Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7102095/2022
Gegenstandsloserklärung nach Aufhebung des Aufhebungsbescheids
geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - BeschlussRV/7102095/2022vom 28.06.2023Teil 2 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Es ist offenkundig, dass bei Zugrundelegung der Rechtsansicht des Finanzamts, alle Einkünfte aus im Eigentum von ***1*** ***2*** befindlichen Grundstücke seien diesem und nicht der ***1*** ***2*** GmbH zuzurechnen, die in den Jahren 2016 bis 2021 erfolgten Schätzungen unzutreffend sein dürften. Zum einen wurden nur Pachteinnahmen hinsichtlich eines Teils der im Eigentum von ***1*** ***2*** befindlichen Grundstücke angesetzt, zum anderen ist nicht nachvollziehbar, wieso eine Steigerung des Einheitswerts der verpachteten Flächen um ein Vielfaches (laut Finanzamt von 1.100,00 € auf 72.500,00 €) eine Schätzungserhöhung lediglich auf (Basis) 20.000,00 € nach sich zieht. Darüber hinaus wurden auch unter Zugrundlegung dieser Schätzung die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft in den Jahren 2020 und 2021 offenkundig unrichtig ermittelt (Gewinnfreibetrag).
Darauf, ob die Höhe der Schätzung bekämpft wurde, kommt es in Hinblick auf § 263 Abs. 1 BAO und § 279 Abs. 1 BAO in Verbindung mit §§ 114, 115 BAO nicht an.
Es sind daher die Grundstücksdaten gemäß Spruchpunkt I mit den Grundstücksdaten gemäß Servitutsvertrag vom 22. Februar 2022 abzugleichen.
Sollten sich weitere, nicht im Servitutsvertrag genannte Grundstücke im Eigentum von ***1*** ***2*** befinden, ist zu klären, ob hieraus von diesem im Jahr 2020 Einkünfte (Vermietung und Verpachtung, Selbstbewirtschaftung) erzielt wurden und bejahendenfalls in welcher Höhe.
Zu Spruchpunkt III
Der Bf ***1*** ***2*** gibt an, dass er hinsichtlich seiner Grundstücke der ***1*** ***2*** GmbH ein unentgeltliches Fruchtgenussrecht eingeräumt habe und die aus der Nutzung der Grundstücke erzielten Gewinne von der ***1*** ***2*** GmbH erklärt und versteuert worden seien.
Es sind daher bei der ***1*** ***2*** GmbH (Firmenbuch FN ***9*** g) - zweckmäßigerweise im Wege einer Nachschau gemäß § 144 BAO - zu erheben:
1. Sämtliche von dieser abgeschlossenen Miet- und Pachtverträge, soweit sie im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke betreffen, diese sind in Kopie zum Akt zu nehmen.
2. Die im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke betreffende Miet- und Pachtzahlungen, soweit sie von der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 vereinnahmt wurden; die entsprechenden Kontoauszüge und Bareinzahlungsbestätigungen, soweit vorhanden, sind in Kopie zum Akt zu nehmen.
3. Ob im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke von der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 nicht vermietet oder verpachtet, sondern selbst genutzt wurden, wenn ja, in welcher Form.
4. Die Höhe der aus der Nutzung von im Eigentum von ***1*** ***2*** befindlichen Grundstücken (Vermietung und Verpachtung, Selbstbewirtschaftung) durch die ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 erzielten Gewinne.
5. Das von der ***1*** ***2*** GmbH für ***1*** ***2*** geführte Verrechnungskonto für 2020, dieses ist in Kopie zum Akt zu nehmen.
Zu Spruchpunkt IV
Entscheidungswesentlich ist unter anderem die Klärung der Frage, ob der Umstand, dass Grundstücke nicht von ***1*** ***2***, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH verpachtet werden, gegenüber den Pächtern zum Ausdruck kam.
Die Erhebungen nach Spruchpunkt III sollten hier grundsätzlich Klarheit schaffen.
Im Hinblick auf die Aktenlage sind außerdem die unbeschränkt haftenden Gesellschafter der ***16*** OG (Firmenbuch zu FN ***44*** m) Dipl.-Ing. ***21*** ***11*** und ***45*** ***11*** gemäß § 169 BAO als Zeugen zu vernehmen, mit wem (***1*** ***2*** oder ***1*** ***2*** GmbH) und von wem ein Pachtvertrag über im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke abgeschlossen wurde, warum in den Verpächterlisten 2017 und 2018 ***1*** ***2*** als natürliche Person als Verpächter angeführt wurde sowie wieso die (angeblich) im Jahr 2015 erstmals über den Pachtvertrag errichtete Urkunde eine erst im Jahr 2017 später gegründete Offene Gesellschaft als Pächterin nennen kann.
Zu Spruchpunkt V
Im Hinblick auf die Auskunft der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen vom 15. Juni 2022 ist der Geschäftsführer der Gut ***39*** GmbH (Firmenbuch zu FN ***42*** y), Ing. ***40*** ***2***, gemäß § 169 BAO als Zeuge zu vernehmen, von wem jeweils welche Grundstücke zu welchem Pachtzins gepachtet worden sind und ist diesbezüglich die Auskunft der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen vom 15. Juni 2022 vorzuhalten. Sofern ein Wechsel des Verpächters von ***1*** ***2*** zur ***1*** ***2*** GmbH erfolgt ist, ist zu erheben, wenn und auf welche Weise der Gut ***39*** GmbH dies bekannt geworden ist.
Zu Spruchpunkt VI
Sollten zu Spruchpunkten I bis V nach den durchgeführten Ermittlungen noch Fragen offen sein, etwa zu den Lebenshaltungskosten des ***1*** ***2*** im Jahr 2020 und deren Bestreitung, ist ***1*** ***2*** als Partei gemäß § 143 BAO dazu zu vernehmen.
Im Hinblick die vom Bf erklärten Einkünfte ist zu prüfen, ob er seine Lebenshaltungskosten im Wege der ***1*** ***2*** GmbH finanziert oder aus welchen Quellen er diese sonst bestreitet.
Weiteres Verfahren
Zum weiteren Verfahren siehe BFG 28. 6. 2023, RV/7102946/2022.
Verfahrensgang zu RV/7103230/2022 (Einkommensteuer 2021)
Vorlage vom 28. Oktober 2022 (Einkommensteuer 2021)
Mit Bericht vom 28. Oktober 2022 legte das Finanzamt Österreich eine am 8. August 2022 eingebrachte Beschwerde des Beschwerdeführers (Bf) ***1*** ***2*** gegen den Einkommensteuerbescheid 2021 vom 4. Oktober 2022 (richtig: 13. Juli 2022) vor (OZ 9 des Finanzamtsakts):
[Grafik]
Folgendes Aktenverzeichnis wurde erstellt:
[Grafik]
Begründend führte das Finanzamt unter anderem aus:
Bezughabende Normen
§ 21 EStG 1988
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt:
Es wurden amtswegig vereinnahmte Pachtzinse im Schätzungswege gem § 184 BAO festgesetzt.
Beweismittel:
Auskunftsschreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen/Bgld.
vom 15.06.2022.
Stellungnahme:
Es wird beantragt, die Vorlageanträge für die Jahre 2019 bis 2021 abweisend zu erledigen.
Hinweis: Für die Jahre 2019 und 2020 wurden ebenfalls Vorlageanträge seitens des Pflichtigen eingebracht und dem BFG vorgelegt.
Aus dem elektronisch vorgelegten Akt ergibt sich (in der Reihenfolge der Aktenteile):
"Anträge"
"Beschwerde 2021" (Beschwerde vom 4./8. August 2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2021)
Unter "Anträge" wurde vom Finanzamt unter OZ 1 "Beschwerde 2021" vorgelegt die Beschwerde vom 4. August 2022, Postaufgabe 8. August 2022, gegen den Einkommensteuerbescheid 2021:
Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2021 vom 13.07.2022 und begründe dies wie folgt:
In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass Einkünfte aus der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen in Anlehnung an die Veranlagung der Vorjahre im Schätzungswege gem.§ 184 BAO festgesetzt wurden.
Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe.
Es ist ebenso falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte.
Ich habe zwecks Schaffung einer einheitlichen, überschaubaren betrieblichen Struktur die ***1*** ***2*** GmbH mit Sitz in ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, gegründet (FN ***9***). Die GmbH verwaltet meinen Grundbesitz und ist für die Organisation von Verpachtungen und Vermietungen zuständig (organisatorische GmbH). In dieser GmbH ist eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, Buchhaltung, Bilanzierung und Finanzkontrolle sichergestellt, welche ich als Privatperson selbst nicht machen könnte.
Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden.
Sämtliche Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert (Steuernr. ***10***).
Somit ist eindeutig sichergestellt, dass ich selbst keine Pachteinnahmen habe und meine Steuererklärung korrekt war.
Alle angeforderten beweisbringenden Belege für die Vorjahre habe ich in Beantwortung Ihres Ergänzungsersuchens für die Jahre 2016-2019 am 10.11.2021 vorgelegt. Trotzdem wurden meine Beschwerden mit Beschwerdevorentscheidungen abwiesen.
Ich weise daraufhin, dass deshalb ein Antrag auf Entscheidung über die Beschwerden für die Jahre 2016-2019 sowie für das Jahr 2020 durch das Bundesfinanzgericht gestellt wurde.
Ich beantrage daher
1. die Abänderung des Einkommensteuerbescheides 2021 vom 13.07.2022 entsprechend meiner Einkommensteuererklärung vom23.03.2022, sowie
2. die Aussetzung der Einhebung des strittigen Betrages von EUR 2.622,-- gemäß § 212a BAO.
"Bescheide"
"Einkommensteuer (Jahr 2021)" (Beschwerdevorentscheidung vom 4. Oktober 2022 betreffend Einkommensteuer 2021)
Unter "Bescheide", "Einkommensteuer (Jahr 2021)" (OZ 2) wurde vorgelegt die Beschwerdevorentscheidung vom 4. Oktober 2022, mit welcher die Beschwerde vom 8. August 2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2021 vom 13. Juli 2022 als unbegründet abgewiesen wurde. Zur Begründung wurde ausgeführt:
Laut Auskunftsschreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen/Bgld. vom 15.06.2022 verpachten Sie als natürliche Person von Ihrem Eigengrund seit April 2014 0,4377 ha, seit März 2015 13,6411 ha und seit Juli 2015 bis laufend 10,3391 ha an die L % L ***15***. Diese Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung wurden nicht erklärt.
Der Notariatsakt betreffend Fruchtgenussrecht zwischen ***1*** ***2*** als Fruchtgenussbesteller und die Firma ***1*** ***2*** GmbH als Fruchtgenussberechtigter wurde erst am 22.02.2022 notariell beglaubigt, mit der Begründung, dass auf Grund "interner einvernehmlicher Vereinbarung" seit Februar 2015 ein Fruchtgenussrecht hinsichtlich der Liegenschaften zugunsten der ***1*** ***2*** GmbH existiert, darüber jedoch kein schriftlicher Vertrag errichtet wurde.
Da die vertragliche Vereinbarung erst im Nachhinein notariell beglaubigt wurde, fehlt die nach außen in Erscheinung tretende Gestaltung der Dinge. Weiters muss der Fruchtgenuss für eine gewisse Dauer (10 Jahre) bestellt sein, um als rechtlich abgesichert anerkannt zu werden.
"Zusatzdokumente Bescheide"
"Erstbescheid 2021"
Unter "Erstbescheid Jahr 2021" (OZ 3) wurde der Einkommensteuerbescheid 2021 vom 13. Juli 2022 vorgelegt. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2020 von 22.968,93 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 2.622,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 19.943,14 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 3.151,94 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 42,50 €.
Die Begründung lautete:
Die Aufwendungen für außergewöhnliche Belastungen, von denen ein Selbstbehalt abzuziehen ist, konnten nicht berücksichtigt werden, da sie den Selbstbehalt in Höhe von 2.296,89 € nicht übersteigen.
Die Einkünfte aus der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen wurden in Anlehnung an die Veranlagungen der Vorjahre im Schätzungswege gem. 184 BAO festgesetzt.
"Beschwerde"
"Beschwerde 2021"
Unter "Beschwerde", "Beschwerde 2021" wurde in OZ 4 vorgelegt die bereits in OZ 1 "Beschwerde 2021" enthaltene Beschwerde vom 4. August 2022, Postaufgabe 8. August 2022, gegen den Einkommensteuerbescheid 2021.
"Beschwerdevorentscheidung"
"BVE 2021"
Unter "Beschwerdevorentscheid", "BVE 2021" wurde in OZ 5 vorgelegt die bereits in OZ 1 "Einkommensteuer (Jahr: 2021) enthaltene Beschwerdevorentscheidung vom 4. Oktober 2022 betreffend Einkommensteuer 2021.
"Vorlageanträge"
"Vorlageantrag 2021"
Mit Schreiben vom 12. Oktober 2022, Postaufgabe am selben Tag, stellte der Bf Vorlageantrag betreffend Einkommensteuer 2021:
Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 04.10.2022 wurde meine Beschwerde vom 04.08.2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2021 vom 13.07.2022 als unbegründet abgewiesen. Ich beantrage nunmehr, meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgerichtvorzulegen.
Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 04.08.2022. Außerdem verweise ich auf meine Vorlageanträge für die Jahre 2019 und 2020, welche dem Bundesfinanzgericht am 12.07.2022 bzw. am 03.10.2022 vorgelegt wurden.
Weiters möchte ich anführen, dass ich keine Pachteinnahmen durch Verpachtung von Grundstücken an die "***14*** ***15***" vereinnahmt habe. Die ***14*** ***15*** (richtigerweise: GmbH.) wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in "Gut ***39*** GmbH" umbenannt. Die Daten der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen sind somit nicht aktuell.
Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden.
Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert.
Ich beantrage daher
1. die Entscheidung durch den Senat
2. die Aussetzung der Einhebung des strittigen Betrages von EUR 2.622,- gemäß § 212a BAO bis zur Entscheidung durch den Senat.
"Sonstiges"
"Schreiben an die SVS"
In OZ 7 "Schreiben an die SVS" ist eine E-Mail der Bearbeiterin des Fachbereichs der belangten Behörde, Dienststelle Bruck Eisenstadt Oberwart, vom 10. Juni 2022 an die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen enthalten, worin die Versicherungsanstalt in Bezug auf den Bf ersucht wird bekanntzugeben:
Wer ist seit dem Jahr 2015 (Februar 2015) bis zum jetzigen Zeitpunkt der Verpächter der Liegenschaften? ***1*** ***2*** oder die ***2*** ***1*** GmbH?
Wer erzielt demzufolge die Pachteinnahmen? ***1*** ***2*** oder die ***2*** ***1*** GmbH?
"SVS"
Unter OZ 8 "SVS" ist ein Schreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen an das Finanzamt vom 15. Juni 2022 unter Bezug auf die vorstehend zitierte E-Mail der Bearbeiterin des Finanzamts mit folgendem Inhalt enthalten:
Wie auch schon telefonisch besprochen, teilen wir Ihnen mit, dass Herr ***2*** ***1*** als natürliche Person von seinem Eigengrund ab 04.2014 0,4377 ha, ab 03.2015 13,6411 ha, ab 07.2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15*** verpachtet hat.
Wem die Pachteinnahmen zufließen, ist hierorts nicht bekannt.
Abgabeninformationssystem
Aus dem Abgabeninformationssystem der Bundesfinanzverwaltung ergeben sich folgende Erklärungsdaten zur Steuernummer ***8*** betreffend Einkommensteuer 2021:
Allgemein (E1):
[Grafik]
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (E1c):
[Grafik]
Offensichtlich wurde durch das Finanzamt von den mit 20.000,00 € geschätzten Pachtzinsen der auf Grund einer Bemessungsgrundlage von 437,39 € errechnete Gewinnfreibetrag (Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988, 13% der Bemessungsgrundlage) von 56,86 € abgezogen, woraus sich ein Betrag von 19.943,14 € ergab.
Beschluss vom 28. Februar 2023
Mit Beschluss vom 28. Februar 2023 ersuchte das Bundesfinanzgericht das Finanzamt Österreich gemäß § 269 Abs. 2 BAO, das Ermittlungsverfahren betreffend Einkommensteuer 2021 analog zum Ermittlungsverfahren betreffend Einkommensteuer 2020 (siehe dort) zu ergänzen.
Weiteres Verfahren
Zum weiteren Verfahren siehe BFG 28. 6. 2023, RV/7103230/2022.
Verfahrensgang zu RV/7100384/2023 (Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019)
Beschwerdevorentscheidung Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 6. Dezember 2022 wies das Finanzamt die Beschwerde vom 29. September 2021 gegen den Bescheid vom 31. August 2021 über die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 (vom 5. November 2020) gemäß § 263 BAO als unbegründet ab und führte dazu aus:
Auf die Begründung der Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO betreffend Einkommensteuerbescheid 2019 vom 25.02.2022 wird verwiesen.
Vorlageantrag Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019
Am 31. Dezember 2019 stellte der Bf Vorlageantrag betreffend Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019:
Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 263 BAO vom 06.12.2022 wurde meine Beschwerde vom 28.09.2021 gegen den Bescheid über die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 vom 31.08.2021 als unbegründet abgewiesen. Bereits mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 25.02.2022 ist eine Abweisung meiner Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2019 vom 31.08.2021 erfolgt. Ich beantrage nunmehr, meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgericht vorzulegen.
Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 28.09.2021. Außerdem verweise ich auf meine Vorlageanträge für die Jahre 2019 und 2020, welche dem Bundesfinanzgericht am 12.07.2022 bzw. am 03.10.2022 vorgelegt wurden (Beschwerden gegen die Einkommensteuerbescheide).
Alle Pachtverträge wurden bereits am 10.11.2021 vorgelegt, der Sachverhalt in der Beschwerde vom 28.09.2021 ausführlich dargelegt. Trotzdem wurde meine Beschwerde mit Beschwerdevorentscheidung abgewiesen.
Weiters möchte ich anführen, dass ich keine Pachteinnahmen durch Verpachtung von Grundstücken an die "***14*** ***15***" vereinnahmt habe. Die ***14*** ***15*** {richtigerweise: GmbH.) wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in "Gut ***39*** GmbH" umbenannt. Die Daten der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen sind somit nicht aktuell.
Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden.
Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert.
Ich beantrage daher die Entscheidung durch den Senat.
Vorlage Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019
Am 8. Februar 2023 legte das Finanzamt die Beschwerde gegen den Aufhebungsbescheid Einkommensteuer 2019 dem Bundesfinanzgericht unter Hinweis auf das zu RV/7102095/2022 geführte Verfahren vor. Dieses Verfahren wurde beim Bundesfinanzgericht zu RV/7100384/2023 erfasst.
Weiteres Verfahren
Zum weiteren Verfahren siehe BFG 28. 6. 2023, RV/7100384/2023.
Erkenntnis BFG 28. 6. 2023, RV/7100384/2023
Mit Erkenntnis BFG 28. 6. 2023, RV/7100384/2023 gab das Bundesfinanzgericht der Beschwerde gegen den Aufhebungsbescheid betreffend Einkommensteuer 2019 Folge und hob den Aufhebungsbescheid vom 31. August 2021 gemäß § 279 BAO ersatzlos auf.
Verfahrensgang zu RV/7100496/2023 (Einkommensteuer 2016)
Vorlage vom 17. Februar 2023
Am 17. Februar 2023 legte das Finanzamt die Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2016 dem Bundesfinanzgericht vor.
Aus den vorgelegten Aktenteilen:
Einkommensteuerbescheid 2016 vom 4. August 2017
Mit Datum 4. August 2017 erließ das Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2016. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2016 von -1.149,72 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 0,87 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb: -997,07 €
Die Begründung lautete:
Zuwendungen an nach § 4a EStG 1988 spendenbegünstigte Empfänger können nur insoweit als Sonderausgaben berücksichtigt werden, als sie 10% des sich nach Verlustausgleich ergebenden Gesamtbetrages der Einkünfte nicht übersteigen. Die geltend gemachten Ausgaben für Spenden waren daher nicht zu berücksichtigen.
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag {Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 0,13 € berücksichtigt.
Dem Einkommensteuerbescheid 2016 liegt laut Abgabeninformationssystem folgende Steuererklärung betreffend Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (E1c) zugrunde:
[Grafik]
Wiederaufnahmebescheid Einkommensteuer 2016 vom 31. August 2021
Mit Bescheid vom 31. August 2021 nahm das Finanzamt das Verfahren hinsichtlich der Einkommensteuer für das Jahr 2016 (Bescheid vom 4. August 2017) gemäß § 303 Abs. 1 wieder auf und führte dazu aus:
Die Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgte gem. § 303 (1) BAO, weil die in der Begründung des Sachbescheides näher ausgeführten Tatsachen und Beweismittel neu hervorgekommen sind, die im abgeschlossenen Verfahren nicht geltend gemacht worden sind und die Kenntnis dieser Umstände allein oder in Verbindung mit dem sonstigen Ergebnis des Verfahrens einen im Spruch anders lautenden Bescheid herbeigeführt hätte. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit das Interesse auf Rechtsbeständigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen sind auch nicht bloß geringfügig.
Anlässlich einer nachträglichen Prüfung Ihrer Erklärungsangaben sind die in der Begründung zum beiliegenden Einkommensteuerbescheid angeführten Tatsachen und/oder Beweismittel neu hervorgekommen, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 303 Abs. 1 BAO erforderlich machen. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das öffentliche Interesse an der Rechtsrichtigkeit der Entscheidung das Interesse auf Rechtsbeständigkeit und die steuerlichen Auswirkungen können nicht als geringfügig angesehen werden.
Die Wiederaufnahme des Einkommensteuerbescheides 2016 wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen (§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen können auch nicht als bloß geringfügig angesehen werden.
Einkommensteuerbescheid 2016 vom 31. August 2021
Mit Datum 31. August 2021 erließ das Finanzamt im wieder aufgenommenen Verfahren einen neuen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2016. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2016 von4.143,41 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 5.294,00 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb: -997,07 €
Die Begründung lautete:
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag {Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 806,00 € berücksichtigt.
Wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen wurden die Besteuerungsgrundlagen gem. § 184 BAO im Schätzungswege ermittelt.
Da Sie das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 bis dato nicht beantwortet haben, wurden die erzielten Pachteinnahmen laut Aktenlage den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft hinzugerechnet.
Beschwerde vom 28. September 2021 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2016, Einkommensteuer 2016)
Mit Datum 28. September 2021 erhob der Bf Beschwerde wie folgt:
Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Wiederaufnahmebescheid vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2016 und gegen den Einkommensteuerbescheid für 2016 vom 31.08.2021 und begründe dies wie folgt:
In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen die Bemessungsgrundlagen im Schätzungswege ermittelt wurden.
Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe.
Es ist hingegen richtig, dass ich das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 leider nicht beantwortet habe, weil ich dieses übersehen habe. Es ist jedoch falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte.
Ich habe zwecks Schaffung einer einheitlichen, überschaubaren betrieblichen Struktur die ***1*** ***2*** GmbH mit Sitz in ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, gegründet (FN ***9***). Die GmbH verwaltet meinen Grundbesitz und ist für die Organisation von Verpachtungen und Vermietungen zuständig (organisatorische GmbH). In dieser GmbH ist eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, Buchhaltung, Bilanzierung und Finanzkontrolle sichergestellt, welche ich als Privatperson selbst nicht machen könnte.
Sämtliche Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert (Steuernr. ***10***).
Laut Rücksprache mit dem Pächter (***11***) wurde von deren steuerlicher Vertretung (damals ***12***) im Verpächterverzeichnis der Zusatz "GmbH" nicht angeführt, wodurch es zu Verwechslungen gekommen ist. Die Pachtentschädigung wurde jedoch korrekt auf das Firmenkonto der ***1*** ***2*** GmbH überwiesen. Dieser Fehler wurde mittlerweile durch die neue steuerliche Vertretung (***13*** Steuerberatung) korrigiert.
Somit ist eindeutig sichergestellt, dass ich selbst keine Pachteinnahmen habe und meine Steuererklärung korrekt war.
Ich beantrage daher
1. die Aufhebung des Wiederaufnahmebescheides vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2016,
2. die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2016 vom 31.08.2021 und
3. die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Einkommensteuerbescheid 2016 vom 04.08.2017).
Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 (Einkommensteuer 2016)
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 wies das Finanzamt die Beschwerde vom 29. September 2021 gegen den Einkommensteuerbescheid 2016 vom 31. August 2021 als unbegründet ab:
Laut Aktenlage verpachten Sie landwirtschaftliche Flächen und haben die daraus erzielten Einkünfte nicht erklärt. Da Sie auch als zivilrechtlicher Eigentümer dieser Liegenschaften aufscheinen, wurden Ihnen mit Bescheid vom 31.08.2021 die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zugerechnet.
Aufgrund der eingereichten Beschwerde wurden Ihnen einige Ersuchen um Ergänzung zugestellt. Mit dem Schreiben vom 17.11.2021 wurden Sie nochmals darauf hingewiesen, dass Ihnen als Eigentümer der Liegenschaften diese Einkünfte zugerechnet wurden. Weiters wurden Sie gebeten, die Pachtverträge betreffend dieser Liegenschaften sowie eine detaillierte Sachverhaltsdarstellung nachzureichen.
Die ursprüngliche Frist zur Beantwortung dieses Schreibens wurde vom 27.12.2021 bis zum 31.01.2022 verlängert Da Sie die angeforderten Unterlagen bis dato nicht nachgereichet haben, wird die Beschwerde abgewiesen.
Beschwerdevorentscheidung vom 6. Dezember 2022 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2016)
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 6. Dezember 2022 wies das Finanzamt die Beschwerde vom 29. September 2021 gegen den Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Einkommensteuer 2016 vom 31. August 2021 als unbegründet ab:
Begründung:
Auf die Begründung der Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO betreffend Einkommensteuerbescheid 2016 vom 25.02.2022 wird verwiesen.
Vorlageantrag vom 31. Dezember 2022 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2016)
Mit Schreiben vom 31. Dezember 2022 stellte der Bf Vorlageantrag wie folgt:
Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 263 BAO vom 06.12.2022 wurde meine Beschwerde vom 28.09.2021 gegen den Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Einkommensteuer 2016 vom 37.08.2021 als unbegründet abgewiesen. Bereits mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 25.02.2022 ist eine Abweisung meiner Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2016 vom 31.08.2021 erfolgt. Ich beantrage nunmehr, meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgericht vorzulegen.
Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 28.09.2021. Außerdem verweise ich auf meine Vorlageanträge für die Jahre 2019 und 2020, welche dem Bundesfinanzgericht am 12.07.2022 bzw. am 03.10.2022 vorgelegt wurden.
Alle Pachtverträge wurden bereits am 10.11.2021 vorgelegt, der Sachverhalt in der Beschwerde vom 28.09.2021 ausführlich dargelegt. Trotzdem wurde meine Beschwerde mit Beschwerdevorentscheidung abgewiesen.
Weiters möchte ich anführen, dass ich keine Pachteinnahmen durch Verpachtung von Grundstücken an die "***14*** ***15***" vereinnahmt habe. Die ***14*** ***15*** (richtigerweise: GmbH.) wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in "Gut ***39*** GmbH" umbenannt. Die Daten der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen sind somit nicht aktuell.
Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden.
Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert.
Ich beantrage daher die Entscheidung durch den Senat.
Weiterer Akteninhalt
Weiterer Akteninhalt, soweit nicht bereits vorgelegt:
"Zweites Ersuchen um Ergänzung"
Zu OZ 11 zu RV/7102095/2022 "Zweites Ersuchen um Ergänzung" wurde ein Screenshot mit folgendem Inhalt vorgelegt:
Anbei übermittle ich die von Ihnen geforderten Unterlagen.
Mehr lässt sich OZ 9 zu RV/7100496/2023 ("Beantwortung Ersuchen um Ergänzung 2") nicht entnehmen.
Pachtzahlungen
Unter OZ 10 zu RV/7100496/2023 ("Beantwortung Ersuchen um Ergänzung 2a") befindet sich der zwischen der ***1*** ***2*** GmbH und ***16*** OG abgeschlossene Pachtvertrag vom 21. April 2015 sowie ein Ausdruck aus dem Rechnungswesen der ***1*** ***2*** GmbH über die Erfassung eines Betrags von 6.200,00 € am 30. Dezember 2016, ferner ein Kontoauszug des Bankkontos der ***1*** ***2*** GmbH über einen Eingang von ***21*** ***11*** über 6.200,00 € am 6. Dezember 2016 mit dem Vermerk "Ackerpacht 2016".
Ebenso ist in OZ 10 enthalten ein Ausdruck aus dem Rechnungswesen der ***1*** ***2*** GmbH über die Erfassung eines Betrags von 6.200,00 € am 27. November 2017, ferner ein Kontoauszug des Bankkontos der ***1*** ***2*** GmbH über einen Eingang von ***16*** OG über 6.200,00 € am 27. November 2017 mit dem Vermerk "Pacht 2017".
Weiters ist der zwischen der ***1*** ***2*** GmbH und ***16*** OG abgeschlossene Pachtvertrag vom 21. April 2018 enthalten, ein Ausdruck aus dem Rechnungswesen der ***1*** ***2*** GmbH über die Erfassung eines Betrags von 6.910,00 € am 30. November 2018, ferner ein Kontoauszug des Bankkontos der ***1*** ***2*** GmbH über einen Eingang von ***16*** OG über 6.910,00 € am 30. November 2018 mit dem Vermerk "Pacht 2018".
Außerdem ein Ausdruck aus dem Rechnungswesen der ***1*** ***2*** GmbH über die Erfassung eines Betrags von 6.910,00 € am 29. November 2019, ferner ein Kontoauszug des Bankkontos der ***1*** ***2*** GmbH über einen Eingang von ***16*** OG über 6.910,00 € am 20. November 2019 mit dem Vermerk "Pacht 2019".
Siehe auch oben unter "Pachtvertrag 2015".
"Drittes Ersuchen um Ergänzung"
Zu OZ 12 zu RV/7102095/2022 "Drittes Ersuchen um Ergänzung" wurde eine E-Mail der steuerlichen Vertretung des Bf an das Finanzamt vom 31. Jänner 2022 vorgelegt:
Im Auftrag unseres Klienten teilen wir betreffend dem Ersuchen um Ergänzung vom 17.11.2021 mit, dass Herr ***2*** das Schreiben persönlich in den nächsten Tagen beantwortet.
Kein Vorlageantrag betreffend Einkommensteuer 2016
Über Rückfrage des Gerichts teilte das Finanzamt am 3. März 2023 mit, dass in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2016, anders als in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidung betreffend Wiederaufnahme Einkommensteuer 2016, kein Vorlageantrag erfolgt sei.
Verständigung BFG 9. 3. 2023, RV/7100496/2023
Mit Verständigung BFG 9. 3. 2023, RV/7100496/2023 wurden die Parteien gemäß § 281a BAO formlos in Kenntnis gesetzt, dass nach Auffassung des Bundesfinanzgerichts in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidungen vom 25. Februar 2022 betreffend a) Einkommensteuer für das Jahr 2016, b) Einkommensteuer für das Jahr 2017, c) Einkommensteuer für das Jahr 2018 ein Vorlageantrag nicht eingebracht wurde, weswegen die diesbezüglichen Beschwerdeverfahren vor dem Bundesfinanzgericht eingestellt werden.
Verfahrensgang zu RV/7100497/2023 (Einkommensteuer 2017)
Vorlage vom 17. Februar 2023
Am 17. Februar 2023 legte das Finanzamt die Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2017 dem Bundesfinanzgericht vor.
Aus den vorgelegten Aktenteilen:
Einkommensteuerbescheid 2017 vom 20. Juni 2018
Mit Datum 20. Juni 2018 erließ das Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2017. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2017 von -1.525,92 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 0,87 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb: -1.525,92 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 47,60 €.
Die Begründung lautete:
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag (Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 0,13 € berücksichtigt.
Da nur Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag und/oder SV-Beiträge erstattungsfähig sind, konnte keine Erstattung erfolgen.
Dem Einkommensteuerbescheid 2017 liegt laut Abgabeninformationssystem folgende Steuererklärung betreffend Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (E1c) zugrunde:
[Grafik]
Wiederaufnahmebescheid Einkommensteuer 2017 vom 31. August 2021
Mit Bescheid vom 31. August 2021 nahm das Finanzamt das Verfahren hinsichtlich der Einkommensteuer für das Jahr 2017 (Bescheid vom 20. Juni 2018) gemäß § 303 Abs. 1 wieder auf und führte dazu aus:
Die Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgte gem. § 303 (1) BAO, weil die in der Begründung des Sachbescheides näher ausgeführten Tatsachen und Beweismittel neu hervorgekommen sind, die im abgeschlossenen Verfahren nicht geltend gemacht worden sind und die Kenntnis dieser Umstände allein oder in Verbindung mit dem sonstigen Ergebnis des Verfahrens einen im Spruch anders lautenden Bescheid herbeigeführt hätte. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit das Interesse auf Rechtsbeständigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen sind auch nicht bloß geringfügig.
Anlässlich einer nachträglichen Prüfung Ihrer Erklärungsangaben sind die in der Begründung zum beiliegenden Einkommensteuerbescheid angeführten Tatsachen und/oder Beweismittel neu hervorgekommen, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 303 Abs. 1 BAO erforderlich machen. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das öffentliche Interesse an der Rechtsrichtigkeit der Entscheidung das Interesse auf Rechtsbeständigkeit und die steuerlichen Auswirkungen können nicht als geringfügig angesehen werden.
Die Wiederaufnahme des Einkommensteuerbescheides 2017 wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen (§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen können auch nicht als bloß geringfügig angesehen werden.
Einkommensteuerbescheid 2017 vom 31. August 2021
Mit Datum 31. August 2021 erließ das Finanzamt im wieder aufgenommenen Verfahren einen neuen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2017. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 20176 von 3.762,16 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 5.394,00 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb: -1.525,92 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 47,60 €.
Die Begründung lautete:
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag {Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 806,00 € berücksichtigt.
Wir nehmen keine Rückerstattung vor, da nur Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbeträge oder Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden können.
Wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen wurden die Besteuerungsgrundlagen gem. § 184 BAO im Schätzungswege ermittelt.
Da Sie das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 bis dato nicht beantwortet haben, wurden die erzielten Pachteinnahmen laut Aktenlage den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft hinzugerechnet.
Beschwerde vom 28. September 2021 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2017, Einkommensteuer 2017)
Mit Datum 28. September 2021 erhob der Bf Beschwerde wie folgt:
Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Wiederaufnahmebescheid vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2017 und gegen den Einkommensteuerbescheid für 2017 vom 31.08.2021 und begründe dies wie folgt:
In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen die Bemessungsgrundlagen im Schätzungswege ermittelt wurden.
Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe.
Es ist hingegen richtig, dass ich das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 leider nicht beantwortet habe, weil ich dieses übersehen habe. Es ist jedoch falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte.
Ich habe zwecks Schaffung einer einheitlichen, überschaubaren betrieblichen Struktur die ***1*** ***2*** GmbH mit Sitz in ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, gegründet (FN ***9***). Die GmbH verwaltet meinen Grundbesitz und ist für die Organisation von Verpachtungen und Vermietungen zuständig (organisatorische GmbH). In dieser GmbH ist eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, Buchhaltung, Bilanzierung und Finanzkontrolle sichergestellt, welche ich als Privatperson selbst nicht machen könnte.
Sämtliche Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert (Steuernr. ***10***).
Laut Rücksprache mit dem Pächter (***11***) wurde von deren steuerlicher Vertretung (damals ***12***) im Verpächterverzeichnis der Zusatz "GmbH" nicht angeführt, wodurch es zu Verwechslungen gekommen ist. Die Pachtentschädigung wurde jedoch korrekt auf das Firmenkonto der ***1*** ***2*** GmbH überwiesen. Dieser Fehler wurde mittlerweile durch die neue steuerliche Vertretung (***13*** Steuerberatung) korrigiert.
Somit ist eindeutig sichergestellt, dass ich selbst keine Pachteinnahmen habe und meine Steuererklärung korrekt war.
Ich beantrage daher
1. die Aufhebung des Wiederaufnahmebescheides vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2017,
2. die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2017 vom 31.08.2021 und
3. die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Einkommensteuerbescheid 2017 vom 20.06.2018).
Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 (Einkommensteuer 2017)
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 wies das Finanzamt die Beschwerde vom 29. September 2021 gegen den Einkommensteuerbescheid 2017 vom 31. August 2021 als unbegründet ab:
Laut Aktenlage verpachten Sie landwirtschaftliche Flächen und haben die daraus erzielten Einkünfte nicht erklärt. Da Sie auch als zivilrechtlicher Eigentümer dieser Liegenschaften aufscheinen, wurden Ihnen mit Bescheid vom 31.08.2021 die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zugerechnet.
Aufgrund der eingereichten Beschwerde wurden Ihnen einige Ersuchen um Ergänzung zugestellt. Mit dem Schreiben vom 17.11.2021 wurden Sie nochmals darauf hingewiesen, dass Ihnen als Eigentümer der Liegenschaften diese Einkünfte zugerechnet wurden. Weiters wurden Sie gebeten, die Pachtverträge betreffend dieser Liegenschaften sowie eine detaillierte Sachverhaltsdarstellung nachzureichen.
Die ursprüngliche Frist zur Beantwortung dieses Schreibens wurde vom 27.12.2021 bis zum 31.01.2022 verlängert Da Sie die angeforderten Unterlagen bis dato nicht nachgereichet haben, wird die Beschwerde abgewiesen.
Beschwerdevorentscheidung vom 6. Dezember 2022 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2017)
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 6. Dezember 2022 wies das Finanzamt die Beschwerde vom 29. September 2021 gegen den Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Einkommensteuer 2017 vom 31. August 2021 als unbegründet ab:
Begründung:
Auf die Begründung der Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO betreffend Einkommensteuerbescheid 2017 vom 25.02.2022 wird verwiesen.
Vorlageantrag vom 31. Dezember 2022 (Wiederaufnahme des Verfahrens Einkommensteuer 2017)
Mit Schreiben vom 31. Dezember 2022 stellte der Bf Vorlageantrag in Bezug auf die Wiederaufnahme des Verfahrens Einkommensteuer 2017):
Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 263 BAO vom 06.12.2022 wurde meine Beschwerde vom 28.09.2021 gegen den Bescheid über die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Einkommensteuer 2017 vom 31.08.2021 als unbegründet abgewiesen. Bereits mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 25.02.2022 ist eine Abweisung meiner Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2017 vom 31.08.2021 erfolgt. Ich beantrage nunmehr, meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgericht vorzulegen.
Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 28.09.2021. Außerdem verweise ich auf meine Vorlageanträge für die Jahre 2019 und 2020, welche dem Bundesfinanzgericht am 12.07.2022 bzw. am 03.10.2022 vorgelegt wurden.
Alle Pachtverträge wurden bereits am 10.11.2021 vorgelegt, der Sachverhalt in der Beschwerde vom 28.09.2021 ausführlich dargelegt. Trotzdem wurde meine Beschwerde mit Beschwerdevorentscheidung abgewiesen.
Weiters möchte ich anfuhren, dass ich keine Pachteinnahmen durch Verpachtung von Grundstücken an die "***14*** ***15***" vereinnahmt habe. Die ***14*** ***15*** (richtigerweise: GmbH.) wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in "Gut ***39*** GmbH" umbenannt. Die Daten der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen sind somit nicht aktuell.
Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden.
Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert.
Ich beantrage daher die Entscheidung durch den Senat.
Weiterer Akteninhalt
Weiterer Akteninhalt, soweit nicht bereits vorgelegt:
"Mail zur KM"
Unter OZ 7 zu RV/7102095/2022 "Zusatzdokumente Bescheide: Mail zur KM" wurde eine E-Mail eines Mitarbeiters der belangten Behörde an einen anderen Mitarbeiter dieser Behörde vom 25. März 2020 vorgelegt, die hier als OZ 8 vorgelegt wurde.
Verpächter und Pachtzahlungen 2017
Als OZ 7 zu RV/7100497/2023 war eine Liste "Verpächter und Pachtzahlungen 2017" beigeschlossen. Offenbar handelt es sich um eine Aufstellung der ***16*** OG.
In dieser findet sich als Verpächter von 15,35 ha mit einem Pachtzins von 6.200,00 € (in der Kontrollmitteilung wird von 6.910,00€ für die Jahre 2017 bis 2018 gesprochen) ***1*** ***2***.
Kein Vorlageantrag betreffend Einkommensteuer 2017
Über Rückfrage des Gerichts teilte das Finanzamt am 3. März 2023 mit, dass in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2017, anders als in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidung betreffend Wiederaufnahme Einkommensteuer 2017, kein Vorlageantrag erfolgt sei.
Verständigung BFG 9. 3. 2023, RV/7100496/2023
Mit Verständigung BFG 9. 3. 2023, RV/7100496/2023 wurden die Parteien gemäß § 281a BAO formlos in Kenntnis gesetzt, dass nach Auffassung des Bundesfinanzgerichts in Bezug auf die Beschwerdevorentscheidungen vom 25. Februar 2022 betreffend a) Einkommensteuer für das Jahr 2016, b) Einkommensteuer für das Jahr 2017, c) Einkommensteuer für das Jahr 2018 ein Vorlageantrag nicht eingebracht wurde, weswegen die diesbezüglichen Beschwerdeverfahren vor dem Bundesfinanzgericht eingestellt werden.
Verfahrensgang zu RV/7100498/2023 (Einkommensteuer 2018)
Vorlage vom 17. Februar 2023
Am 17. Februar 2023 legte das Finanzamt die Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2018 dem Bundesfinanzgericht vor.
Aus den vorgelegten Aktenteilen:
Einkommensteuerbescheid 2018 vom 31. Oktober 2019
Mit Datum 31. Oktober 2019 erließ das Finanzamt einen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2018. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2018 von -737,03 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 0,87 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb:373,93 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 109,20 €.
Die Begründung lautete:
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag (Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 0,13 € berücksichtigt.
Wir nehmen keine Rückerstattung vor, da nur Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbeträge oder Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden können.
Dem Einkommensteuerbescheid 2018 liegt laut Abgabeninformationssystem folgende Steuererklärung betreffend Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (E1c) zugrunde:
[Grafik]
Wiederaufnahmebescheid Einkommensteuer 2018 vom 31. August 2021
Mit Bescheid vom 31. August 2021 nahm das Finanzamt das Verfahren hinsichtlich der Einkommensteuer für das Jahr 2018 (Bescheid vom 31. Oktober 2019) gemäß § 303 Abs. 1 wieder auf und führte dazu aus:
Die Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgte gem. § 303 (1) BAO, weil die in der Begründung des Sachbescheides näher ausgeführten Tatsachen und Beweismittel neu hervorgekommen sind, die im abgeschlossenen Verfahren nicht geltend gemacht worden sind und die Kenntnis dieser Umstände allein oder in Verbindung mit dem sonstigen Ergebnis des Verfahrens einen im Spruch anders lautenden Bescheid herbeigeführt hätte. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit das Interesse auf Rechtsbeständigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen sind auch nicht bloß geringfügig.
Anlässlich einer nachträglichen Prüfung Ihrer Erklärungsangaben sind die in der Begründung zum beiliegenden Einkommensteuerbescheid angeführten Tatsachen und/oder Beweismittel neu hervorgekommen, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 303 Abs. 1 BAO erforderlich machen. Die Wiederaufnahme wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen {§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das öffentliche Interesse an der Rechtsrichtigkeit der Entscheidung das Interesse auf Rechtsbeständigkeit und die steuerlichen Auswirkungen können nicht als geringfügig angesehen werden.
Die Wiederaufnahme des Einkommensteuerbescheides 2018 wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen (§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen können auch nicht als bloß geringfügig angesehen werden.
Einkommensteuerbescheid 2018 vom 31. August 2021
Mit Datum 31. August 2021 erließ das Finanzamt im wieder aufgenommenen Verfahren einen neuen Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2018. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 20176 von 6.110,71 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt:
Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 6.090,00 €
Einkünfte aus Gewerbebetrieb:373,93 €
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 109,20 €.
Die Begründung lautete:
Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag {Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 910,00 € berücksichtigt.
Wir nehmen keine Rückerstattung vor, da nur Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbeträge oder Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden können.
Wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen wurden die Besteuerungsgrundlagen gem. § 184 BAO im Schätzungswege ermittelt.
Da Sie das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 bis dato nicht beantwortet haben, wurden die erzielten Pachteinnahmen laut Aktenlage den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft hinzugerechnet.
Beschwerde vom 28. September 2021 (Wiederaufnahme Einkommensteuer 2017, Einkommensteuer 2017)
Mit Datum 28. September 2021 erhob der Bf Beschwerde wie folgt:
Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Wiederaufnahmebescheid vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2018 und gegen den Einkommensteuerbescheid für 2018 vom 31.08.2021 und begründe dies wie folgt:
In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen die Bemessungsgrundlagen im Schätzungswege ermittelt wurden.
Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe.
Es ist hingegen richtig, dass ich das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 leider nicht beantwortet habe, weil ich dieses übersehen habe. Es ist jedoch falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte.
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Normen und Schlagworte
- § 299 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 21 Abs. 1 Z 1 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 261 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 261 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Senat - Beschluss
- Geschäftszahl
- RV/7102095/2022
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2023:RV.7102095.2022
- Stammnummer
- 141401
- Gültig
- 28.06.2023 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF