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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/5100623/2018

Abgrenzung Einkünfte aus Gewerbebetrieb - Vermögensverwaltung (Spekulationseinkünfte) bei Verkauf mehrerer Kraftfahrzeuge

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/5100623/2018vom 28.09.2021Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch den RichterMag. R. in der Beschwerdesache [...], [...], vertreten durch Resultatio Steuerberatung GmbH, Gratweiner Straße 8, 8111 Gratwein-Straßengel, über die Beschwerde vom 12. Juli 2017 gegen den Bescheid des Finanzamtes Freistadt Rohrbach Urfahr vom 14. Juni 2017 betreffend Einkommensteuer 2012 Steuernummer ***BF1StNr1*** zu Recht erkannt: I. Der Beschwerde betreffend Einkommensteuer 2012 wird gemäß § 279 BAO teilweise Folge gegeben. Der angefochtene Bescheid Einkommensteuer 2012 wird abgeändert. | | Bemessungsgrundlage | Abgabe | Jahr | Art | Höhe | Art | Höhe | »2012 | »zu versteuerndes Einkommen | » 57.358,07 € | Einkommensteuer | »18.607,83 € | » | | | anrechenbare Lohnsteuer» Rundung gem. § 39 Abs. 3 EStG 1988 | -» 8.825,52 € 0,31 € | ergibt folgende festgesetzte Einkommensteuer | » 9.782,00 € Die Bemessungsgrundlagen und die Höhe der festgesetzten Abgaben sind dem Ende der Entscheidungsgründe als Beilage angeschlossenen Berechnungsblatt zu entnehmen und bildet einen Bestandteil des Spruches dieses Erkenntnisses. II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) nicht zulässig. Entscheidungsgründe I. Verfahrensgang 1.1 Beim Beschwerdeführer (im Folgenden: Bf.) fand im Zeitraum 2. Februar 2016 bis 13. Juni 2017 für die Jahre 2012 bis 2014 eine Außenprüfung gemäß § 147 Abs. 1 BAO statt, bei der folgendes festgestellt wurde (vgl. die Niederschrift zur Schlussbesprechung vom 13. Juni 2017): Punkt 1. Buchführungsmängel: a) Kassenmängel Das vorgelegte Kassabuch "Kassen-Bericht vom 1.1.2014 bis 31.12.2014" würde eine Seite umfassen. Enthalten wären ausschließlich Barabhebungen vom Bankkonto, die zur Begleichung von Autoankaufsrechnungen verwendet worden wären. Nachstehende laut Saldierungsvermerk auf Rechnungen dokumentierte Barzahlungen wären nicht erfasst: AR 0006 vom 16.4.2014 - ***1*** € 1.400,- AR 00012 vom 3.7.2014 - Fa. ***2***, ***3***, € 8.500,- ER 09614 vom 2.10.2014 - ***1***, ***4***, € 442,52 (bar bezahlt 6.10.2014) AR 00030 vom 6.10.2014 - ***1***, ***4***, € 19.000,- Das Kassabuch würde keinen Abschluss aufweisen, die Belege wären nicht nummeriert. b) Buchführung Es wäre keine chronologische Erfassung der Geschäftsfälle erfolgt. Sämtliche Buchungen wären über das Privat- bzw. Kapitalkonto erfolgt. Es wären keine laufenden Kassabuchungen oder Bankbuchungen erfasst worden. Lediglich der Endsaldo des Bankkontos bei der ***5*** ***6*** hätte in die Buchhaltung Eingang gefunden. Alle übrigen Buchungen wären über das Konto 9100 - Privat - gebucht worden. Privatentnahmen an sich und private Bankbewegungen, die über das oben angeführte Konto und ein weiteres Bankkonto bei der ***5*** ***7*** getätigt worden wären, wären im Rechenwerk in keiner Form erfasst worden. (Auf diesem Konto wäre auch die Leasing-Bonifikation eingegangen.) Am 4.12.2014 würde am Bankkonto der ***5*** ***7*** eine Scheckeinreichung über € 11.500,- als Gutschrift aufscheinen. Auf Nachfrage über die Herkunft für die Scheckgutschrift hätte der Bf. erklärt, dass er der Fa. ***11***, bei der er zu diesem Zeitpunkt in einem Dienstverhältnis gestanden hat, diesen Betrag vorher für den Ankauf eines PKW (***8***, ***9***, privater Kunde in ***10***) geborgt hätte, weil "er (***12***) gerade nichts am Konto hatte". Woher der Bf. diesen Bargeldbetrag gehabt hat, hätte nicht ermittelt werden können. c) Schlussfolgerung Infolge der aufgezeigten Mängel wäre jedenfalls die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung nicht gegeben. Die grundsätzliche Schätzungsberechtigung wäre daher gegeben. Aufgrund der fehlenden Ordnungsmäßigkeit der Buchführung, der damit gegebenen Schätzungsberechtigung, der mangelhaften Grundaufzeichnungen, der hohen Bargeldtransaktionen, der nicht erklärten Einnahmen (Bonifikation Leasing Iaut Punkt 3) und der teils intransparenten Geschäftsfälle (siehe ***13*** ex ***14*** unter Punkt 5) werde im Jahr 2014 ein Sicherheitszuschlag iHv ca. 20% der steuerbaren Umsätze (Basis € 175.870,-) dem Ergebnis hinzugerechnet. | | nach Betriebsprüfung | Erhöhung Gesamtbetrag der Entgelte Umsatzerhöhung zu 20% | 35.000,00 | Gewinnerhöhung (brutto) | 42.000,00 | Passivierung Umsatzsteuer | - 7.000,00 Punkt 3. Bonifikation Leasing Am Bankkonto (***5*** ***7***, das im betrieblichen Rechnungswesen nicht berücksichtigt wurde) würde mit 12.5.2014 ein Zahlungseingang über € 2.875,- von der ***15*** aufscheinen, der bisher nicht als Einnahme erklärt worden wäre. Laut Angabe des Bf. bzw. dessen steuerlicher Vertretung würde es sich dabei um die Bonifikation der ***16*** für die Vermittlung von Leasingfinanzierungen für Käufer im Zusammenhang mit dem Erwerb von Fahrzeugen handeln. Dieser Zahlungseingang würde unmittelbar in Zusammenhang mit der gewerblichen Tätigkeit als Kfz-Händler stehen und wäre daher entsprechend als Einnahme zu erklären. | | vor Betriebsprüfung | nach Betriebsprüfung | Differenz | Erhöhung Einkünfte aus Gewerbebetrieb 2014 Leasing Bonifikation | 0,00 | 2.875,00 | 2.875,00 Punkt 4: Verkauf Anteile ***17*** Mit Notariatsakt vom 15.11.2013 hätte der Bf. seinen Geschäftsanteil an der ***17*** von € 1.000.000 zur Gänze an die in Gründung befindliche ***18*** verkauft. Aus dieser Anteilsabtretung wäre Iaut Einkommensteuererklärung 2013 ein Verlust aus inländischen Kapitaleinkünften aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen im Betrag von - € 65.000,- erklärt worden. Der Verlust würde sich Iaut Aufstellung der steuerlichen Vertretung wie folgt ergeben: | Anschaffungskosten Beteiligung: | | Bf. (laut FB-Auszug 11.11.2014) | 600.000 | Erwerb Anteile ***19*** | 350.000 | Anschaffungskosten gesamt | 950.000 | Verkaufserlös | 885.000 | Verlust | - 65.000 a) Anschaffungskosten Laut Firmenbuchauszug (FN ***20***) der ***21*** (vormals ***17***) hätten der Bf. und Frau ***19*** die Anteile mit einem Stammkapital von ATS 500.000,- im August 1996 von Herrn ***22*** (ATS 50.000,-), ***23*** (ATS 125.000,-) und der ***24*** (ATS 150.000,-) im Ausmaß von Bf. 60 % ATS 300.000 ***19*** 40 % ATS 200.000 um den Nominalbetrag von insgesamt ATS 500.000,- erworben. Mit Beschluss der Generalversammlung vom 7.12.2006 der Gesellschaft wäre in der Folge der Jahresabschluss zum 31.3.2006 für das Geschäftsjahr 2005/06 genehmigt, und der ausgewiesene Gewinn in Höhe von € ***25*** mit einem Teilbetrag von € 963.663,58 für die bevorstehende Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmittel verwendet worden. Außerdem wäre in dieser Generalversammlung die Umstellung des Stammkapitals auf Euro beschlossen worden. Es wäre der Beschluss gefasst worden, die bisherigen Stammeinlagen auf Euro-Beträge umzurechnen und das Stammkapital um € 963.663,58 mit Wirkung zum 31.3.2006 gemäß Kapitalberichtigungsgesetz und § 3 Abs. 1 Z 29 EStG unter Heranziehung von Gesellschaftsmitteln zu erhöhen, wobei der Kapitalerhöhungsbetrag den Gesellschaftern im Verhältnis der bisherigen Beteiligung zukomme. | Stammkapital | vor Erhöhung | Kapitalerhöhung | nach Erhöhung | Bf. 60% | 21.801,85 | 578.198,15 | 600.000,-- | ***19*** 40% | 14.534,57 | 385.465,43 | 400.000,-- | | 36.336,42 | 963.663,58 | 1.000.000,-- Rechtliche Würdigung: Der Erwerb von Anteilsrechten aufgrund einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln ist gemäß § 3 Abs. 1 Z 29 EStG von der Einkommensteuer befreit. Wirtschaftlich sei eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmittel in zwei Vorgänge zu zerlegen (sog. Theorie der Doppelmaßnahme): In einem ersten Schritt würden die Mittel an die Gesellschafter ausgeschüttet, in einem zweiten Schritt würden diese die Mittel zum Zwecke der Kapitalerhöhung in die Gesellschaft einzahlen. Aus dem ersten Schritt würde bei Ausschüttung von Gewinnen bzw. Gewinnrücklagen grundsätzlich Steuerpflicht resultieren, die durch § 3 Abs. 1 Z 29 EStG unterdrückt werde. Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wären als Anschaffungskosten gemäß § 27a Abs. 4 Z 4 EStG idF BGBl I 112/2012 für die Anteilsrechte und Freianteile jene Beträge anzusetzen, die sich bei Verteilung der bisherigen Anschaffungskosten entsprechend dem Verhältnis der Nennwerte der Anteilsrechte und Freianteile ergeben. Die Bewertung der neuen Freianteile werde nunmehr durch § 27a Abs. 4 Z 4 EStG idF BGBl I 112/2012 geregelt. Die Ausgabe der Gratisanteile würde den Ursprungswert der Anteile nicht verändern, daher müsse eine neue Wertverteilung stattfinden. Der Buchwert der Altanteile werde entsprechend dem Verhältnis des bisherigen Nennwertes zum Nennwert der Gratisanteile verteilt (vgl. Jakom, EStG, Kommentar, 6. Auflage, § 27a Rz 40). Bei Anteilen im Betriebs- und Privatvermögen wäre davon auszugehen, dass durch die Aufteilung des Buchwertes bzw. der Anschaffungskosten auf alte und neue Anteile keine Anschaffung, sondern nur ein Erwerb im Zeitpunkt der Protokollierung des Kapitalberichtigungsbeschlusses im Firmenbuch vorliegen würde. Somit würden die Freianteile im Hinblick auf die Anwendbarkeit der neuen Kapitalbesteuerung (§ 124b Z 185 EStG) das Schicksal der Altanteile teilen. Denn mangels eines steuerpflichtigen Vermögenszugangs hätten die anlässlich einer Kapitalberichtigung ausgegebenen Freianteile keinen eigenständigen Wertansatz, (sa EStRL Rz 2608 f idF v. 25.8.2015). Es würde daher eine Kapitalmaßnahme außerhalb des UmgrStG eine rein gesellschaftsrechtliche Maßnahme darstellen, die aus steuerlicher Sicht zu keinem Tausch und zu keinem entgeltlichen Erwerb führen würde, und würde ein allfälliger Status als Altvermögen erhalten bleiben. Das würde auch für die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln gelten. In einer Stellungnahme der steuerlichen Vertretung vom 13.4.2016 (per Mail übermittelt) würden unter Punkt 8. Anteilsverkauf folgende Ausführungen gemacht, zu denen nachfolgend seitens der AP Stellung genommen werde. Zum ersten Absatz der rechtlichen Würdigung würde die steuerliche Vertretung ergänzen: Vielmehr würde sich bereits aus der Ausführung der Finanzbehörde ergeben, dass die durch die Gewinnausschüttung erhaltenen Mittel in Höhe von EUR 578.198,15 einbezahlt worden wären. Dieser Vorgang würde somit die Anschaffungskosten der Beteiligung um EUR 578.198,15 im Jahr 2006 erhöhen. Betriebsprüfung: Eine Erhöhung der Anschaffungskosten im Jahr 2006 würde sich keinesfalls ergeben. Anmerkung zur rechtlichen Würdigung des § 27a Abs. 4 Z 4 EStG idF BGBl I 112/2012 seitens der steuerlichen Vertretung: 1. Diese Bestimmung würde ab 1.1.2013 gelten und wäre nicht auf die Kapitalerhöhung im Jahr 2006 anzuwenden. Davor hätte es keinen § 27 a Abs. 4 Z 4 EStG gegeben. 2. Es würde sich nicht um "Gratisanteile" handeln, wie von der Finanz ausgeführt. Die Norm würde ausdrücken, dass bei "Anteilrechte und Freianteile" eine Rechtsfolge eintreten solle. Allerdings hätte der Bf. keine Freianteile erhalten. Er hätte, wie bereits oben durch die Finanzbehörde ausgeführt EUR 578.198,15 - unstrittig - einbezahlt. Auch aus diesem Grund ginge die Auslegung dieser Bestimmung durch die Finanzbehörde ins Leere. 3. Weiter würde diese neue Norm aus dem Jahr 2012, mit Wirkung 1.1.2013, ausführen, dass bei "Verteilung der bisherigen Anschaffungskosten" diese "entsprechend dem Verhältnis der Nennwerte der Anteilsrechte und Freianteile ergeben" aufzuteilen wären. Die bisherigen Anschaffungskosten wären wie bereits ausgeführt unter Berücksichtigung der EUR 578.198,15 anzusetzen. Wie oben unstrittig ausgeführt, hätte die Bf. den Betrag einbezahlt. 4. Selbst bei fiskalfreundlicher Interpretation dieser Gesetzesstelle könne der Bf. nicht erkennen, dass seine Anschaffungskosten aus dem Jahr 2006 in Höhe von EUR 578.198,15 nicht anerkannt werden können, zumal er den Betrag einbezahlt, diese somit nicht frei oder gratis gewesen wären, und er damit keine Freianteile erhalten hätte und die Norm ohnedies erst für Vorgänge ab 1.1.2013 gelten solle. 5. Auch die Ausführung in den EStRL RZ 2608 f idF vom 25.8.2015 würden im Nachhinein an obigen Ausführungen nichts zu ändern vermögen. Vielmehr wäre die Ausführung der RZ 2608 im Jahr 2015 ein Zeichen dafür, dass das BMF mit der gesetzlichen Norm nicht glücklich wäre. 6. § 32 Abs. 1 Z 3 EStG würde normieren, dass bei einer Rückzahlung von Stammkapital aus einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln an den Gesellschafter die Steuerpflicht ausgelöst werden solle. Mit heutigem Firmenbuchauszug wäre ebenfalls eindeutig belegt, dass das Stammkapital der Gesellschaft nach wie vor EUR 1.000.000,00 betragen würde und es zu keiner Rückzahlung gekommen wäre. 7. Darüber hinaus werde auf den Grundsatz von Treu und Glauben verwiesen. Ausführungen der Betriebsprüfung: Die steuerliche Vertretung würde übersehen, dass davor bis zum Inkrafttreten des § 27a Abs. 4 Z 4 EStG idF BGBl I 112/2012 die Bestimmung des § 31 Abs. 7 EStG in Geltung gewesen wäre. Demnach hätten zu den sonstigen Einkünften gem. § 31 Abs. 1 EStG die Einkünfte aus der Veräußerung eines Anteils an einer Körperschaft gehört, wenn der Veräußerer innerhalb der letzten 5 Jahre zu mindestens 1% beteiligt gewesen wäre. Gemäß § 31 Abs. 7 EStG würde für Freianteile auf Grund einer Kapitalerhöhung § 6 Z 15 EStG gelten. § 6 Z 15 EStG hätte wie folgt gelautet: "Bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln (§ 3 Abs. 1 Z 29) sind für die Anteilsrechte und Freianteile jene Beträge anzusetzen, die sich bei Verteilung des bisherigen Buchwertes entsprechend dem Verhältnis der Nennwerte der Anteilsrechte und Freianteile ergeben." Diese Bestimmung des früheren § 6 Z 15 EStG wäre nahezu wortgleich (es wäre lediglich das Wort "Buchwert" durch "Anschaffungskosten" ersetzt worden) in die gesetzliche Regelung des § 27a Abs. 4 Z 4 idF BGBl I 112/2012 übernommen worden. Die mit Beschluss der Generalversammlung vom 7.12.2006 vorgenommene Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wäre "mit Wirkung zum Bilanzstichtag 31.03.2006 gemäß Kapitalberichtigungsgesetz und § 3 Abs. 1 Z 29 EStG unter Heranziehung von Gesellschaftsmitteln" erfolgt. Wenn von "Gratisanteilen" die Rede gewesen wäre, so würde dieser Begriff auch in der Literatur verwendet (siehe Laudacher in Jakom, EStG 2013, Rz 218 zu § 6 Z 15 EStG). Der Ansicht der steuerlichen Vertretung, dass die bisherigen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmittel von € 578.198,15 anzusetzen wären, könne nach Ansicht der Betriebsprüfung nicht gefolgt werden. Denn wie bereits mehrmals ausgeführt würde es durch die Ausgabe der Freianteile bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmittel zu keiner Veränderung im Wert der Beteiligung kommen. Es würde sich lediglich der Nominalwert der Beteiligung durch die Anhebung des Stammkapitals erhöhen. Diese Rechtsansicht wäre sowohl in der einschlägigen Fachliteratur (u.a. Zorn/Petritz, in Hofstätter/Reichel, Die Einkommensteuer, § 6 Z 15 EStG 1988 Tz 3; Doralt/Mayr, EStG 14. Aufl. § 6 Zu 432f), als auch durch die Rechtsprechung (vgl. UFS v. 10.2.2012, RV/1317-L/11 bzw. UFS 25.3.2009, RV/0253-S/04) einhellig vertreten worden. Für die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes wäre nicht relevant, ob das BMF - wie die steuerliche Vertretung vermeint - mit einer gesetzlichen Norm glücklich wäre oder nicht. Die gesetzlichen Grundlagen würden nach Ansicht der Betriebsprüfung keinerlei Interpretationsraum bieten. (Überdies wäre Rz 2608 f bereits vor der Neuregelung der Besteuerung der Kapitalerträge in den ESt-Richtlinien mit diesen Ausführungen inhaltsgleich enthalten gewesen.) Eine Rückzahlung von Stammkapital der Gesellschaft werde seitens der Betriebsprüfung nicht unterstellt. Allerdings wäre anzumerken, dass gemäß § 3 Abs. 3 Kapitalberichtigungsgesetz bei der Eintragung der Kapitalerhöhung in das Firmenbuch anzugeben wäre, dass es sich um eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln handelt. Überdies wäre sowohl der der Kapitalerhöhung zugrunde gelegte Jahresabschluss als auch die nachfolgenden von der jetzigen steuerlichen Vertretung erstellt worden. Zum Verweis auf den Grundsatz von Treu und Glauben: Aus den vorliegenden Unterlagen wäre keine schriftliche Auskunftserteilung seitens des Finanzamtes ersichtlich. Ein Vertrauensschutz bei fernmündlich erteilten Auskünften würde nicht bestehen. Da eine fernmündliche Auskunft die Möglichkeit von Irrtümern und ungenauen Erklärungen in sich bergen würde ist es dem Abgabepflichtigen bzw. seinem Vertreter zuzumuten ein Auskunftsverlangen schriftlich zu stellen und eine dementsprechende schriftliche Antwort abzuwarten. Diesbezüglich wäre eine weitere Ausführung entbehrlich, weil nicht dargelegt werden könne, worauf sich Treu und Glauben stützen würden. Ermittlung: Bei realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen gem. § 27 Abs. 3 wären als Einkünfte gemäß § 27a Abs. 3 Z 2 EStG der Unterschiedsbetrag zwischen dem Veräußerungserlös und Anschaffungskosten anzusetzen. Anschaffungsnebenkosten wären im außerbetrieblichen Bereich nicht umfasst und daher bei der Veräußerung nicht zu berücksichtigen. Als steuerliche Anschaffungskosten könnten daher nach Ansicht der Betriebsprüfung vom Bf. folgende Beträge geltend gemacht werden: | Anschaffungskosten Anteilskauf Bf. | 21.801,85 | Anteilserwerb 2013 von ***19*** | 350.000,00 | | 371.801,85 b) Veräußerungspreis Aus den Eingängen am Bankkonto der ***5*** - Konto ***26*** - (wurde im Rahmen der AP vorgelegt) wären in Zusammenhang mit der Abtretung der Anteile folgende Eingänge ersichtlich: | 23.8.2013: Auszahlung Gesellschafterdarlehen | 229.500,00 | 23.8.2013: Auszahlung Gesellschafterdarlehen | 104.500,00 | 29.4.2014: Teilzahlung ***27*** | 50.000,00 | 7.5.2014: Teilzahlung ***28*** | 50.000,00 | 3.7.2014: Restzahlung Kaufpreis ***29*** | 355.795,13 | 23.7.2014: Abschluss Übernahme ***28*** | 10.000,00 | Gesamtbetrag | 799.795,13 In einer vorgelegten Kaufpreisberechnung wäre von einem Anteilswert von € 792.998,06 ausgegangen worden. Die Differenz hätte Iaut Vorhaltsbeantwortung vom 6.6.2016 nicht aufgeklärt werden können. Als Grundlage für die Anteilsveräußerung werde daher im Rahmen der Betriebsprüfung von einem Wert über € 799,795,13 ausgegangen. Der Veräußerungsvorgang wäre bisher dem Jahr 2013 zugeordnet worden. Da § 27a EStG vom Zu- und Abflussprinzip iSd § 19 EStG beherrscht werde, wäre der Vorgang nach Ansicht der Betriebsprüfung infolge der oben angeführten Eingänge im Jahr 2014 zu erfassen. Anmerkung zu Gesellschafterdarlehen: Es würde sich um ein Darlehen der Fa. ***17*** handeln, das zur Finanzierung des Anteilserwerbes des Bf. von seiner Frau ***30*** gedient hätte. Laut Punkt II des Kauf- und Abtretungsvertrages zwischen dem Bf. und der ***18*** vom 15.11.2013 werde der Kaufpreis mit einem Teilbetrag von € 500.000,- innerhalb einer Woche nach Erhalt der Förderunterlagen der ***31*** zu Zahlung fällig. Der restliche Teilkaufpreis wäre bis spätestens 28.2.2014 wie folgt zu bezahlen: "mit einem Teilbetrag in Höhe des aushaftenden Gesellschafterdarlehens des abtretenden Gesellschafters gegenüber der ***17*** im verkürzten Wege direkt an die ***17*** und" … Insgesamt wäre daher der gesamte Zufluss im Jahr 2014 zu erfassen. c) Einkünfte aus Kapitalvermögen: Einkünfte aus Kapitalvermögen wären gemäß § 27 Abs. 1 EStG Einkünfte aus der Überlassung von Kapital (Abs. 2) aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen (Abs. 3) und aus Derivaten (Abs. 4), soweit sie nicht zu den Einkünften iSd § 2 Abs. 3 Z 1 bis 4 gehören. Zu den Einkünften aus realisierten Wertsteigerungen von Kapitalvermögen gemäß § 27 Abs. 3 EStG würden Einkünfte aus der Veräußerung, Einlösung und sonstigen Abschichtung von Wirtschaftsgütern, deren Erträge Einkünfte aus der Überlassung von Kapital iS von Abs. 2 sind, gehören (BudBG 2012, BGBl I 2011/112 ab 1.4.2012). Zu den Einkünften aus der Überlassung iS von § 27 Abs. 2 EStG würden gemäß Z 1 lit a Gewinnanteile (Dividenden) und sonstige Bezüge aus Aktien oder Anteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung gehören. Einkünfte aus Kapitalvermögen würden gemäß § 27a Abs. 1 EStG einem besonderen Steuersatz von 25 % unterliegen. | Einkünfte aus Kapitalvermögen mit besonderem Steuersatz von 25% | vor Betriebsprüfung | nach Betriebsprüfung | Verlust 2013 | - 65.000,00 | 0,00 | Überschuss 2014 | 0,00 | 427.993,28 | Ermittlung | | | Veräußerungspreis 2014 (lit. b) | | 799.795,13 | Anschaffungskosten (lit. a) | | - 371.801,85 | Überschuss | | 427.993,28 | davon 25% - besonderer Steuersatz | | 106.998,32 Punkt 5. Sonstige Einkünfte - Spekulationsgeschäfte 2012, 2013 Der Bf. hätte ab 12.2.2014 eine gewerbliche Tätigkeit mit dem Großhandel mit Kraftwagen mit einem Gesamtgewicht von 3,5 t oder weniger angemeldet. Aus den im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegten Unterlagen (Bankkonten, usw.) hätte sich ergeben, dass in den Jahren 2012 und 2013 einzelne Fahrzeuge erworben und innerhalb eines Zeitraumes von weniger als einem Jahr wieder weiterverkauft worden sind. Gewinne bzw. Verluste aus diesen Aktivitäten wären bisher nicht erklärt worden. Spekulationsgeschäfte wären gemäß § 30 EStG Veräußerungsgeschäfte von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens, wenn die Einkünfte nicht gemäß § 27 oder § 30 steuerlich zu erfassen wären und der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr betragen würde. Als Einkünfte wären der Unterschiedsbetrag zwischen dem Veräußerungserlös einerseits und den Anschaffungskosten und den Werbungskosten andererseits anzusetzen. Wäre aus dem Spekulationsgeschäft ein Einnahmenüberschuss erzielt worden, müssten nachträgliche Werbungskosten im Abflussjahr bis zum Betrag dieses Überschusses berücksichtigt und zum Ausgleich zugelassen werden. Nachfolgend würden die einzelnen Geschäfte aufgelistet und der jeweilige Spekulationsgewinn ermittelt werden. ***32***; FG ***33*** (ex ***34***): Aus einem vorliegenden "ÖAMTC Kfz-Kaufvertrag" zur Verwendung zwischen Privatpersonen wäre ersichtlich, dass der Bf., ***35***, an die ***36***, ***37***, am 21.11.2012 einen ***38***, Fg.Nr. ***39***, Erstzulassung ***40***2007, km-Stand ***41*** zum Preis von € 65.000,- verkauft hätte. Der Vertrag würde den Vermerk aufweisen, dass die NoVA nicht entrichtet worden wäre. Weiters wäre eine Anmerkung enthalten, dass das Fahrzeug einen Seitenschaden hatte und als Übergabedatum "bis April 2013" vermerkt wäre. Die Bezahlung des Kaufpreises wäre mittels Überweisung (Eingang) am 22.11.2012 über € 25.000,- und am 31.12.2012 über € 39.985,10 auf das Konto ***26*** bei der ***5*** erfolgt. Eine telefonische Anfrage an die steuerliche Vertretung in Zusammenhang mit der Verwendung (Nutzung) dieses Kfz wäre am 13.4.2016 wie folgt beantwortet worden: "Bei diesem Fahrzeug würde es sich um ein Rennauto handeln, mit dem Wettkämpfe absolviert werden hätten sollen. Dies wäre nicht zur Ausführung gekommen, da sich herausgestellt habe, dass die erforderlichen Reparaturen für die Mandantschaft des Bf. zu aufwendig wären. Insgesamt wäre der private Rennsport des Bf. als Liebhaberei einzustufen. Die Fa. ***42*** hätte in der Folge Wettrennen mit diesem Fahrzeug bestritten." In einem Vorhalt im Rahmen der Betriebsprüfung an die steuerliche Vertretung (Zustellungsbevollmächtigte) wäre am 26.4.2016 ersucht worden, die Höhe der Anschaffungskosten (Vorlage Kaufvertrag Ankauf durch den Bf., Rechnung, Zahlungsbelege, usw.) nachzuweisen. In der Antwort vom 6.6.2016 würde die steuerliche Vertretung dazu ausführen, dass das Fahrzeug mit einem Wert von € 60.000,- angeschafft und als Rennwagen eingesetzt worden wäre. Der Beleg werde Iaut Schreiben nachgereicht werden. Nach einer Besprechung im Finanzamt am 23.6.2016 bei der neben der steuerlichen Vertretung auch der Bf. anwesend war, wäre mit Schreiben vom 15.7.2016 (elektronisch eingelangt) eine Rechnung der ***43*** vom 20.7.2011 an die Firma ***14***, ***44***, über € 50.000,00 zuzgl. 20 % USt von € 10.000,00 insgesamt somit € 60.000,- vorgelegt worden. Zu diesem Fahrzeug wäre unter Punkt 1 weiter angeführt worden: "Weiter legen wir diesbezüglich folgende Ersatzteilrechnungen bei, wobei diese zur Erlangung eines Nachlasses unter dem Firmennahmen '***17***' bezogen wurden und vom Bf., persönlich bezahlt worden sind. Aus diesen Rechnungen leitet sich auch zwingend der Schluss ab, dass das Fahrzeug bereits 2011 im Besitz unserer Mandantschaft war." Es wären 5 Rechnungen der ***45*** über Ersatzteile ausgestellt am 18.10.2011 (€ 6.616,52), 6.12.2011 (€ 1.417,15), 16.12.2011 (€ 1.911,30), 26.01.2012 (€ 916,33) und 20.2.2012 (€ 7,78)und eine Rechnung der ***46*** vom 20.2.2012 (€ 126,05) vorgelegt worden. Am 20.7.2016 wäre im Rahmen der Prüfung ein Ergänzungsersuchen gestellt worden, in dem zu diesem Fahrzeug folgende Fragen angeführt worden wären: - Der Bf. hätte eine Rechnungskopie des Verkaufes der ***47*** an die Fa. ***14*** in ***48*** vorgelegt. Wie und auf welcher Grundlage ist das Fahrzeug in den Besitz des Bf. gelangt? (Vorlage von Belegen) - Wie und wann ist das Fahrzeug nach Österreich gelangt? (Überstellung, Transport auf Anhänger, usw.) - Wohin wurde das Fahrzeug geliefert/verbracht? - Wo - an welchem Ort - wurden die Reparaturarbeiten ausgeführt? - Wie ist die Begleichung des Kaufpreises durch den Bf. erfolgt? (Bei Überweisung-Vorlage des Bankbeleges) Bei Barzahlung: Vorlage einer Quittung - An wen und an welchem Ort wurde der Geldbetrag übergeben? Nachweis der Herkunft der Mittel (Bankabhebung, Sparbuchbehebung, usw.) - Wer hat bei ***49*** den Typenschein/Datenblatt/Datenauszug für die Zulassung beantragt? - Wer hat die Gebühr für die Erstellung des Typenscheines an die ***49*** entrichtet? (Nachweis der Zahlung) Die Beantwortung dieser Anfrage wäre am 9.8.2016 (elektronisch) mit folgendem Inhalt übermittelt worden: Das Fahrzeug samt ***56*** Typenschein wäre von Herrn ***50*** mit Überstellungskennzeichen im Juli 2011 nach ***51***, ***52***, (Anm: Standort ***17***) gebracht worden und wäre seitdem im ständigen Besitz des Bf. gewesen. Die Reparaturen wären vom Bf. bei seinem ***53*** in ***54*** durchgeführt worden. Diese hätten sich über einen langen Zeitraum von einigen Monaten erstreckt. Der Betrag von € 60.000,00 wäre vom Bf. Herrn ***50*** bei der Übernahme des Fahrzeuges in ***51*** in bar geleistet worden. Der Typenschein wurde vom Bf. bei der Firma ***55*** unter Vorlage des ***56*** Typenscheins beantragt worden, wobei der Bf. davon ausgehen würde, dass weitere Unterlagen von ***57*** bei ***58*** selbst besorgt worden wären. Abgeholt worden wäre der Typenschein durch den Bf. nach Begleichung der Bearbeitungsgebühr in bar. In einer niederschriftlichen Aussage hätte Herr ***50*** am 19.8.2016 betreffend der Überstellung eines ***32*** an den Bf. im Jahr 2011 angegeben: "Herr ***59*** hatte sich im Jahr 2011 am selben Standort wie die Fa. ***60***, mit seiner eigenen Firma eingemietet. Wie Herr ***61*** (von der ***62***) Herrn ***63*** (***60***) im Autosalon besuchte und davon sprach, dass er eventuell seinen ***32*** verkaufen möchte, bekam Herr ***64*** das mit und sprach davon, dass er eventuell einen Käufer hätte. Herr ***64*** wusste über seinen Freund und bekannten ***65*** (Sohn des Bf.), dass dessen Vater einen ***32*** suchte. Herr ***63*** (mit Erlaubnis von Herrn ***61***) stellte Herrn ***64*** sein Fahrzeug (mit ***56*** Kennzeichen) zur Verfügung. Herr ***64*** überstellte das Fahrzeug selbst ins ***66***, wo eine Begutachtung stattfand. Im Anschluss hatte Herr ***64*** nichts mehr mit dem Fahrzeug zu tun. Auch bei der finanziellen Abwicklung war Herr ***64*** nicht beteiligt (nahm kein Geld in Empfang). Lt. Herrn ***64*** war damals ein Verkaufspreis von € 60.000,- kolportiert und bei der Überstellung war das Fahrzeug nicht beschädigt, weiters kann er sich auch nicht erinnern, dass das Fahrzeug eine dunkle Motorhaube hatte, It. seiner Erinnerung war es rein weiß." Aus der Genehmigungsdatenbank wäre ersichtlich, dass dieses Kfz am 13.12.2012 von der ***67*** in die Datenbank aufgenommen und mit einer Sperre versehen worden wäre. Erhebungen bei ***67*** in ***68*** hätten ergeben, dass beim Antrag auf Aufnahme in die Genehmigungsdatenbank eine Rechnung aus ***48*** ausgestellt am 14.10.2012 von der Fa. ***14***, ***44***, als Verkäufer an den Bf., ***69***, als Käufer über einen beschädigten ***13*** über € 18.000,00 und ein Typenschein des Fahrzeuges in ***70*** Sprache vorgelegt worden wäre. Diese Belege wären dem Bf. im Rahmen der Besprechung im Finanzamt am 23.6.2016 vorgelegt und in Kopie übergeben worden. Der Bf. hätte dabei angegeben, diese Unterlagen nicht zu kennen und bekundet, dass er das Fahrzeug um € 60.000,00 erworben hätte und die bei der Typisierung vorgelegten Papiere nicht von ihm beigebracht worden wären. Aufgrund eines Auskunftsersuchens an die Behörden in der ***71*** im Zusammenhang mit dem Verkauf dieses Fahrzeuges an den Bf. wurde ein Protokoll, aufgenommen am 25.11.2016 vor dem Rechtsanwalt ***72***, in ***73***, ***74***, mit den Herren ***75*** (Geschäftsführer der Fa. ***76***, ***77***), ***78***, ***79***, und dem Bf., ***80***, ***81***, mit folgendem Inhalt übermittelt: "Der PKW ***32*** befand sich ursprünglich im ***66*** in ***51***. Dort ist ***75*** auf dieses Fahrzeug aufmerksam geworden. Das Fahrzeug stand zum Verkauf. Eigentümer dieses Fahrzeuges war zu diesem Zeitpunkt eine ***83*** Firma mit Firmensitz in ***77***. Herr ***82*** war am Erwerb des Fahrzeuges interessiert, er bekam vom Bf. die notwendigen Kontaktdaten des Fahrzeugeigentümers. In der Folge hat Herr ***82*** als Geschäftsführer der ***56*** Firma ***14*** dieses Fahrzeug gekauft. Das Fahrzeug wurde am 8.8.2011 bei den zuständigen Behörden in ***77*** registriert, und zwar auf die neue Eigentümerin ***14*** Am 19.8.2011 wurde dann die Anmeldung durchgeführt. Das Fahrzeug wurde sodann im Auftrag des Herrn ***75*** am 18.8.2011 mit einer matten Folie überzogen, und zwar im Bereich der Motorhaube. Nach Durchführung dieser Arbeiten hat der Bf. am 19.8.2011 eine Probefahrt durchgeführt, zu diesem Zweck wurde das blaue Werkstättenkennzeichen mit dem Kennzeichen ***84*** am Fahrzeug angebracht. Im Zug dieser Probefahrt passierte ein Verkehrsunfall, bei dem das Fahrzeug schwer beschädigt wurde. Der Bf. sagte zu, dafür Sorge zu tragen, dass die Schadenersatzansprüche beglichen werden. Am 14.6.2012 hat die Firma ***14*** diesen PKW an den Bf. verkauft, wobei vereinbart wurde, dass der Bf. nach ordnungsgemäßer Reparatur auf seine Kosten das Fahrzeug verkaufen und den Differenzbetrag von € 35.000,00 an die Firma ***14*** bezahlen wird. Leider wurde bis zum heutigen Tag dieser Betrag nicht bezahlt, dies deswegen, weil der Bf. aufgrund seiner finanziellen Probleme sich das bis dato nicht leisten konnte, zumal zwischenzeitig ein höchst aufwändiges ***137*** geführt wurde, im Zuge dessen er sein ***138*** verkaufen und sich von seiner Firma trennen musste. Der Bf. hat seit dem Jahr 2012 immer wieder versprochen, diesen oben angeführten Betrag zu bezahlen, es war ihm aber leider bisher nicht möglich. Am 12.1.2016 wurde vom Bf. ein Wechsel hinsichtlich der offenen Forderung unterfertigt und die offene Forderung nochmals schriftlich anerkannt, wobei vereinbart wurde, dass er bis Ende des Jahres 2016 vollständig Zahlung leistet." Aus diesem Protokoll würde hervorgehen, dass sämtliche Angaben die vom Bf. bzw. der steuerlichen Vertretung zuvor gemacht worden sind nicht den tatsächlichen Sachverhalt wiedergeben würden. Das Fahrzeug wäre erst am 14.6.2012 in den tatsächlichen Besitz des Bf. gelangt. Die bei der ***67*** aufliegende Rechnung über € 18.000,00 würde eine Anzahlungsrechnung darstellen, die Iaut Bestätigung der ***85***, ***48***, am 14.06.2012 bar einbezahlt worden wäre. Die vorgelegten und bezahlten Rechnungen der ***45*** würden die Ersatzteile für die Reparatur des verursachten Schadens beinhalten und könnten nicht als Anschaffungskosten für die Ermittlung des Spekulationsgewinnes berücksichtigt werden. Die offene Restzahlung an die Fa. ***14*** würde im Jahr 2012 mangels Bezahlung ebenfalls nicht zu den maßgeblichen Anschaffungskosten zählen. | Veräußerungserlös ***36*** | | | | Spekulationsüberschuss | 22.12.2012 | Anzahlung | 25.000,00 | | | 31.12.2012 | Restzahlung | 39.985,10 | | | Anschaffungskosten | | | 64.985,10 | | 14.6.2012 | Anzahlung | 18.000 | -18.000 | | | | | 46.985,10 | 46.985,10 ***13*** ***86***; FG ***87*** (ex ***88***) | Veräußerungserlös ***21*** | | | | Spekulationsüberschuss | 15.11.2012 | Barzahlung | 8.000,00 | | | 27.11.2012 | Gegenverr. ***89*** | 7.400,00 | | | 14.12.2012 | Teilz. Banküberweisung | 8.100,00 | | | Anschaffungskosten | | | 23.500,00 | | 19.11.2012 | Lt. ER Nr. ***90*** | 16.500,00 | | | 03.11.2012 | Reparatur ***48*** | 2.000,00 | | | | | | -18.500,00 | | | | | 5.000,00 | 5.000,00 ***91***; FG ***92*** (ex ***93***) | Veräußerungserlös | | | | Spekulationsüberschuss | 27.11.2012 | Verkauf ***94*** (Gegenverr. ***32***) | 7.500,00 | 7.500,00 | | Anschaffungskosten | | | | | 19.11.2012 | Einkauf ***93*** (Gegenverr. ***13*** ***86***) | 7.400,00 | - 7.400,00 | | | | | 100 | 100 Spekulationsgewinn 2012: € 52.085,10 ***32***; FG ***111*** (ex ***94***) Die Fa. ***94*** hätte Iaut Rg. ***96*** vom 27.11.2012 einen ***38***, Typ ***95***, zum Preis von € 56.000,00 geliefert. Laut Anmerkung auf der Rechnung wäre das Fahrzeug unfallfrei und "ausschließlich ohne jeglicher Garantie oder Gewährleistung". Die Lieferung wäre mit Differenzbesteuerung Iaut § 25a UStG und exklusive Nova und CO2-Steuer erfolgt. In der Antwort auf ein Auskunftsersuchen hat Herr ***97*** angegeben, dass der Bf. ihm gegenüber als Fahrzeug- und Mineralölhändler (Angestellter der ***98***, ***99***) aufgetreten wäre. Das Auftreten als Fahrzeughändler wäre auch der Grund, warum das Fahrzeug ohne Garantie und Gewährleistung verkauft worden wäre. In der Besprechung am 23.6.2016 im Finanzamt hätte der Bf. u.a. eine maschingeschriebene Bestätigung vorgelegt, in der ein Herr "***100***" aus ***101*** bestätigt, dass der Bf. von ihm im Jänner 2013 einen ***32*** ***102*** Motor um den Preis von € 12.000 gekauft hätte. Zur Glaubhaftmachung des gezahlten Betrages für den Tauschmotor wäre ein Ausdruck aus dem Internet vorgelegt worden, in dem ein Tauschmotor für einen ***32*** um den Preis von € ***104*** plus MwSt in ***103*** zum Verkauf angeboten wurde. Folgende Fragen zu diesem Fahrzeug wurden in einem Ergänzungsersuchen vom 16.7.2016 an die steuerliche Vertretung gestellt: Wo wurde der Motor eingebaut? (in Österreich oder in ***101***) Wer hat den Motoreinbau vorgenommen und in welcher Werkstätte? Wo ist der Altmotor verblieben? Wurde das Auto zum Einbau nach ***101*** verbracht? - Wenn ja, wie? Beinhaltet der angegebene Preis von € 12.000,- auch den Einbau? Nachdem ***101*** kein Mitglied des EU-Binnenmarktes ist, wird um Vorlage der entsprechenden Zolldokumente (Vormerkverkehr des Fahrzeuges bzw. Verzollung des Motors, usw.) ersucht. Die darauffolgende Antwort vom 8.8.2016 zu diesem Themenkreis würde folgendermaßen lauten: "Der Motor wurde durch den Bf. in ***54*** eingebaut. Dabei handelt es sich um einen gebrauchten Tauschmotor, der der Bf. in Österreich übergeben wurde." Weitere Angaben dazu wären nicht gemacht worden. Dieses Fahrzeug, das Iaut Datenblatt erstmalig am 18.4.2007 in ***105*** zugelassen wurde, wäre am 14.6.2013 auf den Bf. angemeldet und am 20.08.2013 wieder abgemeldet worden. Für die Anmeldung wäre zuvor am 11.6.2013 eine Erklärung über die Normverbrauchsabgabe beim Finanzamt eingereicht worden (siehe Feststellung zur NoVA unter Punkt 6). Nach der Abmeldung wäre das Fahrzeug am 14.9.2013 an ***106***, ***107***, um € 85.000,- verkauft worden (Verkauf wäre ohne Gewährleistung erfolgt). | Veräußerungserlös | | | | Spekulationsüberschuss | 14.9.2013 | Verkauf ***106*** | 85.000,00 | 85.000,00 | | Anschaffungskosten | | | | | 27.11.2012 | Einkauf ***94*** | 56.000,00 | | | Jänner 2013 | Tauschmotor | 12.000,00 | | | 11.6.2013 | NoVA bezahlt | 6.901,73 | | | | | 74.901,73 | - 74.901,73 | | | | | 10.098,27 | 10.098,27 | Veräußerungserlös | | | | Spekulationsüberschuss ***13*** ***108***; FG ***109*** (ex ***106***) | Veräußerungserlös | | | | Spekulationsüberschuss | 22.8.2013 | Verkauf ***1*** | 35.500,00 | 36.500,00 | | Anschaffungskosten | | | | | 14.8.2013 | Einkauf ***106*** (Liebhabereipreis, Mängel) | 35.000,00 | - 35.000,00 | | | | | 1.500,00 | 1.500,00 Spekulationsgewinn 2013: € 11.598,00 Punkt 6. ***32*** (ex ***97***) - NoVA Für den ***13*** ***110*** (FG ***111***) wäre am 11.6.2013 eine Erklärung über die Normverbrauchsabgabe beim Finanzamt eingereicht worden. Wie aus der Aktenlage ersichtlich wäre, wäre für den Fahrzeugerwerb keine Rechnung vorgelegt worden. Auf einem Ausdruck aus der Eurotax Fahrzeugbewertung würde sich folgender handschriftlicher Vermerk seitens des Finanzamtes finden: "Gekauft in der ***112*** (EU!) um 15.000,- daher Eurotaxwert; Kaufvertrag nicht mit aber Papiere d. ***113*** gesehen". Als Kilometerstand wären ***41*** angeführt worden. Für die Berechnung der NoVA wäre daher der Eurotax Mittelwert zwischen Händlereinkauf und -verkauf herangezogen worden. Tatsächlich wäre dieses Fahrzeug nicht in ***48***, sondern in ***105*** erstmals zum Verkehr in der EU zugelassen worden. Der Kauf dieses Fahrzeuges wäre mit Rg. ***96*** vom 27.11.2012 von der Fa. ***94***, ***114***, ***115*** mit einem Gesamtbetrag von € 56.000,- erfolgt. Als Km-Stand würde It. Rg. ***116*** aufscheinen. Ausdrücklich würde sich der Hinweis auf der Rechnung finden, dass die Differenzbesteuerung laut § 25a UStG angewendet worden wäre und der Verkauf excl. Nova und CO2 Steuer erfolgt wäre. Im Zeitpunkt der Verkaufs dieses PKW an ***106*** im September 2013 wäre Iaut Kaufvertrag ein Kilometerstand von ***117*** vermerkt worden. Die angeführten Angaben für die Berechnungsgrundlage der NoVA würden sich auf den ***32***, welcher von der Fa. ***34*** erworben wurde, beziehen (siehe Sachverhalt unter Feststellung zu Punkt 5). Im Rahmen der Betriebsprüfung wäre für das in Österreich zugelassene Fahrzeug die entsprechende Eingangsrechnung vorgelegt worden. Auf Basis dieser Rechnung werde die NoVA durch die Betriebsprüfung auf der Grundlage eines Rechnungsbetrages von € 56.000,- berechnet. Die genaue Ermittlung wäre dem Unternehmen bekannt. | | vor Betriebsprüfung | nach Betriebsprüfung | Differenz | NoVA Juni 2013 | 6.901,73 | 8.960,00 | 2.058,27 1.2 Aufgrund dieser bei der dargestellten Betriebsprüfung getroffenen Feststellungen wurden folgende Verfahren gemäß § 303 Abs. 1 BAO wiederaufgenommen und neue Sachbescheide Einkommensteuer 2012 bis 2014 sowie Umsatzsteuer 2014 am 14. Juni 2017 sowie ein Bescheid betreffend NoVA für das Jahr 2013 erlassen. In den Wiederaufnahmebescheiden Einkommensteuer 2012 und 2014 sowie Wiederaufnahme Umsatzsteuer 2014 wurde in den gleichlautenden Begründungen folgendes ausgeführt: Die Wiederaufnahme des Verfahrens erfolgte gemäß § 303 Abs. 1 BAO aufgrund der Feststellungen der abgabenbehördlichen Prüfung, die der darüber aufgenommenen Niederschrift bzw. dem Prüfungsbericht zu entnehmen sind. Daraus ist auch die Begründung für die Abweichungen vom bisherigen im Spruch bezeichneten Bescheid zu ersehen… Im Betriebsprüfungsbericht vom 13.6.2017 ist auf Seite 7 folgendes festgehalten: Wiederaufnahme des Verfahrens gemäß § 303 Abs. 1 BAO Hinsichtlich nachstehend angeführter Abgabenarten und Zeiträume wurden Feststellungen getroffen, die eine Wiederaufnahme des Verfahrens gem. § 303 Abs. 1 BAO erforderlich machen: Abgabenart Zeitraum Feststellung Umsatzsteuer 2014 Tz. 1 Einkommensteuer 2012 - 2014 Tz. 1, 2, 3, 5 Die Wiederaufnahme erfolgt unter Bedachtnahme auf das Ergebnis der durchgeführten abgabenbehördlichen Prüfung und der sich daraus ergebenden Gesamtauswirkung. Im vorliegenden Fall können die steuerlichen Auswirkungen nicht als geringfügig angesehen werden. Bei der im Sinne des § 20 BAO vorgenommenen Interessensabwägung war dem Prinzip der Rechtsrichtigkeit (Gleichmäßigkeit der Besteuerung) der Vorrang vor dem Prinzip der Rechtsbeständigkeit (Parteiinteresse an der Rechtskraft) einzuräumen. 1.3 Mit einem mit 10. Juli 2017 datierten Schreiben, das am 12. Juli 2017 zur Post gegeben wurde, erhob der Bf. Beschwerde gegen die Wiederaufnahme des Verfahrens betreffend Einkommensteuer 2012 vom 14.6.2017 sowie gegen den Sachbescheid Einkommensteuer 2012 vom 14.6.2017 und beantragte der Beschwerde vollinhaltlich stattzugeben und insbesondere den Spekulationsüberschuss über EUR 46.985,10 aus dem Geschäftsfall "***32***; FG ***33*** (ex ***34***)" mit EUR 0,00 festzusetzen bzw. aufzuheben. Diese Beschwerde wurde folgt begründet: Spekulationsgeschäfte wären gemäß § 30 EStG Veräußerungsgeschäfte von Wirtschaftsgütern des Privatvermögens, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Beim Geschäftsfall "***32***; FG ***33*** (ex ***34***)" würde der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr betragen. Die Anschaffung wäre am 20.7.2011 erfolgt. Diesbezüglich wäre eine Zahlungsbestätigung vom 20.7.2011 vorgelegt worden. Die Bezahlung des Kaufpreises wäre am 22.11.2012 und am 31.12.2012 erfolgt und zwar jeweils mittels Banküberweisung. Anschaffungsdatum und Veräußerungsdatum würden aus dem Prüfbericht hervorgehen. Die Jahresfrist wäre überschritten worden, wodurch kein Spekulationsüberschuss zu ermitteln wäre. Des Weiteren werde ausgeführt, dass weitere Beweise die Aussage stützen würden, dass keine Spekulation vorliegen würde: 1. Der Übergang der Preisgefahr und Verfügungsmacht wäre 19.8.2011 anlässlich der Probefahrt erfolgt, bei der das Fahrzeug beschädigt worden wäre und sich der Bf. verpflichtet hätte das Fahrzeug anzuschaffen (vgl. Protokoll RA ***72***). 2. Die erste Ersatzteilrechnung wäre bereits am 18.10.2011 ausgestellt worden (vgl. Prüfbericht). 3. Niederschrift vom Finanzamt vom 19.8.2016 mit Herrn ***50***. In der Niederschrift wäre angegeben worden, dass zum Zeitpunkt der Übergabe das Fahrzeug noch nicht beschädigt gewesen wäre, wodurch die Übergabe zwingend vor der Probefahrt gelegen wäre "… Lt. Hr. ***64*** war damals ein Verkaufspreis von EUR 60.000 kolportiert und bei der Überstellung war das Fahrzeug nicht beschädigt …" Aus obigen Punkten würde sich zwingend der Anschaffungszeitpunkt mit 19.8.2011 oder früher ergeben, wodurch kein Spekulationsgeschäft vorliegen würde, da die erste Kaufpreiszahlung am 22.11.2012 erfolgt wäre. 1.4 Mit Schreiben vom 10. Juli 2017, das ebenfalls am 12. Juli 2017 zur Post gegeben wurde, wurde vom Bf. auch Beschwerde gegen die Wiederaufnahmebescheide Einkommensteuer und Umsatzsteuer für das Jahr 2014 sowie die neuen Sachbescheide Einkommensteuer und Umsatzsteuer für das Jahr 2014 erhoben. Diese Beschwerden wurden vom Finanzamt am 4.10.2017 zur Entscheidung vorgelegt und wird über diese Beschwerden gesondert entschieden werden. 1.5 Mit Bescheid vom 10.8.2017 wurde vom Finanzamt ein Mängelhebungsauftrag betreffend die Beschwerde gegen die Wiederaufnahme des Verfahrens Einkommensteuer 2012 erteilt, weil die Beschwerde vom 10.7.2017 diesbezüglich keine Begründung enthalten würden. Als Frist für die Mängelbehebung wurde der 25.8.2017 gesetzt. Als Reaktion auf den Mängelhebungsauftrag betreffend Wiederaufnahme Einkommensteuer 2012 wurde die Beschwerde gegen die Wiederaufnahme Einkommensteuer 2012 mit Schreiben vom 23.8.2017 zurückgezogen worauf das Finanzamt mit Beschwerdevorentscheidung vom 31.8.2017 die Beschwerde gegen die Wiederaufnahme Einkommensteuer 2012 gemäß § 256 Abs. 3 BAO als gegenstandslos erklärt hat und dieses Beschwerdeverfahren rechtskräftig beendet ist. 1.6 Mit Beschwerdevorentscheidung vom 27.9.2017 wies das Finanzamt die Beschwerde betreffend Einkommensteuer 2012 als unbegründet ab und begründete diese Abweisung wie folgt: Ein Erwerb des ***13*** durch den Bf. könne aus der Zahlungsbestätigung mit Hinweis auf die Faktura ***118*** vom 20.7.2011 über € 60.000,-- nicht abgeleitet werden, da jegliche Nachweise über einen tatsächlichen Geldfluss fehlen würden und dem Bf. lediglich bestätigt werde, dass eine Zahlung über € 60.000,-- erfolgt wäre aber nicht dass diese Zahlung vom Bf. stammen soll. Die Zahlungsbestätigung würde daher jedenfalls als Nachweis über einen Kauf ausscheiden. Laut vorliegender Faktura ***118*** vom 20.7.2011 wäre gegenständlicher ***13*** von der ***47*** an die ***14*** um den Betrag von € 60.000,- verkauft und der Kaufpreis It. Überweisungsbeleg der ***85*** (Filiale ***119***) am 26.7.2011 über € 60.061,55 der ***47*** gutgeschrieben worden. Erwerber und Besitzer des ***13*** wäre also nicht der Bf. sondern die ***14*** auf welche das Fahrzeug It. Bestätigung der Versicherung von 17.8.2011 bis 13.6.2012 auch versichert und It. Bescheinigung der ***56*** Zulassungsbehörde von 19.8.2011 bis 13.6.2012 zugelassen gewesen wäre. Die in der Beschwerde angeführte Niederschrift vom 19.8.2016 mit Herrn ***64*** wäre als Beweis für einen Kauf ebenso wenig geeignet, da lediglich von einer Überstellung des ***13*** in das ***66*** die Rede wäre und weder genaue Angaben über Zeitpunkt der Überstellung noch über die tatsächliche Zahlung eines Kaufpreises oder Abschluss eines Kaufvertrages gemacht worden wären. Im Protokoll des RA ***72*** vom 25.11.2016 hätte der Bf. ausgesagt, dass sich der ***13*** ursprünglich im ***66*** befunden und zum Verkauf angeboten worden wäre. Eigentümer des Fahrzeuges zu diesem Zeitpunkt wäre eine ***83*** Firma mit Firmensitz in ***77*** gewesen (Anmerkung: dabei könne es sich nur um die ***47*** handeln). In der Folge hätte die ***83*** Firma ***14*** diese Fahrzeug gekauft und am 8.8.2011 bei den zuständigen Behörden in ***77*** registriert. Die Anmeldung auf die neue Eigentümerin ***14*** wäre dann am 19.8.2011 durchgeführt worden. Der Bf. hätte am 19.8.2011 eine Probefahrt durchgeführt wobei ein Verkehrsunfall passiert und das Fahrzeug schwer beschädigt worden wäre. Das beschädigte Fahrzeug wäre in weiterer Folge am 14.6.2012 von der ***14*** an den Bf. verkauft worden und hätte sich der Bf. verpflichtet, den Schaden von € 35.000,-- (Differenz auf Kaufpreis € 18.000,-) zu begleichen. Diesbezüglich wäre am 12.1.2016 ein Schuldwechsel über den Betrag von € 35.000,- ausgestellt worden. Die im Protokoll festgehaltenen Aussagen würden nicht zuletzt auch aufgrund der vorliegenden Beweise (Rechnungen, Zahlungsflüsse, Zulassungs- und Versicherungsbestätigungen) als zutreffend erachtet. Übergang der Preisgefahr und Verfügungsmacht am 19.8.2011 anlässlich der Probefahrt könnten nicht nachvollzogen werden. Ein Kaufvertrag könne zwar grundsätzlich formfrei und allein durch übereinstimmende Willenserklärung beider Parteien auch mündlich (§ 883 ABGB) abgeschlossen werden. Ein tatsächlicher Abschluss eines Kaufvertrages wäre aber im gegenständlichen Fall mangels Vereinbarung eines Erfüllungszeitpunktes, Gefahrentragung und nachvollziehbarer Willenserklärung des Verkäufers nicht erkennbar und werde wie im Wirtschaftsleben üblich bei derart teuren Gegenständen idR schriftlich geschlossen. In diesem Zusammenhang würde die Beschwerde auf das Protokoll des RA ***72*** verweisen, wo sich der Bf. verpflichtet hätte, das Fahrzeug anzuschaffen. Diese Verpflichtung wäre dem zitierten Protokoll allerdings nicht zu entnehmen, sondern es wäre die Verpflichtung vereinbart worden, den entstandenen Schaden zu ersetzen. In der Gegenäußerung vom 14.9.2017 werde ausgeführt, dass der Bf. den Wagen Probe gefahren habe um ihn eventuell als Rennwagen für private Zwecke anzuschaffen. Wenn der Bf. also den Wagen Probe gefahren hätte, um diesen eventuell zu erwerben wäre damit erwiesen, dass bei Beginn der Probefahrt keine übereinstimmende Willenserklärung beider Parteien bestanden haben könne und daher kein Kaufvertrag zustande gekommen sein könne. Für den Fall, dass nach dem Unfall bzw. Beschädigung des Fahrzeuges ein mündlicher Kaufvertrag abgeschlossen worden wäre, so hätte das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt nur mehr den Schrottwert von € 18.000,- gehabt, zu welchem dieses später tatsächlich It. Faktura vom 14.6.2012 bzw. It. Protokoll des RA ***72*** angekauft worden wäre. Die vorliegenden Ersatzteilrechnungen betreffend die Reparatur des Fahrzeuges sowie die Zahlung des restlichen Schadens über € 35.000,-- würden Schadenersatz darstellen und keine Anschaffungskosten. Der Umstand, dass sich das Fahrzeug seit Sommer 2011 zur Reparatur beim ***53*** befunden hätte oder wer das Fahrzeug letztlich erwerben wollte (der Bf. selbst oder die ***17***) wie in der Gegenäußerung vom 14.9.2017 angeführt, wäre völlig belanglos. Nachdem der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung des ***13*** nicht mehr als ein Jahr betragen hätte, würde gemäß § 31 EStG idF 1. StabG 2012 ein Spekulationsgeschäft vorliegen. 1.7 Gegen diese Beschwerdevorentscheidung wurde fristgerecht mit Schreiben vom 25.10.2017 ein Vorlageantrag gestellt und enthält dieser folgendes Vorbringen: Das gesamte bisherige Vorbringen insbesondere aus der Beschwerdeschrift vom 10.7.2017 und der Stellungnahme vom 14. September 2017 werde vollinhaltlich aufrechterhalten. Das würde auch für die dort gestellten Anträge gelten. Sodann wird im Vorlageantrag ein Eventualantrag gestellt, wobei einleitend zu diesem nachstehendes ausgeführt wird:

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/5100623/2018
ECLI
ECLI:AT:BFG:2021:RV.5100623.2018
Stammnummer
134838
Gültig
28.09.2021 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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