Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7400101/2020
Zurückweisung einer Beschwerde mangels Beschwerdelegitimation
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - BeschlussRV/7400101/2020vom 12.11.2020Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
BESCHLUSS
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke betreffend die Beschwerde der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", ***3***, ***4***, vertreten durch "Sachverständiger ***5*** ***6***", ***7***, ***8*** (unmittelbar oder als Untervertreter der ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, ***19***, ***18***), vom 2. August 2018 gegen den an ***1*** ***2***, ***3***, ***4***, vertreten durch "Sachverständiger ***5*** ***6***", ***7***, ***8***, ergangenen Bescheid des Magistrats der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser - Fachgruppe Gebühren, 1060 Wien, Grabnergasse 4-6, vom 24. Juli 2018, MA 31-***9***, Kto. ***10***, zugestellt am 27. Juli 2018, womit einem (im Bescheid nicht näher dargestellten) Antrag des ***1*** ***2***, vertreten durch ***5*** ***6***, stattgegeben und für die Zeit von 1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2016 eine Nichteinleitungsmenge von 892 Kubikmeter anerkannt und gemäß § 200 BAO für den Zeitraum 1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2016 die bisher mit 24.305,86 Euro vorläufig festgesetzte Abwassergebühr endgültig mit 24.100,98 Euro festgesetzt wird, den Beschluss gefasst:
I. Die Beschwerde der Eigentümergemeinschaft der Wohnungseigentümer der Liegenschaft ***3***, ***4*** wird gemäß § 260 Abs. 1 lit. a BAO als unzulässig zurückgewiesen.
II. Der Antrag des ***1*** ***2*** vom 21. August 2020, die Beschwerde vom 2. August 2018 gegen den angefochtenen Bescheid vorzulegen, wird gemäß § 264 Abs. 4 lit. e BAO i. V .m. § 260 Abs. 1 lit. a BAO als unzulässig zurückgewiesen.
III. Gegen diesen Beschluss ist gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i. V. m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nicht zulässig.
Begründung
Verfahrensgang 2
Vollmacht 2
Angefochtener Bescheid 3
Beschwerde 4
Aussetzung 5
Beschwerdevorentscheidung 5
Vorlageantrag 6
Vorlage 10
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: 12
Sachverhalt 12
Beweiswürdigung 13
Rechtsgrundlagen 13
Adressat des angefochtenen Bescheids 26
Beschwerdeführerin 26
Vorlageantrag 27
Keine Beschwerdelegitimation der Eigentümergemeinschaft 27
BFG 22. 4. 2020, RV/7400161/2017 30
Zu Spruchpunkt I 30
Zu Spruchpunkt II 30
Keine mündliche Verhandlung, keine weiteren Beweisaufnahmen 30
Vertretung durch die im Verfahren einschreitende Person 31
Verständigung der Verwaltungsstrafbehörde 31
Revisionsnichtzulassung 32
Verfahrensgang
Vollmacht
Aktenkundig ist eine Vollmacht der ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, ***19***, ***18***, für ***5*** ***6*** vom 1. Juli 2015 wie folgt:
VOLLMACHT
Hiermit wird
Herr ***5*** ***6***
allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger
***7***, ***8***
bevollmächtigt, uns beim Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, in der Angelegenheit "Herabsetzung der Abwassergebühr" zu vertreten, Anträge zu stellen und Bescheide in Empfang zu nehmen.
Somit ist der auf einen Antrag bezogene Bescheid sowie alle weiteren Schriftstücke ausnahmslos zuzustellen an
***5*** ***6***
***8***
***7***
Angefochtener Bescheid
Mit Datum 24. Juli 2018 erließ der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser - Fachgruppe Gebühren, unter dem Betreff "***3***, ***4***" gegenüber "***1*** ***2*** z. H. ***6*** ***5***, ***8***, ***7***", einen Bescheid zur Zahl MA 31-***9***, Kto. ***10***, mit welchem dem (nicht näher bezeichneten) Antrag des "***1*** ***2***, vertreten durch ***5*** ***6***", stattgegeben und für die Zeit von 1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2016 eine Nichteinleitungsmenge von 892 Kubikmeter anerkannt und gemäß § 200 BAO für den Zeitraum 1. Jänner 2016 bis 31. Dezember 2016 die bisher mit 24.305,86 Euro vorläufig festgesetzte Abwassergebühr endgültig mit 24.100,98 Euro festgesetzt wird.
Die Zustellverfügung lautet:
Ergeht an:
Herrn / Frau
***1*** ***2***
z. H.
***6*** ***5***
***8***
***7***
Der Bescheid wurde in Entsprechung der Zustellverfügung an ***1*** ***2*** zu Handen ***5*** ***6*** abgefertigt und wurde von einem Arbeitnehmer oder einer Arbeitnehmerin des ***5*** ***6*** am 27. Juli 2018 übernommen.
Die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH wird als Vertreterin von ***1*** ***2*** zwar in einer Entwurffassung dieses Bescheids vom 27. Dezember 2017 bzw. 31. Jänner 2018 angeführt und wurde eine Zustellung an die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH verfügt, allerdings besteht diesbezüglich kein Zustellnachweis und wurde laut E-Mail von Dipl.Ing. ***11*** ***12***, "Sachverständigenbüro ***5*** ***6*** allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige" vom 17. Juli 2018 "nach Abklärung mit der Hausverwaltung" "seitens der MA 31 der Bescheid an die falsche Zustellbevollmächtigten übermittelt."
Inwieweit eine Vollmacht des ***1*** ***2*** (oder der Eigentümergemeinschaft des Hauses ***3***, ***4***) für die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH besteht, lässt sich dem von der belangten Behörde vorgelegten Verwaltungsakt nicht entnehmen.
Für ***1*** ***2*** ist laut aktenkundigem Grundbuchsauszug vom 13. Mai 2016 hinsichtlich der Liegenschaft mit der Grundstücksadresse ***3***, ***4***, Wohnungseigentum mit einem Anteil (gemäß § 2 Abs. 5 Satz 1 WEG 2002) von 121/24720 und (gemäß § 2 Abs. 10 WEG 2002) von 89/49440 einverleibt. Insgesamt bestehen 422 Einzel-Wohnungseigentumsobjektanteile, wobei einige Personen Wohnungseigentum jeweils hinsichtlich zweier oder mehrerer Objekte begründet haben.
Beschwerde
Mit E-Mail vom 24. August 2018, versandt vom "Sachverständigenbüro ***5*** ***6*** allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige" wurde von Dipl.Ing. ***11*** ***12*** namens des "Sachverständigenbüros" "unsere Beschwerde" zur Zahl MA 31-***9*** übermittelt.
Dieser E-Mail war ein PDF mit einem Beschwerdeschriftsatz beigefügt.
Dieser von "Sachverständiger ***5*** ***6***" unterfertigte Schriftsatz trägt das Datum 2. August 2018, richtet sich gegen den Bescheid vom 24. Juli 2018 und weist als "Einschreiterin" "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", ***3***, ***4***, aus:
Einschreiterin:
WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug
***4***
***3***
vertreten durch (Vollmacht aufliegend):
Sachverständiger ***5*** ***6***
***8***
***7***
Nach einer Darlegung der Beschwerdegründe stellt "die Beschwerdewerberin" den Antrag, den angefochtenen Bescheid aufzuheben, eine mündliche Verhandlung anzuberaumen, dem Antrag auf Herabsetzung der Abwassergebühr gemäß § 13 Abs. 1 KKG stattzugeben sowie die Nichteinleitungsmenge ab dem Jahr 2015 mit 1.783 Kubikmeter festzusetzen.
Die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH wird in der E-Mail vom 24. August 2018 und in der Beschwerde vom 2. August 2018 mit keinem Wort erwähnt.
Aktenkundig ist- siehe oben - eine Vollmacht der ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH vom 1. Juli 2015 für ***5*** ***6***.
Ein Grundbuchsauszug war nach der Aktenlage der Beschwerde nicht beigefügt. Ein Grundbuchsauszug vom 13. Mai 2016 ist zwar aktenkundig, steht aber in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Beschwerde vom 2. August 2018.
Aussetzung
Mit Bescheid vom 26. September 2018, adressiert an "Herrn ***1*** ***2***" z. H. Herrn ***5*** ***6*** wurde von der belangten Behörde die Entscheidung "über die Beschwerde von ***1*** ***2***, vertreten durch die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, vertreten durch Herrn ***5*** ***6***, gegen den Bescheid vom 24.07.2018 Zl. MA 31 - ***9***" gemäß § 271 Abs. 1 BAO ausgesetzt. In der Begründung wird auf ein anhängiges Parallelverfahren beim Bundesfinanzgericht verwiesen.
Beschwerdevorentscheidung
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 16. Juli 2020, MA 31 - ***23***, Kto. ***10*** u.a., wies der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser - Fachgruppe Gebühren die von der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", "vertreten durch die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, vertreten durch Herrn ***5*** ***6***", eingebrachte Beschwerde gegen den Bescheid vom 24.07.2018, ZI. MA 31 - ***9***, betreffend den Wasseranschluss in ***3***, ***4*** gemäß § 260 Abs. 1 lit. a BAO i. v. m. § 246 Abs. 1 BAO als unzulässig zurück und führte begründend aus:
Nach § 260 Abs. 1 lit. a Bundesabgabenordnung (BAO) ist die Bescheidbeschwerde mit Beschwerdevorentscheidung (§ 262) oder mit Beschluss (§ 278) zurückzuweisen, wenn sie nicht zulässig ist.
Im vorliegenden Fall ist der durch Beschwerde angefochtene Bescheid vom 24.07. 2018, ZI. MA 31- ***22*** 16, an Herrn ***1*** ***2*** erlassen worden. Im Hinblick auf die Bestimmung des§ 246 Abs. 1 BAO, wonach zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde jeder befugt ist, an den der den Gegenstand der Anfechtung bildende Bescheid ergangen ist, war somit nur Herr ***1*** ***2*** beschwerdeberechtigt.
Die von der Personengemeinschaft bzw. Wohnungseigentümergemeinschaft "WEG, Herr ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", vertreten durch die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, vertreten durch Herrn ***5*** ***6***, im eigenen Namen eingebrachte und somit nicht Herrn ***1*** ***2*** zurechenbare Beschwerde war daher als unzulässig zurückzuweisen.
Hingewiesen wird auf die Entscheidung des Bundesfinanzgerichts vom 22.04.2020, ZI. GZ. RV/7400161/2017, welche an die "WEG, ***15*** ***16***, Dr. ***11*** ***17*** u.a.", vertreten durch Herrn ***5*** ***6***, nachweislich am 24.04.2020 zugestellt wurde.
Die Beschwerdevorentscheidung wurde am 21. Juli 2020 zugestellt.
Vorlageantrag
Mit Schreiben vom 21. August 2020, unterfertigt durch ***5*** ***6***, wurde Vorlageantrag wie folgt gestellt:
Beschwerdeführer:
1. WEG
2. Hr. ***1*** ***2***
3. andere lt. Grundbuchsauszug
vertreten durch:
***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH
***18***
***19***
vertreten durch:
Sachverständigenbüro ***5*** ***6***
***8***
A-***7***
Belangte Behörde:
Magistrat der Stadt Wien Magistratsabteilung 31 - Fachgruppe Gebühren
Grabnergasse 4-6, 1060 Wien
wegen:
Beschwerdevorentscheidung der MA 31 vom 16.7.2020 , GZ MA 31-***23***
VORLAGEANTRAG
Die Beschwerdeführer haben gegen den Bescheid der MA 31 vom 24.07.2018, zur Zahl MA 31 - ***9***, fristgerecht am 02.08.2018 Beschwerde an das Bundesfinanzgericht erhoben.
Diese Beschwerde hat die MA 31 mit Beschwerdevorentscheidung vom 16.7.2020, zugestellt am 21. 7.2020, als unzulässig zurückgewiesen. Begründend führte die Behörde aus. dass der bekämpfte Bescheid vom 24.07.2018 an den Zweitbeschwerdeführer erlassen worden sind und gem § 246 Abs 1 BAO sohin ausschließlich der Zweitbeschwerdeführer beschwerdeberechtigt sei. Da die Behörde vermeinte, dass die am 02.08.2018 Beschwerde nicht vom Zweitbeschwerdeführer, sondern von einer anderen Partei, nämlich der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug" eingebracht worden sei, hat sie die Beschwerde gem § 260 Abs 1 lit a BAO iVm § 246 Abs 1 BAO als unzulässig zurückgewiesen.
Diese Beurteilung der MA 3 1 ist verfehlt.
Entgegen der Annahme der MA 31, wurde die Beschwerde vom 02. 08 .2018 namens mehrerer Beschwerdeführer eingebracht, unter diesen ebenso der Zweitbeschwerdeführer. Hr. ***1*** ***2***.
Offenbar lag der Beschwerdevorentscheidung die unrichtige Annahme der MA 31 zu Grunde, die Beschwerde wäre lediglich namens der Wohnungseigentümergemeinschaft der ***4***, ***3*** eingebracht worden. Wäre dem so gewesen. so wäre mit Beschwerde als Beschwerdeführer ausschließlich die "WEG ***3***, ***4***" oder schlicht die "WEG" bezeichnet gewesen.
Tatsächlich waren mit Beschwerde als Beschwerdeführer die "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug" bezeichnet und damit mehrere Beschwerdeführer, namens welchen Beschwerde geführt wird.
Wäre ein Einschreiten lediglich namens der Erstbeschwerdeführerin, der WEG, gewollt gewesen, so wäre der Zweitbeschwerdeführer, Herr ***1*** ***2***. nicht im Einzelnen namentlich genannt worden. Dies Bezeichnung der WEG, welche als solche teilrechtsfähig und parteifähig ist, erfolgt üblich unter Bezeichnung der Adresse, nicht aber unter Anführung der einzelnen Wohnungseigentümer. Eine solche Bezeichnung der WEG unter gleichzeitiger namentlicher Nennung sämtlicher der einzelnen Wohnungseigentümer, würde eine absolut ungewöhnliche Schreibweise darstellen. Auch die Satzzeichen deutet darauf hin, dass mehrere Beschwerdeführer einschreiten; dies da das dort aufgeführte "und" sowie auch die Beistrichsetzung nach der Abkürzung "WEG" sprachlich auf eine Aufzählung hindeuten (WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug).
Hintergrund des Einschreitens mehrerer Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang, war der, dass es als sinnvoll und zweckmäßig erachtet wurde, dass all jene Personen die Bescheide bekämpfen, die letztlich die Abgabe schulden.
Betreffend die Frage nach dem Gebührenschuldner verweist § 14 Abs 1 KKG auf § 7 WVG und sind gem § 7 Abs 1 lit a WVG die Hauseigentümerin für die über den Wasserzähler ihres Hauses bezogene Wassermenge Wasserabnehmer und insofern Gebührenschuldner.
Aus diesem Grund schritten als Beschwerdeführer sämtliche Eigentümer laut Grundbuch jeweils im eigenen Namen als Beschwerdeführer ein, unter diesen der Zweitbeschwerdeführer, Hr. ***1*** ***2***.
Ebenso war die Erstbeschwerdeführerin, WEG, als Beschwerdeführer angeführt, da von dieser die Rechtsansicht vertreten wird, dass diese abgabepflichtiger Wasserabnehmer sei und tatsächlicher Adressat der Bescheide sein sollte (vgl BFG 22. 1. 2016, RV/7400184/2016). Diese Überlegung gründet sich auf dem Gedanken, wonach der Bescheid gleichzeitig eine Rechnung iSd UstG 1994 ist, die Umsatzsteuer ausweist und den die Leistung empfangenden Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt. Nach Ansicht der WEG besteht in der Regelung der Wasserabnehmer des § 7 Abs 1 WVG eine Lücke und besteht diese darin, dass diese Norm nicht darauf abzielt, dass die formalrechtliche Partei auch der materiellrechtliche Leistungsempfänger nach dem UStG 1994 ist. Nach Ansicht der WEG ist diese Lücke zurückzuführen auf eine unvollständige Umsetzung der Richtlinie 2006/112/EG bzw 77/388/EWG. Entsprechend dieser umzusetzenden Richtlinien, wären neben einem harmonisierten österreichischen Umsatzsteuergesetzes auch Gesetze, wie das WVG, dahingehend anzupassen gewesen, dass Abgabepflichtiger und tatsächlicher Leistungsempfänger und Vorsteuerabzugsberechtigter harmonisiert werden. Dem Auftrag nach einer vollständigen Richtlinienumsetzung wurde aber nicht entsprochen. Der Umstand, wonach die Regelung des § 7 Abs 1 WVG daher nicht den Unternehmer und Leistungsempfänger als abgabepflichtigen Wasserabnehmer bestimmt. verstößt gegen den Grundsatz der Aufkommensneutralität der Umsatzsteuer innerhalb der Unternehmerkette, da die WEG als Steuersubjekt mangels ordnungsgemäßer Rechnung nicht zur Geltendmachung der auf die Wassergebühren fallenden Vorsteuern befugt ist, sodass die Umsatzsteuer innerhalb der Unternehmenskette Kostencharakter entwickelt. Die nicht fristgerechte Umsetzung einer EU-Richtlinie hat zur Folge, dass dies betreffende Bestimmung bei ausreichender Bestimmtheit direkt anzuwenden ist, oder, bei mangelnder Bestimmtheit der Norm. des nationalen Rechtsrichtlinienkonform zu interpretieren wäre. In diesem Fall ist die betreffende Bestimmung des Art 9 Abs 1 MwStSyst-RL als ausreichend bestimmt anzusehen und verdrängt diese daher den Begriff des Hauseigentümers in § 7 Abs 1 lit a WVG.
Ungeachtet dieser nachvollziehbaren Überlegung der Beschwerdeführer, bestimmt § 246 Abs 1 BAO, dass zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde jeder befugt ist, an den der den Gegenstand der Anfechtung bildende Bescheid ergangen ist und gilt der Bescheid gem § 93 Abs 2 BAO an jene Personen als ergangen. welche im Spruch bezeichnet sind.
Richtigerweise hätte die Behörde daher insofern vorzugehen gehabt. als sie die Beschwerde namens des Zweitbeschwerdeführers Herrn ***1*** ***2*** nicht zurückzuweisen, sondern im Gegenteil inhaltlich zu behandelt gehabt hätte; dies da Herrn ***1*** ***2*** gem § 93 Abs 2 BAO Adressat der Bescheide und damit sehr wohl beschwerdeberechtigt war.
Hinsichtlich der übrigen Beschwerdeführer, nämlich der WEG sowie der übrigen Wohnungseigentümer lt. Beilage Grundbuchsauszug, hätte die Behörde die Beschwerde wahrscheinlich zurückzuweisen gehabt.
In diesem Zusammenhang ist festzuhalten. dass auch das Vorgehen der zuständigen Behörde, der MA 31, missverständlich ist.
Nach ständiger Rechtsprechung zählt auch das Adressfeld zum Bescheidspruch und wäre daher auch die dortige Nennung des Bescheidadressaten ausreichend (VwGH 28.06.2012, 2008/15/0332; ua). Zwar ist der Zweitbeschwerdeführer Herr ***1*** ***2*** im Bescheidspruch genannt, allerdings ist im Adressfeld lediglich die Anschrift "***3*** ***4***", nicht aber Herr ***1*** ***2***, genannt, was ebenso den Interpretationsspielraum zulässt, dass auch die Erstbeschwerdeführerin, die WEG, von der Behörde angesprochen wäre.
Ebenso gehen die Beschwerdeführer davon aus, dass die Behörde, entgegen der nunmehr ergangenen Beschwerdevorentscheidung, entsprechend der obigen Ausführungen erkannt hat, dass die Beschwerde nicht ausschließlich von der der Partei "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und anderen lt. Grundbuchsauszug", sondern von mehreren Parteien, darunter der Zweitbeschwerdeführer Herr ***1*** ***2*** stammt. Dies da die Behörde mit Bescheid vom 26.09.20 18 die Entscheidung über die Beschwerde aussetzt. Mit diesem Bescheid vom 26.09.20 18 führt die MA 31 im Spruch aus, dass dieser Bescheid die "Beschwerde von Herrn ***1*** ***2***" betrifft und ist dieser Bescheid gleichlautend ebenso an den Zweitbeschwerdeführer, Herrn ***1*** ***2***, adressiert, wie dem Adressfeld zu entnehmen ist.
Dieselbe Behörde, die am 29.09.2018 davon ausging, dass die Beschwerde sehr wohl, wenn auch allenfalls untere anderen, namens des Zweitbeschwerdeführers, Herrn ***1*** ***2***, eingebracht worden war, geht nun mit Beschwerdevorentscheidung, welche dieselbe Beschwerde zum Gegenstand hat, irrig davon aus, dass die Beschwerde von ausschließlich einer Partei nämlich der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und anderen lt. Grundbuchsauszug" eingebracht worden wäre.
Ein solches Vorgehen ist nicht nachvollziehbar.
Das Vorgehen der Behörde legt ebenso das Vorliegen eines verbesserungsfähigen Mangels betreffend die Parteienbezeichnung bzw die Bezeichnung der Personen der Beschwerdeführer nahe. Die Behörde hätte daher richtig nach § 85 Abs 2 BAO vorzugehen gehabt und den Beschwerdeführern die Verbesserung der Beschwerde aufzutragen gehabt, insofern als die Bezeichnung der Parteien derart berichtigt wird, als diese unmissverständlich bezeichnet werden. Zu einer Zurückweisung war die Behörde daher entsprechend § 85 Abs 2 BAO nicht berechtigt.
Hierzu ist festzuhalten, dass die Zurückweisung der erhobenen Beschwerde ohne Verbesserungsverfahren wegen unrichtiger Parteienbezeichnung als Verweigerung der Sachentscheidung zu qualifizieren ist, womit das Recht auf ein Verfahren vor dem gesetzlichen Richter verletzt wird (VfGH 8.10.2008, B 1629/07; VwGH 25.3.2010, 2009/05/0333 ; ua).
Die Zurückweisung der Beschwerde insbesondere des Zweitbeschwerdeführers erfolgte daher zu Unrecht und wäre die Beschwerde zu behandeln gewesen.
Beweis: PV des Zweitbeschwerdeführers
Zur Berechtigung des Zweitbeschwerdeführers zur Einbringung des Vorlageantrags ist auszuführen, dass der Zweitbeschwerdeführer als solcher gem § 264 Abs 2 lit a BAO berechtigt ist.
Da die Behörde von einer Partei ausgeht, ist der Vollständigkeit halber überdies auf § 264 Abs 2 lit b BAO zu verweisen, nachdem jeder zur Einbringung eines Vorlageantrages befugt ist, dem gegenüber die Beschwerdevorentscheidung wirkt. Mit Beschwerdevorentscheidung wurde auf die Zustellfiktion des § 101 Abs 3 BAO verwiesen und entfaltet die Beschwerdevorentscheidung daher ebenso Wirkung gegen den Zweitbeschwerdeführer und ist er daher jedenfalls berechtigt den Vorlageantrag zu stellen.
Aus all diesen Gründen, stellen die Beschwerdeführer binnen offener Frist den
Antrag
der Beschwerde vom 02.8.2018 gegen den Bescheid der MA 31 vom 24.07.2018 zur Zahl MA 31 - ***22***, dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vorzulegen.
Vorlage
Mit Bericht vom 1. September 2020 legte der Magistrat der Stadt Wien die Beschwerde der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug" vom 1. September 2020 dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus:
Sachverhalt: Objektsadresse: ***3*** ***4***
Gemäß § 13 Abs. 1 Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz - KKG, LGBI. für Wien Nr. 2/1978, in der Fassung des Gesetzes LGBI. für Wien Nr. 8/2010, ist für nach § 12 Abs. 1, 2 und 4 KKG festgestellte Abwassermengen, die nicht in den öffentlichen Kanal gelangen, über Antrag die Abwassergebühr herabzusetzen, wenn die im Kalenderjahr oder in einem kürzeren Zeitraum nicht eingeleiteten Abwassermengen 5 vH der für diesen Zeitraum festgestellten Abwassermengen, mindestens jedoch 100 Kubikmeter, übersteigen und die Nichteinleitung durch prüfungsfähige Unterlagen nachgewiesen wird .
Im vorliegenden Fall ist der durch Beschwerde angefochtene Bescheid vom 24.07.2018, ZI. MA 31 - ***9***, mit welchem der Antrag auf Herabsetzung der Abwassergebühr gemäß § 13 Abs. 1 Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz - KKG, LGBI. für Wien Nr. 2/1978, in der Fassung des Gesetzes LGBI. für Wien Nr. 8/2010, für die Zeit vom 01 .01.2016 bis 31.12.2016 mit 892 m3 Nichteinleitungsmenge anerkannt wurde, an Herrn ***1*** ***2*** ergangen und an Herrn ***5*** ***6*** zugestellt.
Im Hinblick auf die Bestimmung des § 246 Abs. 1 BAO, wonach zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde jeder befugt ist, an den der den Gegenstand der Anfechtung bildende Bescheid ergangen ist, war somit nur Herr ***1*** ***2*** beschwerdeberechtigt.
Die von der in der Beschwerde vom 02.08.2018 eindeutig als Einschreiterin bezeichnete "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", vertreten durch die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, vertreten durch Herrn ***5*** ***6***, im eigenen Namen einbrachte und somit nicht Herrn ***1*** ***2*** zurechenbare Beschwerde war daher als nicht zulässig zurückzuweisen.
Beweismittel :
Verfahrensakt/e der MA 31 laut Aktenverzeichnis
Stellungnahme:
Auf die Entscheidung des Bundesfinanzgerichts vom 22.04.2020, ZI. GZ. RV/7400161/2017, welche an die "WEG, ***15*** ***16***, Dr. ***11*** ***17*** u.a.", vertreten durch Herrn ***5*** ***6***, nachweislich am 24.04.2020 zugestellt wurde, darf hingewiesen werden.
Weiters wird festgestellt, dass Wasserabnehmer bzw. Wasserabnehmerin im Sinne des § 7 Abs. 1 Wasserversorgungsgesetz - WVG, LGBI. für Wien Nr. 10/1960, in der geltenden Fassung, jeder bzw. jede ist, der oder die über eine selbständige Anschlussleitung Wasser aus der städtischen Wasserleitung entnimmt, und zwar
a ) der Hauseigentümer bzw. die Hauseigentümerin für die über den Wasseranschluss seiner bzw. ihres Hauses bezogene Wassermenge,
b) der Bauherr bzw. die Bauherrin für Bauzwecke,
c) der bzw. die Nutzungsberichtige von unbebauten Grundstücken,
d) der Betriebsinhaber bzw. die Betriebsinhaberin,
e) der sonstige Wasserbezieher bzw. die sonstige Wasserbezieherin.
(2) Bei Miteigentum haften für die aus diesem Gesetz sich ergebenden Verpflichtungen die Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen zur ungeteilten Hand. Die Erfüllung durch einen Miteigentümer bzw. eine Miteigentümerin befreit die anderen Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen; bis zur Erfüllung bleiben sämtliche Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen verpflichtet.
(3) Wird Wasser für mehrere Häuser, die im Eigentum verschiedener Personen stehen, über eine einzige Anschlussleitung und einen einzigen Wasserzähler abgegeben, so gilt Abs. 2 sinngemäß.
Nach § 11 Abs. 1 WVG wird das Wasser grundsätzlich über einen von der Stadt Wien beigestellten Wasserzähler abgegeben und die bezogene Wassermenge nach dessen Angaben ermittelt. Für das abgegebene Wasser sind vom Wasserabnehmer bzw. von der Wasserabnehmerin Wasserbezugsgebühren und für die Beistellung und laufende Instandhaltung der Wasserzähler Wasserzählergebühren (§ 20 Abs. 1 WVG) sowie Abwassergebühren (§ 14 Abs. 1 Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz - KKG, LGBI. für Wien Nr. 2/1978, in der geltenden Fassung, in den Fällen des § 12 Abs. 1 Z 1 dieses Gesetzes) zu entrichten.
Im vorliegenden Fall wird die Liegenschaft ***20*** Katastralgemeinde ***21*** mit der Grundstücksadresse ***3*** ***4*** über sieben Wasserzähler von der städtischen Wasserleitung versorgt. Auf dieser Liegenschaft wurde Wohnungseigentum begründet und es steht unbestritten fest, dass Herr ***1*** ***2*** das Wohnungseigentum an W 23 St II E (siehe Aktenseite 14) innehat. Daraus ergibt sich aber, dass Frau Herr ***1*** ***2*** im Sinne § 7 Abs. 1 lit. a als Wasserabnehmer anzusehen und daher grundsätzlich zur Entrichtung der Wasserbezugs-, Wasserzähler- und Abwassergebühr für das entnommene Wasser verpflichtet ist.
Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes liegt es im Ermessen der Behörde, ob sie das Leistungsgebot an einen der Gesamtschuldner und an welchen Gesamtschuldner oder an alle Gesamtschuldner richten will; weiters ob die Inanspruchnahme mit einem Teil oder mit dem gesamten offenen Betrag erfolgt (vgl. beispielsweise das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 17. Oktober 2002, ZI. 2000/17/0099).
So wie im vorliegenden Fall, ist es vielen Fäll en nicht zweckmäßig , die offene Abgabenschuld bei jedem Gesamtschuldner anteilsmäßig einzufordern. Zudem hat die Miteigentümergemeinschaft ohnehin ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH als gemeinsamen Vertretungsbevollmächtigten namhaft gemacht (vgl. § 81 Abs. 2 BAO). Gegen die Gebührenbescheide vom 16.09.2016 und vom 15.12.2017 mit welchen u.a. die Abwassergebühren für die Zeit von 01.01.2016 bis 31.12.2016 festgesetzt wurden, wurden keine Beschwerden erhoben und sind diese daher in Rechtskraft erwachsen. Die vorgeschriebenen Abgaben wurden zur Gänze entrichtet und es ist damit aber die Abgabenschuld erloschen und hat das Gesamtschuldverhältnis ein Ende gefunden.
Betreffend die "Eigentümergemeinschaft" darf auf das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 30.01.2007, GZ 2004/17/0096, hingewiesen werden , worin dieser Folgendes feststellt:
"Nach § 7 Abs. 1 lit. a WVG ist Wasserabnehmer jeder, der über eine selbstständige Abzweigleitung Wasser aus der städtischen Wasserleitung entnimmt, und zwar u.a . der Hauseigentümer für die über den Wasserzähler seines Hauses bezogene Wassermenge.
Nach Abs. 2 leg . cit. haften bei Miteigentum die Miteigentümer für die aus diesem Gesetz sich ergebenden Verpflichtungen zur ungeteilten Hand. Die Erfüllung durch einen Miteigentümer befreit die anderen Miteigentümer; bis zur Erfüllung bleiben sämtliche Miteigentümer verpflichtet.
§ 7 Abs. 1 lit. a WVG stellt auf die Stellung als Hauseigentümer, in der Regel des Grundeigentümers, ab. Wie der Verwaltungsgerichtshof in seinem Erkenntnis vom 11. August 2004, ZI. 2003/17/0318, ausgesprochen hat, ist auch im Falle des Miteigentums von Wohnungseigentümern nicht die teilrechtsfähige juristische Person "Eigentümergemeinschaft" abgabepflichtig, sondern es sind die Miteigentümer, die gemäß § 7 Abs. 2 leg. cit. die Abgabe zur ungeteilten Hand schulden."
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Sachverhalt
***1*** ***2*** ist Wohnungseigentümer im Haus ***3***, ***4***.
Mit Datum 24. Juli 2018 erließ der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser - Fachgruppe Gebühren, unter dem Betreff "***3***, ***4***" gegenüber "***1*** ***2*** z. H. ***6*** ***5***, ***8***, ***7***", einen Bescheid zur Zahl MA 31-***9***, Kto. ***10***. Dieser Bescheid wurde ***1*** ***2*** zu Handen ***5*** ***6*** am 27. Juli 2018 zugestellt.
Mit E-Mail vom 24. August 2018 wurde ein von "Sachverständiger ***5*** ***6***" unterfertigter Beschwerdeschriftsatz mit Datum 2. August 2018 an die belangte Behörde übermittelt. Die Beschwerde richte sich gegen den Bescheid vom 24. Juli 2018 und weist als "Einschreiterin" "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", ***3***, ***4***, aus.
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 16. Juli 2020, MA 31 - ***23***, Kto. ***10*** u.a., wies der Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 31, Wiener Wasser - Fachgruppe Gebühren die von der "WEG, Hr. ***1*** ***2*** und andere lt. Grundbuchsauszug", "vertreten durch die ***13*** ***14*** Gebäudeverwaltung GmbH, vertreten durch Herrn ***5*** ***6***", eingebrachte Beschwerde gegen den Bescheid vom 24.07.2018, ZI. MA 31 - ***9***, betreffend den Wasseranschluss in ***3***, ***4*** gemäß § 260 Abs. 1 lit. a BAO i. v. m. § 246 Abs. 1 BAO als unzulässig zurück. Die Beschwerdevorentscheidung wurde am 21. Juli 2020 zugestellt.
Dagegen wurde von "1. WEG, 2. Hr. ***1*** ***2***, 3. andere lt. Grundbuchsauszug" mit Schreiben vom 21. August 2010, unterfertigt durch ***5*** ***6***, Vorlageantrag gestellt.
Zu Details siehe die Darstellung des Verfahrensgangs.
Beweiswürdigung
Die getroffenen Feststellungen ergeben sich aus der Aktenlage.
Rechtsgrundlagen
§§ 6, 7 BAO lauten:
§ 6. (1) Personen, die nach Abgabenvorschriften dieselbe abgabenrechtliche Leistung schulden, sind Gesamtschuldner (Mitschuldner zur ungeteilten Hand, § 891 ABGB.).
(2) Personen, die gemeinsam zu einer Abgabe heranzuziehen sind, sind ebenfalls Gesamtschuldner; dies gilt insbesondere auch für die Gesellschafter (Mitglieder) einer nach bürgerlichem Recht nicht rechtsfähigen Personenvereinigung (Personengemeinschaft) hinsichtlich jener Abgaben, für die diese Personenvereinigung (Personengemeinschaft) als solche abgabepflichtig ist.
§ 7. (1) Personen, die nach Abgabenvorschriften für eine Abgabe haften, werden durch Geltendmachung dieser Haftung (§ 224 Abs. 1) zu Gesamtschuldnern.
(2) Persönliche Haftungen (Abs. 1) erstrecken sich auch auf Nebenansprüche (§ 3 Abs. 1 und 2).
§ 85 Abs. 2 BAO lautet:
(2) Mängel von Eingaben (Formgebrechen, inhaltliche Mängel, Fehlen einer Unterschrift) berechtigen die Abgabenbehörde nicht zur Zurückweisung; inhaltliche Mängel liegen nur dann vor, wenn in einer Eingabe gesetzlich geforderte inhaltliche Angaben fehlen. Sie hat dem Einschreiter die Behebung dieser Mängel mit dem Hinweis aufzutragen, daß die Eingabe nach fruchtlosem Ablauf einer gleichzeitig zu bestimmenden angemessenen Frist als zurückgenommen gilt; werden die Mängel rechtzeitig behoben, gilt die Eingabe als ursprünglich richtig eingebracht.
§§ 92, 93, 97 BAO lauten:
§ 92. (1) Erledigungen einer Abgabenbehörde sind als Bescheide zu erlassen, wenn sie für einzelne Personen
a) Rechte oder Pflichten begründen, abändern oder aufheben, oder
b) abgabenrechtlich bedeutsame Tatsachen feststellen, oder
c) über das Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechtsverhältnisses absprechen.
(2) Bescheide bedürfen der Schriftform, wenn nicht die Abgabenvorschriften die mündliche Form vorschreiben oder gestatten.
§ 93. (1) Für schriftliche Bescheide gelten außer den ihren Inhalt betreffenden besonderen Vorschriften die Bestimmungen der Abs. 2 bis 6, wenn nicht nach gesetzlicher Anordnung die öffentliche Bekanntmachung oder die Auflegung von Listen genügt.
(2) Jeder Bescheid ist ausdrücklich als solcher zu bezeichnen, er hat den Spruch zu enthalten und in diesem die Person (Personenvereinigung, Personengemeinschaft) zu nennen, an die er ergeht.
(3) Der Bescheid hat ferner zu enthalten
a) eine Begründung, wenn ihm ein Anbringen (§ 85 Abs. 1 oder 3) zugrunde liegt, dem nicht vollinhaltlich Rechnung getragen wird, oder wenn er von Amts wegen erlassen wird;
b) eine Belehrung, ob ein Rechtsmittel zulässig ist, innerhalb welcher Frist und bei welcher Behörde das Rechtsmittel einzubringen ist, ferner, daß das Rechtsmittel begründet werden muß und daß ihm eine aufschiebende Wirkung nicht zukommt (§ 254).
(4) Enthält der Bescheid keine Rechtsmittelbelehrung oder keine Angabe über die Rechtsmittelfrist oder erklärt er zu Unrecht ein Rechtsmittel für unzulässig, so wird die Rechtsmittelfrist nicht in Lauf gesetzt.
(5) Ist in dem Bescheid eine kürzere oder längere als die gesetzliche Frist angegeben, so gilt das innerhalb der gesetzlichen oder der angegebenen längeren Frist eingebrachte Rechtsmittel als rechtzeitig erhoben.
(6) Enthält der Bescheid keine oder eine unrichtige Angabe über die Abgabenbehörde, bei welcher das Rechtsmittel einzubringen ist, so ist das Rechtsmittel richtig eingebracht, wenn es bei der Abgabenbehörde, die den Bescheid ausgefertigt hat, oder bei der angegebenen Abgabenbehörde eingebracht wurde.
§ 97. (1) Erledigungen werden dadurch wirksam, daß sie demjenigen bekanntgegeben werden, für den sie ihrem Inhalt nach bestimmt sind. Die Bekanntgabe erfolgt
a) bei schriftlichen Erledigungen, wenn nicht in besonderen Vorschriften die öffentliche Bekanntmachung oder die Auflegung von Listen vorgesehen ist, durch Zustellung;
b) bei mündlichen Erledigungen durch deren Verkündung.
(2) Ist in einem Fall, in dem § 191 Abs. 4 oder § 194 Abs. 5 Anwendung findet, die Rechtsnachfolge (Nachfolge im Besitz) nach Zustellung des Bescheides an den Rechtsvorgänger (Vorgänger) eingetreten, gilt mit der Zustellung an den Rechtsvorgänger (Vorgänger) auch die Bekanntgabe des Bescheides an den Rechtsnachfolger (Nachfolger) als vollzogen.
(3) An Stelle der Zustellung der schriftlichen Ausfertigung einer behördlichen Erledigung kann deren Inhalt auch telegraphisch oder fernschriftlich mitgeteilt werden. Darüber hinaus kann durch Verordnung des Bundesministers für Finanzen die Mitteilung des Inhalts von Erledigungen auch im Wege automationsunterstützter Datenübertragung oder in jeder anderen technisch möglichen Weise vorgesehen werden, wobei zugelassen werden kann, daß sich die Behörde einer bestimmten geeigneten öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Übermittlungsstelle bedienen darf. In der Verordnung sind technische oder organisatorische Maßnahmen festzulegen, die gewährleisten, daß die Mitteilung in einer dem Stand der Technik entsprechenden sicheren und nachprüfbaren Weise erfolgt und den Erfordernissen des Datenschutzes genügt. Der Empfänger trägt die Verantwortung für die Datensicherheit des mitgeteilten Inhalts der Erledigung. § 96 Abs. 2 gilt sinngemäß.
§ 183 BAO lautet:
§ 183. (1) Beweise sind von Amts wegen oder auf Antrag aufzunehmen.
(2) Die Abgabenbehörde kann die Beweisaufnahme auch im Wege der Amtshilfe durch andere Abgabenbehörden vornehmen lassen.
(3) Von den Parteien beantragte Beweise sind aufzunehmen, soweit nicht eine Beweiserhebung gemäß § 167 Abs. 1 zu entfallen hat. Von der Aufnahme beantragter Beweise ist abzusehen, wenn die unter Beweis zu stellenden Tatsachen als richtig anerkannt werden oder unerheblich sind, wenn die Beweisaufnahme mit unverhältnismäßigem Kostenaufwand verbunden wäre, es sei denn, daß die Partei sich zur Tragung der Kosten bereit erklärt und für diese Sicherheit leistet, oder wenn aus den Umständen erhellt, daß die Beweise in der offenbaren Absicht, das Verfahren zu verschleppen, angeboten worden sind. Gegen die Ablehnung der von den Parteien angebotenen Beweise ist ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig.
(4) Den Parteien ist vor Erlassung des abschließenden Sachbescheides Gelegenheit zu geben, von den durchgeführten Beweisen und vom Ergebnis der Beweisaufnahme Kenntnis zu nehmen und sich dazu zu äußern.
§ 224 BAO lautet:
§ 224. (1) Die in Abgabenvorschriften geregelten persönlichen Haftungen werden durch Erlassung von Haftungsbescheiden geltend gemacht. In diesen ist der Haftungspflichtige unter Hinweis auf die gesetzliche Vorschrift, die seine Haftungspflicht begründet, aufzufordern, die Abgabenschuld, für die er haftet, binnen einer Frist von einem Monat zu entrichten.
(2) Die Bestimmungen des Einkommensteuerrechtes über die Geltendmachung der Haftung für Steuerabzugsbeträge bleiben unberührt.
(3) Die erstmalige Geltendmachung eines Abgabenanspruches anläßlich der Erlassung eines Haftungsbescheides gemäß Abs. 1 ist nach Eintritt der Verjährung des Rechtes zur Festsetzung der Abgabe nicht mehr zulässig.
§ 243 BAO lautet:
§ 243. Gegen Bescheide, die Abgabenbehörden erlassen, sind Beschwerden (Bescheidbeschwerden) an die Verwaltungsgerichte zulässig, soweit in Abgabenvorschriften nicht anderes bestimmt ist.
§ 246 BAO lautet:
§ 246. (1) Zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde ist jeder befugt, an den der den Gegenstand der Anfechtung bildende Bescheid ergangen ist.
(2) Zur Einbringung einer Bescheidbeschwerde gegen Feststellungsbescheide und Grundsteuermessbescheide ist ferner jeder befugt, gegen den diese Bescheide gemäß § 191 Abs. 3, 4 und 5 und gemäß § 194 Abs. 5 wirken.
§ 248 BAO lautet:
§ 248. Der nach Abgabenvorschriften Haftungspflichtige kann unbeschadet der Einbringung einer Bescheidbeschwerde gegen seine Heranziehung zur Haftung (Haftungsbescheid, § 224 Abs. 1) innerhalb der für die Einbringung der Bescheidbeschwerde gegen den Haftungsbescheid offenstehenden Frist auch gegen den Bescheid über den Abgabenanspruch Bescheidbeschwerde einbringen. Beantragt der Haftungspflichtige die Mitteilung des ihm noch nicht zur Kenntnis gebrachten Abgabenanspruches, so gilt § 245 Abs. 2, 4 und 5 sinngemäß.
§ 260 BAO lautet:
§ 260. (1) Die Bescheidbeschwerde ist mit Beschwerdevorentscheidung (§ 262) oder mit Beschluss (§ 278) zurückzuweisen, wenn sie
a) nicht zulässig ist oder
b) nicht fristgerecht eingebracht wurde.
(2) Eine Bescheidbeschwerde darf nicht deshalb als unzulässig zurückgewiesen werden, weil sie vor Beginn der Beschwerdefrist eingebracht wurde.
§ 262 BAO lautet:
§ 262. (1) Über Bescheidbeschwerden ist nach Durchführung der etwa noch erforderlichen Ermittlungen von der Abgabenbehörde, die den angefochtenen Bescheid erlassen hat, mit als Beschwerdevorentscheidung zu bezeichnendem Bescheid abzusprechen.
(2) Die Erlassung einer Beschwerdevorentscheidung hat zu unterbleiben,
a) wenn dies in der Bescheidbeschwerde beantragt wird und
b) wenn die Abgabenbehörde die Bescheidbeschwerde innerhalb von drei Monaten ab ihrem Einlangen dem Verwaltungsgericht vorlegt.
(3) Wird in der Bescheidbeschwerde lediglich die Gesetzwidrigkeit von Verordnungen, die Verfassungswidrigkeit von Gesetzen oder die Rechtswidrigkeit von Staatsverträgen behauptet, so ist keine Beschwerdevorentscheidung zu erlassen, sondern die Bescheidbeschwerde unverzüglich dem Verwaltungsgericht vorzulegen.
(4) Weiters ist keine Beschwerdevorentscheidung zu erlassen, wenn der Bundesminister für Finanzen den angefochtenen Bescheid erlassen hat.
§ 264 BAO lautet:
§ 264. (1) Gegen eine Beschwerdevorentscheidung kann innerhalb eines Monats ab Bekanntgabe (§ 97) der Antrag auf Entscheidung über die Bescheidbeschwerde durch das Verwaltungsgericht gestellt werden (Vorlageantrag). Der Vorlageantrag hat die Bezeichnung der Beschwerdevorentscheidung zu enthalten.
(2) Zur Einbringung eines Vorlageantrages ist befugt
a) der Beschwerdeführer, ferner
b) jeder, dem gegenüber die Beschwerdevorentscheidung wirkt.
(3) Wird ein Vorlageantrag rechtzeitig eingebracht, so gilt die Bescheidbeschwerde von der Einbringung des Antrages an wiederum als unerledigt. Die Wirksamkeit der Beschwerdevorentscheidung wird durch den Vorlageantrag nicht berührt. Bei Zurücknahme des Antrages gilt die Bescheidbeschwerde wieder als durch die Beschwerdevorentscheidung erledigt; dies gilt, wenn solche Anträge von mehreren hiezu Befugten gestellt wurden, nur für den Fall der Zurücknahme aller dieser Anträge.
(4) Für Vorlageanträge sind sinngemäß anzuwenden:
a) § 93 Abs. 4 und 5 sowie § 245 Abs. 1 zweiter Satz und Abs. 2 bis 5 (Frist),
b) § 93 Abs. 6 und § 249 Abs. 1 (Einbringung),
c) § 255 (Verzicht),
d) § 256 (Zurücknahme),
e) § 260 Abs. 1 (Unzulässigkeit, nicht fristgerechte Einbringung),
f) § 274 Abs. 3 Z 1 und 2 sowie Abs. 5 (Unterbleiben einer mündlichen Verhandlung).
(5) Die Zurückweisung nicht zulässiger oder nicht fristgerecht eingebrachter Vorlageanträge obliegt dem Verwaltungsgericht.
(6) Erfolgt die Vorlage der Bescheidbeschwerde an das Verwaltungsgericht nicht innerhalb von zwei Monaten ab Einbringung des Vorlageantrages bzw. in den Fällen des § 262 Abs. 3 und 4 (Unterbleiben einer Beschwerdevorentscheidung) ab Einbringung der Bescheidbeschwerde, so kann die Partei (§ 78) beim Verwaltungsgericht eine Vorlageerinnerung einbringen. Diese wirkt wie eine Vorlage der Beschwerde. Sie hat die Bezeichnung des angefochtenen Bescheides, der Beschwerdevorentscheidung und des Vorlageantrages zu enthalten.
(7) Durch die Aufhebung einer Beschwerdevorentscheidung scheidet der Vorlageantrag aus dem Rechtsbestand aus.
Die maßgebenden Bestimmungen des Wiener Gesetzes betreffend die Zuleitung und Abgabe von Wasser (Wiener Wasserversorgungsgesetz - Wiener WVG), LGBl. Nr. 10/1960, lauten:
§ 7 WVG:
Wasserabnehmer bzw. Wasserabnehmerin
§ 7. (1) Wasserabnehmer bzw. Wasserabnehmerin im Sinne dieses Gesetzes ist jeder bzw. jede, der oder die über eine selbstständige Anschlussleitung Wasser aus der städtischen Wasserleitung entnimmt, und zwar
a) der Hauseigentümer bzw. die Hauseigentümerin für die über den Wasserzähler seines bzw. ihres Hauses bezogene Wassermenge,
b) der Bauherr bzw. die Bauherrin für Bauzwecke,
c) der bzw. die Nutzungsberechtigte von unbebauten Grundstücken,
d) der Betriebsinhaber bzw. die Betriebsinhaberin,
e) der sonstige Wasserbezieher bzw. die sonstige Wasserbezieherin.
(2) Bei Miteigentum haften für die aus diesem Gesetz sich ergebenden Verpflichtungen die Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen zur ungeteilten Hand. Die Erfüllung durch einen Miteigentümer bzw. eine Miteigentümerin befreit die anderen Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen; bis zur Erfüllung bleiben sämtliche Miteigentümer bzw. Miteigentümerinnen verpflichtet.
(3) Wird Wasser für mehrere Häuser, die im Eigentum verschiedener Personen stehen, über eine einzige Anschlussleitung und einen einzigen Wasserzähler abgegeben, so gilt Abs. 2 sinngemäß.
§ 20 WVG:
Wasserbezugs- und Wasserzählergebühren
§ 20. (1) Vom Wasserabnehmer bzw. von der Wasserabnehmerin sind für das abgegebene Wasser Wasserbezugsgebühren und für die Beistellung und laufende Instandhaltung der Wasserzähler Wasserzählergebühren zu entrichten. Keine Gebühren sind zu entrichten, wenn die Wasserentnahme für Feuerlöschzwecke erfolgt. Der Wasserbezug für Feuerlöschzwecke ist vom Wasserabnehmer bzw. von der Wasserabnehmerin durch geeignete Unterlagen (zB Protokoll über Feuerwehreinsatz) nachzuweisen. Weiters sind keine Gebühren für solche Wassermengen zu entrichten, die auf Grund von Gebrechen an der Wasserzähleranlage, die durch die Stadt Wien bzw. durch in ihrem Auftrag handelnde Personen verschuldet wurden, ohne Verschulden des Wasserabnehmers bzw. der Wasserabnehmerin verbraucht wurden. Die Bestimmungen über die Obsorgepflichten (§ 15) sind dabei zu beachten.
(2) Die Stadt Wien als Gemeinde wird ermächtigt, für den Bezug von Wasser und für die Beistellung und laufende Instandhaltung der Wasserzähler, Gebühren auf Grund eines Gemeinderatsbeschlusses einzuheben. Die Wasserbezugsgebühren sind durch Multiplikation der Gebühr für einen Kubikmeter Wasser mit der Kubikmeteranzahl der bezogenen Wassermenge zu errechnen. Die Wasserzählergebühren sind mit einem festen Jahresbetrag festzusetzen. Der mutmaßliche Jahresertrag dieser Gebühren darf das doppelte Jahreserfordernis für die Erhaltung und den Betrieb der benützten Einrichtungen sowie für die Verzinsung und Tilgung der Errichtungskosten unter Berücksichtigung einer der Art der Einrichtungen entsprechenden Lebensdauer nicht übersteigen.
(3) Die Ermächtigung nach Abs. 2 ist nur anwendbar, sofern die auf Basis des § 7 Abs. 5 des Finanz-Verfassungsgesetzes 1948, BGBl. Nr. 45/1948, zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 100/2003, bundesgesetzlich bestehende Ermächtigung oder eine an deren Stelle tretende Ermächtigung zur Einhebung dieser Gebühren entfällt oder eingeschränkt wird.
(4) Die Wasserbezugsgebühren und die Wasserzählergebühren können gestaffelt werden. Die Staffelung der Wasserbezugsgebühren kann sich auf die Höhe des Wasserverbrauches, auf die Verwendung des Wassers in erwerbswirtschaftlichen Betrieben, insbesondere in solchen, bei denen das Wasser einen wesentlichen Faktor darstellt, in Krankenanstalten, in Kleingartenanlagen oder zu Bauzwecken beziehen. Die Staffelung der Wasserzählergebühren kann nach der Anschlussgröße der Wasserzähler vorgenommen werden.
(5) Ferner wird der Gemeinderat ermächtigt, Gebühren unter Bedachtnahme auf die Personal- und sonstigen Kosten festzusetzen, die für eine außer der Reihe vorgenommene Wasserzählerablesung entstehen, wenn die normale Ablesung des Wasserzählers trotz nachgewiesener Verständigung des Wasserabnehmers bzw. der Wasserabnehmerin nicht vorgenommen werden konnte. (6) In der Wassergebührenordnung kann der Magistrat ermächtigt werden, Wasserabnehmern bzw. Wasserabnehmerinnen, denen ein niedrigerer Satz an Wasserbezugsgebühren eingeräumt ist, für Verrechnungsabschnitte, in denen sie ihrer Obsorgepflicht gemäß § 15 dieses Gesetzes nicht voll nachkommen, den Höchstsatz vorzuschreiben; die Vorschreibung mit dem Höchstsatz kann auch für immer oder für einen bestimmten Zeitraum im Falle einer von der Behörde festgestellten Verschwendung von Wasser erfolgen.
§ 23 WVG:
Fälligkeit der Gebühren und Kosten
§ 23. (1) Die Wasserbezugsgebühr wird nach Wahl der Behörde jährlich, vierteljährlich oder monatlich ermittelt und unter Bedachtnahme auf die vorgeschriebenen Teilzahlungen (Abs. 3) festgesetzt. Im Falle der jährlichen Ermittlung hat der Wasserabnehmer bzw. die Wasserabnehmerin vierteljährliche Teilzahlungen jeweils bis zur nächstfolgenden Festsetzung (Abs. 3) zu leisten.
(2) Bei jährlicher Ermittlung werden die Teilzahlungen der Wasserbezugsgebühr am 15. Jänner, 15. April, 15. Juli und 15. Oktober eines jeden Jahres fällig. Bei jährlicher und vierteljährlicher Ermittlung wird die Wasserbezugsgebühr am 15. des auf die Zustellung des Gebührenbescheides folgenden Monates und bei monatlicher Ermittlung zwei Wochen nach Zustellung des Gebührenbescheides fällig.
(3) Die Höhe der Teilzahlungen nach Abs. 1 wird von der Behörde auf Grund des durchschnittlichen Verbrauches im vorangegangenen Bezugszeitraum vorläufig (§ 200 BAO) festgesetzt. Bei wesentlicher Änderung der für die Wasserbezugsmenge maßgeblichen Umstände kann die Behörde auf Antrag oder von Amts wegen die Höhe dieser Teilzahlungsbeträge entsprechend abändern.
(4) Die Wasserzählergebühr ist eine Jahresgebühr. Sie wird zu je einem Viertel ihres Jahresbetrages bei jährlicher Ermittlung zugleich mit den Teilzahlungen, bei vierteljährlicher Ermittlung zugleich mit dieser und bei monatlicher Ermittlung zugleich mit der für die Monate Jänner, April, Juli und Oktober festgesetzten Wasserbezugsgebühr fällig.
(5) In Fällen vorübergehender oder periodisch wiederkehrender Wasserabnahme ist bei der Anmeldung eine Vorauszahlung in der Höhe der mutmaßlich auflaufenden Gebühr zu leisten. Eine allfällige Mehrgebühr ist binnen zwei Wochen nach Zustellung des Gebührenbescheides zu entrichten.
(6) Die übrigen Gebühren, Kosten und Zuschläge werden zwei Wochen nach Zustellung des Gebührenbescheides fällig.
Die maßgebenden Bestimmungen des Wiener Gesetzes über den Betrieb und die Räumung von Kanalanlagen und über die Einhebung von Gebühren für die Benützung und Räumung von Unratsanlagen (Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz - Wiener KKG), LGBl. Nr. 02/1978, lauten:
§ 11 KKG:
ABSCHNITT II
ABWASSERGEBÜHR
Gebührenpflicht und Ausmaß der Gebühr
§ 11. (1) Der Gebührenpflicht unterliegt die unmittelbare oder mittelbare Einleitung von Abwässern von innerhalb der Stadt Wien gelegenem Grundbesitz (§ 1 Grundsteuergesetz 1955) in einen öffentlichen Straßenkanal.
(2) Die Abwassergebühr ist nach der Menge des abgegebenen Abwassers zu bemessen und mit einem Betrag je Kubikmeter festzusetzen.
§ 12 KKG:
Ermittlung der Abwassermenge
§ 12. (1) In den öffentlichen Kanal abgegeben gelten
1. die von der öffentlichen Wasserversorgung bezogene, nach § 11 Wasserversorgungsgesetz, LGBl. für Wien Nr. 10/1960, in der jeweils geltenden Fassung, ermittelte Wassermenge und
2. bei Eigenwasserversorgung die im Wasserrechtsbescheid festgestellte Wassermenge, deren Benutzung eingeräumt wurde (§ 111 Wasserrechtsgesetz 1959, BGBl. Nr. 215/1959, in der Fassung BGBl. INr. 123/2006).
(2) Ist im Wasserrechtsbescheid das eingeräumte Maß der Wassernutzung nicht enthalten oder liegt eine nach dem Wasserrechtsgesetz 1959 nicht bewilligte Eigenwasserversorgung vor, ist die bezogene Wassermenge vom Magistrat unter Zugrundelegung der Verbrauchsmenge gleichartiger Wasserabnehmer und Wasserabnehmerinnen zu schätzen. Diese Menge gilt als in den öffentlichen Kanal abgegeben.
(3) Besteht eine Wasserversorgung nach Abs. 1 oder Abs. 2, sind die aus einer zusätzlichen Eigenwasserversorgungsanlage bezogenen Wassermengen bei der Ermittlung der Abwassermenge nicht zu berücksichtigen, wenn diese nachweislich zur Gänze nicht in einen öffentlichen Kanal eingeleitet werden.
(4) Der Gebührenschuldner bzw. die Gebührenschuldnerin kann bei Eigenwasserversorgung die Anbringung eines Wasserzählers zur Messung der entnommenen Wassermenge beantragen. Die vom Wasserzähler angezeigte Wassermenge gilt in diesen Fällen als in den öffentlichen Kanal abgegeben. Die §§ 11, 15 Abs. 3, § 20 Abs. 5 und § 27 Wasserversorgungsgesetz sind sinngemäß anzuwenden. Zusätzlich hat der Gebührenschuldner bzw. die Gebührenschuldnerin die Kosten der Anschaffung, des Einbaues, der Auswechslung und der Entfernung des beigestellten Wasserzählers zu tragen. Verlangt der Gebührenschuldner bzw. die Gebührenschuldnerin die Beseitigung des Wasserzählers, sind ihm bzw. ihr die vorgeschriebenen Anschaffungskosten, vermindert um 10 v. H. für jedes Kalenderjahr, in dem ein Wasserzähler beigestellt war, rückzuerstatten.
§ 13 KKG:
Normen und Schlagworte
- § 264 Abs. 4 lit. e BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 13 Abs. 1 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 14 Abs. 1 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 7 WVG, Wiener Wasserversorgungsgesetz 1960, LGBl. Nr. 10/1960
- § 93 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 6 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 7 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 92 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 93 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 97 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 224 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 243 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 246 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 248 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 262 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 264 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 11 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 12 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 13 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 14 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 260 Abs. 1 lit. a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 16 KKG, Wiener Kanalräumungs- und Kanalgebührengesetz, LGBl. Nr. 02/1978
- § 2 WEG 2002, Wohnungseigentumsgesetz 2002, BGBl. I Nr. 70/2002
- § 18 WEG 2002, Wohnungseigentumsgesetz 2002, BGBl. I Nr. 70/2002
- § 85 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Beschluss
- Geschäftszahl
- RV/7400101/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2020:RV.7400101.2020
- Stammnummer
- 130805
- Gültig
- 12.11.2020 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF