Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7100498/2017
FLAG-Ausgleichszahlung: Zurückgenommenerklärung einer mangelhaften Beschwerde
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - BeschlussRV/7100498/2017vom 20.11.2020Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
BESCHLUSS
Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke im Beschwerdeverfahren betreffend die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***5***, ***6***, vom 20.6.2016, gegen den Bescheid des Finanzamts Wien 3/6/7/11/15 Schwechat Gerasdorf, 1030 Wien, Marxergasse 4, vom 20.5.2016, mit welchem der Antrag vom 3.6.2015 auf Ausgleichszahlung für die im Jänner 1991 geborene ***7*** ***8*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Dezember 2015, für die im Jänner 1997 geborene ***9*** ***10*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Juni 2013 sowie für Dezember 2014, für die im Februar 2000 geborene ***11*** ***10*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Juni 2013 sowie für Dezember 2014 und für die im Juni 2010 geborene ***12*** ***2*** für den Zeitraum Dezember 2014 abgewiesen wurde, Sozialversicherungsnummer ***13***, beschlossen:
I. Die Beschwerde wird gemäß § 85 Abs. 2 BAO als zurückgenommen erklärt.
II. Gegen diesen Beschluss ist gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i.V.m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine Revision nicht zulässig.
Begründung
Antrag
Der Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** stellte am 3.6.2015 mit dem Formular Beih 38 Antrag auf Gewährung einer Ausgleichszahlung und führte aus:
Der Bf sei ungarischer Staatsbürger, seit dem Jahr 2011 verheiratet, wohne in ***3***, ***25***, Österreich, bzw. ***5***, ***6***, Ungarn, sei seit Juni 2013 bei [...] [...], [...], [...] beschäftigt und seit Mai bei ***1*** ***2*** e.U., ***3***, ***18***.
Seine Ehegattin [...] [...], ungarische Staatsbürgerin, sei seit März 2014 bei verschiedenen, näher angegebenen ungarischen Arbeitgebern beschäftigt. Eine Verzichtserklärung gemäß § 2a Abs. 1 FLAG 1967 wurde nicht abgegeben.
Beantragt werde:
Ausgleichszahlung von 1.1.2013 bis 31.12.2015 für die im Jänner 1997 geborene ***9*** ***10***, ungarische Staatsbürgerin, ständig beim Bf wohnhaft, der auch monatlich die überwiegenden Kosten finanziere, Schülerin einer näher angegebenen Schule bis voraussichtlich Juni 2016.
Ausgleichszahlung von 1.1.2013 bis 31.12.2015 für die im Februar 2000 geborene ***11*** ***10***, ungarische Staatsbürgerin, ständig beim Bf wohnhaft, der auch monatlich die überwiegenden Kosten finanziere, Schülerin einer näher angegebenen Schule bis voraussichtlich Juni 2015.
Ausgleichszahlung von 1.1.2013 bis 31.12.2015 für die im Juni 2010 geborene ***12*** ***2***, ungarische Staatsbürgerin, ständig beim Bf wohnhaft, der auch monatlich die überwiegenden Kosten finanziere, "Kindergartenkind".
Ausgleichszahlung von 1.1.2013 bis 31.12.2015 für die im Jänner 1992 geborene ***7*** ***8***, ungarische Staatsbürgerin, ständig beim Bf wohnhaft, Schülerin (ohne nähere Angabe) voraussichtlich bis Juni 2010.
Beigefügt waren:
Ein von Bács-Kiskun Megyei Kormányhivatal in [...] am 20.5.2015 bestätigtes Formular E 401. Der Bf ***1*** ***2*** und seine Ehegattin ***19*** ***20*** wohnten demnach in ***5***, ***6***, Ungarn. Dem Haushalt gehörten die Kinder ***9*** ***10***, ***11*** ***10***, ***12*** ***2*** und ***7*** ***8*** an.
Die Seiten 1 und 3 eines Formulars E 411, wonach ***19*** ***20*** die Mutter von ***7*** ***8*** sei (Punkte 1-3), die Punkte 4-6 sind im Finanzamtsakt nicht enthalten, die Punkte 7-9 nicht ausgefüllt.
Die Heiratsurkunde für ***1*** ***2*** und ***19*** ***20***.
Geburtsurkunde (Születési anyakönyvi kivonat) für ***12*** ***2*** (Eltern ***1*** ***2*** und ***19*** ***20***).
Bestätigung eines Kindergartens vom 7.1.2015, dass dieser von ***12*** ***2*** seit September 2013 besucht werde.
Geburtsurkunde (Születési anyakönyvi kivonat) für ***9*** ***10*** (Eltern ***22*** ***14*** ***10*** und ***19*** ***20***).
Schulbesuchsbestätigung vom 19.2. (Jahr unleserlich) für ***9*** ***10*** betreffend das Schuljahr 2010/2011 und vom 15.1.2015 für das Schuljahr 2014/2015 (Várhato befejezése, voraussichtliches Ausbildungsende 30.6.2015).
Geburtsurkunde (Születési anyakönyvi kivonat) für ***11*** ***10*** (Eltern ***22*** ***14*** ***10*** und ***19*** ***20***).
Studienbesuchsbestätigung (Tanulói jogviszony igazoló lap) für ***11*** ***10*** vom 16.1.2015 für den Studienzeitraum 18.6.2014 bis 13.6.2015.
Geburtsurkunde (Születési anyakönyvi kivonat) für ***7*** ***8*** (Eltern [...] [...] ***8*** und ***19*** ***20***).
Zeugnis einer Ausbildungseinrichtung aus dem Jahr (Juni?) 2010 für ***7*** ***8***.
E 411
Ein vom zuständigen ungarischen Träger Győr-Moson-Sopron Megyei Kormányhivatal am 29.3.2016 bestätigtes Formular E 411 betreffend ***7*** ***8*** ist aktenkundig, wonach die Mutter ***19*** ***20*** von 1.1.2013 bis laufend eine berufliche Tätigkeit bei einem näher angegebenen Arbeitgeber ausgeübt hat. Seit 1.1.2013 seien keine Familienleistungen in Ungarn bezogen worden.
Abweisungsbescheid
Mit Bescheid vom 20.5.2016 wies das Finanzamt den Antrag vom 3.6.2015 auf Ausgleichszahlung für die im Jänner 1991 geborene ***7*** ***8*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Dezember 2015, für die im Jänner 1967 geborene ***9*** ***10*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Juni 2013 sowie für Dezember 2014, für die im Februar 2000 geborene ***11*** ***10*** für den Zeitraum Jänner 2013 bis Juni 2013 sowie für Dezember 2014 und für die im Juni 2010 geborene ***12*** ***2*** für den Zeitraum Dezember 2014 ab. Zur Begründung wurde ausgeführt:
Ändern sich zwischen den Mitgliedstaaten während eines Kalendermonats die Rechtsvorschriften und/oder die Zuständigkeit für die Gewährung von Familienleistungen, hat der Mitgliedstaat, der die Familienleistungen zu Beginn dieses Monats gewährt hat, die Familienleistungen bis zum Ende dieses Monats auszuzahlen (Art. 59 der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 zur Festlegung der Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit).
Anspruch auf Familienbeihilfe besteht grundsätzlich nur für die Dauer einer Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit im Inland oder bei Bezug einer Geldleistung infolge dieser Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit. Kein Anspruch besteht jedoch, wenn die Beschäftigung gegen bestehende Vorschriften über die Beschäftigung ausländischer ArbeitnehmerInnen verstößt.
Tätigkeiten, die sich als völlig unwesentlich darstellen, bleiben dabei außer Betracht.
Da sie in den Monaten Jänner bis Mai 2013 keine Beschäftigung bzw.in den Monaten Juni 2013 und Dezember 2014 nicht zum Monatsersten (5.6.2013, 4.12.2014) eine Beschäftigung in Österreich ausgeübt haben, war ihr Antrag für die angeführten Zeiträume abzuweisen.
Zu ***8*** ***7***:
Für volljährige Kinder steht Familienbeihilfe nur unter bestimmten, im § 2 Abs. 1 lit. b bis e Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) in der ab 1. März 2011 gültigen Fassung genannten Voraussetzungen zu.
Als anspruchsbegründend wird Folgendes bestimmt:
- Zeiten einer Berufsausbildung bzw. -fortbildung
- Zeiten zwischen dem Abschluss einer Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
- Zeiten zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
- das dauernde Unvermögen, sich selbst wegen einer Behinderung Unterhalt zu verschaffen.
Beschwerde
Mit Telefax vom 22.6.2016 übersandte der Bf die mit 20.6.2016 datierte Beschwerde:
VNR: ***13***
Betreff: Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid der Familienbeihilfe vom 20. Mai 2016
Sehr geehrte Damen und Herren,
gegen den oben angeführten Bescheid erhebe ich innerhalb offener Frist Beschwerde wie folgt:
Da ich die abverlangten Unterlagen bis heute noch nicht erhalten habe, bitte schicken Sie in der Zukunft alle Unterlagen an meine ungarische Anschrift wie folgt:
***6***.
***5***
Ungarn
Die Briefschaften bekomme ich auf meine österreichische Adresse mit erhebliche Verzögerungen.
Hiermit schicke ich die Unterlagen.
Mit freundlichen Grüßen
***1*** ***2***
Eine Mitteilung über den Bezug von Familienbeihilfe vom 20.5.2016 war angeschlossen:
[...]
Eine Mitteilung über den Bezug von Ausgleichszahlung vom 20.5.2016 war ebenfalls beigelegt:
[...]
Außerdem der Abweisungsbescheid vom 20.5.2016 und:
Zeugnis einer Ausbildungseinrichtung aus dem Jahr (Juni?) 2010 für ***7*** ***8***.
Vereinbarung einer Ratenzahlung mit der SVA der gewerblichen Wirtschaft betreffend einen Rückstand vom 1.6.2016. Der Bf habe Arbeitslosengeld beantragt, seine Gattin verdiene als Näherin in Ungarn ca. € 330 im Monat.
Mit bei der Poststelle Eisenstadt eingeschrieben aufgegebenen Brief wurde die Beschwerde samt Beilagen ebenfalls übermittelt.
Mängelbehebungsauftrag
Mit Bescheid vom 13.9.2016, zugestellt am 21.9.2016 (von der Ehegattin in Ungarn übernommen) forderte das Finanzamt den Bf auf, folgende Mängel seiner Beschwerde vom 22.6.2015 bis zum 11.10.2016 zu beheben, sonst gelte die Beschwerde als zurückgenommen:
• Fehlen eines Inhaltserfordernisses
• gemäß § 250 Abs. 1 BAO
- die Erklärung, in welchen Punkten der Bescheid angefochten wird;
- die Erklärung, welche Änderungen beantragt werden;
- eine Begründung.
Urkundenvorlage
Am 3.10.2016 langte beim Finanzamt ein Studienblattauszug der Budapester Universität (Budapesti Metropolitan Egyetem) ein. Für ***7*** ***8*** wurde ein Studium vom 27.8.2010 bis 5.7.2012 bestätigt.
Mängelbehebung
In Erfüllung des Mängelbehebungsauftrags ging am 10.10.2016 beim Finanzamt folgend angeführtes, mit 22.9.2016 datiertes Schreiben, des Bf ein:
VNR: ***13***
Betreff: Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid der Familienbeihilfe vom 20. Mai 2016
Sehr geehrte Damen und Herren,
gegen den oben angeführten Bescheid erhebe ich innerhalb offener Frist Beschwerde und begründe ich diese wie folgt:
Ich war in diesem Zeitraum (Juni 2013 - November 2014) bei dem Arbeitgeber, ***14*** ***15*** (05.06.2013-27.11.2014) beschäftigt. Hiermit bitte ich um die Auszahlung der Familienbeihilfe in diesem Zeitraum, und die Auszahlung für ***8*** ***7*** auch von Juni 2013 bis Dezember 2015, anbei schicke ich ihre Abschlusszeugnis und die Schulbestätigungen.
Bitte schicken Sie in der Zukunft alle Untarlagen an meine ungarische Anschrift wie folgt:
***6***.
***5***
Ungarn
Die Briefschaften bekomme ich auf meine österreichische Adresse mit erhebliche Verzögerungen.
Mit freundlichen Grüßen
***1*** ***2***
Beigefügt waren die schon am 3.10.2016 übermittelten Unterlagen der Budapesti Metropolitan Egyetem und weitere Bestätigungen vom 12.2.2015 betreffend ***7*** ***8*** der Budapesti Kommunikációs és Üzleti Föiskola (Budapester Hochschule für Kommunikation und Wirtschaft). Aus allen diesen Bestätigungen in ungarischer Sprache geht, soweit ersichtlich, ein über den 30.6.2012, 5.7.2012, 9.7.2012 bzw. 31.8.2012 hinausgehendes Studium nicht hervor..
Ergänzungsersuchen
Das Finanzamt ersuchte den Bf mit Schreiben vom 7.11.2016 um Vorlage eines Tätigkeitsnachweises für ***7*** für Juni 2013 bis Dezember 2015, da nur Bestätigungen bis Juli 2012 vorgelegt worden seien. Am 28.11.2016 antwortete der Bf, dass ***7*** im Juli 2012 die Schule beendet habe.
Beschwerdevorentscheidung
Mit am 22.12.2016 zugestellter Beschwerdevorentscheidung vom 13.12.2016 wies das Finanzamt die Beschwerde als unbegründet ab:
In der ab 1. März 2011 gültigen Fassung steht Familienbeihilfe für volljährige Kinder nur unter bestimmten, im § 2 Abs. 1 lit. b bis e Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) genannten Voraussetzungen zu.
Als anspruchsbegründend wird Folgendes bestimmt:
- Zeiten einer Berufsausbildung bzw. -fortbildung
- Zeiten zwischen dem Abschluss einer Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
- Zeiten zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
- das dauernde Unvermögen, sich selbst wegen einer Behinderung Unterhalt zu verschaffen
und zusätzlich ab 1. Juni 2012 unter folgenden Voraussetzungen:
- für Kinder die am Freiwilligen Sozialjahr nach Abschnitt 2 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012, oder am Freiwilligen Umweltschutzjahr nach Abschnitt 3 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012, oder am Gedenkdienst, Friedens- und Sozialdienst im Ausland nach Abschnitt 4 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012, oder am Europäischen Freiwilligendienst nach dem Beschluss Nr. 1719/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. November 2006 über die Einführung des Programms Jugend in Aktion" im Zeitraum 2007 - 2013 teilnehmen.
Trotz der Aufforderung, Tätigkeitsnachweise betr. ***7*** für den beantragten Zeitraum Jänner 2013 bis Dezember 2015 vorzulegen, wurden nur Ausbildungsnachweise bis Juli 2012 übermittelt.
Da hinsichtlich ***7*** keine der obigen Anspruchsvoraussetzungen vorlagen, erfolgte die Abweisung für den Zeitraum Jänner 2013 bis Dezember 2015 zu Recht.
Gemäß § 5 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten. Da in Ihrem Fall sowohl die Kinder als auch die Kindesmutter überwiegend in Ungarn leben, besteht gemäß den Bestimmungen des FLAG 1967 kein Anspruch auf die österreichische Familienbeihilfe.
Auf Grund des Anwendungsvorranges von EU-Recht ist jedoch zu prüfen, ob nicht auf Grund von EU-Verordnungen Familienbeihilfenzahlungen für diese Kinder zu leisten wären.
Die Verordnung Nr. 883/2004 regelt, welcher Mitgliedstaat für ein und denselben Zeitraum für ein und denselben Familienangehörigen vorrangig zur Gewährung der im jeweiligen Hoheitsgebiet vorgesehenen Familienleistungen verpflichtet ist.
Vorrangig muss grundsätzlich jener Mitgliedstaat die Familienleistungen gewähren, in dem eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.
Sind die Elternteile in verschiedenen Mitgliedstaaten erwerbstätig, trifft die vorrangige Verpflichtung zur Gewährung der Familienleistungen jenen Mitgliedsstaat, in dessen Gebiet die Familienangehörigen (Kinder) wohnen.
Sind die Familienleistungen im anderen Mitgliedsstaat höher, besteht dort gegebenenfalls ein Anspruch auf Gewährung des Differenzbetrages (Verordnung (EG) Nr. 883/2004 in Verbindung mit DVO (EG) 987/2009.
Der Artikel 68 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 lautet:
Prioritätsregeln bei Zusammentreffen von Ansprüchen
(1) Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln:
a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche.
b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach den folgenden subsidiären Kriterien:
i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt;
ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten;
iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder.
(2) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren.
Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird.
Die zuständige Verwaltungskommission fasste zur Auslegung des Artikels 68 der VO (EG) Nr. 883/2004 den Beschluss Nr. F1 vom 12. Juni 2009 (2010/C 106/04). Dieser lautet:
Für die Zwecke des Artikels 68 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 gelten Ansprüche auf Familienleistungen insbesondere dann als "durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst", wenn sie erworben wurden
a) aufgrund einer tatsächlichen Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit oder auch
b) während Zeiten einer vorübergehenden Unterbrechung einer solchen Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit
i) wegen Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfall, Berufskrankheit oder Arbeitslosigkeit, solange Arbeitsentgelt oder andere Leistungen als Renten in Zusammenhang mit diesen Versicherungsfällen zu zahlen sind, oder
ii) durch bezahlten Urlaub, Streik oder Aussperrung oder
iii) durch unbezahlten Urlaub zum Zweck der Kindererziehung, solange dieser Urlaub nach den einschlägigen Rechtsvorschriften einer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit gleichgestellt ist.
Lt. Zentralem Melderegister waren Sie von 14.5.2009 bis 16.10.2014 und sind wieder seit 18.11.2014 in Österreich gemeldet.
Gemäß dem Versicherungsdatenauszug der österreichischen Sozialversicherung) waren Sie im Abweisungszeitraum von 5.6.2013 bis 7.11.2014 und von 20.1.2015 bis 20.12.2015 in Österreich erwerbstätig. Außerdem bezogen Sie von 4.12.2014 bis 19.1.2015 Arbeitslosengeld vom AMS.
Ein Anspruch auf Familienleistungen für Kinder im EU-Ausland wird gemäß der EU-Verordnungen jedoch nicht schon durch die Begründung eines Wohnsitzes ausgelöst, vielmehr erfordert es das Vorliegen einer Beschäftigung oder einer Beschäftigung gleichgestellten Situation (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Krankengeld etc.), welche in Ihrem Fall nur in den obigen Zeiträumen vorlag.
Der Artikel 59 Abs. 1 der VO (EG) Nr. 987/2009 lautet:
Regelungen für den Fall, in dem sich die anzuwendenden Rechtsvorschriften und/oder die Zuständigkeit für die Gewährung von Familienleistungen ändern.
(1) Ändern sich zwischen den Mitgliedstaaten während eines Kalendermonats die Rechtsvorschriften und/oder die Zuständigkeit für die Gewährung von Familienleistungen, so setzt der Träger, der die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gezahlt hat, nach denen die Leistungen zu Beginn dieses Monats gewährt wurden, unabhängig von den in den Rechtsvorschriften dieser Mitgliedstaaten für die Gewährung von Familienleistungen vorgesehenen Zahlungsfristen die Zahlungen bis zum Ende des laufenden Monats fort.
Da in den Monaten Jänner bis Mai 2013 sowie zu Beginn der Monate Juni 2013 und Dezember 2014 in Österreich weder eine Beschäftigung ausgeübt wurde noch eine der Beschäftigung gleichgestellte Situation vorlag, besteht für diese Monate auch für die übrigen Kinder kein Anspruch auf österreichische Familienleistungen.
Ihre Beschwerde muss daher als unbegründet abgewiesen werden.
Versicherungsdaten
Am 26.1.2017 erhob das Finanzamt folgende Versicherungsdaten im Zeitraum 26.1.2012 bis 26.1.2017 des Bf in Österreich:
AMS:
23.12.2016 - laufend Arbeitslosengeldbezug
10.05.2016 - 27.06.2016 Arbeitslosengeldbezug
21.12.2015 - 28.01.2016 Arbeitslosengeldbezug
04.12.2014 - 19.01.2015 Arbeitslosengeldbezug
***14*** ***15***:
28.06.2016 - 22.12.2016 Arbeiter
01.06.2013 - 31.05.2016 Arbeiter
20.01.2015 - 20.12.2015 Arbeiter
05.06.2013 - 27.11.2014 Arbeiter
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft:
01.01.2011 - 31.05.2013 KV-PflVers. § 2/1/1 - § 2/1/3 GSVG SachL
SVA - Landesstelle Wien 01.01.2011 - 31.05.2013
Wiedner Hauptstraße 84-86
1050 Wien
gewerbl.selbständig Erwerbstätiger
Vorlageantrag
Mit Telefax vom 12.1.2017 wurde folgendes Schreiben vom 10.1.2016 (richtig wohl: 10.1.2017) des Bf an das Finanzamt übermittelt:
VNR: ***13***
Betreff: Vorlageantrag gegen die Beschwerdevorentscheidung
Sehr geehrte Damen und Herren,
Hiermit lege ich einen Antrag auf die Entscheidung vom 13.12.2016 über die Beschwerde ein.
Begründung:
Da das Kind, ***7*** ***8*** (geb.: ...01.1992) zwischen 27.09.2010 und 30.06.2012 studiert hat, bitte ich um die Auszahlung für diesen Zeitraum.
Hiermit bitte ich um die Auszahlung der Familienbeihilfe für die Kinder, ***11*** ***10*** (geb.: ... 02.2000), und ***9*** ***10*** (geb.: ...01.1997) für den Zeitraum Aug. 2011- Dez. 2012.
Mit freundlichen Grüssen,
***2*** ***1***
Vorlage
Mit Bericht vom 31.1.2017 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus:
Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis)
Beschwerde
1 Beschwerde 20.06.2016
2 Beschwerde (Post) 20.06.2016
Bescheide
3 Familienbeihilfe (Zeitraum: 01.2013-12.2015) 20.05.2016
Beschwerdevorentscheidung
4 Beschwerdevorentscheidung 13.12.2016
5 Rückschein 22.12.2016
Vorlageantrag
6 Vorlageantrag 10.01.2017
Vorgelegte Aktenteile
7 AZ-Antrag 03.06.2015
8 E411 29.03.2016
9 Mängelbehebungsauftrag 13.09.2016
10 Rückschein (Mängelbehebungsauftrag) 21.09.2016
11 Nachreichung zu Beschwerde 03.10.2016
12 Mängelbehebung 10.10.2016
13 Ergänzungsersuchen/Ergänzung 28.11.2016
14 Versicherungsdatenauszug 26.01.2017
Bezughabende Normen
§ 2 Abs. 2 und § 5 Abs. 3 FLAG 1967 i.V.m. der EU-Verordnung Nr. 883/2004
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt:
Der Antrag auf Ausgleichszahlung vom 3.6.2015 wurde teilweise abgewiesen, die Beschwerde zur Gänze abgewiesen, da für das volljährige Kind keinerlei Ausbildungsnachweise vorgelegt wurden und der Kindesvater zeitweise keine bzw. nicht zu Monatsbeginn eine berufliche Tätigkeit in Österreich ausgeübt hat.
Beweismittel:
Versicherungsdatenauszug;
Stellungnahme:
Es wird die Abweisung der Beschwerde beantragt, da im Abweisungszeitraum weder eine Ausbildung des volljährigen Kindes nachgewiesen wurde, noch eine berufliche Tätigkeit des Antragstellers in Österreich vorlag.
Hinsichtlich eines eventuellen FB-Anspruches für die im Zuge des Vorlageantrages erstmals beantragten Zeiträume erfolgt eine entsprechende Prüfung durch das Finanzamt.
Einkommensteuerbescheide
Das Bundesfinanzgericht ermittelte folgende Einkommensteuerbescheiddaten des Bf:
Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2011 vom 14.1.2013:
Einkünfte aus Gewerbebetrieb € 12.915,85
Gesamtbetrag der Einkünfte € 12.915,85
Einkommen € 12.855,85
Einkommensteuer € 577,00
Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2012 vom 19.5.2014:
Einkünfte aus Gewerbebetrieb € 12.008,09
Gesamtbetrag der Einkünfte € 12.008,09
Einkommen € 11.948,09
Einkommensteuer € 346,00
Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2013 vom 5.9.2014:
Einkünfte aus Gewerbebetrieb € 5.197,73
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit € 5.228,09
Gesamtbetrag der Einkünfte € 10.425,82
Einkommen € 10.365,82
Einkommensteuer € -112,00
Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2014 vom 25.3.2015:
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit € 8.585,04
Gesamtbetrag der Einkünfte € 8.585,04
Einkommen € 8.525,04
Einkommensteuer € -140,00
Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2015 vom 9.8.2016:
Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit € 7.839,61
Gesamtbetrag der Einkünfte € 7.839,61
Einkommen € 7.119,61
Einkommensteuer € -256,00.
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Rechtsgrundlagen
Unionsrecht
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
Für den Streitzeitraum ist die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (im Folgenden: VO 883/2004) maßgebend.
Die VO 883/2004 gilt für alle Rechtsvorschriften über Zweige der sozialen Sicherheit, welche Familienleistungen betreffen (Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004). Die in Rede stehende Familienbeihilfe ist eine Familienleistung.
Aus den Erwägungsgründen dieser Verordnung:
(1) Die Vorschriften zur Koordinierung der nationalen Systeme der sozialen Sicherheit sind Teil des freien Personenverkehrs und sollten zur Verbesserung des Lebensstandards und der Arbeitsbedingungen beitragen.
(2) Für die Annahme geeigneter Maßnahmen im Bereich der sozialen Sicherheit für andere Personen als Arbeitnehmer sieht der Vertrag keine anderen Befugnisse als diejenigen des Artikels 308 vor. [nunmehr: Art. 350 AEUV].
(11) Die Gleichstellung von Sachverhalten oder Ereignissen, die in einem Mitgliedstaat eingetreten sind, kann in keinem Fall bewirken, dass ein anderer Mitgliedstaat zuständig wird oder dessen Rechtsvorschriften anwendbar.
(13) Die Koordinierungsregeln müssen den Personen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bewegen, sowie ihren Angehörigen und Hinterbliebenen die Wahrung erworbener Ansprüche und Vorteile sowie der Anwartschaften ermöglichen.
(15) Es ist erforderlich, Personen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bewegen, dem System der sozialen Sicherheit nur eines Mitgliedstaats zu unterwerfen, um eine Kumulierung anzuwendender nationaler Rechtsvorschriften und die sich daraus möglicherweise ergebenden Komplikationen zu vermeiden.
(17) Um die Gleichbehandlung aller im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats erwerbstätigen Personen am besten zu gewährleisten, ist es zweckmäßig, als allgemeine Regel die Anwendung der Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats vorzusehen, in dem die betreffende Person eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt.
(17a) Sobald Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats für eine Person nach Titel II dieser Verordnung anwendbar werden, sollten die Voraussetzungen für einen Anschluss und den Anspruch auf Leistungen durch die Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats geregelt werden, wobei das Gemeinschaftsrecht einzuhalten ist.
(18) Von dieser allgemeinen Regel ist in besonderen Fällen, die andere Zugehörigkeitskriterien rechtfertigen, abzuweichen.
(18a) Der Grundsatz, dass nur die Rechtsvorschriften eines einzigen Mitgliedstaats anzuwenden sind, ist von großer Bedeutung und sollte hervorgehoben werden. Dies sollte jedoch nicht bedeuten, dass allein die Gewährung einer Leistung nach dieser Verordnung, einschließlich der Zahlung von Versicherungsbeiträgen oder der Gewährung eines Versicherungsschutzes für den Begünstigten, die Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dessen Träger diese Leistung erbracht hat, zu den für diese Person geltenden Rechtsvorschriften macht.
(35) Zur Vermeidung ungerechtfertigter Doppelleistungen sind für den Fall des Zusammentreffens von Ansprüchen auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats mit Ansprüchen auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats der Familienangehörigen Prioritätsregeln vorzusehen.
Nach Art. 2 Abs. 1 VO 883/2004 gilt diese Verordnung für Staatsangehörige eines Mitgliedstaats, Staatenlose und Flüchtlinge mit Wohnort in dem Mitgliedstaat, für die die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten gelten oder galten, sowie für ihre Familienangehörigen und Hinterbliebenen.
Zu den Familienangehörigen zählt Art. 1 Buchstabe i Nummer 1 Ziffer i VO 883/2004 "jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird". "Unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen" (Art. 1 Buchstabe i Nummer 2 VO 883/2004). Wird nach den anzuwendenden nationalen Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt gemäß Art. 1 Buchstabe i Nummer 3 VO 883/2004 diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird:
Artikel 1 Definitionen
Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck:
...
i) "Familienangehöriger":
1. i) jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird;
ii) ...;
2. unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen;
3. wird nach den gemäß Nummern 1 und 2 anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird;
…
Ungarische Fassung:
i) "családtag":
1.
i. családtagként meghatározott vagy elismert személy, illetve olyan személy, akit a háztartás tagjának tekintenek azok a jogszabályok, amelyek szerint ellátást nyújtanak;
ii. …
2. ha egy tagállamnak az 1. pont értelmében alkalmazandó jogszabályai nem különböztetik meg a családtagokat és a hatályuk alá tartozó egyéb személyeket, a házastársat, a kiskorú gyermekeket és a nagykorú eltartott gyermekeket családtagoknak kell tekinteni;
3. ha az 1. és 2. pont értelmében alkalmazandó jogszabályok szerint egy személy csak akkor tekinthető családtagnak vagy a háztartás tagjának, ha a biztosított személlyel vagy a nyugdíjassal közös háztartásban él, e feltétel akkor tekinthető teljesítettnek, ha a szóban forgó személyt nagyrészt a biztosított személy vagy a nyugdíjas tartja el;
"Wohnort" ist der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004), "Aufenthalt" der vorübergehende Aufenthalt (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe k VO 883/2004).
"Familienleistungen" sind alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe z VO 883/2004).
Art. 4 VO 883/2004 zufolge haben die Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates.
Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen nach Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004 den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats.
Art. 11 VO 883/2004 lautet:
Artikel 11
Allgemeine Regelung
(1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel.
(2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken.
(3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes:
a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
b) ein Beamter unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die ihn beschäftigende Verwaltungseinheit angehört;
c) eine Person, die nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats Leistungen bei Arbeitslosigkeit gemäß Artikel 65 erhält, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
d) eine zum Wehr- oder Zivildienst eines Mitgliedstaats einberufene oder wiedereinberufene Person unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
e) jede andere Person, die nicht unter die Buchstaben a bis d fällt, unterliegt unbeschadet anders lautender Bestimmungen dieser Verordnung, nach denen ihr Leistungen aufgrund der Rechtsvorschriften eines oder mehrerer anderer Mitgliedstaaten zustehen, den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats.
(4) Für die Zwecke dieses Titels gilt eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit, die gewöhnlich an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes auf See ausgeübt wird, als in diesem Mitgliedstaat ausgeübt. Eine Person, die einer Beschäftigung an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes nachgeht und ihr Entgelt für diese Tätigkeit von einem Unternehmen oder einer Person mit Sitz oder Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erhält, unterliegt jedoch den Rechtsvorschriften des letzteren Mitgliedstaats, sofern sie in diesem Staat wohnt. Das Unternehmen oder die Person, das bzw. die das Entgelt zahlt, gilt für die Zwecke dieser Rechtsvorschriften als Arbeitgeber.
Ungarische Fassung:
11. cikk
Általános szabályok
(1) Az e rendelet hatálya alá tartozó személyekre csak egy tagállam jogszabályai alkalmazandóak. E jogszabályokat e cím rendelkezései szerint kell meghatározni.
(2) E cím alkalmazásában a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységük miatt vagy következtében pénzbeli ellátásokban részesülő személyeket úgy kell tekinteni, mint akik folytatják az említett tevékenységet. Ez nem vonatkozik a rokkantsági, öregségi vagy túlélő hozzátartozói nyugdíjakra, illetve munkahelyi balesetek vagy foglalkozási megbetegedések miatt nyújtott nyugdíjakra vagy határozatlan időtartamú kezelést fedező pénzbeli betegségi ellátásokra.
(3) A 12-16. cikkre is figyelemmel:
a) a munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként egy tagállamban tevékenységet folytató személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
b) a köztisztviselők azon tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak, amely tagállam jogszabályainak hatálya alá az őket alkalmazó közigazgatási szerv tartozik;
c) a 65. cikk értelmében a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai alapján munkanélküli-ellátásban részesülő személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
d) egy tagállam fegyveres erőibe szolgálatra vagy polgári szolgálatra behívott vagy újból behívott személyek e tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak;
e) az a)-d) pont hatálya alá nem tartozó bármely személyre a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai vonatkoznak, e rendelet egyéb olyan rendelkezéseinek sérelme nélkül, amelyek szerint az ilyen személyeknek egy vagy több tagállam jogszabályai alapján ellátásokat biztosítanak.
(4) E cím alkalmazásában a munkavállaló vagy önálló vállalkozó által szokásosan egy tagállam lobogója alatt közlekedő tengeri hajó fedélzetén végzett tevékenység az említett tagállamban végzett tevékenységnek minősül. Ugyanakkor az a személy, akit egy tagállam lobogója alatt közlekedő hajó fedélzetén alkalmaznak, és aki az e munkáért járó javadalmazást olyan vállalkozástól vagy személytől kapja, amelynek vagy akinek a székhelye vagy lakóhelye más tagállamban található, az utóbbi tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozik, ha e tagállamban rendelkezik lakóhellyel. Az említett jogszabályok alkalmazásában a javadalmazást fizető vállalkozás vagy személy munkáltatónak tekintendő.
(5) A hajózószemélyzet és a légiutas-kísérő személyzet légi személy- vagy árufuvarozási szolgáltatásokat lebonyolító tagjainak tevékenységét azon tagállamban végzett tevékenységnek kell tekinteni, amelyben a 3922/91/EGK rendelet III. mellékletében meghatározottak szerint a bázishelyük található.
Nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO 883/2004 unterliegt daher eine Person, die (nur) in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats.
Artikel 13 VO 883/2004 lautet:
Artikel 13
Ausübung von Tätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten
(1) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt oder wenn sie bei mehreren Unternehmen oder Arbeitgebern beschäftigt ist, die ihren Sitz oder Wohnsitz in verschiedenen Mitgliedstaaten haben, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem das Unternehmen oder der Arbeitgeber, das bzw. der sie beschäftigt, seinen Sitz oder Wohnsitz hat, sofern sie keinen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeiten in dem Wohnmitgliedstaat ausübt.
(2) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet, wenn sie nicht in einem der Mitgliedstaaten wohnt, in denen sie einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt.
(3) Eine Person, die gewöhnlich in verschiedenen Mitgliedstaaten eine Beschäftigung und eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie eine Beschäftigung ausübt, oder, wenn sie eine solche Beschäftigung in zwei oder mehr Mitgliedstaaten ausübt, den nach Absatz 1 bestimmten Rechtsvorschriften.
(4) Eine Person, die in einem Mitgliedstaat als Beamter beschäftigt ist und die eine Beschäftigung und/oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit in einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die sie beschäftigende Verwaltungseinheit angehört.
(5) Die in den Absätzen 1 bis 4 genannten Personen werden für die Zwecke der nach diesen Bestimmungen ermittelten Rechtsvorschriften so behandelt, als ob sie ihre gesamte Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit in dem betreffenden Mitgliedstaat ausüben und dort ihre gesamten Einkünfte erzielen würden.
Ungarische Fassung:
13. cikk
Tevékenység végzése két vagy több tagállamban
(1) A két vagy több tagállamban szokásosan munkavállalóként tevékenységet végző személy a következők hatálya alá tartozik:
a) a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha tevékenységének jelentős részét abban a tagállamban végzi; vagy
b) ha tevékenységének nem jelentős részét végzi a lakóhely szerinti tagállamban:
i. annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozás vagy munkáltató bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt egyetlen vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza; vagy
ii. annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozások vagy munkáltatók bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, és e vállalkozások bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye egyetlen tagállamban található;vagy
iii. annak a lakóhely szerinti tagállamtól eltérő tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozás vagy munkáltató bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, amelyek bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye két tagállamban található, amelyek egyike a lakóhely szerinti tagállam; vagy
iv. a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, amelyek közül legalább kettőnek a bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye a lakóhely szerinti tagállamtól eltérő tagállamokban található.
(2) A két vagy több tagállamban szokásosan önálló vállalkozóként tevékenykedő személy a következők hatálya alá tartozik:
a) a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha tevékenységének jelentős részét abban a tagállamban végzi; vagy
b) annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a személy tevékenységeinek központi érdekeltsége található, ha nem azon tagállamoknak az egyikében rendelkezik lakóhellyel, amelyben a tevékenység jelentős részét végzi.
(3) Az a személy, aki különböző tagállamokban szokásosan munkavállalóként és önálló vállalkozóként végez tevékenységet, azon tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartozik, amelyben a tevékenységet munkavállalóként végzi, illetve ha az ilyen tevékenységet két vagy több tagállamban végzi, akkor az (1) bekezdésnek megfelelően meghatározott jogszabályok hatálya alá tartozik.
(4) Az a személy, akit a tagállamok egyike köztisztviselőként alkalmaz, és aki egy vagy több másik tagállamban munkavállalóként és/vagy önálló vállalkozóként végez tevékenységet, azon tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartozik, amelynek hatálya alá az őt alkalmazó közigazgatási szerv tartozik.
(5) Az e rendelkezésekkel összhangban meghatározott jogszabályok alkalmazásában az (1)-(4) bekezdésben említett személyeket úgy kell tekinteni, mintha valamennyi tevékenységüket munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként végeznék, és összes jövedelmüket az érintett tagállamban kapnák.
Art. 67 VO 883/2004 lautet:
Artikel 67
Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen
Eine Person hat auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Ein Rentner hat jedoch Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des für die Rentengewährung zuständigen Mitgliedstaats.
Ungarische Fassung:
67. cikk
Másik tagállamban lakóhellyel rendelkező családtagok
Egy személy az illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra a másik tagállamban lakó családtagjai után is, mintha a családtagok is az előbb említett tagállamban rendelkeznének lakóhellyel. A nyugdíjas azonban a nyugdíja tekintetében illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra.
Art. 68 VO 883/2004 lautet:
Artikel 68
Prioritätsregeln bei Zusammentreffen von Ansprüchen
(1) Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln:
a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche.
b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach den folgenden subsidiären Kriterien:
i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt;
ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten;
iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder.
(2) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren. Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird.
(3) Wird nach Artikel 67 beim zuständigen Träger eines Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften gelten, aber nach den Prioritätsregeln der Absätze 1 und 2 des vorliegenden Artikels nachrangig sind, ein Antrag auf Familienleistungen gestellt, so gilt Folgendes:
a) Dieser Träger leitet den Antrag unverzüglich an den zuständigen Träger des Mitgliedstaats weiter, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, teilt dies der betroffenen Person mit und zahlt unbeschadet der Bestimmungen der Durchführungsverordnung über die vorläufige Gewährung von Leistungen erforderlichenfalls den in Absatz 2 genannten Unterschiedsbetrag;
b) der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, bearbeitet den Antrag, als ob er direkt bei ihm gestellt worden wäre; der Tag der Einreichung des Antrags beim ersten Träger gilt als der Tag der Einreichung bei dem Träger, der vorrangig zuständig ist.
Ungarische Fassung:
68. cikk
Halmozódás esetén alkalmazandó elsőbbségi szabályok
(1) Ha ugyanazon időszak és ugyanazon családtagok tekintetében egynél több tagállam jogszabályai alapján nyújtanak ellátásokat, a következő elsőbbségi szabályokat kell alkalmazni:
a) a több tagállam által különböző alapokon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrend a következő: először a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységeken alapuló jogosultságok, másodszor a nyugdíj folyósításán alapuló jogosultságok, és végül a lakóhely szerint szerzett jogosultságok;
b) a több tagállam által azonos alapon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrendet a következő kiegészítő kritériumok alapján határozzák meg:
i. munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenység alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy ott ilyen tevékenységet folytatnak, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok által előírt ellátások közül a legmagasabb összeg. Az utóbbi esetben az ellátások költségeit a végrehajtási rendeletben megállapított kritériumok szerint megosztják;
ii. nyugdíjfolyósítás alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy az ottani jogszabályok szerint nyugdíj fizetendő, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok szerint a leghosszabb biztosítási vagy tartózkodási idő;
iii. a lakóhely alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye.
(2) Halmozódó jogosultságok esetében a családi ellátásokat az (1) bekezdés szerint elsőbbséget élvezőként kijelölt jogszabályoknak megfelelően nyújtják. Az egyéb összeütköző jogszabály(ok)ból adódó családi ellátásokra való jogosultságot az előbb említett jogszabályok által előírt összegig felfüggesztik, és szükség esetén különbözeti kiegészítést nyújtanak az ezt meghaladó összegre. Az ilyen különbözeti kiegészítést azonban nem kell biztosítani egy másik tagállamban lakóhellyel rendelkező gyermekek után, ha a szóban forgó ellátásra való jogosultság kizárólag a lakóhelyen alapul.
(3) Ha a 67. cikk alapján családi ellátások iránti kérelmet nyújtanak be azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályait alkalmazni kell, de nem az e cikk (1) és (2) bekezdése szerinti elsőbbség alapján:
a) az intézmény haladéktalanul továbbítja a kérelmet azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályai az elsőbbség alapján alkalmazandók, tájékoztatja az érintett személyt és - a végrehajtási rendeletnek az ellátások ideiglenes folyósítására vonatkozó rendelkezéseinek sérelme nélkül - szükség esetén biztosítja a (2) bekezdésben említett különbözeti kiegészítést;
b) azon tagállam illetékes intézménye, amelynek a jogszabályait az elsőbbség alapján alkalmazni kell, a kérelmet úgy kezeli, mintha azt közvetlenül hozzá nyújtották volna be, és az ilyen kérelemnek az első intézményhez történő benyújtása napját az elsőbbségi intézményhez történő benyújtás napjának tekintik.
Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
Die Verordnung enthält Durchführungsbestimmungen zur VO 883/2004.
Aus den Erwägungsgründen dieser Verordnung:
(10) Zur Ermittlung des zuständigen Trägers - d. h. die für diesen Träger geltenden Rechtsvorschriften sind anwendbar oder ihm obliegt die Gewährung bestimmter Leistungen - muss die objektive Situation des Versicherten oder seiner Familienangehörigen von den Trägern eines oder mehrerer Mitgliedstaaten geprüft werden. Um den Schutz der betreffenden Person während dieses erforderlichen Informationsaustauschs unter den Trägern zu gewährleisten, ist ihr vorläufiger Anschluss an ein System der sozialen Sicherheit vorzusehen.
Art. 6 VO 987/2009 lautet:
Artikel 6
Vorläufige Anwendung der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats und vorläufige Gewährung von Leistungen
Normen und Schlagworte
- § 4 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 4 Abs. 8 UStG 1972, Umsatzsteuergesetz 1972, BGBl. Nr. 223/1972
- § 5 Abs. 3 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 10 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 11 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 12 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 13 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 209 Abs. 3 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 53 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 33 Abs. 3 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 26 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 10 Abs. 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 250 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 Abs. 1 lit. a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 Abs. 1 lit. b BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 Abs. 1 lit. c BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 Abs. 1 lit. d BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- Art. 350 AEUV, ABl. Nr. C 83 vom 30.03.2010 S. 47
- § 85 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 138 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 243 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- Art. 2 Abs. 1 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Buchstabe i Nr. 1 Z i VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Buchstabe i Nr. 2 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Buchstabe i Nr. 3 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Abs. 1 Buchstabe k VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 1 Abs. 1 Buchstabe z VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 4 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 11 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 11 Abs. 3 Buchstabe a VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 13 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 67 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 68 VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004, ABl. Nr. L 166 vom 30.04.2004 S. 1
- Art. 6 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- Art. 59 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- Art. 60 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Beschluss
- Geschäftszahl
- RV/7100498/2017
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2020:RV.7100498.2017
- Stammnummer
- 131220
- Gültig
- 20.11.2020 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF