Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7103037/2023
Erwerb von Sprachkenntnissen in einem Vorstudienlehrgang
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7103037/2023vom 26.08.2024Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke im Beschwerdeverfahren betreffend die Beschwerde der ***1*** ***2***, ***3***, ***4***, vom 20.3.2022, Postaufgabe 23.3.2022, gegen den Bescheid des Finanzamts Österreich vom 2.3.2022, Ordnungsbegriff ***5***, mit welchem der Antrag vom 7.1.2022 auf Familienbeihilfe für die im Juli 2003 geborene ***6*** ***2*** ab August 2021 und für die im August 2001 geborene ***7*** ***8*** ***2*** ab Juni 2021 abgewiesen wurde, zufolge der Beschwerdevorentscheidung vom 25.7.2023 und des Vorlageantrags vom 30.7.2022 vor dem Bundesfinanzgericht verfahrensgegenständlich nur mehr betreffend ***6*** ***2*** der Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und betreffend ***7*** ***8*** ***2*** der Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022, zu Recht erkannt:
I. Die Beschwerde wird im Umfang des Vorlageantrags gemäß § 279 BAO als unbegründet abgewiesen.
Der Spruch des angefochtenen Bescheids, soweit dieser nicht bereits aufgehoben worden ist, bleibt betreffend ***6*** ***2*** der Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und betreffend ***7*** ***8*** ***2*** der Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022 unverändert.
II. Gegen diese Entscheidung ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG eine Revision nicht zulässig.
Entscheidungsgründe
Anträge
Am "5.1.2021" (laut Eingangsstempel, richtig ist möglicherweise 5.1.2022 oder, wie im angefochtenen Bescheid, 7.1.2022, datiert jeweils mit 15.7.2021) beantragte die Beschwerdeführerin (Bf) ***1*** ***2*** Familienbeihilfe für ihre beiden Töchter, die im Juli 2003 geborene ***6*** ***2*** und für die im August 2001 geborene ***7*** ***8*** ***2*** mit den Formularen Beih 100-PDF.
Die Bf sei österreichische Staatsbürgerin, wohnhaft ***3***, ***4***. Ihr Partner und Vater der Kinder sei ***9*** ***2***, philippinischer Staatsbürger, wohnhaft im gemeinsamen Haushalt in Österreich und Student. Ihre beiden Töchter seien ebenfalls österreichische Staatsbürger und befänden sich sich an einer Universität voraussichtlich bis Juni 2026 in Ausbildung. Beigefügt waren Meldebestätigungen, wonach die Töchter seit 7.6.2021 bei ihrer Mutter in Österreich mit Hauptwohnsitz gemeldet seien, Geburtsurkunden, Staatsbürgerschaftsnachweise, Rechnungen eines Sprachinstituts über Sprachkurse und Lernbehelfe für beide Töchter.
Weiters war ein mit 5.1.2022 datiertes Schreiben der Bf beigefügt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit September 2021 habe ich mehrmals vergeblich versucht Kinderbeihilfe für meine beiden Töchter ***7***-***8*** ***2*** und ***6*** ***2*** zu beantragen, die seit Juli 2021 endgültig zu mir nach Österreich gezogen sind und für die immer schon gesorgt habe und Unterhalt bezahlt habe. Wie haben immer in einem Haushalt gelebt. Sie haben im August 2021 Anträge auf Zulassung an der Uni Wien gestellt. ***6*** ist seit 8.10.2021 zugelassen. ***7***-***8*** muß noch ein Dokument nachreichen und wird am kommenden Montag, 10.1.2022, weiter um Zulassung auf der Uni Wien beantragen.
Beide Töchter haben seit September bis heute an Deutschkursen erfolgreich teilgenommen, dessen Gebühren ich auch bezahlt habe. Als Alleinverdienerin habe ich mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen; deshalb bitte ich um schnellstmögliche Bearbeitung meines Antrages auf Familienbeihilfe.
Hochachtungsvoll,
***1*** ***2***
Bescheid der Universität Wien betreffend ***6*** ***2***
Die Universität Wien entschied mit Bescheid vom 8.10.2021, dass ***6*** ***2*** zum Bachelorstudium Erdwissenschaften zugelassen werde.
Der Nachweis von Deutschkenntnissen gemäß A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen wurde im Rahmen der Antragstellung erbracht.
Die Ergänzungsprüfung Deutsch wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Die Ergänzungsprüfung Englisch wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Die Ergänzungsprüfung Geographie/Geschichte wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Nach der Absolvierung der oben genannten Leistungen wird die Zulassung zum ordentlichen Studium entsprechend Ihrem Antrag erteilt.
Die zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zulassung geltende Rechtslage ist maßgeblich.
Begründend wurde von der Universität ausgeführt:
Die mit Ihrem Antrag vorgelegten Nachweise der allgemeinen und besonderen Universitätsreife wurden überprüft und sind in Hinblick auf Inhalte und Anforderungen einem österreichischen Nachweis der allgemeinen Universitätsreife nicht gleichwertig. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen werden Ihnen oben genannte Ergänzungsprüfungen und/oder Aufnahme/Eignungsverfahren vorgeschrieben, die vor der Zulassung zum ordentlichen Studium abzulegen sind.
Falls Ihnen oben im Spruch Ergänzungsprüfungen vorgeschrieben wurden:
Sie haben mit diesem Bescheid das Recht, den Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten (VWU) als außerordentliche/r Studierende/r zu besuchen. Der VWU ist ein Universitätslehrgang gemäß § 75 Abs 1 UG und § 64 Abs 1 Z 4 NAG, der zur Vorbereitung und Ablegung von Ergänzungsprüfungen eingerichtet wurde. Die Anmeldung zu Kursen erfolgt zu den vom VWU festgelegten Fristen. Ihre persönliche Anwesenheit in Österreich zur Einschreibung und Absolvierung der Kurse und der Prüfungen ist erforderlich. Mit der Zulassung als außerordentliche/r Studierende/r zum VWU (A 992 840 "Universitätslehrgang Vorstudienlehrgang") gilt als Nachweis der positiven Absolvierung der vorgeschriebenen Ergänzungsprüfung(en) ausschließlich das Zeugnis des VWU.
Falls im beantragten Studium ein Aufnahme-/Eignungsverfahren durchgeführt wird: Es sind zusätzlich zur allgemeinen und besonderen Universitätsreife Leistungen zu erbringen, die für die Zuteilung eines Studienplatzes für ein Studienjahr maßgeblich sind. Mit diesem Zulassungsbescheid ist das Recht verbunden, an diesen Verfahren teilzunehmen. Nur bei positiver Absolvierung dieser Leistungen kann die Zulassung zum ordentlichen Studium erteilt werden. Die Teilnahme am VWU ist auch ohne Absolvierung des Aufnahme- oder Eignungsverfahrens zulässig.
Bescheid
Mit Bescheid vom 2.3.2022 wies das Finanzamt den Antrag der Bf "vom 7.1.2022" auf Familienbeihilfe für die im Juli 2003 geborene ***6*** ***2*** ab August 2021 und für die im August 2001 geborene ***7*** ***8*** ***2*** ab Juni 2021 mit folgender Begründung ab:
Zu ***2*** ***6***:
Für ein volljähriges Kind steht die Familienbeihilfe während einer Berufsausbildung bzw. - fortbildung zu.
Bei Ihrem Kind trifft diese Voraussetzung nicht zu (§ 2 Abs. 1 lit. b Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
Die Absolvierung der Deutschkurse bzw. der Vorstudienlehrgang stellt keine Berufsausbildung im Sinne des FLAG 1967 dar.
Anmerkung: Im Einzelfall wäre jedoch eine Familienbeihilfengewährung im Nachhinein möglich, falls der Studierende den Vorstudienlehrgang tatsächlich absolviert, mit einem Studium beginnt und dieses zumindest eine gewisse Zeit erfolgreich betreibt (16 ECTS Punkte nach dem 1. Studienjahr). In diesem Fall wäre dann dieser Vorstudienlehrgang ein dokumentierter Teil einer Berufsausbildung. Eine Gewährung im Vorfeld d.h. laufende Gewährung ist jedoch nicht möglich.
Zu ***2*** ***7*** ***8***:
Für ein volljähriges Kind steht die Familienbeihilfe während einer Berufsausbildung bzw. -fortbildung zu.
Bei Ihrem Kind trifft diese Voraussetzung nicht zu (§ 2 Abs. 1 lit. b Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
Die Absolvierung der Deutschkurse bzw. der Vorstudienlehrgang stellt keine Berufsausbildung im Sinne des FLAG 1967 dar.
Anmerkung: Im Einzelfall wäre jedoch eine Familienbeihilfengewährung im Nachhinein möglich, falls der Studierende den Vorstudienlehrgang tatsächlich absolviert, mit einem Studium beginnt und dieses zumindest eine gewisse Zeit erfolgreich betreibt (16 ECTS Punkte nach dem 1. Studienjahr). In diesem Fall wäre dann dieser Vorstudienlehrgang ein dokumentierter Teil einer Berufsausbildung. Eine Gewährung im Vorfeld d.h. laufende Gewährung ist jedoch nicht möglich.
Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe vom 2.3.2022
Am 2.3.2022 erstelle das Finanzamt an die Bf eine Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe:
Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe
Wir haben Ihren Anspruch auf Familienbeihilfe überprüft und können Ihnen diesen im folgenden Umfang gewähren:
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Name des Kindes
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Geb.dat.
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von - bis
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Wohnstaat
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***2*** ***6***
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***10***
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Juni 2021 - Juli 2021
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Österreich
Für folgendes Kind haben Sie keinen Anspruch mehr. Wir stellen daher die Auszahlung mit Ablauf des Anspruchsendes ein.
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Name des Kindes
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Geb.dat.
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Anspruchsende
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***2*** ***6***
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***10***
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Juli 2021
Wir werden Ihre noch nicht ausbezahlten Ansprüche monatlich auf folgendes Konto überweisen:
IBAN: ***11***
Eine eventuell zustehende Nachzahlung erhalten Sie bereits in den nächsten Tagen.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Sie Familienbeihilfe erneut beantragen können, wenn in späterer Folge der Anspruch auf Familienbeihilfe wieder entstehen sollte (z. B. bei Berufsausbildung oder Fortsetzung der Berufsausbildung nach Beendigung des Präsenz- oder Zivildienstes).
Bitte kontaktieren Sie wegen der Mitversicherung in der Krankenversicherung Ihren Krankenversicherungsträger.
Für untenstehendes Kind ist eine Direktauszahlung vorgemerkt. Sämtliche bisher noch nicht ausgezahlten Familienbeihilfen und Kinderabsetzbeträge für dieses Kind werden daher auf das angeführte Konto überwiesen.
Name: ***2*** ***6***
IBAN: ***13***
Bitte werfen Sie diese Mitteilung nicht weg!
Sie können diese als Nachweis über den Bezug der Familienbeihilfe bei anderen Behörden, Sozialversicherungsträgern, Ihrem Dienstgeber etc. vorlegen.
Unterlagenvorlage
Am 4.3.2022 langte beim Finanzamt eine Kopie eines Teils der u:card von ***7*** ***8*** ***2*** ein.
Beschwerde
Am 23.3.2022 wurde folgende mit 20.3.2022 datierte und nicht unterschriebene Beschwerde zur Post gegeben:
Beschwerde gegen Abweisungsbescheid
Antrag • Familienbeihilfe vom 7. Januar 2022 für ***7*** und ***6*** ***2*** ***5***
Sehr geehrte Damen und Herren von der FBH Stelle,
Besten Dank für Ihre Mühe mit der Bearbeitung meines Antrages.
Erlauben Sie mir hiermit höflichst Beschwerde gegen Ihren Abweisungsbescheid meines Antrages auf FBH vom 7. Januar 2022, aus folgenden Gründen:
• Berücksichtigung der besonderen Situation ohne eigenem Verschulden meiner Töchter ***6*** und ***7*** ***2***, die sich dadurch auszeichnet - daß sie als österreichische Staatsbürgerinnen mit ausländischer Matura (beide mit ausgezeichnetem Erfolg) - die Aufnahmeprozedur der Universität Wien durchlaufen müssen - die sehr bürokratisch und langwierig ist (also nicht das Verschulden meiner Töchter) - die seit Juni 2021 ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben - und sich im Juli 2021 bereits auf der Uni Wien für Ihre Studien ordnungsgemäß angemeldet haben. Beide wurden als außerordentliche Studentinnen im Oktober 2021 auf der Uni Wien zwar aufgenommen - hatten aber damit ohne eigenes Verschulden - die Aufnahmefrist für die Vorbereitungskurse der Uni Wien versäumt - und hatten somit das Wintersemester 2021 verloren. ***6*** und ***7*** haben das WS bestens dafür genutzt in privaten Sprachschulen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern - was für mich als Alleinverdienerin zu sehr hohen Zusatzkosten geführt hat. Erst jetzt im Sommersemester 2022 hatten beide Töchter die Gelegenheit mit ihren Vorbereitungskursen anzufangen. ***7*** in der Zwischenzeit mit einem C1 Deutschzertifikat, besucht gerade den Vorbereitungskurs für die Ergänzungsprüfung Geschichte - die sie im Juni 2022 ablegen wird.
Sie hat sich für die Aufnahmeprüfung für das Studium der Psychologie - die am 23.8.2022 stattfindet wird, angemeldet und bereitet sich auch auf diese vor. Wenn alles gut geht - wird ***7*** ab dem WS 2022 mit dem ordentlichen Studium der Psychologie beginnen. ***6*** hat mit ihrem B2 Vorbereitungskurs begonnen und wird im WS 2022 ihre Zusatzprüfungen für C1 Deutsch wie Geschichte ablegen - und voraussichtlich im SS 2023 mit ihrem ordentlichen Studium an der Uni Wien beginnen. Vorbereitungskurse sind für Studentinnen mit ausländischer Matura Teil des ordentlichen Studiums - deswegen sollte mein Antrag auf FBH mit sofortiger Wirkung stattgegeben werden.
• Da ***7*** und ***6*** durch ihre gesamte Schulzeit immer mit Auszeichnung abgeschlossen haben - und sehr lernbegierige, pflichtbewußte und zielstrebige Studentinnen sind, und die langwierigen, komplizierten wie sehr kostspieligen (3.120 Euro Vorbereitungskursgebühren pro Semester) Aufnahmebedingungen der Uni Wien - bei beiden zu einer Demoralisierung geführt haben - bitte ich Sie dringendst Ihren Abweisungsbescheid zu überdenken und meinem Antrag stattzugeben. Meine Töchter - haben wie alle anderen Jugendlichen ein grundlegendes Menschenrecht auf Ausbildung.
• Als Alleinverdienerin sah ich mich wegen der zusätzlichen Ausbildungskosten (siehe 2. Absatz) gezwungen Schulden aufzunehmen - um die fortlaufende Ausbildung meiner beiden Töchter sicherzustellen.
• Meines Wissens nach - gibt es immer wieder Jugendlichen - die keiner "ordentlichen" Berufsausbildung aus ganz unterschiedlichen Gründen - nachgehen - und TROTZDEM weiterhin FBH bekommen. Deshalb bitte ich Sie auch meinen Töchtern die gleichen Rechte zukommen zu lassen - v.a. da meine beiden Töchter sich Unterstützung durch den österreichischen Staat durch ihren fortlaufenden Fleiß, ihre Motivation und ihren Zielen, mit ihrer beruflichen Ausbildung zur weiteren gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.
• Zu bemerken wäre - daß ich als Auslandsösterreicherin seit 2001 bis ich im Juli 2020 zurück nach Österreich gezogen bin - und seit dem durch meine fortlaufende Beschäftigung - Sozialversicherung bezahlt habe, dh. seit 21 Jahren ohne Unterbrechung aktiv zum Familienbeihilfentopf beigetragen habe - aber wir davon bis zum heutigen Tag niemals die Früchte unserer Beiträge genießen durften.
• Damit einhergehend kann ich weder Familienbonus noch andere Steuerbegünstigungen- und das als Alleinverdienerin mit einem geringen Gehalt - in Anspruch nehmen.
Aus allen o.g. Gründen bitte ich Sie sehr - nochmals Ihre Entscheidung zu überdenken und Gerechtigkeit walten zu lassen - wie die Zukunft unseres Landes - unsere Jugend rechtmäßig zu unterstützen.
Besten Dank für Ihr Verständnis und Ihre Geduld.
Hochachtungsvoll
***1*** ***2***
Ausbildungsnachweise
Aktenkundig ist ein Studienblatt der Universität Wien für ***7*** ***8*** ***2*** für das Sommersemester 2022 betreffend Bachelorstudium Europäische Ethnologie UG2002 ab 1.3.2022:
[Grafik]
sowie Studienbestätigungen für das Sommersemester 2022. Laut Begleitschreiben der Bf vom 14.4.2022 ist die jüngere Tochter ***6*** ***2*** weiterhin außerordentliche Studentin und legt ordnungsgemäß Prüfungen ab.
Information vom 8.2.2021
Am 8.2.2021 schrieb die Bf dem Finanzamt:
Referenznummer. ***5*** - Familienbeihilfenbezug ***7***-***8*** ***2***
8.2.2023
Sehr geehrte Sachbearbeiterinnen der Familienbeihilfe,
Bezugnehmend auf meine Beschwerde im Zusammenhang mit der Auszahlung der Familienbeihilfe an meine Töchter ***7***-***8*** ***2*** und ***6*** ***2***, die beide noch bei mir wohnen, finden Sie anbei die ETC Nachweise meiner Tochter ***7***-***8*** ***2*** mit der Bitte ihr auf ihrem Konto die Familienbeihilfe rückwirkend ab 1. Juni 2021 zu überweisen.
***7*** und ***6*** haben seit Ankunft in Österreich bis zum heutigen Tag ihre Studien ununterbrochen fortgesetzt:
***7***:
[Grafik]
Bitte den rückwirkenden Familienbeihilfenbezug meiner Tochter ***7*** auch im Finanz Online vermerken, damit ich steuerrechtlich Familienbonus in Anspruch nehmen kann. Meine Arbeitnehmerveranlagung 2021 ist nach wie vor noch nicht bearbeitet worden, da wir noch keine Familienbeihilfenauszahlungen haben.
Meine Tochter ***6*** wird im März 2023 ihre C1 Deutschprüfung und Geschichte Zusatzprüfungen ablegen - und als ordentliche Studentin an der Uni Wien anerkannt werden. Ev. hat sie im Juli 2023 ausreichend ETC Punkte für die rückwirkende Auszahlung ihrer Familienbeihilfe seit August 2021. 2 Monate Familienbeihilfe hat sie für Juni und Juli 2021 bereits auf ihr Konto damals überwiesen bekommen.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, unser Anliegen so schnell wie möglich zu erledigen.
Hochachtungsvoll
***1*** ***2***
Beigefügt waren Bestätigungen über positiv absolvierte Prüfungen betreffend ***7*** ***8*** ***2*** vom 7.2.2023:
[Grafik]
[Grafik]
Beschwerdevorentscheidung
Das Finanzamt entschied mit Beschwerdevorentscheidung vom 25.7.2023:
Ihrer Beschwerde vom 20.03.2022 wird teilweise stattgegeben, der angefochtene Bescheid wird abgeändert.
Bei ***7*** besteht für den Zeitraum von Juni 2021 bis Februar 2022 ebenso wie bei ***6*** für den Zeitraum von August 2021 bis Februar 2023 weiterhin kein Anspruch auf die Familienbeihilfe.
Die Familienbeihilfe kann für ***7*** ab März 2022 und für ***6*** ab März 2023 gewährt werden.
Begründung
Weder die Absolvierung des Aufnahmetests noch der Besuch von Deutschkursen und die Ablegung von Zusatzprüfungen Aufnahme eines Studiums an einer österreichischen Universität stellen eine Berufsausbildung im Sinne des FLAG 1967 dar. Der Verwaltungsgerichtshof hat zum Besuch von Lehrveranstaltungen als außerordentlicher Hörer u.a. ausgeführt, dass der Besuch einzelner Lehrveranstaltungen als außerordentlicher Hörer zur Erreichung der für die Zulassung (hier zur Studienberechtigungsprüfung) vorgeschriebenen Vorbildung dienen mag, sich aber vor allem in quantitativer Hinsicht nicht vom Besuch von Lehrveranstaltungen oder Kursen aus privatem Interesse unterscheidet und daher noch nicht als Ausbildung zu erkennen ist, in deren Rahmen sich noch nicht berufstätige Personen das für das künftige Berufsleben erforderliche Wissen aneignen (vgl. VwGH 01.03.2007, 2006/15/0178).
Demnach ist festzuhalten, dass die Inskription als außerordentliche Studierende zur Absolvierung eines Vorstudienlehrgangs ohne nachfolgendes einschlägiges Studium nicht als Berufsausbildung im Sinne des § 2 Abs 1 FLAG 1967 angesehen werden kann.
Bei ***7*** liegt ab März 2022 ein aufrechtes ordentliches Studium vor, somit besteht ein Anspruch auf Familienbeihilfe ab März 2022. Bei ***6*** liegt ab März 2023 ein aufrechtes ordentliches Studium vor und somit besteht bei ***6*** erst ab März 2023 ein Anspruch auf Familienbeihilfe.
Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe vom 25.7.2023
Am 25.7.2023 erstellte das Finanzamt an die Bf eine Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe:
Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe
Wir haben Ihren Anspruch auf Familienbeihilfe überprüft und können Ihnen diesen im folgenden Umfang gewähren:
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Name des Kindes
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Geb.dat.
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von - bis
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Wohnstaat
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***2*** ***6***
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***10***
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März 2023 - Sep. 2024
Juni 2021 - Juli 2021
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Österreich
Österreich
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***2*** ***7*** ***8***
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***12***
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März 2022 - Sep. 2023
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Österreich
Wir werden Ihre noch nicht ausbezahlten Ansprüche monatlich auf folgendes Konto überweisen:
IBAN: ***11***
Eine eventuell zustehende Nachzahlung erhalten Sie bereits in den nächsten Tagen.
Für untenstehendes Kind ist eine Direktauszahlung vorgemerkt. Sämtliche bisher noch nicht ausgezahlten Familienbeihilfen und Kinderabsetzbeträge für dieses Kind werden daher auf das angeführte Konto überwiesen.
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Name des Kindes
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IBAN
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***2*** ***6***
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***13***
Bitte teilen Sie uns Tatsachen, die bewirken können, dass Ihre Ansprüche erlöschen und Änderungen der in Ihrem Antrag angeführten Daten auch im eigenen Interesse umgehend mit.
Sie vermeiden so Rückforderungen, wenn Ihr Kind z. B. die Berufsausbildung beendet oder eigene Einkünfte hat.
Bitte werfen Sie diese Mitteilung nicht weg!
Sie können diese als Nachweis über den Bezug der Familienbeihilfe bei anderen Behörden, Sozialversicherungsträgern, Ihrem Dienstgeber etc. vorlegen.
Vorlageantrag
Am 30.7.2023 stellte die Bf im Wege von FinanzOnline Vorlageantrag:
Sehr geehrte Damen und Herren, Herzlichen Dank für die Nachzahlung der Familienbeihilfe für unsere beiden Töchter ***7*** und ***6***. Wir wissen dies zu schätzen. Erlauben Sie mir erneut eine Beschwerde gegen Ihren Beschwerdenvorentscheid vom 28.7.2023 einzulegen. Da meine Kinder sich immer noch und fortlaufend im Ausbildungsprozess befinden und uns die Zulassungsuflagen der Uni Wien für österreichische Studentinnen mit aussereuropäischer Matura nicht als Nicht mehr in Ausbildung zur Last gelegt werden kann, obwohl de facto sowohl im engeren wie weiteren juristischen Sinne die beiden sich ab 1. Juni 2021 mit Wechsel ihres Lebensmittelpunktes nach Österreich in Ausbildung befanden. Solche Fälle wurden bereits wie von nder ÖH wie auch von der Volkshilfe und der Caritas bwlwgt werswn kann, positiv zu Gunsten der Auszubildenden entschieden. Deshalb bitte ich, wie in meiner ursprünglichen Beschwerde erbeten, die Nachzahlung für ***7*** ab Juni 2021 und für ***6*** ab August 2021, da sie Juni nind Juli 2021 bereits im Juli 2021 ausbezahlt bekommen hat. Mit bestem Dank für Ihre Mühen verbleibe ich. Hochachtungsvoll ***1*** ***2***
Vorlage
Mit Bericht vom 12.9.2023 legte das Finanzamt Österreich, Dienststelle Tirol Ost (FA83), die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte aus:
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt:
Die Kindesmutter ***2*** ***1*** (SVNr. ***14***) stellte mit 07.01.2022 Anträge auf Gewährung der Familienbeihilfe für ihre beiden Töchter ***2*** ***7*** (geb. ***12***) und ***2*** ***6*** (geb. ***10***) ab 01.06.2021, da die Kinder im Juni 2021 von den Philippinen nach Österreich gezogen sind und seither ihren Lebensmittelpunkt bei der Kindesmutter in Österreich haben.
Da das Aufnahmeprozedere an der Universität Wien durch die ausländische Matura sehr bürokratisch war, konnte die ältere Tochter ***7*** erst mit 01.03.2022 den universitären Vorstudienlehrgang starten, welchen sie aber gleich wieder abbrach, da sie ab dem SS2022 bereits als ordentlich Studierende das Bachelorstudium Europäische Ethnologie startete. Vorher besuchte sie von 10/2021 bis 12/2021 einen Intensivkurs Deutsch.
Die jüngere Tochter ***6*** besuchte von 02/2022 bis 03/2023 den universitären Vorstudienlehrgang und schloss diesen am 28.03.2023 erfolgreich ab, weshalb sie ab diesem Zeitpunkt als ordentliche Studierende das Bachelorstudium Geschichte startete. Laut Unterlagen besuchte sie von 11/2021 bis 12/2021 einen Intensivkurs Deutsch.
Dem am 07.01.2022 eingebrachten Antrag auf Familienbeihilfe ab Juni 2021 wurde für die Tochter ***6*** für die Monate 06-07/2021 entsprochen, da sie in dieser Zeit noch minderjährig war. Für den Zeitraum ab 08/2021 bei ***6*** bzw. ab 06/2021 bei ***7*** wurde der Antrag abgewiesen, da die Absolvierung der Deutschkurse bzw. des Vorstudienlehrganges allein keine Berufsausbildung iSd. FLAG darstelle.
Gegen den Abweisungsbescheid vom 02.03.2023 legte die Kindesmutter am 23.03.2023 fristgerecht Beschwerde ein und führte begründend aus, dass ein grundsätzliches Menschenrecht auf Ausbildung bestehe und auch andere Jugendliche ohne ordentlicher Berufsausbildung Familienbeihilfe beziehen würden. Mit Beschwerdevorentscheidung vom 25.07.2023 wurde der Beschwerde dahingehend teilweise stattgegeben, dass bei ***7*** ab März 2022 bzw. bei ***6*** ab März 2023 eine Berufsausbildung (Studium) vorliegt und die Familienbeihilfe ab diesen Zeitpunkten gewährt werden kann. Weder der Besuch von Deutschkursen noch die Absolvierung eines Vorstudienlehrganges an sich könne als Berufsausbildung iSd. § 2 Abs. 1 FLAG angesehen werden. Dagegen richtet sich der Vorlageantrag vom 30.07.2023 in dem angeführt wird, dass sich die beiden Kinder der Antragstellerin seit der Verlagerung ihres Lebensmittelpunktes nach Österreich in Ausbildung befinden würden.
Beweismittel:
lt. Inhaltsverzeichnis
Stellungnahme:
Der Besuch von allgemeinen - nicht auf berufsausbildung ausgerichteten - Kursen, kann nicht als Berufsausbildung iSd. FLAG gewertet werden. Daher besteht für die absolvierten Deutschkurse kein Anspruch auf Familienbeihilfe.
Universitäre Vorstudienlehrgänge zählen zu den außerordentlichen Studien und stellen an sich keine Berufsausbildung iSd. FLAG dar. Im Einzelfall ist eine Familienbeihilfegewährung im Nachhinein möglich, wenn die Studierende den Vorstudienlehrgang tatsächlich erfolgreich absolviert, mit einem Studium beginnt und dieses zumindest für eine gewisse Zeit erfolgreich betreibt (16 ECTS Punkte nach dem ersten Studienjahr). In diesem Fall wäre dann dieser Vorstudienlehrgang ein dokumentierter Teil einer Berufsausbildung. Eine Gewährung im Vorfeld ist jedoch lt. Weisung des BKA nicht möglich. Da ***6*** in der Zeit von 3.2.2022 bis 28.3.2023 den Vorstudienlehrgang besuchte, erfolgreich abschloss und anschließend im SS2023 das Bachelorstudium Geschichte begann, könnte ihr im Nachhinein bei Nachweis eines entsprechenden Studienerfolges nach dem 1. Studienjahr die Familienbeihilfe für diesen Zeitraum gewährt werden. Laut übermittelten Studiendaten wurden bisher aber noch keine ECTS absolviert. ***7*** hingegen begann zwar ebenfalls am 03.02.2022 den universitären Vorstudienlehrgang, brach ihn aber schon mit 28.03.2022 ab und studierte bereits ab dem SS2022 das Bachelorstudium Europäische Ethnologie, weshalb ohnehin ein Anspruch auf Familienbeihilfe bestand.
Das Finanzamt Österreich beantragt daher die Beschwerde als unbegründet abzuweisen, bzw. im Falle des Nachweises des Studienerfolges von ***6*** der Beschwerde dahingehend teilweise stattzugeben, dass ein Familienbeihilfenanspruch für die Absolvierung des universitären Vorstudienlehrganges besteht.
Beschluss vom 26.6.2024
Mit Beschluss vom 26.6.2024, der Bf zugestellt am 2.7.2024, beschloss das Bundesfinanzgericht:
Der Beschwerdeführerin ***1*** ***2*** wird gemäß § 2a BAO i.V.m. § 85 BAO aufgetragen, folgenden Mangel der am 23.3.2022 zur Post gegebenen Beschwerde innerhalb von einer Woche ab Zustellung dieses Beschlusses durch Bekanntgabe an das Bundesfinanzgericht schriftlich oder mit Telefax (E-Mail ist nicht ausreichend) zu beheben:
Die am 23.3.2022 zur Post gegebene Beschwerde enthält keine Unterschrift. Die beigefügte Kopie der Beschwerde ist von der Beschwerdeführerin eigenhändig zu unterschreiben und dem Bundesfinanzgericht innerhalb der gesetzten Frist wiederum vorzulegen.
Begründend wurde ausgeführt:
Rechtsgrundlagen
§ 85 Abs. 1 und 2 BAO lautet:
§ 85. (1) Anbringen zur Geltendmachung von Rechten oder zur Erfüllung von Verpflichtungen (insbesondere Erklärungen, Anträge, Beantwortungen von Bedenkenvorhalten, Rechtsmittel) sind vorbehaltlich der Bestimmungen des Abs. 3 schriftlich einzureichen (Eingaben).
(2) Mängel von Eingaben (Formgebrechen, inhaltliche Mängel, Fehlen einer Unterschrift) berechtigen die Abgabenbehörde nicht zur Zurückweisung; inhaltliche Mängel liegen nur dann vor, wenn in einer Eingabe gesetzlich geforderte inhaltliche Angaben fehlen. Sie hat dem Einschreiter die Behebung dieser Mängel mit dem Hinweis aufzutragen, daß die Eingabe nach fruchtlosem Ablauf einer gleichzeitig zu bestimmenden angemessenen Frist als zurückgenommen gilt; werden die Mängel rechtzeitig behoben, gilt die Eingabe als ursprünglich richtig eingebracht.
§ 2 lit. a BAO lautet:
§ 2. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten, soweit sie hierauf nicht unmittelbar anwendbar sind und nicht anderes bestimmt ist, sinngemäß in Angelegenheiten
a) der von den Abgabenbehörden des Bundes zuzuerkennenden oder rückzufordernden bundesrechtlich geregelten
1. Beihilfen aller Art und
2. Erstattungen, Vergütungen und Abgeltungen von Abgaben und Beiträgen;
...
§ 2a BAO lautet:
§ 2a. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten sinngemäß im Verfahren vor den Verwaltungsgerichten, soweit sie im Verfahren der belangten Abgabenbehörde gelten. In solchen Verfahren ist das Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz (VwGVG) nicht anzuwenden. § 54 VwGVG gilt jedoch sinngemäß für das Verfahren der Verwaltungsgerichte der Länder.
Mangelhaftigkeit der Beschwerde
Anbringen gemäß § 85 BAO sind eigenhändig zu unterschreiben. Die Beschwerde vom 20./23.3.2022 enthält keine Unterschrift. Es ist daher der Beschwerdeführerin gemäß § 2a BAO i.V.m. § 85 BAO aufzutragen, diesen Mangel zu beheben.
Frist
Die im Spruch gesetzte Frist von einer Woche ist dem voraussichtlich verbundenen Aufwand angemessen.
Zur Nachricht
(Belehrung gemäß § 280 Abs. 4 BAO)
Gegen diesen verfahrensleitenden Beschluss ist eine abgesonderte Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof (§ 88a Abs. 3 Verfassungsgerichtshofgesetz 1953 - VfGG) oder eine abgesonderte Revision an den Verwaltungsgerichtshof (§ 25a Abs. 3 Verwaltungsgerichtshofgesetz 1985 - VwGG) nicht zulässig.
Die vom Gericht festgesetzte Frist kann gemäß § 2a BAO i. V. m. § 110 Abs. 2 BAO über rechtzeitigen begründeten Antrag verlängert werden.
Wenn die vom Gericht gesetzte Frist ohne vollständiger Behebung des Mangels abgelaufen ist, gilt die Beschwerde als zurückgenommen. Wird die Mangel rechtzeitig behoben, gilt die Beschwerde als ursprünglich richtig eingebracht.
Mängelbehebung
Am 3.7.2024 wurde fristgerecht die von der Bf eigenhändig unterschriebene Beschwerde zur Post gegeben und langte am 5.7.2024 beim Gericht ein.
Beschluss vom 15.7.2024
Am 15.7.2024 beschloss das Gericht:
Das Finanzamt Österreich wird gemäß § 269 Abs. 2 BAO ersucht zu ermitteln, welcher Zeitaufwand für ***6*** ***2*** im Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und welcher Zeitaufwand für ***7*** ***8*** ***2*** im Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022 mit der Vorbereitung für die Aufnahme eines ordentlichen Universitätsstudiums verbunden war, wobei für jeden einzelnen Monat darzustellen ist, ob und bejahendenfalls welche Kurse besucht wurden und wie hoch einerseits die jeweilige Kurszeit (Präsenz, Online) und andererseits die jeweilige Vor- und Nachbereitungszeit zu Hause war sowie ob und bejahendenfalls wann welche diesbezüglichen Prüfungen abgelegt wurden.
Um einen Bericht bis 25.10.2024 wird ersucht.
Begründend wurde nach Wiedergabe des bisherigen Verfahrensgangs sowie der maßgebenden Rechtsgrundlagen ausgeführt:
Bisher feststehender Sachverhalt
Die Bf ***1*** ***2*** ist die Mutter der im Juli 2003 geborenen ***6*** ***2*** und der im August 2001 geborene ***7*** ***8*** ***2***. Die Mutter und die Töchter sind österreichische Staatsbürger. Die Töchter lebten auf den Philippinen, wo sie jeweils eine höhere Schule erfolgreich abschlossen. Im Juli 2021 zogen die Töchter zur Mutter nach Österreich. Da sie die deutsche Sprache nicht in einem für ein Studium erforderlichem Ausmaß beherrschten, besuchten die Töchter in Österreich Deutschkurse. Außerdem mussten für ein Studium in Österreich bestimmte Prüfungen nachgeholt werden.
Da das Aufnahmeprozedere an der Universität Wien durch die ausländische Matura sehr bürokratisch war, konnte die ältere Tochter ***7*** ***8*** ***2*** erst mit 1.3.2022 den universitären Vorstudienlehrgang beginnen, den sie allerdings gleich wieder abbrach, da sie ab dem Sommersemester 2022 bereits als ordentlich Studierende das Bachelorstudium Europäische Ethnologie begann. Vorher besuchte sie von 10/2021 bis 12/2021 einen Intensivkurs Deutsch. Die jüngere Tochter ***6*** ***2*** besuchte von März 2022 bis März 2023 den universitären Vorstudienlehrgang und schloss diesen am 28.3.2023 erfolgreich ab und begann ab diesem Zeitpunkt als ordentliche Studierende das Bachelorstudium Geschichte. Sie besuchte sie von 11/2021 bis 12/2021 einen Intensivkurs Deutsch.
Sache im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesfinanzgericht
Mit ihrem Vorlageantrag hat die Bf ersichtlich nur den abweisenden Teil der Beschwerdevorentscheidung bekämpft. Sache im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesfinanzgericht ist daher nur mehr die Abweisung betreffend ***6*** ***2*** hinsichtlich des Zeitraums August 2021 bis Februar 2023 und betreffend ***7*** ***8*** ***2*** hinsichtlich des Zeitraums Juni 2021 bis Februar 2022.
Vorbereitung auf ein Studium
Der Verwaltungsgerichtshof hat bereits entscheiden, dass es sich beim Erwerb von Sprachkenntnissen als notwendige Voraussetzung für ein Studium, auch im Rahmen eines Vorstudienlehrgangs, nicht um Berufsausbildung i.S.v. § 2 Abs. 1 lit. b FLAG 1967 handelt (VwGH 18.11.2009, 2009/13/0106; VwGH 22.4.2015, Ro 2015/16/0008).
Der Verwaltungsgerichtshof hat zur Vorbereitung auf die Studienberechtigungsprüfung ausgeführt, dass der Besuch einzelner Lehrveranstaltungen als außerordentlicher Hörer zur Erreichung der in § 2 Abs. 1 Z 4 Studienberechtigungsgesetz für die Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung vorgeschriebenen Vorbildung dienen mag, sich aber vor allem in quantitativer Hinsicht nicht vom Besuch von Lehrveranstaltungen oder Kursen aus privatem Interesse unterscheide und ist daher noch nicht als Ausbildung zu erkennen, in deren Rahmen sich noch nicht berufstätige Personen das für das künftige Berufsleben erforderliche Wissen aneignen (vgl. VwGH 1.3.2007, 2006/15/0178), wenn lediglich Lehrveranstaltungen von zwei Wochenstunden im Semester besucht werden (vgl. VwGH 27.9.2012, 2010/16/0013).
Die Lehre (Lenneis in Lenneis/Wanke, FLAG 2.A. 2020 § Rz 40) geht von einer Berufsausbildung i.S.d. FLAG 1967 dann aus, wenn bei kursmäßigen Ausbildungen oder bei Maturaschulen ein wöchentlicher Zeitaufwand für Kursbesuch und Vorbereitungszeit außerhalb des Kurses von mindestens 30 Stunden anfällt. Das Bundesfinanzgericht nimmt bei Schulen für Berufstätige einen erforderlichen wöchentlichen Zeitaufwand von durchschnittlich20 bis 25 Stunden zuzüglich Hausaufgaben an (vgl. BFG 6.7.2016, RV/5101257/2015), insgesamt von mindestens 30 Wochenstunden (vgl. BFG 23.5.2016, RV/7101739/2014; "Echtstunden" zu 60 Minuten, BFG 29.2.2016, RV/7105391/2014), um von einer Berufsausbildung i.S.d. FLAG 1967 zu sprechen (vgl. BFG 21.9.2017, RV/7105997/2015; BFG 19.10.2017, RV/7102012/2016; BFG 25.4.2023, RV/7100574/2022).
Fehlende Sachverhaltsfeststellungen
Das Finanzamt hat bislang nicht erhoben, welcher Zeitaufwand für ***6*** ***2*** im Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und welcher Zeitaufwand für ***7*** ***8*** ***2*** im Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022 mit der Vorbereitung für die Aufnahme eines ordentlichen Universitätsstudiums verbunden war, wobei für jeden einzelnen Monat darzustellen ist, ob und bejahendenfalls welche Kurse besucht wurden und wie hoch einerseits die jeweilige Kurszeit (Präsenz, Online) und andererseits die jeweilige Vor- und Nachbereitungszeit zu Hause war sowie ob und bejahendenfalls wann welche diesbezüglichen Prüfungen abgelegt wurden..
Nach der dargestellten Rechtsprechung ist zwar der Erwerb von Sprachkenntnissen als notwendige Voraussetzung für ein Studium nicht der Berufsausbildung i.S.d. FLAG 1967 zuzurechnen, aber, vorausgesetzt der zeitliche Aufwand für die Vorbereitung nimmt die überwiegende Zeit des Kindes in Anspruch, die Vorbereitung auf erforderliche Ergänzungsprüfungen für eine Studienzulassung kann jedoch Berufsausbildung sein (siehe etwa BFG 3.4.2024, RV/7102219/2023).
Das Finanzamt ist daher gemäß § 269 Abs. 2 BAO zu ersuchen, entsprechende Ermittlungen vorzunehmen, welcher zeitliche Aufwand in den verbleibenden Streitzeiträumen bei den beiden Töchtern einerseits mit dem Spracherwerb und andererseits mit der Vorbereitung auf Ergänzungsprüfungen oder sonstige Prüfungen, gegliedert nach den einzelnen Monaten der Streitzeiträume, verbunden war.
Die so gewonnenen Erkenntnisse sind der Bf gemäß § 183 Abs. 4 BAO zur Wahrung des Parteiengehörs zur Kenntnis zu bringen. Anschließend wird um einen Bericht des Finanzamts unter Anschluss der Ermittlungsergebnisse und der Äußerung der Bf hierzu samt einer Stellungnahme der Behörde ersucht.
Bericht des Finanzamts vom 22.8.2024
Am 22.8.2024 berichtete das Finanzamt Österreich:
... mit Beschluss vom 15.07.2024 beauftragten Sie das Finanzamt Österreich in der Beschwerdesache ***2*** ***1***, Verfahrenszahl RV/7103037/2023, Ermittlungen vorzunehmen, welchen Zeitaufwand die Kinder ***6*** ***2*** im Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und ***7*** ***8*** ***2*** im Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022 mit der Vorbereitung für die Aufnahme eines ordentlichen Universitätsstudiums aufwendeten.
Diesbezüglich ersuchte das Finanzamt die Beschwerdeführerin mit Vorhalt vom 16.07.2024, die entsprechenden Nachweise vorzulegen. Mit Vorhaltsbeantwortung vom 01.08.2024 reichte Frau ***2*** folgende Unterlagen nach:
- Stellungnahme zu den absolvierten Kursen der Kinder samt Kursort, Dauer und Wochenstunden.
- Zu ***6***:
o Zertifikat Deutschprüfung A2 (ÖSD) vom 16.08.2021
o Kursbestätigung Intensivkurs Deutsch B1 Oktober 2021
o Rechnungen Intensivkurse B2 02.11.21 bis 25.11.2021; B2 29.11.2021 bis 21.12.2021
o Kursbestätigung Vorstudienlehrgang Deutsch Uni Wien vom 27.01.2023
o Zeugnis Ergänzungsprüfungen Deutsch, Englisch und Geschichte vom 20., 21. und 22.3.2023
- Zu ***7***-***8***:
o Zertifikat Deutschprüfung B1 (ÖSD) vom 16.08.2021
o Kursbestätigung Intensivkurs Deutsch B2 04.10.21 bis 28.10.21
o Rechnungen Intensivkurse B2 04.10.21 bis 28.10.21; CI 02.11.21 bis 21.12.2021; CI 29.11.2021 bis 21.12.2021
o Zertifikat Deutschprüfung CI (ÖSD) vom 21.01.2022
o Studienblätter Uni Wien (Vorstudienlehrgang 01.03.2022 bis 28.03.2022
o Bescheid Zulassung Bachelorstudium Europäische Ethnologie Uni Wien vom 14.01.2022 (Deutschkenntnisse erbracht, Vorschreibung Ergänzungsprüfung Deutsch und Geographie/Geschichte)
o Bescheid Zulassung Bachelorstudium Psychologie vom 08.03.2022 (Deutschkenntnisse erbracht, Vorschreibung Ergänzungsprüfung Mathematik)
Das Finanzamt ist folgender Ansicht:
Das Kind ***6*** besucht ab dem SS2022 den Vorstudienlehrgang in Deutsch bzw. ab dem WS2022/23 zusätzlich in Geschichte. Die auferlegten Ergänzungsprüfungen wurde im März 2023 positiv absolviert, ab dem SS2023 studiert ***6*** das Bachelorstudium Geschichte an der Uni Wien. Dieses wurde jedoch bereits nach einem Semester abgebrochen und auf das Bachelorstudium Erdwissenschaften mit Beginn des WS2023/24 gewechselt, welches seither zielstrebig betrieben wird. Die notwendigen 16 ECTS Punkte konnten nachgewiesen werden, weshalb rückwirkend ein Familienbeihilfenanspruch für die Zeit des Vorstudienlehrganges (03/2022 bis 02/2023) zugesprochen werden kann.
Das Kind ***7*** ***8*** besuchte ebenfalls ab dem SS2022 den Vorbereitungslehrgang Geschichte, konnte jedoch aufgrund ihrer im Jänner 2022 erfolgreich abgelegten CI Prüfung in Deutsch bereits als ordentliche Studentin mit SS2022 inskribieren, weshalb sie daraufhin das Bachelorstudium Europäische Ethnologie beginnen konnte. Dieses brach sie jedoch nach dem ersten Semester wieder ab und wechselte auf das Bachelorstudium Psychologie ab WS2022/23, welches seither zielstrebig betrieben wird.
Sowohl bei ***6*** als auch bei ***7*** ***8*** kann der Erwerb der Sprachkenntnisse in Deutsch als notwendige Voraussetzung für das Studium nicht als Berufsausbildung iSd. FLAG angesehen werden. Der Besuch von allgemeinen, nicht auf eine Berufsausbildung ausgerichteten Veranstaltungen ist selbst dann nicht als Berufsausbildung iSd. § 2 Abs. 1 lit. b FLAG zu werten, wenn diese Ausbildung für eine spätere spezifische Berufsausbildung Voraussetzung oder nützlich ist (vgl. u. a. BFG vom 27.04.2020, RV/7105974/2019 mit weiteren Verweisen).
Auskunft der Beschwerdeführerin vom 1.8.2024
Die Bf gab dem Finanzamt am 1.8.2024 über FinanzOnline bekannt:
Sehr geehrter Herr ***15***, herzlichen Dank für Ihre Mühe unser Anliegen zu bearbeiten. In der Anlage finden Sie eine Übersicht über die Vorstudienlehrgänge, Nachweise, Zeitaufwand und Zeugnisse meiner beiden Töchter ***7*** und ***6*** ***2***. Erlauben Sie mir eine Klarstellung zum Beschluss des Finanzgerichtes: Meine Tochter ***7*** ***2*** hat weder einen Vorstudienlehrgang noch Kurs abgebrochen. Wie aus den Dokumenten ersichtlich (Sie können auch gerne die Uni Wien dazu befragen) - bekam ***7*** am 28.3.2022 (1 Monat nach Beginn des SS 2022) die Anerkennung als ordentliche Studentin von der Uni Wien aufgrund der im Januar 2022 erfolgreich abgelegten Deutsch C1 Prüfung. Deshalb erübrigte sich - laut der Uni Wien - der weitere Besuch des Vorstudienlehrganges - den ***7*** bereits 1 Monat lang pflichtbewusst besuchte. Aus den eingereichten Unterlagen geht klar hervor, daß beide Töchter mittels ihres Fleißes und Ehrgeizes innerhalb kurzer Zeit - erfolgreich alle notwendigen Kurse und Prüfungen abgeschlossen haben. Deshalb bitte ich um eine positive Anerkennung der Vorstudienzeiten von ***7*** für den Zeitraum: Juni 2021 - einschließlich Februar 2022 und für ***6*** August 2021 - einschließlich Februar 2023 - als unmittelbarer und unabdingbarer Teil ihrer Ausbildung anzuerkennen. Gleichzeitig bitte ich darum mein Familienbonus Plus Anspruch in meinen ANV 2021 und 2022 nachträglich anzuerkennen. Mittels der eingereichten ECTs beider Töchter bei der FBH Stelle ist ersichtlich - daß sie auch als ordentliche Studentinnen erfolgreich sind. Gerne können Sie mich über Mail oder Telefon jederzeit erreichen - sollten noch Fragen offen sein. Hochachtungsvoll ***1*** ***2***
Beilage 1
(Auszüge)
Name
***6*** ***2***
Kurs Uni Wien
Erdwissenschaften im 3. Semester WS 2024/2025
Geschichte - 1 Semester SS 2023
...
Status August 2024
Als ordentliche Studentin der Uni Wien seit Ende März 2023 zugelassen. Oktober 2021 - März 2023 außerordentliche Studentin Uni Wien Vorbereitungskurse und Ergänzungsprüfungen Deutsch, Englisch, Geschichte, erfolgreich abgeschlossen Maturajahrgang mit Maturaprüfungen im Juni 2021 mit ausgezeichnetem Erfolg in University of the Philippines Los Banos Rural Sr. HS abgeschlossen.
***7***-***8*** ***2***
Psychologie 5. Semester WS 2024/2025
Europäische Anthropologie 1 Semester erfolgreich abgeschlossen, SS 2022
Als ordentliche Studentin der Uni Wien seit 28. März 2022 zugelassen. Oktober 2021 - 28. März 2022 außerordentliche Studentin Uni Wien Vorbereitungskurs Deutsch, Geschichte 1 & 2 im März 2024 pflichtgemäß besucht. Mit dem C1 Zertifikat, das von der Uni Wien am 28. März 2022 anerkannt wurde - und ***7*** als ordentliche Studentin zugelassen wurde, erübrigte sich der weitere Besuch des Vorbereitungskurses. ***7*** hat mit Europäische Anthropologie ihre Studium als ordentliche Studentin im SS 2022 aufgenommen. 3. Semester Geologie, University of the Philippines, Diliman, Quezon City erfolgreich abgeschlossen.
[Grafik]
***7***-***8*** ***2***:
[Grafik]
Vorbereitungskurse Geschichte 1 und 2wurden pflichtbewußt besucht, aber dann hat die Universität mitgeteilt, dass eine Ergänzungsprüfung bzw. einen Vorbereitungskurs für die EP nicht mehr nötig ist, da das C1 Deutschniveau schon erreicht wurde.
***6*** ***2***:
[Grafik]
Beilage 2 (betreffend ***7***-***8*** ***2***)
ÖSD Zertifikat Deutsch Österreich B1 vom 16.8.2021 betreffend ***7***-***8*** ***2***.
ÖSD Zertifikat C! vom 21.1.2022 betreffend ***7***-***8*** ***2***.
Kursbestätigung vom 28.10.2021 betreffend ***7***-***8*** ***2***: B2.2-Intensivkurs, 4.10.-28.10.2021, 64 UE, dazu Rechnungen und Zahlungsbestätigungen.
[Grafik]
[Grafik]
Bescheid der Universität Wien vom 14.1.2022 an ***7***-***8*** ***2***:
Über Ihren Antrag vom 10.01.2022 auf Zulassung zum Bachelorstudium Europäische Ethnologie wird wie folgt entschieden:
Spruch
Ihrem Antrag wird stattgegeben.
Der Nachweis von Deutschkenntnissen gemäß A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen wurde im Rahmen der Antragstellung erbracht.
Die Ergänzungsprüfung Deutsch wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Die Ergänzungsprüfung Geographie/Geschichte wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Nach der Absolvierung der oben genannten Leistungen wird die Zulassung zum ordentlichen Studium entsprechend Ihrem Antrag erteilt.
Die zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zulassung geltende Rechtslage ist maßgeblich.
Begründung:
Die mit Ihrem Antrag vorgelegten Nachweise der allgemeinen und besonderen Universitätsreife wurden überprüft und sind in Hinblick auf Inhalte und Anforderungen einem österreichischen Nachweis der allgemeinen Universitätsreife nicht gleichwertig. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen werden Ihnen oben genannte Ergänzungsprüfungen und/oder Aufnahme/Eignungsverfahren vorgeschrieben, die vor der Zulassung zum ordentlichen Studium abzulegen sind.
Falls Ihnen oben im Spruch Ergänzungsprüfungen vorgeschrieben wurden:
Sie haben mit diesem Bescheid das Recht, den Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten (VWU) als außerordentliche/r Studierende/r zu besuchen. Der VWU ist ein Universitätslehrgang gemäß § 75 Abs 1 UG und § 64 Abs 1 Z 4 NAG, der zur Vorbereitung und Ablegung von Ergänzungsprüfungen eingerichtet wurde. Die Anmeldung zu Kursen erfolgt zu den vom VWU festgelegten Fristen. Ihre persönliche Anwesenheit in Österreich zur Einschreibung und Absolvierung der Kurse und der Prüfungen ist erforderlich. Mit der Zulassung als außerordentliche/r Studierende/r zum VWU (A 992 840 "Universitätslehrgang Vorstudienlehrgang") gilt als Nachweis der positiven Absolvierung der vorgeschriebenen Ergänzungsprüfung(en) ausschließlich das Zeugnis des VWU.
Falls im beantragten Studium ein Aufnahme/Eignungsverfahren durchgeführt wird:
Es sind zusätzlich zur allgemeinen und besonderen Universitätsreife Leistungen zu erbringen, die für die Zuteilung eines Studienplatzes für ein Studienjahr maßgeblich sind. Mit diesem Zulassungsbescheid ist das Recht verbunden, an diesen Verfahren teilzunehmen. Nur bei positiver Absolvierung dieser Leistungen kann die Zulassung zum ordentlichen Studium erteilt werden. Die Teilnahme am VWU ist auch ohne Absolvierung des Aufnahme- oder Eignungsverfahrens zulässig.
Daher war spruchgemäß zu entscheiden.
Gesetzliche Grundlagen:
§ 63 Abs. 3 und 11, § 64 Abs. 1 und 2 sowie § 65 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002, BGBl. Nr. 120/2002 idgF.
Bescheid der Universität Wien vom 8.3.2022 an ***7***-***8*** ***2***:
Über Ihren Antrag vom 04.03.2022 auf Zulassung zum Bachelorstudium Psychologie wird wie folgt entschieden:
Spruch
Ihrem Antrag wird stattgegeben.
Der Nachweis von Deutschkenntnissen gemäß A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen wurde im Rahmen der Antragstellung erbracht.
Die Ergänzungsprüfung Mathematik wird vorgeschrieben. Die Zulassung zum außerordentlichen Studium Vorstudienlehrgang (VWU) wird hiermit erteilt.
Vor der Zulassung zum ordentlichen Studium ist das Aufnahmeverfahren zu absolvieren, das einmal pro Studienjahr an der Universität Wien stattfindet und der Verteilung der beschränkt zur Verfügung stehenden Plätze pro Studienjahr dient.
Nach der Absolvierung der oben genannten Leistungen wird die Zulassung zum ordentlichen Studium entsprechend Ihrem Antrag erteilt.
Die zum Zeitpunkt der tatsächlichen Zulassung geltende Rechtslage ist maßgeblich.
Begründung:
Die mit Ihrem Antrag vorgelegten Nachweise der allgemeinen Universitätsreife wurden überprüft und weisen in Hinblick auf Inhalte und Anforderungen eines Nachweises der allgemeinen Universitätsreife gemäß § 64 Abs. 1 Z. 1 UG wesentliche Unterschiede auf.
Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen werden Ihnen oben genannte Ergänzungsprüfungen vorgeschrieben, die vor der Zulassung zum ordentlichen Studium abzulegen sind. Sie haben mit diesem Bescheid das Recht, den Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten (VWU) als außerordentliche/r Studierende/r zu besuchen ... [Rest wie oben].
Beilage 3 (betreffend ***6*** ***2***)
ÖSD Zertifikat A2 vom 16.8.2021 betreffend ***6*** ***2***.
Kursbestätigung vom 27.10.2021 betreffend ***6*** ***2***: B1.2-Kurs Deutsch (4 Wochen, 24 EU), und vom 21.12.2021 B2.2-Intensivkurs, 29.11.-21.12.2021, 64 UE dazu Rechnungen und Zahlungsbestätigungen.
Kursbestätigung der Universität Wien, Sprachenzentrum, vom 29.6.2022, wonach ***6*** ***2*** im Sommersemester 2022 einen Deutschkurs im Auftrag des Vorstudienlehrganges der Wiener Universitäten der Stufe Studierende mit erweiterten Vorkenntnissen (EV): 320 UE erfolgreich abgeschlossen hat.
Kursbestätigung des OEAD Vorstudienlehrgänge, Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten, vom 27.1.2023, wonach ***6*** ***2*** im Wintersemester am Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten in den Fächern Deutsch für Fortgeschrittene 1 (10 Wst) und Fach H (5 Wst) erfolgreich abgeschlossen hat.
Zeugnis über die Ergänzungsprüfung aus Deutsch, gemäß § 63 Abs. 10a UG 2002 (Voraussetzung für die Zulassung als ordentliche Studierende an der Universität Wien) vom 21.3.2023 betreffend ***6*** ***2***.
Ergänzungsprüfungszeugnis gemäß § 64 Abs. 2 UG 2002, Prüfungsfach Englisch, vom 21.3.2023, betreffend ***6*** ***2***.
Ergänzungsprüfungszeugnis gemäß § 64 Abs. 2 UG 2002, Prüfungsfach Geschichte und Sozialkunde, vom 22.3.2023, betreffend ***6*** ***2***.
Beilage 4
Auskunftsersuchen des Finanzamts an die Bf vom 16.7.2024:
Fragen bzw. vorzulegende Unterlagen (Unterlagen bitte in Kopie, da wir Ihnen die Unterlagen nicht zurücksenden! Bei mehrseitigen Dokumenten kopieren Sie bitte unbedingt alle Seiten.)
Sie werden ersucht nachzuweisen, welcher Zeitaufwand für ***6*** im Zeitraum August 2021 bis Februar 2023 und welcher Zeitaufwand für ***7*** ***8*** im Zeitraum Juni 2021 bis Februar 2022 mit der Vorbereitung für die Aufnahme eines ordentlichen Universitätsstudiums verbunden war.
Dieses Dokument enthält 18 Grafiken, die hier noch nicht angezeigt werden — siehe Original.
Normen und Schlagworte
- § 2 Abs. 1 lit. b FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 10 Abs. 2 und 4 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 2 Abs. 1 lit. a FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 85 Abs. 1 und 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 75 Abs. 1 UG, Universitätsgesetz 2002, BGBl. I Nr. 120/2002
- § 5 Abs. 3 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7103037/2023
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2024:RV.7103037.2023
- Stammnummer
- 145480
- Gültig
- 26.08.2024 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF