Findok · EAS-Auskünfte
EAS 974
Zinsenverzicht seitens der deutschen Muttergesellschaft
geltende FassungEAS-AuskunftK 1/25-IV/4/96vom 02.12.1996
Wortlaut laut Findok
Gewährt eine deutsche
Muttergesellschaft ihrer österreichischen Tochtergesellschaft (die
über eine branchenübliche Eigenkapitalausstattung verfügt) ein
Darlehen mit einer angemessenen Verzinsung, dann stellt der hiebei anfallende
Zinsenfluss in Österreich steuerwirksamen Aufwand und in Deutschland
korrespondierend steuerwirksamen Ertrag dar.
Verzichtet die deutsche Muttergesellschaft
(fremdunüblich) auf diesen Zinsenertrag, dann wird hiedurch auf deutscher
Seite die Besteuerungsgrundlage einseitig geschmälert, wenn Deutschland
nach innerstaatlichem Recht nicht in der Lage sein sollte, fiktiven Zinsenertrag
zu besteuern. Es ist einzuräumen, dass ein Verstoß gegen den
Fremdverhaltensgrundsatz in einem DBA-Partnerstaat den anderen DBA-Partnerstaat
auch dann nicht davon entbindet, seinerseits die Prinzipien des Fremdverhaltens
zu beachten, wenn dieser Verstoß
zugunsten des Steuerpflichtigen
erfolgt.
Allerdings wird in Fällen dieser Art, auf
österreichischer Seite eingehendst zu hinterfragen sein, ob ein
Gestaltungsablauf, der sich im schließlichen Endergebnis als
Gewährung eines zinsenlosen Darlehens herausstellt, nicht in Wahrheit als
Zuführung von weiterem Gesellschafterkapital anzusehen ist (wirtschaftliche
Betrachtungsweise). Die Vermutung spricht dafür.
2. Dezember
1996 Für den Bundesminister: Dr. Loukota
Für die
Richtigkeit der Ausfertigung:
Normen und Schlagworte
- DBA D (E, V), Doppelbesteuerungsabkommen Bundesrepublik Deutschland (Einkommen und Vermögen), BGBl. Nr. 221/1955
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- EAS-Auskünfte
- Dokumenttyp
- EAS-Auskunft
- Geschäftszahl
- K 1/25-IV/4/96
- Stammnummer
- 14991
- Gültig
- 02.12.1996 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:11
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF