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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/2100314/2019

Schätzung: Keine Globalschätzung zulässig, wenn konkrete Rechnungen, Buchungsvorgänge oder Bankkontobewegungen betroffen sind, die einer abgabenbehördlichen Ermittlung unter Inanspruchnahme der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers zugänglich sind

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - BeschlussRV/2100314/2019vom 10.03.2022Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Vorhalte und Aufforderungen der Abgabenbehörde müssen ein ausreichendes Maß an Verständlichkeit und Konkretisierung der Fragestellung aufweisen. Hat die Abgabenbehörde Zweifel, so muss sie gemäß § 138 BAO vom Abgabepflichtigen (aktenmäßig nachvollziehbar) verlangen, zur Beseitigung der Zweifel den Inhalt seines Anbringens zu erläutern und zu ergänzen sowie dessen Richtigkeit zu beweisen oder – wenn ihm ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden kann – glaubhaft zu machen.
Aus § 265 Abs. 1 BAO in Verbindung mit § 270 BAO ist abzuleiten, dass die Ermittlungspflicht der Abgabenbehörde nicht mit der Erlassung des angefochtenen Bescheides endet. Auch erstmals in einer Bescheidbeschwerde getätigtes Vorbringen kann die Pflicht zu amtswegigen Ermittlungen auslösen, wobei diese Ermittlungen noch vor Beschwerdevorlage an das Verwaltungsgericht anzustellen sind. Dies gilt insbesondere auch für jene Fälle, bei denen die Abgabenbehörde vom Vorliegen von Abgabenhinterziehung ausgeht, und zwar auch dann, wenn aufgrund eines anhängigen Insolvenzverfahrens mit nur geringer Einbringlichkeit der vorgeschriebenen Abgaben zu rechnen ist.
Eine Einbeziehung von Umständen in eine Schätzung mittels Sicherheitszuschlag ist dann unzulässig, wenn konkrete Rechnungen, Buchungsvorgänge oder Bankkontobewegungen betroffen sind, die einer abgabenbehördlichen Ermittlung unter Inanspruchnahme der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers mithilfe eines Verlangens gemäß § 138 BAO zugänglich sind und die steuerlichen Folgen im Einzelnen durch steuerliche Hinzurechnungen oder Versagung der Abzugsfähigkeit gezogen werden können.

Wortlaut laut Findok

BESCHLUSS Das Bundesfinanzgericht hat durch den ***Einzelrichter*** über die Beschwerden des ***Bf*** als Masseverwalter im Insolvenzverfahren der ***X-GmbH***, ***Adr***, vom 20.02.2018 gegen die Bescheide des Finanzamtes Graz-Umgebung vom 21.12.2017 betreffend Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer 2007 bis 2011 beschlossen: Die angefochtenen Bescheide werden unter Zurückverweisung der Sache an die Abgabenbehörde aufgehoben. Gegen diesen Beschluss ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig. Begründung Beschwerdeführer ist der Masseverwalter im Insolvenzverfahren der mit Gesellschaftsvertrag vom 20.03.1997 gegründeten ***X-GmbH***. Als Gesellschafter waren in den Streitjahren im Firmenbuch eingetragen: ***X1*** bzw. die Gut "***" Holding GmbH einerseits sowie ***X2*** anderseits. Geschäftsführer ist ***X1***. Gegenstand des Unternehmens sind laut Gesellschaftsvertrag die Gewerbe Bauträger, Baumeister, alle Baunebengewerbe, Immobilienmakler und Immobilienverwalter sowie die Beteiligung an und die Geschäftsführung für andere Unternehmungen im In- und Ausland. Die ***X-GmbH*** hat ein abweichendes Wirtschaftsjahr (Abschlussstichtag: 30.06.). Für die Streitjahre 2007 bis 2011 (die die Wirtschaftsjahre 2006/2007 bis 2010/2011 umfassen) sind den Abgabenbescheiden folgende Umsätze (20%) sowie Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu entnehmen: |   | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Umsätze (20%) | 1.819.664,90 € | 989.561,80 € | 205.507,43 € | 292.432,36 € | 4.255,078,04 € | Einkünfte aus Gewerbebetrieb | 488.885,96 € | 187.178,66 € | 212.891,69 € | 163.426,80 € | 300.308,88 € Aufgrund eines am 23.12.2015 bei Gericht eingelangten Antrages der ***X-GmbH*** wurde mit Gerichtsbeschluss vom selben Tag das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung des Schuldners eröffnet. Mit Gerichtsbeschluss vom 15.02.2016 wurde die Bezeichnung des Verfahrens auf Konkursverfahren abgeändert und die Schließung des Unternehmens angeordnet. ***X1*** (Eröffnung des Konkurses: **.06.2017) hatte neben seinen Funktionen als Gesellschafter und Geschäftsführer der ***X-GmbH*** ua. folgende gesellschaftsrechtlichen Funktionen inne: Gesellschafter und Geschäftsführer der ***A-GmbH*** (errichtet am 03.09.2002); Gesellschafter und Geschäftsführer der ***B-GmbH*** (errichtet: 19.11.2008; Eröffnung des Konkurses: 13.05.2015) sowie Kommanditist der ***B-GmbH&CoKG*** (gegründet: 30.01.2009; Übernahme des Vermögens der Gut "***" Holding GmbH gemäß § 142 UGB am 12.03.2015 in das Firmenbuch eingetragen); Gesellschafter und Geschäftsführer der ***C-GmbH*** (gegründet: 14.04.2009; später: ***C2-GmbH***; nun: ***C3-GmbH***) sowie Kommanditist der ***C1-GmbH&CoKG***, der ***C2-GmbH&CoKG*** und der ***C3-GmbH&CoKG*** (alle gegründet: 23.04.2009); Geschäftsführer der ***D-GmbH*** (gegründet 13.10.2009; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH; Eröffnung des Konkurses: 20.05.2015); Geschäftsführer der ***E-GmbH*** (gegründet 01.12.2009; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH; Eröffnung des Konkurses: 24.03.2015); Geschäftsführer der ***F-GmbH*** in Liqu. (gegründet 11.02.2010; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH); Gesellschafter und Geschäftsführer der ***H-GmbH*** (gegründet 23.04.2010; als übertragende Gesellschaft mit der Gut "***" Holding GmbH verschmolzen) sowie Kommanditist der ***H1-GmbH&CoKG*** und der ***H2-GmbH&CoKG*** (jeweils gegründet 27.09.2010); Geschäftsführer der ***I-GmbH*** (gegründet 06.07.2010; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH; Eröffnung des Konkurses: 09.07.2015); Geschäftsführer der ***J-GmbH*** (gegründet am 20.12.2010; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH, Eröffnung des Konkurses: 09.12.2016); Geschäftsführer der ***K-GmbH*** (gegründet 22.02.2012; Gesellschafter ua. Gut "***" Holding GmbH und Gut "***" Holding GmbH & Co KG; Eröffnung des Konkurses: 23.08.2017). Verfahrensablauf: Prüfungsaufträge Mit Bescheid über einen Prüfungsauftrag vom 16.01.2012 führte die Abgabenbehörde bei der ***X-GmbH*** eine Außenprüfung betreffend Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer 2007 bis 2009 durch. Mit Bescheid über einen Prüfungsauftrag vom 16.04.2012 erweiterte die Abgabenbehörde den Gegenstand der Außenprüfung auf Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer 2005 bis 2010. Mit Bescheid über einen Prüfungsauftrag vom 05.11.2012 erweiterte die Abgabenbehörde den Gegenstand der Außenprüfung auf Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer 2005 bis 2011. Hausdurchsuchung bei der Gesellschaft Am 06.11.2014 fand eine Hausdurchsuchung ua. bei der ***X-GmbH*** statt, die zur Beschlagnahme der Unterlagen der Gesellschaft führte (die beschlagnahmten Unterlagen wurden am 27.04.2016 ordnungsgemäß zurückgegeben). Vorhalt des Prüfers Im Zuge der Überprüfung der Buchhaltung der ***X-GmbH*** gelangten dem Prüfer folgende Umstände zur Kenntnis: dass folgende Aufwendungen als Kosten für Werbung ("Werbekosten") verbucht wurden: "Airrest, Catering", 1.209,10 € (2007) "*** Karting", 750 € (2007) "SV ***, Werbung", 500 € (2007) "Sport Union ***", 500 € (2007) "Nike Laufkleidung", 615 € (2007) "***", 1.028,55 (2007) "******", 500 € (jeweils 2007, 2008 und 2009) "SportUnion ***", 500 € (2007) "Geschenkgutschein", 1.500 € (2008) "Kundenausflug Kroa", 1.850,49 € (2008) "*** Benfiz Gol", 300 € (2008) "Printline Weihnach", 616,80 € (2008) "*** weihn.karten", 693,60 € (2009) und 786 € (2010) "***", 798 € (2010) "billa jause", 17,09 € (2009) "weikard montblanc", 365 € (2010) "roncalli", 433 € (2010) "wein u co", 139,90 (2010) "kulturverein ***", 300 € (jeweils 2010 und 2011) "toysrus geschenke", 106,03 € (2010) "wohnen at werbungs", 4377,06 € 2010) "*** Sponsor b.***", 350 € (2011) dass auf dem Buchhaltungskonto 4070 "Erlöse Bauleistungen 0%"am 02.09.2009 ein Betrag von 124.800 € (Text: "***L-GmbH***") verbucht wurde (somit keine Umsatzsteuerversteuerung erfolgt ist). Auf dem Bankkonto der ***L-GmbH*** scheint ein Ausgang von 124.800 € auf. Die ***L-GmbH*** verbuchte diesen Betrag am 02.09.2009 auf dem Buchhaltungskonto 1102 mit dem Text "***X-GmbH***: ***" und der Gegenkontobezeichnung "Liegensch ***" (OZ 222). Aus dem Anhang (OZ 185 S. 2) zu einer E-Mail von ***X1*** an die ***L-GmbH*** (OZ 185 S. 1) geht als Baunebenkosten des Projekts "***" ein "Management Fee ***X1***" von 104.000 € hervor (rechnerisch: 104.000 € + 20% = 124.800 €). dass auf dem Buchhaltungskonto 216002 "***M2-GmbH***" am 08.07.2009 ein Betrag von 114.400,04 € (Text: "***M2-GmbH*** beratertätigk"; Gegenkonto: 4003) und am 01.08.2009 ein Betrag von -114.400,04 € (Text: "sto re ***M2-GmbH***"; Gegenkonto: 4003) verbucht wurde (OZ 223 S. 1). Auf der Rechnung Nr. 81/04 KST 81 vom 08.07.2009 an die ***M2-GmbH*** (OZ 130 S. 9) mit der Leistungsbezeichnung "Beratertätigkeit / Abwicklung (130.000,00€) 15 TLZ Umfassende Sanierung BV ***gasse für 13 Monate 10/08 bis 11/09" über den Rechnungsbetrag von 145.600 € ist handschriftlich vermerkt: "216002/4003 Buch.Betrag -114.400,04". dass fünf an die ***N2-GmbH*** ausgestellte (und dort in der Buchhaltung aufgefundene) Rechnungen (Gesamtbetrag: 1.899.076,56 €) in der Buchhaltung ertragsmäßig nicht erfasst wurden: Rechnungsdatum 09.11.2009, Betrag 132.491,16 € Rechnungsdatum 01.03.2010, Betrag 100.692 € Rechnungsdatum 23.07.2010, 36.675,32 € Rechnungsdatum 01.08.2010, Betrag 1.577.640,27 € Rechnungsdatum 01.08.2010, 51.577,84 € Mit Schreiben vom 27.05.2017 (OZ 112 S. 36 = OZ 112 S. ***) hielt der Prüfer dem Beschwerdeführer vor: unter Punkt 7c, dass die "Werbekosten" nachzuweisen seien (OZ 112 S. 36 und OZ 112 S. ***) unter Punkt 6f, dass ein Betrag von 104.000 € für "Management Fee" ("Re. 01/03 Proj. ***") zu "verusten" sei (OZ 112 S. ***;). unter Punkt 15, dass die Rechnung Nr. 81/04 KST 81 vom 08.07.2009 an die ***M2-GmbH*** (netto 95.333,37 €) der Umsatzsteuer (19.066,67 €) zu unterziehen sei, weil sie beim Rechnungsempfänger nicht "als Storno gebucht" worden sei (OZ 112 S. 47). unter Punkt 8b, dass betreffend "***N2***" fünf (mit hervorgehobener Schrift angeführte) "AR nicht in BH" vorhanden seien (OZ 112 S. 43): Darüber hinaus hielt der Prüfer dem Beschwerdeführer unter den Punkten 2 bis 17 und 19 folgende die Streitjahre 2007 bis 2011 betreffende (im BP-Bericht zur Verhängung eines Sicherheitszuschlages führende) Zahlen, Daten und Umstände vor: "2. Bilanzen / halbfertige Arbeiten: Berechnung bzw. Bewertung der halbfertigen Arbeiten wurden nach Belieben zum Ansatz gebracht. Als Nachweis dient der Mail-Verkehr mit der Steuerberatung ***stV*** - siehe Kopien! Darin wurden Projekte angeführt, die mit ,nach Bedarf' bezeichnet sind. Weiters wurde im Vorhineien festgelegt, wieviel Gewinn ausgewiesen werden soll - mit Hilfe von Bewertungen, variable GF-Bezüge oder Mietverrechnungen an ***X1***. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen ist keine stichhaltige Überprüfung möglich. Steuerliche Konsequenz: Nach laufender Rechtsprechung sind bei Bilanzmanipulationen die Bemessungsgrundlagen gem. § 184 BAO zu schätzen. Ein Verlustvortrag ist unter diesen Umständen auszuschließen, ein Sicherheitszuschlag dem Umsatz und Gewinn/Verlust hinzuzurechnen. 3. Bilanzpositionen: a. EB zu Forderungen können nicht nachvollzogen werden. Berechnungen sind vorzulegen. 30.06.2005 -45.377,04 30.06.2006 -24.625,51 30.06.2007 -111.658,16 30.06.2008 158.499,60 30.06.2009 ? 30.06.2010 -432.032,71 30.06.2011 -484.330,32 30.06.2012 ? b. Noch nicht abrechenbare Leistungen: 30.06.2011 365.000,00 Kto.1700/4420 UB 202 Leistungen *** - Berechnung und wann abgerechnet! c. Ausschüttungen / KESt 2009 0,00 2010 270.000,00 Empfänger ? 09.10.2009 Bk 152 (9000/3111) unklare Buch. 30.06.2010 UB Sparbuch (2640/9000) Verr.Kto. NW -Engineering 30.06.2010 UB GA *** (2637/2640) Verr.Kto. *** 365.000,00 an *** GmbH keine KESt 30.06.2010 650.000,00 an *** GmbH keine KESt 2011 0,00 2012 400.000,00 an *** GmbH keine KESt d. Darlehen an ***X3***: Kto. 3872 (Darlehen ***X3***) 14.8.2007 - 21.5.2008 24.300,00 30.06.2008 Kto. 7812/3872 -24.300,00 UB 153/Abschreibung sontige Forderung Klärung e. ***O-GmbH*** Kto. 3877 (Darlehen ***O***) Klärung Folgende Zahlungen sind an die ***O-GmbH*** erfolgt. 22.12.2010 Kto.3877/3111 361.000,00 BN 196 ***O*** Eigenmittel Wasserwerk 22.12.2010 Kto.3877/3111 300.000,00 BN 196 ***O*** Eigenmittel Wasserwerk 30.12.2010 Kto.3877/3111 -211.000,00 BN 199 ***O*** Rückzahlung Leihgeld 450.000,00 Durch Umbuchungen wird das Konto 3877 auf Null gestellt. 30.06.2011 Kto. 26***/3877 -350.000,00 UB 291 Verr.Kto.*** AG /UB Zhlg. *** 30.06.2011 Kto. 2637/3877 -100.000,00 UB 292 Verr.Kto.***/UB Darlehen ***O*** -450.000,00 4. Klärung bzw. Abstimmung der Verrechnungskonten: Kto. 2630/***X1*** allgemeine Entnahmen allgemeine Einlagen Hinterlegung Sparbuch Saldo davon reine Barentnahmen GF-Bezüge Wj. 2004/2005 543.336,27 436.996,37 106.339,90 113.500,00 0,00 Wj. 2005/2006 184.642,45 220.869,24 -36.226,79 23.400,00 0,00 Wj. 2006/2007 194.367,88 276.743,78 -82.375,90 104.900,00 0,00 Wj. 2007/2008 988.122.74 391.829,42 596.293,32 154.100,00 0,00 Wj. 2008/2009 918.258.75 862.705,92 55.552,83 100.000,00 396.200,00 0,00 Wj. 2009/2010 1.777.508,07 1.766.298,86 11.209,21 356.010,00 670.500,00 0,00 Wj. 2010/2011 774.065,62 479.999,36 294.066,26 135.000,00 0,00 Wj. 2011/2012 100.280,77 337.196,92 -236.916,15 39.100,00 60.000,00 Wj. 2012/2013 40.883,64 87.322,36 -46.438,72 8.000,00 0,00 Wj. 2013/2014 0,00 10.829,48 -10.829,48 0,00 0,00 Wj. 2014/2015 0,00 29.861,62 -29.861,62 0,00 0,00 5.521.466,19 4.900.653,33 620.812,86 1.644.700,00 60.000,00 Im Wj. 2009/2010 wurden GF-Bezüge von € 18.000,- eingebucht und storniert. Im Wj. 2010/2011 wurden GF-Bezüge von € 60.000,- eingebucht. Im Wj. 2011/2012 wurden GF-Bezüge von € 3.500,- eingebucht. Im Wj. 2012/2013 wurden GF-Bezüge von € 8.000,- eingebucht. Im Wj. 2010/2011 wurden mit UB 3x Sparbücher von € 357.697,50 eingebucht. Im Wj. 2010/2011 wurde mit UB Abtretung Verb./Verr.Kto. *** von € 192.686,33 eingebucht. Verzinsungen Wj. 2004/2005 5.558,85 Wj. 2006/2007 3.586,58 5. Kassa: 03.09.2009 ***L-GmbH*** (351004) 16.666,66 3.333,33 UB 5 Da keine Rechnung vorliegt, ist die Vorsteuer nicht anzuerkennen. 01.03.2010 351 Mangnolia, Essen / ***790,65 121,45 Nachweis der betrieblichen Notwendigkeit fehlt. 6. Umsätze: Mängel bzw. Ungereimtheiten a. Umsatz / Materialaufwand / Kostenstellen: Aufgrund der Vorgefundenen Unterlagen sind folgende nicht nachvollziehbare Beträge. z.B. 2009/2010 Aufwand Erlös R*** 14.805,86 554.088,56 G*** 15.831,110,00 z.B. 2010/2011 Aufwand Erlös Das H*** / ***gasse 1.525.099,92 4.652.368,94 *** / R*** 53.727,78 567.072,25 G*** / H*** / ***strasse 108.965,49 O***, 8*** *** / 153.292,54 4.970,27 Wohnhäuser O***st. Mail vom 27.3.2012 Hochrechnung 2011: Erlöse Aufwand Ertrag *** Hauptstr. 260.649,16 195.447,90 65.201,26 G*** 55.416,67 0,00 55.416,67 R*** 561.072,25 484.222,39 76.849,86 ***N2*** 384.398,28 392.566,24 -8.167,96 Villa H*** 3.677.258,12 2.121.876,55 1.555.381,57 *** 0,00 114.838,22 -114.838,22 4.938.794,48 3.308.951,30 1.629.843,18 3.194.113,08 1.744.681,40 114.838,22 -114.838,22 b. Teilweise wurde mit Ust und teilweise als § 19 (1)a verrechnet: ***N2*** 4 Proj. GmbH R*** B*** GmbH Villa H*** Proj. GmbH Selbstanzeige 10-12/2010 Rechnungslegung an Private zum Teil mit bzw. zum Teil ohne Ust verrechnet (Benjamin) c. Händische Rechungskorrekturen: In einer ordnungsgemäßen EDV-Buchhaltung gibt es keine händischen Korrekturen auf einer Rechnung - Neuausstellung und Stornierung! z.B. 15.06.2007 Dr. *** z.B. 06.06.2007 *** d. H*** Liegenschaftsverwaltung: Kto. 220***9 Re. ***5/123 vom 20.12.2010 wurde It. Buchhaltung storniert und später wieder eingebucht (Re. ***5/124). Lt. Niederschrift hat die H*** die Storno-Rechnung nie erhalten! e. Villa H***: Kto. 220004 11.10.2010 174.177,07 netto, 20% Re. 08/02 11.10.2010 209.012,48 § 19 (l)a Re. 08/02 (Kto.4070) wurde diese AR storniert ? f. ***L-GmbH***: […] g. Verkauf P***, L*** und U*** an ***X1***: Klärung 2010? Errichtungskosten 12.000.000,00 ATS Grundkosten 2.250.000,00 ATS 14.250.000,00 14.218.000,00 It. ***X1*** bereits an Mieter verr. -2.000.000,00 (von ***X1*** beziffert) bereits an Mieter verr. -500.000,00 Einrichtung 11.718.000,00 Verkauf 13.000.000,00 netto, 20% 7. Aufwand: stichprobenartige Überprüfung a. Flugkosten 2006 11.356,58 betriebliche Veranlassung klären b. Klärung der KFZ-Kosten Gliederung und Verrechnungsweisen c. Werbung […] 8. Abgleichung Verrechnungskonten / siehe Feststellungen: a. A***: Wj. 2011/2012 Vorsteuerberichtigung aufgrund Konkurs 12.933,33 b. ***N2***: […] ER 04 It. BH ***N2*** 74.356,87 AR 04 It. BH ***X-GmbH*** 78.270,39 ER 05 It. BH ***N2*** 74.356,87 AR 05 It. BH ***X-GmbH*** 78.270,39 ER 06 It. BH ***N2*** 74.356,87 AR 06 It. BH ***X-GmbH*** 78.270,39 ER 07 It. BH ***N2*** 55.767,65 AR 07 It. BH ***X-GmbH*** 58.702,79 278.838,26 Differenz 14.675,70 (= 5%) 30.06.2012 UB It. BU ***X-GmbH*** 132.513,21 so. Erlöse 0% (Kontoausgleich auf 0) ? 02.04.2010 It. BH ***N2*** 119.175,98 Bankausgang 06.04.2010 It. BH ***X-GmbH*** 109.858,07 Bankeingang 9.317,91 Differenz, wo ist das Skonto eingegangen 01.07.2010 It. BH ***X-GmbH*** 6.690,00 AR 1102 (§19 la), wo ist der Zahlungseingang It. BH ***N2*** 6.690,00 Bankausgang, mit VSt-Abzug c. G***: Kto.201006 23.11.2010 ER 203 / It, BU ***X-GmbH*** 60.000,00 G*** "BV***" Bauleistung wo ist die Weiterverrechnung an *** ? 23.03.2011 ER 403 / It. BU ***X-GmbH*** 8.159,24 detto 01.04.2011 ER 101 / It. BU ***X-GmbH*** 40.000,00 G*** "BV OP 02" It. G*** 33.333,33 01.04.2011 40.000,00 Zahlung an ***/RZ Darlehen 12.02.2011 BN 6 / It. BU ***X-GmbH*** 75.000,00 G*** Darlehen - wohin wurde der Betrag überwiesen 18.03.2011 BN 40 / It. BU ***X-GmbH*** 5.416,67 G*** 101, Skonto 1.083,00 kein Vorsteuerabzug d. ***: Kten. 2629, 2637, 2643 *** Proj.Entw. GmbH 17.06.2015 Bk 12 / It. BU ***X-GmbH*** 6.000,00 Verr.Kto. *** Proj., unklarer Buchungsfall 18.06.2015 Bk 13 / It. BU ***X-GmbH*** 4.900,00 Verr.Kto. *** Proj., unklarer Buchungsfall *** Holding GmbH 30.06.2010 UB 129 / It. BU ***X-GmbH*** 650.000,00 Ausschüttung *** (bei *** gebucht am 31.12.2009) 30.06.2010 UB 209 / It. BU ***X-GmbH*** 270.000,00 UB GA *** (Verr.N***) nicht bei *** geb. 10.05.2012 BN 64/ It. BU ***X-GmbH*** 98.448,67 Villa H*** Darlehenszhlg., bei *** am 31.12.2012 geb. fehlt bei ***X-GmbH*** 31.12.2009 UB 41 / It. BU *** 235.000,00 Sparbuchhinterlegung/Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2009 UB 45 / It. BU *** ***.739,02 Darlehen an ***X-GmbH*** / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2009 UB 56 / It. BU *** 6.200,00 B*** / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 02.11.2010 BN 97 / It. BU *** 2.250,00 ***X-GmbH*** ac.Zhlg. / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2010 BN 127/It. BU *** 1.200,00 ***X-GmbH*** BMW 520D / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 183 / It. BU *** 235.000,00 UB Sparbuch 2009 / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 184 / It. BU *** ***.739,02 UB Darlehen / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 185 / It. BU *** 270.000,00 UB Sparbuch 2010 / Verr.Kto. ***X-GmbH*** e. ***ng GmbH: Kto. 220030 20.11.2012 ER It. BU ***ng 2.353,43 ***X-GmbH*** Material 02.01.2013 BK-Eingang It. BU *** 137.577,47 von *** Penthouse KG ? f. H*** KG: siehe Pkt. 6 d. H*** Liegenschaftsverwaltung (W*** Markus und F*** David) 20.12.2010 Re. ***5/123 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% alle Top's It. KV 20.12.2010 Re. ***5/123 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% Storno 17.02.2011 Re. ***5/124 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% Laut NS vom 17.3.2011 haben F*** und W*** die Storno-Rechnung nie erhalten Der Kaufpreis wurde am 25.1.2011 auf das Treuhandkonto überwiesen. Die AR vom 17.2.2011 haben beide auch nicht erhalten! g. M*** GmbH: siehe Pkt. 14 Kontrollmitteilung vom 3.7.2014: betrifft nur *** Hauptstraße 5 Fa. M*** steht im Verdacht einer Betrugsfirma am Bau! - Bezug zu ***X-GmbH*** 2012 Übernahme der Geschäftsanteile durch J*** und S*** (Bauleiter von ***X-GmbH***) Buchhaltung für 2012 nachträglich erstellt, für 2013 nicht vorhanden Bankauszüge 2012 - Eingänge von ***X-GmbH*** Rechnungen 2012 und 2013 an ***X-GmbH*** Kopie von Regieberichten ***X-GmbH*** Konto 22001 (M***) betrifft ***X-GmbH*** Verdacht bei ***X-GmbH*** im Aufwand Buchhaltung 2012 und 2013 abwarten ..... bei M*** nicht erklärt Niederschrift mit J***: M*** wurde an ihn durch Vorschlag seines Partners Hr. A*** herangetragen. (A*** war eine Zeit GF bei der ***M2-GmbH***) G*** Bau hat für ***X-GmbH*** gearbeitet. C*** BauGmbH war Subleistungsfirma für ***X-GmbH***. h. M *** GmbH: siehe Bp - Feststellungen ***X-GmbH*** ***.800,00 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 09.10.2013 " 23.431,30 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 27.11.2013 " 2.092,48 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2013 UB11 500 Verr.Kto. ***X-GmbH*** Nicht nachvollziehbare Bankbewegungen - keine Stellungnahme vom Abgpfl.: *** Kto. 514.349 03.07.2012 Auszug 8 -20.000,00 ***X1*** & Partner It Mail vom 5.9.2013 ***stV*** an ***X1***: betrifft offene Fragen M*** GmbH JA 2012 07.11.2012 13.483,00 Zhlg. an W*** Antwort: Zahlung für ***X1*** & Partner i. Villa H*** GmbH: Kto. 220004 10.05.2012 Zahlung Villa H*** 98.448,67 Eingang bei *** GmbH am 10.5.2012 warum nicht bei ***X-GmbH*** ? UB 111 / Erlöse Bauleistungen 212.818,53 nicht gebuchte Zahlung -98.448,67 effektive Differenz 114.369,86 Bankkonto 3111: Zahlungen Villa H*** 5.908.488,95 SR ***X-GmbH*** 5.266.860,49 Differenz = Überzahlung 641.628,46 j. *** Hauptstraße: Kto.220022 13.07.2012 Zahlung It. BU WH 5 23.000,00 Zhlg. an ***X-GmbH***/nicht bei ***X-GmbH*** eingegangen 29.03.2012 Zahlung It. BU WH 5 18.129,38 Zhlg. an ***X-GmbH***/nicht bei ***X-GmbH*** eingegangen 31.12.2012 UB It. BU WH 5 245.930,18 Forderung an ***X-GmbH*** auf *** umgebucht (Vermerk: "It. ***X1***") 9. Geschäftsbeziehung zu ***C-GmbH***: TR. 3 345.000,00 die Summe von TR. 1 +2 ist falsch angegeben - Differenz 59.603,16 136.704,50 481.704,50 -422.101,34 It. Re. 59.603,16 Differenz TR. 2 abz. Zhlg. von 77.101,34 ? Betreuungshonorar 50% von 273.409,- It. 2. TR 136.704,50 20% von 273.409,- It. 2.-9. TR 54.681,80 Differenz 82.022,- 50% von 273.409,- It. 9. TR 136.704,50 TR. 9 2 Teilrechnungen mit der Nr. 09/01 1.289.033,94 welche stimmt ? -1.069.011,24 220.022,70 10. Geschäftsbeziehung zu S***/E*** GmbH: a. 02.03.2010 Provisionszahlung von € 127.141,43 netto (25.***8,29 Ust) betreffend RS Auftrag It Abre. ***X-GmbH*** mit RS war € 231.175,06 (ohne Ust) Lt. Vernehmung S*** hat ***X-GmbH*** anscheinend die Provision doppelt kassiert, aber auch versteuert! b. Kaufvertrag vom 12.6.2008: in der Buchhaltung weder der Verkauf, noch die an das FA gemeldet lt. Antwort ***X1*** (Mail vom 15.9.2008): KV unterfertigt, nicht bezahlt - bezüglich Ust wurde eine Verrechnung vereinbart. Wie kann man eine Ust verrechnen, die nicht gemeldet wurde!? 11. Geschäftsbeziehung zu W*** GmbH: Lt. Einvernahmen wurden auf Anweisungen ***X1*** Rechnungen umgeschrieben! siehe Feststellungen bei R*** 12. Geschäftsbeziehung zu P***/J*** GmbH: Auf vorl. Jahresabschluss 2011/2012 ***X1***&Partner GmbH steht markiert "P*** stornieren" siehe Feststellungen bei R*** 521.000,00 bei ***X-GmbH*** auf Erlöse umgebucht - jedoch ohne Ust!? 30.06.2012 617.998,69 UB 492 P*** Vergleich (Kto. 366006/4803) 13. Geschäftsbeziehung zu *** Holding GmbH: Es ist nicht feststellbar, wieviel an die *** weiter verrechnet wurde. 14. Geschäftsbeziehung zu M*** GmbH: Fa. M*** steht im Verdacht einer Betrugsfirma am Bau! Aufwand 54.265,00 B 20,0 Aufwand 69.224,95 B 20,0 15. Geschäftsbeziehung zu ***M2-GmbH***: […] 16. Geschäftsbeziehung zu H*** GmbH: 2010 nicht in Buchhaltung von ***X-GmbH*** ersichtlich 17. O*** / ***; 2 Rechnungen von G*** 01.04,2011 40.000,00 brutto, 20% 01.08.2011 105.068,00 brutto, 20% Verrechnung O*** klären. fehlende UVA's 2015 […] 19. Bankbewegungen: Die Bewegungen auf den Bankkonten werden noch überprüft bzw. abgestimmt. Bei unklaren Buchungen wird um eine Ergänzung zum Vorhalt vom 27.6.2017 ersucht." Vorhaltbeantwortung des Beschwerdeführers Mit Schreiben vom 18.07.2017 (OZ 112 S. 21) teilte der Beschwerdeführer dem Prüfer mit, dass seitens der Geschäftsführung der Schuldnerin eine Mitwirkung hinsichtlich der behördlichen Vorhalte unterblieben sei. Eine Stellungnahme zum Auskunftsersuchen sei trotz entsprechender Aufforderung nicht abgegeben worden. Seitens des Insolvenzverwalters könne zu den Vorhalten der Behörde keine seriöse Stellungnahme abgegeben werden, da diese aus einem Zeitraum vor Insolvenzeröffnung stammten. Er dürfe daher um Abschluss bzw. Weiterführung des steuerlichen Verfahrens ohne Stellungnahme der Schuldnerin ersuchen. Prüfungsabschluss Die Abgabenbehörde beendete die Außenprüfung ohne Schlussbesprechung (siehe die E-Mail der Abgabenbehörde an den Beschwerdeführer in OZ 112 S. 8). Eine "Niederschrift über die Schlussbesprechung" wurde mit 11.08.2017 datiert und vom Beschwerdeführer unterfertigt. Nachträgliche Stellungnahme des ***X1*** Der vom Beschwerdeführer nachträglich am 11.09.2017 mit Email eingebrachten Äußerung (OZ 150) des (damals inhaftierten) ***X1*** ist zu entnehmen: dass er zur Beantwortung des Vorhaltes seine Unterlagen und seinen PC benötige (betreffend Ausgaben für Werbung). dass er zur Beantwortung seine Unterlagen und seinen PC benötige. Da auch Bauleistungen erbracht worden seien, sei die Verrechnung somit "ok" (betreffend Rechnung an die ***L-GmbH***). dass die Leistung an die könne nur als Umsatz angesehen werden könne, wenn sie bezahlt worden sei, ansonsten wäre die Vorgehensweise falsch (betreffend Rechnung an die ***M2-GmbH***). dass er zur Beantwortung betreffend seine Unterlagen und den PC benötige (betreffend Rechnungen an die ***N2-GmbH***). dass es nicht nachvollziehbar sei, was damit behauptet werden solle. Bei den "Halbfertigen" gebe es einen Spielraum, da es sich dabei um eine Bewertung handle und man die genauen Fertigstellungskosten nicht zu 100% genau bewerten könne. Die endgültige Bewertung erfolge mit der Schlussrechnung. Eine Schätzung nach § 184 BAO sei unzulässig, da es sich dabei um keine Bilanzmanipulation handle (betreffend "halbfertige Arbeiten" als Umstand, der später in den Sicherheitszuschlag eingeflossen ist). BP-Bericht "Werbekosten" / Ausgaben für Werbung (K 2007-2011) Der Prüferversagte den Aufwandsbeträgen die steuerliche Anerkennung als Betriebsausgaben und rechnete sie den körperschaftsteuerlichen Bemessungsgrundlagen hinzu (siehe Seite 12-13 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung). Zur Begründung ist der Beilage zum Bericht (Tz. 12) ua. zu entnehmen, dass die betriebliche Veranlassung der "Werbekosten" 2005-2011 nicht habe nachgewiesen werden können. "Management Fee" / ***L-GmbH*** (U 2009) Der Prüfer unterzog im Zusammenhang mit der Verbuchung am 02.09.2009 den Betrag von 104.000 € der Umsatzsteuer (20.800 €), weil "Management Fee zu verusten" sei (siehe Seite 3-4 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung unter Hinweis auf Tz. 5 a. der Beilage zum Bericht). Ertragsstornierung / ***M2-GmbH*** (U und K 2009) Der Prüfer unterzog den auf der Rechnung Nr. 81/04 KST 81 vom 08.07.2009 an die ***M2-GmbH*** handschriftlich verzeichneten (Storno-)Betrag von 114.400,04 €der Umsatzsteuer (herausgerechnet 19.066,67 €), weil diese Rechnung bei der ***M2-GmbH*** nicht als Storno gebucht worden sei (siehe Seite 3-4 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung unter Hinweis auf Tz. 5 b. der Beilage zum Bericht). Weiters rechnete der Prüfer der körperschaftsteuerlichen Bemessungsgrundlage den Betrag von 74.533,37 € (rechnerisch 95.333,37 € minus 20.800 € "***L-GmbH*** Ust") hinzu (siehe Seite 4 und 12 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung). Nicht verbuchte Ausgangsrechnungen / ***N2-GmbH*** (K 2010-2011) Der Prüfer rechnete den körperschaftsteuerlichen Bemessungsgrundlagen aufgrund der Rechnungen an die ***N2-GmbH*** den Betrag von 233.183,16 € (für 2010) und den Betrag von 1.665.893,40 € (für 2011), somit insgesamt 1.899.076,56 €, hinzu (siehe Seite 7 sowie 12 und 13 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung). Der Beilage zum Bericht (Tz. 10) ist dazu die Feststellung "AR nicht in BH" zu entnehmen. Sicherheitszuschlag (U und K 2007-2011) Der Prüfer rechnete den umsatzsteuerlichen und körperschaftsteuerlichen Bemessungsgrundlagen folgende Sicherheitszuschläge hinzu (siehe Seite 5 bzw. Seite 11 und 12-13 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung): |   | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | USt hinzu | 36.393,30 € | 19.791,24 € | 41.110,15 € | 5.848,65 € | 85.101,56 € | KSt hinzu | 36.393,30 € | 19.791,24 € | 4.110,15 € | 5.848,65 € | 85.101,56 € Die Beilage zum Bericht (Tz. 8 unter Verweis auf Tz. 3) lässt erkennen, dass die Abgabenbehörde davon ausgeht, dass die Bücher der Gesellschaft eine zuverlässige Ermittlung des tatsächlichen Umsatzes und Gewinnes nicht ermöglicht haben. Dazu führt die Abgabenbehörde in Tz. 3 aus: "a. Bilanzmanipulationen: Berechnung bzw. Bewertung der halbfertigen Arbeiten wurden nach Belieben zum Ansatz gebracht. Als Nachweis dient der Mail-Verkehr mit der Steuerberatung ***stV***! Darin wurden Projekte angeführt die mit ,nach Bedarf' bezeichnet sind. Weiters wurde im Vorhinein festgelegt, wieviel Gewinn ausgewiesen werden soll - mit Hilfe von Bewertungen, variable GF-Bezüge oder Mietverrechnungen an ***X1***. Aufgrund der Unterlagen ist keine stichhaltige Überprüfung möglich. Einige Auszüge von Mail-Nachrichten: - Projekte 2006/2007: mehrere Auflistungen mit ,Vermerken' Gliederung der Projekte mit dazugehörenden Kunden, Auflistung bezahlter und offener Beträge bei L***/L***gasse Vermerk ,nach Bedarf' *** K***/M***gasse A***/P*** II S*** H***g. L***/L***weg - Mail zw. ***stV*** und ***X1*** vom 7.8.2008: ***X1*** - welchen Gewinn werden wir ausweisen? ***stV*** - bin gerade beim Anpassen der HF ... werde versuchen den Gewinn etwas höher ausfallen als im Vorjahr ausfallen zu lassen ... so um die 250.000,- (Vj. 235.000,-) ***X1*** - sollte etwas höher sein ... ca. 300-350 - Gliederung zum 30.6.2008: G***, N***weg ,nach Bedarf' - Gliederung zum 30.6.2009: G*** und O*** ,nach Bedarf' - Mail vom 27.3.2012 zw. ***stV*** und ***X1***: BV ***gasse - wenn wir das Projekt nun als halbfertig betrachten, müssen wir in der Bilanz die bis dato verbuchten Erlöse von € 3,5 Mio. und die verbuchten Aufwendungen von € 2,1 Mio. aktivieren und somit den Gewinn von € 1,4 Mio stornieren, Folge ist Bilanzverlust 2010/2011. ***X1*** - welcher Verlust?, wir können aber auch das BVH abgrenzen oder ? - Mail vom 9.2.2011 und 10.2.2011 ***stV*** mit ***X1*** betreffend ***X1*** J. und ***X-GmbH*** 2009: Gewinnoptimierung - so wird der Verlust bei ***X1*** bzw. der Gewinn bei ***X-GmbH*** angepasst. - Mail zw. ***stV*** und ***X1*** vom 10.12,2012: Nachdem der Prüfer […] einen Umlaufbeschluss für 2010 angefordert hatte. ***X1*** - (zur ***stV***) da habe ich leider nichts, bitte übermitteln sie mir so einen Beschluss der Gewinnausschüttung, danke b. Unklare Buchungen: - Einzelwertberichtigungen zu Forderungen Die Berechnungen wurden nicht vorgelegt und konnten nicht nachvollzogen werden. - Noch nicht abrechenbare Leistungen: 30.06.2011 365.000,00 Kto. 1700/4***0 UB202 Leistungen *** - Berechnung und wann abgerechnet! - Ausschüttungen / KESt 2010 270.000,00 Empfänger ? 09.10.2009 Bk 152 (9000/3111) unklare Buch. 30.06.2010 UB Sparbuch (2640/9000) Verr.Kto. NW -Engineering 30.06.2010 UB GA *** (2637/2640) Verr.Kto. *** - Darlehen an ***X3***: Kto. 3872 (Darlehen ***X3***) 14.8.2007-21.5.2008 24.300,00 30.06.2008 Kto. 7812/3872 -24.300,00 UB 153/Abschreibung sontige Forderung - P** GmbH Kto. 3877 (Darlehen ***O***) Folgende Zahlungen sind an die ***O-GmbH*** erfolgt. 22.12.2010 Kto.3877/3111 361.000,00 BN 196 ***O*** Eigenmittel Wasserwerk 22.12.2010 Kto.3877/3111 300.000,00 BN 196 ***O*** Eigenmittel Wasserwerk 30.12.2010 Kto.3877/3111 -211.000,00 BN 199 ***O*** Rückzahlung Leihgeld 450.000,00 Durch Umbuchungen wird das Konto 3877 auf Null gestellt. 30.06.2011 Kto. 26***/3877 -350.000,00 UB 291 Verr.Kto.*** AG /UB Zhlg. *** 30.06.2011 Kto. 2637/3877 100.000,00 UB 292 Verr.Kto. ***/UB Darlehen ***O*** c. Geldflüsse und Buchungen auf Verrechnungskonten Klärung bzw. Abstimmung der Verrechnungskonter Kto. 2630 / ***X1*** [Tabelle] Im Wj. 2009/2010 wurden GF-Bezüge von € 18.000,- eingebucht und storniert. Im Wj. 2010/2011 wurden GF-Bezüge von € 60.000,- eingebucht. Im Wj. 2011/2012 wurden GF-Bezüge von € 3.500,- eingebucht. Im Wj. 2012/2013 wurden GF-Bezüge von € 8.000,- eingebucht. Im Wj. 2010/2011 wurden mit UB 3x Sparbücher von € 357.697,50 eingebucht. Im Wj. 2010/2011 wurde mit UB Abtretung Verb./Verr.Kto. *** von € 192.686,33 eingebucht. d. Verbuchte Umsätze und dazugehörender Aufwand nicht nachvollziehbar: - Umsatz / ***erialaufwand / Kostenstellen: Aufgrund der Vorgefundenen Unterlagen sind folgende nicht nachvollziehbare Beträge. z.B. 2009/2010 Aufwand Erlös lt. Beni R*** 14.805,86 554.088,56 G*** 15.831,11 0,00 z.B. 2010/2011 Aufwand Erlös Das H*** / ***gasse 1.525.099,92 4.652.368,94 *** / R*** 53.727,78 567.072,25 G*** / H*** / ***strasse 108.965,49 O***, 8*** *** / Wohnhäuser Oberpremst. 153.292,54 4.970,27 Mail vom 27.3.2012 Hochrechnung 2011: Erlöse Aufwand Ertrag *** Hauptstr. 260.649,16 195.447,90 65.201,26 ***ng 55.416,67 0,00 55.416,67 R*** 561.072,25 484.222,39 76.849,86 ***N2*** 384.398,28 392.566,24 -8.167,96 Villa H*** 3.677.258,12 2.121.876,55 1.555.381,57 *** 0,00 114.838,22 -114.838,22 4.938.794,48 3.308.951,30 1.629.843,18 Zwischensumme 3.194.113,08 1.744.681,40 Zwischensumme It. Hochrechnung 114.838,22 -114.838,22 - Teilweise wurde mit Ust und teilweise als § 19 (1)a verrechnet: ***N2*** 4 Proj. GmbH ***C-GmbH*** Villa H*** Proj. GmbH Selbstanzeige 10-12/2010 Rechnungslegung an Private zum Teil mit bzw. zum Teil ohne Ust verrechnet - Händische Rechunqsk***ekturen: In einer ordnungsgemäßen EDV-Buchhaltung gibt es keine händischen K***ekturen auf einer Rechnung - Neuausstellung und Stornierung! z.B. 15.06.2007 Dr. *** z.B. 06.06.2007 *** - H*** Liegenschaftsverwaltung: Kto. 220***9 Re. ***5/123 vom 20.12.2010 wurde It. Buchhaltung storniert und später wieder eingebucht (Re. ***5/124). Lt. Niederschrift hat die H*** die Storno-Rechnung nie erhalten! - Villa H***: Kto. 220004 11.10.2010 174.177,07 netto, 20% Re. 08/02 11.10.2010 209.012,48 § 19 (1 )a Re. 08/02 (Kto.4070) wurde diese AR storniert ? - S***/E*** GmbH: unklare Provisionszahlungen Mail von ***X1*** an S*** vom 25.5.2013 / betrifft: Provision R***: Sehr geehrter Herr S*** ,Gerne halten wir nochmalig fest das wir im BVH r*** mit der Lieferung und Montage der Fenster beauftragt waren, gem.Vereinbarung haben wir im BVH r*** die pos.Fenster gem.Auftrag nicht bgerechnet sondern sie haben diese pos .direkt mit unserer Auftragssumme abgerechnet, die differenz zwischen dem von uns vereibarten Preis und der Abrechnungssumme mit der R*** wurde in weiterer Folge als Provision zwischen uns abgerechnet!' MFG ***X1***&Partner GmbH Kaufvertrag vom 12.6.2008: in der Buchhaltung weder der Verkauf, noch die an das FA gemeldet lt. Antwort ***X1*** (Mail vom 15.9.2008): KV unterfertigt, nicht bezahlt - bezüglich Ust wurde eine Verrechnung vereinbart. Wie kann man eine Ust verrechnen, die nicht gemeldet wurde!? - W*** GmbH; Aufgrund von Einvernahmen und vorliegenden Mail's wurden auf Anweisung von J. ***X1*** Rechnungen umgeschrieben, die im gegenständlichen die *** Holding GmbH betroffen haben. - O*** / ***: Die Verrechnung O*** wurde nicht geklärt. 2 Rechnungen von G*** GmbH 01.04.201140.000,00 brutto, 20% 01.08.2011 105.068,00 brutto, 20% e. Abstimmungsdifferenzen mit Projektgesellschaften: - G***: Kto. 201006 23.11.2010 ER 203 / It. BU ***X-GmbH*** 60.000,00 G*** "BV ***" Bauleistung wo ist die Weiterverrechnung an *** ? 23.03.2011 ER 403 / It. BU ***X-GmbH*** 8.159,24 detto 01.04.2011 ER 101 /It. BU ***X-GmbH*** 40.000,00 G*** ,BV OP 02' It. G*** 33.333,33 01.04.2011 40.000,00 Zahlung an ***/RZ Darlehen 12.02.2011 BN 6 / It. BU ***X-GmbH*** 75.000,00 G*** Darlehen - wohin wurde der Betrag überwiesen 18.03.2011 BN 40 / It. BU ***X-GmbH*** 5.416,67 G*** 101, Skonto 1.083,00 kein Vorsteuerabzug - ***: Kten. 2629, 2637, 2643 *** Proj.Entw, GmbH 17.06.2015 Bk 12 / It. BU ***X-GmbH*** 6.000,00 Verr.Kto. *** Proj., unklarer Buchungsfall 18.06.2015 Bk 13 / It. BU ***X-GmbH*** 4.900,00 Verr.Kto. *** Proj., unklarer Buchungsfall *** Holding GmbH 30.06.2010 UB 129 / It. BU ***X-GmbH*** 650.000,00 Ausschüttung *** (bei *** gebucht am 31.12.2009) 30.06.2010 UB 209 / It. BU ***X-GmbH*** 270.000,00 UB GA *** (Verr.N***) nicht bei *** geb. 10.05.2012 BN 64 / It. BU ***X-GmbH*** 98.448,67 Villa H*** Darlehenszhlg. bei *** am 31.12.2012 geb. fehlt bei ***X-GmbH*** 31.12.2009 UB41 / It. BU *** 235.000,00 Sparbuchhinterlegung /Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2010 BN 127 / It. BU *** 1.200,00 ***X-GmbH*** BMW 520D / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 183 / It. BU *** 235.000,00 UB Sparbuch 2009 / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 184 / It, BU *** ***.739,02 UB Darlehen / Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2011 UB 185/It. BU *** 270.000,00 UB Sparbuch 2010/Verr.Kto. ***X-GmbH*** - ***ng GmbH: Kto. 220030 20.11.2012 ER It. BU ***ng 2.353,43 ***X-GmbH*** ***erial 02.01.2013 BK-Eingang It. BU *** 137.577,47 von *** Penthouse KG ? - H*** KG: Kto. 220***9 H*** Liegenschaftsverwaltung (W*** M und F*** D) 20.12.2010 Re. ***5/123 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% alle Top's It. KV 20.12.2010 Re. ***5/123 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% Storno 17.02.2011 Re. ***5/124 KSt ***9 311.016,67 netto, 20% Laut NS vom 17.3.2011 haben F*** und W*** die Storno-Rechnung nie erhalten Der Kaufpreis wurde am 25.1.2011 auf das Treuhandkonto überwiesen. Die AR vom 17.2.2011 haben beide auch nicht erhalten! - Villa H*** GmbH: Kto. 220004 10.05.2012 Zahlung Villa H*** 98.448,67 Eingang bei *** GmbH am 10.5.2012 warum nicht bei ***X-GmbH*** ? UB 111 / Erlöse Bauleistungen 212.818,53 nicht gebuchte Zahlung -98,448,67 effektive Differenz 114.369,86 Bankkonto 3111: Zahlungen Villa H*** 5.908.488,95 SR ***X-GmbH*** 5.266.860,49 Differenz = Überzahlung 641.628,46 - *** Hauptstraße: Kto. 220022 13.07.2012 Zahlung It. BU WH 5 23.000,00 Zhlg. an ***X-GmbH***/nicht bei ***X-GmbH*** eingegangen 18.129,38 Zhlg. an ***X-GmbH***/nicht bei ***X-GmbH*** eingegangen 245.930,18 Forderung an ***X-GmbH*** auf *** umgebucht 29.03.2012 Zahlung It. BU WH 5 31.12.2012 UBIt. BU WH 5 f. Verrechnungen mit Geschäftspartnern: - M *** GmbH: siehe Bp - Feststellungen ***X-GmbH*** 29.10.2012 3***5/3220 ***.800,00 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 09.10.2013 23.431,30 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 27.11.2013 2.092,48 Verr.Kto. ***X-GmbH*** 31.12.2013 UB 11 500 Verr.Kto. ***X-GmbH*** Nicht nachvollziehbare Bankbewegungen - keine Stellungnahme vom Abgpfl.: *** Kto. 514.349 03.07.2012 Auszug 8 -20.000,00 ***X1*** & Partner It. Mail vom 5.9.2013 ***stV*** an ***X1***: betrifft offene Fragen ***J-GmbH*** JA 2012 07.11.2012 13.483,00 Zhlg. an W*** Antwort: Zahlung für ***X1*** & Partner - ***C-GmbH***: TR. 3 345.000,00 die Summe von TR. 1 +2 ist falsch angegeben - Differenz 59.603,16 136.704.50 481.704.50 -422.101,34 It. Re. 59.603,16 Differenz TR. 2 abz. Zhlg. von 77.101,34 Betreuungshonorar 50% von 273.409,- It. 2. TR 136.704,50 20% von 273.409,- It. 2. - 9. TR 54.681,80 Differenz 82.022,- 50% von 273.409,- It. 9. TR 136.704,50 TR. 9 2 Teilrechnungen mit der Nr. 09/01 1.289.033,94 welche stimmt ? -1,069.011,24 220.022,70 - *** Holding GmbH: Es ist nicht feststellbar, wieviel an die *** weiter verrechnet wurde. - M*** GmbH: Aufgrund einer Kontrollmitteilung steht die Fa. M*** im Verdacht eine Betrugsfirma zu sein. Die Tätigkeit beschränkt sich auf das Projekt *** Hauptstraße 5 in Wien. Der direkte Bezug zu ***X1***& Partner GmbH ist gegeben. Ab 2012 erfolgte die Übernahme der Geschäftsanteile durch D*** und S*** (Bauleiter von ***X1*** & Partner GmbH). Die Buchhaltung wurde 2012 wurde nachträglich erstellt und für 2013 nicht vorhanden. Aufwand 2012 54.265,00 B 20,0 Aufwand 2013 69.224,95 B 20,0" Darstellung der Bemessungsgrundlagen betreffend Umsätze 20% für die Streitjahre 2007-2011 laut AP (siehe Seite 11 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung): |   | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Umsätze (20%) laut Erstbescheid | 1.819.664,90 € | 989.561,80 € | 205.507,43 € | 292.432,36 € | 4.255,078,04 € | Leistung an ***L-GmbH*** | - | - | 104.000,00 € | - | - | Leistung an P*** Bau. GmbH | - | - | 95.333,37 € | - | - | Sicherheitszuschlag | 36.393,30 € | 19.791,24 € | 4.110,15 € | 5.848,65 € | 85.101,56 € | Umsätze (20%) laut AP | 1.856.058,20 € | 1.009.353,04 € | 408.950,95 € | 298.281,01 € | 4.340.179,60 € Übersicht über die Einkünfte aus Gewerbebetrieb laut AP (siehe Seite 12-13 des Berichts über das Ergebnis der Außenprüfung): |   | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Einkünfte laut Erstbescheid | 488.885,96 € | 187.178,66 € | 212.891,69 € | 163.426,80 € | 300.308,88 € | Werbekosten | 5.602,65 € | 4.767,29 € | 1.210,69 € | 7.304,99 € | 650,00 € | Leistung an ***L-GmbH*** (USt) | - | - | -20.800,00 € | - | - | Leistung an ***M2-GmbH*** | - | - | 95.333,37 € | - | - | Projekt ***N2*** | - | - | - | 233.183,16 € | 1.665.893,40 € | Sicherheitszuschlag | 36.393,30 € | 19.791,24 € | 4.110,15 € | 5.848,65 € | 85.101,56 € | Einkünfte laut AP | 530.881,91 € | 211.737,19 € | 292.745,90 € | 409.763,60 € | 2.051.953,84 € Angefochtene Bescheide Mit den an den Beschwerdeführer gerichteten Bescheiden vom 21.12.2017 (OZ 37 bis 41 und OZ 87 bzw. OZ 32 und OZ 83 bis 86) setzte die Abgabenbehörde die Umsatzsteuer und die Körperschaftsteuer 2007 bis 2011 unter Zugrundelegung ua. der die Streitpunkte bildenden Feststellungen im wiederaufgenommenen Verfahren gegenüber dem Beschwerdeführer wie folgt fest. | Wirtschaftsjahr | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Festgesetzte USt | 137.475,35 € | 88.518,52 € | 40.321,82 € | -4.999,46 € | 764.557,54 € | Festgesetzte KSt | 132.409,77 € | 52.934,30 € | 73.186,48 € | 101.867,36 € | 512.988,00 € Daraus ergaben sich folgende Abgabennachforderungen: | Wirtschaftsjahr | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | Nachforderung USt | 7.278,66 € | 3.958,25 € | 40.688,70 € | 1.169,73 € | 17.020,31 € | Nachforderung KSt | 10.498,99 € | 6.139,63 € | 19.963,56 € | 61.584,00 € | 437.911,00 € Beschwerden Mit den Schreiben vom 20.02.2018 erhob der Beschwerdeführer die Beschwerden gegen die Umsatzsteuerbescheide (OZ 9 bis 13 bzw. OZ 3 bis 7) und Beschwerden gegen die Körperschaftsteuerbescheide (OZ 9 bis 13 bzw. OZ 3 bis 7), wobei er sich gegen die oben dargestellten Prüfungsfeststellungen wandte. Beschwerdevorentscheidungen Mit Beschwerdevorentscheidungen vom 04.07.2018 wies die Abgabenbehörde gegenüber dem Beschwerdeführer die Beschwerden gegen die Umsatzsteuerbescheide (OZ 62 bis 66, jeweils Seite 1) und die Beschwerden gegen die Körperschaftsteuerbescheide (OZ 55 bis OZ 59, jeweils Seite 1) als unbegründet ab. Vorlageanträge Mit den Schreiben vom 12.07.2018 (OZ 71 und OZ 72) stellte der Beschwerdeführer ohne weiteres Vorbringen gegen die Beschwerdevorentscheidungen die Anträge auf Entscheidung über die Bescheidbeschwerden durch das Verwaltungsgericht (Vorlageanträge). Beschwerdevorlage Mit Vorlagebericht vom 07.03.2019 (OZ 77) legte die Abgabenbehörde die Bescheidbeschwerden dem Bundesfinanzgericht ohne Darstellung des Sachverhaltes, ohne Nennung der Beweismittel und ohne Stellungnahme sowie ohne die Akten zur Entscheidung vor. Nach Aufforderung durch das BFG übermittelte die Abgabenbehörde am 27.03.2019 auf elektronischem Weg die Akten blockweise und ohne erkennbare Ordnung sowie ohne Aktenverzeichnis. Aufhebung der angefochtenen Bescheide unter Zurückverweisung der Sache an die Abgabenbehörde Der Beschwerdeführer hat dem BFG bekanntgegeben, dass mit einer Quotenausschüttung im einstelligen Bereich zu rechnen ist (siehe Schreiben vom 14.05.2021, OZ 180). Die Abgabenbehörden haben die abgabepflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu ermitteln die für die Abgabepflicht und die Erhebung der Abgaben wesentlich sind (vgl. § 115 Abs. 1 BAO). Vorhalte und Aufforderungen der Abgabenbehörde müssen ein ausreichendes Maß an Verständlichkeit und Konkretisierung der Fragestellung aufweisen. Hat die Abgabenbehörde Zweifel, so muss sie gemäß § 138 BAO vom Abgabepflichtigen (aktenmäßig nachvollziehbar) verlangen, zur Beseitigung der Zweifel den Inhalt seines Anbringens zu erläutern und zu ergänzen sowie dessen Richtigkeit zu beweisen oder - wenn ihm ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden kann - glaubhaft zu machen. Versagt die Partei ihre Mitwirkung, so sind die tatsächlichen Verhältnisse eben ohne Mitwirkung des Abgabepflichtigen zu erforschen und die Ergebnisse in freier Beweiswürdigung zu beurteilen, wenngleich bei Zweifeln die den Parteiangaben entgegenstehenden Bedenken und Auffassungen der Behörde umso gewichtiger sein werden, je weniger die Partei im Ermittlungsverfahren sachdienlich mitwirkt und damit ihre Aufklärungspflicht (Offenlegungspflicht und Wahrheitspflicht) verletzt (VwGH 12.11.1997, 97/16/0204). Auf neue Tatsachen, Beweise und Anträge, die der Abgabenbehörde im Laufe des Beschwerdeverfahrens zur Kenntnis gelangen, ist von der Abgabenbehörde Bedacht zu nehmen, auch wenn dadurch das Beschwerdebegehren geändert oder ergänzt wird (vgl. § 270 BAO). Die Abgabenbehörde hat die Bescheidbeschwerde, über die keine Beschwerdevorentscheidung zu erlassen ist oder über die infolge eines Vorlageantrages vom Verwaltungsgericht zu entscheiden ist, nach Durchführung der etwa noch erforderlichen Ermittlungen ohne unnötigen Aufschub dem Verwaltungsgericht vorzulegen (vgl. § 265 Abs. 1 BAO). Aus § 265 Abs. 1 BAO in Verbindung mit § 270 BAO ist abzuleiten, dass die Ermittlungspflicht der Abgabenbehörde nicht mit der Erlassung des angefochtenen Bescheides endet. Auch erstmals in einer Bescheidbeschwerde getätigtes Vorbringen kann die Pflicht zu amtswegigen Ermittlungen auslösen, wobei diese Ermittlungen noch vor Beschwerdevorlage an das Verwaltungsgericht anzustellen sind. Dies gilt insbesondere auch für jene Fälle, bei denen die Abgabenbehörde - wie im gegenständlichen Fall - vom Vorliegen von Abgabenhinterziehung ausgeht, und zwar auch dann, wenn aufgrund eines anhängigen Insolvenzverfahrens mit nur geringer Einbringlichkeit der vorgeschriebenen Abgaben zu rechnen ist. Das Verwaltungsgericht kann mit Beschluss die Beschwerde durch Aufhebung des angefochtenen Bescheides und allfälliger Beschwerdevorentscheidungen unter Zurückverweisung der Sache an die Abgabenbehörde erledigen, wenn Ermittlungen (§ 115 Abs. 1) unterlassen wurden, bei deren Durchführung ein anderslautender Bescheid hätte erlassen werden oder eine Bescheiderteilung hätte unterbleiben können (vgl. § 278 Abs. 1 BAO). "Werbekosten" / Ausgaben für Werbung (K 2007-2011) In den Beschwerdeschreiben (OZ 3 bis 7) brachte der Beschwerdeführer gegen die Nichtberücksichtigung der "Werbekosten" vor, die Abgabenbehörde habe zu Unrecht Aufwandskürzungen im Hinblick auf "Werbekosten" vorgenommen. In den gesonderten BVE-Begründung (OZ 55 bis 59) führte die Abgabenbehörde dazu im Wesentlichen aus, es werde in der Beschwerde weder präzisiert noch mit Beweisgrundlagen untermauert, inwieweit der Abgabenbehörde inhaltliche Unrichtigkeit vorzuwerfen wäre. Damit könne eine betriebliche Veranlassung einzelner Aufwendungen nicht nachgewiesen werden (siehe z. B. Seite 6 der gesonderten Bescheidbegründung zur Beschwerdevorentscheidung betreffend Körperschaftssteuer 2007). Der Beschwerdeführer wurde von der Abgabenbehörde mit Vorhaltschreiben vom 27.05.2017 aufgefordert, die betriebliche Veranlassung der verbuchten Aufwendungen nachzuweisen. Da der Beschwerdeführer dieser Aufforderung nicht nachgekommen ist, geht das BFG in Würdigung auch des Umstandes, dass im Beschwerdeschreiben kein Sachvorbringen dazu getätigt wurde, zu recht davon aus, dass diesen Aufwendungen keine betriebliche Veranlassung zugrunde liegt, weshalb die steuerliche Abzugsfähigkeit als Betriebsausgaben zu versagen war. "Management Fee" / ***L-GmbH*** (U 2009) Die ***L-GmbH*** war laut Firmenbuchauszug (OZ 190) eine mit Gesellschaftsvertrag vom 06.05.2006 gegründete Gesellschaft mit dem Geschäftszweig "Baumeistergewerbe". Gesellschafter waren A*** (auch Geschäftsführer), H*** und V***. Über die Gesellschaft wurde am 24.08.2011 das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Am 11.11.2011 wurde die Bezeichnung von Sanierungs- auf Konkursverfahren geändert und die Gesellschaft infolgedessen aufgelöst. Am **.01.2015 wurde die Gesellschaft infolge Vermögenslosigkeit gelöscht. Im Beschwerdeschreiben (OZ 11) brachte der Beschwerdeführer gegen die Umsatzversteuerung des Betrages von 104.000 € als "Management Fee" vor, die Rechnung habe Baugrundvorbereitungsarbeiten enthalten und sei daher nach § 19 UStG 1994 ausgestellt worden. Da sich diese Rechnung auf Bauleistungen bezogen habe, habe die ***L-GmbH*** nach Auskunft der Geschäftsführung der Gesellschaft dafür keine Vorsteuer geltend gemacht. In der gesonderten BVE-Begründung (OZ 64) führte die Abgabenbehörde dazu im Wesentlichen aus, die Buchung sei am 02.09.2009 unter dem Zusatz § 19 Abs. 1a UStG (Bauleistung) erfolgt. Aufgrund der vorgelegten Unterlagen handle es sich jedoch um Management Fee, d.h. Kosten, die losgelöst von einer Bauleistung mit dem Normalsteuersatz (20%) zu versteuern seien. Erstmalig werde behauptet, dass "die Rechnung an die ***L-GmbH*** vom 02.09.2009 Baugrundvorbereitungsarbeiten enthalten hat", ohne zu präzisieren. Dies widerspreche einerseits der abgabenbehördlichen Feststellung und andererseits seien mit der Beschwerde keine entsprechenden Belege zur Untermauerung dieser Behauptung vorgelegt worden (siehe Seite 3). Indem die Abgabenbehörde das erstmals in der Beschwerde getätigte Vorbringen des Beschwerdeführers , es habe sich um "Baugrundvorbereitungsarbeiten" gehandelt, ohne Weiteres mit der Begründung abgetan hat, dass dies erstmalig behauptet werde, hat sie ihre Ermittlungspflicht verletzt. Wenn die Abgabenbehörde ausführt, dass die Behauptung des Masseverwalters "ohne Präszisierung" erfolgt sei, so ist die Abgabenbehörde darauf hinzuweisen, dass sie dem Beschwerdeführer ihre Vermutung bezüglich der "Management Fee" zwar mit "Ersuchen um Ergänzung /Auskunft" vom 27.05.2017 (OZ 112 S. 36) im Prüfungsverfahren vorgehalten, zum Beschwerdevorbringen jedoch kein Verlangen zum Beweis oder zur Glaubhaftmachung der Richtigkeit des Inhalts des Anbringens bzw. keine Aufforderung zum Nachweis gestellt hat. Die Abgabenbehörde wird daher unter Inanspruchnahme der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers mithilfe eines Verlangens gemäß § 138 BAO in sachverhaltsmäßiger Hinsicht zu ermitteln haben, für welche Leistung das Entgelt verrechnet wurde und in welchem Veranlagungszeitraum die Umsatzsteuerschuld dafür entstanden ist (zum Zeitpunkt siehe das Schreiben der Abgabenbehörde vom 21.02.2022 [OZ 221]). Ertragsstornierung / ***M2-GmbH*** (U und K 2009)

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Beschluss
Geschäftszahl
RV/2100314/2019
ECLI
ECLI:AT:BFG:2022:RV.2100314.2019
Stammnummer
136650
Gültig
10.03.2022 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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