der Beschwerdesache der ***Bf1***, ***Bf1-Adr***, vertreten durch Dr. Hans-Moritz Pott, Rechtsanwalt, Ritter-von-Gersdorff-Straße 64, 8970 Schladming, über die Beschwerden vom 8. Jänner 2019 gegen die Bescheide des Finanzamtes Graz-Stadt vom 12. Dezember 2018 über die Zuteilung der Kommunalsteuerbemessungsgrundlagen für die Jahre 2014, 2015, 2016 und 2017, betreffend ***1*** GmbH, ***2***, Steuernummer ***BF1StNr1***, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 20.7.2022 in Anwesenheit der Beschwerdeführerin (Bf), der Gemeinde ***3***, vertreten durch Kapp & Partner, Rechtsanwälte GmbH, 8054 Graz-Seiersberg, Kärntner Straße 532, in weiterer Anwesenheit des Geschäftsführers der ***1*** GmbH, ***2***, vertreten durch Stingl und Dieter, Rechtsanwälte OG, 8010 Graz, Kalchberggasse 10/III sowie in Anwesenheit des Schriftführers ***4*** zu Recht erkannt: Die Beschwerden werden gemäß § 279 BAO abgewiesen. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig. Entscheidungsgründe Verfahrensgang Im Zuge einer vom Finanzamt durchgeführten den Zeitraum 1.1.2013 bis 31.12.2017 umfassenden Lohnsteuer-, Sozialversicherungs- und Kommunalsteuerprüfung bei der Firma ***1*** GmbH mit Sitz in ***2***, wurde bezüglich ihrer verschiedenen Standorte in ***5*** in der Niederschrift über die Schlussbesprechung unter Hinweis auf die Bestimmung des § 4 KommStG 1993 festgestellt, dass im Zuge der Prüfung aufgrund der Anregung des Gemeindebundes genau erhoben worden sei, ob sich in der Gemeinde ***6*** eine Betriebsstätte befinden würde und ob der Stadtgemeinde ***7*** für die an die Firma ***8*** GmbH überlassenen Arbeitskräfte nach 6 Kalendermonaten die Kommunalsteuer zustehen würde. Für das Feststellen einer Betriebsstätte im Sinne des KommStG seien die Gespräche mit dem Geschäftsführer ***9***, der Bericht des Gemeindebundes und ein unabhängiges Gutachten der Kanzlei ***10*** herangezogen worden. Die Dienstnehmer seien jener Betriebsstätte zuzuordnen, zu welcher sie die engste organisatorische und überwiegende tatsächliche Beziehung hätten bzw. von welcher Betriebsstätte aus das Personal leitend eingesetzt werde, Anweisungen erhalten würde usw. Der Geschäftsführer habe sein Organisationsteam (Lohnverrechnung, Buchhaltung etc.) zentral in ***11*** angesiedelt. In der Gemeinde ***7*** seien nur 1 bis 2 Dienstnehmer beschäftigt, die kleine organisatorische Dinge für die an die ***8*** GmbH überlassenen Arbeitskräfte erledigen würden. Daher sei festzuhalten, dass der Sitz der Geschäftsleitung sich in ***11*** befinden würde, auch wenn der Geschäftsführer ***9*** Räumlichkeiten in der Gemeinde ***6*** benutzen könne. Dies sei nach eigenen Angaben des Geschäftsführers lediglich ein Rückzugsort für ihn, an dem er betrieblich kaum tätig werde. Bei diesen Räumlichkeiten könne nicht davon gesprochen werden, dass dies die Geschäftsleitung der Firma sei, zumal aus den Geschäftsunterlagen sich keine Hinweise auf einen solchen erkennen lassen würden. Aus diesen Gründen werde die gesamte Kommunalsteuer für die Jahre 2014 bis 2017 der Gemeinde ***12*** zugeordnet. Nach Ablauf der 6 Kalendermonate werde, wie bereits oben ausgeführt, in der Betriebsstätte des Beschäftigers eine Betriebsstätte des Arbeitskräfte überlassenden Unternehmers begründet. Die ***8*** GmbH habe ihren Sitz in ***13*** und dort sei auch die Hauptverwaltung der ***14***. In ***7*** befinde sich ein Produktionswerk der Firma ***15*** und sei dies mit seinem Zentrallager auch die logistische Drehscheibe der ***14***. An dieses Werk würden die Arbeitskräfte überlassen werden und es sei davon auszugehen, dass sich hier nach 6 Kalendermonaten die Betriebsstätte begründen würde (unter Berücksichtigung des Betriebsstättenbegriffes nach § 29 Abs. 2 lit. b BAO). Deshalb stehe die Kommunalsteuer ab dem 6. Kalendermonat für die an die ***14*** überlassenen Dienstnehmer der Gemeinde ***7*** zu. Daher habe sich im Zuge der Prüfung eine Neuzuordnung der Kommunalsteuerbemessungsgrundlagen von der Gemeinde ***6*** an die Gemeinde ***12*** wie aus dem Bericht über das Ergebnis der Außenprüfung ersichtlich. Bei der Gemeinde ***7*** komme es zu keiner Änderung der Kommunalsteuerbemessungsgrundlage. Das Finanzamt folgte den Prüfungsfeststellungen und erließ die angefochtenen Bescheide. Diese ergingen an die beschwerdeführende ***Bf1***, die Gemeinden ***6*** und ***12*** sowie an das betroffene Unternehmen, die ***1*** GmbH. Als Begründung wurden die Ausführungen in der Niederschrift über die Schlussbesprechung im Wesentlichen wiederholt. Beschwerde In den dagegen fristgerecht erhobenen Beschwerden durch die ***Bf1*** (Beschwerdeführerin, Bf) wurde vorgebracht, dass seitens der Beschwerdeführerin der Gemeindebund Steiermark zur Kommunalsteuerprüfung beauftragt worden sei. Im Zuge der durchgeführten Prüfung hinsichtlich der Richtigkeit der Selbstabrechnung der Kommunalsteuer beim Unternehmen ***1*** GmbH, ***2***, sei ein Kommunalsteuerdifferenzbetrag festgestellt worden, welcher von der ***1*** GmbH an die ***Bf1*** zu entrichten gewesen wäre. Dieser sei fälschlich an die Gemeinde ***6*** abgeführt worden. Bei der ***1*** GmbH handle es sich um ein Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen, welches in der Steiermark lediglich Standorte in der Marktgemeinde ***11*** und in der ***Bf1*** habe. Ein Unternehmen und auch ein Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen würde grundsätzlich der Kommunalsteuer in der Gemeinde unterliegen, in der von ihm die Betriebsstätte unterhalten werde. Werde jedoch im Falle einer inländischen Arbeitskräfteunterlassung eine Arbeitskraft einem Unternehmen in einer anderen Gemeinde länger als sechs Kalendermonate zur Arbeit überlassen, so sei jene Gemeinde für die Zeiträume nach Ablauf des sechsten vollen Kalendermonates hebeberechtigt, in der sich die Unternehmensleitung des inländischen Beschäftigten befinden bzw. zu welcher Betriebsstätte die engere Beziehung bestehen würde. In den ersten sechs Monaten sei jedoch jene Gemeinde hebeberechtigt, in der die Betriebsstätte des Unternehmens oder Arbeitskräfteüberlassungsunternehmens unterhalten werde. In den oben erwähnten Gemeinden würde die ***1*** GmbH je eine Betriebsstätte mit Büroräumlichkeiten und Mitarbeitern unterhalten. Im Standort in ***7*** würden im gegenständlichen Zeitraum zwei Mitarbeiterinnen arbeiten, welche die an die ***15*** ***17*** GmbH überlassenen Mitarbeiter betreuen würden. Des Weiteren seien allemal folgende Tätigkeiten am Standort in ***7*** verrichtet worden: Verfügbarkeitsüberprüfung der Bewerber sowie Kundenbetreuung und der Mitarbeiterbetreuung, direkt beim Kunden im Haus. Die Betreuung der verliehenen Mitarbeiter sei in den Zuständigkeitsbereich der beiden Büromitarbeiterinnen der ***1*** GmbH gefallen, welche im Unternehmensstandort Betriebsstätte ***7*** gearbeitet hätten. Diese Mitarbeiterinnen hätten die verliehenen Mitarbeiter entweder von ihrem Büro in ***16***, aus oder vor Ort in den Räumlichkeiten des Beschäftigers der ***15*** ***17*** GmbH betreut. Für neue Bewerber sei bei Stellenausschreibungen der ***1*** GmbH ebenfalls der Standort in ***16***, angegeben worden. Arbeitnehmer, die nach der Eigenart ihrer Tätigkeit zumindest überwiegend im Außendienst bei Unternehmen als Leiharbeiter eingesetzt werden würden, seien bei jener von mehreren Betriebstätten ihres Arbeitgebers als beschäftigt anzusehen, zu der ihre Tätigkeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten die überwiegende und stärkste Beziehung habe. Für die Frage der kommunalsteuerlichen Zuordnung eines Außendienstmitarbeiters komme es nach der Judikatur unter dem VwGH darauf an, wo sich die Haupttätigkeit des Arbeitnehmers vollziehen würde, vgl. VwGH 30.03.1992, 91/5/0112, wohl gemeint VwGH 91/15/0112. Entscheidend sei, zu welcher Betriebsstätte die engere Beziehung bestehen würde, was nicht allein von der Frage abhängen würde, von wo aus der leitende Einsatz des Dienstnehmers erfolgen würde, sondern auch von Faktoren, wie Beziehung der Außendienstmitarbeiter zu den sonst tätigen anderen Dienstnehmern oder das Aufsuchen der Geschäftsstelle. Dass die Tätigkeit eines Außendienstmitarbeiters von der Zentrale aus geleitet werde, sei nur dann von Bedeutung, wenn zu keiner anderen Betriebsstätte eine konkrete Beziehung bestehen würde. Denn der Aspekt, von wo aus der leitende Einsatz erfolgen würde, sei nur eines unter mehreren Merkmalen, welches für die Zuordnung zu einer Betriebsstätte sprechen könne (VwGH 10.11.1995, 92/17/0292). Die Erstbehörde gebe in den Bescheiden vom 12.12.2018 selbst an, dass die Dienstnehmer jener Betriebsstätte zuzuordnen seien, zu welcher sie die engste organisatorische und überwiegende tatsächliche Beziehung hätten bzw. von welcher Betriebsstätte aus das Personal leitend eingesetzt werde, Anweisungen erhalte usw. Die an die ***15*** ***17*** GmbH überlassenen Mitarbeiter seien von den Mitarbeiterinnen, welche am Betriebsstandort ***7*** tätig waren, betreut worden und hätten diese die Verfügbarkeitsprüfung der Bewerber durchgeführt und auch die Kunden sowie Mitarbeiter auch in organisatorischer Hinsicht betreut. Aus allen oben genannten Gründen wäre daher die gesamte Kommunalsteuer für die Jahre 2014 bis 2017 nach Ablauf der sechs Kalendermonate (wohl gemeint, auch für die ersten sechs Monate) der ***Bf1*** zuzuordnen gewesen. Zu dieser Ansicht sei auch der Gemeindebund Steiermark gekommen (Beweise: Stellungnahme Gemeindebund Steiermark, Stellenausschreibung). In der Folge wird unter anderem der Antrag gestellt, das Landesverwaltungsgericht Steiermark als Beschwerdegericht (wohl gemeint das Bundesfinanzgericht) möge nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung der gegenständlichen Beschwerde Folge geben und die Zuteilungsbescheide für die Jahre 2014, 2015, 2016 und 2017 des Finanzamtes Graz-Stadt vom 12.12.2018 je zur Abgabennummer ***18*** wegen materiell- und formalrechtlicher Rechtswidrigkeit insofern abändern, als der ***Bf1*** betreffend der ***1*** GmbH für die Jahre 2014-2017 die Kommunalsteuer zugeteilt werde. Beschwerdevorentscheidung: In der abweisenden Beschwerdevorentscheidung führte das Finanzamt als Begründung aus, dass die erfolgte Kommunalsteuerzuteilung auf den Feststellungen der durchgeführten GPLA - Prüfung sowie einem Gutachten der Kanzlei ***10*** vom 19.09.2018 resultieren würde. Der Betriebsstättenbegriff des § 4 Abs. 1 KommStG 1993 stelle nicht auf einen Gewerbebetrieb oder einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nach § 29 Abs. 1 BAO ab, sondern auf die unternehmerische Tätigkeit. In ***7*** seien, wie auch in der Beschwerde dargestellt, lediglich zwei Mitarbeiterinnen beschäftigt worden, welche allerdings keine Entscheidungsgewalt in Sachen Unternehmensführung gehabt hätten. Die zentrale Betriebstätte, welche für die Kommunalsteuerzuteilung in den ersten 6 Monaten relevant sei, befinde sich nach Ansicht der Behörde (dem beiliegenden Gutachten folgend) in der Gemeinde ***11***. Eine darüberhinausgehende Zuteilung an die beschwerdeführende Partei könne ebenso nicht erkannt werden. Hierzu werde hinsichtlich der weiteren Begründung, aus verfahrensökonomischen Gründen, auf das der Beschwerdevorentscheidung beiliegende Gutachten der Kanzlei ***10*** vom 19.09.2018 verwiesen. Die nunmehr in der verfahrensgegenständlichen Beschwerde geäußerten Gründe, welche eine Zuordnung der strittigen Kommunalsteuer an die beschwerdeführende Partei begründen sollen, könnten seitens der Behörde folglich nicht nachvollzogen werden. Die Beschwerde sei somit als unbegründet abzuweisen gewesen. Das Gutachten der Kanzlei ***10*** vom 19.9.2018 kommt zu dem Ergebnis, dass ***6*** nicht die zentrale Betriebsstätte für die ***1*** GmbH sei. ***7*** sei ebenfalls nicht die zentrale Betriebsstätte für die ***1*** GmbH, hier handle es sich nur um eine Anlaufstelle, insbesondere für das Großunternehmen ***8*** GmbH, in ***16***. Die zentrale Betriebsstätte der ***1*** GmbH liege nach Ansicht der Kanzlei ***10*** in ***2***. Die Zuordnung der Kommunalsteuer in den ersten sechs Monaten einer Arbeitskräfteüberlassung betriffe somit die zentrale Geschäftsstelle in ***19*** ***11***. Danach sei die Kommunalsteuer über die ***15***-Zentrale in ***20***, abzurechnen, die die Hauptverwaltung der ***14*** umfassen würde. Dazu werde auf § 7 Abs. 1 KommStG 1993 verwiesen, wonach für Zeiträume nach Ablauf des sechsten Kalendermonats die Gemeinde erhebungsberechtigt sei, in der sich die Unternehmensleitung des Beschäftigers befinden würde. Eine Aufteilung zwischen der Gemeinde ***7*** und der Gemeinde ***6*** entspreche nicht den gesetzlichen Voraussetzungen. Vorlageantrag: In dem dagegen erhobenen Vorlageantrag vom 18.6.2020 wurde das Vorbringen in der Beschwerde wiederholt und ergänzend darauf hingewiesen, dass das Büro in ***6*** lediglich ca. 15m2 groß, das Büro in ***7*** ca. 70m2 groß gewesen sei. In ***7*** hätte es auch ein zusätzliches Lager gegeben und hätten die Arbeitnehmer grundsätzlich eine engere Beziehung zur Betriebsstätte in ***7*** gehabt. Nach Wiederholung der Ausführungen im Beschwerdeschreiben über überwiegend im Außendienst bei Unternehmen als Leiharbeiter eingesetzte Arbeitnehmer wird darauf hingewiesen, dass im gegenständlichen Zusammenhang eindeutig eine engere Beziehung jener überlassenen Arbeitskräfte, für welche die Kommunalsteuer für den gegenständlichen Zeitraum geleistet worden sei, zu jener Niederlassung bestanden habe, welche sich in ***7*** befunden hätte und könne dies jederzeit von den beschäftigten Mitarbeitern bestätigt werden. Bezeichnenderweise sei beim Finanzamt ***21*** zur selben Abgabennummer ein gleich gelagertes Verfahren anhängig gewesen und habe das Finanzamt ***21*** in dieser Sache zugunsten der ***Bf1*** entschieden. Es sei keineswegs so gewesen, dass bei der Betriebsstätte ***7*** es sich bloß um eine "Anlaufstelle" gehandelt habe, sondern sei dies eindeutig die zentrale Betriebsstätte für die verliehenen Mitarbeiter gewesen. Diese hätten ausschließlich zu diesem Büro Kontakt gehabt und hätten die Mitarbeiter nicht einmal gewusst, dass sich die Zentrale in ***11*** befinden würde. Die Betriebsstätte in ***7*** würde jedenfalls die Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 KommStG 1993 erfüllen und sei diese eine feste örtliche Anlage bzw. Einrichtung, welche mittelbar oder unmittelbar der Ausübung unternehmerischer Tätigkeiten dienen würde. Es werde die Einvernahme des Geschäftsführers ***9*** beantragt und auf die bereits vorgelegten Urkunden hingewiesen. Das Finanzamt legte die Beschwerden an das Bundesfinanzgericht mit Vorlagebericht vom 1.7.2020 zur Entscheidung vor, wiederholte seinen Rechtsstandpunkt und beantragte die Abweisung der Beschwerden. Mit Schreiben vom 9.3.2021 übermittelte der bevollmächtigte steuerliche Vertreter der Bf die im Vorlageantrag angesprochene Beschwerdevorentscheidung des Finanzamtes Österreich, Dienststelle ***21***, vom 11.2.2021 an das Finanzamt Graz-Stadt und führte ergänzend aus, dass in der vorgelegten Beschwerdevorentscheidung insbesondere auch dargelegt werde, dass Dienstnehmer im Sinne des KommStG jener Betriebsstätte des Unternehmens zuzurechnen seien, mit der sie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten überwiegend unternehmerisch verbunden seien bzw. zu der sie die engere ständige Beziehung hätten. Die "unternehmerische Verbundenheit" - so werde das in der Beschwerdevorentscheidung dargelegt - könne im Sinne einer funktionellen Zugehörigkeit, das sei im Sinne der Zugehörigkeit des Dienstnehmers zum Aufgabenbereich, verstanden werden. "Dienstnehmer" einer bestimmten Betriebsstätte könne auch jemand sein, der nicht in Räumen, sondern außerhalb arbeiten würde, wenn er nur in bestimmten ständigen Beziehungen zu dieser Betriebsstätte stehen würde, hauptsächlich dann, wenn sein Arbeitsplatz von dieser Betriebsstätte aus geleitet werde. Zu den Dienstnehmern eines das Personalleasing betreibenden Betriebs würden nicht nur die in der Verwaltung tätigen Dienstnehmer gehören, sondern auch die, die im Wege des Personalleasings an Dritte bzw. an Beschäftigte überlassen werden würden. Beschwerdegegenständlich sei im konkreten Fall die Frage, welcher Betriebsstätte - ***6*** oder ***7*** - die Kommunalsteuer für die überlassenen Dienstnehmer für die ersten sechs Monate im Beschwerdezeitraum Jänner 2008 bis Dezember 2013 zuzuteilen seien. Dies insbesondere unter dem Gesichtspunkt, da die Leiharbeiter vorwiegend am Einsatzort betreut worden seien und daher wenig Kontakt zu einer der Betriebsstätten des Arbeitskräfteüberlassers gehabt hätten. In dieser Beschwerdevorentscheidung (vom Finanzamt ***21***) sei aber klipp und klar dargelegt worden, dass die engere ständige Beziehung der überlassenen Dienstnehmer zur Betriebsstätte in ***7*** bestanden habe. Dies zeige sich daran, dass Dienstnehmer bei Urlaubs- und Krankenstandsmeldungen und bei anderen dienstlichen Angelegenheiten Kontakt zum Büro in ***7*** gehabt hätten, Dienstverträge im Büro in ***7*** unterzeichnet worden seien und auch Kündigungen an das Büro in ***7*** übermittelt worden seien. Dies sei auch durch Aussagen von Dienstnehmern bekräftigt worden, deren Dienstzeit erst nach 2007 begonnen habe, wo die weitere Niederlassung in ***6*** schon bestanden habe. Die gegenständliche Beschwerdevorentscheidung werde eben an das Finanzamt in der Sache gegen die Firma ***22*** weitergeleitet, da eben hier die Sach- und die Faktenlage ähnlich sei. Das Finanzamt leitete das Schreiben der Bf samt der übermittelten Beschwerdevorentscheidung kommentarlos an das Bundesfinanzgericht weiter. Mit Schreiben vom 2.12.2021 übermittelte das BFG an das Finanzamt folgendes auch der bf ***Bf1*** zur Kenntnis gebrachte Ergänzungsersuchen: "-Am gegenständlichen Beschwerdeverfahren sind nach dem Akteninhalt die Gemeinden ***6***, ***7*** und ***11*** sowie die Firmen ***15*** GmbH und ***1*** GmbH beteiligt. Im Sinne einer vollständigen Aktenvorlage wird um Vorlage aller im Zusammenhang mit dem gegenständlichen Zuteilungsverfahren ergangenen Bescheide (vgl. § 10 Abs. 5, 3. Satz, KommStG) samt Zustellnachweisen ersucht. -Wurde die Beschwerde der Gemeinde ***7*** der Steuerschuldnerin und den beteiligten Gemeinden zur Kenntnis gebracht und hatten sie Gelegenheit zur Stellungnahme? -Wer hat das vom Finanzamt als Begründung zu den angefochtenen Bescheiden herangezogene und an die Gemeinde ***6*** gerichtete Gutachten der Steuerberatungskanzlei ***10*** in Auftrag gegeben bzw. wer hat es bezahlt? -Um welche Bemessungsgrundlagen handelt es sich in den angefochtenen Bescheiden (für welche Dienstnehmer, Zeiträume und Standorte)? -Wurde im Zusammenhang mit anderen Standorten Kommunalsteuer von der ***22*** GmbH abgeführt? -Bitte den Bericht des Gemeindebundes und lesbare Kopien der Beilagen zum Gutachten ***10*** übermitteln. -Wurde die Kommunalsteuer für die dauerhaft in den Geschäftsräumlichkeiten in ***7*** beschäftigten "Zwei Damen" nach ***7*** abgeführt? -Vorlage der Ermittlungsergebnisse des Finanzamtes über den Standort ***7*** (Öffnungszeiten, Büroeinrichtung, Bürobeschreibung, welche Personen waren dort zu welchen Zeiträumen mit welchen Tätigkeiten beschäftigt? -Was ist dem Finanzamt über den Ablauf der Überlassung der Leiharbeiter an die ***15*** GmbH durch die ***1*** GmbH bekannt? -Erfolgten durch die im Büro in ***7*** beschäftigten Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Personalrekrutierungen? -Führten die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Bewerbungsgespräche mit Arbeitssuchenden? -Wickelten Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Personaleinstellungen ab? -Wandten sich an die Firma ***15*** GmbH verliehene Arbeitskräfte bei Problemen (z.B. mit dem Beschäftiger) an die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7***? Erfolgte die Mitarbeiterbetreuung vom Büro in ***7*** aus? -Vermittelten die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** Arbeitskräfte direkt an die Firma ***15*** GmbH? -Wurden Dienstverträge der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte im Büro in ***7*** unterzeichnet und ausgehändigt bzw. gelagert? -Erfolgte die Krankmeldung der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte im Büro in ***7***? -Beantragten die an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte ihre Urlaube im Büro in ***7***? -Richteten die an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte ihre Kündigungen an das Büro in ***7***? -Wo erfolgte die lohnverrechnende und buchhalterische Erfassung der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte? -Wer war zuständig für die sozialversicherungsrechtlichen Meldungen? -Wurde für den Standort in ***7*** ein eigener Firmenstempel mit der Anschrift in ***7*** verwendet?" Mit Schreiben vom 20.1.2022 nahm die bf ***Bf1*** im Wege ihres bevollmächtigten steuerlichen Vertreters hierzu wie folgt Stellung: Es werde festgehalten, dass in einem de facto gleichgelagerten Fall bereits durch das Finanzamt Österreich (***21***) zur Steuernummer ***23*** eine Beschwerdevorentscheidung ergangen sei und zwar in der Sache ***24*** GmbH. Diese Beschwerdevorentscheidung werde unter einem in Vorlage gebracht und werde der Antrag gestellt, den Akt zur Steuernummer ***23*** des Finanzamtes ***21*** hier beizuschaffen und auch in der gegenständlichen Rechtssache zu verlesen. Insbesondere wollen auch die in diesem Verfahren vorgelegten Zeugenaussagen verlesen werden, wobei diese allerdings auch separat noch in dieser Sache in Vorlage gebracht werden würden. Hintergrund sei, dass praktisch von einem gleichgelagerten Fall, was die sachliche Ebene und die rechtliche Ebene anlange, auszugehen sei und diese Entscheidung eben auch Grundlage für die gegenständliche Entscheidung sein könne bzw. wohl sein müsse. Darüber hinaus werde dargelegt, dass die Beschwerdeführerin naturgemäß sich, so wie alle Gemeinden, auch der Dienste des Gemeindebundes bedient habe, wobei auch festgehalten werde, dass der Gemeindebund ja auch berechtigt sei entsprechende Überprüfungen vorzunehmen, insbesondere auch was die Kommunalsteuer anlangt. Die Mitarbeiter des Gemeindebundes seien daher fachlich sehr versiert in diesen Angelegenheiten und werden bzw. wurden Nachschauen eben auch immer mit sachlicher und fachlicher Kompetenz durchgeführt. Weiters werde im Vorfeld darauf hingewiesen, dass betreffend der Stellungnahme in diesem Verfahren vom 18.06.2020 insofern eine Ergänzung notwendig sei, als in dieser Stellungnahme auf Seite 4 lediglich auf die Monate ab dem sechsten Monat des Jahres hingewiesen worden sei. Tatsächlich sei natürlich die gesamte Kommunalsteuer für das gesamte Jahr entsprechend zu berücksichtigen, dies ergebe sich schon aus den rechtlichen Gegebenheiten. Die Kommunalsteuer sei vom ersten Tag an der Gemeinde ***7***, also der Beschwerdeführerin zuzuführen bzw. zuzuerkennen. Weiters werde dem Bundesfinanzgericht mitgeteilt, dass zwischenzeitig die Beschwerdeführerin noch eine Mitarbeiterin der ***1*** GmbH einer Zeugeneinvernahme unterzogen habe und werde unter einem die Niederschrift vom 05.01.2022 in Vorlage gebracht. Aus den Angaben dieser Zeugin ***25*** ergebe sich auch eindeutig, dass die Kommunalsteuer wohl der Beschwerdeführerin von allem Anfang an und im vollen Umfang zuzuteilen sei bzw. sein werde. Berücksichtige man auch die Aussagen im "Parallelverfahren", so ergebe sich ein ganz klares Bild, es könne nie und nimmer die Gemeinde ***11*** oder die Gemeinde ***6*** oder irgendeine andere Gemeinde hier die Zuteilung bekommen. Tatsächlich sei die Zuteilung aller Steuern eben einzig und allein für den gesamten Zeitraum an die Beschwerdeführerin vorzunehmen. Bezüglich der gestellten Fragen gibt die Bf an, dass das an die Gemeinde ***6*** gerichtete Gutachten der Steuerberatungskanzlei ***10*** die Gemeinde ***11*** als Auftraggeber in Frage kommen würde. Zur Frage der Bemessungsgrundlagen in den angefochtenen Bescheiden (für welche Dienstnehmer, Zeiträume, Standorte) gibt die Bf an, dass die in den Zuteilungsbescheiden des Finanzamtes Graz-Stadt vorgeschriebenen Kommunalsteuerbemessungsgrundlagen für die Firma ***22*** jenen entsprechen würden, wie sie von der Steuerberatungsfirma ***26***, per 12.12.2019 erklärt worden seien und zwar für alle Betriebsstätten in Österreich für die Jahre 2014-2018. So seien sie auch in die Zuteilungsbescheide der Dienststelle Graz-Stadt vom 12.12.2019 übernommen worden. In der Anlage würden die für die Gemeinden ***6***, ***7*** und ***11*** ursprünglich von ***22*** erklärten Bemessungsgrundlagen jenen der neuen Bemessungsgrundlagen tabellarisch gegenübergestellt werden. Daraus sei zu ersehen, dass die Bemessungsgrundlagen für ***6*** in selber Höhe der Gemeinde ***11*** zugeteilt worden seien und die Bemessungsgrundlagen der Gemeinde ***7*** in den einzelnen Jahren sich nicht verändert haben. Für das Jahr 2015 seien keine Bemessungsgrundlagen übermittelt worden. Die Bemessungsgrundlage für die dauerhaft in der Geschäftsstelle ***7*** beschäftigten zwei Dienstnehmerinnen dürfte nach Ansicht der Bf wie sie von der ***27*** GmbH erklärt wurden, in den Bemessungsgrundlagen für ***7*** enthalten sein. Zu den Ermittlungsergebnissen des Finanzamtes über den Standort ***7*** (Öffnungszeiten, Büroeinrichtung, Bürobeschreibung, welche Personen waren dort zu welchen Zeiträumen mit welchen Tätigkeiten beschäftigt?) hat nach Ansicht der Bf das Finanzamt Graz-Stadt keine Erhebungen vor Ort durchgeführt, da in dem der Bf zur Verfügung stehenden Akt keinerlei Unterlagen über eine GPLA-Prüfung aufscheinen. Es dürfte sich hier wohl um den Nachschaubericht des Gemeindebundes Steiermark handeln. Die Übernahme der Bemessungsgrundlage von ***27*** vom 02.12.2019 in die Zuteilungsbescheide der Finanzverwaltung von 12.12.2019 sowie das Gutachten ***10*** dürften ausschlaggebend für die Entscheidung des Finanzamtes Graz-Stadt gewesen sein, also für die Zuteilung der Bemessunsgrundlage nach ***11***. Jedenfalls liege bei der ***Bf1*** kein Protokoll über eine GPLA auf. Im Übrigen werde auf die Zeugenaussage vom 05.01.2022 verwiesen und zusätzlich auf die im Parallelverfahren getätigten Aussagen. Dazu sei noch anzumerken: Dass die Firma ***1*** GmbH in der ***Bf1*** über eine Betriebsstätte verfüge, sei evident (siehe Nachschaubericht des Gemeindebundes bzw. Gutachten ***10***). Ob im Fall der Betriebsstätte ***11*** die Anzahl von 16 Dienstnehmern laut Gutachten ***10*** und in ***7*** nur zwei Dienstnehmer beschäftigt sind, sei für den gegenständlichen Sachverhalt nicht relevant. In der Zeugenaussage vom 05.01.2022 führe die Zeugin unter anderem an, dass die Dienstverträge in ***11*** aufgesetzt wurden, die Lohnzettel und Buchhaltung in ***11*** erfolgte und für die Sozialversicherung ebenfalls ***11*** zuständig war. Diese aufgezählten Bereiche, die in der Betriebsstätte ***11*** getätigt wurden, hätten aber mit der Frage der Zuordnung von Arbeitslöhnen der überlassenen Dienstnehmer keinerlei kommunalsteuerrelevanten Bezug. Es gehe vielmehr aus der Zeugenaussage vom 05.01.2022 hervor, dass die hier geforderte "enge Beziehung zur Betriebsstätte" für die Frage der kommunalsteuerrechtlichen Zuordnung der Bemessungsgrundlage zu ***12*** nicht erkennbar sei, aber diese wohl recht deutlich zur Betriebsstätte ***7*** bestehe. Daraus könne nur der Schluss daraus gezogen werden, dass von Beginn der einzelnen Arbeitskräfteüberlassungen die Kommunalsteuer der ***Bf1*** zustehen würde, wie das auch im Nachschaubericht des Gemeindebundes (siehe Punkt 5 dieser Fragebeantwortung) festgehalten werde. Kennzeichnend dazu sei wohl der letzte Satz der Zeugenaussage, als die Stempeladresse "***7***" mit der Stempeladresse "***11***" vertauscht worden sei. Auf diese Art könnten die geforderten Kriterien für die Erhebung der Kommunalsteuer für überlassene Arbeitskräfte nicht von einem Standort zu einem anderen verschoben werden, wenn sich an den sonstigen Gegebenheiten nichts ändern würde. Als Beweise werden angeführt: -PV wobei hierzu Bgm. ***28*** bekannt gegeben werde -***29*** als Zeuge -***30*** der ***Bf1***, ***31*** als Zeuge -***32*** als Zeugin -***33*** ***7***, als Zeugin -***34***, als Zeuge -***35***, als Zeugin -***36***, als Zeuge -***37***, als Zeugin -***38***, als Zeugin -***39***, als Zeugin -Eingabe im Verfahren ***BF1StNr1*** an das Finanzamt ***21*** vom 29.10.2019 -Beschwerdevorentscheidung vom 25.05.2020 -Kommunalsteueraufstellung -Prüfungsstatus vom 10.10.2016 -Aufstellung der Mitarbeiter -Firmenbuchauskunft vom 30.11.2016 -E-Mail des Hrn. ***40*** vom 20.03.2017 -Einzelnachweise 20 14-2016 -E-Mail des Hrn. ***40*** vom 23.05.2017 -Mitarbeiteraufstellung -Visitenkarten -Vereinbarung vom 11.12.2013 -E-Mail des Bgm. ***41*** vom 06.10.2017 -Prüfungsstatus vom 09.10.2017 -Auflistung Mitarbeiter -Schreiben des Gemeindebundes vom 18.10.2017 -E-Mail des Gemeindebundes vom 2 1.06.2017 -Stellenausschreibung -weitere Beweise vorbehalten Weiters wurden folgende Unterlagen vorgelegt: -Niederschrift ***25*** vom 05.0 1.2022 -Stellungnahme vom 29.10.2019 samt Beilagen -Beschwerdevorentscheidung vom 25.05.2020 -Kommunalsteueraufstellung -Prüfungsstatus vom 10.10.2016 -Aufstellung der Mitarbeiter -Firmenbuchauskunft vom 30.11.2016 -E-Mail des Hrn. ***40*** vom 20.03.2017 -Einzelnachweise 2014-2016 -E-Mail des Hrn. ***40*** vom 23.05.2017 -Mitarbeiteraufstellung -Visitenkarten -Vereinbarung vom 1 1 . 12.20 13 -E-Mail des Bgm. ***41*** vom 06.10.2017 -Prüfungsstatus vom 09.10.2017 -Auflistung Mitarbeiter -Schreiben des Gemeindebundes vom 18.10.2017 -E-Mail des Gemeindebundes vom 21.06.2017 -Stellenausschreibung Die in der Betriebsstätte ***7*** der ***1*** GmbH beschäftigte ***25*** wurde von der bf ***Bf1*** am 5.1.2022 als Zeugin einvernommen und darüber eine Niederschrift aufgenommen und an das Bundesfinanzgericht übermittelt. Laut dieser Niederschrift wurde das Büro der ***1*** GmbH in ***7*** zu Jahresbeginn 2014 eröffnet, sie sei von Anfang an dort angestellt gewesen. Von ca. April 2016 bis ca. Juli 2018 sei sie in Karenzurlaub gewesen. Ihr Aufgabenbereich war: Kundenkontakt, Mitarbeiterbetreuung, Ausgabe Arbeitsschuhe, Krankenstandskontrolle, Vereinbarungen über Urlaube der vermittelten Arbeitnehmer, Abstimmung mit der Firmenleitung u. a. Anfänglich sei sie allein im Büro gewesen, ab 2016 habe ihre Stelle eine Karenzvertretung übernommen. Ab Ende ihres Karenzurlaubes ab ca. Juli 2018 bis derzeit seien insgesamt 3 Personen im Büro beschäftigt, derzeit 1 Vollzeitkraft und zwei Teilzeitkräfte. Die Rekrutierungen erfolgten sowohl über das Büro in Graz als auch über das Büro in ***7***, ca. je zur Hälfte. Die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro ***7*** hätten im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Bewerbungsgespräche mit Arbeitssuchenden geführt. Die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro ***7*** hätten im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Personaleinstellungen abgewickelt, Dienstverträge erklären, Arbeitskleidung ausgeben u.a. Die an die Firma ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte hätten sich bei Problemen (z.B. mit dem Beschäftiger an die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** gewandt. Die Mitarbeiterbetreuung sei vom Büro in ***7*** aus erfolgt. Die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** hätten Arbeitskräfte direkt an die Firma ***15*** GmbH vermittelt. Die Dienstverträge der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte wurden im Büro in ***7*** unterzeichnet und ausgehändigt bzw. gelagert und im Büro ***11*** aufgesetzt. Die Krankmeldungen der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte erfolgten im Büro in ***7***. Die an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte beantragten ihre Urlaube im Büro in ***7***, dort wurde dann die Freigabe erteilt. Die an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte richteten ihre Kündigungen an das Büro in ***7***. Die lohnverrechnende und buchhalterische Erfassung der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte erfolgte im Büro in ***11***. Für die sozialversicherungsrechtlichen Meldungen war das Büro in ***11*** zuständig. Für den Standort in ***7*** war anfänglich ein ***10*** Firmenstempel mit der Anschrift in ***7*** vorhanden, dieser wurde später für einen Stempel mit der Adresse in ***11*** ausgetauscht. Wann, könne sie nicht sagen. Die weiteren von der ***Bf1*** mit ehemaligen Dienstnehmern des mittlerweile insolvent gewordenen Vorgängerunternehmens der ***1*** GmbH, nämlich die ***24*** GmbH, durchgeführten und an das Bundesfinanzgericht übermittelten Zeugenbefragungen betreffen das Beschwerdeverfahren über die Zuteilung der Kommunalsteuerbemessungsgrundlage zwischen der ***Bf1*** und der Gemeinde ***6*** für Zeiträume vor den gegenständlich strittigen Jahren. Die genannten Personen (***42***) gaben unter anderem an, als Produktionsmitarbeiter, Einsteller oder Ferialarbeiter bei der Firma ***43*** tätig gewesen zu sein. Sie hätten für Urlaubsansuchen, Krankenstandsmeldungen, Kündigung nur zum Büro in ***7*** Kontakt gehabt. Es sei ihnen nicht bekannt gewesen, dass die ***24*** GmbH in ***6*** ein Büro betrieben habe. Nach der von der bf ***Bf1*** vorgelegten Kommunalsteuerbemessungsgrundlagenübersicht, gemeldet von der Fima ***44*** (Beilage 4), stimmen die vom Finanzamt in den angefochtenen Bescheiden verwendeten Zahlen mit dieser Meldung überein. Mit Schreiben vom 17.2.2022 beantwortete das Finanzamt das Ergänzungsersuchen des Bundesfinanzgerichts vom 2.12.2021 und gab bekannt, dass aufgrund des in Verlust geratenen Handaktes nicht mehr eruierbar sei, ob die Beschwerde der ***Bf1*** den beteiligten Gemeinden zur Kenntnis gebracht worden sei. Das Gutachten der Steuerberatungskanzlei ***10*** GmbH sei laut Schreiben der Gemeinde ***6*** vom 11.2.2022 vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde ***6***, Heinz ***41***, in Auftrag und von der Gemeinde ***6*** bezahlt worden. Bei den Bemessungsgrundlagen für die Kommunalsteuer handle es sich um sämtliche bisher in der Gemeinde ***6*** gemeldeten Kommunalsteuerbeträge, welche der Zentrale in ***11*** zugeordnet wurden. Von der ***1*** GmbH wurde an mehrere Standorte Kommunalsteuer abgeführt. Zur Frage, ob die Kommunalsteuer für die dauerhaft in den Geschäftsräumlichkeiten der ***1*** GmbH in ***7*** beschäftigten "zwei Damen" nach ***7*** abgeführt wurde, wird ausgeführt, dass die Aufstellungen der Mitarbeiter samt Bemessungsgrundlagen für die Kommunalsteuer in ***7*** auch die von in der ***Bf1*** befragte und demnach dauerhaft in ***7*** beschäftigte Innendienst-Mitarbeiterin ***25*** beeinhalten würde. Welche weitere(n) Person(en) dauerhaft in ***7*** im Innendienst beschäftigt waren, lasse sich aus dem Akteninhalt des Finanzamts leider nicht mehr eruieren, weshalb sich das Finanzamt außer Stande sieht, diesbezüglich weitere Angaben zu machen. Weiters gibt das Finanzamt bekannt, dass im Rahmen der abgabenbehördlichen Prüfung bei der ***1*** GmbH es keinen Augenschein bzw. keine Bürobesichtigung vor Ort in ***7*** gegeben habe. Dies daher, da nach Ansicht des Prüforgans die Innendienst-Mitarbeiterinnen in ***7*** lediglich mit kleineren organisatorischen Aufgaben betraut waren - siehe die untenstehenden Ausführungen. Die tatsächliche Unternehmensführung (wie Buchhaltung, Lohnverrechnung etc) erfolgte nach Ansicht des Prüforgans in der Zentrale in ***11*** und wurde deshalb auf eine Bürobesichtigung in ***7*** verzichtet. Die ***14*** habe ihren Sitz und Hauptverwaltung in ***13***. In ***7*** befinde sich ein Produktionswerk der ***14*** und sei dies mit seinem Zentrallager auch die logistische Drehscheibe der ***14***. An dieses Werk würden die Arbeitskräfte der ***1*** GmbH überlassen werden. Die Rekrutierung der beschäftigten MitarbeiterInnen sei sowohl über ***7*** als auch über die Zentrale in ***11*** gelaufen, dies aufgrund der geringen Mitarbeiterbeschäftigung in ***7*** (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Ebenso hätten die Mitarbeiter der ***1*** GmbH im Büro in ***7*** im Hinblick auf eine Tätigkeit bei der Firma ***15*** GmbH Bewerbungsgespräche mit Arbeitssuchenden geführt (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Bei Personaleinstellungen bei der Firma ***15*** GmbH wurden in der Zentrale in ***11*** die Einstufung It. KV, die Dienstverträge, die Überlassungsmitteilungen und die Sicherheitsunterweisungen erstellt und die Meldungen an die ÖGK durchgeführt, in ***7*** seien die Dienstverträge unterfertigt worden (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die an die Firma ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte hätten sich bei Problemen (z.B. mit dem Beschäftiger) an die Mitarbeiter der ***22*** GmbH im Büro in ***7*** gewandt, wobei wesentliche handelsrechtliche Themen über die Zentrale in ***11*** abgewickelt worden seien (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Mitarbeiterbetreuung sei zum Teil vom Büro in ***7*** aus erfolgt, wobei die Lohnabrechnung sowie die Bearbeitung von Urlaub, Zeitausgleich und Gehaltsvorschüsse in der Zentrale in ***11*** abgewickelt worden seien (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Mitarbeiter der ***22*** GmbH hätten im Büro in ***7*** Arbeitskräfte direkt an die Firma ***15*** GmbH vermittelt (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Dienstverträge der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte seien im Büro in ***7*** unterzeichnet und ausgehändigt worden, die Archivierung sei im "Mitarbeiter CRM System" erfolgt, wobei dieses System aus der Zentrale in ***11*** gesteuert und die gesamte IT in ***11*** abgebildet wird (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Krankmeldung der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte sei im Büro in ***7*** erfolgt (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Beantragung der Urlaube der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte sei im Büro in ***7*** erfolgt, allerdings sei eine interne Abstimmung mit der Zentrale in ***11*** nötig gewesen, da die Urlaubsverwaltung über die Personalverrechnung in der Zentrale in ***11*** erfolgt sei (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die Kündigungen richteten die an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte an das Büro in ***7***, die Abwicklung sämtlicher darauffolgender Kündigungsvorgänge sei in der Zentrale in ***11*** erfolgt (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die lohnverrechnende und buchhalterische Erfassung der an die ***15*** GmbH verliehenen Arbeitskräfte sei in der Zentrale in ***11*** erfolgt (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Die sozialversicherungsrechtlichen Meldungen erfolgte durch die Zentrale in ***11*** (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Für den Standort in ***7*** sei ein eigener Firmenstempel mit der Anschrift in ***7*** verwendet worden, allerdings nur sehr kurzfristig, dies aufgrund einer Fehlentscheidung eines Mitarbeiters (laut Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022). Der Verweis der ***Bf1*** vom 20.01.2022 auf ein anderes Beschwerdeverfahren betreffend die "***24*** GmbH" gehe insoweit ins Leere, da ein anderes Abgabeverfahren mit anderen Beteiligten für das gegenständliche Beschwerdeverfahren nicht von Relevanz sei, zumal lediglich der von der ***1*** GmbH verwirklichte Sachverhalt verfahrensgegenständlich und beachtlich ist. Zu der von der ***Bf1*** eigenmächtig durchgeführten Befragung von Frau ***25*** werde festgehalten, dass sich deren Angaben mit den oben angeführten Ausführungen bzw. den Angaben der ***1*** GmbH decken. Als Anhänge wurden folgende Unterlagen übermittelt: ./I Bericht des Gemeindebundes vom 18.10.2017 ./2 Gutachten der Kanzlei ***10*** in Farbe ./3 Aufstellung Mitarbeiter für Kommunalsteuer in ***7*** ./4 Schreiben der ***1*** GmbH vom 10.02.2022 ./5 Schreiben der Gemeinde ***6*** vom 11.02.2022 ./6 Bemessungsgrundlagen Arbeitnehmer Gemeinde ***6*** 2014 ,/7 Bemessungsgrundlagen Arbeitnehmer Gemeinde ***6*** 2015 ,/8 Bemessungsgrundlagen Arbeitnehmer Gemeinde ***6*** 2016 ./9 Bemessungsgrundlagen Arbeitnehmer Gemeinde ***6*** 2017 In der Folge brachte das Bundesfinanzgericht mit Schreiben vom 1.3.2022 den Gemeinden ***6*** und ***11*** sowie der ***1*** GmbH die wesentlichen Aktenteile und die Einwendungen der beschwerdeführenden Gemeinde ***7*** mit der Gelegenheit zur Stellungnahme zur Kenntnis, da dies aus den vom Finanzamt an das BFG vorgelegten Aktenteilen nicht ersehen werden kann. Der Geschäftsführer der ***1*** GmbH gab daraufhin bekannt, dass er ***10*** weitere Stellungnahme zum gegenständlichen Thema abgeben möchte, da der Sachverhalt mehrmals mündlich wie schriftlich erläutert worden sei. Von der Gemeinde ***6*** erfolgte keine Reaktion. Die Gemeinde ***12*** stellte in ihrer Stellungnahme vom 1.4.2022 unter anderem fest, dass entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin der Gemeinde ***12*** die Kommunalsteuer nur für die ersten sechs Monate gemäß § 10 Abs. 5 KommStG zuerkannt wurde. Über diese sechs Monate hinaus sei die Kommunalsteuer der Gemeinde ***7*** zugesprochen worden. Die ***1*** GmbH habe laut Firmenbuchauszug ihre Geschäftsanschrift in der politischen Gemeinde ***12***. Hier befinde sich auch die Zentrale der Geschäftsleitung und Büroräumlichkeiten mit rund sechzehn Mitarbeitern. Darüber hinaus befinde sich neben anderen Standorten auch ein Büro in der Gemeinde ***6*** und in der ***Bf1***. In der ***Bf1*** würden zwei Mitarbeiter beschäftigt, die Mitarbeiter und Kunden betreuen würden. In der Vergangenheit habe das Unternehmen die Kommunalsteuer selbstberechnet an die Gemeinde ***6*** abgeführt. Im Jahr 2017 sei auf Antrag der Beschwerdeführerin eine Kommunalsteuer-Nachschau im Unternehmen durchgeführt worden. Unter Zugrundelegung des Berichts vom 18.10.2017 des Gemeindebundes Steiermark, der die Nachschau absolviert habe, sowie des Berichts des Wirtschaftsprüfers der Kanzlei ***10*** sei unstrittig, dass die Gemeinde ***6*** keinen Anspruch auf Zuschreibung der Kommunalsteuer habe, weil in der Gemeinde ***6*** keine Betriebsstätte gemäß § 4 Abs. 1 KommStG 1993 bestehen würde. Die Zuteilungsbescheide von 2014, 2015, 2016, 2017 des Finanzamtes Graz-Stadt (nunmehr Finanzamt Österreich) zum Abgabenkonto ***18*** jeweils vom 12.12.2018 seien aus folgenden Gründen sowohl materiell- als auch formalrechtlich korrekt: Zum Bericht des Gemeindebunds Steiermark vom 18.10.2017: Im Bericht vom 18.10.2017, den die Beschwerdeführerin (hauptsächlich) für die Begründung ihres Anspruchs auf Zuschreibung der Kommunalsteuer heranziehen würde, würden nur die Standorte ***6*** und ***7*** der ***1*** GmbH angeführt. Der Gemeindebund Steiermark habe auch nur zu diesen beiden Standorten Erkundungen eingeholt und nicht zum Standort ***11***. Dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, es sei natürlich, sich bei der Überprüfung der Einhaltung der Regelungen zur Kommunalsteuer der Hilfe des Gemeindebunds Steiermark zu bedienen und dementsprechend könne den Ausführungen dessen Mitarbeiter Folge geleistet werden, sei entgegenzuhalten: Der Gemeindebund Steiermark habe in seinem Bericht vom 18.10.2017 auf Seite 5 in Punkt 7. selbst eingeräumt, keine weiteren Nachschauhandlungen gesetzt zu haben. Der Bericht des Gemeindebundes Steiermark sei somit unvollständig. Ohne umfassende Sachverhaltsermittlung könne die Stellungnahme keine Grundlage für die rechtliche Beurteilung und die Erlassung eines rechtswirksamen Bescheids darstellen. Mangels bindender Beweisregeln seien Feststellungen nach den allgemeinen Bestimmungen der BAO (insbesondere des § 166 BAO) zu treffen. Danach komme als Beweismittel im Abgabenverfahren alles in Betracht, was zur Feststellung des maßgeblichen Sachverhaltes geeignet und nach Lage des einzelnen Falles zweckdienlich sei (VwGH 2012/15/0197). Wenn die wesentlichen Sachverhaltsgrundlagen mangels eines ausreichend konkreten Verlangens der belangten Behörde zu Beweisthemen und nach Beweismitteln unaufgeklärt geblieben seien, erweise sich der Sachverhalt dadurch als nicht ermittelt. Die auf Basis dieses Sachverhalts erlassenen Bescheide seien aufzuheben und die Sache an die Abgabenbehörde zurückzuverweisen (BFG RV/7102864/2020). Der Gemeindebund Steiermark habe es unterlassen, andere Betriebe als jene am Standort ***6*** und ***7*** der ***1*** GmbH zu untersuchen und in seinem Bericht zu thematisieren. Dies obwohl ihm bewusst gewesen sei, dass noch weitere Standorte betrieben werden würden (vgl Seite 1 Punkt 1 c des Berichtes vom 18.10.2017). Er räume selbst ein, keine weiteren Nachschauhandlungen gesetzt zu haben (vgl Seite 5 Punkt 7 des Berichtes vom 18.10.2017) und deute damit an, dass sein Bericht unvollständig sei. Hätte die bescheiderlassende Behörde allein auf der Grundlage des Berichtes entschieden, ohne weitere Ermittlungsschritte zu setzen, wäre der entscheidungserhebliche Sachverhalt sohin zweifelsohne unaufgeklärt geblieben. Auf Basis des Berichtes vom 18.10.2017 des Gemeindebunds Steiermark könne somit kein rechtswirksamer Bescheid erlassen werden. Zum Gutachten des Wirtschaftsprüfers vom 19.09.2018: Das Gutachten der Kanzlei ***10*** sei - laut Stellungnahme des Finanzamtes Österreich an das Bundesfinanzgericht vom 17.02.2022 - vom damaligen Bürgermeister der Gemeinde ***6***, Heinz ***41***, in Auftrag gegeben und auch von dieser bezahlt worden. Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Gemeinde ***11*** habe mutmaßlich das Gutachten in Auftrag gegeben, sei ein (untauglicher) Versuch, die Glaubwürdigkeit des Inhaltes eben jenes Gutachtens zu schmälern. Tatsächlich sei dieses von einem vollkommen unparteiischen, zertifizierten und versierten Wirtschaftsprüfer erstellt, von der Gemeinde ***6*** bezahlt worden und bestehe insofern keine Zweifel an dessen Objektivität und Richtigkeit. Zum Vorlageantrag der Beschwerdeführerin vom 20.01.2022: Die Beschwerdeführerin habe in ihrem ergänzenden Vorbringen vom 20.01.2022 beantragt, den Akt zur Beschwerde vom 17.06.2019 von der Gemeinde ***6*** hinsichtlich der zur Steuernummer ***23*** ergangenen Bescheide betreffend die Kommunalsteuer für den Zeitraum November 2007 bis Dezember 2013 der Firma ***24*** GmbH, dem Vorgängerunternehmen der ***1*** GmbH, zu verlesen. Begründet werde der Antrag damit, dass es sich in diesem Verfahren um einen de facto gleichgelagerten Fall handeln soll, der bereits durch das Finanzamt Österreich (Außenstelle ***21***) zu Gunsten der Gemeinde ***7*** entschieden worden sei. Hierzu sei festzuhalten, dass es sich in keinster Weise um einen gleichgelagerten Sachverhalt handeln würde. Im Verfahren der ***24*** GmbH sei das Gutachten der Kanzlei vom 19.09.2018 nicht berücksichtigt worden. Der Beschluss sei nur unter Zugrundelegung des Berichtes des Steiermärkischen Gemeindebunds vom 18.10.2017 erfolgt. Der Akteninhalt und Sachverhalt sei daher nicht geeignet, die Grundlage für eine Entscheidung im gegenständlichen Verfahren zu bilden. Rechtliche Ausführungen zum Betriebsstättenbegriff gem § 4 Abs. 1 KommStG1993: Unternehmen würden gemäß § 7 KommStG 1993 der Kommunalsteuer in der Gemeinde, in der eine Betriebsstätte unterhalten werde, unterliegen. Wenn Personen von einer inländischen Betriebsstätte eines Unternehmens einem Beschäftiger länger als sechs Kalendermonate zur Arbeitsleistung überlassen werden, bleibe die Gemeinde, in der sich die Betriebsstätte des Überlassers befindet, für sechs Kalendermonate erhebungsberechtigt (VwGH 2012/13/0085). Nach Ablauf des sechsten Kalendermonates sei gemäß § 4 Abs. 3 KommStG 1993 die Gemeinde, in der sich die Unternehmensleitung des inländischen Beschäftigens befinden würde, erhebungsberechtigt. Der Sitz des Beschäftigerbetriebs ***8*** GmbH befinde sich in ***7***. Nach Ablauf von sechs Monaten sei gegenseitlich unstrittig die Kommunalsteuer an die Gemeinde ***7*** abzuführen. In den ersten sechs Kalendermonaten sei jedoch die Kommunalsteuer an die Gemeinde, in der sich die Betriebsstätte des Überlassers befindet, abzuführen. Wenn mehrere Betriebsstätten vorliegen würden, müsse ergänzend festgestellt werden, zu welcher die Arbeitnehmer eine engere Beziehung haben (VwGH 30.3.1992, 91/15/0112). Die gegenständliche Rechtsfrage sei, ob sich in der Gemeinde ***7*** überhaupt eine Betriebsstätte des Überlassers gemäß § 4 Abs. 1 KommStG 1993 befinden würde. Eine Betriebsstätte sei jede feste örtliche Anlage oder Einrichtung, die mittelbar oder unmittelbar der Ausübung der unternehmerischen Tätigkeit dienen würde. Es werde dabei nicht auf einen Gewerbebetrieb oder einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb nach § 29 Abs. 1 BAO abgestellt, sondern auf die unternehmerische Tätigkeit. Die unternehmerische Tätigkeit zeichne sich dadurch aus, dass sich der Mittelpunkt der geschäftlichen Leitung am Standort der unternehmerischen Tätigkeiten befinden würde (UFS ***21***, RV/0788-L/06). Die ***1*** GmbH sei durch einen zertifizierten Wirtschaftsprüfer der Kanzlei ***10*** analysiert und geprüft worden. Der Wirtschaftsprüfer führte in seiner Stellungnahme vom 19.09.2018 aus, dass die Servicestelle der ***1*** GmbH am Standort ***7*** lediglich zwei Damen beschäftige, die keinerlei Entscheidungsgewalt im Bereich der Unternehmensführung hätten. Den in ***7*** Beschäftigten obliege nur die Betreuung der verliehenen Mitarbeiter und die Führung diverser Kundengespräche.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/2100711/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2023:RV.2100711.2020
Stammnummer
142816
Gültig
04.12.2023 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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