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Findok · UFS-Entscheidungen

UFSW RV/0215-W/08

Einkünfte aus der entgeltlichen Übernahme von Bioabfall zur Kompostierung sind land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb

geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Senat)RV/0215-W/08vom 05.06.2012Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Das Sammeln und Kompostieren von fremden, kompostierbaren Abfällen mit in der Land- und Forstwirtschaft üblichen Methoden ist eine Nebentätigkeit und kein Hilfsbetrieb. Erreicht diese Nebentätigkeit einen Umfang, der zur Verneinung einer Unterordnung unter die land- und forstwirtschaftliche Haupttätigkeit führen muss, liegt hinsichtlich der Sammlung kompostierbarer Abfälle weder ertragsteuerlich noch umsatzsteuerlich eine von der jeweiligen Pauschalierung umfasste land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit vor.

Wortlaut laut Findok

Berufungsentscheidung Der Unabhängige Finanzsenat hat durch den Vorsitzenden Hofrat Dr. Rudolf Wanke und die weiteren Mitglieder Hofrätin Mag. Gertraud Hausherr, Kammerrat Walter Schwandl und Stv. Kammerdirektor Ing. Mag. Dr. Martin Jilch im Beisein der Schriftführerin Diana Engelmaier über die Berufung des Bw, vertreten durch Astoria Wirtschaftstreuhand GmbH & Co KG, Wirtschaftstreuhänder, 3500 Krems an der Donau, Edmund Hofbauer-Straße 1, gegen die Bescheide des Finanzamtes Waldviertel, vertreten durch Oberrat Herbert Winkler, betreffend Umsatzsteuer und Einkommensteuer 2005 nach der am 30. Mai 2012 am Finanzamt Waldviertel in Krems an der Donau durchgeführten mündlichen Berufungsverhandlung entschieden: Die Berufung wird als unbegründet abgewiesen. Die angefochtenen Bescheide bleiben unverändert. Entscheidungsgründe Der Berufungswerber (Bw.) F A ist - vollpauschalierter - Landwirt. Am 29. Oktober 2007 wurden die Umsatzsteuererklärung und die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2005 eingereicht. Im Zuge der Einreichung der Steuererklärungen für das Jahr 2005 gab die steuerliche Vertretung bekannt, dass im Rahmen des landwirtschaftlichen Betriebes in G eine Kompostieranlage geführt werde. "Da diese Kompostieranlage ausschließlich für die Düngerbeschaffung für Zwecke der Urproduktion betrieben wird, stellt diese keinen Nebenerwerb dar, sondern ist Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes. Daher wurde diese Kompostieranlage in der Steuererklärung unsererseits im Rahmen der Vollpauschalierung berücksichtigt." Die Beilage Komb 26 weist keine Einträge bei den einzelnen Nebenerwerben aus. Seitens des Finanzamtes wurde der Bw. zunächst mit Bescheid vom 14. Mai 2007 (nur) zur Einkommensteuer veranlagt, wobei (unter "Korrektur" ersichtlich) bei der Veranlagung nur eine Änderung gegenüber der Einkommensteuererklärung vorgenommen wurde (Kinderanzahl): Einkommensteuer 2005 | Grundlagen | KZ | erklärter Betrag | Korrektur | Kranken- u. Arbeitslosengeld | | Nein | | Alleinverdiener | | Ja | | Anzahl Kinder FB | | 2 | 1 | Beitragsgrundlagenoption SVA | | Nein | | E1c 001 - | | 0,00 | | Eink.a.Land+Forstwirtschaft | 310 | 0,00 | | E1a 001 | | 14.503,02 | | Eink.a.selbständiger Arbeit | 320 | 14.503,02 | | (Ehe)Partner beansp. AVAB | | Nein | | Personenversicherungen | 455 | 1.596,04 | | Wohnraumschaffung/-sanierung | 456 | 610,46 | | Kirchenbeitrag | 458 | 100,00 | | Steuerberatungskosten | 460 | 1.110,00 | | Bem.Grd. vor Verlustabzug | | 14.503,02 | Die Beilage E 1a weist folgende Grundlagen für die Ermittlung des erklärten Gewinns aus selbständiger Arbeit aus, wobei als Branchenkennzahl 608 ("Vermietung von Gebrauchsgütern [anderweitig nicht genannt])" angeführt wurde: | Text | KZ | erklärter Betrag | Korrektur | Erlöse ohne § 109a | 9040 | 15.428,47 | | übrige Aufw./Betriebsausgaben | 9230 | 925,72 | Die Beilage E 1c weist folgende Grundlagen für die Ermittlung des erklärten Gewinns aus Land- und Forstwirtschaft aus: | Text | KZ | erklärter Betrag | Korrektur | Beitragsgrundlagenoption SVA | Nein | | | Einheitswert Eigenbesitz | 9610 | 15.624,66 | | Einheitswert Zupachtungen | 9620 | 26.941,27 | | EW forstw.genutzte Fläche | 9640 | 342,48 | | Bezahlte Pachtzinse | 9790 | 9.253,00 | | Ausgedingelasten (Pauschale) | 9810 | 700,00 | | Sozialversicherungsbeiträge | 9830 | 11.791,01 | An Einkommensteuer wurde - abgesehen von der Anzahl der Kinder erklärungsgemäß - 566,87 € vorgeschrieben, wobei begründend ausgeführt wurde: "Im Jahr 2006 wurde für 1 Kind für mehr als 6 Monate der Kinderabsetzbetrag zugestanden (gem. § 106 EStG)." Aus dem Finanzamtsakt lässt sich entnehmen, dass die Tochter des Bw. M am Oktober 2005 geboren und für diese daher nicht mehr als ein halbes Jahr lang der Kinderabsetzbetrag bezogen wurde. Gegen den Einkommensteuerbescheid 2005 wurde wie folgt mit Schreiben vom 22. Mai 2007 Berufung erhoben: "Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erheben wir innerhalb offener Frist, gegen den Bescheid betreffend Einkommensteuer 2005 vom 14. Mai 2007, eingelangt am 21. Mai 2007 in der Höhe von € 556,87 das Rechtsmittel der Berufung. Wir beantragen die Anerkennung des Alleinverdienerabsetzbetrages für 2 Kinder. Begründung: Herr A hat 2 Kinder, B (geboren September 2002) und M (geboren Oktober 2005). Bis zur Erledigung dieser Berufung beantragen wir die Aussetzung der Einhebung dieser Abgabenschuldigkeit gemäß § 212a BAO. Gründe, die beantragte Aussetzung nicht zu bewilligen, liegen nicht vor, weil die Berufung nicht wenig Erfolg versprechend ist, die Aussetzung nur von Abgabenbeträgen begehrt wird die Gegenstand der Berufung sind und das Verhalten des Abgabepflichtigen nicht auf eine Gefährdung der Einbringlichkeit der Abgabe gerichtet ist. Sollte die Berufung zur Entscheidung durch den Unabhängigen Finanzsenat vorgelegt werden, beantragen wir bereits jetzt eine Entscheidung durch den gesamten Berufungssenat gemäß § 282 BAO sowie eine mündliche Verhandlung gemäß § 284 BAO. Erfolgt eine Entscheidung durch einen Einzelrichter im Sinne dieser Berufung gilt der Antrag als zurückgezogen." Mit Berufungsvorentscheidung vom 30. Mai 2007 wies das Finanzamt Waldviertel die Berufung gegen den Einkommensteuerbescheid vom 14. Mai 2007 als unbegründet ab, da die Voraussetzungen des § 106 Abs. 1 EStG 1988 für den Alleinverdienerabsetzbetrag nicht vorgelegen seien. Mit Bescheid vom 24. Oktober 2007 wurde der Bw. zur Umsatzsteuer veranlagt, wobei an Umsatzsteuer erklärungskonform 5.527,34 € vorgeschrieben wurde: Umsatzsteuer 2005 | Grundlagen | KZ | erklärter Betrag | Korrektur | steuerbarer Umsatz | 000 | 54.154,33 | | 12% Wein, Elektrofahrzeuge | 025 | 54.154,33 | | Vorsteuern (ohne EUSt) | 060 | 971,18 | Am 29. Oktober 2007 langten beim Finanzamt Waldviertel (neuerlich) eine Umsatzsteuer- und eine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2005 ein. Die Umsatzsteuererklärung entspricht der bisherigen, dem Umsatzsteuerbescheid vom 24. Oktober 2007 zugrunde gelegenen Umsatzsteuererklärung. In der Einkommensteuererklärung werden abweichend von der bisherigen Einkommensteuererklärung zusätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Höhe von 9.157,23 € ausgewiesen. Laut Beilage E 1a betrugen die Betriebseinnahmen dieses Gewerbebetriebs 54.154,33 €; welchen folgende Betriebsausgaben gegenüberstanden: Fremdpersonal und Fremdleistungen (Kennzahl 9110): 5.289,88 €, Abschreibungen auf das Anlagevermögen (Kennzahl 9130): 24.000,00 €, KFZ-Kosten (Kennzahl 9170): 14.000,00 €, übrige Betriebsausgaben (Kennzahl 9230): 1.707,22 €. Mit Datum 16. November 2007 erging ein gemäß § 293b BAO berichtigter Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2005, der eine Nachforderung gegenüber dem Bescheid vom 14. Mai 2007 in Höhe von 3.510,27 € nach sich zog. Das Finanzamt setzte zusätzlich erklärungsgemäß Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Höhe von 9.157,23 € an Die Berichtigung wurde damit begründet, dass der Bescheid vom 14. Mai 2007 wegen eines Ausfertigungsfehlers betreffend Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 293b BAO berichtigt werde. Mit Schreiben vom 21. November 2007, beim Finanzamt am 27. November 2007 eingelangt, erhob der Bw. durch seine steuerliche Vertretung Berufung gegen den Umsatzsteuerbescheid vom 24. Oktober 2007 und gegen den Einkommensteuerbescheid vom 16. November 2007: "Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erheben wir innerhalb offener Frist, gegen die Bescheide betreffend Umsatzsteuer vom 24.10.2007, eingelangt am 30.10.2007 in der Höhe von € 5.527,34 und den Bescheid betreffend Einkommensteuer vom 16.1 1.2007 eingelangt am 20.11.2007 das Rechtsmittel der Berufung. Wir stellen den Antrag die mit Umsatzsteuerbescheid 2005 vom 30.10.2007 festgesetzte Nachzahlung in Höhe von € 5.527,34 auf € 0,00 festzusetzen. Weiters wird beantragt, dass der Einkommensteuerbescheid 2005 vom 16.11.2007 dahingehend abgeändert wird, dass die Einkünfte aus Gewerbebetrieb auf € 0,00 festgesetzt werden und daraus resultierend die Abgabennachforderung auf € 556,87 reduziert wird. Begründung: Wie wir Ihnen bereits am 1. März 2007 mittels eingeschriebenen Briefes offen gelegt haben, betreibt Herr F A jun. eine Kompostieranlage im Rahmen seines landwirtschaftlichen Betriebes. Da diese Kompostieranlage ausschließlich für die Düngerbeschaffung für Zwecke der Urproduktion betrieben wird, stellt diese keinen Nebenbetrieb dar, sondern ist Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes. Daher wurde diese Kompostieranlage in der von uns am 1. März 2007 eingereichten Steuererklärung im Rahmen der Vollpauschalierung berücksichtigt. Die Abgabe der Umsatzsteuererklärung 2005 und der Antrag auf Berichtigung des Einkommensteuerbescheides im Oktober 2007, erfolgt aufgrund eines Missverständnisses zwischen der Finanzbehörde und des Abgabepflichtigen. Die Kompostieranlage unseres Klienten stellt aufgrund unserer Rechtsauffassung allenfalls eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit (Nebenerwerb) dar. Die daraus erzielten Einnahmen (Aufwandsvergütungen) sind den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen. Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten sind an sich gewerbliche Tätigkeiten, die keine Nebenbetriebseigenschaft haben, sich aber als Ausfluss der land- und forstwirtschaftlichen Haupttätigkeit darstellen. Kennzeichnend ist, dass für ihre Ausübung keine über die Land- und Forstwirtschaft hinausgehende Organisation nötig ist, d.h. die verwendeten Betriebsmittel sind notwendiges Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes. Auch im Fall von Herrn A trifft die zuvor genannte Bestimmung für den Nebenerwerb zu, da überwiegend Betriebsmittel des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes verwendet werden. Eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit setzt eine gewerbliche Tätigkeit voraus. Im Fall von Herrn A kann eine eigenständige gewerbliche Tätigkeit verneint werden, da es nicht primäres Ziel ist aus der Kompostieranlage Überschüsse zu erwirtschaften, sondern mit den Einnahmen einen kostendeckenden Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Hauptzweck dieser Anlage ist es kostengünstigen Dünger für die eigene Landwirtschaft zu produzieren. Der im Jahr 2005 erwirtschaftete Überschuss ist auf ungenaue Abgrenzung der Kosten zwischen der Landwirtschaft und Kompostieranlage zurückzuführen und beruht mehr auf Zufall als auf absichtliches Gewinnstreben. Weiters wird auch kein Kompost an Dritte abgegeben oder verkauft. Es kann somit bezweifelt werden ob überhaupt eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit vorliegt. Aufgrund der zuvor ausführlich geschilderten Gründe liegt mit der Kompostieranlage kein Gewerbebetrieb vor und der Einkommensteuerbescheid 2005 ist folglich dahingehend abzuändern, dass die Einkünfte aus Gewerbetrieb den voll pauschalierten Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zugerechnet werden. Abgeleitet der zuvor vorgebrachten Gründe ist auch die Abgabennachforderung aus dem Umsatzsteuerbescheid 2005 aufgrund fehlender gewerblicher Einkünfte auf € 0,00 festzusetzen. Die als umsatzsteuerpflichtig behandelten Einkünfte aus Gewerbebetrieb werden zur Gänze den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zugerechnet und fallen somit unter den § 22 UStG (Vorsteuerpauschalierung). Bis zur Erledigung dieser Berufung beantragen wir die Aussetzung der Einhebung der Abgabenschuldigkeit (Einkommensteuer € 3.510,27 und Umsatzsteuer € 5.527,34) gem. § 212a BAO. Gründe, die beantragte Aussetzung nicht zu bewilligen, liegen nicht vor, weil die Berufung nicht wenig Erfolg versprechend ist, die Aussetzung nur von Abgabenbeträgen begehrt wird die Gegenstand der Berufung sind, und das Verhalten des Abgabepflichtigen nicht auf eine Gefährdung der Einbringlichkeit der Abgabe gerichtet ist. Sollte die Berufung zur Entscheidung durch den Unabhängigen Finanzsenat vorgelegt werden, beantragen wir bereits jetzt eine Entscheidung durch den gesamten Berufungssenat gemäß § 282 BAO sowie eine mündliche Verhandlung gemäß § 284 BAO. Erfolgt eine Entscheidung durch einen Einzelrichter im Sinne dieser Berufung gilt der Antrag als zurückgezogen." Dem Finanzamtsakt lässt sich entnehmen: Am 24. Juli 1997 erklärte der Bw. in Zusammenhang mit dem von ihm damals ausgeübten Gewerbe der Vermietung von Veranstaltungs- und Baueinrichtungen und mobilen Toiletteanlagen, auf die Steuerbefreiung gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994 ab dem Jahr 1996 zu verzichten. Am 30. Jänner 2007 fand eine Besprechung statt, worüber folgender Aktenvermerk errichtet wurde. Besprechung am 30.1.2007 im Amt: Teilnehmer: Hr. W und Mag. E (beide Kanzlei Astoria), Hr. A F, Hr. D R, Hr. Dl S N (Landwirtschaftskammer NÖ), ADir. I (Fachbereich), ADir. Ü und ADir. O: Für die Jahre 1999 - 2004: Es liegt jedenfalls ein Gewerbebetrieb vor, da die Kompostieranlage in Form einer GesnbR betrieben wurde und daher gar kein Nebenbetrieb zur Landwirtschaft (gibt es nicht in Form einer GesnbR, sondern lediglich zwei Einzelunternehmer) sein kann. Von den einzelnen Landwirten werden ÖKL-Sätze an die GesnbR verrechnet (mit 12% USt-Ausweis, da Leistung an einen Unternehmer erbracht). Für die Gewinnermittlung in der Landwirtschaft werden 50% der ÖKL-Sätze als Ausgaben berücksichtigt. Damit keine Steuererklärungen in den Landwirtschaften neu erstellt werden müssen, werden die ÖKL-Sätze im Gewerbebetrieb nur zur Hälfte anerkannt und somit steckt der Gewinn aus der Landwirtschaft bereits in den Gewinntangenten des Gewerbebetriebes. Lt. Hrn. W ist dies auch kein Hindernis bei der SV der gew. Wirtschaft, da für diese Tätigkeit keine zusätzliche SV entrichtet werden muss. Die Vorsteuerbeträge werden in voller Höhe (d.h. von den gesamten ÖKL-Sätzen) in den einzelnen Jahren im Zuge der Erstellung der USt-Bescheide beim Gewerbebetrieb berücksichtigt - somit wird die Vorsteuer lt. UVA 8/2006 nicht mehr anerkannt (siehe USO-Prüfung). Die Entgelte werden mit 12% umsatzversteuert, da in den Rechnungen 12% USt (anstatt 10% für Müllentsorgung) ausgewiesen ist und diese daher auch geschuldet wird. Die Rechnungen werden wegen des falschen Steuersatzes nicht korrigiert. Für die Jahre 1999-2004 erfolgt hinsichtlich des rechtskräftigen Umsatzsteuerbescheides eine Wiederaufnahme des Verfahrens gem. § 303 BAO (neue Tatsachen - 12%ige USt). Hinsichtlich der Gewinnfeststellungsbescheide ergeben sich keine Änderungen. Ab 2005: Ab dem Jahr 2005 wird die Kompostieranlage jeweils als Einzelunternehmer betrieben. Ob ab dem Jahr 2005 ein einheitlicher Gewerbebetrieb oder ein landwirtschaftlicher Nebenbetrieb vorliegt, wird mittels Anfrage von ADir. I an den bundesweiten Fachbereich geklärt." Ein Aktenvermerk über eine weitere Besprechung vom 3. Mai 2007 lautet: "Der steuerlichen Vertretung Astoria, Hr. W, wurde am 3. Mai 2007 in einem persönlichen Gespräch die vom bundesweiten Fachbereich ESt bestätigte steuerliche Einstufung der Kompostieranlage mitgeteilt. Demnach stellt das Betreiben einer Kompostieranlage durch einen pauschalierten Landwirt eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit dar. Übersteigen die Einnahmen aus der Kompostieranlage einschließlich Einnahmen weiterer Nebenerwerbe und aus der Be-und/oder Verarbeitung € 24.200 pro Jahr liegt ein Gewerbebetrieb vor. Hinsichtlich nachstehender Steuerakten wurde mit Hrn. W folgende Vorgangsweise vereinbart: A F und D R GesbR, StNr. 1xx/xxx3 Der abwechselnde gesonderte Betrieb der Kompostieranlage durch jeweils einen Gesellschafter ab dem Jahr 2005 wird nach nochmaliger Besprechung der Vorgangsweise durch das FA anerkannt. Der Steuerakt kann daher gelöscht werden. A F , StNr. 0xx/xxx7 Eine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2005 wurde bereits beim Finanzamt eingereicht. Einkünfte aus der Kompostieranlage wurden jedoch nicht erklärt, da die Ansicht vertreten wurde, dass diese Tätigkeit im landwirtschaftlichen Hauptbetrieb aufgeht und mit der Pauschalierung abgegolten ist. Da die Einnahmen aus der Kompostieranlage € 24.200 übersteigen, liegen Einkünfte aus Gewerbetrieb vor. Es wurde die Vorlage folgender Unterlagen vereinbart: Gewinnermittlung für den Gewerbebetrieb "Kompostieranlage", Gewinnermittlung für die landwirtschaftliche Nebentätigkeit "Vermietung von Maschinen", Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2005 sowie Umsatzsteuervoranmeldungen bis laufend. Frist 30. Juni 2007 D R, StNr. 0xx/xxx5 Für das Jahr 2005 wurde bis dato keine Steuererklärungen eingereicht. Es wurde die Einbringung der Umsatz- und Einkommensteuererklärung 2005, Gewinnermittlung für die Kompostieranlage und die landwirtschaftliche Nebentätigkeit "Vermietung von Maschinen" sowie Umsatzsteuervoranmeldungen bis laufend vereinbart. Frist 30. Juni 2007." Mit beim Unabhängigen Finanzsenat am 29. Jänner 2008 eingelangtem Bericht legte das Finanzamt Waldviertel die Berufung gegen den Umsatzsteuerbescheid und gegen den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2005 der Berufungsbehörde vor und führte dazu aus: "Der Abgabepflichtige ist pauschalierter Land- und Forstwirt und betreibt eine Kompostieranlage. Den in dieser Kompostieranlage verwerteten Bioabfall übernimmt er von diversen Müllentsorgungsunternehmen bzw. Abfallverbänden. Der erzeugte Humus wird laut Angaben des Abgabepflichtigen zur Gänze als Dünger in der eigenen Land- und Forstwirtschaft verwendet. Strittig ist im gegenständlichen Berufungsverfahren, ob die Verwertung fremder organischer Abfälle durch Kompostierung ein Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes oder ein land- und forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb ist. Wäre die Verwertung fremder organischer Abfälle als Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes anzusehen, sind die Einkünfte hieraus im Rahmen der LuF-PauschVO durch Anwendung des Durchschnittsatzes auf den maßgeblichen Einheitswert erfasst. Ist die Verwertung fremder organischer Abfälle als land- und forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb einzustufen, sind die Einkünfte gesondert anhand einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln. Überschreiten die Entgelte für die übernommenen Abfälle die Umsatzgrenze iSd. § 6 der LuF-PauschVO, wird die Tätigkeit zum Gewerbebetrieb. Gemäß § 2 Abs. 1 der LuF-PauschVO, BGBI. II 2001/54 (Veranlagungen für die Jahre 2001 bis 2005) kann bei einem Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes bis € 65.500 der Gewinn mittels Durchschnittsatzes vom maßgebenden Einheitswert (§ 1 Abs. 2) ermittelt werden (Grundbetrag). Gemäß § 1 Abs. 2 LuFPauschVO gilt als maßgebender Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes der Einheitswert des während des Veranlagungsjahres bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Vermögens zuzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres bewirtschafteten Zupachtungen und abzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres nicht selbst bewirtschafteten Flächen. Daraus wird deutlich, dass bei dieser Art der Gewinnermittlung nur jene Einnahmen und Ausgaben der Vollpauschalierung iSd. § 2 Abs. 1 LuFPauschVO unterliegen, die aus der regelmäßigen Nutzung des bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Vermögens resultieren. Demnach kann die Verwertung von organischen Abfällen (z.B. Schnittgut) aus selbst bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Flächen als Teil des land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetriebes angesehen werden. Werden ausschließlich fremde organische Abfälle verwertet und für die Übernahme der Abfälle ein Entgelt vereinnahmt, resultieren diese Gewinne nicht aus der Nutzung des selbst bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Vermögens. Diese Einkünfte finden somit in der Bemessungsgrundlage für die Gewinnermittlung nach Durchschnittsätzen (maßgebender Einheitswert) keine Deckung. Die Verwertung fremder organischer Abfälle ist grundsätzlich als Gewerbebetrieb einzustufen. § 2 Abs. 4 Z 4 lit. b Gewerbeordnung 1994 erblickt darin jedoch ein Nebengewerbe der Land- und Forstwirtschaft, wenn das Sammeln und Kompostieren von fremden, kompostierbaren Abfällen mit den in der Land- und Forstwirtschaft üblichen Methoden erfolgt. Die vom Abgabepflichtigen erzielten Einkünfte aus der Kompostieranlage wurden durch das ho. Finanzamt als land- und forstwirtschaftlicher Nebenbetrieb eingestuft. Da die vereinnahmten Entgelte für die Übernahme der Abfälle die Umsatzgrenze des § 6 LuF-PauschVO überschritten haben, waren die Einkünfte in Folge als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen. Demzufolge waren die Umsätze auch nicht von der LuF-Pauschalierung gem. § 22 UStG erfasst. In der gegen die angefochtenen Bescheide eingebrachten Berufung wird ausgeführt, dass die Kompostieranlage ausschließlich für die Düngerbeschaffung für Zwecke der Urproduktion betrieben wird und somit Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes ist. Die Kompostieranlage stellt allenfalls eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit dar. Land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten sind an sich gewerbliche Tätigkeiten, die keine Nebenbetriebseigenschaft haben, sich aber als Ausfluss der land- und fortwirtschaftlichen Haupttätigkeit darstellen. Kennzeichnend ist, dass für ihre Ausübung keine über die Land- und Forstwirtschaft hinausgehende Organisation nötig ist, d.h. die verwendeten Betriebsmittel sind notwendiges Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes. Im ggstdl. Fall trifft die genannte Bestimmung für den Nebenerwerb zu, da überwiegend Betriebsmittel des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes verwendet werden. Eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit setzt eine gewerbliche Tätigkeit voraus. Eine eigenständige gewerbliche Tätigkeit kann im berufungsgegenständlichen Fall verneint werden, da es nicht primäres Ziel ist, aus der Kompostieranlage Überschüsse zu erwirtschaften, sondern mit den Einnahmen einen kostendeckenden Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Hauptzweck ist es kostengünstigen Dünger für die eigene Landwirtschaft zu produzieren. Aufgrund der geschilderten Gründe liegt mit der Kompostieranlage kein Gewerbebetrieb vor, sondern die Einkünfte sind den voll pauschalierten Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen. Die in der Berufungsbegründung getätigte Anmerkung, die Kompostieranlage würde allenfalls eine landwirtschaftliche Nebentätigkeit darstellen, hat nach Ansicht des ho. Finanzamt keine entscheidungsrelevante Bedeutung. Dies deshalb, da die Kompostieranlage seitens des Finanzamtes grundsätzlich als land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb eingestuft wurde. Nur durch die Überschreitung der Umsatzgrenze des § 6 Abs. 4 LuF-PauschVO wurde die wirtschaftliche Unterordnung der Nebentätigkeit zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb aufgehoben, womit die Kompostieranlage den Einkünften aus Gewerbebetrieb zuzuordnen war. Zur Frage der Verwendung von Betriebsmitteln des notwendigen Betriebsvermögens des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes im Nebenbetrieb ist anzumerken, dass der laufende Betrieb zweifelsohne mit Betriebsmitteln des land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetriebes (z.B. Traktor) abgewickelt wird. Die Kompostieranlage selbst wurde jedoch speziell für diese Tätigkeit errichtet und stellt somit kein notwendiges Betriebsvermögen des land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetriebes dar. Wie in der Berufung weiters ausgeführt wird, ist das Vorliegen einer landwirtschaftlichen Nebentätigkeit mangels grundlegender gewerblicher Tätigkeit (= Gewinnstrebens) zu bezweifeln. Primäres Ziel der Kompostieranlage war nicht die Erwirtschaftung von Überschüssen, sondern die Gewährleistung eines kostendeckenden Betriebes der Anlage mit den Einnahmen und Produktion eines kostengünstigen Düngers für die eigene Landwirtschaft. Die kostengünstige Produktion von Dünger mit der folgenden Einsparung des Aufwandes für Dünger in der Land- und Forstwirtschaft stellt nach Ansicht des ho. Finanzamtes jene Gewinnabsicht dar, die ein wesentliches Kriterium für eine gewerbliche Tätigkeit bildet. Mit der Berufung wurden nach Ansicht des ho. Finanzamtes keine Argumente vorgebracht, die eine Änderung in der steuerlichen Einstufung der Einkünfte aus der Kompostieranlage rechtfertigen würden. Es wird daher ersucht, die Berufung als unbegründet abzuweisen." Eine Äußerung des Bw. zu dieser ausführlichen Darlegung erfolgte nicht. In der am 30. 5. 2012 abgehaltenen mündlichen Berufungsverhandlung wiederholten die Parteien zunächst ihre bisherigen Vorbringen. Der steuerliche Vertreter des Bw stellte klar, dass es sich bei den Umsätzen aus der "Vermietung von Gebrauchsgütern" in Wirklichkeit um die Vergütung als Geschäftsführer der A GmbH gehandelt habe. Der Bw habe im Jahr 2005 hinsichtlich des Kompostierbetriebes Rechnungen mit Ausweis einer Umsatzsteuer mit 12 % gelegt. Der steuerliche Vertreter konnte nicht sagen, warum für 2005 der Alleinverdienerabsetzbetrag für zwei Kinder beantragt wurde. Für die Kompostierung seien keine eigenen Betriebsmittel angeschafft worden, es würden Betriebsmittel des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes anteilig verwendet. Es könne zwar nicht der Beweis angetreten werden, dass die Umsätze aus der Abfallsammlung weniger als 25 % der Umsätze des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes ausmachen, der Mitteleinsatz sei aber jedenfalls untergeordnet. Der erzeugte Humus werde ausschließlich im eigenen Betrieb verwendet. Nach der Literatur läge im gegenständlichen Fall ein Hilfsbetrieb vor. Über Vorhalt der Berufungsentscheidung UFS 30. 3. 2012, RV/0288-G/11, verwies der Vertreter des Finanzamtes darauf, dass diese Entscheidung die Ansicht des Finanzamtes bestätige. Der Bw. bewirtschafte derzeit 132 ha, im Jahr 2005 seien es ca. 90 ha gewesen. 2005 hatte der Bw. 30 Milchkühe. Der steuerliche Vertreter schätzte die Einnahmen des Jahres 2005 wie folgt: 27.300,00 € aus dem Milchkontingent, 4.000,00 € aus dem Verkauf von Stieren, 40.000,00 € an Förderungen (AMA), 55.000,00 € aus Verkauf von Getreide, Mais etc. sowie 54.000,00 € aus der Kompostierung, zusammen also 180.300,00 €. Über einen Gewerbeschein für die Abfallsammlung bzw. Kompostierung verfüge der Bw. nicht, dies sei auch nie Thema gewesen. Gewerberechtlich sei die Unterordnung bisher nicht geprüft worden. Etwa ein Sechstel der Arbeitszeit entfalle auf die Kompostierung. Die Einnahmenschätzung wurde in weiterer Folge dahingehend berichtigt, dass die Einnahmen aus dem Stierverkauf auf 30.000,00 € zu erhöhen seien, wodurch der Gesamtbetrag aller Einnahmen einschließlich Abfallsammlung und Kompostierung nun 206.300,00 € ausmache. Das Jahr 2005 habe sehr hohe Einnahmen aus der Kompostierung gebracht, dies sei in der Folge nicht immer so gewesen. Klärschlamm werde vom Bw nicht verarbeitet. Der steuerliche Vertreter ersuchte abschließend, der Berufung - mit Ausnahme des Alleinverdienerabsetzbetrages für zwei Kinder - Folge zu geben. Über die Berufung wurde erwogen: Sachverhalt: Folgender entscheidungsrelevanter Sachverhalt steht fest: F A ist Landwirt. Der maßgebende Einheitswert gemäß § 1 Abs. 2 der Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für die Ermittlung des Gewinnes aus Land- und Forstwirtschaft (LuF PauschVO 2001), BGBl. II Nr. 54/2001 idF BGBl. II Nr. 416/2001 (EuroStUV 2001) des Betriebes beträgt 42.908,41 € (42.565,93 € Grundbetrag nach § 2 Abs. 1 leg. cit.; 342,48 € Teileinheitswert nach § 3 Abs. 1 leg. cit.). Hieraus ergibt sich nach § 2 Abs. 1 leg. cit. ein Durchschnittssatz von 19.308,79 € (45% von 42.908,41 €) und nach § 3 Abs. 1 leg. cit. von 136,99 € (40% von 342,48 €), zusammen also von 19.445,78 €. Da die gewinnmindernden Beträge nach § 13 Abs. 2 leg. cit. (bezahlte Pachtzinse 9.253,00 €, Ausgedingslasten 700,00 € und Sozialversicherungsbeiträge 11.791,01 €) den Durchschnittssatz übersteigen und nach § 13 Abs. 2 leg. cit. aus den gewinnmindernden Beträgen kein Verlust entstehen kann, waren die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft nach der Durchschnittssatzbesteuerung für Pauschallandwirte mit 0,00 € zu ermitteln. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt erzielte F A Einkünfte als Geschäftsführer der A GmbH in Höhe von 14.503,02 €, wobei Einnahmen von 15.428,47 € Ausgaben von 925,72 € gegenüber standen. Im Jahr 2005 betrieb F A im Bereich seiner Land- und Forstwirtschaft auch eine Kompostieranlage. Den in dieser Kompostieranlage verwerteten Bioabfall (Schnittgut) übernahm er von Müllentsorgungsunternehmen bzw. Abfallverbänden. Klärschlamm wurde nicht übernommen. Der so erzeugte Humus wird zur Gänze als Dünger in der eigenen Land- und Forstwirtschaft verwendet. Aus dieser Betätigung ergab sich im Jahr 2005 ein Gewinn von 9.157,23 € (Betriebseinnahmen: 54.154,33 €; Betriebsausgaben: Fremdpersonal und Fremdleistungen: 5.289,88 €, Abschreibungen auf das Anlagevermögen: 24.000,00 €, KFZ-Kosten: 14.000,00 €, übrige Betriebsausgaben: 1.707,22 €), da die zuvor über den Bioabfall Verfügungsberechtigten für die Abnahme des Bioabfalls ein Entgelt an F A entrichteten. In den Folgejahren war der Gewinn hieraus regelmäßig nicht so hoch. Der Bw hat den Müllentsorgungsunternehmen bzw. Abfallverbänden Rechnungen gelegt, in denen Umsatzsteuer in Höhe von 12% ausgewiesen wurde. Der Berufungswerber bewirtschaftete im Jahr 2005 ca. 90 ha und hielt 30 Milchkühe. Die Summe der (steuerpflichtigen und steuerfreien) Einnahmen betrug geschätzt rund 206.300 € (rund 27.300 € aus dem Milchkontingent, rund 30.000 € aus dem Verkauf von Stieren, rund 40.000 € an Förderungen [AMA], rund 55.000,00 € aus dem Verkauf von Getreide, Mais etc. sowie 54.154,33 € aus der Übernahme des Schnittguts zur Kompostierung). Über einen Gewerbeschein für die Abfallsammlung bzw. Kompostierung verfügte der Bw. nicht; gewerberechtlich wurde die Unterordnung bisher nicht geprüft. Etwa ein Sechstel der Arbeitszeit des Bw entfällt auf die Kompostierung. F A hat 2 Kinder, B (geboren September 2002) und M (geboren Oktober 2005). Diese Feststellungen sind unstrittig. Streitpunkte: Im Verfahren vor dem Unabhängigen Finanzsenat ist in Bezug auf die Einkommensteuer zunächst strittig, ob F A im Jahr 2005 der Alleinverdienerabsetzbetrag für zwei Kinder oder für ein Kind zusteht. Hauptstreitpunkt ist jedoch in Bezug auf die Einkommensteuer und auf die Umsatzsteuer, ob die Übernahme fremder organischer Abfälle, deren Kompostierung und anschließende Aufbringung auf den Feldern des Bw. ein Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes oder eine land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit ist. Wäre die entgeltliche Übernahme fremder organischer Abfälle als Teil des landwirtschaftlichen Hauptbetriebes und als regelmäßig in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben anfallender Vorgang anzusehen, sind die Einkünfte hieraus im Rahmen der LuF PauschVO 2001 durch Anwendung des Durchschnittsatzes auf den maßgeblichen Einheitswert und die Umsätze im Rahmen des § 22 UStG 1994 von der Pauschalbesteuerung erfasst. Ist die Übernahme fremder organischer Abfälle als land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeit einzustufen, sind die Einkünfte gesondert anhand einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu ermitteln, allerdings umsatzsteuerlich von der Pauschalierung nach § 22 UStG 1994 umfasst. Ist zufolge Überschreitens der wirtschaftlichen Unterordnung kein land- und forstwirtschaftlicher Nebentätigkeit gegeben, liegt steuerlich ein Gewerbebetrieb vor; § 22 UStG 1994 ist nicht anwendbar. Schließlich kann auch die Ansicht vertreten werden, es lägen zwar Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft vor, die der Umsatzsteuerpauschalregelung unterliegen, die Erlöse für die Übernahme von Biomasse seien aber ertragsteuerlich zusätzlich zur Vollpauschalierung als außerordentlicher Ertrag zu erfassen. Alleinverdienerabsetzbetrag: § 33 Abs. 4 Z 1 EStG 1988 in der für den Berufungszeitraum maßgebenden Fassung lautet: "(4) Zur Abgeltung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen stehen nachfolgende Absetzbeträge zu: 1. Einem Alleinverdiener steht ein Alleinverdienerabsetzbetrag zu. Dieser beträgt jährlich - ohne Kind 364 Euro, - bei einem Kind (§ 106 Abs. 1) 494 Euro, - bei zwei Kindern (§ 106 Abs. 1) 669 Euro. Dieser Betrag erhöht sich für das dritte und jedes weitere Kind (§ 106 Abs. 1) um jeweils 220 Euro jährlich. Alleinverdiener ist ein Steuerpflichtiger, der mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet ist und von seinem unbeschränkt steuerpflichtigen Ehegatten nicht dauernd getrennt lebt. Für Steuerpflichtige im Sinne des § 1 Abs. 4 ist die unbeschränkte Steuerpflicht des (Ehe-)Partners nicht erforderlich. Alleinverdiener ist auch ein Steuerpflichtiger mit mindestens einem Kind (§ 106 Abs. 1), der mehr als sechs Monate mit einer unbeschränkt steuerpflichtigen Person in einer anderen Partnerschaft lebt. Voraussetzung ist, daß der (Ehe)Partner (§ 106 Abs. 3) bei mindestens einem Kind (§ 106 Abs. 1) Einkünfte von höchstens 6.000 Euro jährlich, sonst Einkünfte von höchstens 2.200 Euro jährlich erzielt. Die nach § 3 Abs. 1 Z 4 lit. a, weiters nach § 3 Abs. 1 Z 10 und 11 und auf Grund zwischenstaatlicher oder anderer völkerrechtlicher Vereinbarungen steuerfreien Einkünfte sind in diese Grenzen miteinzubeziehen. Andere steuerfreie Einkünfte sind nicht zu berücksichtigen. Der Alleinverdienerabsetzbetrag steht nur einem der (Ehe)Partner zu. Erfüllen beide (Ehe) Partner die Voraussetzungen im Sinne der vorstehenden Sätze, hat jener (Ehe)Partner Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag, der die höheren Einkünfte im Sinne der Z 1 erzielt. Haben beide (Ehe)Partner keine oder gleich hohe Einkünfte im Sinne der Z 1, steht der Absetzbetrag dem weiblichen (Ehe)Partner zu, ausgenommen der Haushalt wird überwiegend vom männlichen (Ehe)Partner geführt." § 106 Abs. 1 EStG 1988 in der für den Berufungszeitraum maßgebenden Fassung lautet: "§ 106. (1) Als Kinder im Sinne dieses Bundesgesetzes gelten Kinder, für die dem Steuerpflichtigen oder seinem (Ehe)Partner (Abs. 3) mehr als sechs Monate im Kalenderjahr ein Kinderabsetzbetrag nach § 33 Abs. 4 Z 3 lit. a zusteht." § 33 Abs. 4 Z 3 lit. a EStG 1988 in der für den Berufungszeitraum maßgebenden Fassung lautet: "(4) Zur Abgeltung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen stehen nachfolgende Absetzbeträge zu: ... 3. a) Einem Steuerpflichtigen, dem auf Grund des Familienlastenausgleichsgesetzes 1967 Familienbeihilfe gewährt wird, steht im Wege der gemeinsamen Auszahlung mit der Familienbeihilfe ab dem Jahr 2000 ein Kinderabsetzbetrag von monatlich 50,90 Euro für jedes Kind zu. Für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten, steht kein Kinderabsetzbetrag zu. Wurden Kinderabsetzbeträge zu Unrecht bezogen, ist § 26 des Familienlastenausgleichsgesetzes anzuwenden." Der Kinderzuschlag zum Alleinverdienerabsetzbetrag setzt(e) voraus, dass es sich um ein Kind i. S. d. § 106 Abs. 1 EStG 1988 handelt, also dass für das Kind mehr als 6 Monate im Kalenderjahr der Kinderabsetzbetrag zusteht, was wiederum den Familienbeihilfenbezug voraussetzt (vgl. Wanke in Wiesner/Grabner/Wanke, MSA EStG 13. EL § 33 Anm. 43). Die Kindereigenschaft i. S. d. § 106 Abs. 1 EStG 1988 stellt auf das im Kalenderjahr überwiegende Zustehen eines Kinderabsetzbetrages ab. Da § 33 EStG 1988 als Voraussetzung für den Kinderabsetzbetrag die Gewährung der Familienbeihilfe vorsieht, ist Kind i. S. d. § 106 Abs. 1 leg. cit. ein solches, für das mehr als sechs Monate - also für mindestens sieben Monate - Familienbeihilfe gewährt wird (Wanke/Wiesner in Wiesner/Grabner/Wanke, MSA EStG 13. EL § 106 Anm. 3). Da M am Oktober 2005 geboren wurde, kann für sie im Jahr 2005 nicht für wenigstens sieben Monate Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag bezogen worden sein: Gemäß § 2 Abs. 1 lit. a FLAG 1967 haben Anspruch auf Familienbeihilfe Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, für minderjährige Kinder. Wenngleich das Gesetz (§ 22 ABGB) auch den nasciturus schützt, beginnt doch die volle Rechtsfähigkeit des Menschen mit vollendeter Geburt (vgl. Aicher in Rummel 3, § 16 Rz 5). Vor der Geburt ist daher noch kein Mensch im Rechtssinn und somit auch kein minderjähriges Kind gegeben. Die Familienbeihilfe wird vom Beginn des Monats gewährt, in dem die Voraussetzungen für den Anspruch erfüllt werden (§ 10 Abs. 2 FLAG 1967); die Anspruchsvoraussetzungen für M sind erst ab Oktober 2005 gegeben. Da dem Bw. im Jahr 2005 somit für M nicht an mehr als sechs Monaten im Kalenderjahr der Kinderabsetzbetrag zugestanden ist, kann im Jahr 2005 auch nicht der Kinderzuschlag zum Alleinverdienerabsetzbetrag für M gewährt werden. Dies wurde in der mündlichen Berufungsverhandlung von der steuerlichen Vertretung auch eingeräumt. Kompostierung: Die maßgeblichen Rechtsvorschriften (in der für den Berufungszeitraum geltenden Fassung) lauten auszugsweise: Artikel 25 der für den Berufungszeitraum noch anzuwendenden Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern - Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage, 77/388/EWG, ABl Nr L 145 vom 13. 6. 1977, in der Folge Sechste Richtlinie: ""Gemeinsame Pauschalregelung für landwirtschaftliche Erzeuger (1) Die Mitgliedstaaten können auf landwirtschaftliche Erzeuger, bei denen die Anwendung der normalen Mehrwertsteuerregelung oder gegebenenfalls der vereinfachten Regelung nach Artikel 24 auf Schwierigkeiten stoßen würde, als Ausgleich für die Belastung durch die Mehrwertsteuer, die auf die von den Pauschallandwirten bezogenen Gegenstände und Dienstleistungen gezahlt wird, eine Pauschalregelung nach diesem Artikel anwenden. (2) Im Sinne dieses Artikels gelten als - ,landwirtschaftlicher Erzeuger' ein Steuerpflichtiger, der seine Tätigkeit im Rahmen eines nachstehend definierten Betriebs ausübt; - ,landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder Fischereibetrieb' die Betriebe, die in dem einzelnen Mitgliedstaat im Rahmen der in Anhang A genannten Erzeugertätigkeiten als solche gelten; - ,Pauschallandwirt' ein landwirtschaftlicher Erzeuger, der unter die in Absatz 3 und den folgenden Absätzen vorgesehene Pauschalregelung fällt; - ,landwirtschaftliche Erzeugnisse' die Gegenstände, die aus den in Anhang A aufgeführten Tätigkeiten hervorgehen und die von den landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetrieben des einzelnen Mitgliedstaats erzeugt werden; - ,landwirtschaftliche Dienstleistungen' die in Anhang B aufgeführten Dienstleistungen, die von einem landwirtschaftlichen Erzeuger mit Hilfe seiner Arbeitskräfte und/oder der normalen Ausrüstung seines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder Fischereibetriebs vorgenommen werden; - ,Mehrwertsteuer-Vorbelastung' die Mehrwertsteuer-Gesamtbelastung, die auf den Gegenständen und Dienstleistungen ruht, welche von der Gesamtheit aller der Pauschalregelung unterliegenden landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und Fischereibetriebe jedes Mitgliedstaats bezogen worden sind, soweit diese Steuer bei einem der normalen Mehrwertsteuerregelung unterliegenden landwirtschaftlichen Erzeuger nach Artikel 17 abzugsfähig sein würde; - ,Pauschalausgleich-Prozentsätze' die Prozentsätze, die die Mitgliedstaaten nach Absatz 3 festsetzen und in den in Absatz 5 genannten Fällen anwenden, damit die Pauschallandwirte den pauschalen Ausgleich der Mehrwertsteuer-Vorbelastung erlangen; - ,Pauschalausgleich' der Betrag, der sich aus der Anwendung des in Absatz 3 vorgesehenen Pauschalausgleich-Prozentsatzes auf den Umsatz des Pauschallandwirts in den in Absatz 5 genannten Fällen ergibt. (3) Die Mitgliedstaaten legen bei Bedarf die Pauschalausgleich-Prozentsätze fest und teilen, bevor sie diese Sätze anwenden, der Kommission ihre Höhe mit. Diese Prozentsätze werden an Hand der allein für die Pauschallandwirte geltenden makroökonomischen Daten der letzten drei Jahre bestimmt. Sie dürfen nicht dazu führen, dass die Pauschallandwirte insgesamt Erstattungen erhalten, die über die Mehrwertsteuer-Vorbelastung hinausgehen. Die Mitgliedstaaten können diese Prozentsätze bis auf Null herabsetzen. Die Prozentsätze können auf einen halben Punkt ab- oder aufgerundet werden. Die Mitgliedstaaten können die Höhe der Pauschalausgleich-Prozentsätze für die Forstwirtschaft, die einzelnen Teilbereiche der Landwirtschaft und die Fischerei unterschiedlich festlegen. (4) Die Mitgliedstaaten können die Pauschallandwirte von den Pflichten befreien, die den Steuerpflichtigen nach Artikel 22 obliegen. (5) Die in Absatz 3 vorgesehenen Pauschalausgleich-Prozentsätze werden auf den Preis - ohne Steuer - der landwirtschaftlichen Erzeugnisse angewendet, die Pauschallandwirte an Steuerpflichtige geliefert haben, die keine Pauschallandwirte sind, und der landwirtschaftlichen Dienstleistungen, die sie an Steuerpflichtige erbracht haben, die keine Pauschallandwirte sind. Dieser Ausgleich schließt jeden weiteren Vorsteuerabzug aus. (6) Die Mitgliedstaaten können vorsehen, dass die Zahlung des Pauschalausgleichs geschieht: a) entweder durch den steuerpflichtigen Abnehmer oder Leistungsempfänger. In diesem Fall darf der steuerpflichtige Abnehmer oder Dienstleistungsempfänger nach den von den Mitgliedstaaten festgelegten Einzelheiten von der Mehrwertsteuer, die er zu entrichten hat, den Betrag des Pauschalausgleichs, den er den Pauschallandwirten gezahlt hat, abziehen; b) oder durch den Fiskus. Anhang A der Sechsten Richtlinie: LISTE DER TÄTIGKEITEN DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN ERZEUGUNG I. ANBAU IM EIGENTLICHEN SINNE 1. Ackerbau im allgemeinen, einschließlich Weinbau 2. Obstbau (einschließlich Olivenanbau) und Gemüse-, Blumen- und Zierpflanzengartenbau, auch unter Glas 3. Anbau von Pilzen und Gewürzen, Erzeugung von Saat- und Pflanzgut; Betrieb von Baumschulen II. TIERZUCHT UND TIERHALTUNG IN VERBINDUNG MIT DER BODENBEWIRTSCHAFTUNG 1. Viehzucht und -haltung 2. Geflügelzucht und -haltung 3. Kaninchenzucht und -haltung 4. Imkerei 5. Seidenraupenzucht 6. Schneckenzucht III. FORSTWIRTSCHAFT IV. FISCHEREI 1. Süßwasserfischerei 2. Fischzucht 3. Muschelzucht, Austernzucht und Zucht anderer Weich- und Krebstiere 4. Froschzucht V. Als landwirtschaftliche Erzeugung gelten auch Verarbeitungstätigkeiten, die ein Landwirt bei im wesentlichen aus seiner landwirtschaftlichen Produktion stammenden Erzeugnissen mit normalerweise in land-, forst- oder fischwirtschaftlichen Betrieben verwendeten Mitteln ausübt. Anhang B der Sechsten Richtlinie: LISTE DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN DIENSTLEISTUNGEN Als landwirtschaftliche Dienstleistungen gelten Dienstleistungen, die normalerweise zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen, insbesondere: - Arbeiten des Anbaus, der Ernte, des Dreschens, des Pressens, des Lesens und Einsammelns, einschliesslich des Säens und Pflanzens - Verpackung und Zubereitung, wie beispielsweise Trocknung, Reinigung, Zerkleinerung, Desinfektion und Einsilierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse - Lagerung landwirtschaftlicher Erzeugnisse - Hüten, Zucht und Mästen von Vieh - Vermietung normalerweise in land-, forst- und fischwirtschaftlichen Betrieben verwendeter Mittel zu landwirtschaftlichen Zwecken - technische Hilfe - Vernichtung schädlicher Pflanzen und Tiere, Behandlung von Pflanzen und Böden durch Besprühen - Betrieb von Be- und Entwässerungsanlagen - Beschneiden und Fällen von Bäumen und andere forstwirtschaftliche Dienstleistungen." § 17 EStG 1988: "(4) Für die Ermittlung des Gewinnes können weiters mit Verordnung des Bundesministers für Finanzen Durchschnittssätze für Gruppen von Steuerpflichtigen aufgestellt werden. Die Durchschnittssätze sind auf Grund von Erfahrungen über die wirtschaftlichen Verhältnisse bei der jeweiligen Gruppe von Steuerpflichtigen festzusetzen. Solche Durchschnittssätze sind nur für Fälle aufzustellen, in denen weder eine Buchführungspflicht besteht noch ordnungsmäßige Bücher geführt werden, die eine Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich ermöglichen. (5) In der Verordnung werden bestimmt: 1. Die Gruppen von Betrieben, für die Durchschnittssätze anzuwenden sind. 2. Die für die Einstufung jeweils maßgeblichen Betriebsmerkmale. Als solche kommen insbesondere in Betracht: a) Bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben die Betriebsart und der Einheitswert. b) Bei anderen Betrieben die örtliche Lage, die Ausstattung, der Wareneingang oder Wareneinsatz, die Zahl der Arbeitskräfte und die Stabilität der Erträge und Aufwendungen. 3. Die Art der Gewinnermittlung für die einzelnen Gruppen von Betrieben durch Aufstellung von Reingewinnsätzen und Reingewinnprozentsätzen vom Einheitswert oder vom Umsatz oder von anderen, für einen Rückschluß auf den Umsatz und Gewinn geeigneten äußeren Betriebsmerkmalen. In der Verordnung kann bestimmt werden, daß für die Gewinnermittlung nur die Betriebsausgaben oder Betriebsausgabenteile nach Durchschnittssätzen ermittelt werden. 4. Der Veranlagungszeitraum, für den die Durchschnittssätze anzuwenden sind. 5. Der Umfang, in dem jenen Steuerpflichtigen, die den Gewinn nach Durchschnittssätzen ermitteln, Erleichterungen in der Führung von Aufzeichnungen gewährt werden." § 21 EStG 1988: "§ 21. (1) Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft sind: 1. Einkünfte aus dem Betrieb von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau, Gartenbau, Obstbau, Gemüsebau und aus allen Betrieben, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe der Naturkräfte gewinnen. Werden Einkünfte auch aus zugekauften Erzeugnissen erzielt, dann gilt für die Abgrenzung zum Gewerbebetrieb § 30 Abs. 9 bis 11 des Bewertungsgesetzes 1955 . 2. Einkünfte aus Tierzucht- und Tierhaltungsbetrieben im Sinne des § 30 Abs. 3 bis 7 des Bewertungsgesetzes 1955 . 3. Einkünfte aus Binnenfischerei, Fischzucht und Teichwirtschaft sowie aus Bienenzucht. 4. Einkünfte aus Jagd, wenn diese mit dem Betrieb einer Landwirtschaft oder einer Forstwirtschaft im Zusammenhang steht. (2) Zu den Einkünften im Sinne des Abs. 1 gehören auch: 1. Einkünfte aus einem land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb. Als Nebenbetrieb gilt ein Betrieb, der dem land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb zu dienen bestimmt ist. 2. Gewinnanteile der Gesellschafter von Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Mitunternehmer anzusehen sind, sowie die Vergütungen, die die Gesellschafter von der Gesellschaft für ihre Tätigkeit im Dienste der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder für die Überlassung von Wirtschaftsgütern bezogen haben. Voraussetzung ist jedoch, daß die Tätigkeit der Gesellschaft ausschließlich als land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit anzusehen ist. 3. Veräußerungsgewinne im Sinne des § 24." § 23 EStG 1988: "§ 23. Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind: 1. Einkünfte aus einer selbständigen, nachhaltigen Betätigung, die mit Gewinnabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Betätigung weder als Ausübung der Land- und Forstwirtschaft noch als selbständige Arbeit anzusehen ist. ..." Die Verordnung des Bundesministers für Finanzen über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für die Ermittlung des Gewinnes aus Land- und Forstwirtschaft (LuF PauschVO 2001), BGBl. II Nr. 54/2001 idF BGBl. II Nr. 416/2001 (EuroStUV 2001) lautet auszugsweise: "§ 1. (1) Der Gewinn eines land- und forstwirtschaftlicher Betriebes, dessen Inhaber hinsichtlich dieses Betriebes weder zur Buchführung verpflichtet ist noch freiwillig Bücher führt, kann nach den Bestimmungen dieser Verordnung ermittelt werden. Es ist dabei nur die Anwendung der Verordnung auf einen gesamten land- und forstwirtschaftlichen Betrieb zum Zwecke einer Berechnung der Einkommensteuer gemäß § 33 Einkommensteuergesetz 1988 zulässig. Eine Anwendung bloß auf einzelne Betriebszweige oder einzelne betriebliche Teiltätigkeiten ist unzulässig. (2) Als maßgebender Einheitswert des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes gilt der Einheitswert des während des Veranlagungsjahres bewirtschafteten land- und forstwirtschaftlichen Vermögens zuzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres bewirtschafteten Zupachtungen und abzüglich der Einheitswertanteile der während des Veranlagungsjahres nicht selbst bewirtschafteten Verpachtungen. Für die Ermittlung der Einheitswertanteile der Zu- und Verpachtung ist hinsichtlich des Hektarsatzes § 125 Abs. 1 lit. b der Bundesabgabenordnung , BGBl. Nr. 194/1961 , in der jeweils geltenden Fassung maßgebend. ... (4) Durch diese Verordnung werden nur die regelmäßig in den Betrieben anfallenden Rechtsgeschäfte und Vorgänge pauschal berücksichtigt, die auch von Artikel 25 der Richtlinie des Rates vom 13. Juni 1977 Nr. 77/388/EWG, ABl. Nr. L 145, in der jeweils gültigen Fassung erfasst sind. ... § 6. (1) Der Gewinn aus land- und forstwirtschaftlichem Nebenerwerb, aus be- oder verarbeiteten eigenen und zugekauften Urprodukten sowie aus dem Buschenschank im Rahmen des Obstbaues ist durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung gesondert zu ermitteln. Bei der Ermittlung des Grundbetrages (§ 2) scheidet der auf diese Tätigkeit entfallende Anteil des Einheitswertes aus. (2) Als land- und forstwirtschaftlicher Nebenerwerb sind Nebentätigkeiten zu verstehen, die nach ihrer wirtschaftlichen Zweckbestimmung zum land- und forstwirtschaftlichem Hauptbetrieb im Verhältnis der wirtschaftlichen Unterordnung stehen. (3) Bei der Ermittlung des Gewinnes aus Buschenschank im Rahmen des Obstbaues sowie aus be- und/oder verarbeiteten Urprodukten (Abs. 1) sind die Betriebsausgaben mit 70% der gegenüberstehenden Betriebseinnahmen (einschließlich Umsatzsteuer) anzusetzen. Voraussetzung für die Zurechnung der Be- und/oder Verarbeitung des Urproduktes (Abs. 1) zur Land- und Forstwirtschaft ist, dass die Be- und/oder Verarbeitung nach ihrer wirtschaftlichen Zweckbestimmung zum land- und forstwirtschaftlichen Hauptbetrieb im Verhältnis der wirtschaftlichen Unterordnung steht.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
UFS-Entscheidungen
Dokumenttyp
Berufungsentscheidung - Steuer (Senat)
Geschäftszahl
RV/0215-W/08
Stammnummer
59701
Gültig
05.06.2012 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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