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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7100053/2021

Keine Beschwerdelegitimation des Kindes gegen an den Familienbeihilfebezieher ergangenen Rückforderungsbescheid

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - BeschlussRV/7100053/2021vom 24.06.2021Teil 4 von 4
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

"Sache" des Beschwerdeverfahrens ist nur jene Angelegenheit, die den Inhalt des Spruchs des Bescheids der vor dem Verwaltungsgericht belangten Verwaltungsbehörde gebildet hat (vgl. Wanke in Lenneis/Wanke, FLAG 2.A. 2020 § 26 Rz 31, 17 m.w.N.). Das Bundesfinanzgericht kann im Beschwerdeverfahren nicht erstmals anstelle des Finanzamtes ein Leistungsgebot an einen Beschwerdeführer richten (vgl. Wanke in Lenneis/Wanke, FLAG 2.A. 2020 § 26 Rz 49, 17 m.w.N.). Fehlende Beschwerdelegitimation Gemäß § 246 Abs. 1 BAO ist zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde jeder befugt, an den der den Gegenstand der Anfechtung bildende Bescheid ergangen ist. Weiters sieht die Bundesabgabenordnung noch eine Rechtsmittellegitimation für Bescheidbeschwerden gegen Abgabenbescheide für nach Abgabenvorschriften Haftungspflichtige (§ 248 BAO) und für Adressaten eines Beschlagenahmebescheides (§ 225 Abs. 1 BAO) vor. Wie ausgeführt, ist der angefochtene Rückforderungsbescheid vom 31.5.2019 nicht an ***5***-***6*** ***2*** ergangen. Sie ist daher nicht legitimiert, gegen den Rückforderungsbescheid als Bescheidadressatin Bescheidbeschwerde zu erheben. Sie ist auch nicht legitimiert, der Beschwerde des ***1*** ***2*** als Gesamtschuldnerin oder Haftungspflichtige gemäß § 257 BAO beizutreten. Da eine Gesamtschuldnerschaft oder eine gesonderte Haftung des Kindes für Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag gesetzlich nicht besteht und gegenüber ***5***-***6*** ***2*** auch kein Haftungsbescheid nach § 224 Abs. 1 BAO, der Voraussetzung für eine Beschwerdelegitimation nach § 248 BAO wäre (vgl. Fischerlehner in Fischerlehner/Brenneis, Abgabenverfahren I 3.A. § 248 BAO Anm 1), ergangen ist, ist ***5***-***6*** ***2*** auch nicht als Haftungspflichtige rechtsmittellegitimiert. Nach § 26 Abs. 3 FLAG 1967 haftet unter bestimmten, dort genannten Umständen, der andere Elternteil für die Rückzahlung der Familienbeihilfe, nicht aber das Kind selbst. Keine mündliche Verhandlung Eine mündliche Verhandlung in Bezug auf die Beschwerde der ***5***-***6*** ***2*** kann gemäß § 274 Abs. 3 Z 1 BAO i. V. m. § 274 Abs. 5 BAO unterbleiben, da der Sachverhalt geklärt ist und auch die zu entscheidenden Rechtsfragen keiner weiteren Erörterungen bedürfen. Zurückweisung der Beschwerde der ***5***-***6*** ***2*** Da an ***5***-***6*** ***2*** kein Bescheid ergangen ist, ist diese nach § 246 Abs. 1 BAO nicht zur Einbringung einer Beschwerde gegen einen an sie nicht ergangenen Bescheid legitimiert (ein derartiger, ***5***-***6*** ***2*** nicht zugestellter Bescheid wirkt auch nicht gegen ***5***-***6*** ***2***). Wird ein Rechtsmittel von einem hiezu nicht Legitimierten eingebracht, ist dieses zurückzuweisen (vgl. etwa VwGH 19.9.2001, 2001/16/0253; VwGH 16.12.2010, 2009/16/0091). Die Beschwerde der ***5***-***6*** ***2*** ist daher gemäß § 260 Abs. 1 lit. a BAO als unzulässig zurückzuweisen. Unzulässigkeit einer Revision Gegen einen Beschluss des Bundesfinanzgerichtes ist die Revision zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche Rechtsprechung fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird. Die getroffene Entscheidung entspricht der Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes, wonach ein von einem hierzu nicht Legitimierten eingebrachtes Rechtsmittel als unzulässig zurückzuweisen ist (vgl. VwGH 16.12.2009, 2009/16/0091). Es liegt daher keine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung vor.     Wien, am 24. Juni 2021  

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Normen und Schlagworte

Herkunft

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Beschluss
Geschäftszahl
RV/7100053/2021
ECLI
ECLI:AT:BFG:2021:RV.7100053.2021
Stammnummer
133839
Gültig
24.06.2021 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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