RIS AI

Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/4100566/2013

Vermietung eines Schulgebäudes

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/4100566/2013vom 19.10.2016Teil 2 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

77.948,22 € steuerpflichtige Entgelte 20% laut BFG 3.011,53 € steuerpflichtige Entgelte 10% laut Finanzamt 15.589,64 € Umsatzsteuer (20%) 301,15 € Umsatzsteuer 10% 15.890,79 Summe Umsatzsteuer -7.362,16 € Vorsteuern 8.528,63 € Zahllast Ad Umsatzsteuerfestsetzung 12/ 2012: 67.262,40 € steuerpflichtige Entgelte (20%) laut Finanzamt -17.625 € Minderung laut BFG 49.637,40 € steuerpflichtige Entgelte 20% laut BFG 191,53 € steuerpflichtige Entgelte 10% 9.927,48 € Umsatzsteuer (20%) 19,15 € Umsatzsteuer 10% 9.946,63 € Summe Umsatzsteuer -162,77 € Vorsteuern +301,95 € Vorsteuerberichtigung 10.085,81 € Zahllast Begründung gemäß § 25 a Abs 1 VwGG: Gegen ein Erkenntnis des Bundesfinanzgerichtes ist die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung der Höchstgerichte abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung der Höchstgerichte nicht einheitlich beantwortet wird. Im gegenständlichen Fall wurde ein Schulgebäude durch eine GmbH an ihre alleinige Gesellschafterin (eine Gebietskörperschaft) vermietet . Die Gesellschafterin war nicht zur Gänze vorsteuerabzugsberechtigt. Das Finanzamt ist der Ansicht, dass das vereinbarte Entgelt niedriger als marktüblich gewesen sei und erhöhte daher die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage in Höhe der Differenz zwischen dem tatsächlich vereinbarten und dem vom Finanzamt für marktüblich erachteten Entgelt. Zur Rechtsfrage: Das Finanzamt vertritt erkennbar die Rechtsansicht, dass es berechtigt sei, für den Fall, dass die Parteien des Mietvertrages, die zueinander in einem gesellschaftsrechtlichen Nahverhältnis stehen, einen Mietzins vereinbart hätten, der niedriger als der marktübliche Mietzins gewesen wäre, die Umsatzsteuerbemessungsgrundlage zu erhöhen. Dass diese Rechtsansicht dem UStG 1994 und der MWStRL widerspricht, bedarf keiner Erörterung durch den VwGH. Das UStG 1994 enthielt mit Wirksamkeit für den Streitzeitraum 2009-2011 und 12/2012 keine Norm, die eine Erhöhung der Umsatzsteuerbemessungsgrundlage für den Fall eines marktunüblich niedrigen Entgeltes anordnete. Die MWStRL enthielt zwar eine derartige Norm (Art 80 MWStRL), deren Geltung für Österreich allerdings vorausgesetzt hätte, dass Österreich diese Norm innerstaatlich umgesetzt hätte. Dies ist mit Wirksamkeit für den Streitzeitraum nicht erfolgt. Daher galt Art 80 MWStRL im Streitzeitraum in Österreich nicht. Daher hätte das Finanzamt nicht von der Umsatzsteuerbemessungsgrundlage abweichen dürfen, die die Parteien des Mietvertrages selbst einvernehmlich festgelegt haben (Art 73 MWStRL; EuGH vom 20.1.2005, C-412/03 Scandic; EuGH 9.6.2011, C-285/10 Campsa EuGH 26.4.2012, C-621/10 und C-129/11 Balkan and Sea Properties und Provadinvest ). Insoweit wird keine Rechtsfrage iS von Art 133 Abs 4 B-VG berührt. Zur Tatfrage: Die Feststellungen und deren Begründung haben zudem ergeben, dass entgegen der Ansicht des Finanzamtes ein marktübliches Entgelt vereinbart worden ist. Entscheidend für die Lösung des gegenständlichen Falles war somit die Beantwortung einer Tatfrage und keiner Rechtsfrage. Daher wird eine Revision für nicht zulässig erklärt. Klagenfurt am Wörthersee, am 19. Oktober 2016

Normen und Schlagworte

VermietungSchulgebäudeFremdvergleichentgeltlich

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/4100566/2013
ECLI
ECLI:AT:BFG:2016:RV.4100566.2013
Stammnummer
112217
Gültig
19.10.2016 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

Original in der Findok öffnen PDF beim BMF