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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7102095/2022

Gegenstandsloserklärung nach Aufhebung des Aufhebungsbescheids

geltende FassungBescheidbeschwerde - Senat - BeschlussRV/7102095/2022vom 28.06.2023Teil 1 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Sind der Aufhebungsbescheid nach § 299 BAO und der neue Sachbescheid angefochten, so ist (in Anlehnung an den Wiederaufnahme- und Sachbescheid) zunächst über die Bescheidbeschwerde gegen den Aufhebungsbescheid nach § 299 BAO und erst dann gegen die Bescheidbeschwerde gegen den neuen Sachbescheid zu entscheiden bzw. beide Beschwerden in einer Entscheidung zu verbinden. Eine vorrangige Erledigung der Bescheidbeschwerde gegen den neuen Sachbescheid führt zur Rechtswidrigkeit dieser Erledigung.

Wortlaut laut Findok

Beschluss Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke als Vorsitzenden, den Richter Mag. Markus Knechtl LL. M. als beisitzenden Richter, Mag. Johannes Denk als fachkundigen Laienrichter und Mag. Markus Fischer, BA als fachkundigen Laienrichter über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, vom 28. September 2021 "gegen den Bescheid über die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 vom 31.08.2021, gegen den Einkommensteuerbescheid für 2019 vom 31.08.2021 sowie gegen den Vorauszahlungsbescheid 2021 vom 31.08.2021", erlassen vom Finanzamt Österreich, alle zur Steuernummer ***8***, hier gegenständlich die Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2019, in nichtöffentlicher Sitzung am 26. Juni 2023 zu Recht erkannt: I. Die Beschwerde vom 28. September 2021 gegen den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2019 vom 31. August 2021 wird gemäß § 261 Abs. 2 BAO als gegenstandslos erklärt. II. Gegen diesen Beschluss ist gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i. V. m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine (ordentliche) Revision nicht zulässig. Entscheidungsgründe Anhängige Verfahren Beim Bundesfinanzgericht sind oder waren folgende Verfahren betreffend den Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** und die Einkommensteuerveranlagungen für die Jahre 2016 bis 2021 anhängig (in der Reihenfolge der Vorlage durch das Finanzamt): RV/7102095/2022: Einkommensteuer 2019 RV/7102946/2022: Einkommensteuer 2020 RV/7103230/2022: Einkommensteuer 2021 RV/7100384/2023: Aufhebung Einkommensteuerbescheid 2019 RV/7100496/2023: Einkommensteuer 2016 RV/7100497/2023: Einkommensteuer 2017 RV/7100498/2023: Einkommensteuer 2018 RV/7100621/2023: Wiederaufnahme Einkommensteuer 2016 RV/7100629/2023: Wiederaufnahme Einkommensteuer 201 RV/7100630/2023: Wiederaufnahme Einkommensteuer 2018. Zur besseren Übersichtlichkeit und da einzelne Aktenteile auch für andere Veranlagungszeiträume von Bedeutung sind, wird im Folgenden der Verfahrensgang zu allen genannten Verfahren bis zur jeweiligen Entscheidung durch das Bundesfinanzgericht dargestellt. Verfahrensgang zu RV/7102095/2022 (Einkommensteuer 2019) Vorlage vom 12. Juli 2022 (Einkommensteuer 2019) Mit Bericht vom 12. Juli 2022 legte das Finanzamt Österreich eine am 29. September 2021 eingebrachte Beschwerde des Beschwerdeführers (Bf) ***1*** ***2*** gegen den Einkommensteuerbescheid 2019 vom 25. Februar 2022 vor (OZ 21 des Finanzamtsakts): [Grafik]   [Grafik]   Folgendes Aktenverzeichnis wurde erstellt: [Grafik]   Begründend führte das Finanzamt unter anderem aus: Bezughabende Normen § 21 Abs. 1 Z 1 EStG 1988 Sachverhalt und Anträge Sachverhalt: Herr ***1*** ***2*** bringt vor, dass sämtliche Pachtentschädigungen nicht von ihm als natürliche Person sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, erklärt und versteuert wurden, da er selbst keine Pachteinnahmen habe. Aufgrund einer KM erfolgte amtswegig die Zurechnung der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft an ***1*** ***2***. Beweismittel: Kontrollmitteilung Schreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen/Burgenland Stellungnahme: Laut Auskunftsschreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen/Bgld. vom 15.06.2022 verpachtet Herr ***1*** ***2*** als natürliche Person von seinem Eigengrund seit April 2014 0,4377 ha, seit März 2015 13,6411 ha und seit Juli 2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15***. Diese Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung wurden nicht erklärt. Der Notariatsakt betreffend Fruchtgenussrecht zwischen ***1*** ***2*** als Fruchtgenussbesteller und die Firma ***1*** ***2*** GmbH als Fruchtgenussberechtigter wurde erst am 22.02.2022 notariell beglaubigt, mit der Begründung, dass auf Grund "interner einvernehmlicher Vereinbarung" seit Februar 2015 ein Fruchtgenussrecht hinsichtlich der Liegenschaften zugunsten der ***1*** ***2*** GmbH existiert, darüber jedoch kein schriftlicher Vertrag errichtet wurde. Da die vertragliche Vereinbarung erst im Nachhinein notariell beglaubigt wurde, fehlt die nach außen in Erscheinung tretende Gestaltung der Dinge. Weiters muss der Fruchtgenuss für eine gewisse Dauer (10 Jahre) bestellt sein, um als rechtlich abgesichert anerkannt zu werden. Eine abweisende Erledigung wird daher angeregt. Aus dem elektronisch vorgelegten Akt ergibt sich (in der Reihenfolge der Aktenteile): "Anträge" "Beschwerde 2019" (Beschwerde vom 28. September 2021 betreffend Aufhebung Einkommensteuer 2019, Einkommensteuer 2019 und Einkommensteuervorauszahlungen 2021) Vom Finanzamt wurde im elektronisch vorgelegten Verwaltungsakt unter OZ 1 ("Anträge, Beschwerde 2019") ein Schreiben des Bf vom 28. September 2021, Postaufgabe 29. September 2021, mit folgendem Inhalt vorgelegt: Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Bescheid über die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 vom 31.08.2021. gegen den Einkommensteuerbescheid für 2019 vom 31.08.2021. sowie gegen den Vorauszahlungsbescheid 2021 vom 31.08.2021 und begründe dies wie folgt: In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen die Bemessungsgrundlagen im Schätzungswege ermittelt wurden. Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe. Es ist hingegen richtig, dass ich das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 leider nicht beantwortet habe, weil ich dieses übersehen habe. Es ist jedoch falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte. Ich habe zwecks Schaffung einer einheitlichen, überschaubaren betrieblichen Struktur die ***1*** ***2*** GmbH mit Sitz in ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, gegründet (FN ***9***). Die GmbH verwaltet meinen Grundbesitz und ist für die Organisation von Verpachtungen und Vermietungen zuständig (organisatorische GmbH). In dieser GmbH ist eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, Buchhaltung, Bilanzierung und Finanzkontrolle sichergestellt, welche ich als Privatperson selbst nicht machen könnte. Sämtliche Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert (Steuernr. ***10***). Laut Rücksprache mit dem Pächter (***11***) wurde von deren steuerlicher Vertretung (damals ***12***) im Verpächterverzeichnis der Zusatz "GmbH" nicht angeführt, wodurch es zu Verwechslungen gekommen ist. Die Pachtentschädigung wurde jedoch korrekt auf das Firmenkonto der ***1*** ***2*** GmbH überwiesen. Dieser Fehler wurde mittlerweile durch die neue steuerliche Vertretung (***13*** Steuerberatung) korrigiert. Somit ist eindeutig sichergestellt, dass ich selbst keine Pachteinnahmen habe und meine Steuererklärung korrekt war. Ich beantrage daher 1. die Aufhebung des Wiederaufnahmebescheides vom 31.08.2021 betreffend Einkommensteuerbescheid für 2019, 2. die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 vom 31.08.2021, 3. die Aufhebung des Vorauszahlungsbescheides 2011 vom 31.08.2021 und 4. die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand (Einkommensteuerbescheid 2019 vom 05.11.2020) sowie 5. die Aussetzung der Einhebung des strittigen Betrages von EUR 2.306,-- gemäß § 212a BAO. Jahresabschlüsse 2016 bis 2019 Unter "Anträge" finden sich in OZ 2 bis 5 die Jahresabschlüsse 2016, 2017, 2018, 2019 der ***1*** ***2*** GmbH Landwirtschaftliche Dienstleistungen. 2016 Im Anlagevermögen werden unter "grundstücksgleiche Rechte" "Adaptierung Mietwohnungen" 118.886,74 und "Weingartenanlagen" 17.481,98 angeführt, als Umsatzerlöse "Kundenskonto 10%" -0,76, "Mieterträge 10%" 2.181,67, "Pachterträge 0%" 26.863,74 und "Pachterträge 20%" 2.174,71. 2017 Im Anlagevermögen werden "grundstücksgleiche Rechte" "Adaptierung Mietwohnungen" 150.842,13 und "Weingartenanlagen" 16.753,56 angeführt, als Umsatzerlöse "Erträge Nebenkosten 10%" 1.985,36, "Erträge Nebenkosten 20% 1.819,78, "Mieterträge 10%" 18.684,00, "Pachterträge 0%" 27.110,68 und "Pachterträge 20%" 2.218,62. 2018 Im Anlagevermögen werden "grundstücksgleiche Rechte" "Adaptierung Mietwohnungen" 146.974,38 und "Weingartenanlagen" 16.025,14 angeführt, als Umsatzerlöse "Erträge Nebenkosten 10%" 2.547,78, "Erträge Nebenkosten 20% 2.335,37, "Mieterträge 10%" 23.050,00, "Pachterträge 0%" 29.086,61 und "Pachterträge 20%" 2.257,66. 2019 Im Anlagevermögen werden "grundstücksgleiche Rechte" "Adaptierung Mietwohnungen" 143.106,63 und "Weingartenanlagen" 15.296,72 angeführt, als Umsatzerlöse "Erträge Nebenkosten 10%" 2.541,33, "Erträge Nebenkosten 20% 2.329,46, "Mieterträge 10%" 22.972,00, "Pachterträge 0%" 30.009,48 und "Pachterträge 20%" 2.299,95. "Bescheide" "Einkommensteuer (Jahr: 2019)" (Beschwerdevorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2019 vom 25. Februar 2022) Unter OZ 6 ("Bescheide Einkommensteuer (Jahr: 2019)") wurde vorgelegt die Beschwerdevorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2019 vom 25. Februar 2022, mit welcher die "Beschwerde vom 29.09.2021 gegen den Einkommensteuerbescheid 2019 vom 31.08.2021" als unbegründet abgewiesen wird. Zur Begründung wurde ausgeführt: Laut Aktenlage verpachten Sie landwirtschaftliche Flächen und haben die daraus erzielten Einkünfte nicht erklärt. Da Sie auch als zivilrechtlicher Eigentümer dieser Liegenschaften aufscheinen, wurden Ihnen mit Bescheid vom 31.08.2021 die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zugerechnet. Aufgrund der eingereichten Beschwerde wurden Ihnen einige Ersuchen um Ergänzung zugestellt. Mit dem Schreiben vom 17.11.2021 wurden Sie nochmals darauf hingewiesen, dass Ihnen als Eigentümer der Liegenschaften diese Einkünfte zugerechnet wurden. Weiters wurden Sie gebeten, die Pachtverträge betreffend dieser Liegenschaften sowie eine detaillierte Sachverhaltsdarstellung nachzureichen Die ursprüngliche Frist zur Beantwortung dieses Schreibens wurde vom 27.12.2021 bis zum 31.01.2022 verlängert Da Sie die angeforderten Unterlagen bis dato nicht nachgereicht haben, wird die Beschwerde abgewiesen. "Zusatzdokumente Bescheide" "Mail zur KM" Unter OZ 7 "Zusatzdokumente Bescheide: Mail zur KM" wird eine E-Mail eines Mitarbeiters der belangten Behörde an einen anderen Mitarbeiter dieser Behörde vom 25. März 2020 mit folgendem Inhalt vorgelegt: Die ***16*** OG St. Nr. ***17*** hat in den Jahren 2017 bis 2018 € 6.910,- an Hr. ***2*** ***1*** bezahlt. Ich übermittle dir die Aufstellung der Pachtzahlungen als Kontrollmitteilung. Laut Anlagenverzeichnis (nicht in OZ 7 enthalten) waren beigeschlossen: "Pachtzahlungen 2017.pdf; Pachtzahlungen 2018.pdf". "Erstbescheid 2019" (Einkommensteuerbescheid 2019 vom 5. November 2020) Unter "Erstbescheid 2019" (OZ 8) wurde der Einkommensteuerbescheid 2019 vom 5. November 2020 vorgelegt. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2019 von 3.027,18 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 0,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 0,87 € Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 3.200,17 € Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 27,00 €. Die Begründung lautete: Die Aufwendungen für außergewöhnliche Belastungen, von denen ein Selbstbehalt abzuziehen ist, konnten nicht berücksichtigt werden, da sie den Selbstbehalt in Höhe von 181,63 € nicht übersteigen. Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag (Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 0,13 € berücksichtigt. Wir nehmen keine Rückerstattung vor, da nur Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbeträge oder Sozialversicherungsbeiträge rückerstattet werden können. Dem Einkommensteuerbescheid 2019 vom 5. November 2020 liegen laut Abgabeninformationssystem folgende Erklärungsdaten zugrunde: [Grafik]   Im Formular E1c wurde angegeben: [Grafik]   [Grafik]   Korrekturen wurden durch das Finanzamt nicht vorgenommen. "Erstes Ersuchen um Ergänzung" Unter OZ 9 "Erstes Ersuchen um Ergänzung" wurde ein Ersuchen um Ergänzung vom 11. Mai 2021 an den Bf vorgelegt: Laut Aktenlage verpachten Sie landwirtschaftliche Flächen. Die Einkünfte finden sich jedoch nicht in den eingereichten Einkommensteuererklärungen wieder. Sie werden demnach gebeten, folgende Unterlagen nachzureichen: - Bekanntgabe der Pächter und Höhe des erhaltenen Pachtzinses 2016 - 2020 - (korrigierte) Einkommensteuererklärungen 2016 - 2020 "Aufhebungsbescheid 2019" (Aufhebung Einkommensteuer 2019 vom 31. August 2021) Unter OZ 10 "Aufhebungsbescheid 2019" wurde vorgelegt ein "Bescheid über die Aufhebung des Einkommensteuerbescheids 2019, Aufhebung gem. § 299 BAO" vom 31. August 2021, wonach der Einkommensteuerbescheid 2019 vom 5. November 2020 gemäß § 299 BAO aufgehoben wurde. Begründung: Gemäß § 299 Abs. 1 BAO kann die Abgabenbehörde auf Antrag der Partei oder von Amts wegen einen Bescheid der Abgabenbehörde aufheben, wenn der Spruch des Bescheides sich als nicht richtig erweist. Auf Grund einer Überprüfung des Bescheides und der zugrunde liegenden Unterlagen wurde eine sich aus der Begründung des neuen Sachbescheides ergebende inhaltliche Rechtswidrigkeit des im Spruch bezeichneten Bescheides festgestellt, die eine Aufhebung gem äß § 299 Abs. 1 BAO erforderlich macht. Die Aufhebung wird unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen (§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit das Interesse auf Rechtsbeständigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen sind auch nicht bloß geringfügig. Die Aufhebung des Einkommensteuerbescheides 2019 wurde unter Abwägung von Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen (§ 20 BAO) verfügt. Im vorliegenden Fall überwiegt das Interesse an der Rechtsrichtigkeit. Die steuerlichen Auswirkungen können auch nicht als bloß geringfügig angesehen werden. "Neuer Sachbescheid 2019" (Einkommensteuerbescheid 2019 vom 31. August 2021) Unter "neuer Sachbescheid 2019" (OZ 11) wurde der Einkommensteuerbescheid 2019 vom 31. August 2021 vorgelegt. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2019 von 20.426,31 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 2.199,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 17.400,00 € Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 3.200,17 € Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 27,00 €. Die Begründung lautete: Die Aufwendungen für außergewöhnliche Belastungen, von denen ein Selbstbehalt abzuziehen ist, konnten nicht berücksichtigt werden, da sie den Selbstbehalt in Höhe von 2.042,63 € nicht übersteigen. Gemäß § 10 EStG 1988 kann bei der Gewinnermittlung eines Betriebes ein Gewinnfreibetrag gewinnmindernd berücksichtigt werden. Da Sie weder einen Gewinnfreibetrag in einer bestimmten Höhe beantragt haben, noch auf die Geltendmachung verzichtet haben, wurde bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft ein Gewinnfreibetrag {Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988) in Höhe von 2.600,00 € berücksichtigt. Wegen Nichtabgabe der Steuererklärungen wurden die Besteuerungsgrundlagen gem. § 184 BAO im Schätzungswege ermittelt. Da Sie das Ergänzungsersuchen vom 11.05.2021 bis dato nicht beantwortet haben, wurden die erzielten Pachteinnahmen laut Aktenlage den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft hinzugerechnet. Dem Einkommensteuerbescheid 2019 vom 31. August 2021 liegen laut Abgabeninformationssystem folgende Erklärungsdaten zugrunde: [Grafik]   [Grafik]   "Zweites Ersuchen um Ergänzung" Unter OZ 11 "Zweites Ersuchen um Ergänzung" wurde ein Ersuchen um Ergänzung vom 14. Oktober 2021 an den Bf vorgelegt: In der eingereichten Beschwerde vom 28.09.2021 (eingelangt am 29.09.2021) teilen Sie u.a. mit, dass die ***1*** ***2*** GmbH Ihren Grundbesitz verwaltet und für die Organisation von Vermietungen und Verpachtungen ist. Weiters seien alle Pachteinnahmen von der GmbH vereinnahmt und versteuert worden. In diesem Zusammenhang wird um Vorlage folgender Unterlagen gebeten: - Nachweis, dass die Pachterlöse in den Einnahmen der GmbH enthalten sind (Jahresabschlüsse, GuV) - Vorlage der entsprechenden Pachtverträge in Kopie "Drittes Ersuchen um Ergänzung" Unter OZ 12 "Drittes Ersuchen um Ergänzung" wurde ein Ersuchen um Ergänzung vom 17. November 2021 an den Bf vorgelegt: In der Beantwortung des Ergänzungsersuchens vom 14.10.2021 haben Sie die Jahresabschlüsse der ***1*** ***2*** GmbH übermittelt. Sie werden nochmals gebeten, ergänzend dazu folgende Unterlagen nachzureichen: - Pachtverträge der Liegenschaften detaillierte Sachverhaltsdarstellung (Wer verpachtet an wen? Was genau ist die Aufgabe/Tätigkeit der GmbH?) Sie werden darauf hingewiesen, dass Sie als zivilrechtlicher Eigentümer der werden, dann stellt dies nach Ansicht der Finanzbehörde lediglich einen Durchlaufposten dar. Bitte um entsprechende Stellungnahme/Gegenäußerung. Wie das Ergänzungsersuchen vom 14. Oktober 2021 beantwortet wurde, lässt sich dem Finanzamtsakt nur indirekt entnehmen. Offenbar wurden die unter OZ 2 bis 5 vorgelegten Jahresabschlüsse der GmbH dem Finanzamt übermittelt, ein Begleitschreiben ist nicht aktenkundig. "Stellungnahme Steuerberater" Unter OZ 14 "Stellungnahme Steuerberater" ist eine E-Mail einer Mitarbeiterin der steuerlichen Vertretung des Bf an einen Mitarbeiter des Finanzamts enthalten: Im Auftrag unseres Klienten teilen wir betreffend dem Ersuchen um Ergänzung vom 17.11.2021 mit, dass Herr ***2*** das Schreiben persönlich in den nächsten Tagen beantwortet. "Beantwortung SVS" Unter OZ 15 "Beantwortung SVS" ist ein Schreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen an das Finanzamt vom 15. Juni 2022 unter Bezug auf eine in diesem Verfahren nicht aktenkundige (siehe aber das Verfahren RV/7102946/2022) E-Mail der Bearbeiterin des Finanzamts mit folgendem Inhalt enthalten: Wie auch schon telefonisch besprochen, teilen wir Ihnen mit, dass Herr ***2*** ***1*** als natürliche Person von seinem Eigengrund ab 04.2014 0,4377 ha, ab 03.2015 13,6411 ha, ab 07.2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15*** verpachtet hat. Wem die Pachteinnahmen zufließen, ist hierorts nicht bekannt. ***14*** ***15*** GmbH / Gut ***39*** GmbH Hierzu ist anzumerken, dass laut Firmenbuch zu FN ***42*** y die Firma der ***14*** ***15*** GmbH seit dem Jahr 2011 "Gut ***39*** GmbH" lautet, Geschäftsführer ist Ing. ***40*** ***2***, der auch Geschäftsführer der ***1*** ***2*** GmbH ist, die Geschäftsanschrift ist ***3*** ***4***, ***43***. [...] "2015 Pachtvereinbarung" Unter OZ 16 "2015 Pachtvereinbarung" ist im Finanzamtsakt enthalten: Pachtvertrag 21. April 2015 Pachtvertrag, abgeschlossen zwischen der "***2*** ***1*** GMBH", ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, und der ***16*** OG, ***3*** ***4***, ***18***, "Geb. ***19***" am 21. April 2015. [...] Der Pachtvertrag lautet: 1. Der Verpächter verpachtet und der Pächter ***16*** OG pachtet folgende Grundstücke: | Grundstücks-Nr. | Katastralgemeinde | Name des Feldstück | Fläche ha | Kulturart | 13117/2 | ***4*** | ***20*** | 1,8221 | A | 13117 | ***4*** | ***20*** | 6,8773 | A | 13122-13129 | ***4*** | ***20*** | 6,6508 | A | | | Summe | 15,35 | 2. Die Pachtvereinbarung beginnt am 21.04.2015 3. Die Pachtentschädigung (...6200 ) ist fällig am 30. November des Jahres 4. Eine Subverpachtung ist nur mit Zustimmung des Verpächters gestattet. 5. Der Pächter hat die gepachteten Grundstücke mit der Sorgfalt eines ordentlichen Besitzers zu bewirtschaften. 6. Der Pächter verpflichtet sich, vom Verpächter eingegangene Verträge (ÖPUL) weiterzuführen daraus resultierende Beanstandungen zu tragen. 7. Die Aufkündigung dieses Pachtvertrages kann nur vor dem 01.09. eines Jahres von jedem der Vertragsteile erfolgen, ansonsten wird das Pachtverhältnis um ein Jahr verlängert. Der mit 21. April 2015 datierte Pachtvertrag weist einen Stempelaufdruck der im März 2017 gegründeten ***16*** OG aus. Zahlungen 2016 Im Anschluss daran findet sich in OZ 16 eine Übersicht über die Pachterträge 0% der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2016: [Grafik]   Laut Kontoauszug 2016/00013 überwies ***21*** ***11*** der ***1*** ***2*** GmbH auf deren Bankkonto am 6. Dezember 2016 einen Betrag von 6.200,00 € mit dem Betreff "Ackerpacht 2016". Zahlungen 2017 In OZ 16 ist auch folgende Übersicht über die Pachterträge 0% der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2017 enthalten: [Grafik]   Laut Kontoauszug 2017/00009 überwies ***16*** OG der ***1*** ***2*** GmbH auf deren Bankkonto am 27. November 2017 einen Betrag von 6.200,00 € mit dem Betreff "Pacht 2017". Pachtvertrag 21. April 2018 Am 21. April 2018 wurde ein Pachtvertrag zwischen der "***2*** ***1*** GMBH", ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, und der ***16*** OH, ***3*** ***4***, ***18***, "Geb. ***19***" abgeschlossen, der jenem vom 21. April 2015 mit der Maßgabe entspricht, dass in Punkt 2 als Vertragsbeginn der 21. April 2018 genannt und in Punkt 3 die Pachtentschädigung mit "6910" festgesetzt wird. Zahlungen 2018 In OZ 16 ist ferner folgende Übersicht über die Pachterträge 0% der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2018 enthalten: [Grafik]   Laut Kontoauszug 2018/00011 überwies ***16*** OG der ***1*** ***2*** GmbH auf deren Bankkonto am 22. November 2018 einen Betrag von 6.910,00 € mit dem Betreff "Pacht 18". Zahlungen 2019 Für das Jahr 2019 ist folgende Übersicht über die Pachterträge 0% der ***1*** ***2*** GmbH aktenkundig: [Grafik]   Laut Kontoauszug 2019/00011 überwies ***16*** OG der ***1*** ***2*** GmbH auf deren Bankkonto am 20. November 2019 einen Betrag von 6.910,00 € mit dem Betreff "Pacht 18". "2018 Aufstellung zu Pachtzahlungen" In OZ 17 findet sich unter der Bezeichnung "2018 Aufstellung zu Pachtzahlungen" eine mit "Verpächter und Pachtzahlungen 2018" übertitelte Aufstellung, die jeweils Name, Adresse, Fläche und Betrag enthält. Wobei es sich hier im Detail handelt, ist nicht ersichtlich. ***1*** ***2*** GmbH Die ***1*** ***2*** GmbH wurde laut Firmenbuch zu FN ***9*** g im Februar 2015 in das Firmenbuch eingetragen. Der Gesellschaftsvertrag wurde im Februar 2015 abgeschlossen. Gesellschafter sind Ing. ***40*** ***2*** mit einer Stammeinlage von 1.750 € und ***1*** ***2*** mit einer Stammeinlage von 33.250. Geschäftsführer ist Ing. ***40*** ***2***, Prokurist ***1*** ***2***. [...] ***16*** OG / ***16*** Weinhandel Laut Firmenbuch zu FN ***44*** m wurde die ***16*** OG im April 2017 in das Firmenbuch eingetragen. Sie hat ihren Sitz in ***3*** ***4***, ***18***. Unbeschränkt haftende Gesellschafter sind Dipl.-Ing. ***21*** ***11*** und ***45*** ***11***, beide geboren am ***19***. Mit Gesellschaftsvertrag vom März 2017 wurde das nicht protokollierte Einzelunternehmen des ***45*** ***11*** übernommen. [...] "Beschwerde" Unter der Überschrift "Beschwerde" befindet sich in OZ 18 "BVE mit Abweisung 2019" die bereits in OZ 6 enthaltene Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 betreffend Einkommensteuer 2019. "Beschwerdevorentscheidung" Unter der Überschrift "Beschwerdevorentscheidung" befindet sich in OZ 19 "Beschwerdevorentscheidung mit Abweisung 2019" die bereits in OZ 6 und in OZ 18 enthaltene Beschwerdevorentscheidung vom 25. Februar 2022 betreffend Einkommensteuer 2019. Vorlageantrag Mit in OZ 20 enthaltenem Schreiben vom 15. März 2022 stellte der Bf Vorlageantrag wie folgt: Betrifft: ***8*** Vorlageantrag Steuerbescheid 2019 vom 31.8.2021 Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 25.2.2022, eingelangt am 1.3.2022, als unbegründet abgewiesen, beantrage ich nunmehr meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgericht vorzulegen. Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 28.9.2021. Leider konnte ich die vom Finanzamt geforderten Unterlagen durch ein Ersuchen um Ergänzung nicht fristgerecht übermitteln. Hiermit möchte ich meine Beschwerde mit folgenden Unterlagen ergänzen: 1. Pachtvereinbarung ***1*** ***2*** GmbH als Verpächter und ***16*** OG als Pächter. 2. Notariatsakt vom 22.2.2022 - Mag. ***22*** ***23*** zur detaillierten Sachverhaltsdarstellung liegt bei. Ich beantrage die Entscheidung durch den Senat. Aussetzung der Einhebung gemäß § 212a BAO: Ich beantrage die Aussetzung der Einhebung in Höhe des strittigen Betrages von € 2.199,00. Beigefügt war der Pachtvertrag vom 21. April 2015 (siehe oben "2015 Pachtvereinbarung", OZ 16) sowie ein von Mag. ***22*** ***23***, öffentlicher Notar, am 22. Februar 2022 erstellter Notariatsakt betreffend Servitutsvertrag, abgeschlossen zwischen ***1*** ***2*** einerseits und ***1*** ***2*** GmbH anderseits und Ing. ***40*** ***2*** als weitere Vertragspartei. Hiervon umfasst sind folgende Grundstücke: | EZ | KG | Gesamtfläche | ***24*** | ***25*** | 4377 | ***27*** | ***28*** | 62424 | ***29*** | ***28*** | 18221 | ***30*** | ***28*** | 63820 | ***31*** | ***28*** | 27669 | ***32*** | ***28*** | 38985 | ***33*** | ***28*** | 9427 | ***34*** | ***28*** | 11972 | ***36*** | ***28*** | 49304 | ***37*** | ***28*** | 69238 | Summe |   | 355437 | Summe ha | | 35,5437 Auszüge: Servitutsvertrag vom 22. Februar 2022 PRÄAMBEL: Die Vertragsparteien ***1*** ***2*** und die Firma ***1*** ***2*** GmbH stellen einleitend fest, dass auf Grund "interner einvernehmlicher Vereinbarung" zwischen ihnen seit Februar 2015 (zweitausendfünfzehn) ein Fruchtgenussrecht hinsichtlich der nachangeführten Liegenschaften zugunsten der ***1*** ***2*** GmbH existiert, darüber jedoch kein schriftlicher Vertrag errichtet wurde. In Entsprechung der vorgenannten Sach- und Rechtslage wird nunmehr zum Zwecke der "Dokumentation nach Außen" das bestehende Fruchtgenussrecht mit schriftlichem Vertrag und grundbücherlicher Sicherstellung eingeräumt bzw. vereinbart. ERSTENS: ***1*** ***2*** ist Alleineigentümer der nachgenannten Liegenschaften: [EZ ***24*** KG ***25*** ***26***: [Grafik]   EZ ***27*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***29*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***30*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***31*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***32*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   [Grafik]   EZ ***33*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***34*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***36*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   EZ ***37*** KG ***28*** ***4***: [Grafik]   ] Der vorgenannte Grundbuchsstand wird von den Vertragsparteien zustimmend zur Kenntnis genommen. ZWEITENS: ***1*** ***2*** räumt in Entsprechung der bereits bestehenden Vereinbarung nunmehr der Fa. ***1*** ***2*** GmbH., FN ***9***, ob den unter Punkt ERSTENS: dieses Vertrages genannten Liegenschaften Einlagezahl ***24*** Grundbuch ***25*** ***26***, sowie den Einlagezahlen ***27***, ***29***, ***30***, ***31***, ***41***, ***33***, ***34***, ***35*** und ***37*** je Grundbuch ***28*** ***4*** im Schenkungswege das auf die Dauer des Bestandes der Fruchtgenussberechtigten zeitlich befriste unentgeltliche Fruchtgenussrecht als Servitut mit grundbücherlicher Sicherstellung ein. Auf Grund dieses Servitutsrechtes ist die Fa. ***1*** ***2*** GmbH berechtigt, alle vorgenannten Grundstücke ohne Einschränkung für sich allein zu nutzen (sohin zum Beispiel selbst zu bewirtschaften oder auch in Bestand zu geben) und sämtliche Ertragswerte (mögliche Pacht- oder Mieteinnahmen) für sich frei und ohne Einschränkung zu verwenden. Sämtliche etwaig anfallende Betriebskosten, sowie die Instandhaltungskosten, die anfallende Grundsteuer sowie die laufenden Aufwendungen und Belastungen der Vertragsliegenschaften trägt auf Grund ausdrücklicher Vereinbarung der Parteien die Fruchtgenussberechtigte zur Gänze selbst. Vereinbarungsgemäß (sofern eine solche anfällt) leistet die Fruchtgenussberechtigte an den Fruchtgenussbesteller weiters auch eine Substanzabgeltung in Höhe der Abschreibung (Gebäude-AfA). Die Fa. ***1*** ***2*** GmbH nimmt das ihr eingeräumtes Recht vertraglich an. DRITTENS: ***1*** ***2*** erteilt ausdrücklich seine Einwilligung, dass ob dem gesamten Vertragsobjekt - alle Liegenschaften, welche im Punkt ERSTENS: dieses Vertrages aufgelistet sind, das Fruchtgenussrecht als Servitut gemäß Punkt ZWEITENS dieses Vertrages für die Fa. ***1*** ***2*** GmbH, FN ***9***, grundbücherlich einverleibt werden kann. Vereinbarungsgemäß soll jedoch derzeit keine grundbücherliche Eintragung des Fruchtgenussrechtes durch den Urkundenverfassers erfolgen. Die grundbücherliche Sicherstellung des vereinbarten Fruchtgenussrechts hat erst nach schriftlicher Aufforderung durch eine der beiden Vertragsparteien zu geschehen. VIERTENS: Die Fa. ***1*** ***2*** GmbH befindet sich bereits seit Februar 2015 (zweitausendfünfzehn) im Besitz und Genuss ihrer Rechte und trägt ab diesem Zeitpunkt bereits Abgaben und Lasten. FÜNFTENS: Beide Parteien erklären den Wert des vereinbarten Rechtes ordnungsgemäß zu kennen und auf jede daraus resultierende Gewährleistung zu verzichten. SECHSTENS: Die Kosten und Gebühren dieses Vertrages trägt die Fruchtgenussberechtigte zur Gänze. ... ELFTENS: Die Vertragsparteien nehmen die eingehende Rechtsbelehrung des Urkundenverfassers über die Bestimmungen des Schenkungsmeldegesetzes, sowie des § 121a Bundesabgabenordnung zustimmend zur Kenntnis. Die entsprechende Meldung an das Finanzamt wird ausdrücklich durch den Steuerberater der Vertragsparteien erledigt und wird dem Urkundenverfasser kein Auftrag diesbezüglich erteilt. ... Abgabeninformationssystem Aus dem Abgabeninformationssystem der Bundesfinanzverwaltung ergeben sich folgende Verfahrensstände zu Steuernummer ***8*** ab 2015: 2015 Nur Lohnzettelmeldungen 2016 [Grafik]   2017 [Grafik]   2018 [Grafik]   2019 [Grafik]   2020 [Grafik]   2021 [Grafik]   Schätzung Am 28. November 2022 legte das Finanzamt folgende Information vom 21. November 2022 über die erfolgte Schätzung vor: Für das Jahr 2018 liegt eine KM über erhaltene Pachtzahlungen iHv € 6.910,00 vor. Bei der amtswegigen Wiederaufnahme wurde daher ein wert iHv € 7.000,00 angesetzt. In der eingereichten E1 2019 beträgt der EW der verpachteten Fläche 72.500,00 (2018 noch 1.100,00), erklärter Pachtzins € 1,00. Dementsprechend wurde die Pachteinnahmen auch höher (€ 20.000,00) geschätzt. In der eingereichten Beschwerde wurde die geschätzt Höhe überhaupt nicht beansprucht, sondern lediglich die Zurechnung der Erlöse. Diese sein in der extra dafür gegründeten "***1*** ***2*** GmbH" (38-***38***) erklärt worden. (Erlöse 2019 € 60.152,22). Für die Jahre 2020 + 2021 ist der Sachverhalt unverändert. Verfahrensgang zu RV/7102946/2022 (Einkommensteuer 2020) Vorlage vom 3. Oktober 2022 (Einkommensteuer 2020) Mit Bericht vom 3. Oktober 2022 legte das Finanzamt Österreich eine am 14. März 2022 eingebrachte Beschwerde des Beschwerdeführers (Bf) ***1*** ***2*** gegen den Einkommensteuerbescheid 2020 vom 25. Februar 2022 vor (OZ 10 des Finanzamtsakts): [Grafik]   Folgendes Aktenverzeichnis wurde erstellt: [Grafik]   Begründend führte das Finanzamt unter anderem aus: Bezughabende Normen § 21 EStG 1988 Sachverhalt und Anträge Sachverhalt: Im Jahr 2020 wurden amtswegig vereinnahmte Pachtzinse im Schätzungswege gemäß § 184 BAO festgesetzt. Der Pflichtige gibt an, dass sämtliche Pachteinnahmen nicht ihm als natürliche Person zuzurechnen sind, da sämtliche Pachteinnahmen bereits bei der ***1*** ***2*** GmbH erklärt und versteuert worden seien. Beweismittel: siehe beiliegendes Schreiben der SVS Stellungnahme: Es wird beantragt, den Vorlageantrag für das Jahr 2020 abzuweisen. (Ein Vorlageantrag für das Jahr 2019 wurde seitens des Pflichtigen ebenfalls eingebracht) Aus dem elektronisch vorgelegten Akt ergibt sich (in der Reihenfolge der Aktenteile): "Bescheide" "Einkommensteuer (Jahr 2020)" Unter "Einkommensteuer (Jahr 2020)" (OZ 1) wurde der Einkommensteuerbescheid 2020 vom 25. Februar 2022 vorgelegt. Dieser weist ein Einkommen im Jahr 2020 von 22.901,76 € aus, woraus eine Einkommensteuer von 2.716,00 € resultierte. Folgende Einkünfte wurden zugrunde gelegt: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: 19.947,27 € Einkünfte aus Gewerbebetrieb: 3.179,99 € Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (als Gemeindepolitiker): 0,00 €. Die Begründung lautete: Die Aufwendungen für außergewöhnliche Belastungen, von denen ein Selbstbehalt abzuziehen ist, konnten nicht berücksichtigt werden, da sie den Selbstbehalt in Höhe von 2.290,18 € nicht übersteigen. Die Einkünfte aus der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen wurden in Anlehnung an die Veranlagungen der Vorjahre im Schätzungswege gem. 184 BAO festgesetzt. "Zusatzdokumente Bescheide" "Ersuchen um Ergänzung 2020" Unter OZ 2 "Ersuchen um Ergänzung" wurde ein Ersuchen um Ergänzung vom 17. November 2021 an den Bf vorgelegt: In der Beantwortung des Ergänzungsersuchens vom 14.10.2021 haben Sie die Jahresabschlüsse der ***1*** ***2*** GmbH übermittelt. Sie werden nochmals gebeten, ergänzend dazu folgende Unterlagen nachzureichen: - Pachtverträge der Liegenschaften - detaillierte Sachverhaltsdarstellung (Wer verpachtet an wen? Was genau ist die Aufgabe/Tätigkeit der GmbH?) Sie werden darauf hingewiesen, dass Sie als zivilrechtlicher Eigentümer der Liegenschaften aufscheinen. Sollten die Pachtzinse an die GmbH überwiesen werden, dann stellt dies nach Ansicht der Finanzbehörde lediglich einen Durchlaufposten dar. Bitte um entsprechende Stellungnahme/Gegenäußerung. "Stellungnahme Steuerberater 2020" Unter OZ 3 "Stellungnahme Steuerberater 2020" ist eine E-Mail einer Mitarbeiterin der steuerlichen Vertretung des Bf an einen Mitarbeiter des Finanzamts enthalten: Im Auftrag unseres Klienten teilen wir betreffend dem Ersuchen um Ergänzung vom 17.11.2021 mit, dass Herr ***2*** das Schreiben persönlich in den nächsten Tagen beantwortet. "Beschwerde 2020" (Beschwerde vom 14. März 2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2020) In OZ 4 ist unter "Beschwerde 2020" die Beschwerde vom 14. März 2022, Postaufgabe am selben Tag, gegen den Einkommensteuerbescheid 2020 enthalten: Ich erhebe innerhalb offener Frist Beschwerde gegen den Einkommensteuerbescheid 2020 vom 25.02.2022 und begründe dies wie folgt: In der Begründung des Einkommensteuerbescheides ist angeführt, dass Einkünfte aus der Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen in Anlehnung an die Veranlagung der Vorjahre im Schätzungswege gem. § 184 BAO festgesetzt wurden. Diese Begründung ist falsch, weil ich eine korrekte Steuererklärung abgegeben habe. Es ist ebenso falsch, dass ich Pachteinnahmen erzielt hätte. Ich habe zwecks Schaffung einer einheitlichen, überschaubaren betrieblichen Struktur die ***1*** ***2*** GmbH mit Sitz in ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, gegründet (FN ***9***). Die GmbH verwaltet meinen Grundbesitz und ist für die Organisation von Verpachtungen und Vermietungen zuständig (organisatorische GmbH). In dieser GmbH ist eine ordnungsgemäße Geschäftsführung, Buchhaltung, Bilanzierung und Finanzkontrolle sichergestellt, welche ich als Privatperson selbst nicht machen könnte. Sämtliche Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert (Steuernr. ***10***). Somit ist eindeutig sichergestellt, dass ich selbst keine Pachteinnahmen habe und meine Steuererklärung korrekt war. Alle angeforderten beweisbringenden Belege für die Vorjahre - samt Pachtvereinbarung - habe ich in Beantwortung Ihres Ergänzungsersuchens für die Jahre 2016-2019 am 10.11.2021 vorgelegt. Ich weise daraufhin, dass deshalb gegen die Beschwerdevorentscheidungen für die Jahre 2016-2019 ein Antrag auf Entscheidung über diese Beschwerden durch das Bundesfinanzgericht gestellt wird. Ich beantrage daher 1. die Abänderung des Einkommensteuerbescheides 2020 vom 25.02.2022 entsprechend meiner Einkommensteuererklärung vom 10.11.2021, sowie 2. die Aussetzung der Einhebung des strittigen Betrages von EUR 2.716,- gemäß § 212a BAO. "Schreiben an die SVS" In OZ 5 "Schreiben an die SVS" ist eine E-Mail der Bearbeiterin des Fachbereichs der belangten Behörde, Dienststelle Bruck Eisenstadt Oberwart, vom 10. Juni 2022 an die Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen enthalten, worin die Versicherungsanstalt in Bezug auf den Bf ersucht wird bekanntzugeben: Wer ist seit dem Jahr 2015 (Februar 2015) bis zum jetzigen Zeitpunkt der Verpächter der Liegenschaften? ***1*** ***2*** oder die ***2*** ***1*** GmbH? Wer erzielt demzufolge die Pachteinnahmen? ***1*** ***2*** oder die ***2*** ***1*** GmbH? "SVS" Unter OZ 6 "SVS" ist ein Schreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen an das Finanzamt vom 15. Juni 2022 unter Bezug auf die vorstehend zitierte E-Mail der Bearbeiterin des Finanzamts mit folgendem Inhalt enthalten: Wie auch schon telefonisch besprochen, teilen wir Ihnen mit, dass Herr ***2*** ***1*** als natürliche Person von seinem Eigengrund ab 04.2014 0,4377 ha, ab 03.2015 13,6411 ha, ab 07.2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15*** verpachtet hat. Wem die Pachteinnahmen zufließen, ist hierorts nicht bekannt. "Beschwerde" "Beschwerdevorentscheidung mit Abweisung" (Beschwerdevorentscheidung vom 13. Juli 2022 betreffend Einkommensteuer 2020) Unter OZ 7 ("Beschwerdevorentscheidung mit Abweisung") wurde vorgelegt die Beschwerdevorentscheidung betreffend Einkommensteuer 2020 vom 13. Juli 2022, mit welcher die "Beschwerde vom 14.03.2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2020 vom 25.02.2022" als unbegründet abgewiesen wird. Zur Begründung wurde ausgeführt: Laut Auskunftsschreiben der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen/Bgld. vom 15.06.2022 verpachten Sie als natürliche Person von Ihrem Eigengrund seit April 2014 0,4377 ha, seit März 2015 13,6411 ha und seit Juli 2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15***. Diese Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung wurden nicht erklärt. Der Notariatsakt betreffend Fruchtgenussrecht zwischen ***1*** ***2*** als Fruchtgenussbesteller und die Firma ***1*** ***2*** GmbH als Fruchtgenussberechtigter wurde erst am 22.02.2022 notariell beglaubigt, mit der Begründung, dass auf Grund "interner einvernehmlicher Vereinbarung" seit Februar 2015 ein Fruchtgenussrecht hinsichtlich der Liegenschaften zugunsten der ***1*** ***2*** GmbH existiert, darüber jedoch kein schriftlicher Vertrag errichtet wurde. Da die vertragliche Vereinbarung erst im Nachhinein notariell beglaubigt wurde, fehlt die nach außen in Erscheinung tretende Gestaltung der Dinge. Weiters muss der Fruchtgenuss für eine gewisse Dauer (10 Jahre) bestellt sein, um als rechtlich abgesichert anerkannt zu werden. "Beschwerdevorentscheidung" "Beschwerdevorentscheidung mit Abweisung" Unter der Überschrift "Beschwerdevorentscheidung" befindet sich in OZ 8 "Beschwerdevorentscheidung mit Abweisung" die bereits in OZ 7 enthaltene Beschwerdevorentscheidung vom 13. Juli 2022 betreffend Einkommensteuer 2020. "Vorlageanträge" "Vorlageantrag 2020" Unter OZ 9 vorgelegt wurde der am 8. August 2022 zur Post gegebene und mit "04.07.2022" datierte Vorlageantrag betreffend Einkommensteuer 2020: Mit Beschwerdevorentscheidung gem. § 262 BAO vom 13.07.2022 wurde meine Beschwerde vom 14.03.2022 gegen den Einkommensteuerbescheid 2020 vom 25.02.2022 als unbegründet abgewiesen. Ich beantrage nunmehr, meine Beschwerde zur Entscheidung dem Bundesfinanzgericht vorzulegen. Hinsichtlich der Begründung meines Begehrens und den beantragten Änderungen verweise ich auf meine Beschwerde vom 14.03.2022. Außerdem verweise ich auf meinen Vorlageantrag für das Jahr 2019, welcher dem Bundesfinanzgericht am 12.07.2022 vorgelegt wurde. Weiters möchte ich anführen, dass ich keine Pachteinnahmen durch Verpachtung von Grundstücken an die "***14*** ***15***" vereinnahmt habe. Die ***14*** ***15*** {richtigerweise: GmbH.) wurde übrigens bereits im Jahr 2011 in "Gut ***39*** GmbH" umbenannt. Ich verweise nochmals darauf, dass aufgrund des erteilten Fruchtgenussrechtes sämtliche Verpachtungen seit 2015 von der ***1*** ***2*** GmbH durchgeführt werden. Pachtentschädigungen wurden somit nicht von mir, sondern von der ***1*** ***2*** GmbH vereinnahmt, verbucht, korrekt erklärt und auch korrekt versteuert. Ich beantrage daher 1. die Entscheidung durch den Senat 2. die Aussetzung der Einhebung des strittigen Betrages von EUR 2.716,- gemäß § 212a BAO bis zur Entscheidung durch den Senat. Abgabeninformationssystem Aus dem Abgabeninformationssystem der Bundesfinanzverwaltung ergeben sich folgende Erklärungsdaten zur Steuernummer ***8*** betreffend Einkommensteuer 2020: Allgemein (E1): [Grafik]   Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (E1c): [Grafik]   Offensichtlich wurde durch das Finanzamt von den mit 20.000,00 € geschätzten Pachtzinsen der auf Grund einer Bemessungsgrundlage von 405,60 € errechnete Gewinnfreibetrag (Grundfreibetrag gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 EStG 1988, 13% der Bemessungsgrundlage) von 52,73 € abgezogen, woraus sich ein Betrag von 19.947,27 € ergab. Beschluss vom 28. Februar 2023 Mit Beschluss vom 28. Februar 2023 ersuchte das Bundesfinanzgericht das Finanzamt Österreich gemäß § 269 Abs. 2 BAO, das Ermittlungsverfahren betreffend Einkommensteuer 2020 wie folgt zu ergänzen: I. Sämtliche Einheitswertbescheide betreffend im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke sind beizuschaffen. II. 1. Die Grundstücksdaten gemäß Spruchpunkt I sind mit den Grundstücksdaten gemäß Servitutsvertrag vom 22. Februar 2022 abzugleichen. 2. Sollten sich weitere, nicht im Servitutsvertrag genannte Grundstücke im Eigentum von ***1*** ***2*** befinden, ist zu klären, ob hieraus von diesem im Jahr 2020 Einkünfte (Vermietung und Verpachtung, Selbstbewirtschaftung) erzielt wurden und bejahendenfalls in welcher Höhe. III. Bei der ***1*** ***2*** GmbH (Firmenbuch FN ***9*** g) sind - zweckmäßigerweise im Wege einer Nachschau gemäß § 144 BAO - zu erheben: 1. Sämtliche von dieser abgeschlossenen Miet- und Pachtverträge, soweit sie im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke betreffen; diese sind in Kopie zum Akt zu nehmen. 2. Die im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke betreffende Miet- und Pachtzahlungen, soweit sie von der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 vereinnahmt wurden; die entsprechenden Kontoauszüge und Bareinzahlungsbestätigungen, soweit vorhanden, sind in Kopie zum Akt zu nehmen. 3. Ob im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke von der ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 nicht vermietet oder verpachtet, sondern selbst genutzt wurden, wenn ja, in welcher Form. 4. Die Höhe der aus der Nutzung von im Eigentum von ***1*** ***2*** befindlichen Grundstücken (Vermietung und Verpachtung, Selbstbewirtschaftung) durch die ***1*** ***2*** GmbH im Jahr 2020 erzielten Gewinne. 5. Das von der ***1*** ***2*** GmbH für ***1*** ***2*** geführte Verrechnungskonto für 2021, dieses ist in Kopie zum Akt zu nehmen. IV. Die unbeschränkt haftenden Gesellschafter der ***16*** OG (Firmenbuch zu FN ***44*** m) Dipl.-Ing. ***21*** ***11*** und ***45*** ***11*** sind gemäß § 169 BAO als Zeugen zu vernehmen, mit wem (***1*** ***2*** oder ***1*** ***2*** GmbH) und von wem ein Pachtvertrag über im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke abgeschlossen wurde, warum in den Verpächterlisten 2017 und 2018 ***1*** ***2*** als natürliche Person als Verpächter angeführt wurde sowie wieso die (angeblich) im Jahr 2015 erstmals über den Pachtvertrag errichtete Urkunde eine erst im Jahr 2017 später gegründete Offene Gesellschaft als Pächterin nennen kann. V. Der Geschäftsführer der Gut ***39*** GmbH (Firmenbuch zu FN ***42*** y), Ing. ***40*** ***2***, ist gemäß § 169 BAO als Zeuge zu vernehmen, von wem jeweils welche Grundstücke zu welchem Pachtzins gepachtet worden sind und ist diesbezüglich die Auskunft der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen vom 15. Juni 2022 vorzuhalten. Sofern ein Wechsel des Verpächters von ***1*** ***2*** zur ***1*** ***2*** GmbH erfolgt ist, ist zu erheben, wenn und auf welche Weise der Gut ***39*** GmbH dies bekannt geworden ist. VI. Sollten zu Spruchpunkten I bis V nach den durchgeführten Ermittlungen noch Fragen offen sein, etwa zu den Lebenshaltungskosten des ***1*** ***2*** im Jahr 2020 und deren Bestreitung, ist ***1*** ***2*** als Partei gemäß § 143 BAO dazu zu vernehmen. Begründend wurde unter anderem ausgeführt: Zu Spruchpunkt I Aus der Aktenlage ist nicht ersichtlich, welche Grundstücke sich im Jahr 2020 im Eigentum von ***1*** ***2*** befunden habe. Es ist daher der Einheitswertbescheid (es sind daher die Einheitswertbescheide) betreffend im Eigentum von ***1*** ***2*** befindliche Grundstücke beizuschaffen. Zu Spruchpunkt II Laut Auskunft der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen vom 15. Juni 2022 wurde dieser von ***1*** ***2*** gemeldet, dass dieser von seinem Eigengrund ab April 2014 0,4377 ha, ab März 2015 13,6411 ha, und ab Juli 2015 bis laufend 10,3391 ha an die ***14*** ***15*** verpachtet habe. Laut Firmenbuch zu FN ***42*** y lautet die Firma der ***14*** ***15*** GmbH seit dem Jahr 2011 "Gut ***39*** GmbH", Geschäftsführer ist Ing. ***40*** ***2***, die Geschäftsanschrift ist ***3*** ***4***, ***43***. Laut Servitutsvertrag vom 22. Februar 2022 existiert seit Februar 2015 auf Grund "interner einvernehmlicher Vereinbarung" zwischen ***1*** ***2*** und der ***1*** ***2*** GmbH ein unentgeltliches Fruchtgenussrecht zugunsten folgender, im Alleineigentum des ***1*** ***2*** stehenden Liegenschaften: EZ KG Gesamtfläche ***24*** ***25*** 4377 ***27*** ***28*** 62424 ***29*** ***28*** 18221 ***30*** ***28*** 63820 ***31*** ***28*** 27669 ***32*** ***28*** 38985 ***33*** ***28*** 9427 ***34*** ***28*** 11972 ***36*** ***28*** 49304 ***37*** ***28*** 69238 Summe 355437 Summe ha 35,5437 Aktenkundig ist ein Pachtvertrag, abgeschlossen zwischen der "***2*** ***1*** GMBH", ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ***7***, und der "***16*** OG", ***3*** ***4***, ***18***, "Geb. ***19***" am 21. April 2015, wonach letztere Grundstücke im Gesamtumfang von 15,35 pachte, und zwar die Grundstücksnummern 13117/2, 13117 und 13122-13129, zu einem Pachtzins von 6.200,00 €, fällig jeweils am 30. November. Ab dem Jahr 2018 wurde der Pachtzins durch Abschluss eines neuen Pachtvertrags auf 6.910,00 € erhöht. Die Zahlungen von 6.200,00 € bzw. 6.910,00 € sind als "Pachterträge 0%" im Rechnungswerk der ***1*** ***2*** GmbH enthalten. Die Grundstücke sind vom Servitutsvertrag vom 22. Februar 2022 umfasst. In den Jahresabschlüssen der ***1*** ***2*** GmbH der Jahre 2016 bis 2019 sind folgende Erlöse enthalten: 2016: "Kundenskonto 10%" -0,76, "Mieterträge 10%" 2.181,67, "Pachterträge 0%" 26.863,74 und "Pachterträge 20%" 2.174,71. 2017: "Erträge Nebenkosten 10%" 1.985,36, "Erträge Nebenkosten 20% 1.819,78, "Mieterträge 10%" 18.684,00, "Pachterträge 0%" 27.110,68 und "Pachterträge 20%" 2.218,62. 2018: "Erträge Nebenkosten 10%" 2.547,78, "Erträge Nebenkosten 20% 2.335,37, "Mieterträge 10%" 23.050,00, "Pachterträge 0%" 29.086,61 und "Pachterträge 20%" 2.257,66 2019: "Erträge Nebenkosten 10%" 2.541,33, "Erträge Nebenkosten 20% 2.329,46, "Mieterträge 10%" 22.972,00, "Pachterträge 0%" 30.009,48 und "Pachterträge 20%" 2.299,95. Das Finanzamt ging seit dem Jahr 2016 von folgenden Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft aus: 2016: 5.294,00 € (= 6.100,00 €, möglicherweise Pacht von ***16*** OG bzw. ***21*** ***11***) 2017: 5.394,00 € (= 6.200,00 € Pacht von ***16*** OG bzw. ***21*** ***11***) 2018: 6.090,00 € (= 7.000,00 €, Schätzung basierend auf 6.910,00 € Pacht von ***16*** OG bzw. ***21*** ***11***) 2019: 17.400,00 € (= 20.000,00 €, Schätzung basierend darauf, dass die verpachtete Fläche von 2018 EW 1.100,00 im Jahr 2019 auf EW 72.500,00 gestiegen sei). 2020: 19.947,27 € (= 20.000,00 €, Schätzung basierend darauf, dass die verpachtete Fläche von 2018 EW 1.100,00 im Jahr 2019 auf EW 72.500,00 gestiegen sei, der Grundfreibetrag wurde offensichtlich unrichtig ermittelt, siehe RV/7102946/2022 "Abgabeninformationssystem"). 2021: 19.943,14 € (= 20.000,00 €, Schätzung basierend darauf, dass die verpachtete Fläche von 2018 EW 1.100,00 im Jahr 2019 auf EW 72.500,00 gestiegen sei, der Grundfreibetrag wurde offensichtlich unrichtig ermittelt, siehe RV/7103230/2022 "Abgabeninformationssystem"). Das Finanzamt hat am 21. / 28. November 2022 die Schätzung wie folgt begründet: "Für das Jahr 2018 liegt eine KM über erhaltene Pachtzahlungen iHv € 6.910,00 vor. Bei der amtswegigen Wiederaufnahme wurde daher ein wert iHv € 7.000,00 angesetzt. In der eingereichten E1 2019 beträgt der EW der verpachteten Fläche 72.500,00 (2018 noch 1.100,00), erklärter Pachtzins € 1,00. Dementsprechend wurde die Pachteinnahmen auch höher (€ 20.000,00) geschätzt. In der eingereichten Beschwerde wurde die geschätzt Höhe überhaupt nicht beansprucht, sondern lediglich die Zurechnung der Erlöse. Diese sein in der extra dafür gegründeten "***1*** ***2*** GmbH" (***10***) erklärt worden. (Erlöse 2019 € 60.152,22). Für die Jahre 2020 + 2021 ist der Sachverhalt unverändert."

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Normen und Schlagworte

Herkunft

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Senat - Beschluss
Geschäftszahl
RV/7102095/2022
ECLI
ECLI:AT:BFG:2023:RV.7102095.2022
Stammnummer
141401
Gültig
28.06.2023 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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