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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7101974/2018

Aufwendungen zur Vermögensbildung des Kindes und Geschenke an das Kind sind keine gemäß § 2 Abs. 2 FLAG 1967 zu berücksichtigenden Unterhaltskosten

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101974/2018vom 09.06.2022Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7***, vertreten ursprünglich durch Woditschka & Picher Wirtschaftstreuhand Ges.m.b.H., 2130 Mistelbach, Bahnstraße 26, nunmehr durch Woditschka Steuerberatung GmbH, 2130 Lanzendorf, Lanzendorfer Hauptstraße 9/1 vom 4.11.2016, gegen den Bescheid des damaligen Finanzamts Gänserndorf Mistelbach, nunmehr Finanzamt Österreich, 2230 Gänserndorf, Rathausplatz 9, vom 3.10.2016, mit welchem der Antrag vom 22.8.2014 "auf Familienbeihilfe respektive auf Ausgleichszahlung der Differenz zwischen der österreichischen Familienbeihilfe und der tschechischen Beihilfe" für die im November 1999 geborene ***8***-***9*** ***2ova*** und für die im April 2005 geborene ***10***-***8*** ***2ova*** ab dem 1.9.2012 abgewiesen wurde, Sozialversicherungsnummer ***11***, zu Recht erkannt: I. Die Beschwerde wird gemäß § 279 BAO als unbegründet abgewiesen. Der Spruch des angefochtenen Bescheides unverändert. II. Gegen diese Entscheidung ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig. Entscheidungsgründe "Antrag" Unter "Antrag" ("Fristverlängerungsantrag v.25.09.14 ad Ergänzungsersuchen v.2.9.14") ist in OZ 3 des elektronischen Verwaltungsakts ein Schreiben der steuerlichen Vertretung des Beschwerdeführers (Bf) ***1*** ***2*** vom 25.9.2014 an das Finanzamt Gänserndorf Mistelbach betreffend Fristverlängerung mit folgendem Inhalt: St. Nr.: ***12***, ***1*** ***2*** Ergänzungsersuchen vom 2.9.2014 - Fristverlängerung vertreten durch (...). Sehr geehrte Frau ***13***! Wir ersuchen um Fristverlängerung bis 26.10.2014 für die Beantwortung des Ergänzungsersuchens vom 2.9.2014, eingelangt am 3.9.2014, da die erforderlichen Unterlagen noch nicht vorliegen. Für Ihr Verständnis danken wir im Voraus und verbleiben mit freundlichen Grüßen. für ***2*** ***1*** Antrag Unter "Beih1 v.22.08.14" ist in OZ 7 des Verwaltungsakts ein vom Bf mit den Formular Beih 1 gestellter undatierter Antrag auf Familienbeihilfe enthalten, der am 22.8.2014 beim Finanzamt einlangte. Der Antragsteller ***1*** ***2*** seit österreichischer Staatsbürger, Pensionist und wohne in ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7***. Seine Ehegattin, von der der Antragsteller nicht dauernd getrennt lebe, sei ***36*** ***2ova***, tschechische Staatsbürgerin und Hausfrau. Das Feld "Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils" ist nicht ausgefüllt. Familienbeihilfe werde wegen "§ 2 a (3) a) FLAG" ab 1.9.2012 beantragt für ***8***-***9*** ***2***, geb. ***14***, und für ***10***-***8*** ***2***, geb. ***15***. Beide Mädchen seien Kinder des Bf, ledig und Schülerin. Die weiteren Formularfelder wurden nicht ausgefüllt. Ergänzungsersuchen Mit Datum 2.9.2014 richtete das Finanzamt an den Bf ein Ersuchen um Ergänzung / Auskunft bis zum 26.9.2014 wie folgt: Bekanntgabe der Wohnadresse der getrennt lebenden Ehegattin und der Kinder in Tschechien Vorlage der Schulbesuchsbestätigungen der Kinder ***2*** ***8***-***9*** und ***2*** ***10***-***8*** der Schuljahre 2012/2013, 2013/2014und 2014/2015; beigelegtes Formular E 401 in den Punkten 1.-4. ist vorauszufüllen; beigelegtes Formular E 411 in den Punkten 1.-3.ist auszufüllen; betr. getrennt lebender Ehegattin wird um Bekanntgabe Tätigkeitsausübung ersucht: Arbeitgeberbestätigung, Arbeitslosengeldbestätigung, Soz.leistungsbezügebestätigung, etc. sowie Sozialversicherungsdatenauszug sind der Behörde vorzulegen. Um Retournierung unter Anschluss der geforderten Unterlagen innerhalb der gesetzten Frist wird ersucht. Beilagen: 1 E 401 1 E 411 Folgende Unterlagen sind aktenkundig: Zahlungsbestätigung Fahrschule Am 27.10.2014 bestätigte eine Fahrschule in Niederösterreich ***8***-***9*** ***2***, ***3*** ***4***, ***6*** ***7***, den Erhalt von € 290,00 für "Paket Moped". Handschriftlicher Vermerk "Geburtstag" (OZ 6). Versicherungsdaten Unter "ZMR v.***10***-***8*** v.2.9.14" ist in OZ 9 des Verwaltungsakts ein Versicherungsdatenauszug für den Bf abgelegt. Demnach war dieser bis Mai 2005 Angestellter bei österreichischen Arbeitgebern und hat anschließend Arbeitslosengeld und Krankengeld bezogen. Seit Oktober 2007 befindet sich der Bf in der Berufsunfähigkeitspension. ZMR Das Finanzamt erhob im Zentralen Melderegister am 2.9.2014 (OZ 10), dass ***36*** ***2ova***, tschechische Staatsbürgerin, von Dezember 1993 bis August 2012 ihren Hauptwohnsitz in ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7***, hatte. ***10***-***8*** ***2***, österreichische Staatsbürgerin, hatte von April 2005 bis August 2012, und ***8***-***9*** ***2***, österreichische Staatsbürgerin, hatte von November 1999 bis August 2012 ihren Hauptwohnsitz in ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7***. Seit April 2014 ist dort jeweils ein Nebenwohnsitz begründet. Versicherungsdaten Unter "ZMR v.***8***-***9*** v.2.9.14" ist in OZ 11 des Verwaltungsakts ein Versicherungsdatenauszug betreffend ***36*** ***2ova*** abgelegt, wonach ***36*** ***2ova*** zuletzt bis 31.12.2008 gemäß § 2 Abs. 1 Z 4 GSVG in Österreich pflichtversichert war. Melde- und Schulbesuchsbestätigungen Die Verwaltungsabteilung der Stadt ***16*** ***17*** (Město ***16*** ***17*** - Správní odbor) bestätigte am 15.10.2014, dass die beiden Töchter jeweils ab ihrer Geburt in ***16*** ***17***, U ***18*** ***19*** dauerhaft gemeldet sind. Eine Grundschule (Základní škola a Mateřská škola) in ***20*** ***21*** bestätigte am 25.9.2014, dass die beiden Töchter jeweils seit 1.9.2012 diese Schule besuchen. Kaufvertrag Vespa Am 21.10.2014 bezahlte der Bf bei einem niederösterreichischen Händler € 3.000,00 für einen Roller der Marke Vespa, den er am diesem Tag geliefert erhalten hat. Handschriftlich ist vermerkt "***9*** Geburtstag" (OZ 13 des Verwaltungsakts). E 401, E 411 Das Úřad Práce ČR, krajská pobočka v Liberci, kontaktní pracovišté ***16*** ***17***, bestätigte am 25.2.2015 mit dem Formular E 411 für den Zeitraum ab 2012, dass die Mutter ***36*** ***2ova*** in der Zeit von 1.1.2012 bis 31.12.2014 keinen Antrag auf tschechische Familienleistungen gestellt habe. Für die beiden Töchter seien keine Familienleistungen bezogen worden. Die Mutter sei bei einem näher genannten Arbeitgeber in der Tschechischen Republik beschäftigt. Das Úřad Práce ČR, Generální ředitelstvi, bestätigte am 25.5.2015 mit dem Formular E 401, dass ***10***-***8*** ***2ova*** und ***8***-***9*** ***2ova*** Familienangehörige von ***1*** ***2*** und ***36*** ***2ova*** sind (OZ 14 des Verwaltungsakts). Schreiben vom 23.10.2014 Der Bf gab durch Schreiben seiner steuerlichen Vertretung vom 23.10.2014 dem Finanzamt bezugnehmend auf das Ergänzungsersuchen vom 2.9.2014 bekannt: Sehr geehrte Frau ***13***! Innerhalb der gewährten Frist zur Beantwortung des Ergänzungsersuchens, teilen wir mit, dass uns die Adresse der getrennt lebenden Ehegattin, Frau ***36*** ***2ova***, nicht bekannt ist. Laut österreichischer Meldebestätigung war sie bis 24.08.2012 am Familienwohnsitz in ***3*** ***4***, ***6*** ***7*** hauptgemeldet. Aus den tschechischen Meldebestätigungen der beiden Kinder geht hervor, dass diese in ***22*** ***16*** ***17***, U ***18*** ***19*** gemeldet sind. Wir gehen daher davon aus, dass dies auch die Wohnadresse von Frau ***2ova*** ***36*** ist. Beigeschlossen sind die Schulbestätigungen der beiden Kinder ***10*** und ***8*** ***9*** ab 1.9.2012 bis laufend. Die Formulare E 401 und E 411 sind in den Punkten 1-4 bzw. 1-3 ausgefüllt und dem Schreiben angeschlossen. Betreffend der getrennt lebenden Ehegattin, ist es nicht möglich die angeforderten Unterlagen wie Arbeitgeberbestätigung, Arbeitslosenbestätigung, sowie Sozialversicherungsauszug vorzulegen, da diese dem Ehegatten nicht ausgehändigt werden bzw. die berufliche Tätigkeit von Frau ***36*** ***2ova*** nicht bekannt ist. Mit freundlichen Grüßen. für ***2*** ***1*** Ausbildungsvertrag Der Bf schloss für seine Tochter ***8***-***9*** im April 2015 einen Ausbildungsvertrag mit einer niederösterreichischen Fahrschule für N - L17 ab und bezahlte dafür € 1.540,00 (OZ 16). Schreiben vom 3.12.2015 Mit Schreiben der steuerlichen Vertretung vom 3.12.2015 teilte der Bf dem Finanzamt mit (OZ 17): Sehr geehrte Damen und Herren! Bezugnehmend auf den Ergänzungsauftrag vom 13.11.2015 teilen wir in Beantwortung des Selben mit, dass eine Ehescheidung noch nicht stattgefunden hat und dementsprechend auch keine Regelung des Unterhaltes erfolgt ist. Die beiden Kinder ***8*** ***9*** und ***10*** ***8*** sind österreichische Staatsbürger und im ***3*** ***4***, ***6*** ***7*** polizeilich gemeldet. Während der Schulzeiten halten sie sich bei der Mutter in Tschechien auf, wo sie auch die Schule besuchen. Auch eine Besuchsregelung ist bisher nicht erfolgt. In den Ferien und an den Wochenenden halten sie sich bei Ihrem Vater in Österreich auf. Dementsprechend erfolgt auch die Kostentragung während der Aufenthaltszeiten. Aus gegebenem Anlass haben wir uns mit der Frage der Familienleistungen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten befasst und haben auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie und Jugend folgende Ausführungen gefunden: Grundsätzlich ist für den Anspruch auf österreichische Familienleistungen der Lebensmittelpunkt im Inland Voraussetzung. In bestimmten Fällen kann es aber möglich sein, auch bei einem Wohnort der Familie oder einer Beschäftigung eines Elternteiles im EU-Ausland einen Anspruch auf österreichische Familienleistungen zu erwerben. Bei EU-Bürgern wird in grenzüberschreitenden Fallen geprüft, unter welche Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit Mutter und Vater fallen (das ist in der Regel jener Staat, in dem man beschäftigt und versichert ist). Für die Auszahlung ist vorrangig jener Mitgliedstaat zuständig, in dem ein Elternteil beschäftigt und versichert ist (Beschäftigungsstaatprinzip). Der Vater, Herr ***2*** ***1***, ist in Österreich als Pensionist versichert und dementsprechend liegt der Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich. Nach unseren Informationen ist die Mutter in Tschechien nicht versichert und übt auch keine Beschäftigung aus. Es ist daher davon auszugehen, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin in Österreich liegt, dafür spricht auch die österreichische Staatsbürgerschaft der Kinder. Abschließend wird bemerkt, dass "diese Regelungen auch für getrennt lebende Elternteile gelten." Wir gehen daher davon aus, dass nicht die überwiegende Kostentragung für die Beurteilung des Familienbeihilfenanspruches maßgebend sein kann, sondern der oben dargestellte Sachverhalt. Es wird daher beantragt den Familienbeihilfenantrag ab September 2012 positiv zu erledigen. Mit freundlichen Grüßen für ***2*** ***1*** Beigefügt war ein Ausdruck aus der Website http://www.bmfj.gv.at/familie/finanzielle-unterstuetzungen/kinderbetreuungsgeld/gren...03.12.2015 Startseite (/) / Familien (/familie.html) / Finanzielle Unterstiitzungen (/familie/finanzieUe-unterstuetzungen.html) / KinderbetreuungsgeLd (/familie/finanzielle-unterstuetzungen/kinderbetreuungsgeld.html) / Grenzuberschreitende Sachverhalte - Wohnen und/oder Arbeiten im Ausland Screenshot Folgender Screenshot aus dem elektronischen Beihilfeprogramm betreffend Aktenteile samt Anmerkungen ist aktenkundig: [Grafik]   Bescheid Mit Bescheid vom 3.10.2016 wies das Finanzamt den Antrag vom 22.8.2014 "auf Familienbeihilfe respektive auf Ausgleichszahlung der Differenz zwischen der österreichischen Familienbeihilfe und der tschechischen Beihilfe" für die im November 1999 geborene ***8***-***9*** ***2ova*** und für die im April 2005 geborene ***10***-***8*** ***2ova*** ab dem 1.9.2021 mit folgender Begründung ab: Sie haben per 22.08.2014 die Gewährung der Familienbeihilfe für die minderjährigen Kinder ***8***-***9*** und ***10***-***8*** für den Zeitraum ab 01.09.2012 beantragt. Dabei stützten Sie Ihren Anspruch in erster Linie auf den Kindesbegrif des § 2 Abs. 3 lit. a FLAG 1967 sowie auf die Argumentation, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin in Österreich liege. Sie wurden mittels Vorhaltes v. 02.09.2014 um Ergänzung hinsichtlich Ihres Antrages v. 22.08.2014 ersucht, insb. wurden Sie um Bekanntgabe der Adresse der getrennt lebenden Ehegattin und um Bekanntgabe der Tätigkeitsausübung Ihrer Ehegattin ***36*** ***2***(OVA) - wie z.B. zur Vorlage einer Arbeitgeberbestätigung, Leistungsbestätigung ad Arbeitslosengeld bzw. Sozialhilfe sowie eines Sozialversicherungsdatenauszug -- unter Fristsetzung bis 26.09.2014 ersucht. Nach Beantragung der Fristverlängerung vom 25.09.2014 - und darauffolgenden Fristerstreckung - brachten Sie eine ergänzende Stellungnahme v. 23.10.2014 ein. In diesem Schreiben brachten Sie vor, dass die Adresse der getrennt lebenden Ehegattín, ***36*** ***2***OVA, nicht bekannt sei sowie dass Ihre Ehegattín laut der ZMR-Auskunft bis 24.08.2012 am Familienwohnsitz in A-***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** gemeldet gewesen wäre. Aus den tschechischen Meldebestätigungen (v. 15.10.2014) der beiden Kinder gehe hervor, dass beide ab ihrer Geburt in CZ-***22*** ***16*** ***17*** U ***18*** ***19*** (Tschechische Republik) gemeldet seien. Daher gehen Sie davon aus, dass dies auch die Wohnadresse Ihrer Ehegattin sei. Ferner brachten Sie vor, dass - wie ersucht - die Schulbestätigungen (v. 25.09.2014) der beiden Kinder ab 01.09.2012 (bis laufend) sowie die Formulare E401 v. 12.05.2015 und E411 v. 25.02.2015 (ausgefüllt in den Punkten 1-4 bzw. 1-3) dem Schreiben angeschlossen seien [Anm.: E401 und E411 unvollständig hinsichtlich verfahrensrelevanter Daten Ihrer Ehegattin ***36*** ***2***OVA]. Darüber hinaus führten Sie aus, dass hinsichtlich Ihrer Ehegattin es nicht möglich sei die angeforderten Unterlagen wie Arbeitgeber- bzw. Arbeitslosenbestätigung sowie Sozialversicherungsauszug vorzulegen, respektive die berufliche Tätigkeit Ihrer Ehegattin nicht bekannt sei. Sie wurden mittels des Ergänzungsvorhaltes v. 13.11.2015 in Kenntnis gesetzt, dass Sie um einen schriftlichen Nachweis der überwiegenden Kostentragung (Unterhaltsleistungen ab September 2012 bis laufend) ersucht werden und dass als Beweismittel nur Bankbestätigungen anerkannt werden. In Beantwortung des Vorhaltes v. 13.11.2015 teilten Sie der Abgabenbehörde in Ihrem Schreiben v. 03.12.2015 mit, dass eine Ehescheidung noch nicht stattgefunden habe und keine Regelung des Unterhaltes erfolgt sei. Ihre beiden Kinder seien österreichische Staatsbürger und im A-***3*** ***4***, ***6*** ***7*** polizeilich gemeldet. Während der Schulzeiten hielten sie sich bei der Mutter in Tschechien auf, wo sie auch die Schule besuchen würden. Auch eine Besuchsregelung sei bis dato nicht erfolgt. In den Ferien und an den Wochenenden hielten sie sich bei Ihrem Vater in Österreich auf. Dementsprechend erfolgt auch die Kostentragung während der Aufenthaltszeiten. Darüber hinaus führten Sie bzw. Ihre rechtsfreundliche Vertretung aus, dass bei grenzüberschreitenden Sachverhalten für den Anspruch auf österreichische Familienleistungen der Lebensmittelpunkt im Inland Voraussetzung sei. Bei EU-Bürgern werde in solchen Fällen geprüft, unter welche Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit Mütter und Väter fallen, wobei dies in der Regel jener Staat sei, in dem man beschäftigt und versichert sei (Beschäftigungsstaatsprinzip). Der antragstellende Vater sei in Österreich als Pensionist versichert und dementsprechend liege der Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich. Nach Ihren Informationen sei Ihre Ehegattin in Tschechien nicht versichert und sie übe auch keine Beschäftigung aus. Es sei davon auszugehen, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin in Österreich liege, dafür spreche auch die österreichische Staatsbürgerschaft der Kinder. Sie gehen daher davon aus, dass nicht die überwiegende Kostentragung für die Beurteilung des Familienbeihilfeanspruches maßgebend sein könne, sondern der von Ihnen dargestellte Sachverhalt. Es werde daher beantragt den Familienbeihilfeantrag ab September 2012 positiv zu erledigen. Dazu wird ausgeführt: EU- Verordnungen -- VO (EG) Nr. 883/2004 und VO (EG) Nr. 987/2009 - regeln die Rechtslage und Vorgehensweise bei Familien, in denen ein grenzüberschreitender Sachverhalt vorliegt. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Kinder in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, als in dem Staat, in dem eine Beschäftigung durch einen Elternteil ausgeübt wird. Beide VO (EG) finden ab 01.05.2010 Anwendung und lösen die bis dahin geltenden VO (EWG) Nr. 1408/71 und VO (EWG) Nr. 547/72 ab. Liegt dagegen kein staatenübergreifendes Element vor, ist ausschließlich das innerstaatliche Recht (FLAG 1967) gültig. Aufgrund des Anwendungsvorranges von EU-Recht sind die EU-Verordnungen vor einer Prüfung der innerstaatlichen Anspruchsvoraussetzungen heranzuziehen. Diese Prüfung dient der Feststellung, welcher Staat für die Gewährung von Familienleistungen zuständig ist. Für die Anwendung der VO muss - wie im verfahrensgegenständlichen Fall - ein grenzüberschreitender Sachverhalt vorliegen. Dabei sind insb. die grenzüberschreitenden Elemente wie etwa Wohnort, Bezug einer Pension bzw. Rente, Bezug von Arbeitslosengeld, Erwerbstätigkeit user. relevant. Nach den Bestimmungen der VO(EG) Nr. 883/2004 ist grundsätzlich jener Staat zur Zahlung von Familienleistungen verpflichtet, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird, auch wenn die Kinder in einem anderen Mitgliedstaat wohnen. Das bedeutet, dass die VO (EG) Nr. 883/2004 (Beschäftigungslandprinzip) gegenüber dem FLAG 1967 (Wohnsitzprinzip) vorrangig anzuwenden ist. Unter dem Beschäftigungsbegriff i.S. des nationalen Rechts fallen z.B. alle nichtselbständig Erwerbstätigen ASVG-Versicherten (auch freie Dienstnehmer, Lehrlinge etc.), alle selbständig Erwerbstätigen GSVG-Versicherten (inkl. neue Selbständige) sowie BSVG- und FSVG- Versicherten. Der Bezug einer Rente/Pension ist nicht der Ausübung einer Beschäftigung gleichgestellt, löst aber dennoch in bestimmten Fällen einen Familienbeihilfeanspruch aus. Daher hat der Gemeinschaftsgesetzgeber im Bereich der Familienleistungen Prioritätsregeln über die vor- und nachrangige Zuständigkeit aufgestellt. Für die Festlegung der vorrangigen Zuständigkeit für Familienleistungen ist zunächst die Zuständigkeit nach Art. 11 bis 16 der VO (EG) Nr. 883/2004 für jeden Elternteil gesondert festzustellen. Ist die Zuständigkeit für den einzelnen Elternteil geklärt, wird in einem zweiten Schritt die Zuständigkeit nach den Prioritätsregeln der Art. 67 und 68 legis citatis beurteilt: "Art. 67: Eine Person hat auch für Familien angehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familien angehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Ein Rentner hat jedoch Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des für die Rentengewährung zuständigen Mitgliedstaats. Art. 68 (1): Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln: a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche. b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach folgenden Kriterien: i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls . die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt; ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten; iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder. ( 2 ) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren. Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird. [...]" Darüber hinaus kommt es bei Familienangehörigen, wie z.B. den mj. Kindern, auf das Bestehen einer Haushaltsgemeinschaft an. Liegt keine Haushaltsgemeinschaft vor, ist eine Person dennoch Familienangehöriger, sofern eine überwiegende Unterhaltsleistung vorliegt. Bei Berücksichtigung der Prioritätsregeln über die vor- und nachrangige Zuständigkeit der Gemeinschaftsmitgliedstaaten gilt bei grenzüberschreitenden Sachverhalten die erhöhte Mitwirkungspflicht der antragstellenden Verfahrenspartei. Im verfahrensgegenständlichen Fall, können die überwiegenden Unterhaltskosten nicht nachgewiesen werden, da keine Belege noch sonstige stichhaltige Beweise seitens des Antragstellers vorgelegt wurden. Es besteht auch die Beweispflicht des KV im Hinblick auf die angeblichen Besuchszeiten in den Ferien und am Wochenende, denn aufgrund bloßer Behauptungen des KV entsteht die Beweispflicht des KV hinsichtlich des behaupteten Sachverhaltes. Ausgehend davon, dass kein gemeinsamer Haushalt geführt wurde und demzufolge keine Haushaltszugehörigkeit gegeben sei, muss der Umstand der überwiegenden Kostentragung durch den Antragsteller nachgewiesen werden. Das heißt, dass eine Person zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend trägt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach § 2 Abs. 2 Salz 2 FLAG anspruchsberechtigt ist. Pro Monat und Kind gebührt die Familienbeihilfe nur einmal (§ 10 Abs. 4 FLAG 1967). Daran ändern die VO der EG nichts. Bei einer Konstellation, wie sie dem gegenständlichen Fall zu Grunde liegt, steht der Anspruch auf Familienbeihilfe bzw. gegebenenfalls Ausgleichszahlung nach § 4 Abs. 2 FLAG 1967 allein dem in Österreich verbliebenen Elternteil zu, wenn er iSd § 2 Abs. 2 FLAG 1967 überwiegend den Unterhalt zahlt. Im gegenständlichen Fall wurde insb. der Umstand der Deckung der angefallenen Kosten für die Kinder ***8***-***9*** und ***10***-***8*** nicht nachgewiesen und dass damit das Tatbestandsmerkmal "die Unterhaltskosten des Kindes überwiegend trägt" des § 2 Abs. 2 FLAG 1967 nicht erfüllt ist, kann keinem Zweifel unterliegen. Denn im Sinne des § 167 Abs. 2 BAO hat die Abgabenbehörde unter sorgfältiger Berücksichtigung der Ergebnisse des Abgabenverfahrens und nach freier Überzeugung zu beurteilen, ob eine Tatsache als erweisen anzunehmen ist oder nicht. Nach ständiger Rechtsprechung des VwGH (vgl. VwGH 09.09.2004, 99/15/0250) ist von mehreren Möglichkeiten jene als erwiesen anzunehmen, die gegenüber allen anderen Möglichkeiten eine überragende Wahrscheinlichkeit für sich hat und alle anderen Möglichkeiten ausschließt oder zumindest weniger wahrscheinlich erscheinen lässt. Ihr Antrag betreffend den Anspruch auf Familienbeihilfe erweist sich sohin als unbegründet und war daher abzuweisen. Versicherungsprämien Auszüge betreffend Prämien an eine österreichische Versicherung von Mai 2007 bis Oktober 2016 sind aktenkundig (OZ 19), wobei folgende Zahlungen den Zeitraum ab dem Jahr 2012 betreffen: ***8***-***9*** ***2***: [Grafik]   [Grafik]   Schreiben an Okresnì soud v Českè Lipè Der steuerliche Vertreter richtete am 24.10.2016 folgendes Schreiben an das zuständige Pflegschaftsgericht (Okresnì soud v Českè Lipè): Sehr geehrte Frau Senatsvorsitzende, sehr geehrte Frau JUdr. ***23***! Als steuerlicher Vertreter des Kindesvaters, Herrn ***1*** ***2***, konnen wir Ihnen bestätigen, dass am 22.08.2014 ein Antrag auf Gewährung der Familienbeihilfe in Österreich für die beiden Kinder ***8***-***9*** und ***10***-***8*** rückwirkend ab 01.09.2012 beim zuständigen Finanzamt in Österreich (Gänserndorf Mistelbach) gestellt worden ist. Mit Bescheid vom 03.10.2016, eingelangt am 05.10.2016, hat das Finanzamt den Antrag abgewiesen. Im Wesentlichen mit der Begründung, dass der Nachweis, dass der Kindesvater die Unterhaltskosten der Kinder überwiegend tragt, nicht erbracht worden ist. Nach Rücksprache mit dem Kindesvater werden wir gegen diesen Bescheid das Rechtsmittel der Beschwerde erheben, weil wir zwischenzeitig diverse Nachweise über die Unterhaltskosten des Vaters erhalten haben, welche auch im gegenständlichen Gerichtsverfahren bereits aktenkundig sind. Insbesondere hat der Kindesvater beiden Kindern mehrere Mobiltelefone, ein Notebook und sogar ein Motorrad gekauft. Zusätzlich werden zwei Bankkonten mit monatlichem Taschengeld bespart. Für beide Kinder bestehen Versicherungsverträge mit einer jährlichen Ansparsumme von durchschnittlich € 2.500,- /Kind. Darüber hinaus gibt es für beide Kinder Bausparvertrage, die in Österreich mit einem jährlichen Maximalbetrag von € 1.200,- bespart werden können. Die Kosten für den österreichischen Führerschein im Gesamtpreis von € 1.540,- hat der Kindesvater für die Tochter ***8***-***9*** ebenfalls entrichtet. Wir gehen davon aus, dass die Rechtsmittelbehörde diese Nachweise anerkennt und hoffen auf einen positiven Beschwerdeausgang. Aus langjähriger Erfahrung wissen wir allerdings, dass derartige Entscheidungen mehrere Jahre dauern können. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Ausführungen einen Überblick über die Rechtslage in Österreich geben konnten... Beschwerde Mit Schreiben seiner steuerlichen Vertretung vom 4.11.2016 erhob der Bf durch seinen steuerlichen Vertreter Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid vom 3.10.2016: Innerhalb offener Rechtsmittelfrist wird gegen den Bescheid vom 3.10.2016, eingelangt 05.10.2016 das Rechtsmittel der Beschwerde erhoben. Die Beschwerde richtet sich gegen die Abweisung des Antrages, des Kindesvaters, auf Gewährung der Familienbeihilfe für die Kinder ***8*** ***9*** und ***10*** ***8*** ab 01.09.2012. Aus den Bescheidausführungen geht hervor, dass der Antrag deshalb abgewiesen wurde, weil das Tatbestandsmerkmal der überwiegenden Kostentragung für die Kinder nicht erfüllt sei. Gegen diese Annahme richtet sich die gegenständliche Beschwerde und wird dazu vorgebracht: Der Kindesvater, Herr ***1*** ***2***, erbringt Unterhaltsleistungen für die beiden Kinder unter anderem in Form von jährlichen Versicherungsprämien, welche für die Tochter ***8*** ***9*** in den Jahren 2012 bis 2015 rd. € 2.500,-- pro Jahr betragen haben. Ein ähnlicher Betrag wird auch für die Tochter ***10*** ***8*** aufgewendet. Für beide Kinder besteht jeweils ein zweiter Versicherungsvertrag über je € 859,27 pro Jahr mit den Vertragsnummern ***34*** und ***35***. Aus diesen Unterlagen ergeben sich bereits tatsächliche Unterhaltsleistungen pro Kind von rd. € 3.360,-- pro Jahr und entspricht dies einer monatlichen Alimentationszahlung pro Kind von € 280,-. Aufgrund des Einkommens des Kindesvaters aus Pensionseinkünften sind diese monatlichen Beträge jedenfalls angemessen. Darüber hinaus wird für jedes Kind ein Bausparvertrag mit € 1.200,-jährlich angespart. Das monatliche Taschengeld zwischen € 20,- und € 50,- wird auf ein Sparbuch einbezahlt. Darüber hinaus wurde für die Tochter ***8*** ***9*** ein Moped Marke Vespa mit einem Kaufpreis von € 3.000,- finanziert und der Führerscheinkurs in Österreich für die L 17 Ausbildung im Gesamtpreis von € 1.540,- bezahlt. Auch den Mofaführerschein im Wert von rd. € 300,- hat der Kindesvater finanziert. Ergänzend dazu, wird festgehalten, dass in Tschechien ein Gerichtsverfahren anhängig ist, in dem die Obsorge und Unterhaltspflichten überprüft werden. In diesem Verfahren ist aktenkundig, dass der Kindesvater den Kindern Mobiltelefone, Notebook und der älteren Tochter zu ihrem 15. Geburtstag ein Motorrad (gemeint die Vespa) gekauft hat. Über Aufforderung der Richterin in Tschechien haben wir die beiliegende Stellungnahme an das Gericht in Ceska Lipa übermittelt. Bei den elektronischen Geräten handelt es sich durchwegs um hochwertige Produkte, sodass bei den Mobiltelefonen von rd. € 300,- und beim Notebook von € 400,-- ausgegangen werden kann. Aufgrund dieser Ausführungen erscheint die Begründung für die Abweisung des Familienbeihilfenantrages nicht mehr haltbar und wird daher im Wege einer positiven Beschwerdevorentscheidung die Gewährung der Familienbeihilfe für den Kindesvater ab 01.09.2012 beantragt. Festgehalten wird, dass Frau ***36*** ***2ova*** für die Kinder in Tschechien keine Familienbeihilfe bezieht. Mit freundlichen Grüßen für ***2*** ***1*** PS: Als steuerlicher Vertreter sind wir sehr verwundert, dass in Zeiten der Gleichbehandlung und Gleichberechtigung der Kindesvater, welcher seit Geburt österreichischer Staatsbürger ist, um die Familienbeihilfe für seine Kinder streiten muss, während in anderen Fällen der Sozialgedanke der österreichischen Regierung keine Grenzen kennt. Es wird notwendig sein, den österreichischen Staatsbürgern auch Rechte zuzubilligen und nicht nur mit Pflichten zu überhäufen. ZMR Laut Meldedatenabfrage des Finanzamts vom 13.7.2017 war der Bf wie folgt mit Hauptwohnsitz gemeldet: 26.7.1995 bis 25.1.2013: ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** (Niederösterreich) 10.12.2013 bis 28.3.2014: ***24*** ***25***-***26***, ***27*** ***28*** (Steiermark) 21.10.2014 bis 11.12.2014: ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** (Niederösterreich) 12.12.2014 bis 6.3.2015: ***24*** ***29***-***25***, ***27*** ***28*** (Steiermark) 15.12.2015 bis 21.4.2016: ***24*** ***29***-***25***, ***27*** ***28*** (Steiermark) 21.4.2016 bis 28.4.2016: ***30*** ***31***, ***32*** ***33*** (Steiermark) 28.4.2016 bis 18.5.2016: ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** (Niederösterreich) 18.5.2016 bis 14.6.2016: ***30*** ***31***, ***32*** ***33*** (Steiermark) 14.6.2016 bis 12.12. 2016: ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** (Niederösterreich) 12.12.2016 bis 2.5.2017: ***24*** ***29***-***25***, ***27*** ***28*** (Steiermark) 2.5.2017 bis 6.7.2017: ***30*** ***31***, ***32*** ***33*** (Steiermark) Seit 6.7.2017: ***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** (Niederösterreich) Beschwerdevorentscheidung Mit Beschwerdevorentscheidung vom 10.1.2018 wies das Finanzamt die Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid als unbegründet ab und führte dazu aus: Sie haben am 22.08.2014 die Gewährung der Familienbeihilfe für die minderjährigen Kinder ***8***-***9*** und ***10***-***8*** fur den Zeitraum ab 01.09.2012 beantragt. Dabei stützten Sie Ihren Anspruch in erster Linie auf den Kindesbegriff des § 2 Abs. 3 lit. a FLAG sowie auf die Argumentation, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin in Österreich liege. Sie wurden mittels Vorhaltes v. 02.09.2014 um Ergänzung hinsichtlich Ihres Antrages v. 22.08.2014 ersucht, insb. wurden Sie um Bekanntgabe der Adresse der getrennt lebenden Ehegattin und um Bekanntgabe der Tätigkeitsausübung Ihrer Ehegattin ***36*** ***2***(OVA) - wie z.B. zur Vorlage einer Arbeitgeberbestätigung, Leistungsbestätigung ad Arbeitslosengeld bzw. Sozialhilfe sowie eines Sozialversicherungsdatenauszug - unter Fristsetzung bis 26.09.2014 ersucht. Nach Beantragung einer Fristverlängerung vom 25.09.2014 - und darauf folgender Fristerstreckung - brachten Sie eine ergänzende Stellungnahme v. 23.10.2014 ein. In diesem Schreiben brachten Sie vor, dass die Adresse der getrennt lebenden Ehegattin, ***36*** ***2***OVA, nicht bekannt sei sowie dass Ihre Ehegattin laut der ZMR-Auskunft bis 24.08.2012 am Familienwohnsitz in A-***3*** ***4***-***5***, ***6*** ***7*** gemeldet gewesen wäre. Aus den tschechischen Meldebestätigungen (v. 15.10.2014) der beiden Kinder gehe hervor, dass beide ab ihrer Geburt in CZ-***22*** ***16*** ***17*** U ***18*** ***19*** (Tschechische Republik) gemeldet seien. Daher gehen Sie davon aus, dass dies auch die Wohnadresse Ihrer Ehegattin sei. Ferner brachten Sie vor, dass - wie ersucht - die Schulbestätigungen (v. 25.09.2014) der beiden Kinder ab 01.09.2012 (bis laufend) sowie die Formulare E401 v. 12.05.2015 und E411 v. 25.02.2015 (ausgefüllt in den Punkten 1-4 bzw. 1-3) dem Schreiben angeschlossen seien [Anm.: E401 und E411 unvollständig hinsichtlich verfahrensrelevanter Daten Ihrer Ehegattin ***36*** ***2***OVA]. Darüber hinaus führten Sie aus, dass hinsichtlich Ihrer Ehegattin es nicht möglich sei die angeforderten Unterlagen wie Arbeitgeber- bzw. Arbeitslosenbestätigung sowie Sozialversicherungsauszug vorzulegen, respektive die berufliche Tätigkeit Ihrer Ehegattin nicht bekannt sei. Sie wurden mittels des Ergänzungsvorhaltes v. 13.11.2015 in Kenntnis gesetzt, dass Sie um einen schriftlichen Nachweis der überwiegenden Kostentragung (Unterhaltsleistungen ab September 2012 bis laufend) ersucht werden und als Beweismittel nur Bankbestätigungen anerkannt werden. In Beantwortung des Vorhaltes v. 13.11.2015 teilten Sie der Abgabenbehörde in Ihrem Schreiben v. 03.12.2015 mit, dass eine Ehescheidung noch nicht stattgefunden habe und keine Regelung des Unterhaltes erfolgt sei. Ihre beiden Kinder seien österreichische Staatsbürger und im A-***3*** ***4***, ***6*** ***7*** polizeilich gemeldet. Während der Schulzeiten hielten sie sich bei der Mutter in Tschechien auf, wo sie auch die Schule besuchen wurden. Auch eine Besuchsregelung sei bis dato nicht erfolgt. In den Ferien und an den Wochenenden hielten sie sich bei Ihrem Vater in Österreich auf. Dementsprechend erfolgt auch die Kostentragung während der Aufenthaltszeiten. Darüber hinaus führten Sie bzw. Ihre rechtsfreundliche Vertretung aus, dass bei grenzüberschreitenden Sachverhalten für den Anspruch auf österreichische Familienleistungen der Lebensmittelpunkt im Inland Voraussetzung sei. Bei EU-Bürgern werde in solchen Fällen geprüft, unter welche Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit Mutter und Vater fallen, wobei dies in der Regel jener Staat sei, in dem man beschäftigt und versichert sei (Beschäftigungsstaatsprinzip). Der antragstellende Vater sei in Österreich als Pensionist versichert und dementsprechend liege der Mittelpunkt der Lebensinteressen in Österreich. Nach Ihren Informationen sei Ihre Ehegattin in Tschechien nicht versichert und sie übe auch keine Beschäftigung aus. Es sei davon auszugehen, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen weiterhin in Österreich liege, dafür spreche auch die österreichische Staatsbürgerschaft der Kinder. Sie gehen daher davon aus, dass nicht die überwiegende Kostentragung für die Beurteilung des Familienbeihilfeanspruches maßgebend sein könne, sondern der von Ihnen dargestellte Sachverhalt. Daher brachten Sie den Antrag die Familienbeihilfe ab September 2012 positiv zu erledigen. Per Bescheid v. 03.10.2016, zugestellt am 05.10.2016 wurde Ihr Antrag als unbegründet abgewiesen (siehe insb. die ausführliche Begründung des Bescheides v. 03.10.2016). In Ihrer Beschwerde bekämpfen Sie die Schlussfolgerung der zuständigen Abgabenbehörde und beantragen die positive Erledigung Ihres Familienbeihilfeantrages ab September 2012 (zit.): "...Der Kindesvater, Herr ***1*** ***2***, erbringt Unterhaltsleistungen für die beiden Kinder unter anderem in Form von jährlichen Versicherungsprämien, welche für die Tochter ***8*** ***9*** in den Jahren 2012 bis 2015 rd. € 2.500,- pro Jahr betragen haben. Ein ähnlicher Betrag wird auch für die Tochter ***10*** ***8*** aufgewendet. Für beide Kinder besteht jeweils ein zweiter Versicherungsvertrag über je € 859,27 pro Jahr mit den Vertragsnummern ***34*** und ***35***. Aus diesen Unterlagen ergeben sich bereits tatsächliche Unterhaltsleistungen pro Kind von rd. € 3.360,- pro Jahr und entspricht dies einer monatlichen Alimentationszahlung pro Kind von € 280,-. Aufgrund des Einkommens des Kindesvaters aus Pensionseinkünften sind diese monatlichen Betrage jedenfalls angemessen. Darüber hinaus wird für jedes Kind ein Bausparvertrag mit € 1.200,- jährlich angespart. Das monatliche Taschengeld zwischen € 20,- und € 50,- wird auf ein Sparbuch einbezahlt. Darüber hinaus wurde für die Tochter ***8*** ***9*** ein Moped Marke Vespa mit einem Kaufpreis von € 3.000,- finanziert und der Führerscheinkurs in Osterreich für die L 17 Ausbildung im Gesamtpreis von € 1.540,- bezahlt. Auch den Mofaführerschein im Wert von rd. € 300,- hat der Kindesvater finanziert. Dazu wird ausgeführt: Gemäß § 2 Abs. 1 lit. a FLAG haben Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, Anspruch auf Familienbeihilfe für minderjährige Kinder. Abs. 2 leg. cit. bestimmt, dass die Person Anspruch auf Familienbeihilfe hat, zu deren Haushalt das Kind gehört. Eine Person, zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend tragt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach § 2 Abs. 2 erster Satz FLAG anspruchsberechtigt ist. Nach § 2 Abs. 3 lit. a FLAG zählen zu den Kindern einer Person deren Nachkommen. Gemäß § 2 Abs. 8 FLAG haben Personen nur dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen im Bundesgebiet haben. Eine Person hat den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in dem Staat, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat. Nach Art. 1 lit. a der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, ABlEU Nr. L 166 vom 30. April 2004, in der Fassung der Berichtigung ABIEU Nr. L 200 vom 7. Juni 2004, (in der Folge: Verordnung Nr. 883/2004) bezeichnet für Zwecke dieser Verordnung der Ausdruck "Beschäftigung" jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt. Art. 1 lit. i der Verordnung Nr. 883/2004 lautet: "Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck: i) ,Familienangehöriger': 1. i) jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewahrt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird; ii) in Bezug auf Sachleistungen nach Titel III Kapitel 1 über Leistungen bei Krankheit sowie Leistungen bei Mutterschaft und gleichgestellte Leistungen bei Vaterschaft jede Person, die in den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie wohnt, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt wird oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird; 2. unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen; 3. wird nach den gemäß Nummern 1 und 2 anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt diese Voraussetzung als erfült, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird. Nach Art 1 lit. j der Verordnung Nr. 883/2004 bezeichnet der Ausdruck "Wohnort" den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person. Als Familienleistungen werden in Art. 1 lit. z leg. cit. alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen nach Anhang I definiert. Zu den Lebenshaltungskosten eines Kindes gehören die anteiligen Wohnungskosten, Internatskosten, Fahrkosten, anteilige Nahrungskosten, Bekleidungskosten, Arztkosten sowie die Ausgaben für Körperpflege, Heilmittel, anteiligen Urlaub, Freizeit, Sportgeräte und ähnliches. Diesbezüglich ist auszufuhren, dass insb. Leistungen in Form von jährlichen Versicherungsprämien und ähnlichen Beitragen nicht unter Unterhaltsleistung zu subsumieren ist. Art. 11 Abs. 1 und Abs. 3 lit. a der Verordnung 883/2004 lautet samt Überschrift: "TITEL II / BESTIMMUNG DES ANWENDBAREN RECHTS / Artikel 11 / Allgemeine Regelung (1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel. (3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes: a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;..." Art. 67 der Verordnung 883/2004 lautet samt Überschrift: "KAPITEL 8 / Familienleistungen / Artikel 67 / Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen Eine Person hat auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen wurden. Ein Rentner hat jedoch Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des für die Rentengewährung zuständigen Mitgliedstaats." Art. 68 der Verordnung 883/2004 enthalt Prioritätsregeln bei Zusammentreffen Ansprüchen, wenn für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren sind. Art. 60 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, ABlEU Nr. L 284 vom 30. Oktober 2009, (in der Folge: Durchführungsverordnung Nr. 987/2009) lautet: "Verfahren bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung (1) Die Familienleistungen werden bei dem zuständigen Träger beantragt. Bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung ist, insbesondere was das Recht einer Person Erhebung eines Leistungsanspruchs anbelangt, die Situation der gesamten Familie in einer Weise zu berücksichtigen, als würden alle beteiligten Personen unter die Rechtsvorschriften des betreffenden Mitgliedstaats fallen und dort wohnen. Nimmt eine Person, die berechtigt ist, Anspruch auf die Leistungen zu erheben, dieses Recht nicht wahr, berücksichtigt der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften anzuwenden sind, einen Antrag auf Familienleistungen, der von dem anderen Elternteil, einer als Elternteil behandelten Person oder von der Person oder Institution, die als Vormund des Kindes oder der Kinder handelt, gestellt wird. Wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in seinem Urteil vom 22. Oktober 2015 in der Rechtssache C-378/14 (Tomislaw Trapkowski) ausgesprochen hat, ist Art. 60 Abs. 1 Satz 2 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit dahin auszulegen, dass die in dieser Bestimmung vorgesehene Fiktion dazu fuhren kann, dass der Anspruch auf Familienleistungen einer Person zusteht, die nicht in dem Mitgliedstaat wohnt, der für die Gewährung dieser Leistungen zuständig ist, sofern alle anderen durch das nationale Recht vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt sind. Es obliegt jedoch der zuständigen nationalen Behörde, zu bestimmen, welche Personen nach nationalem Recht Anspruch auf Familienleistungen haben. Das heißt, dass eine Person zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend tragt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach § 2 Abs. 2 Satz 2 FLAG anspruchsberechtigt ist. Für den Anspruch auf Familienleistungen nach Art. 67 der Verordnung Nr. 883/2004 ist zunächst darauf hinzuweisen, dass auf den in Österreich wohnhaften Kindesvater die Rechtsvorschriften Österreichs anzuwenden sind, sodass ihm nach § 2 Abs. 2 FLAG die Familienbeihilfe oder eine Ausgleichszahlung (wegen fehlenden Haushaltszugehörigkeit der Kinder) nicht zusteht. Nach dieser Bestimmung hat eine Person, zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend trägt, dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach § 2 Abs. 2 erster Satz FLAG anspruchsberechtigt ist. Da die genannten Kinder bei der Kindesmutter Frau ***36*** ***2***(OVA), wohnhaft in Tschechien, CZ-***22*** ***16*** ***17***, U ***18*** ***19***, haushaltszugehörig sind, könnte nach dem FLAG ein Anspruch der Kindesmutter auf Familienbeihilfe gemäß § 2 Abs. 2 zweiter Satz leg. cit. vorliegen. Dies ist jedoch nicht Gegenstand des laufenden Beihilfeverfahrens in casu ***1*** ***2***. Daraus folgt, dass ein Anspruch für den Kindesvater auf Familienbeihilfe/Ausgleichszahlung nicht existiert, da der Beschwerdeführer die Kinder nicht in seinem Haushalt hat und die Haushaltszugehörigkeit (auch bei grenzüberschreitenden Sachverhalten) primär zu einem Familienbeihilfeanspruch führt. Auch wenn subsidiär die überwiegende Kostentragung für die Beurteilung, ob die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, herangezogen werden würde, könnte dies der Beschwerde nicht zum Erfolg verhelfen. In diesem Zusammenhang, wie oben ausgeführt, erfüllen Leistungen in Form von jährlichen Versicherungsprämien und ähnlichen Beiträgen, nicht die Kriterien einer Unterhaltsleistung, insb. weil eine unmittelbare Verfügbarkeit zur Lebensbestreitung fehlt und somit diese (Versicherungsprämien ua) nicht zur unmittelbaren Disposition der Unterhaltsberechtigten stehen. Ihre Beschwerde vom 04.11.2016, betreffend die Abweisung der Familienbeihilfe hinsichtlich Ihrer Kinder - mj. ***8***-***9*** ***2***(OVA), geb. am ***14*** und - mj. ***10***-***8*** ***2***(OVA), geb. am ***15*** erweist sich sohin als unbegründet und war daher abzuweisen. Vorlageantrag Mit Schreiben vom 9.2.208 stellte der Bf durch seine steuerliche Vertretung Vorlageantrag: Innerhalb offener Rechtsmittelfrist wird gegen die Beschwerdevorentscheidung vom 10.01.2018, das Rechtsmittel erhoben und die Vorlage der Beschwerde an das Bundesfinanzgericht beantragt. Die Beschwerdevorentscheidung vom 10.01.2018 betrifft die Abweisung des Antrages auf Gewährung der Familienbeihilfe für den Kindesvater ***1*** ***2*** für die beiden Kinder ***8*** ***9*** und ***10*** ***8*** ***2***(ova) ab September 2012. Wenn möglich wird die Abhaltung einer mündlichen Verhandlung und Entscheidung durch den Beschwerdesenat beantragt. Vorlage Mit Bericht vom 27.4.2018 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus: Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis) Beschwerde 1 Beschwerde v.04.11.16 ad Abweisungsbescheid v.3.10.16 04.11.2016 Bescheide 2 Familienbeihilfe (Zeitraum: 09.2012-12.9999) 03.10.2016 Antrag / Anzeige an die Behörde 3 Fristverlängerungsantrag v.25.09.14 ad Ergänzungsersuchen v.2.9.14 25.09.2014 Beschwerdevorentscheidung 4 Beschwerdevorentscheidung 10.01.2018 Vorlageantrag 5 Vorlageantrag 09.02.2018 Vorgelegte Aktenteile 6 Zahlungsbestätigung Fahrschule Drive Mistelbach v.27.10.14 27.10.0014 7 Beih1 v.22.08.14 22.08.2014 8 Ergänzungsersuchen v.02.09.14 02.09.2014 9 ZMR v.***10***-***8*** v.2.9.14 02.09.2014 10 ZMR v.***36*** ***2ova*** v.2.9.14 02.09.2014 11 ZMR v.***8***-***9*** v.2.9.14 02.09.2014 12 Tschechische Meldebestätigung u. Schulbestätigung der beiden Kinder v.25.09.14 25.09.2014 13 Kaufvertrag VESPA v.20.10.14 20.10.2014 14 E411 und E401 v.23.10.14 23.10.2014 15 Schriftl. Beantwortung v.23.10.14 d.Ergänzungsersuchens v.02.09.14 23.10.2014 16 Ausbildungsvertrag Fahrschule Drive 7.4.15 u.Zahlung v.10.4.15 10.04.2015 17 Stellungnahme v.03.12.15 ad Ergänzungsauftrag v.13.11.15 03.12.2015 18 Hardcopy Überbblick Einlaufstücke v.22.01.16 22.01.2016 19 Konvolut Sparkassen-Versicherung v.10.10.16 10.10.2016 20 Schreiben d.Stb an CZ-Bezirksgericht Ceske Lipe v.24.10.16 24.10.2016 21 ZMR ad J.***2*** v.13.07.17 13.07.2017 Sachverhalt und Anträge Sachverhalt: Der beschwerdeführende Kindesvater Hr. ***1*** ***2*** ist der Ansicht, dass er insb. in Form der von jährlichen Versicherungsprämien Unterhaltsleistungen erbringt und demnach als österreichischer Pensionist Anspruch auf Familienbeihilfe habe. Vorgebracht wird vor allem der Aufenthalt der Kinder in den Ferien und Wochenenden beim Kindesvater. Die getrennt lebende (Trennung spätestens seit Aug. 2012) - und noch nicht rechtswirksam geschiedene - Gattin Fr. ***36*** ***2***(OVA) sei in Tschechien nicht versichert und übe auch keine Beschäftigung aus.

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Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7101974/2018
ECLI
ECLI:AT:BFG:2022:RV.7101974.2018
Stammnummer
137572
Gültig
09.06.2022 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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