Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7100879/2018
Durchgehende selbständige Erwerbstätigkeit auch bei fehlenden Aufträgen
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7100879/2018vom 19.05.2021Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3*** ***4***, ***5*** utca ***6***, Ungarn, vom 2.9.2016, zur Post gegeben 13.9.2016, gegen den Bescheid des damaligen Finanzamts Bruck Eisenstadt Oberwart, 7001 Eisenstadt, Neusiedlerstraße 46, vom 9.8.2016, mit welchem Ausgleichszahlung gemäß der Verordnung (EG) 883/2004 (€ 1.908,99) und Kinderabsetzbetrag (€ 1.518,40) für den im Dezember 2012 geborene ***7*** ***2*** und für die im Jänner 2015 geborenen ***8*** ***2*** jeweils für den Zeitraum November 2014 bis Dezember 2015 gemäß § 26 Abs. 1 FLAG 1967 und § 33 Abs. 3 EStG 1988 zurückgefordert werden (Gesamtrückforderungsbetrag € 3.427,39), Sozialversicherungsnummer ***9***, im Umfang der Anfechtung durch den Vorlageantrag vom 15.12.2017, also für den Zeitraum Jänner 2015 und Februar 2015 sowie für den Zeitraum April 2015 bis Juli 2015, zu Recht erkannt:
I. Der Beschwerde wird Folge gegeben.
Soweit der angefochtene Bescheid noch dem Rechtsbestand angehört, also für den Zeitraum Jänner2015 und Februar 2015 sowie den Zeitraum April 2015 bis Juli 2015 wird dieser gemäß § 279 BAO ersatzlos aufgehoben.
II. Gegen dieses Erkenntnis ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG eine Revision nicht zulässig.
Entscheidungsgründe
Antrag
Mit dem Formular Beih 38 beantragte der Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** am 17.3.2015, beim Finanzamt eingelangt am 10.4.2015, die Gewährung einer Ausgleichszahlung / einer Differenzzahlung. Der Bf sei ungarischer Staatsbürger, mit ***10*** ***11*** ***12*** verheiratet, wohnhaft in ***3*** ***4***, ***5*** utca ***6***, Ungarn.
Beantragt werde Differenzzahlung für den Zeitraum November 2014 bis Dezember 2015 für den im Dezember 2012 geborene ***7*** ***2*** und für die im Jänner 2015 geborenen ***8*** ***2***. Beide seien Kinder des Bf, wohnten ständig bei ihm und der Bf finanziere die überwiegenden monatlichen Kosten.
Aktenkundig sind folgende Unterlagen zum Antrag:
Ein von Győr-Moson-Sopron Megyei Kormányhivatal in Győr am 10.9.2015 (?,PDF schwer lesbar) bestätigtes Formular E 411. Der Bf ***1*** ***2*** und seine Ehegattin ***10*** ***11*** ***12*** wohnten in ***3*** ***4***, ***5*** utca ***6***, Ungarn. Dem Haushalt gehörten die Kinder ***7*** ***2*** und ***8*** ***2*** an. ***10*** ***11*** ***12*** habe von Oktober 2014 bis laufend eine berufliche Tätigkeit bei einem näher genannten ungarischen Arbeitgeber ausgeübt. In dieser Zeit habe ***10*** ***11*** ***12*** ungarische Familienleistungen laut Tabelle für die beiden Kinder bezogen.
[Grafik]
[Grafik]
Ein von Fertődi Polgármesteri Hvatal am 23.2.2015 bestätigtes Formular E 401, wonach ***1*** ***2*** und seine Ehegattin ***10*** ***11*** ***12*** gemeinsam mit den Kinder ***7*** ***2*** und ***8*** ***2*** in ***3*** ***4***, ***5*** utca ***6***, Ungarn, wohnen.
Ungarische Personalausweise und ungarische Versicherungskarten der Familienmitglieder, Heiratsurkunde und Geburtsurkunden.
Ergänzungsersuchen vom 29.1.2016
Mit Ergänzungsersuchen vom 29.1.2016 ersuchte das Finanzamt den Bf um Beantwortung verschiedener offener Fragen. Daraufhin legte der Bf am 3.3.2016 folgendeUnterlagen vor:
Beschluss des Landesgerichts Eisenstadt betreffend Neueintragung der Firma ***13*** OG, ***14*** ***15***, ***16*** (Gesellschaftsvertrag vom Mai 2014), unbeschränkt haftende Gesellschafter ***18*** ***2***, ***1*** ***2*** und ***19*** ***2***.
Mietvertrag der ***13*** OG über einen Büro- und Lagerraum in ***14*** ***15***, ***16***.
Rechnungen der ***13*** OG an verschiedene Kunden.
Ergänzungsersuchen vom 10.3.2016
Mit Ergänzungsersuchen vom 10.3.2016 ersuchte das Finanzamt den Bf um Bekanntgabe der Steuernummer der ***13*** OG. Mit Schreiben vom 29.3.2016 gab der Bf dazu an, "dass das Steuernummererteilungsverfahren (Antrag) noch im Gange ist. Arbeitsausführung erfolgt tatsächlich in Österreich."
Ergänzungsersuchen vom 12.5.2016
Mit Ergänzungsersuchen vom 12.5.2016 ersuchte das Finanzamt den Bf um Beantwortung folgender Fragen:
Eine Erledigung ihres Antrages ist erst nach Vorliegen vollständiger Unterlagen betreffend der ***13*** OG möglich.
Wurde die Betriebsstätte bereits vom Erhebungsdienst besichtigt?
Wurden die Steuernummern bereits vergeben?
Der Bf teilte mit Schreiben vom 6.5.2016 mit:
Laut Aussage des Erhebungsdienstes warten wir noch immer auf die zweite Besichtigung, um den ordnungsgemäßen Standort zeigen zu können. Die Vergabe einer Steuernummer erfolgte noch immer nicht, Unterlagen eingereicht.
Kontrollmitteilung
Die Veranlagungsstelle des Finanzamts teilte der Beihilfenstelle am 8.8.2016 mit:
Kurztext: BT ***13*** OG-lt. IC-Erhebungen kein Betrieb in Österreich- an der angeführten Adresse, niemand auffindbar-Scheinadresse daher keine Steuernummer vergeben/keine UID daher liegt kein Besteuerungsrecht in Österreich vor, sondern in Ungarn es erfolgt keine Veranlagung
Aus dem Abgabeninformationssystem der Finanzverwaltung wurde erhoben, dass ***1*** ***2*** für das Jahr 2015 Einkünfte aus der ***13*** OG von € 7,979,49 erklärt hat.
Auszahlung Ausgleichszahlung und Kinderabsetzbetrag
Offenbar zahlte das Finanzamt (Unterlagen darüber befinden sich nicht im elektronischen Verwaltungsakt) dem Bf Ausgleichszahlung gemäß der Verordnung (EG) 883/2004 (€ 1.908,99) und Kinderabsetzbetrag (€ 1.518,40) für den im Dezember 2012 geborene ***7*** ***2*** und für die im Jänner 2015 geborenen ***8*** ***2*** jeweils für den Zeitraum November 2014 bis Dezember 2016 (Gesamtbetrag € 3.427,39) aus.
Bescheid
Mit Bescheid vom 9.8.2016 forderte das Finanzamt vom Bf Ausgleichszahlung gemäß der Verordnung (EG) 883/2004 (€ 1.908,99) und Kinderabsetzbetrag (€ 1.518,40) für den im Dezember 2012 geborene ***7*** ***2*** und für die im Jänner 2015 geborenen ***8*** ***2*** jeweils für den Zeitraum November 2014 bis Dezember 2015 gemäß § 26 Abs. 1 FLAG 1967 und § 33 Abs. 3 EStG 1988 zurück (Gesamtrückforderungsbetrag € 3.427,39).
Begründend wurde ausgeführt:
Anspruch auf Familienbeihilfe besteht grundsätzlich nur für die Dauer einer Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit im Inland oder bei Bezug einer Geldleistung infolge dieser Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit. Kein Anspruch besteht jedoch, wenn die Beschäftigung gegen bestehende Vorschriften über die Beschäftigung ausländischer ArbeitnehmerInnen verstößt.
Tätigkeiten, die sich als völlig unwesentlich darstellen, bleiben dabei außer Betracht.
Beschwerde
Mit Schreiben vom 2.9.2016, Postaufgabe 13.9.2016, legte der Bf Beschwerde gegen den Rückforderungsbescheid ein und gab in dieser dazu an:
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit reiche ich Beschwerde gegen Rückforderungsbescheid vom 09.08.2016 fristgerecht wie folgt ein.
Der Rückforderungsbescheid wurde damit begründet, dass meine Tätigkeit in Österreich gegen die Beschäftigungsvorschriften stößt und Tätigkeiten, die sich als unwesentlich darstellen, außer Acht bleiben.
Gegen Ihren Bescheid nehme ich Bezug auf die Entscheidung UFS Wien RV 3004-W/11, die Entscheidung BFG RV/7106071/2015 sowie auf die Regelung der einschlägigen Verordnung (EG) Nr. 883/2004.
Als Unionsbürger findet die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 auf mich und auf meine Kinder Anwendung. Diese hat allgemeine Geltung, ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat. Die Verordnung geht dem nationalen Recht in ihrer Anwendung vor.
Nach Art. 11 Abs. 3 lit. a der Verordnung ist derjenige Staat zuständig, in dem die Person abhängig beschäftigt ist oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt, unabhängig davon, ob sie in einem anderen Mitgliedstaat wohnt.
Der Art. 1 der Verordnung bezeichnet die selbstständige Tätigkeit für die Zwecke der Verordnung als jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaates, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird, als solche gilt. Es liegt eine selbstständige Tätigkeit im Sinne der Verordnung vor, wenn eine eigenverantwortliche Tätigkeit für eigene Rechnung zur Erzielung von Einnahmen ausgeübt wird und der Antragsteller nach nationalem Recht in zumindest einem Zweig der sozialen Sicherheit eingebunden ist.
Ich bin Gesellschafter der ***13*** OG (FN ***17*** h). Im Laufe der vor Ort stattgefundenen Kontrollen haben wir vorgeführt, dass die OG über einen Sitz mit unmittelbarem Zugang und mit eigenem Schlüssel verfügt, wir haben einen schriftlichen Mietvertrag für gewerbliche Zwecke, ein Briefkasten ist gut sichtbar platziert. Wir führen unsere Arbeit von diesem Sitz hinaus. Es soll keine Zweifel daran bestehen, dass die ***13*** OG tatsächlich eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Verordnung in Österreich entfaltet.
Das Bundesfinanzgericht in seiner Entscheidung RV/7106071/2015 weist übrigens ausdrücklich darauf hin, dass der auf den Bestimmungen der Verordnung basierende Anspruch auf Familienleistungen nicht die die Entfaltung der Erwerbstätigkeit von einer im Inland gelegenen Betriebstätte aus fordert.
Ab Gründung der OG bin ich als Gesellschafter durchgehend pflichtversichert in Österreich, somit bin ich in zumindest einen Zweig der sozialen Sicherheit in Österreich eingebunden.
Aufgrund der obigen sind die Anspruchsvoraussetzungen für Familienbeihilfe gegeben, somit bitte ich um die Aufhebung des Rückforderungsbescheids.
Mit freundlichen Grüßen,
***2*** ***1***
Ermittlungen des Finanzamts
Das Finanzamt richtete am 27.9.2017 Auskunftsersuchen an verschiedene Kunden der OG zu folgenden Rechnungen:
[Grafik]
Diese wurden wie folgt beantwortet:
2.10.2017 (zu Rechnung 19.12.2014): "in Beantwortung Ihres oben angeführten Schreibens teile ich Ihnen mit, dass Mitarbeiter der Firma ***13*** Anfang Dezember 2014 in zwei Räumen (Bad/WC) Fliesen verlegt haben. Das hierfür benötigte Material wie Fliesen, Kleber etc. wurde von mir bereitgestellt."
4.10.2017 (zu Rechnung 12.10.2014): Telefonische Bestätigung der in Rechnung gestellten Arbeiten.
9.10.2017 (zu Rechnung 16.10.2015): "Ich kann bestätigen, das die Firma ***13*** OG im Herbst Arbeiten (Kellerwandputz und Reparatur, Boden fliesen) ausgeführt hat."
9.10.2017 (zu Rechnung 22.10.2015): "Wie telefonisch unlängst besprochen bestätige ich Ihnen hiermit, dass die Firma ***13*** OHG bei mir zuhause die Arbeiten laut Rechnung in Höhe von 6.100 EUR (Rechnung von 22.10.2015) durchgeführt hat. Der Zeitraum war die Tage/Woche davor, kann ich aber nicht konkret sagen, wurde nämlich nicht auf einmal gemacht."
3.10.2017 (zu Rechnung 18.11.2015): "Die Firma ***13*** hat unser altes Bad komplett ausgeräumt, abgeschlagen, betoniert, Wände ausgebessert. Wann? im Herbst 2015" (mit Beilagen).
3.10.2017 (zu Rechnung 30.3.2015): Telefonische Bestätigung der Tätigkeit ("Fassade, Putz + Malen, Zimmer malen").
2.10.2017 (zu Rechnung 1.9.2015): "Firma nicht bekannt".
Keine Antwort (zu Rechnung 5.11.2014).
10.10.2017 (zu Rechnung 10.9.2015): "Bezüglich Ihre Anfrage zu der Rechnung der Firma ***13*** OG vom 10.09.2015 - "Pflastersteine legen" kann ich Ihnen folgende Auskunft erteilen: Bei den Arbeiten handelte es sich um Ausbesserungsarbeiten und Erweiterung der bestehenden Terrasse ( Teile der Terrasse hatten sich gesetzt, die Steine mussten heraus genommen, geputzt und wieder verlegt werden bzw. wurden bei gestellte Steine verlegt) bei meinem Haus in der ...) Den Zeitraum der Tätigkeit weiss ich nicht mehr genau. Ich glaube August/September 2015. Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben weiter geholfen zu habe."
3.10.2017 (zu Rechnung 25.9.2015): "hiermit bestätige ich, dass die Fa.***13*** OG bei mir Innenrenovierung (Trockenbau, Malerarbeiten) im Sept.2015 durchgeführt hat."
Beschwerdevorentscheidung
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 29.11.2017 gab das Finanzamt der Beschwerde teilweise Folge:
Gemäß Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in der ab 1. Mai 2010 gültigen Fassung besteht Anspruch auf Familienbeihilfe grundsätzlich nur für die Dauer einer Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit im Inland oder bei Bezug einer Geldleistung infolge dieser Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit.
Anspruch auf Familienbeihilfe aufgrund einer selbständigen Erwerbstätigkeit besteht allerdings nur dann, wenn auch tatsächlich eine Tätigkeit in Österreich ausgeübt wird. Hierzu sind Nachweise z.B. in Form von Ausgangsrechnungen zu erbringen, welche diese eindeutig belegen. Eine Meldung bei der Sozialversicherung als gewerblich selbständig Erwerbstätiger bescheinigt noch keine Ausübung dieser.
Sie haben die Familienbeihilfe/Ausgleichszahlung in Österreich aufgrund Ihrer selbständigen Tätigkeit vom November 2014 bis Dezember 2015 erhalten. Laut vorgelegten Rechnungen konnte aber eine tatsächliche Tätigkeit nur für die Monate November bis Dezember 2014, März 2015 und August bis Dezember 2015 nachgewiesen werden. In den anderen Monaten wurde somit keine nachweisliche Tätigkeit in Österreich ausgeübt. Daher besteht auch kein Anspruch auf Familienbeihilfe/Ausgleichszahlung in Österreich für diese Monate. Die Rückforderung für die Monate Nov bis Dez 2014, März 2015 und August bis Dezember 2015 wird aufgehoben. Den neuen Rückforderungsbetrag entnehmen Sie der Beilage.
[Grafik]
Vorlageantrag
Mit Schreiben vom 15.12.2017, am 18.12.2017 zur Post gegeben, stellte der Bf Vorlageantrag:
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit reiche ich Vorlageantrag gegen Beschwerdevorentscheidung vom 29.11.2017 fristgerecht wie folgt ein.
Meiner gegen den Rückforderungsbescheid vom 09.08. 2016 eingereichten Beschwerde wurde teilweise stattgegeben. In der Begründung der Beschwerdevorentscheidung wurde vorgeführt, dass Anspruch auf Familienbeihilfe aufgrund einer selbstständigen Erwerbstätigkeit besteht nur dann, wenn auch tatsächlich eine Tätigkeit in Österreich ausgeübt wird und nur für diejenige Monate Familienbeihilfe gewährt wird, in denen die Tätigkeit z.B. durch eine Rechnung nachgewiesen werden kann. Eine Meldung bei der Sozialversicherung als gewerblich selbstständig Erwerbstätiger bescheinigt noch keine Ausübung von dieser.
Gegen Ihren Bescheid nehme ich Bezug auf die Entscheidung UFS Wien RV 3004-W/11, sowie auf die Regelung der einschlägigen Verordnung (EG) Nr. 883/2004.
Als Unionsbürger findet die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 auf mich und auf meine Kinder Anwendung. Der Art. 1 der Verordnung bezeichnet die selbstständige Tätigkeit für die Zwecke der Verordnung als jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaates, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird, als solche gilt. Es liegt eine selbstständige Tätigkeit im Sinne der Verordnung vor, wenn eine eigenverantwortliche Tätigkeit für eigene Rechnung zur Erzielung von Einnahmen ausgeübt wird und der Antragsteller nach nationalem Recht in zumindest einem Zweig der sozialen Sicherheit eingebunden ist.
Ich bin Gesellschafter der ***13*** OG (FN ***17*** h). Die OG führt ihre Arbeit von diesem Sitz hinaus. Die Merkmale der selbständigen Tätigkeit sind unter anderem die im Wesentlichen freigestaltete Tätigkeit und das Unternehmerrisiko (wenn der Erfolg eines eigenen wirtschaftlichen Einsatzes ungewiss ist). Ein Unternehmen führt nicht nur dann tatsächlich selbstständige Tätigkeit aus, wenn sie in jedem Monat Rechnungen ausstellt. Ein Unternehmer kann die Arbeitsausführung aufgrund der Freigestaltungsmöglichkeit so organisieren, dass nicht in jedem Monat Rechnung auszustellen ist, oder wegen des Unternehmerrisikos der Einsatz seitens des Gesellschafters zu keinen Einnahmen führt und somit keine Rechnung ausgestellt werden kann. Bei der Beurteilung der tatsächlichen ununterbrochenen Tätigkeit eines Unternehmens muss eine einheitliche Betrachtungsweise angewendet werden. Aufgrund der bereits eingereichten Unterlagen (auch Rechnungen) soll keine Zweifel daran bestehen, dass die ***13*** OG tatsächlich eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinne der Verordnung in Österreich durchgehend entfaltet.
Laut der Entscheidung UFS Wien RV 3004-W/11 ist übrigens für die Familienbeihilfe lediglich maßgebend, ob man als durchgehend in der SVA der gewerblichen Wirtschaft Pflichtversicherter in einen Zweig der Sozialen Sicherheit eingebunden ist. Ob man durchgehend tatsächlich erwerbstätig ist, ist nicht entscheidend. In der Entscheidung wird ausdrücklich erläutert dass diese Auslegung sich bereits in der VorgängerVO 1408/71 entwickelt hat und dieser Entwicklung durch die Bestimmungen der VO 883/2004 Rechnung getragen wurde.
Ab Gründung der OG bin ich als Gesellschafter durchgehend pflichtversichert in Österreich, somit bin ich in zumindest einen Zweig der sozialen Sicherheit in Österreich eingebunden.
Aufgrund der obigen sind die Anspruchsvoraussetzungen gegeben, somit bitte ich um Anerkennung meines Anspruchs auf Familienbeihilfe für meine beiden Kinde für den Zeitraum zwischen Januar 2015 und Februar 2015 sowie zwischen April 2015 und Juli 2015 so, dass keine Familienbeihilfe zurückgefordert wird.
Mit freundlichen Grüßen,
***2*** ***1***
Lohnzettel
Für den Zeitraum 9.1. bis 31.1.2014 (€ 367,78) und 22.4.-25.4.2014 (€ 63,93) sind Lohnzettel für den Bf aktenkundig, für das Jahr 2015 eine am 15.4.2016 elektronisch eingelangte Steuererklärung mit dem Vermerk "storniert".
Sozialversicherungsdaten
Laut Sozialversicherungsdatenauszug vom 27.2.2018 war der Bf von 9.1.2014 bis 31.1.2014, von 22.4.2014 bis 25.4.2014 und von 14.5.2014 bis 20.5.2014 bei einem burgenländischen Arbeitgeber als Arbeiter beschäftigt gewesen (Beitragsgrundlagen € 636,77). Seit 13.10.2014 bis laufend ist er bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft pflichtversichert.
Vorlage
Mit Bericht vom 27.2.2018 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus:
Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis)
Beschwerde
1 Beschwerde 02.09.2016
Bescheide
2 Familienbeihilfe (Zeitraum: 11.2014-12.2015) 09.08.2016
Antrag / Anzeige an die Behörde
3 Antrag 10.04.2015
Beschwerdevorentscheidung
4 Beschwerdevorentscheidung 29.11.2017
Vorlageantrag
5 Vorlageantrag 15.12.2017
Vorgelegte Aktenteile
6 Unterlagen zum Antrag 10.04.2015
7 Vorhalt und Beantwortung 29.01.2016
8 weiterer Vorhalt und Beantwortung 10.03.2016
9 weiterer Vorhalt und Beantwortung 21.04.2016
10 Kontrollmitteilung von betriebl. Veranlagung 08.08.2016
11 Überprüfung Leistungserbringung 27.09.2017
12 Beilage zum Vorlageantrag 15.12.2017
13 Einkommensnachweis 2014 und 2015 27.02.2018
14 SV-Auszug 27.02.2018
Bezughabende Normen
Art. 1 lit. b EU-VO 883/2004
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt:
Der in Ungarn lebende Kindesvater stellte einen Antrag auf Familienbeihilfe für 01.11.2014 - 31.12.2015 aufgrund selbständiger Erwerbstätigkeit in Österreich. Am 09.08.2016 erließ das Finanzamt einen Rückforderungsbescheid infolge einer Kontrollmitteilung der betrieblichen Veranlagung, da es sich um eine Scheinadresse handelt. Im Zuge des Beschwerdeverfahrens erfolgte eine Überprüfung der Leistungserbringung an die angeführten Kunden lt. vorgelegter Rechnungen. Ein Leistungszeitraum ist auf den Rechnungen nicht ersichtlich, sodass das Rechnungsdatum als Leistungszeitraum herangezogen wurde.
Beweismittel:
siehe Unterlagen
Stellungnahme:
Das Finanzamt beantragt die Beschwerde für die Monate 01-02/2015 und 04-07/2015 abzuweisen, in denen kein Nachweis erbracht wurde, dass eine Tätigkeit in Österreich tatsächlich und echt ausgeübt wurde.
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Sachverhalt
Der Bf ***1*** ***2***, seine Ehegattin ***10*** ***11*** ***12*** und seine Kinder, der im Dezember 2012 geborene ***7*** ***2*** und die im Jänner 2015 geborene ***8*** ***2***, sind ungarische Staatsbürger. Die Familie wohnte im Beschwerdezeitraum in ***3*** ***4***, ***5*** utca ***6***, Ungarn, im gemeinsamen Haushalt. Die Ehegattin ***10*** ***11*** ***12*** war im Beschwerdezeitraum in Ungarn beschäftigt und bezog für die beiden Kinder ungarische Familienleistungen.
Der Bf ***1*** ***2*** ist unbeschränkt haftender Gesellschafter der im Mai 2014 gegründeten ***13*** OG mit Sitz in ***14*** ***15***, ***16***, Österreich. Gesellschafter der ***13*** OG sind ***18*** ***2***, ***1*** ***2*** und ***19*** ***2***. Die ***13*** OG ist in Österreich im Bau- und Baunebengewerbe tätig. Die ***13*** OG führte im Beschwerdezeitraum Arbeiten für verschiedene Privatkunden durch, wofür sie im Oktober, November und Dezember 2014 und im März, August, September, Oktober, November und Dezember 2015 Rechnungen legte. Seit 13.10.2014 ist ***1*** ***2*** bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft als Gesellschafter pflichtversichert. Von ***1*** ***2*** wurden für das Jahr 2015 Einkünfte aus der ***13*** OG von € 7,979,49 erklärt.
***1*** ***2*** bezog im Beschwerdezeitraum österreichische Familienleistungen wie im Spruch ersichtlich.
Beweiswürdigung
Die getroffenen Feststellungen sind nicht strittig und ergeben sich aus der Aktenlage.
Dass die ***13*** OG tatsächlich in Österreich gewerblich tätig war, ergibt sich insbesondere aus den Auskünften der vom Finanzamt befragten Kunden. Der Frage, warum ein einziger Kunde angegeben hat, die Firma nicht zu kennen, ist das Finanzamt nicht weiter nachgegangen. Im Hinblick auf die der Vielzahl der bestätigenden Auskünfte ist dieser Umstand auch nicht weiter von Bedeutung.
Rechtsgrundlagen
Unionsrecht
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
Für den Streitzeitraum ist die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (im Folgenden: VO 883/2004) maßgebend.
Die VO 883/2004 gilt für alle Rechtsvorschriften über Zweige der sozialen Sicherheit, welche Familienleistungen betreffen (Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004). Die in Rede stehende Familienbeihilfe ist eine Familienleistung.
Art. 1 VO 883/2004 lautet auszugsweise:
Definitionen
Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck:
a) "Beschäftigung" jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt;
b) "selbstständige Erwerbstätigkeit" jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt;
...
i) "Familienangehöriger":
1. i) jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird;
ii) in Bezug auf Sachleistungen nach Titel III Kapitel 1 über Leistungen bei Krankheit sowie Leistungen bei Mutterschaft und gleichgestellte Leistungen bei Vaterschaft jede Person, die in den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie wohnt, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt wird oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird;
2. unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen;
3. wird nach den gemäß Nummern 1 und 2 anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird;
j) "Wohnort" den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person;
k) "Aufenthalt" den vorübergehenden Aufenthalt;
l) "Rechtsvorschriften" für jeden Mitgliedstaat die Gesetze, Verordnungen, Satzungen und alle anderen Durchführungsvorschriften in Bezug auf die in Artikel 3 Absatz 1 genannten Zweige der sozialen Sicherheit.
...
m) "zuständige Behörde" in jedem Mitgliedstaat den Minister, die Minister oder eine entsprechende andere Behörde, die im gesamten Gebiet des betreffenden Mitgliedstaates oder einem Teil davon für die Systeme der sozialen Sicherheit zuständig sind;
...
p) "Träger" in jedem Mitgliedstaat die Einrichtung oder Behörde, der die Anwendung aller Rechtsvorschriften oder eines Teils hiervon obliegt;
q) "zuständiger Träger":
i) den Träger, bei dem die betreffende Person zum Zeitpunkt der Stellung des Antrags auf Leistungen versichert ist,
oder
ii) den Träger, gegenüber dem die betreffende Person einen Anspruch auf Leistungen hat oder hätte, wenn sie selbst oder ihr Familienangehöriger bzw. ihre Familienangehörigen in dem Mitgliedstaat wohnen würden, in dem dieser Träger seinen Sitz hat,
oder
iii) den von der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats bezeichneten Träger,
oder
iv) bei einem System, das die Verpflichtungen des Arbeitgebers hinsichtlich der in Artikel 3 Absatz 1 genannten Leistungen betrifft, den Arbeitgeber oder den betreffenden Versicherer oder, falls es einen solchen nicht gibt, die von der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats bezeichnete Einrichtung oder Behörde;
r) "Träger des Wohnorts" und "Träger des Aufenthaltsorts" den Träger, der nach den Rechtsvorschriften, die für diesen Träger gelten, für die Gewährung der Leistungen an dem Ort zuständig ist, an dem die betreffende Person wohnt oder sich aufhält, oder, wenn es einen solchen Träger nicht gibt, den von der zuständigen Behörde des betreffenden Mitgliedstaats bezeichneten Träger;
s) "zuständiger Mitgliedstaat" den Mitgliedstaat, in dem der zuständige Träger seinen Sitz hat;
…
z) "Familienleistungen" alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen nach Anhang I.
Ungarische Fassung:
Fogalommeghatározások
E rendelet alkalmazásában:
a) "munkavállalói tevékenység": bármely tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet, amelyet az ilyen tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet fennállásának helye szerinti tagállam szociális biztonsági jogszabályai ilyenként kezelnek;
b) "önálló vállalkozói tevékenység": bármely tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet, amelyet az ilyen tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet fennállásának helye szerinti tagállam szociális biztonsági jogszabályai ilyenként kezelnek;
...
i) "családtag":
1. i. családtagként meghatározott vagy elismert személy, illetve olyan személy, akit a háztartás tagjának tekintenek azok a jogszabályok, amelyek szerint ellátást nyújtanak;
ii. a betegségi, anyasági és azzal egyenértékű apasági ellátásokról szóló III. cím 1. fejezete szerinti természetbeni ellátások tekintetében, családtagként meghatározott vagy elismert személy, illetve a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai által a háztartás tagjának tekintett személy;
2. ha egy tagállamnak az 1. pont értelmében alkalmazandó jogszabályai nem különböztetik meg a családtagokat és a hatályuk alá tartozó egyéb személyeket, a házastársat, a kiskorú gyermekeket és a nagykorú eltartott gyermekeket családtagoknak kell tekinteni;
3. ha az 1. és 2. pont értelmében alkalmazandó jogszabályok szerint egy személy csak akkor tekinthető családtagnak vagy a háztartás tagjának, ha a biztosított személlyel vagy a nyugdíjassal közös háztartásban él, e feltétel akkor tekinthető teljesítettnek, ha a szóban forgó személyt nagyrészt a biztosított személy vagy a nyugdíjas tartja el;
j) "lakóhely": a személy szokásos tartózkodási helye;
k) "tartózkodási hely" a személy ideiglenes tartózkodási helye;
l) "jogszabályok": az egyes tagállamok tekintetében a 3. cikk (1) bekezdése alá tartozó szociális biztonsági ágazatokhoz kapcsolódó törvények, rendeletek és egyéb kötelező rendelkezések, valamint minden egyéb végrehajtási intézkedés.
...
m) "hatáskörrel rendelkező hatóság": az egyes tagállamok vonatkozásában a kérdéses állam területének egészén vagy annak egy részén a szociális biztonsági rendszerért felelős miniszter, miniszterek vagy velük egyenértékű egyéb hatóság;
...
p) "intézmény": az egyes tagállamok tekintetében a jogszabályok összességének vagy részének alkalmazásáért felelős testület vagy hatóság;
q) "illetékes intézmény":
i. az az intézmény, amelynél az ellátás igénylésének időpontjában az érintett biztosítással rendelkezik, vagy
ii. az az intézmény, amelynél az érintett személy ellátásra jogosultságot szerzett, vagy jogosultságot szerezne, ha annak a tagállamnak a területén, ahol az intézmény található, saját maga vagy egy vagy több családtagja lakóhellyel rendelkezne, vagy
iii. az érintett tagállam hatáskörrel rendelkező hatósága által kijelölt intézmény, vagy
iv. a 3. cikk (1) bekezdésében meghatározott ellátások vonatkozásában a munkáltató kötelezettségeivel kapcsolatos rendszer esetében a munkáltató vagy az érintett biztosító, vagy azok hiányában az érintett tagállam hatáskörrel rendelkező hatósága által kijelölt testület vagy hatóság;
r) "lakóhely szerinti intézmény" és "tartózkodási hely szerinti intézmény": az az intézmény, amely jogosult az általa alkalmazott jogszabályok szerint ellátást nyújtani azon a helyen, ahol az érintett személy lakóhellyel rendelkezik, vagy ahol tartózkodik, illetve ilyen intézmény hiányában a kérdéses tagállam hatáskörrel rendelkező hatósága által kijelölt intézmény;
s) "illetékes tagállam": az a tagállam, amelyben az illetékes intézmény található;
...
z) "családi ellátás": minden olyan természetbeni vagy pénzbeli ellátás, amelynek célja a családi kiadások fedezése, az I. mellékletben említett tartásdíj megelőlegezése és különleges szülési juttatások és örökbefogadási támogatások kivételével.
Art. 2 Abs. 1 VO 883/2004 lautet:
Persönlicher Geltungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für Staatsangehörige eines Mitgliedstaats, Staatenlose und Flüchtlinge mit Wohnort in einem Mitgliedstaat, für die die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten gelten oder galten, sowie für ihre Familienangehörigen und Hinterbliebenen.
Ungarische Fassung:
A rendelet személyi hatálya
(1) Ezt a rendeletet a tagállamok állampolgáraira, egy tagállamban lakóhellyel rendelkező hontalanokra és menekültekre - akik egy vagy több tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak vagy tartoztak -, valamint ezek családtagjaira és túlélő hozzátartozóira kell alkalmazni.
Art. 4 VO 883/2004 lautet:
Gleichbehandlung
Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, haben Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates.
Ungarische Fassung:
Egyenlő bánásmód
E rendelet eltérő rendelkezései hiányában az e rendelet hatálya alá tartozó személyeket bármely tagállam jogszabályai szerint ugyanolyan jogok illetik meg, és ugyanolyan kötelezettségek terhelik, mint az adott tagállam állampolgárait.
Art. 7 VO 883/2004 lautet:
Aufhebung der Wohnortklauseln
Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, dürfen Geldleistungen, die nach den Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten oder nach dieser Verordnung zu zahlen sind, nicht aufgrund der Tatsache gekürzt, geändert, zum Ruhen gebracht, entzogen oder beschlagnahmt werden, dass der Berechtigte oder seine Familienangehörigen in einem anderen als dem Mitgliedstaat wohnt bzw. wohnen, in dem der zur Zahlung verpflichtete Träger seinen Sitz hat.
Ungarische Fassung:
Mentesség a lakóhelyre vonatkozó szabályok alól
E rendelet eltérő rendelkezéseinek hiányában az egy vagy több tagállam jogszabályai vagy e rendelet értelmében fizetendő pénzbeli ellátások nem csökkenthetők, nem módosíthatók, nem függeszthetők fel, nem vonhatók vissza vagy foglalhatók le azzal az indoklással, hogy a jogosult vagy családtagjai nem az ellátások nyújtásáért felelős intézmény helye szerinti tagállamban rendelkeznek lakóhellyel.
Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen nach Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004 den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats.
Art. 11 VO 883/2004 lautet:
Allgemeine Regelung
(1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel.
(2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken.
(3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes:
a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
b) ein Beamter unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die ihn beschäftigende Verwaltungseinheit angehört;
c) eine Person, die nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats Leistungen bei Arbeitslosigkeit gemäß Artikel 65 erhält, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
d) eine zum Wehr- oder Zivildienst eines Mitgliedstaats einberufene oder wiedereinberufene Person unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
e) jede andere Person, die nicht unter die Buchstaben a bis d fällt, unterliegt unbeschadet anders lautender Bestimmungen dieser Verordnung, nach denen ihr Leistungen aufgrund der Rechtsvorschriften eines oder mehrerer anderer Mitgliedstaaten zustehen, den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats.
(4) Für die Zwecke dieses Titels gilt eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit, die gewöhnlich an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes auf See ausgeübt wird, als in diesem Mitgliedstaat ausgeübt. Eine Person, die einer Beschäftigung an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes nachgeht und ihr Entgelt für diese Tätigkeit von einem Unternehmen oder einer Person mit Sitz oder Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erhält, unterliegt jedoch den Rechtsvorschriften des letzteren Mitgliedstaats, sofern sie in diesem Staat wohnt. Das Unternehmen oder die Person, das bzw. die das Entgelt zahlt, gilt für die Zwecke dieser Rechtsvorschriften als Arbeitgeber.
Ungarische Fassung:
Általános szabályok
(1) Az e rendelet hatálya alá tartozó személyekre csak egy tagállam jogszabályai alkalmazandóak. E jogszabályokat e cím rendelkezései szerint kell meghatározni.
(2) E cím alkalmazásában a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységük miatt vagy következtében pénzbeli ellátásokban részesülő személyeket úgy kell tekinteni, mint akik folytatják az említett tevékenységet. Ez nem vonatkozik a rokkantsági, öregségi vagy túlélő hozzátartozói nyugdíjakra, illetve munkahelyi balesetek vagy foglalkozási megbetegedések miatt nyújtott nyugdíjakra vagy határozatlan időtartamú kezelést fedező pénzbeli betegségi ellátásokra.
(3) A 12-16. cikkre is figyelemmel:
a) a munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként egy tagállamban tevékenységet folytató személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
b) a köztisztviselők azon tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak, amely tagállam jogszabályainak hatálya alá az őket alkalmazó közigazgatási szerv tartozik;
c) a 65. cikk értelmében a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai alapján munkanélküli-ellátásban részesülő személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
d) egy tagállam fegyveres erőibe szolgálatra vagy polgári szolgálatra behívott vagy újból behívott személyek e tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak;
e) az a)-d) pont hatálya alá nem tartozó bármely személyre a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai vonatkoznak, e rendelet egyéb olyan rendelkezéseinek sérelme nélkül, amelyek szerint az ilyen személyeknek egy vagy több tagállam jogszabályai alapján ellátásokat biztosítanak.
(4) E cím alkalmazásában a munkavállaló vagy önálló vállalkozó által szokásosan egy tagállam lobogója alatt közlekedő tengeri hajó fedélzetén végzett tevékenység az említett tagállamban végzett tevékenységnek minősül. Ugyanakkor az a személy, akit egy tagállam lobogója alatt közlekedő hajó fedélzetén alkalmaznak, és aki az e munkáért járó javadalmazást olyan vállalkozástól vagy személytől kapja, amelynek vagy akinek a székhelye vagy lakóhelye más tagállamban található, az utóbbi tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozik, ha e tagállamban rendelkezik lakóhellyel. Az említett jogszabályok alkalmazásában a javadalmazást fizető vállalkozás vagy személy munkáltatónak tekintendő.
Nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO 883/2004 unterliegt daher eine Person, die (nur) in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats.
Artikel 13 VO 883/2004 lautet:
Artikel 13
Ausübung von Tätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten
(1) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt oder wenn sie bei mehreren Unternehmen oder Arbeitgebern beschäftigt ist, die ihren Sitz oder Wohnsitz in verschiedenen Mitgliedstaaten haben, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem das Unternehmen oder der Arbeitgeber, das bzw. der sie beschäftigt, seinen Sitz oder Wohnsitz hat, sofern sie keinen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeiten in dem Wohnmitgliedstaat ausübt.
(2) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet, wenn sie nicht in einem der Mitgliedstaaten wohnt, in denen sie einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt.
(3) Eine Person, die gewöhnlich in verschiedenen Mitgliedstaaten eine Beschäftigung und eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie eine Beschäftigung ausübt, oder, wenn sie eine solche Beschäftigung in zwei oder mehr Mitgliedstaaten ausübt, den nach Absatz 1 bestimmten Rechtsvorschriften.
(4) Eine Person, die in einem Mitgliedstaat als Beamter beschäftigt ist und die eine Beschäftigung und/oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit in einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die sie beschäftigende Verwaltungseinheit angehört.
(5) Die in den Absätzen 1 bis 4 genannten Personen werden für die Zwecke der nach diesen Bestimmungen ermittelten Rechtsvorschriften so behandelt, als ob sie ihre gesamte Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit in dem betreffenden Mitgliedstaat ausüben und dort ihre gesamten Einkünfte erzielen würden.
Ungarische Fassung:
Általános szabályok
(1) Az e rendelet hatálya alá tartozó személyekre csak egy tagállam jogszabályai alkalmazandóak. E jogszabályokat e cím rendelkezései szerint kell meghatározni.
(2) E cím alkalmazásában a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységük miatt vagy következtében pénzbeli ellátásokban részesülő személyeket úgy kell tekinteni, mint akik folytatják az említett tevékenységet. Ez nem vonatkozik a rokkantsági, öregségi vagy túlélő hozzátartozói nyugdíjakra, illetve munkahelyi balesetek vagy foglalkozási megbetegedések miatt nyújtott nyugdíjakra vagy határozatlan időtartamú kezelést fedező pénzbeli betegségi ellátásokra.
(3) A 12-16. cikkre is figyelemmel:
a) a munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként egy tagállamban tevékenységet folytató személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
b) a köztisztviselők azon tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak, amely tagállam jogszabályainak hatálya alá az őket alkalmazó közigazgatási szerv tartozik;
c) a 65. cikk értelmében a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai alapján munkanélküli-ellátásban részesülő személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
d) egy tagállam fegyveres erőibe szolgálatra vagy polgári szolgálatra behívott vagy újból behívott személyek e tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak;
e) az a)-d) pont hatálya alá nem tartozó bármely személyre a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai vonatkoznak, e rendelet egyéb olyan rendelkezéseinek sérelme nélkül, amelyek szerint az ilyen személyeknek egy vagy több tagállam jogszabályai alapján ellátásokat biztosítanak.
(4) E cím alkalmazásában a munkavállaló vagy önálló vállalkozó által szokásosan egy tagállam lobogója alatt közlekedő tengeri hajó fedélzetén végzett tevékenység az említett tagállamban végzett tevékenységnek minősül. Ugyanakkor az a személy, akit egy tagállam lobogója alatt közlekedő hajó fedélzetén alkalmaznak, és aki az e munkáért járó javadalmazást olyan vállalkozástól vagy személytől kapja, amelynek vagy akinek a székhelye vagy lakóhelye más tagállamban található, az utóbbi tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozik, ha e tagállamban rendelkezik lakóhellyel. Az említett jogszabályok alkalmazásában a javadalmazást fizető vállalkozás vagy személy munkáltatónak tekintendő.
Art. 67 VO 883/2004 lautet:
Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen
Eine Person hat auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Ein Rentner hat jedoch Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des für die Rentengewährung zuständigen Mitgliedstaats.
Ungarische Fassung:
Másik tagállamban lakóhellyel rendelkező családtagok
Egy személy az illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra a másik tagállamban lakó családtagjai után is, mintha a családtagok is az előbb említett tagállamban rendelkeznének lakóhellyel. A nyugdíjas azonban a nyugdíja tekintetében illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra.
Art. 68 VO 883/2004 lautet:
Prioritätsregeln bei Zusammentreffen von Ansprüchen
(1) Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln:
a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche.
b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach den folgenden subsidiären Kriterien:
i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt;
ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten;
iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder.
(2) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren. Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird.
(3) Wird nach Artikel 67 beim zuständigen Träger eines Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften gelten, aber nach den Prioritätsregeln der Absätze 1 und 2 des vorliegenden Artikels nachrangig sind, ein Antrag auf Familienleistungen gestellt, so gilt Folgendes:
a) Dieser Träger leitet den Antrag unverzüglich an den zuständigen Träger des Mitgliedstaats weiter, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, teilt dies der betroffenen Person mit und zahlt unbeschadet der Bestimmungen der Durchführungsverordnung über die vorläufige Gewährung von Leistungen erforderlichenfalls den in Absatz 2 genannten Unterschiedsbetrag;
b) der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, bearbeitet den Antrag, als ob er direkt bei ihm gestellt worden wäre; der Tag der Einreichung des Antrags beim ersten Träger gilt als der Tag der Einreichung bei dem Träger, der vorrangig zuständig ist.
Ungarische Fassung:
Halmozódás esetén alkalmazandó elsőbbségi szabályok
(1) Ha ugyanazon időszak és ugyanazon családtagok tekintetében egynél több tagállam jogszabályai alapján nyújtanak ellátásokat, a következő elsőbbségi szabályokat kell alkalmazni:
a) a több tagállam által különböző alapokon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrend a következő: először a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységeken alapuló jogosultságok, másodszor a nyugdíj folyósításán alapuló jogosultságok, és végül a lakóhely szerint szerzett jogosultságok;
b) a több tagállam által azonos alapon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrendet a következő kiegészítő kritériumok alapján határozzák meg:
i. munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenység alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy ott ilyen tevékenységet folytatnak, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok által előírt ellátások közül a legmagasabb összeg. Az utóbbi esetben az ellátások költségeit a végrehajtási rendeletben megállapított kritériumok szerint megosztják;
ii. nyugdíjfolyósítás alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy az ottani jogszabályok szerint nyugdíj fizetendő, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok szerint a leghosszabb biztosítási vagy tartózkodási idő;
iii. a lakóhely alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye.
(2) Halmozódó jogosultságok esetében a családi ellátásokat az (1) bekezdés szerint elsőbbséget élvezőként kijelölt jogszabályoknak megfelelően nyújtják. Az egyéb összeütköző jogszabály(ok)ból adódó családi ellátásokra való jogosultságot az előbb említett jogszabályok által előírt összegig felfüggesztik, és szükség esetén különbözeti kiegészítést nyújtanak az ezt meghaladó összegre. Az ilyen különbözeti kiegészítést azonban nem kell biztosítani egy másik tagállamban lakóhellyel rendelkező gyermekek után, ha a szóban forgó ellátásra való jogosultság kizárólag a lakóhelyen alapul.
(3) Ha a 67. cikk alapján családi ellátások iránti kérelmet nyújtanak be azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályait alkalmazni kell, de nem az e cikk (1) és (2) bekezdése szerinti elsőbbség alapján:
a) az intézmény haladéktalanul továbbítja a kérelmet azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályai az elsőbbség alapján alkalmazandók, tájékoztatja az érintett személyt és - a végrehajtási rendeletnek az ellátások ideiglenes folyósítására vonatkozó rendelkezéseinek sérelme nélkül - szükség esetén biztosítja a (2) bekezdésben említett különbözeti kiegészítést;
b) azon tagállam illetékes intézménye, amelynek a jogszabályait az elsőbbség alapján alkalmazni kell, a kérelmet úgy kezeli, mintha azt közvetlenül hozzá nyújtották volna be, és az ilyen kérelemnek az első intézményhez történő benyújtása napját az elsőbbségi intézményhez történő benyújtás napjának tekintik.
Art. 76 VO 883/2004 lautet:
Zusammenarbeit
(1) Die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten unterrichten einander über:
a) alle zur Anwendung dieser Verordnung getroffenen Maßnahmen;
b) alle Änderungen ihrer Rechtsvorschriften, die die Anwendung dieser Verordnung berühren können.
(2) Für die Zwecke dieser Verordnung unterstützen sich die Behörden und Träger der Mitgliedstaaten, als handelte es sich um die Anwendung ihrer eigenen Rechtsvorschriften. Die gegenseitige Amtshilfe dieser Behörden und Träger ist grundsätzlich kostenfrei. Die Verwaltungskommission legt jedoch die Art der erstattungsfähigen Ausgaben und die Schwellen für die Erstattung dieser Ausgaben fest.
(3) Die Behörden und Träger der Mitgliedstaaten können für die Zwecke dieser Verordnung miteinander sowie mit den betroffenen Personen oder deren Vertretern unmittelbar in Verbindung treten.
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Normen und Schlagworte
- § 26 Abs. 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- Art. 11 Abs. 3 Buchstabe a VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- § 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- Art. 58 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- § 33 Abs. 3 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 59 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- Art. 68 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7100879/2018
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2021:RV.7100879.2018
- Stammnummer
- 133393
- Gültig
- 19.05.2021 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF