Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7102352/2020
Familienbeihilfeanspruch bei ungenügenden Angaben der Antragstellerin
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7102352/2020vom 09.06.2020Teil 1 von 3
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Rechtssatz
Nach Art. 60 VO 987/2009 ist es Sache des Finanzamts, Einvernehmen mit der für Familienleistungen zuständigen Behörde des anderen Mitgliedstaates herzustellen. Gegebenenfalls hat das Finanzamt die Formulare E 401 und E 411 zu versenden und ist dies nicht dem Antragsteller aufzutragen (vgl. BFG 13. 5. 2016, RV/7101741/2015). Der Antragsteller ist nicht "Briefträger der Behörde". Wenn das Finanzamt von einem Träger der sozialen Sicherheit eines anderen Mitgliedsstaates der Union Auskünfte zu Familienleistungen benötigt, hat es selbst mit diesem Kontakt aufzunehmen (vgl. BFG 2. 1. 2018, RV/7106027/2016).
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke über die Beschwerde der ***1*** ***2***, vormals ***3*** ***4*** ***5***, ***6*** ***7***, ***8*** ***9***, vom 17. Mai 2018, beim Finanzamt eingelangt am 24. Mai 2018, gegen den Bescheid des Finanzamts Bruck Eisenstadt Oberwart, 7000 Eisenstadt, Neusiedlerstraße 46, vom 9. Mai 2018 mit welchem der Antrag vom 31. Jänner 2018 betreffend Gewährung der Familienbeihilfe abgewiesen wurde, Sozialversicherungsnummer ***14***,
I. gemäß § 279 BAO zu Recht erkannt:
1. Der Antrag vom 9. Mai 2018 in der Fassung des Vorlageantrags vom 30. Dezember 2019 wird, soweit die Zuerkennung von Familienbeihilfe für den im Jänner 1994 geborenen ***3*** ***18*** ***5*** im Zeitraum Juli 2013 bis Mai 2014 beantragt wird, abgewiesen.
2. Dem Antrag vom 9. Mai 2018 in der Fassung des Vorlageantrags vom 30. Dezember 2019 wird, soweit die Zuerkennung von Familienbeihilfe für den im August 1995 geborenen ***19*** ***5*** von Jänner 2014 bis Mai 2014 beantragt wird, Folge gegeben. Der angefochtene Bescheid vom 9. Mai 2018 wird, soweit er die Nichtzuerkennung von Familienbeihilfe für ***19*** ***5*** im Zeitraum Jänner 2014 bis Mai 2014 zum Gegenstand hat, ersatzlos aufgehoben;
II. gemäß § 278 BAO den Beschluss gefasst:
Der angefochtene Bescheid vom 9. Mai 2018 und die diesbezügliche Beschwerdevorentscheidung vom 12. Dezember 2019 werden, soweit diese die Nichtzuerkennung von Familienbeihilfe für den im Jänner 1994 geborenen ***3*** ***18*** ***5*** im Zeitraum Jänner 2013 bis Juni 2013 und für den im August 1995 geborenen ***19*** ***5*** im Zeitraum Jänner 2013 bis Dezember 2013 zum Gegenstand haben, gemäß § 278 Abs. 1 BAO aufgehoben. Die Sache wird insoweit an das Finanzamt zurückverwiesen.
III. Gegen diese Entscheidung ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG und gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i. V. m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine (ordentliche) Revision nicht zulässig.
Entscheidungsgründe
Verfahrensgang
Antrag vom 31. Jänner 2018
Am 31. Jänner 2018 langte beim Finanzamt ein undatierter Antrag der Beschwerdeführerin (Bf) ***1*** ***2*** mittels Formulars Beih 100 ein, dem sich entnehmen lässt:
Die Bf heiße ***1*** ***2***, Versicherungsnummer ***14***, sei weiblich, ungarische Staatsbürgerin, verheiratet bzw. in eingetragener Partnerschaft lebend, und wohne in ***10*** ***11*** ***12*** ***13***.
Beantragt werde "wegen EU" Zuerkennung von Familienbeihilfe ab 1. Jänner 2013 bis laufend.
Das Kind oder die Kinder seien ungarische Staatsbürger. Zu Vor- und Zunamen werde auf Beilagen verwiesen.
Das Formular trägt die Unterschrift der Bf, weitere Angaben fehlen. Eine Beilage ist nicht ersichtlich.
Vorhalteverfahren
Das Finanzamt ersuchte die Bf mit Vorhalten vom 2. Februar 2018 und vom 20. März 2018, jeweils an ***2*** ***1***, ***15***, ***16*** ***17***, Ungarn, ein korrekt ausgefülltes Antragsformular vorzulegen, ferner Formulare E401 und E411 sowie bekannt zu geben, ob der Vater der Kinder im beantragten Zeitraum in Ungarn beschäftigt gewesen sei.
Am 12. April 2018 teilte die Bf dem Finanzamt mit, nicht mehr in Ungarn zu wohnen, und keinerlei Kontakt mit dem Vater zu haben, weswegen sie daher nicht wisse, ob dieser einer Arbeit nachgehe.
Antrag vom 15. Dezember 2016
Dem Antrag vom 31. Jänner 2018 ging ein am 15. Dezember 2016 beim Finanzamt eingelangter Antrag auf Familienbeihilfe voran.
Antragstellerin war ***3*** ***4*** ***5***, Versicherungsnummer ***14***, weiblich, ungarische Staatsbürgerin, geschieden, wohnhaft ***10*** ***11*** ***12*** ***13***.
Ein österreichisches Bankkonto wurde angegeben.
Bei Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils (die Felder sind nicht ausgefüllt) befindet sich ein Handzeichen mit Datum 4. Jänner 2017.
Zuerkennung werde wegen "EU" ab 1. Juni 2014 bis laufend beantragt für:
***19*** ***5***, geboren im August 1995, ungarischer Staatsbürger, männlich, ledig.
***3*** ***18*** ***5***, geboren im Jänner 1994, ungarischer Staatsbürger, männlich, ledig.
Das Formular trägt die Unterschrift der Bf, weitere Angaben fehlen.
Ergänzungsersuchen vom 4. Jänner 2017
Das Finanzamt ersuchte die Bf (an ***3*** ***4*** ***5***, ***10*** ***11*** ***12*** ***13***) um Vorlage folgender Unterlagen bzw. Beantwortung folgender Fragen:
Scheidungsurteil ( übersetzt) vollständigvorlegen
Miet-Kaufvertrag u Energieliefervertrag für Wohnung ***12*** 3/2
Meldezettel Von ihnen u Kinder bzw.wo u bei wem leben die beiden Kinder ? (Adresse )
Wie ist ihr richtiger Name ? ( It Krankenkasse "***2*** ***1*** " ??? )
Ihre letzte od.aktuelle ungarische Wohnadresse bekanntgeben
Wenn ihr beiden Söhne nicht bei ihnen leben, dann Nachweis ihrer monatlichen Unterhaltszahlungen bzw.auch die des Kindesvaters vorlegen .
Reifeprüfungszeugnis (bitte die weitere Tätigkeit (Studium, Beschäftigung ...) bekanntgeben) von ***3*** .( laut Schulbestätigung Ende der Schule 31.8.2013 ! )
Wo arbeitet der Kindesvater ?
Am 20. Jänner 2017 langte folgende Antwort beim Finanzamt ein:
1) liegt in Kopie bei
2) Wohnung in ***10*** ***11*** ist die Postadresse meines nunmehr(Jungbekannten) Freundes
Ist nur Post und fall weise Schlafsteile
3) Meldezettl
Siehe Scheidungsunterlagen; meine Kinder sind jetzt schon eigenständig; Adresse früher im Scheidungsurteil
4) Richtiger Name -siehe Beilage wieder Mädchenname seit 18.11.2015
5) lt.Beilage und Gerichtsurteil ; H ***16*** ***17*** ***15***
6) siehe Punkt 3)
7) wurden allesamt bereits dem Finanzamt vorgelegt; bitte um Aktenstudium(alter Name ? oder ?
8) mit dem Kindesvater keinen Kontakt !
Mir ist keine Arbeitsstelle bekannt ?
Beigefügt war das übersetzte Scheidungsurteil des Bezirksgerichts ***17*** vom 20. Juni 2013, am selben Tag in Rechtskraft erwachsen, wonach die im Jahr 2002 zwischen ***5*** ***3*** ***4***, ***16*** ***17***, ***15***, und ***5*** ***3*** ***18***, ***16*** ***17***, ***15***, geschlossene Ehe gelöst wurde. Der Begründung lässt sich entnehmen:
... Aus ihrer Ehe wurden zwei Kinder geboren, ein Kind ist noch minderjährig, ein Kind ist bereits volljährig.
Der letzte gemeinsame Wohnort der Parteien war unter der Adresse in ***16*** ***17***, ***15***, in deren geteilte Nutzung die Parteien sich geeinigt haben.
Die Lebensgemeinschaft wurde im November 2012 endgültig aufgelöst....
Ferner die Übersetzung eines Prozessvergleichs vom Juni 2013, der in Bezug auf die Kinder lautet:
... Die Prozessführenden vereinbaren, dass das am ... August 1995 aus ihrer Ehe geborene Kind namens ***19*** ***43*** bei der Klägerin untergebracht wird.
Die Parteien erklären, dass das am ... Januar 1994 geborene Kind namens ***5*** ***3*** ***18*** volljährig ist und als Volljähriger auch zu keinem Unterhalt berechtigt ist, da er nicht mehr lernt.
Der Beklagte verpflichtet sich, dass er der Klägerin für im Unterhalt des oben benannten Kindes, monatlich spätestens bis zum 15. jeden Monats fällig, ab dem 1. Juli 2013 monatlich 30.000 (dreißigtausend) Ft als Kindesunterhalt bezahlt. ...
Die Parteien bitten nicht um die Regelung da Kontakthaltung, hinsichtlich dessen, dass das Kind namens ***19*** in 2 Monaten volljährig wird.
Die Parteien erklären, dass sich ihr letzter gemeinsamer Wohnsitz unter der Adresse ***16*** ***17***, ***15*** befindet, die Parteien haben sich bezüglich einer gemeinsamen Nutzung abgestimmt, und zwar so, dass zur ausschließlichen Nutzung des größeren Zimmers die Klägerin zur ausschließlichen Nutzung des kleineren Zimmers der Beklagte berechtigt ist, neben der gemeinsamen Nutzung der sonstigen Räume....
Weiters wurde vorgelegt eine Kopie eines Personalausweises vom November 2015 betreffend die Bf ***1*** ***2***, wonach diese in ***16*** ***17***, ***15***, wohnt, eines Auszugs aus dem Heiratsregister, eine ungarische Schulbesuchsbestätigung betreffend ***19*** ***5*** vom 25. August 2014 betreffend das Schuljahr 2013 (?)/2014, eine ungarische Schulbesuchsbestätigung betreffend namens ***5*** ***3*** ***18*** vom Dezember 2016, wonach dieser offenbar (eine Übersetzung ist nicht aktenkundig) von Juni 2008 bis 31. August 2013 eine Schule besucht hat, ein Zeugnis betreffend ***19*** ***43*** ***5*** vom 25. Juni 2014, Auszüge aus Schulaufzeichnungen offenbar betreffend ***19*** ***43*** ***5*** für die Schuljahre 2010/2011, 2011/2012, 2012/2013 und 2013/2014.
E 411
Laut Formular E 411 (Auskunft ab 1. Jänner 2014) vom 17. August 2017 hat die Mutter seit 1. Jänner 2014 in Ungarn keine Beschäftigung ausgeübt und befand sich auch nicht in gleichgestellten Verhältnissen. Sie habe auch keinen Anspruch auf ungarische Familienleistungen gehabt, da der zuständige Staat Österreich sei.
Abweisungsbescheid vom 23. November 2017
Mit Bescheid vom 23. November 2017 wies das Finanzamt den Antrag vom 15. Dezember 2016 auf Familienbeihilfe für ***3*** und ***19*** ***5*** ab Juni 2014 mit folgender Begründung ab:
Zu ***5*** ***3***:
Für volljährige Kinder steht Familienbeihilfe nur unter bestimmten, im § 2 Abs. 1 lit. b bis e Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) in der ab 1. März 2011 gültigen Fassung genannten Voraussetzungen zu.
Als anspruchsbegründend wird Folgendes bestimmt:
• Zeiten einer Berufsausbildung bzw. -fortbildung
• Zeiten zwischen dem Abschluss einer Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
• Zeiten zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
• das dauernde Unvermögen, sich selbst wegen einer Behinderung Unterhalt zu verschaffen.
Da ***3*** die Schulausbildung bereits im Juni 2013 abgeschlossen hat, besteht ab Juli 2013 kein Anspruch auf Familienbeihilfe.
Zu ***5*** ***19***:
Für volljährige Kinder steht Familienbeihilfe nur unter bestimmten, im § 2 Abs. 1 lit. b bis e Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) in der ab 1. März 2011 gültigen Fassung genannten Voraussetzungen zu.
Als anspruchsbegründend wird Folgendes bestimmt:
• Zeiten einer Berufsausbildung bzw. -fortbildung
• Zeiten zwischen dem Abschluss einer Schulausbildung und dem frühestmöglichen Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
• Zeiten zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn bzw. der frühestmöglichen Fortsetzung der Berufsausbildung
• das dauernde Unvermögen, sich selbst wegen einer Behinderung Unterhalt zu verschaffen.
Da ***19*** die Schulausbildung im Juni 2014 abgeschlossen hat, besteht ab Juli 2014 kein Anspruch auf Familienbeihilfe.
Dieser Bescheid dürfte in Rechtskraft erwachsen sein, jedenfalls lässt sich dem Finanzamtsakt ein Rechtsmittel nicht entnehmen.
Angefochtener Bescheid vom 9. Mai 2018
Mit dem angefochtenen Bescheid vom 9. Mai 2018 wies das Finanzamt den Antrag vom 31. Jänner 2018 betreffend Gewährung der Familienbeihilfe ab und begründete dies so:
Der von Ihnen eingebrachte Antrag ist unvollständig. Es fehlen wesentliche Angaben (für welche Kinder beantragt wird, Bankdaten), welche trotz zweimaliger Aufforderung nicht nachgereicht wurden. Somit kann der Antrag keiner Erledigung zugeführt werden und war abzuweisen.
Beschwerde vom 17. Mai 2018
Mit Schreiben vom 17. Mai 2018, adressiert an die Familienbeihilfenstelle des Finanzamts, beim Finanzamt eingelangt am 24. Mai 208, erhob die Bf ersichtlich Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid:
Betrifft: ***14***
BESCHWERDE
Gegen den Bescheid lege ich Beschwerde ein.
BEGRÜNDUNG: In der Beilage gebe ich die geforderten Daten bekannt:
1) BANKKONTO Raiffeisen AT ...
2) Name der KINDER
a) ***5*** ***3***, ...
b) ***5*** ***19***, ...
Da ich bereits einen Familienbeihilfenbezug hatte , waren der Punkt 2) bereits bekannt.Ich beantrage sämtliche "Lücken " des Familienbeihilfenbezuges , die seit 5 Jahren noch nicht ausbezahlt wurden.
Mängelbehebungsauftrag vom 20. November 2019
Das Finanzamt erließ mit Datum 20. November 2019 einen Mängelbehebungsauftrag betreffend die Beschwerde vom 18. Mai 2018:
Ihre Beschwerde vom 18.05.2018 weist durch das Fehlen eines Inhaltserfordernisses (§ 250 ff BAO) die nachfolgenden Mängel auf:
• Fehlen eines Inhaltserfordernisses
a) die Bezeichnung des Bescheides, gegen den sie sich richtet;
b) die Erklärung, in welchen Punkten der Bescheid angefochten wird;
c) die Erklärung, welche Änderungen beantragt werden
d) eine Begründung.
Reichen Sie ein vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular nach!
Weiters werden Sie zum dritten und letzten Mal aufgefordert ein E401 und E411 beizubringen und die Frage zu beantworten, ob der Kindesvater im begehrten Zeitraum in Ungarn erwerbstätig war/ist.
Die angeführten Mängel sind beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart gemäß § 85 Abs. 2 BAO bis zum 11.12.2019 zu beheben.
Bei Versäumung dieser Frist gilt die Beschwerde als zurückgenommen.
Die Zustellung ist am 26. November 2019 ausgewiesen.
Am 11. Dezember 2019 langte beim Finanzamt folgende Antwort ein:
Ergänzung/Erläuterung/Mängelbehebung
Dem Finanzamt liegen sämtliche unterlagen vor , die ich nur wiederholen kann; anbei daher mein begehren:
a) Ich beantrage familienbeihilfe ab meiner Scheidung 2o12 da ich ab diesem Zeitpunkt immer nurmehr in Österreich gewohnt habe und mein EX mann keiner Arbeit in österreich und Ungarn nachging.
Ich habe daher zu 1oo% Anspruch der familienbeihilfe aus österreich ( keine differenzzahlung - daher auch kein Formular E 4ol und E 411)
Ich bitte um einsichtnahme im melderegister aus dem zu ersehen ist , seit wann ich wo in Österreich gewohnt habe
b) siehe punkt b)
c) siehe Punkt a) + b)
d) Siehe punkt a)
Für einige Monate habe ich aus österreich Familienbeihilfe erhalten.ich beantrage die Anspruchsfamilienbeihilfeab der scheidung(liegt im akt finanzamt auf)abzgl.der wenigen monate für die diese schon ausbezahlt wurde
Ich bitte auch , ab sofort meine neue Adresse(Eigenheim) zu verwenden
***2*** ***1***
***8*** ***9***
***6*** ***7***
Das Schreiben trägt keine Unterschrift
Beschwerdevorentscheidung vom 12. Dezember 2019
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 12. Dezember 2019 erklärte das Finanzamt die Beschwerde gemäß § 85 Abs. 2 BAO als zurückgenommen und begründete dies wie folgt:
Sie sind dem Mängelbehebungsauftrag vom 20.11.2019 nicht nachgekommen.
Ihr undatiertes Schreiben, am Finanzamt eingelangt am 11.12.2019, ist nicht unterschrieben und kann daher nicht als Beantwortung gewertet werden.
Im Übrigen sind Sie der Aufforderung nicht nachgekommen, ein vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular sowie ein vorausgefülltes E401 und E411 beizulegen. Die Partei trifft eine Mitwirkungspflicht im Verfahren (vgl. § 138 BAO), der Sie nicht nachkommen wollen.
Vorlageantrag vom 30. Dezember 2019
Mit Schreiben vom 30. Dezember 2019, am selben Tag beim Finanzamt eingelangt, stellte die Bf Vorlageantrag:
Gegen den Bescheid vom 12.12.2o19 lege ich Beschwerde ein,
bzw.bitte ich um Vorlage
Begründung; lt.beilage
ich bitte um entsprechende Würdigung , bzw.positive erledigung.
Beigefügt war folgendes Schreiben:
Anbei überreiche ich sämtliche getätigte Eingaben an das Finanzamt.Daraus ergibt sich in der sache , daß es sich um meinen eingebrachten antrag auf Familienbeihilfe handelt (31.1.2o19).Anbei ein neues , gefordertes Formular/Antrag wo die geforderten kinder ersichtlich sind.Die familienbeihilfe wurde bis 6/14 zum teil ausbezahlt; es fehlen zwischen den jahren 2o13-6/2o14 mehrere monate wo ich anspruch habe da ich
a) in Österreich gearbeitet habe
b.) keinen Bezug mehr mit Ungarn hatte , daher auch kein E 4ol und E 411 vorlegen kann , da ich nurmehr in Österreich wohne: (E 4ol + E 411 bei der letzten erledigung liegen vor)
c) ich geschieden bin und zum EX Mann keinerlei Bezug/Verbindung mehr habe
Ich bitte um Einsichtnahme in das Sozial Versicherungsprogramm.
Es ist zu ersehen , daß mir nicht zur Gänze der Anspruch auf Familienbeihilfe während der zeit 1.1.2o13--6/2o14 gewährt wurde.
AMS Bezug lag ebenfalls vor.
Ferner waren laut Finanzamtsakt (OZ 10) folgende Beilagen beigefügt:
Beschwerde vom 17. Mai 2018
Siehe oben.
Urgenz vom 2. April 2019
Betrifft: ***14***
URGENZ
Werte Damen & Herren
Am 17.5.2o18 habe ich eine Beschwerde eingebracht und bis dato keinerlei Erledigung/Antwort erhalten
Ich ersuche um entsprechende Bearbeitung.
Urgenz vom 11. Juni 2019
***14***
URGENZ
1) BESCHWERDE am 17.5.2o18
2) URGENZ am 2.4.2o19
Betrifft:
Werte Damen & Herren
Ich hatte eine Beschwerde eingebracht; bis dato habe ich keinerlei Antwort/Erledigung erhalten.
Ich bitte um entsprechende Bearbeitung/Beantwortung.
Undatiertes Schreiben der Bf
Ich bitte höflichts um "Aufarbeitung" des Akt Familienbeihilfe.
Begründung:
Ich beantragte Familienbeihilfe ab 1. 1. 2o13, weil mit die Familienbeihilfe nicht zur Gänze anerkannt/ausbezahlt wurde.
Ich habe bis 12/2o12 unter meinem "Alten Namen" ***5*** ***3*** ***4*** (***14***) Familienbeihilfe erhalten.
In den Folgejahren war ich beschäftigt und habe für diese Zeit nicht zur Gänze Familienbeihilfe zugesprochen bekommen.
Ebenfalls habe ich kurzfristig Arbeitslosengeld erhalten
Ich bitte um Abstimmung mit der Sozialversicherungspflicht
Undatiertes Schreiben der Bf
Ich ersuche um folgende Berücksichtigung bzw. Kenntnisnahme
1) Das Schreiben vom Finanzamt wurde wieder nach Ungarn geschickt (siehe Steuernummer ...)
Ich wohne nicht mehr in Ungarn
2) habe ich keinerlei Kontakt mit dem Kindesvater, weis daher nicht, ob dieser einer Arbeit nachgeht.
Ergänzung/Erläuterung/Mängelbehebung
Siehe oben.
AMS
Folgender Auszug aus einem Schreiben des AMS (Datum und weiterer Inhalt nicht ersichtlich):
Badezimmer mit Dusche und WC und ein Vorraum) von der Firma ***20*** ***21*** GmbH für die Dauer von 1.8.2013 bis 31.7.2014 angemietet haben.
Aus dem Zentralen Melderegister ist ersichtlich, dass Sie erst seit dem 30.1.2014 an dieser Adresse polizeilich (neben)gemeldet sind. Die monatliche Miete betrage € 320,-.
Zur selbständigen Tätigkeit führten Sie am 5.2.2014 vor dem Arbeitsmarktservice Neusiedl am See aus, dass Sie an einem Unternehmen beteiligt waren. Die Beteiligung wurde jedoch bereits 2012 oder 2014 beendet. Über einen Gewerbeschein würden Sie nicht verfügen.
In weiterer Folge konnten Sie folgende Versicherungs- bzw. Beschäftigungszeiten nachweisen:
22.3.2014 bis 5.5.2014 45 Tage Fa. ***22*** GmbH in ***23***
12.5.2014 bis 12.8.2014 (UA) 93 Tage Fa. ***24***-BetriebsGmbH in ***25***
21.11.2014 bis 22.12.2014 32 Tage Fa. ***26*** in ***27***
In Österreich konnten Sie folgende polizeilich gemeldete Wohnsitze nachweisen:
Zeitraum Adresse Meldeart
13.12.2001 bis 08.08.2002 ***28*** Neben
08.08.2002 bis 22.10.2003 ***29*** Haupt
22.10.2003 bis 03.04.2006 ***30***/2/1 Haupt
04.04.2006 bis 26.06.2007 kein Wohnsitz in Österreich
27.06.2007 bis 23.01.2008 ***31*** Haupt
24.01.2008 bis 30.01.2013 kein Wohnsitz in Österreich
31.01.2013 bis 30.01.2014 ***32*** Haupt
Unterkunftgeber: ***33***
25.03.2014 bis 06.05.2014 ***34*** Neben
Unterkunftgeber: ***35***
***36*** Neben
Unterkunftgeber: ***41***
30.01.2014 bis lfd. ***37*** Neben
Daraus war ersichtlich, dass Sie während der Zeit von August 2002 bis Jänner 2008 einige gemeldete Hauptwohnsitze in Wien hatten. Während dieses Zeitraumes konnten Sie nur eine selbständige Tätigkeit von Juni 2007 bis Jänner 2008 in Österreich nachweisen.
Eine neuerliche Wohnsitzmeldung konnte von 31.1.2013 bis 30.1.2014 festgestellt werden. Während dieser Zeit haben Sie weitgehend bei der Firma ***38*** in ***11*** gearbeitet. Das Beschäftigungsverhältnis bei der Firma ***38*** haben Sie vom 20.9.2012 bis 30.1.2013 ohne Wohnsitz in Österreich ausgeübt.
Während der Dienstverhältnisse bei der Firma ***22*** GmbH in ***39*** und der Firma ***26*** in ***40*** wurde Ihnen von den Dienstgebern ein Firmenquartier zur Verfügung gestellt und Sie waren an der Firmenadresse nebengemeldet.
Am 26.2.2015 haben Sie neuerlich die Zuerkennung des Arbeitslosengeldes beantragt. Bei dieser Leistungsbeantragung führten Sie aus, dass die Kinder selbständig seien und in Ungarn bzw. in Österreich arbeiten. Sie wären geschieden.
Sozialversicherungsdaten
Das Finanzamt erhob am 15. Mai 2020 Sozialversicherungsdaten für den Zeitraum 15. Mai 2015 bis 15. Mai 2020.
[...]
Meldedaten
Das Finanzamt erhob am 19. Mai 2020 folgende Meldedaten:
***3*** ***18*** ***5*** (Vater)
Demzufolge hatte ***3*** ***18*** ***5*** (Vater) von Jänner 2011 bis Februar 2019 keinen Wohnsitz in Österreich.
***3*** ***18*** ***5*** (Sohn)
Demzufolge hatte ***3*** ***18*** ***5*** (Sohn) bis März 2015 keinen Wohnsitz in Österreich.
[...]
***19*** ***43*** ***5*** (Sohn)
Demzufolge hatte ***19*** ***43*** ***5*** (Sohn) bis Jänner 2018 keinen Wohnsitz in Österreich.
[...]
***1*** ***2*** bzw. ***3*** ***4*** ***5*** (Mutter)
Demzufolge hatte ***1*** ***2*** bzw. ***3*** ***4*** ***5*** (Mutter) mit Unterbrechungen seit dem Jahr 2001 Wohnsitze in Österreich.
Von 31. Jänner 2013 bis 31. Jänner 2014 bestand ein Nebenwohnsitz in ***44***, von 25. März 2014 bis 6. Mai 2014 ein Nebenwohnsitz in ***40***, von 30. Jänner 2014 bis 14. März 2017 (amtliche Abmeldung) ein Nebenwohnsitz in ***45***. Seit Mai 2018 besteht ein Hauptwohnsitz in Österreich, zunächst in ***11***, danach in ***7***.
[...]
Vorlage
Mit Bericht vom 25. Mai 2020 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus:
Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis)
Beschwerde
1 Beschwerde 17.05.2018
Bescheide
2 Familienbeihilfe (Zeitraum: 01.2018-12.2019) 09.05.2018
Antrag / Anzeige an die Behörde
3 Antrag Familienbeihilfe 31.01.2018
Beschwerdevorentscheidung
4 Beschwerdevorentscheidung 12.12.2019
Vorlageantrag
5 Vorlageantrag 30.12.2019
Vorgelegte Aktenteile
6 vorangegangenes Verfahren 15.12.2016
7 Vorhalt und Beantwortung 12.04.2018
8 Mängelbhebungsauftrag 20.11.2019
9 Beantwortung Mängelbehebungsauftrag 11.12.2019
10 Beilagen zu Vorlageantrag 30.12.2019
11 SV und ZMR Abfragen 19.05.2020
Bezughabende Normen
Art. 1 EU-VO 883/2004 iVm § 119 und 138 BAO
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt:
Die Bf begehrt Familienbeihilfe, kommt aber ihrer Offenlegungs- und Mitwirkungspflicht nicht nach. Sie hat das Antragsformular nicht vollständig ausgefüllt, Eingaben ohne Unterschrift gemacht und weigert sich ein E401 und E411 zu übermitteln, um die Situation in Ungarn einer Überprüfung zu unterziehen.
Beweismittel:
siehe Unterlagen
Stellungnahme:
Das Finanzamt beantragt die Beschwerde abzuweisen.
Nach der Aktenlage war die Adresse in ***11*** eine Postadresse und fallweise Schlafstelle und der Vater in Ungarn wohnhaft. Die Überprüfung der Wohn- und Beschäftigungssituation in Ungarn ist jedenfalls erforderlich um Familienwohnsitz, Beschäftigungsstaat und Zuständigkeit feststellen zu können.
Familienbeihilfebezug
Aus dem elektronischen Familienbeihilfeprogramm FABIAN ergibt sich, dass die Bf im Zeitraum Oktober 2012 bis Dezember 2012 Differenzzahlung für ***3*** ***18*** und ***19*** ***43*** ***5*** bezogen hat, ausbezahlt am 16. August 2016. Außerdem wurde am 23. November 2017 ein Betrag von 189,30 € an Familienbeihilfe für ein Kind für Juni 2014 überwiesen:
[Grafik]
Steuerdaten
Aus dem Abgabeninformationssystem der österreichischen Finanzverwaltung ergeben sich für die Jahre 2013 und 2014 folgende Daten:
Für das Jahr 2013 ist eine aufrechte Beschäftigung während des ganzen Jahres bei ***42*** ***38*** (gemeldet 9.429,64 €) ersichtlich:
[...]
Für das Jahr 2014 sind Beschäftigungsverhältnisse bei ***42*** ***38*** (1. Jänner bis 24. Jänner 2014, 672,39 €), bei der ***22*** GmbH (22. März bis 5. Mai 2014, 1.819,62 €), bei der ***24*** (12. Mai bis 4. August 2014, 1.712,28 €) und bei ***26*** (22. November bis 22. Dezember 2014, 1.912,07) ersichtlich, ferner Leistungen des Arbeitsmarktservice von 30. Jänner bis 20. März 2014 von 919,00 €:
[...]
Mit Datum 8. Jänner 2020 erging an die Bf für das Jahr 2014 ein Einkommensteuerbescheid zur Steuernummer 38 ***46***, mit welchem ausgehend von einem Einkommen von 5.924,36 € (Bemessungsgrundlage für den Durchschnittssteuersatz 6.895,21 €) eine Steuergutschrift von 530,00 € erfolgte.
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Beschwerdeantrag
Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens ist der Abweisungsbescheid vom 9. Mai 2018 und damit der Antrag vom 31. Jänner 2018, der mit diesem Bescheid abgewiesen wurde.
Der Antrag vom 31. Jänner 2018 wurde zwar mittels Formular Beih 100 gestellt, dieses wurde aber in wesentlichen Punkten nicht und teilweise (etwa dass die Bf verheiratet sei) unrichtig ausgefüllt.
Dem Antrag lässt sich entnehmen, dass Familienbeihilfe für Kinder beantragt werde und zwar ab 1. Jänner 2013 bis laufend "wegen EU".
In der Beschwerde vom 17. Mai 2018 werden als Kinder, für die Familienbeihilfe beantragt wird, ***3*** und ***19*** ***5*** genannt.
Der Antrag vom 31. Jänner 2018 wird in der Beschwerde vom 17. Mai 2018 dahingehend modifiziert, dass "sämtliche ,Lücken' des Familienbeihilfenbezuges, die seit 5 Jahren noch nicht ausbezahlt wurden", geschlossen werden sollen.
In der Ergänzung/Erläuterung/Mängelbehebung vom 11. Dezember 2019 wird das Begehren neuerlich geändert und zwar dahingehend, dass "familienbeihilfe ab meiner Scheidung 2o12" beantragt werde, da die Bf seither immer in Österreich gewohnt habe. Der geschiedene Gatte sei weder in Österreich noch in Ungarn einer Arbeit nachgegangen.
Laut von der Bf vorgelegtem Scheidungsurteil war die Scheidung nicht im Jahr 2012, sondern im Juni 2013.
Dem Vorlageantrag vom 30. Dezember 2019 zufolge soll die Bf bis Juni 2014 zum Teil Familienbeihilfe ausbezahlt erhalten haben, allerdings fehlten zwischen Jänner 2013 und Mai 2014 mehrere Monate, in welchen zufolge Arbeit in Österreich ein Familienbeihilfeanspruch bestanden habe und "kein Bezug" zu Ungarn gegeben gewesen sei.
In einem von der Bf vorgelegten undatierten Schreiben gibt dies an, bis Dezember 2012 unter ihrem früheren Namen Familienbeihilfe erhalten zu haben.
Zusammenfassend ergibt sich aus diesen gemäß § 270 BAO zu beachtenden geänderten Vorbringen in der Letztfassung des Vorlageantrags, dass die Bf nunmehr Familienbeihilfe für die Zeit zwischen Jänner 2013 und Mai 2014 für ihre beiden Söhne ***3*** ***18*** ***5*** und ***19*** ***5*** beantragt, soweit ihr für diesen Zeitraum nicht bereits Familienbeihilfe ausbezahlt worden ist.
Da der Bf in diesem Zeitraum nach den Daten des elektronischen Beihilfeprogramms FABIAN keine Familienleistungen ausbezahlt wurden, lautet der Antrag der Bf in der Letztfassung, ihr für ihre beiden Kinder Familienbeihilfe für die Zeit zwischen Jänner 2013 und Mai 2014 zu gewähren.
Sachverhalt
Für den Beschwerdezeitraum Jänner 2013 bis Mai 2014 steht bislang fest:
Die Bf ***1*** ***2***, vormals ***4*** ***3*** ***5***, war mit ***3*** ***18*** ***5*** sen. verheiratet. Ihre Kinder sind der im Jänner 1994 geborene ***3*** ***18*** ***5*** jun. und der im August 1995 geborene ***19*** ***43*** ***5***. Die genannten Familienmitglieder sind alle ungarische Staatsangehörige, die Familie wohnte gemeinsam in ***16*** ***17***, ***15***, Ungarn.
Die Lebensgemeinschaft zwischen ***4*** ***3*** ***5*** und ***3*** ***18*** ***5*** sen. wurde im November 2012 endgültig aufgelöst, die Ehe am 20. Juni 2013 mit Wirkung von diesem Tag geschieden. Die Wohnung in ***16*** ***17***, ***15*** wurde nach der Ehescheidung zunächst weiter gemeinsam genutzt.
***3*** ***18*** ***5*** sen. war auf Grund eines Vergleichs vom Juni 2013 verpflichtet, (offenbar bis zur Volljährigkeit im August 2013) monatlich 30.000 HUF für ***19*** ***43*** ***5*** Unterhalt zu leisten.
***19*** ***43*** ***5*** ging in den Schuljahren 2012/2013 und 2013/2014 in Ungarn zur Schule, die er am 25. Juni 2014 abschloss; ***3*** ***18*** ***5*** jun. ging bis Juni 2013 in Ungarn zur Schule. Dass sich die Kinder nach dem Juni 2013 (***3***) bzw. Juni 2014 (***19***) in Berufsausbildung befanden, kann nicht festgestellt werden.
Die Bf verfügte von 24. Jänner 2008 bis 30. Jänner 2013 über keinen Wohnsitz in Österreich. Von 31. Jänner 2013 bis 31. Jänner 2014 bestand ein Nebenwohnsitz in ***44***, von 25. März 2014 bis 6. Mai 2014 ein Nebenwohnsitz in ***40***, von 30. Jänner 2014 bis 14. März 2017 (amtliche Abmeldung) ein Nebenwohnsitz in ***45***. Seit Mai 2018 besteht ein Hauptwohnsitz in Österreich, zunächst in ***11***, danach in ***7***.
Die Mutter hatte seit 1. Jänner 2014 in Ungarn keinen Anspruch auf ungarische Familienleistungen, da nach Auffassung des ungarischen Trägers der für Familienleistungen zuständige Staat Österreich sei. Die Mutter war seit 1. Jänner 2014 in Ungarn weder unselbständig beschäftigt noch selbständig erwerbstätig.
Die Bf war während des gesamten Beschwerdezeitraums Jänner 2013 bis Mai 2014 in Österreich nichtselbständig beschäftigt oder bezog (zwischen 30. Jänner 2014 und 20. März 2014) Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.
Beweiswürdigung
Die getroffenen Feststellungen ergeben sich aus dem Akteninhalt und dem elektronischen Beihilfenprogramm FABIAN sowie dem Abgabeninformationssystem der Finanzverwaltung.
Zu den Lebensverhältnissen ist auf das aktenkundige Scheidungsurteil und den aktenkundigen Prozessvergleich zu verweisen, zu den Schulbesuchen auf die aktenkundigen Urkunden, das Scheidungsurteil sowie auf den Abweisungsbescheid vom 23. November 2017. Die ungarische Schulbesuchsbestätigung vom Dezember 2016 (keine Bestätigung mittels Formular E 402, sondern eine nationale ungarische Bestätigung der Schule), die offenbar eine Schulbesuchsdauer von Juni 2008 bis August 2013 attestiert, steht im Widerspruch zum Prozessvergleich vom Juni 2013, wonach ***3*** nicht mehr lerne. Typischerweise endet der Schulbetrieb im Juni (siehe auch ***19***), sodass der Schulbestätigung insoweit nicht zu folgen ist und von einem Ende des Schulbesuchs von ***3*** im Juni 2013 auszugehen ist. Die Bf hat der diesbezüglichen Feststellung des Abweisungsbescheids vom 23. November 2017 nicht widersprochen.
Unterlagen, aus denen sich eine über die getroffenen Feststellungen hinausgehende Berufsausbildung der Kinder oder eines der Kinder ergibt, wurden von der Bf trotz der Begründung des Abweisungsbescheids vom 23. November 2017, in welchem darauf hingewiesen wurde, dass ***3*** die Schulausbildung im Juni 2013 und ***19*** die Schulausbildung im Juni 2014 abgeschlossen hat, nicht vorgelegt.
Das Bundesfinanzgericht kann daher nicht feststellen, dass sich ***3*** ab Juli 2013 und ***19*** ab Juli 2014 in Berufsausbildung befunden haben.
Ein bestätigtes Formular E411 vom 17. August 2017 ist für den Zeitraum ab 1. Jänner 2014 aktenkundig.
Die Daten betreffend Beschäftigungsverhältnisse stützten sich auf die Daten im Abgabeninformationssystem. Das Finanzamt hat für Zeiträume vor dem 15. Mai 2015 keine Sozialversicherungsdaten erhoben.
Über die getroffenen Feststellungen hinaus sind derzeit weitere Feststellungen insbesondere über ungarische Familienleistungen (vor Jänner 2014) nicht möglich.
Nach dem Vorbringen der Mutter soll der Vater weder in Österreich noch in Ungarn beschäftigt oder erwerbstätig gewesen sein.
Rechtsgrundlagen
Unionsrecht
Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit
Für den Streitzeitraum ist die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (im Folgenden: VO 883/2004) maßgebend.
Die VO 883/2004 gilt für alle Rechtsvorschriften über Zweige der sozialen Sicherheit, welche Familienleistungen betreffen (Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004). Die in Rede stehende Familienbeihilfe ist eine Familienleistung.
Zu den Familienangehörigen zählt Art. 1 Buchstabe i Nummer 1 Ziffer i VO 883/2004 "jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird". "Unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen" (Art. 1 Buchstabe i Nummer 2 VO 883/2004). Wird nach den anzuwendenden nationalen Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt gemäß Art. 1 Buchstabe i Nummer 3 VO 883/2004 diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird.
"Wohnort" ist der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004), "Aufenthalt" der vorübergehende Aufenthalt (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe k VO 883/2004).
"Familienleistungen" sind alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe z VO 883/2004).
Artikel 1 Definitionen
Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck:
a) "Beschäftigung" jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt;
b) "selbstständige Erwerbstätigkeit" jede Tätigkeit oder gleichgestellte Situation, die für die Zwecke der Rechtsvorschriften der sozialen Sicherheit des Mitgliedstaats, in dem die Tätigkeit ausgeübt wird oder die gleichgestellte Situation vorliegt, als solche gilt;
...
i) "Familienangehöriger":
1. i) jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird;
ii) ...;
2. unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen;
3. wird nach den gemäß Nummern 1 und 2 anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird;
j) "Wohnort" den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person;
k) "Aufenthalt" den vorübergehenden Aufenthalt;
…
z) "Familienleistungen" alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen nach Anhang I.
Ungarische Fassung:
1. cikk
Fogalommeghatározások
E rendelet alkalmazásában:
a) "munkavállalói tevékenység": bármely tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet, amelyet az ilyen tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet fennállásának helye szerinti tagállam szociális biztonsági jogszabályai ilyenként kezelnek;
b) "önálló vállalkozói tevékenység": bármely tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet, amelyet az ilyen tevékenység vagy azzal egyenértékű helyzet fennállásának helye szerinti tagállam szociális biztonsági jogszabályai ilyenként kezelnek;
...
i) "családtag":
1. i. családtagként meghatározott vagy elismert személy, illetve olyan személy, akit a háztartás tagjának tekintenek azok a jogszabályok, amelyek szerint ellátást nyújtanak;
...
ii) ...
2. ha egy tagállamnak az 1. pont értelmében alkalmazandó jogszabályai nem különböztetik meg a családtagokat és a hatályuk alá tartozó egyéb személyeket, a házastársat, a kiskorú gyermekeket és a nagykorú eltartott gyermekeket családtagoknak kell tekinteni;
3. ha az 1. és 2. pont értelmében alkalmazandó jogszabályok szerint egy személy csak akkor tekinthető családtagnak vagy a háztartás tagjának, ha a biztosított személlyel vagy a nyugdíjassal közös háztartásban él, e feltétel akkor tekinthető teljesítettnek, ha a szóban forgó személyt nagyrészt a biztosított személy vagy a nyugdíjas tartja el;
j) "lakóhely": a személy szokásos tartózkodási helye;
k) "tartózkodási hely" a személy ideiglenes tartózkodási helye;
...
z) "családi ellátás": minden olyan természetbeni vagy pénzbeli ellátás, amelynek célja a családi kiadások fedezése, az I. mellékletben említett tartásdíj megelőlegezése és különleges szülési juttatások és örökbefogadási támogatások kivételével.
Art. 4 VO 883/2004 zufolge haben die Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates:
Artikel 4 Gleichbehandlung
Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, haben Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates.
Ungarische Fassung:
4. cikk
Egyenlő bánásmód
E rendelet eltérő rendelkezései hiányában az e rendelet hatálya alá tartozó személyeket bármely tagállam jogszabályai szerint ugyanolyan jogok illetik meg, és ugyanolyan kötelezettségek terhelik, mint az adott tagállam állampolgárait.
Art. 7 VO 883/2004 lautet:
Aufhebung der Wohnortklauseln
Sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist, dürfen Geldleistungen, die nach den Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten oder nach dieser Verordnung zu zahlen sind, nicht aufgrund der Tatsache gekürzt, geändert, zum Ruhen gebracht, entzogen oder beschlagnahmt werden, dass der Berechtigte oder seine Familienangehörigen in einem anderen als dem Mitgliedstaat wohnt bzw. wohnen, in dem der zur Zahlung verpflichtete Träger seinen Sitz hat.
Ungarische Fassung:
7. cikk
Mentesség a lakóhelyre vonatkozó szabályok alól
E rendelet eltérő rendelkezéseinek hiányában az egy vagy több tagállam jogszabályai vagy e rendelet értelmében fizetendő pénzbeli ellátások nem csökkenthetők, nem módosíthatók, nem függeszthetők fel, nem vonhatók vissza vagy foglalhatók le azzal az indoklással, hogy a jogosult vagy családtagjai nem az ellátások nyújtásáért felelős intézmény helye szerinti tagállamban rendelkeznek lakóhellyel.
Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen nach Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004 den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats.
Art. 11 VO 883/2004 lautet:
Artikel 11
(1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel.
(2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken.
(3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes:
a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
b) ein Beamter unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die ihn beschäftigende Verwaltungseinheit angehört;
c) eine Person, die nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats Leistungen bei Arbeitslosigkeit gemäß Artikel 65 erhält, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
d) eine zum Wehr- oder Zivildienst eines Mitgliedstaats einberufene oder wiedereinberufene Person unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats;
e) jede andere Person, die nicht unter die Buchstaben a) bis d) fällt, unterliegt unbeschadet anders lautender Bestimmungen dieser Verordnung, nach denen ihr Leistungen aufgrund der Rechtsvorschriften eines oder mehrerer anderer Mitgliedstaaten zustehen, den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats.
(4) Für die Zwecke dieses Titels gilt eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit, die gewöhnlich an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes auf See ausgeübt wird, als in diesem Mitgliedstaat ausgeübt. Eine Person, die einer Beschäftigung an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes nachgeht und ihr Entgelt für diese Tätigkeit von einem Unternehmen oder einer Person mit Sitz oder Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erhält, unterliegt jedoch den Rechtsvorschriften des letzteren Mitgliedstaats, sofern sie in diesem Staat wohnt. Das Unternehmen oder die Person, das bzw. die das Entgelt zahlt, gilt für die Zwecke dieser Rechtsvorschriften als Arbeitgeber.
(5) Eine Tätigkeit, die ein Flug- oder Kabinenbesatzungsmitglied in Form von Leistungen im Zusammenhang mit Fluggästen oder Luftfracht ausübt, gilt als in dem Mitgliedstaat ausgeübte Tätigkeit, in dem sich die "Heimatbasis" im Sinne von Anhang III der Verordnung (EWG) Nr 3922/91 befindet.
Ungarische Fassung:
11. cikk
Általános szabályok
(1) Az e rendelet hatálya alá tartozó személyekre csak egy tagállam jogszabályai alkalmazandóak. E jogszabályokat e cím rendelkezései szerint kell meghatározni.
(2) E cím alkalmazásában a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységük miatt vagy következtében pénzbeli ellátásokban részesülő személyeket úgy kell tekinteni, mint akik folytatják az említett tevékenységet. Ez nem vonatkozik a rokkantsági, öregségi vagy túlélő hozzátartozói nyugdíjakra, illetve munkahelyi balesetek vagy foglalkozási megbetegedések miatt nyújtott nyugdíjakra vagy határozatlan időtartamú kezelést fedező pénzbeli betegségi ellátásokra.
(3) A 12-16. cikkre is figyelemmel:
a) a munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként egy tagállamban tevékenységet folytató személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
b) a köztisztviselők azon tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak, amely tagállam jogszabályainak hatálya alá az őket alkalmazó közigazgatási szerv tartozik;
c) a 65. cikk értelmében a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai alapján munkanélküli-ellátásban részesülő személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak;
d) egy tagállam fegyveres erőibe szolgálatra vagy polgári szolgálatra behívott vagy újból behívott személyek e tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak;
e) az a)-d) pont hatálya alá nem tartozó bármely személyre a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai vonatkoznak, e rendelet egyéb olyan rendelkezéseinek sérelme nélkül, amelyek szerint az ilyen személyeknek egy vagy több tagállam jogszabályai alapján ellátásokat biztosítanak.
(4) E cím alkalmazásában a munkavállaló vagy önálló vállalkozó által szokásosan egy tagállam lobogója alatt közlekedő tengeri hajó fedélzetén végzett tevékenység az említett tagállamban végzett tevékenységnek minősül. Ugyanakkor az a személy, akit egy tagállam lobogója alatt közlekedő hajó fedélzetén alkalmaznak, és aki az e munkáért járó javadalmazást olyan vállalkozástól vagy személytől kapja, amelynek vagy akinek a székhelye vagy lakóhelye más tagállamban található, az utóbbi tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozik, ha e tagállamban rendelkezik lakóhellyel. Az említett jogszabályok alkalmazásában a javadalmazást fizető vállalkozás vagy személy munkáltatónak tekintendő.
(5) A hajózószemélyzet és a légiutas-kísérő személyzet légi személy- vagy árufuvarozási szolgáltatásokat lebonyolító tagjainak tevékenységét azon tagállamban végzett tevékenységnek kell tekinteni, amelyben a 3922/91/EGK rendelet III. mellékletében meghatározottak szerint a bázishelyük található.
Nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO 883/2004 unterliegt daher eine Person, die (nur) in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats.
Artikel 13 VO 883/2004 lautet:
Artikel 13
Ausübung von Tätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten
(1) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt oder wenn sie bei mehreren Unternehmen oder Arbeitgebern beschäftigt ist, die ihren Sitz oder Wohnsitz in verschiedenen Mitgliedstaaten haben, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem das Unternehmen oder der Arbeitgeber, das bzw. der sie beschäftigt, seinen Sitz oder Wohnsitz hat, sofern sie keinen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeiten in dem Wohnmitgliedstaat ausübt.
(2) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt
a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt, oder
b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet, wenn sie nicht in einem der Mitgliedstaaten wohnt, in denen sie einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt.
(3) Eine Person, die gewöhnlich in verschiedenen Mitgliedstaaten eine Beschäftigung und eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie eine Beschäftigung ausübt, oder, wenn sie eine solche Beschäftigung in zwei oder mehr Mitgliedstaaten ausübt, den nach Absatz 1 bestimmten Rechtsvorschriften.
(4) Eine Person, die in einem Mitgliedstaat als Beamter beschäftigt ist und die eine Beschäftigung und/oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit in einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die sie beschäftigende Verwaltungseinheit angehört.
(5) Die in den Absätzen 1 bis 4 genannten Personen werden für die Zwecke der nach diesen Bestimmungen ermittelten Rechtsvorschriften so behandelt, als ob sie ihre gesamte Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit in dem betreffenden Mitgliedstaat ausüben und dort ihre gesamten Einkünfte erzielen würden.
Ungarische Fassung:
13. cikk
Tevékenység végzése két vagy több tagállamban
(1) A két vagy több tagállamban szokásosan munkavállalóként tevékenységet végző személy a következők hatálya alá tartozik:
a) a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha tevékenységének jelentős részét abban a tagállamban végzi; vagy
b) ha tevékenységének nem jelentős részét végzi a lakóhely szerinti tagállamban:
i. annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozás vagy munkáltató bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt egyetlen vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza; vagy
ii. annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozások vagy munkáltatók bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, és e vállalkozások bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye egyetlen tagállamban található;vagy
iii. annak a lakóhely szerinti tagállamtól eltérő tagállamnak a jogszabályai, amelyben a vállalkozás vagy munkáltató bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye található, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, amelyek bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye két tagállamban található, amelyek egyike a lakóhely szerinti tagállam; vagy
iv. a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha a személyt két vagy több vállalkozás vagy munkáltató alkalmazza, amelyek közül legalább kettőnek a bejegyzett székhelye vagy üzletviteli helye a lakóhely szerinti tagállamtól eltérő tagállamokban található.
(2) A két vagy több tagállamban szokásosan önálló vállalkozóként tevékenykedő személy a következők hatálya alá tartozik:
a) a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai, ha tevékenységének jelentős részét abban a tagállamban végzi; vagy
b) annak a tagállamnak a jogszabályai, amelyben a személy tevékenységeinek központi érdekeltsége található, ha nem azon tagállamoknak az egyikében rendelkezik lakóhellyel, amelyben a tevékenység jelentős részét végzi.
(3) Az a személy, aki különböző tagállamokban szokásosan munkavállalóként és önálló vállalkozóként végez tevékenységet, azon tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartozik, amelyben a tevékenységet munkavállalóként végzi, illetve ha az ilyen tevékenységet két vagy több tagállamban végzi, akkor az (1) bekezdésnek megfelelően meghatározott jogszabályok hatálya alá tartozik.
(4) Az a személy, akit a tagállamok egyike köztisztviselőként alkalmaz, és aki egy vagy több másik tagállamban munkavállalóként és/vagy önálló vállalkozóként végez tevékenységet, azon tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartozik, amelynek hatálya alá az őt alkalmazó közigazgatási szerv tartozik.
(5) Az e rendelkezésekkel összhangban meghatározott jogszabályok alkalmazásában az (1)-(4) bekezdésben említett személyeket úgy kell tekinteni, mintha valamennyi tevékenységüket munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként végeznék, és összes jövedelmüket az érintett tagállamban kapnák.
Art. 67 VO 883/2004 lautet:
Artikel 67
Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen
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Normen und Schlagworte
- § 85 Abs. 2 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 270 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 138 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 2 lit. a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 2a BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 115 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 119 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 2 Abs. 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 2 Abs. 8 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 2 Abs. 1 lit. b FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- Art. 60 VO 987/2009, ABl. Nr. L 284 vom 30.10.2009 S. 1
- § 278 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 250 ff BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7102352/2020
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2020:RV.7102352.2020
- Stammnummer
- 129321
- Gültig
- 09.06.2020 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF