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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7101898/2022

Kein Vorrang der in einem Drittstaat wohnenden Großmutter gegenüber einem in Österreich wohnenden Unionsbürger

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101898/2022vom 23.03.2023Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Bewohnt das Kind am Studienort eine Zweitunterkunft, wo es sich die weitaus überwiegende Zeit tatsächlich aufhält und kehrt es in den großmütterlichen Haushalt nur an zwei Wochenenden im Monat zurück, kann von einer einheitlichen Wirtschaftsführung im Rahmen einer Wohngemeinschaft bei der Großmutter nicht gesprochen werden.
Voraussetzung für eine Verdrängung des überwiegend die Unterhaltskosten tragenden (Groß)Elternteils durch einen haushaltsführenden (Groß)Elternteil ist gemäß § 2 Abs. 2 FLAG 1967, dass der haushaltsführende (Groß)Elternteil „anspruchsberechtigt“ ist. Das ist aber nur dann der Fall, wenn über die Haushaltszugehörigkeit (§ 2 Abs. 2 Satz 1 FLAG 1967) hinaus auch die Anspruchsvoraussetzungen nach § 2 Abs. 1 Satz 1 FLAG 1967 (Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich) und nach § 2 Abs. 8 FLAG 1967 (Lebensmittelpunkt in Österreich) gegeben sind oder kraft Unionsrechts (Art. 67 VO 883/2004, Art. 60 VO 9897/2009) fingiert werden (etwa EuGH 22.10.2015, C-378/14, Tomisław Trapkowski; EuGH 16. 6. 2022, C-328/20, Kommission/Österreich, u.a.). Ein in einem Drittstaat wohnhafter und dort seinen Lebensmittelpunkt habender (Groß)Elternteil kann nach derzeitiger Rechtslage keinen Anspruch auf österreichische Familienbeihilfe haben, sodass dieser einen Anspruch eines in Österreich lebenden, hier seinen Lebensmittelpunkt habenden und die überwiegenden Unterhaltskosten des Kindes finanzierenden (Groß)Elternteil nicht verdrängen kann.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3***, ***4***, vertreten durch Mag. Damian A. Brzezinski, Rechtsanwalt, 1080 Wien, Zeltgasse 3-5/12, vom 7. Mai 2021, gegen den Bescheid des Finanzamts Österreich vom 9. April 2021, OB ***5***, womit der Antrag vom 18. Jänner 2021 auf Familienbeihilfe für die im Jänner 1999 geborene ***6*** ***2*** ab Jänner 2021 abgewiesen wird, nach der am 20. März 2023 am Bundesfinanzgericht in Wien über Antrag der Partei in Anwesenheit des Beschwerdeführers, seiner Tochter ***10*** ***2***, des rechtsfreundlichen Vertreters und von Kommissärin Mag. Magdalena Preslmayr für die belangte Behörde, zu Recht erkannt: I. Der Beschwerde wird gemäß § 279 BAO Folge gegeben. Der angefochtene Bescheid wird ersatzlos aufgehoben. II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine (ordentliche) Revision an den Verwaltungsgerichtshof gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig. Entscheidungsgründe Verfahrensgang Antrag vom 18. Jänner 2021 Mit dem Formular Beih 100-PDF beantragte der Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** am 18. Jänner 2021 Familienbeihilfe wie folgt: Der Antragsteller sei ungarischer Staatsbürger, wohne in Wien in ***3***, ***4***, diese Anschrift sei auch der Familienwohnsitz, seine aktuelle Partnerin sei ***7*** ***2***, ungarische Staatsbürgerin. Ein "ausländischer Dienstgeber" ist beim Bf nicht angegeben, bei seiner Ehegattin eine österreichische Einrichtung, bei der sie seit dem Jahr 2015 beschäftigt sei. ***7*** ***2*** hat am 13. Jänner 2021 auf dem Formular erklärt, zugunsten des Antragstellers auf die ihr vorrangig zustehende Familienbeihilfe (§ 2a Abs. 1 FLAG 1967) zu verzichten. Beantragt werde Familienbeihilfe (ohne eines Beginndatums) für die im Jänner 1999 geborene ***6*** ***2***. Diese sei ungarische Staatsbürgerin, ledig, Kind des Antragstellers, wohne in ***52*** Szeged, ***9***, Ungarn. Die Tochter besuche eine Universität und werde die Ausbildung im Jahr 2023 beenden. Der Antragsteller trage die Kosten für seine Tochter zu mehr als 50%. ***1*** ***2*** und ***7*** ***2*** seien die leiblichen Eltern von ***6*** ***2***. Unter "Bevollmächtigte Person" ist auf dem Formular neben dem Antragsteller auch "***10*** ***2*** (Tochter)" mit Mobiltelefonnummer angegeben. Abweisungsbescheid vom 9. April 2021 Mit Bescheid vom 9. April 2022 wies das Finanzamt "Ihr/e Antrag auf Familienbeihilfe vom 18.01.2021" für ***6*** ***2*** ab Jänner 2021 ab und begründete dies mit folgendem Satz: Da Sie nicht für den überwiegenden Unterhalt Ihrer Tochter ***6*** aufkommen, ist Ihr Antrag auf Familienbeihilfe abzuweisen. Beschwerde vom 7. Mai 2021 Mit Schriftsatz seines rechtsfreundlichen Vertreters vom 7. Mai 2021, Postaufgabe am selben Tag, erhob der Bf Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid vom 9. April 2022 und führte dazu unter anderem aus: Gegen den Bescheid des Finanzamts Österreich, Postfach260, 1000 Wien, vom 09.04.2021, ergangen zur Ordnungsnummer 19 213 471 erhebt [der Bf] nachstehende BESCHWERDE 1. Sachverhalt Das Finanzamt wies den Antrag des Beschwerdeführers mit der Begründung ab, dass er nicht für den überwiegenden Unterhalt seiner Tochter ***6*** ***2*** aufkommen würde. Beweis: Bescheid zur Ordnungsnummer ***5*** 2. Beschwerdeerklärung Die Beschwerde richtet sich gegen die abweisende Entscheidung des Finanzamtes hinsichtlich des Antrags des Beschwerdeführers auf Familienbeihilfe. 3. Gründe Unzutreffend sind die Feststellungen des Finanzamts, dass der Beschwerdeführer nicht überwiegend für den Unterhalt seiner Tochter ***6*** aufkommen würde. Seine Tochter ***6*** ist noch in Ausbildung und der Beschwerdeführer trägt die gesamten Kosten für seine Tochter. Hierzu gehören die Kostender üblichen Lebensführung, wie auch die Ausgaben, die im Zusammenhangmit der Ausbildung der Tochter zusammenhängen. Gemäß § 2 Abs. 2 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) haben Personen Anspruch auf Familienbeihilfe für ein Kind, zu deren Haushalt das Kind gehört. Eine Person, zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend trägt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nachdem ersten Satz anspruchsberechtigt ist. Da es keine andere Person gibt, die anspruchsberechtigt wäre und der Beschwerdeführer den überwiegenden Unterhalt für seine Tochter leistet, hätte dem Antrag des Beschwerdeführers Folge gegeben werden müssen. Beweis: PV ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** ZV ***10*** ***2***, ***4***, A-***3*** Aufstellung der Ausgaben Aus all diesen Gründen stellt der Beschwerdeführer nachstehende ANTRÄGE das Verwaltungsgericht möge a. im Verfahren über diese Beschwerde eine mündliche Verhandlung durchführen, b. den Bescheid ersatzlos aufheben und dem Antrag des Beschwerdeführers auf Familienbeihilfe für seine Tochter ***6*** Folge geben. Die angeführte "Aufstellung der Ausgaben" ist in OZ 3 (Beschwerde) nicht enthalten. Ergänzendes Vorbringen vom 14. August 2021 Durch seinen rechtsfreundlichen Vertreter erstattete der Bf mit Schriftsatz vom 14. August 2021 folgendes ergänzendes Vorbringen: In gegenständlicher Rechtssache erstattet der Beschwerdeführer, in Ergänzung seiner Beschwerde vom 7.5.2021, nachstehendes ERGÄNZENDES VORBRINGEN Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Kindergeld in Serbien hat, da er sich dauerhaft in Österreich aufhält. Die Tochter des Beschwerdeführers, Frau ***6*** ***2***, verfügt über die erforderliche Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger und ist auch hier in Österreich gemeldet, wobei sie, aufgrund des Studiums, zurzeit ihren Nebenwohnsitz am ***4***, A-***3*** hat. Beweis: Bescheinigung (Beilage ./B) Anmeldebescheinigung (Beilage ./C) ZMR (Beilage ,/D) Studienbestätigung + Bestätigung der Zahlung des Studienbeitrags (Beilage ./E) Bestätigung des Mietverhältnisses (Beilage ./F) Da der Beschwerdeführer überwiegend für den Unterhalt seiner Tochter aufkommt, steht ihm die Familienbeihilfe zu. Die Studiengebühren wurden bis zum vorletzten Semester vom Beschwerdeführer bezahlt. Auf Grund eines Stipendiums wurde im letzten Semester die Studiengebühr vom ungarischen Staat übernommen. Dies ändert allerdings nichts am Faktum, dass der Beschwerdeführer überwiegend für seine Tochter aufkommt, da er die Wohnung samt Erhaltungskosten in Ungarn bezahlt. Aus diesem Grund überweist er ihr EUR 100,00 - 150,00/Monat auf Ihr Konto, damit sie den Mietzins an ihre Vermieterin weiterleiten kann und allenfalls noch ein kleines Taschengeld hat. Zusätzlich erhält die Tochter des Beschwerdeführers von der Mutter ein Taschengeld in der Höhe von EUR 50,00 überwiesen. Beweis: Kontoauszüge (Beilage ./G) Die Tochter des Beschwerdeführers muss keine Lebensmittel kaufen, da sie das Essen meist vom Beschwerdeführer erhält, indem Gerichte vorgekocht und der Tochter zugesandt werden. Hin und wieder kocht auch die Großmutter der Tochter das Essen vor. Aus diesem Grund ist offenkundig, dass der Beschwerdeführer überwiegend für den überwiegenden Unterhalt seiner Tochter aufkommt. Aus all diesen Gründen hält der Beschwerdeführer seine Anträge auch weiterhin aufrecht. Beigefügt waren Beilagen ./B bis ./G: Beilage ./A Ist als solche nicht aktenkundig. Beilage ./B Die Republik Serbien, Autonome Provinz Vojvodina, Gemeindeverwaltung in ***11***, Abteilung für gesellschaftliche Fragen, Kinderfürsorge, bescheinigte am 11. Februar 2012, dass ***1*** ***2*** und ***7*** ***2*** keinen Anspruch in der Gemeinde ***11*** für ihre Kinder ***6***, ***12***, ***10*** und ***13*** haben (Original und Übersetzung). Beilage ./C Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG) für ***6*** ***2***, ungarische Staatsbürgerin, als Verwandte in gerader absteigender Linie (§ 52 Abs. 1 Z 2 NAG) vom 13. Juli 2018, ausgestellt vom Amt der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, EWR. Beilage ./D Meldebestätigung (Nebenwohnsitz) für ***6*** ***2*** vom 18. Jänner 2021 in ***3***, ***4***. Beilage ./E Studienbestätigung entspricht OZ 10 (siehe unter "Ermittlungsverfahren, Studienbescheinigung") Ferner Bestätigung der Eötvös Lorand Universität in Szeged vom 17. September 2020, dass ***6*** ***2*** von September 2019 bis März 2020 in einem Schülerheim der Universität untergebracht war und hierfür monatlich 10.820 Forint entrichtet worden seien (Original und Übersetzung). Beilage ./F Übersetzung einer Erklärung von ***14*** ***15*** vom 1. Oktober 2020, wonach diese bestätige, dass die in Serbien geborene ***6*** ***2*** seit dem 1. September 2020 ein Zimmer in ihrer Eigentumswohnung in ***55*** Szeged, ***16***, gemietet habe. Die Mietkosten für das Zimmer würden monatlich 36.666 Forint betragen, die monatliche Betriebskosten lägen zwischen 9.000 und 11.000 Forint (das Original ist hier nicht aktenkundig). Beigefügt war eine Kopie des diesbezüglichen Mietvertrags. Beilage ./G Mit ***1*** ***2*** überschriebene Aufstellung von Überweisungen an ***6*** ***2***: 03.05.2021: 50,00 € 08.04.2021: 50,00 € 31.03.2021: 50,00 € 30.03.2021: 100,00 € 26.02.2021: 100,00 € 24.02.2021: 50,00 € 29.01.2021: 100,00 € 28.12.2020: 100,00 € 10.12.2020: 50,00 € 01.12.2020: 100,00 € 06.11.2020: 50,00 € 30.10.2020: 150,00 € 21.10.2020: 50,00 € 09.10.2020: 50,00 € Beschwerdevorentscheidung vom 5. November 2021 Mit Beschwerdevorentscheidung vom 5. November 2021 wies das Finanzamt die Beschwerde als unbegründet ab: Sachverhalt: Sie leben mit Ihrer Gattin und Ihren Kindern ***12***, ***10*** und ***13*** in Österreich und sind in Österreich erwerbstätig. Ihre Tochter ***6***, geboren am ***17*** lebt und studiert in Ungarn. Ihr Antrag wurde mit Bescheid vom 09.04.2021 abgewiesen, da Sie nicht für den überwiegenden Unterhalt von Ihrer Tochter aufkommen. Im Zuge Ihrer Beschwerde haben Sie Kontoauszüge von Ihnen vorgelegt, aus diesen ist ersichtlich, dass Sie monatlich zwischen 30€ und 250€ an ***6*** überweisen. Weiters führen Sie aus, dass bis zum Wintersemester 2021 die Studiengebühren von Ihnen bezahlt wurden, ein Nachweis darüber wurde nicht vorgelegt. Seit dem Sommersemester 2021 hat Ihre Tochter laut Ihren Angaben ein Stipendium. Gesetzliche Grundlagen: Anspruch auf Familienbeihilfe hat nach § 2 Abs. 2 FLAG vorrangig die Person, zu deren Flaushalt das Kind gehört. Eine Person, zu deren Flaushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten überwiegend für das Kind trägt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach dem ersten Satz anspruchsberechtigt ist. Würdigung: Im Beschwerdefall ist unstrittig, dass Ihre Tochter ***6*** nicht zu ihrem Haushalt gehört. Ein Familienbeihilfenanspruch kann daher nur dann bestehen, wenn Sie iSd § 2 Abs. 2 FLAG 1967 die Unterhaltskosten überwiegend tragen. Um beurteilen zu können, wer die Unterhaltskosten für ein Kind überwiegend trägt, sind zunächst die tatsächlichen Kosten, die für den Unterhalt des Kindes aufgewendet werden, zu ermitteln. Zu den Unterhaltskosten gehören alle Kosten zur Deckung der Bedürfnisse des Kindes entsprechend § 140 ABGB, also insbesondere die Kosten der Nahrung, der Bekleidung, der Wohnung mit Licht und Heizung, der Körperpflege, der ärztlichen Behandlung, der Heilmittel und der Pflege in Krankheitsfällen, einer Erholungsreise, des Unterrichtes und der Berufsausbildung, der Befriedigung angemessener geistiger Bedürfnisse und Unterhaltungen und vieles mehr. Diese Kosten sind grundsätzlich konkret (allenfalls im Schätzungsweg) zu ermitteln. Sodann sind diesen tatsächlichen Unterhaltskosten die Unterhaltsleistungen des Familienbeihilfenwerbers gegenüberzustellen. Da Sie nicht den überwiegenden Unterhalt für ***6*** finanzieren, besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe. Ihre Beschwerde war daher als unbegründet abzuweisen. Die Beschwerdevorentscheidung wurde dem Bf zu Handen seines rechtsfreundlichen Vertreters am 9. November 2021 zugestellt. Vorlageantrag vom 9. Dezember 2021 Mit Schriftsatz seines rechtsfreundlichen Vertreters vom 9. Dezember 2021 stellte der Bf Vorlageantrag und führte darin unter anderem aus: In gegenständlicher Rechtssache stellt der Beschwerdeführer nachstehenden ANTRAG auf Entscheidung über die Beschwerde durch das Bundesfinanzgericht. Das Beschwerdevorbringen wird auch weiterhin vollinhaltlich aufrechterhalten. Im Rahmen der Beschwerdevorentscheidung stellte das Finanzamt unzutreffenderweise fest, dass der Beschwerdeführer nicht den überwiegenden Unterhalt für ***6*** finanziert. Tatsächlich verhält es sich so, dass der Beschwerdeführer den überwiegenden Unterhalt für seine Tochter finanziert. Die vom Beschwerdeführer vorgelegten Beweismittel wurden weder berücksichtigt noch entsprechend gewürdigt. Die Kleidung der Tochter wird, wenn sie in Wien ist, vom Beschwerdeführer gekauft. Ebenso werden Hygieneartikel vom Beschwerdeführer bezahlt. Darüber hinaus werden nicht nur Überweisungen an die Tochter geleistet, sondern schickt der Beschwerdeführer ebenfalls durch Freunde Bargeld der Tochter. Zu diesen Freunden zählen ***18*** ***19***, ***26*** ***27***, ***33*** ***34***, ***53*** ***54***, ***30*** ***31*** und ***22*** ***23***. Folgende Beträge wurden von den zuvor genannten Personen der ***6*** gebracht bzw. übergeben: ***18*** ***19*** im August 2019 EUR 500,00 ***22*** ***23*** im September 2020 EUR 800,00 ***26*** ***27*** in einem Zeitraum von ein paar Monaten im Jahr 2020 ca. EUR 300,00 ***30*** ***31*** im Jahr 2021 insgesamt EUR 400,00 ***33*** ***34*** hat mehrfach im Jahr 2020 und 2021 jeweils Beträge zwischen EUR 100,00 und EUR 150,00 ***53*** ***54*** hat mehrfach im Jahr 2020 und 2021 jeweils Beträge zwischen EUR 100,00 und EUR 150,00 ***36*** ***37*** im Jahr 2020 EUR 600,00 Da ***6*** über kein eigenes Vermögen sowie Einkommen verfügt, ist es offenkundig, dass der Beschwerdeführer überwiegend für den Unterhalt seiner Tochter aufkommt. PV ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** ZV ***6*** ***2***, pA ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** ZV ***18*** ***19***, ***20***, ***21*** ZV ***22*** ***23***, ***24***, ***25*** ZV ***26*** ***27***, ***28***, ***29*** ZV ***30*** ***31***, ***32***,***25*** ZV ***33*** ***34***, ***35***,***25*** ZV ***36*** ***37***, ***38***, ***39*** ***11***, Serbien Beiziehung eines Dolmetschers für die serbische Sprache Ergänzend wird ausgeführt, dass der Beschwerdeführer seiner Tochter für ihr Studium ein Notebook bei Media Markt gekauft hat. PV ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** Rechnung Im Zeitraum 1.9.2019 bis 03/2020 wohnte ***6*** im Schülerheim der ELTE Universität. Die Kosten für Ihre Unterbringung wurden vom Beschwerdeführer getragen. Die Tochter des Beschwerdeführers mietete im Zeitraum 1.9.2020 bis 14.8.2021 ein Zimmer von Frau ***14*** ***15***. Die monatlichen Mietkosten betrugen HUF 36.666 und die monatlichen Betriebskosten zwischen HUF 9.000 ,00 - 11.000,00. Die Kosten für die Unterkunft wurden vom Beschwerdeführer bezahlt. Auf das Stipendium wurde seitens ***6*** verzichtet, da sie nicht vor hat in Ungarn zu bleiben. Die Gewährung des Stipendiums hätte ***6*** allerdings dazu verpflichtet. Die Miete für das angemietete Zimmer bezahlt ebenfalls der Beschwerdeführer. Die einzige Leistung die ***6*** vom ungarischen Staat somit erhält, ist Sozialhilfe in der Höhe von HUF 10.800,00 monatlich; dies entspricht einem Betrag von EUR 29,34/Monat. Das im ergänzenden Vorbringen erwähnte Stipendium wurde schlussendlich seitens ***6*** nicht angenommen, da dies zur Folge gehabt hätte, dass sie sich verpflichten müsste in Ungarn zu arbeiten. ***6*** wollte sich nicht dazu verpflichten, daher wurde schlussendlich auf das Stipendium verzichtet und der Beschwerdeführer trägt auch weiterhin die Ausbildungskosten. Beweis: PV ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** ZV ***6*** ***2***, pA ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** Zahlungsbestätigung Nachweise von Rechtsverhältnissen Weiters ist auszuführen, dass der Beschwerdeführer monatlich folgende Beträge an seine Tochter ***6*** überweist: November 2021 EUR 200,00 September 2021 EUR 150,00 Juli 2021 EUR 50,00 Mai 2021 EUR 130,00 April 2021 EUR 50,00 März 2021 EUR 150,00 Februar 2021 EUR 150,00 Jänner 2021 EUR 100,00 Dezember 2020 EUR 250,00 November 2020 EUR 50,00 Oktober 2020 EUR 250,00 September 2020 EUR 150,00 August 2020 EUR 150,00 Juli 2020 EUR 50,00 Mai 2020 EUR 150,00 April 2020 EUR 105,19 März 2020 EUR 100,00 Februar 2020 EUR 30,00 Jänner 2020 EUR 100,00 Dezember 2019 EUR 50,00 November 2019 EUR 250,00 Oktober 2019 EUR 100,00 September 2019 EUR 150,00 Juni 2019 EUR 170,00 April 2019 EUR 30,00 Marz 2019 EUR 30,00 Jänner 2019 EUR 25,00 Dezember 2018 EUR 25,00 Oktober 2018 EUR 50,00 Demnach ist offenkundig, dass der Beschwerdeführer überwiegend für seine Tochter den Unterhalt leistet. Beweis: PV ***1*** ***2***, ***4***, A-***3*** Kontoausgangsübersicht Aus all diesen Gründen hält der Beschwerdeführer sämtliche seiner Anträge auch weiterhin aufrecht. Beigefügt (OZ 7 des Finanzamtsakts) waren die erste Seite des Formulars PDF 100 mit Eingangsstempel des Finanzamts 9. Dezember 2021, Meldebestätigung über Nebenwohnsitzmeldung von ***6*** ***2*** seit 18. Jänner 2021 in ***3***, ***4***, ungarische Identitätskarte von ***6*** ***2*** vom ***17***, Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und Schweizer Bürger/-innen für ***6*** ***2*** vom 13. Juli 2018, e-card von ***6*** ***2***, European Youth Card von ***6*** ***2*** vom 27. September 2019 Überweisungsbestätigungen wie im Vorlageantrag angeführt Rechnung MediaMarkt vom 11. November 2021 über ein Notebook samt Versicherung und Software über 718,70 €, lautend auf ***12*** ***2***, ***3***, ***4*** Mietvertrag im ***12*** und in deutscher Übersetzung vom 15. August 2021, abgeschlossen zwischen ***40*** und ***41*** ***42*** als Vermieter und ***43*** ***44*** und ***6*** ***2*** Mieter (Mietkosten 100.000 HUF/Monat) Erklärung von ***14*** ***15*** vom 1. Oktober 2020 im Original und in deutscher Übersetzung, wonach ***6*** ***2*** ab 1. September 2020 ein Zimmer zu Mietkosten von monatlich 36.666 HUF und Betriebskosten zwischen 9.000 und 11.000 HUF monatlich mietet. Ausdruck vom 27. Februar 2021 über Lehrveranstaltungen Bestätigung der Eötvös Lorand (ELTE) Universität vom 17. September 2020 im Original und in deutscher Übersetzung, wonach ***6*** ***2*** vom 1. September 2019 bis März 2020 im Schülerheim der Universität untergebracht war, wofür monatlich 10.820 HUF Zahlungsbestätigung der Universität Szeged 2021 über insgesamt 600.000 HUF Selbstbehalt: [Grafik]   Kontoausgänge von ***2*** ***1*** an ***6*** ***2*** "Nachweis des Rechtsverhältnisses" der Universität Szeged vom 17. September 2020, vom 18. Februar 2021 und vom 30. September 2021, wonach ***6*** ***2*** Medizinische Pflege und Prävention (Säuglings- und Kleinkinderpflegerin) seit 1. August 2019 bis voraussichtlich 30. Juni 2023 betreibt. Ermittlungsverfahren Über das Ermittlungsverfahren im Zuge der Antragsbearbeitung und im anschließenden Beschwerdeverfahren sind folgende Aktenstücke im elektronisch vorgelegten Akt des Finanzamts enthalten: Ergänzungsersuchen vom 2. Februar 2021 Mit Schreiben vom 2. Februar 2021 ersuchte das Finanzamt den Bf um folgende Angaben (OZ 8) Aufstellung der Lebenshaltungskosten und wer finanziert diese? Nachweis mittels Kontoauszügen. Wo wohnt ***6*** während des Studiums? Ferner wurden eine Fortsetzungsbestätigung des Studiums und ein Studienerfolgsnachweis abverlangt. Studienbestätigung Aktenkundig (OZ 10) ist ein am 22. März 2021 beim Finanzamt eingelangtes Schreiben der Universität Szeged vom 18. Februar 2021 (Original und Übersetzung), wonach ***6*** ***2*** seit 1. August 2019 Studentin an dieser Universität ist und das Studium voraussichtlich am 30. Juni 2023 enden werde. ***6*** ***2*** studiere Medizinische Pflege und Prävention (Säuglings- und Kleinkinderpflegerin) in der Grundstufe (BA/BSc) als "Stupendiatin des Staates" ("staatlich gefördertes Studium oder staatlich (zum Teil) gefördertes Stipendium, aufgrund des Gesetzes über in einem Nachbarland lebende Ungarn"). Eine weitere gleichlautende Bestätigung datiert vom 17. September 2020. Mit Stand 27. Februar 2021 wurden folgende Prüfungen nachgewiesen (OZ 10): [Grafik]   [Grafik]   [Grafik]   Ergänzungsersuchen vom 7. Jänner 2022 Mit Schreiben vom 7. Jänner 2022 ersuchte das Finanzamt den Bf unter Bezug auf seinen Vorlageantrag (OZ 11): Bitte erbringen Sie Nachweise, dass Sie die Mietkosten Ihrer Tochter ***6*** zahlen. Schreiben vom 21. Jänner 2022 Mit nicht unterfertigtem und undatiertem Schreiben, das am 21. Jänner 2022 beim Finanzamt einlangte, gab der Bf bekannt (OZ 9): [D]ie Miete wird ausschließlich von mir bezahlt Ich schicke meiner Tochter das Geld. Von diesem Geld überweist sie die Miete an die Vermieterin. Und dementsprechend habe ich leider keine Beweisvorlage. Vorlage vom 23. Juni 2022 Mit Bericht vom 23. Juni 2022 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus: [Grafik]   Bezughabende Normen § 2 Abs 2 FLAG Sachverhalt und Anträge Sachverhalt: Mit am 18.1.2021 erstellten und eingelangten Antrag beantragte der Bf die Familienbeihilfe für seine Tochter ***6***, geboren am ***17***. Die Tochter des Bf wohnt und studiert in Ungarn. Da der Bf nicht die Tragung der überwiegenden Unterhaltskosten nachweisen konnte, wurde der Antrag ab Jänner 2021 abgewiesen. Das Studium in Ungarn wurde am 1.8.2019 begonnen und endet voraussichtlich am 30.6.2023. Laut Bestätigung vom 1.10.2020 wohnte die Tochter des Bf von September 2020 bis Mitte August 2021 in einem Zimmer der Eigentumswohnung von ***14*** ***15***. Die Mietkosten dafür betrugen 36.666 Forint pro Monat, die Betriebskosten etwa 9000-11000 Forint pro Monat; Miet- und Betriebskosten somit umgerechnet etwa 116 Euro pro Monat. Ab Mitte August 2021 mietet die Tochter des Bf zusammen mit einer zweiten Person eine Wohnung, deren Mietkosten umgerechnet etwa 250€ pro Monat betragen. Die Studiengebühr für ein Jahr betrug laut Bestätigung vom 18.9.2020 600.000 Forint, umgerechnet somit etwa EUR 1.500. Im beschwerdegegenständlichen Zeitraum überwies der Bf seiner Tochter im Monat Jänner 2021 100€, im Februar 2021 150€, im März 2021 150€, im April 50€, im Mai 130€, im Juni 2021 0€, im Juli 2021 50€, im August 2021 0€, im September 2021 150€, im Oktober 2021 0€ und im November 2021 200€. Beweismittel: Siehe Inhaltsverzeichnis Stellungnahme: Auf die Ausführungen in der Beschwerdevorentscheidung wird verwiesen. Ergänzend wird ausgeführt: Das Vorbringen in der Beschwerde, dass die Tochter kein Geld für Lebensmittel brauche, weil sie gekochtes Essen von ihren Eltern bei Besuchen in Wien mitbekomme, ist unglaubwürdig. Es ist durchaus möglich, dass die Tochter schon gekochtes Essen oder Lebensmittel von ihren Eltern mitbekommt, es wird allerdings bezweifelt, dass diese mitgenommenen Lebensmittel den gesamten Bedarf der Tochter abdecken. Ebenso lebensfremd erscheint das Vorbringen im Vorlageantrag, dass der Bf Bekannten und Freunden Geldbeträge bar mitgegeben hat, damit diese die erwähnten Beträge seiner Tochter übergeben. Der Bf hat einen online Bankzugang, mit dem er auch Überweisungen an seine Tochter tätigt. Dass der Bf trotz dessen sich dann entschließt, Beträge von mehreren hundert Euro bar Personen mitzugeben, damit diese das Geld an seine Tochter aushändigen, erscheint nicht sehr glaubwürdig. In der Beschwerde wird vorgebracht, dass die Kosten des Studiums durch den Staat Ungarn in Form eines Stipendiums getragen werden. Im Vorlageantrag führt der Bf aus, dass seine Tochter auf das Stipendium verzichtet hat und somit der Bf weiterhin die Ausbildungskosten trägt (Nachweise wurden nicht erbracht). Laut Angaben in Vorlageantrag hat der Bf im Zeitraum September 2020 - Mitte August 2021 (Zeitraum des gemieteten Zimmers in Ungarn) einen Gesamtbetrag von EUR 1.330,- überwiesen. Laut eigenen Angaben und Bestätigung des Unterkunftsgebers würde allerdings allein die Miete und Betriebskosten in diesem Zeitraum insgesamt etwa EUR 1.392,- ausmachen. Mit diesem Betrag könnte die Tochter der Bf somit nicht mal zur Gänze die Miet- und Betriebskosten abdecken, geschweige denn Kosten für das Studium und Lebensmittel. Ab Mitte August 2021 mietete die Tochter des Bf eine andere Wohnung, deren Mietkosten 100.000 Forint pro Monat betragen, umgerechnet etwa 250€ pro Monat. Da die Tochter zusätzlich mit einer anderen Person als Mieterin im Auszug des Mietvertrages aufscheint, kann davon ausgegangen werden, dass nur die Hälfte der Mietkosten (folglich etwa 125€ pro Monat) geleistet werden müssen. Von August 2021 bis November 2021 überwies der Bf seiner Tochter insgesamt 350€, wobei allein die Mietkosten in diesem Zeitraum zumindest 375€ betragen müssten (Miete August nicht miteingerechnet). Andere Nachweise (etwa Überweisungen direkt an die Unterkunftgeber oder an die Universität) konnte der Bf nicht vorlegen. Aus obigen Ausführungen geht somit hervor, dass der Bf nicht die überwiegenden Unterhaltskosten seiner Tochter getragen und somit keinen Anspruch auf Familienbeihilfe hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Beschluss vom 19. Juli 2022 Mit Datum 19. Juli 2022 fasste das Bundesfinanzgericht den Beschluss: I. Das Finanzamt Österreich wird gemäß § 269 Abs. 2 BAO ersucht, gemäß § 183 Abs. 3 BAO vorerst folgenden in der Beschwerde vom 7. Mai 2021 und im Vorlageantrag vom 9. Dezember 2021 gestellten Beweisanträgen des Bf nachzukommen und Beweis wie folgt aufzunehmen: 1. Einvernahme des Beschwerdeführers als Auskunftsperson gemäß § 143 BAO zum Beweisthema Unterhaltskosten von ***6*** ***2*** und Tragung ihrer Unterhaltskosten; 2. Einvernahme als Zeugin oder Zeuge gemäß §§ 169 ff. BAO zum Beweisthema Unterhaltskosten von ***6*** ***2*** und Tragung ihrer Unterhaltskosten durch den Beschwerdeführer von a) ***6*** ***2***, b) ***10*** ***2***, c) ***18*** ***19***, d) ***22*** ***23***, e) ***26*** ***27***, f) ***30*** ***31***, g) ***33*** ***34***, unter Beiziehung eines Dolmetschers für die serbische Sprache. Sofern das Finanzamt Österreich auf Grund von ihm vorgenommener Einvernahmen die überwiegende Tragung der Unterhaltskosten durch den Beschwerdeführer im Sinne von § 183 Abs. 3 BAO als richtig anerkennt, kann die Einvernahme weiterer Zeuginnen und Zeugen entfallen. 3. Um einen Bericht hierüber unter Anschluss der Niederschriften bis zum 30. September 2022 wird gebeten. II. Der Beschwerdeführer wird ersucht, die in seiner Beschwerde angesprochene "Aufstellung der Ausgaben" dem Bundesfinanzgericht bis 12. August 2022 vorzulegen. III. Den Parteien des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens wird der bisherige Verfahrensgang zur Kenntnis gebracht. Begründend wurde nach Darstellung des bisherigen Verfahrensgangs und der maßgebenden Rechtsgrundlagen unter anderem ausgeführt: Zu Spruchpunkt I Gemäß § 183 Abs. 3 BAO sind von den Parteien beantragte Beweise grundsätzlich aufzunehmen. Das Finanzamt Österreich ist bislang weder den in der Beschwerde noch den im Vorlageantrag beantragten Beweisanträgen nachgekommen. Die Beschwerde wurde entgegen § 265 Abs. 1 BAO ohne Durchführung dieser erforderlichen Ermittlungen vorgelegt. Das Finanzamt hat in der Beschwerdevorentscheidung zutreffend die rechtlichen Erfordernisse in Bezug auf die Unterhaltskostentragung dargestellt, es allerdings unterlassen, die Annahme, dass der Bf nicht den überwiegenden Unterhalt seiner Tochter ***6*** trägt, durch entsprechende Ermittlungen zu bestätigen. Da keiner der in § 183 Abs. 3 BAO genannten Gründe, die beantragten Beweise aufzunehmen, betreffend der in Spruchpunkt I genannten Beweise vorliegt, und da das Finanzamt die Richtigkeit des Vorbringens des Bf weiterhin bestreitet, ist gesetzesgemäß vorzugehen. Von einer Einvernahme von ***36*** ***37*** ist, außer sie wird vom Bf stellig gemacht, im Hinblick auf ihren ständigen Aufenthalt in Serbien Abstand zu nehmen. Dem Finanzamt Österreich ist beizupflichten, dass vorerst nicht ersichtlich ist, warum der Beschwerdeführer zusätzlich zu den Überweisungen auf das Bankkonto der Tochter Geldbeträge in bar mitgibt und es auch wenig wahrscheinlich ist, dass die von der Tochter mitgenommenen Lebensmittel ihren gesamten Bedarf decken. Dies kann jedoch nicht zu einer vorweggenommenen Beweiswürdigung führen. Das Finanzamt wird vielmehr diese Umstände in den vorzunehmenden Einvernahmen zu erforschen haben. Im Hinblick auf die bisherige Befassung des Finanzamts Österreich mit dem Fall erweist sich die Bestimmung dieses Finanzamts gemäß § 269 Abs. 2 BAO als zweckmäßig. Zu Sp ruchpunkt II Im vom Finanzamt vorgelegten Akt ist die vom Bf in seiner Beschwerde angesprochene "Aufstellung der Ausgaben" nicht enthalten. Diese ist dem Bundesfinanzgerichtvorzulegen. Zu Spruchpunkt III Die Darstellung des bisherigen Verfahrensgangs dient zur Information. Einem Ersuchen des rechtsfreundlichen Vertreters vom 8. August 2022 um Fristerstreckung bis 31. August 2022 wurde vom Bundesfinanzgericht am 8. August 2022 formlos Folge gegeben. Urkundenvorlage vom 25. August 2022 Mit Schreiben des rechtsfreundlichen Vertreters vom 25. August 2022 übermittelte der Bf eine Tabelle der zu entnehmen sei, wann welche Beträge an seine minderjährige Tochter geleistet wurden. Festzuhalten sei, dass der Beschwerdeführer überwiegend die Kosten für seine Tochter trage. Tabelle Unterhaltsleistungen Die vorgelegte Excel-Tabelle lautet: | Überweisungen an ***6*** ***2*** in den vergangenen Jahren | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | ***7*** ***2*** | | Insgesammt 2280€ d.H 40 Transaktionen | ***1*** ***2*** | Insgesammt 4550,19 d.H 63 Transaktionen | Jahr | Datum | Summe | | | | Jahr | Datum | Summe | 2022 | 05.Aug | € 100,00 | | | | 2022 | 17.Aug | € 100,00 | | 18.Jul | € 50,00 | | | | | 08.Aug | € 100,00 | | 09.Jun | € 50,00 | | | | | 05.Aug | € 100,00 | | 09.Mai | € 50,00 | | | | | 06.Jul | € 50,00 | | 28.Jän | € 50,00 | | | | | 09.Jun | € 60,00 | | 03.Jän | € 50,00 | | | | | 07.Jun | € 50,00 | | | | | | | | 06.Mai | € 100,00 | 2021 | 13.Dez | € 50,00 | | | | | 29.Apr | € 20,00 | | 30.Nov | € 100,00 | | | | | 06.Apr | € 150,00 | | 29.Sep | € 60,00 | | | | | 24.Mär | € 100,00 | | 31.Aug | € 50,00 | | | | | 08.Mär | € 150,00 | | 05.Aug | € 50,00 | | | | | 08.Feb | € 150,00 | | 30.Jun | € 50,00 | | | | | 03.Jän | € 100,00 | | 31.Mai | € 50,00 | | | | | | | | 29.Apr | € 50,00 | | | | 2021 | 13.Dez | € 50,00 | | 30.Mär | € 50,00 | | | | | 30.Nov | € 100,00 | | 26.Feb | € 50,00 | | | | | 19.Nov | € 100,00 | | 29.Jän | € 50,00 | | | | | 03.Nov | € 100,00 | | | | | | | | 30.Sep | € 100,00 | 2020 | 31.Dez | € 50,00 | | | | | 01.Sep | € 50,00 | | 14.Dez | € 50,00 | | | | | 02.Jul | € 50,00 | | 01.Dez | € 100,00 | | | | | 31.Aug | € 80,00 | | 02.Nov | € 100,00 | | | | | 03.Mai | € 50,00 | | 21.Okt | € 20,00 | | | | | 08.Apr | € 50,00 | | 29.Sep | € 50,00 | | | | | 31.Mär | € 50,00 | | 01.Sep | € 50,00 | | | | | 30.Mär | € 100,00 | | 04.Aug | € 50,00 | | | | | 26.Feb | € 100,00 | | 09.Mär | € 100,00 | | | | | 24.Feb | € 50,00 | | 31.Jän | € 50,00 | | | | | 29.Jän | € 100,00 | | 31.Jän | € 50,00 | | | | | | | | 02.Jän | € 50,00 | | | | 2020 | 29.Dez | € 100,00 | | | | | | | | 10.Dez | € 50,00 | 2019 | 29.Nov | € 50,00 | | | | | 01.Dez | € 100,00 | | 08.Nov | € 50,00 | | | | | 06.Nov | € 50,00 | | 05.Nov | € 50,00 | | | | | 30.Okt | € 150,00 | | 09.Okt | € 50,00 | | | | | 21.Okt | € 50,00 | | 20.Sep | € 50,00 | | | | | 09.Okt | € 50,00 | | 03.Sep | € 50,00 | | | | | 30.Sep | € 100,00 | | 03.Jun | € 50,00 | | | | | 08.Sep | € 50,00 | | 02.Apr | € 50,00 | | | | | 31.Aug | € 100,00 | | 04.Mär | € 50,00 | | | | | 04.Aug | € 50,00 | | 18.Feb | € 100,00 | | | | | 06.Jul | € 50,00 | | 10.Jän | € 50,00 | | | | | 29.Mai | € 100,00 | | | | | | | | 06.Mai | € 50,00 | | | | | | | | 14.Apr | € 5,19 | | | | | | | | 02.Apr | € 100,00 | | | | | | | | 05.Mär | € 100,00 | | | | | | | | 21.Feb | € 30,00 | | | | | | | | 31.Jän | € 50,00 | | | | | | | | 31.Jän | € 50,00 | | | | | | | | | | | | | | | | 2019 | 29.Nov | € 50,00 | | | | | | | | 05.Nov | € 50,00 | | | | | | | | 04.Nov | € 50,00 | | | | | | | | 04.Nov | € 100,00 | | | | | | | | 07.Okt | € 50,00 | | | | | | | | 07.Okt | € 50,00 | | | | | | | | 30.Sep | € 50,00 | | | | | | | | 13.Sep | € 50,00 | | | | | | | | 03.Sep | € 50,00 | | | | | | | | 17.Jun | € 120,00 | | | | | | | | 03.Jun | € 50,00 | | | | | | | | 01.Apr | € 30,00 | | | | | | | | 04.Mär | € 30,00 | | | | | | | | 09.Jän | € 25,00 Zwischenbericht des Finanzamts vom 30. August 2022 Das Finanzamt übermittelte dem Bundesfinanzgericht am 30. August 2022 eine am 29. August 2022 im Beisein des rechtsfreundlichen Vertreters mit dem Bf, seiner Tochter ***10*** ***2*** und seiner Ehefrau ***7*** ***2*** aufgenommene Niederschrift und merkte hierzu an: Der Bf hat die deutsche Sprache größtenteils verstanden, manchmal hat ***10*** übersetzt, die einwandfrei Deutsch sprach. Aufgrund der Einvernahme hat sich der von der belangten Behörde angenommene Sachverhalt verändert: Aus der Niederschrift geht hervor, dass die Tochter ***6*** ***2*** bei der väterlichen Großmutter in Serbien haushaltszugehörig ist. Die andere Tochter des Bf (***10***), die Kindesmutter und der Bf gaben übereinstimmend an, dass sich die Tochter ***6*** sehr selten in Österreich bei ihren Eltern befindet, lediglich manchmal, wenn diese für längere Zeit Ferien hat, zB eine Woche zu Ostern oder in den Sommerferien. An den Wochenenden innerhalb des Studienjahres verbringt sie die Zeit bei der väterlichen Großmutter in Serbien oder in Ungarn. Auf Nachfrage wie viele Wochenenden denn in Serbien verbracht werden würden und wie viele in Ungarn, konnten die einvernommenen Personen schätzungsweise angeben, dass etwa 2 von 4 Wochenenden in Serbien bei der vGM verbracht werden und die anderen 2 Wochenenden in Ungarn. Die Tochter ***6*** hält sich somit ständig im Ausland auf, weswegen kein Anspruch auf Familienbeihilfe besteht. Es wird um Mitteilung gebeten, ob im Hinblick auf die obigen Ausführungen der Ermittlungsauftrag bezüglich der Einvernahme der weiteren Personen (Freunde vom Bf) aufrecht erhalten bleibt. Niederschrift vom 29. August 2022 (***1*** ***2***, ***7*** ***2***, ***10*** ***2***) Aus der Niederschrift vom 29. August 2022: Fragen an ***1*** ***2***: 1) Was ist Ihr Beruf, wie viel verdienen Sie pro Monat? Fahrtendienst, 1160 Wien, pro Monat netto 1.530€ 2) Lebenserhaltungskosten von Ihnen? Aufstellung? Miete 930€ pro Monat, Stromkosten: ungefähr 150€, Unterhaltsverpflichtungen: haushaltszugehörigen Sohn ***13*** und haushaltszugehörige Tochter 3) Beruf der Ehegattin? AMS-Bezug, geringfügig angestellt ***46*** Wien, 160€ pro Monat 4) Getätigte Überweisungen werden vorgehalten - sind diese vollständig? Ja, sind vollständig. 5) In der Beschwerde bzw im Vorlageantrag wird vorgebracht, dass Bargeld von Freunden von Ihnen mitgegeben wurden? Name? Warum Bargeld und keine Überweisungen? ***18*** ***19***, ***26*** ***27***, ***33*** ***34***, ***53*** ***54***, ***30*** ***31*** und ***22*** ***23***, ***36*** ***37*** 6) ***30*** ***31*** soll "im Jahr 2021 insgesamt EUR 400,00" bar an Ihre Tochter übergeben haben? Ja; ***22*** und ***30*** haben sozusagen ein Darlehen gegeben (insgesamt ca 700Euro) und der Großmutter in Serbien für die Tochter ***6*** bar gegeben und ich zahle es ihnen mit dem 13. Und 14. Monatsgehalt wieder zurück. Ich kann das Geld monatlich nicht ganz aufbringen. 7) ***33*** ***34*** soll mehrfach "im Jahr 2020 und 2021 jeweils Beträge zwischen EUR 100,00 und EUR 150,00" an Ihre Tochter übergeben haben? Wie oft? Wie viel insgesamt im Jahr 2021? Kann ich leider nicht mehr sagen, aber das war von Anfang an Geld von mir. 8) ***53*** ***54*** soll "mehrfach im Jahr 2020 und 2021 jeweils Beträge zwischen EUR 100,00 und EUR 150,00 an Ihre Tochter übergeben haben? Wie oft? Wie viel insgesamt im Jahr 2021? Öfters, aber genaue Angaben kann ich nicht machen, ca 2-5 mal je 100-150Euro ca. 9) Gibt es ein Stipendium für das Studium Ihrer Tochter? Wenn ja, für wie lange? Wenn nein, wie hoch sind die Studiengebühren? Wie werden diese bezahlt? Im Jahr 2021 hat sie ein Stipendium iHv 11.000 Forint bekommen, das ist jetzt beendet, wann es genau beendet wurde, weiß ich nicht; im 1. Studienjahr hat sie nichts bekommen, im 2. auf jeden Fall ein Stipendium und 3. Studienjahr wahrscheinlich auch und ab dem 4. Studienjahr sicher nicht mehr. Meine Tochter ist mitversichert bei mir in Österreich; in Ungarn ist sie nicht versichert; in Serbien ist sie krankenversichert und verbringt die Ferien in Serbien bei der Großmutter im Haus des Bf. Am Wochenende ist ***6*** meistens in Serbien bei der Großmutter. 10) Vorbringen: Die einzige Leistung die ***6*** vom ungarischen Staat erhält, ist Sozialhilfe in der Höhe von HUF 10.800,00 monatlich; dies entspricht einem Betrag von EUR 29,34/ Monat. Stimmt das? Aus welchem Grund bekommt Sie das? Das ist zusätzlich zum oben angesprochenen Stipendium, das bekommt sie, weil sie in Ungarn studiert. 11) Wer überweist die Miete an den / die Vermieter(in) in Ungarn? ***6*** wohnte zusammen mit einer Freundin in einer Mietwohnung, ab August 2022 haben sie einen dritten Mitbewohner bekommen und ziehen in eine neue Wohnung; ***6*** zahlt die Miete in Ungarn (ob Überweisung oder bar weiß er nicht genau) mit dem Geld, das ihr von mir zur Verfügung gestellt wird. Die Miete in der neuen Wohnung ist ca gleich (Anmerkung: etwa 120€) wie in der alten. 12) Vorhalt BFG Beschluss: "Dem Finanzamt Österreich ist beizupflichten, dass vorerst nicht ersichtlich ist, warum der Beschwerdeführer zusätzlich zu den Überweisungen auf das Bankkonto der Tochter Geldbeträge in bar mitgibt und es auch wenig wahrscheinlich ist, dass die von der Tochter mitgenommenen Lebensmittel ihren gesamten Bedarf decken." Ja, es deckt nicht den ganzen Bedarf, sie bekommt Essen mit von ihrer Großmutter und auch von den Eltern, wenn sie diese besucht, aber sie geht sehr wohl auch auswärts essen mit Freunden und mit ihrem Freund und muss auch manchmal selbst kochen. Kleidung kauft sie oft in Österreich mit ihrer Mutter und die Mutter zahlt dann auch. 13) Halten Sie den Beweisantrag, dass ebenfalls die og Freunde als Zeugen einvernommen werden, aufrecht? Wenn außer Streit gestellt wird, dass diese Übergabe des Bargeldes laut dem Vorbringen in der Beschwerde stattgefunden hat, dann halten wir den Beweisantrag nicht aufrecht, sonst schon. 14) Dem Bf wird vorgehalten, dass er zusammen mit seiner Ehegattin laut dem BFG vorgelegter Aufstellung der Überweisungen im Jahr 2021 etwa 145 Euro pro Monat ein seine Tochter ***6*** überwiesen hat, allerdings allein die Miete durchschnittlich etwa 120 Euro pro Monat ausmachte und die Studiengebühren jährlich etwa 1.500 betragen, somit 125 Euro pro Monat, somit schon allein 245 Euro allein für Studiengebühren und Miete; Nahrung und Kleidung nicht inkludiert. Von welchem Geld finanziert die Tochter die anderen Ausgaben? Die Studiengebühren iHv etwa 1.500 Euro wurden im ersten Studienjahr vorgeschrieben, danach hat es der Staat übernommen, weil sie eine gute Studentin war, es gab ab dem 2. Studienjahr keine Studiengebühren mehr ***10*** ***2*** und ***7*** ***2*** werden jeweils als Zeugin gemäß §§ 169 ff BAO befragt: 1) Hat ***6*** ***2*** einen Job? Geringfügige Anstellung? Nein, gar nichts. 2) Lebenserhaltungskosten von ***6***? Miete pro Monat: Miete etwa 120€ und Stromkosten etwa 20-30€ 3) Getätigte Überweisungen werden vorgehalten - sind diese vollständig? Ja, Überweisungsbetätigungen von der Mutter an die Tochter wurden auf Verlangen vorgelegt und stimmen mit der vorgelegten Aufstellung überein. 4) In der Beschwerde bzw im Vorlageantrag wird vorgebracht, dass Bargeld von Freunden des Bf mitgegeben wurden? Name? Warum Bargeld und keine Überweisungen? Überweisungen waren nach Ungarn teurer (Provisionen aufgrund Online-Banking) und deswegen wurde Bargeld übergeben, weil das billiger war. Die Freunde kommen alle aus Serbien und kennen die Großmutter und fahren oft nach Serbien und da geben wir denen Bargeld mit, damit diese der Tochter das Geld geben. 2 von 4 Wochenenden ist ***6*** bei der Großmutter in Serbien, der Weg dort hin ist auch viel kürzer als nach Wien, die anderen zwei Wochenenden in Ungarn. Nach Österreich kommt sie eher selten, meistens wenn sie länger frei hat, zB zu Weihnachten oder eine Woche zu Ostern. Adresse der (väterlichen) Großmutter in Serbien: Haus im Eigentum des Bf, ***45***, ***11***, ***39***. Mitteilung des Bundesfinanzgerichts vom 31. August 2022 Seitens des Bundesfinanzgerichts wurde mit E-Mail vom 31. August 2022 hierzu folgende Auffassung vertreten: ***6*** ***2*** studiert in Ungarn. Ungarn ist Mitglied der Europäischen Union. Daher ist ein ständiger Aufenthalt in Ungarn einem solchen in Österreich unionsrechtlich gleichgestellt. Nach den bisherigen Verfahrensergebnissen wohnt ***6*** ***2*** in Ungarn in einer Mietwohnung. ***6*** ***2*** hat in Ungarn einen Freund (ob es sich dabei um den weiteren Mitbewohner handelt, lässt sich der Niederschrift vom 29. August 2022 nicht entnehmen). Etwa zwei Wochenenden im Monat verbringt sie der Niederschrift zufolge bei der väterlichen Großmutter in Serbien, die übrigen in Ungarn. Eine Haushaltszugehörigkeit bei der der väterlichen Großmutter in Serbien ist für das Bundesfinanzgericht vorerst nicht ersichtlich, das Finanzamt möge daher darlegen, aus welchen Gründen es von einer Haushaltszugehörigkeit ausgeht. Der Niederschrift lässt sich nicht entnehmen, dass einer der Befragten von einer Haushaltszugehörigkeit bei der Großmutter in Serbien ausgeht, entsprechende Nachfragen durch die Behörde sind nicht erfolgt. Zur Frage der weiteren Ermittlungen ist auf Punkt 13 der Niederschrift vom 29. August 2022 zu verweisen: "Wenn außer Streit gestellt wird, dass diese Übergabe des Bargeldes laut dem Vorbringen in der Beschwerde stattgefunden hat, dann halten wir den Beweisantrag nicht aufrecht, sonst schon." Wenn das Finanzamt eine entsprechende Außerstreitstellung vornimmt, kann die Einvernahme der angegebenen Bargeldüberbringer entfallen, ansonsten nicht. Im Zuge der Einvernahme von ***6*** ***2*** (Punkt I. 2. a des Beschlusses vom 19. Juli 2022) wird neben der bisher im Verfahren relevanten Frage der gesamten Unterhaltskosten und der überwiegenden Unterhaltstragung auch die Frage zu klären sein, ob ***6*** ***2*** in Ungarn einen eigenen Haushalt führt oder dem Haushalt der in Serbien wohnhaften Großmutter angehört. Fristverlängerungen Das Finanzamt ersuchte mehrfach unter Hinweis auf entsprechendes Vorbringen des rechtsfreundlichen Vertreters um Fristverlängerung. Das Bundesfinanzgericht entsprach diesen Ersuchen. Zwischenbericht des Finanzamts vom 31. Oktober 2022 Urkundenvorlage vom 25. Oktober 2022 Am 31. Oktober 2022 legte das Finanzamt dem Bundesfinanzgericht ein Schreiben des rechtsfreundlichen Vertreters vom 25. Oktober 2022 mit folgendem Inhalt vor: In gegenständlicher Rechtssache erstattet der Beschwerdeführer nachstehende URKUNDENVORLAGE • Meldezettel von ***6*** • Meldezettel von Großmutter ***50*** ***2*** • Kontoauszüge von ***6*** im beschwerdegegenständlichen Zeitraum • Ausbildungsbestätigung bis 2018 von ***6*** ***2*** (auf Serbisch Original, Ungarisch übersetzt und Deutsch übersetzt) Weiters wird ausgeführt, dass die Reisepasskopien gerne vorgelegt werden können, doch wird dies in gegenständlicher Rechtssache nichts bringen, da am Grenzübergang zwischen Serbien und Ungarn lediglich die Vorlage eines Personalausweises ausreicht, um die Grenze überschreiten zu dürfen. Informativ wird bekanntgegeben, dass ***6*** ***2*** jedenfalls einen Dolmetscher für die ungarische Sprache benötigt. Es wird daher für die Einvernahme mehrere Termine bekanntzugeben, welche im Anschluss daran mit ***6*** akkordiert werden können Beweis: ***6*** ***2***, pA ***4***, ***3*** Dolmetscher für die ungarische Sprache wie bisher Aus all diesen Gründen bleiben sämtliche Anträge auch weiterhin aufrecht. Meldebescheinigung ***6*** ***2*** Die Republik Serbien, Innenministerium, Polizeiverwaltung in Sombor, Polizeistation in ***11***, bestätigte am 30. September 2022, dass ***6*** ***2*** seit dem 10. August 1999 ihren festen Wohnsitz in der Gemeinde ***11***, ***47*** ***48*** ***49*** hat. Meldebescheinigung ***51*** ***2*** Die Republik Serbien, Innenministerium, Polizeiverwaltung in Sombor, Polizeistation in ***11***, bestätigte am 30. September 2022, dass ***51*** ***2***, geb. im November 1950, seit dem 20. Jänner 2021 ihren festen Wohnsitz in der Gemeinde ***11***, ***47*** ***48*** ***49*** hat. Kontoauszüge Vorgelegt wurden Kontoauszüge eines HUF-Kontos einer ungarischen Bank, Kontoinhaberin ***6*** ***2***. Ausbildungsbescheinigung Die Medizinische Mittelschule "Kozma und Damjan" in Vrbas bescheinigte am 11. Mai 2018, dass ***6*** ***2*** im Schuljahr 2017/2018 die vierte Klasse des Ausbildungsprofils Krankenschwester-Techniker in der Dauer von vier Jahren besuchte. Während der Ausbildung habe sie in den Schuljahren 2014/2015, 2015/2016, 2016/2017 und 2017/2018 den Englischunterricht besucht. Abschlussbericht des Finanzamts vom 16. Dezember 2022 Am 16. Dezember 2022 berichtete das Finanzamt unter Vorlage einer mit ***6*** ***2*** am 13. Dezember 2022 aufgenommen Niederschrift abschließend: Bezugnehmend auf das im Betreff genannte Beschwerdeverfahren und unter Berücksichtigung der Einvernahme mit der Tochter des Bf, ***6*** ***2***, am 13.12.2022, ergibt sich für die belangte Behörde folgender Sachverhalt: Die Tochter lebte von Geburt an in Serbien im Haus des Bf. Die Großmutter lebte anfangs zwei Häuser weiter, im Jahr 2012 ist sie zu der Familie in das Haus, in dem die Großmutter auch jetzt noch mit der Tochter des Bf, ***6***, lebt, gezogen. Die restliche Familie ist im Jahr 2013 kontinuierlich nach Österreich gezogen, die Großmutter und ***6*** sind in Serbien verblieben. ***6*** hat bis Mai 2018 die Schule in Serbien besucht und dann von September 2018 - Mai 2019 eine Ausbildung in Serbien absolviert. Währenddessen hat sie im Haus zusammen mit der Großmutter gelebt, eine andere Unterkunft gab es nicht. Im September 2019 hat die Tochter in Ungarn ein Studium begonnen und vorerst in einem Studentenheim gelebt (Vierbettzimmer, Bad und Küche gemeinschaftlich). Von März 2020 bis August 2020 war die Tochter aufgrund der COVID-Situation nur in Serbien, das Studentenheim war geschlossen. Ab September 2020 wurde eine Wohnung in Ungarn mit einer Mitbewohnerin gemietet, wobei die Tochter aufgrund des Online-Unterrichts ab Mitte November wieder nur in Serbien war. Die Mietwohnungen in Ungarn wurden immer nur von September bis Juni für das jeweilige Studienjahr gemietet, die Sommerferien verbrachte die Tochter aufgeteilt in Serbien und Österreich, wobei die Zeit in Serbien überwog. In Ungarn hat sie sich in vorlesungsfreien Zeiten nie aufgehalten. Unterjährig fährt die Tochter durchschnittlich zwei Wochenenden im Monat jeweils von Freitag bis Sonntag nach Serbien zu ihrer Großmutter. Die Großmutter kocht für sie, friert es ein und gibt der Tochter das Essen für die Woche in Ungarn mit, sodass ***6*** in Ungarn nicht kochen muss. Nach eigenen Angaben befinden sich auch alle Freunde der Tochter in Serbien, ihr Hauptwohnsitz ist laut eigenen Angaben (1. Seite der Niederschrift) ebenfalls in Serbien. Nach dem Studium wird ***6*** entweder in Serbien oder in Österreich weiter studieren. Ein weiterer Aufenthalt in Ungarn ist nicht geplant. Im Erkenntnis vom 26.01.2022, RV/7101914/2016 erkannte das BFG: "Verfügt die Tochter nur über eine kleine Wohnung in Wien, die sie unter der Woche zur leichteren Erreichbarkeit der Universität nützt, kehrt sie aber an den Wochenenden sowie an Feiertagen und in der vorlesungsfreien Zeit (fünf Monate: Juli bis September, Weihnachts-, Oster- und Semesterferien) in den Haushalt der Mutter außerhalb von Wien zurück, und wird an den Wochenenden von der Mutter beispielsweise die Wäsche gewaschen und für die Tochter gekocht, ist die Tochter bei der Mutter haushaltszugehörig, auch wenn sie nicht nur unter der Woche, sondern auch gelegentlich in den Ferien und fallweise am Wochenende in Wien genächtigt hat. Gehört die Tochter zum Haushalt der Mutter, ist nicht mehr zu prüfen, ob der Vater die überwiegenden Kosten des Unterhalts der Tochter getragen hat." Die Tochter des Bf ist seit Geburt in Serbien mit Hauptwohnsitz gemeldet (siehe Meldezettel - bereits in einem früheren Mail übermittelt). ***6*** sieht ihren Lebensmittelpunkt in Serbien, weil sie dort aufgewachsen ist, ihre Freunde sich dort befinden, ihre Familie dort zusammenkommt und sie bei jeder möglichen Gelegenheit - wenn es die finanzielle Situation und das Studium zulassen - nach Serbien nach Hause fährt. Bei den somit ausschließlich studienbedingten Aufenthalten in Ungarn handelt es sich jeweils um nur vorübergehende Aufenthalte, wodurch die Haushaltszugehörigkeit zur Großmutter gemäß § 2 Abs 5 lit a FLAG nicht als aufgehoben gilt. Besteht eine Haushaltszugehörigkeit zur Großmutter, ist eine überwiegende Unterhaltstragung durch einen anderen Elternteil irrelevant. Aus diesem Grund wird beantragt, die Beschwerde abzuweisen.

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Normen und Schlagworte

Herkunft

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7101898/2022
ECLI
ECLI:AT:BFG:2023:RV.7101898.2022
Stammnummer
140238
Gültig
23.03.2023 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

Original in der Findok öffnen PDF beim BMF