Findok · BFG-Entscheidungen
BFG RV/7103017/2017
Überwiegende Unterhaltstragung?
geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7103017/2017vom 26.07.2017Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Rechtssatz
Auch wenn allgemein bekannt ist, dass die Preisverhältnisse in einigen östlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (freilich auch wohnortabhängig) sehr wesentlich unter dem österreichischen Niveau liegen, bedarf es zur rechtsrichtigen Beurteilung, ob die überwiegenden Unterhaltskosten getragen wurden, konkreter Feststellungen zum Unterhaltsbedarf von Kindern des entsprechenden Alters im jeweiligen Mitgliedstaat.
Weder das nationale Recht noch das Unionsrecht kennen als allgemeine Anspruchsvoraussetzung für die Zuerkennung von Familienbeihilfe oder eine Differenzzahlung bzw. Ausgleichszahlung, dass der jeweilige Antragsteller Unterhaltsleistungen zumindest in Höhe der ihm zufließenden Familienleistungen erbringt.
Das Unionsrecht stellt in Art. 68a VO 883/2004 sicher, dass die Familienleistungen für den Unterhalt der Familienangehörigen verwendet werden. Sollte ein Unionsbürger nach den Vorschriften der VO 883/2004 i. V. m. dem FLAG 1967 Anspruch auf österreichische Familienleistungen haben, die höher sind als seine tatsächliche Unterhaltsleistung, wird die zuständige Stelle im jeweiligen Wohnortmitgliedstaat im Hinblick auf einen Antrag nach Art. 68a VO 883/2004 vom österreichischen Finanzamt zu informieren sein, um sicherzustellen, dass die österreichischen Familienleistungen zur Gänze dem anspruchsvermittelnden Kind zugutekommen.
Familienleistungen gelten nur dann als nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats geschuldet, wenn das Recht dieses Staates dem Familienangehörigen, der dort arbeitet, einen Anspruch auf Gewährung von Leistungen verleiht. Der Antragsteller muss folglich alle in den internen Rechtsvorschriften dieses Staates aufgestellten – formellen und materiellen – Anspruchsvoraussetzungen erfüllen (vgl. EuGH 20. 4. 1978, 134/77, Ragazzoni; EuGH 13. 11. 1984, 191/83, Salzano; EuGH 14. 10. 2010, C-16/09, Schwemmer), wobei der von einer Erwerbstätigkeit im Beschäftigungsmitgliedstaat abgeleitete Familienleistungsanspruch auch einer Person, die nicht in dem Mitgliedstaat wohnt, der für die Gewährung dieser Leistungen zuständig ist, zustehen kann, sofern alle anderen durch das nationale Recht vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt sind (vgl. EuGH 22. 10. 2015, C-378/14, Tomisław Trapkowski).
Wortlaut laut Findok
IM NAMEN DER REPUBLIK
Das Bundesfinanzgericht hat durch den Richter Dr. Rudolf Wanke in der Beschwerdesache betreffend die Beschwerde des Dénes Z*****, H 7*****5 G*****, U***** u. 276, Ungarn, Anschrift laut Vorlagebericht H 7*****4 N*****, B**** u. 4, vom 16. 8. 2016, Postaufgabe 17. 8. 2016, gegen den Bescheid des Finanzamtes Wien 4/5/10, 1030 Wien, Marxergasse 4, vom 22. 7. 2016, mit welchem ein Antrag vom 13. 1. 2016 auf Ausgleichszahlung für die im Mai 2006 geborene Vanessa (richtig: Vanessza) Vivien Z***** von Jänner 2013 bis Mai 2015 abgewiesen wurde, Versicherungsnummer 5*****,
I. zu Recht erkannt:
Der Beschwerde wird hinsichtlich des Zeitraums Jänner 2015 bis Mai 2015 Folge gegeben.
Der angefochtene Abweisungsbescheid vom 22. 7. 2016 wird, insoweit er einen Antrag vom 13. 1. 2016 hinsichtlich des Zeitraums Jänner 2015 bis Mai 2015 abweist, gemäß § 279 BAO ersatzlos aufgehoben;
II. den Beschluss gefasst:
Im Übrigen, hinsichtlich des Zeitraums Jänner 2013 bis Dezember 2014, werden der angefochtene Abweisungsb
escheid vom 22. 7. 2016 und die diesbezügliche Beschwerdevorentscheidung vom 13. 12. 2016 gemäß § 278 Abs. 1 BAO aufgehoben. Die Sache wird insoweit an das Finanzamt zurückverwiesen.
III. Gegen diese Entscheidung ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG bzw. gemäß Art. 133 Abs. 9 B-VG i. V. m. Art. 133 Abs. 4 B-VG und § 25a VwGG eine (ordentliche) Revision nicht zulässig.
Entscheidungsgründe
Vorlage
Mit Bericht vom 16. 6. 2017 legte das Finanzamt die Beschwerde des Beschwerdeführers (Bf) Dénes Z***** vom 17. 8. 2016 gegen den Abweisungsbescheid vom 22. 7. 2016 dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor (OZ 11) und führte unter anderem aus:
Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis)
Beschwerde
1 Beschwerde 17.08.2016
Bescheide
2 Familienbeihilfe (Zeitraum: 01.2013-05.2015) (A.3.2.2.3) 22.07.2016
Antrag / Anzeige an die Behörde
3 Antrag 13.09.2013
4 Antrag für 2013 13.01.2016
5 Antrag ab 2014 13.09.2016
Beschwerdevorentscheidung
6 Beschwerdevorentscheidung 13.12.2016
Vorlageantrag
7 Vorlageantrag 10.01.2017
Vorgelegte Aktenteile
8 Vorhaltsbeantwortung 15.02.2016
9 Vorhalt 30.05.2016
10 Vorhaltsbeantwortung 21.11.2016
Bezughabende Normen
§ 2 Abs. 2 FLAG iVm VO 883/2004
Sachverhalt und Anträge
Sachverhalt: kein gemeinsamer Haushalt mit KM und Kind
Beweismittel: Vorhaltsbeantwortung vom 21.11.2016
Stellungnahme: zu wenig Unterhalt
Aus dem elektronisch vorgelegten Akt des Finanzamts lässt sich entnehmen (Reihenfolge gemäß Finanzamtsakt):
Abweisungsbescheid
Mit dem angefochtenen Abweisungsbescheid vom 22. 7. 2016 (OZ 2) wies das Finanzamt den Antrag des Bf vom 13. 1. 2016 auf Ausgleichszahlung für die im Mai 2006 geborene Vanessa (richtig: Vanessza) Vivien Z***** für den Zeitraum von Jänner 2013 bis Mai 2015 ab und begründete dies wie folgt:
Da Sie trotz Aufforderung die abverlangten Unterlagen nicht eingebracht haben und dadurch Ihrer Mitwirkungspflicht nach § 115 Bundesabgabenordnung nicht nachgekommen sind, muss angenommen werden, dass im oben genannten Zeitraum kein Anspruch auf Familienbeihilfe bestanden hat bzw. besteht.
Beschwerde
Mit Schreiben vom 16. 8. 2016 (OZ 1) erhob der Bf Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid mit dem ersichtlichen Antrag auf dessen Aufhebung und führte aus:
Am 03.08.2016. bekam ich eine Abweisungsbescheid von Ihnen, dass die Ausgleichzahlung wird abgewiesen nach meine Tochter Z***** Vanessza Vivien auf Zeitraum Jän.2013-Mai 2015.
Anbei schicke ich ein Kopie von meinem Antrag, dass ich es am 17.02.2016 es verlangt hatte, nur das Amt in Györ hat es liegen lassen. Nach meinem Telephonat am 08.08.2016 bekam ich die Mitteilung (Kopie anbei), dass Sie das Formular E-411 an Finanzamt Wien weitergeschickt hatten.
Ich habe mit Ihnen mein Mitwirkungsplicht befüllt, nur das Amt in Györ hat es nicht weitergeschickt.
Bitte um weitere Verwaltung.
Beigefügt waren:
Bescheid von Magyar Államkincstár vom 17. 1. 2016
Magyar Államkincstár Tolna Megyei Igazgatóság (Ungarisches Schatzamt, Direktion Tolna Megyei) erließ gegenüber der Mutter Márta K*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, mit Datum 17. 1. 2016 folgenden Bescheid (OZ 1, eine Übersetzung ist nicht aktenkundig):
Végzés
A Magyar Államkincstár Tolna Megyei Igazgatósághoz K***** Márta 7*****7 Gy*****, I***** u. 8., szám alatti lakos családtámogatási ellátása ügyével kapcsolatos megkeresést hatáskör hiányában a Tolna Megyei Kormányhivatal Családtámogatási és Társadalombiztosítási Föosztály Családtámogatási Osztályához
átteszem.
A végzés ellen önálló fellebbezésnek helye nincs.
Indokolás
K***** Márta 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. szám alatti lakos hivatalunkhoz megküldte a
családtámogatäsi ellátása ügyével kapcsolatos megkeresést.
Az eljárás során észleltem hatásköröm hiányát, ezért a rendelkezö részben foglaltak szerint
jártam el.
Végzésem jogalapja a közigazgatási hatósägi eljárás és szolgáltatás általános szabályairól
szóló 2004. évi CXL. törvény (Ket.) 22. § (2) bekezdése.
Végzeéem ellen az önállá fellebbezes a Ket. 98. § (2) bekezdése alapján kizárt, ellene a
jogorvoslati jogot aKet. 96. §. biztosítja.
Jelen döntés meghozatala során a hatáskörrel rendelkezö Magyar Államkincstár Tolna
Megyei igazgatoja, Fe***** János neveben järtam el.
Schreiben von Győr-Moson-Sopron Megyei Kormányhivatal vom 11. 8. 2016
Die Bezirksbehörde von Győr-Moson-Sopron (Győr-Moson-Sopron Megyei Kormányhivatal) teilte dem Bf mit Schreiben vom 11. 8. 2016 mit, dass das Formular E 411 gleichzeitig an die österreichische Behörde übermittelt worden sei (OZ 2, nicht übersetzt).
Antrag (1. 1. - 15. 5. 2015) vom 13. 9. 2016
Mit am 13. 9. 2016 beim Finanzamt Wien 4/5/10 (Scanvermerk des FA 06, eingelangt offenbar beim FA 04, möglicherweise mit anderen Anträgen am 8. 9. 2016 beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart eingelangt und von diesem weitergeleitet) eingelangtem Antrag Beih 38 (OZ 3, "Antrag") wurde Differenzzahlung für Vanessza Vivien Z***** beantragt.
Als antragstellende Person wurde Dénes Z***** angeben.
Er sei ungarischer Staatsbürger, wohne 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn, sei seit 1. 10. 2012 bei der Trockenbau Ki***** Ltd & Co KG beschäftigt, seine Ehegattin Márta K***** sei bei einem näher genannten ungarischen Arbeitgeber seit 1. 3. 2015 beschäftigt ("Beschäftigungszeitraum 01. 01. 2015 - 15. 05. 2015").
Das Feld "Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils" weist zwar den Namen Márta K***** aus, nicht aber eine Unterschrift.
Beantragt werde Differenzzahlung für den Zeitraum 1. 1. 2015 bis 15. 5. 2015. Im Zeitraum 1. 1. 2015 bis 31. 12. 2015 seien ungarische Familienleistungen von 146.400 HUF bezogen worden.
Beantragt werde Differenzzahlung für die im Mai 2006 geborene Vanessza Vivien Z*****, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8.
Der Bf finanziere monatliche die überwiegenden Kosten.
Die Tochter besuche eine Schule in Gy*****.
Das Formular Beih 38 trägt nicht die Unterschrift des Bf, sondern von Márta K*****.
E 411
Aktenkundig ist ein Formular E 411 (OZ 3), dessen Felder 1, 2, 3, 4 (Felder 1 - 3 offenbar vom Bf. oder dessen Arbeitgeber) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.2015-05.15.2015").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. In Feld 4 ist handschriftlich der ungarische Arbeitgeber der Mutter eingetragen. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
E 401
Aktenkundig ist ein Formular E 401 (OZ 3), dessen Felder 1, 2, 4 (offenbar vom Bf. oder dessen Arbeitgeber) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.2015-05.15.2015").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Bei der in Feld 2 genannten Person lebt (Feld 3) Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8.
Das Formular trägt das Amtssiegel Paksi Járási Hivatala (Bezirksverwaltungsbehörde Paks), einen Langstempel dieser Behörde, das Datum 17. 6. 2016 und eine Unterschrift.
E 411
Aktenkundig ist ein weiteres Formular E 411 (OZ 3), dessen Felder 1, 2, 3, 4 (Felder 1 - 3 offenbar vom Bf. oder dessen Arbeitgeber) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.2015-05.15.2015").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. In Feld 4 ist handschriftlich der ungarische Arbeitgeber der Mutter eingetragen. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Offenbar ident mit dem obigen E 411.
Geburtsurkunde Kincső Krisztina Z*****
In OZ 3 befindet sich ferner die Geburtsurkunde der im September 2014 geborenen Kincső Krisztina Z*****, Vater Dénes Z*****, Mutter Gyöngyi O*****.
Geburtsurkunde Vanessza Vivien Z*****
In OZ 3 ist außerdem die Geburtsurkunde der im Mai 2006 geborenen Vanessza Vivien Z*****, Vater Dénes Z*****, Mutter Márta K*****, enthalten.
Antrag (1. 1. - 31. 12. 2014 [richtig wohl: 1. 1. - 31. 12. 2013]) vom 29. 12. 2015 / 13. 1. 2016
Mit am 29. 12. 2015 beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart eingelangtem Antrag Beih 38 (OZ 4, "Antrag für 2013"), der von diesem an das Finanzamt Wien 4/5/10 weitergeleitet wurde, wo er am 13. 1. 2016 einlangte, wurde Differenzzahlung für Vanessza Vivien Z***** beantragt.
Als antragstellende Person wurde Dénes Z***** angeben.
Er sei ungarischer Staatsbürger, seit 2. 11. 2010 geschieden, wohne 7*****4 G*****, U***** u. 276, Ungarn, sei bei der Trockenbau Ki***** Ltd & Co KG in Wien 5 beschäftigt (im Jahr 2013 von 1. 1. bis 31. 12.), seine Ehegattin Márta K***** sei bei einem näher genannten ungarischen Arbeitgeber seit 1. 3. 2015 beschäftigt.
Das Feld "Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils" weist die Unterschrift von Márta K***** auf.
Beantragt werde Differenzzahlung für den Zeitraum 1. 1. - 31. 12. 2014. Im Zeitraum 1. 1. 2013 bis 31. 12. 2013 seien ungarische Familienleistungen von 146.400 HUF bezogen worden. Das Finanzamt werte (in Zusammenschau mit dem weiteren Antrag von diesem Tag) dies als Antrag für das Jahr 2013 und ging insoweit von einem Schreibfehler hinsichtlich des Antragszeitraums aus.
Beantragt werde Differenzzahlung für die im Mai 2006 geborene Vanessza Vivien Z*****, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8.
Der Bf finanziere monatlich die überwiegenden Kosten.
Die Tochter besuche eine Schule in Gy*****.
Das Formular Beih 38 trägt die Unterschrift des Bf.
E 411
Aktenkundig ist ein Formular E 411 (OZ 4, S 7, Finanzamtseingangsstempel 13. 1. 2016), dessen Felder 1, 2, 3, (offenbar vom Bf. oder Márta K*****) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.-31.12.2013").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****5 G*****, U***** u. 276, Ungarn, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Dieses Formular ist zweimal hintereinander in OZ 4 (S 7 ff, S 11 ff) enthalten.
E 401
Aktenkundig ist ein Formular E 401 (OZ 4, 15), dessen Felder 1, 2, 4 (offenbar vom Bf. oder Márta K*****) ausgefüllt sind.
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). Geschiedener Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn, erwerbstätig. Bei der in Feld 2 genannten Person lebt (Feld 3) Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8.
Das Formular trägt das Amtssiegel Paksi Járási Hivatala (Bezirksverwaltungsbehörde Paks), einen Langstempel dieser Behörde, das Datum 18 (?). 9. 2015 und eine Unterschrift.
Antrag (1. 1. - 31. 12. 2014) vom 29. 12. 2015 / 13. 1. 2016
Mit am 29. 12. 2015 beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart eingelangtem weiteren Antrag Beih 38 (OZ 4, S 20, ein Eingangsstempel des Finanzamts Wien 4/5/10 ist nicht ersichtlich, laut Mitteilung des Finanzamts Wien 4/5/10 vom 12. 7. 2017 ist dieser Antrag gleichzeitig mit dem anderen am 29. 12. 2015 beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart eingereichten Antrag dem Finanzamt Wien 4/5/10 übermittelt worden und dort am 13. 1. 2016 eingelangt) wurde Differenzzahlung für Vanessza Vivien Z***** beantragt.
Als antragstellende Person wurde Dénes Z***** angeben.
Er sei ungarischer Staatsbürger, seit 2. 11. 2010 geschieden, wohne 7*****4 G*****, U***** u. 276, Ungarn, sei bei der Trockenbau Ki***** Ltd & Co KG in Wien 5 beschäftigt (im Jahr 2013 von 1. 1. bis 31. 12.), seine Ehegattin Márta K***** sei bei einem näher genannten ungarischen Arbeitgeber seit 1. 3. 2015 beschäftigt.
Das Feld "Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils" weist die Unterschrift von Márta K***** auf.
Beantragt werde Differenzzahlung für den Zeitraum 1. 1. - 31. 12. 2014. Im Zeitraum 1. 1. 2014 bis 31. 12. 2014 seien ungarische Familienleistungen von 146.400 HUF bezogen worden.
Beantragt werde Differenzzahlung für die im Mai 2006 geborene Vanessza Vivien Z*****, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8.
Der Bf finanziere monatlich die überwiegenden Kosten.
Die Tochter besuche eine Schule in Gy*****.
Das Formular Beih 38 trägt die Unterschrift des Bf.
E 411
Aktenkundig ist ein Formular E 411 (OZ 4, S 26), dessen Felder 1, 2, 3, (offenbar vom Bf. oder Márta K*****) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.-31.12.2014").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****5 G*****, U***** u. 276, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
E 401
Aktenkundig ist ein Formular E 401 (OZ 4, S 30), dessen Felder 1, 2, 4 (offenbar vom Bf. oder Márta K*****) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.-31.12.2014").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****5 G*****, U***** u. 276, Ungarn (Feld 1). (Früherer) Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn, erwerbstätig. Bei der in Feld 2 genannten Person lebt (Feld 3) Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Das Formular trägt das Amtssiegel Paksi Járási Hivatala (Bezirksverwaltungsbehörde Paks), einen Langstempel dieser Behörde, das Datum 18. 9. 2015 und eine Unterschrift.
E 411
Aktenkundig ist ein weiteres Formular E 411 (OZ 4, S 35), dessen Felder 1, 2, 3, (offenbar vom Bf. oder Márta K*****) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "01.01.-31.12.2014").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****5 G*****, U***** u. 276, Ungarn (Feld 1). Ehegatte (Feld 2) sei Márta K*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****7 Gy*****, I***** u. 8, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Vanessza Vivien Z*****, 7*****7 Gy*****, I***** u. 8. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Meldeabfrage
Laut Meldeabfrage des Finanzamts vom 8. 1. 2016 (OZ 4, S 39) hat der Bf seinen Hauptwohnsitz in *****Adresse_Wien*****. Diese Anschrift stimmt mit jener seines Arbeitgebers überein, Unterkunftgeber ist Jozsef Ki*****.
Antrag (... 9. 2014 - 15. 5. 2015) vom 8. / 13. 9. 2016
Mit am 8. 9. 2016 beim Finanzamt Bruck Eisenstadt Oberwart eingelangtem Antrag Beih 38 (OZ 5, S 1, "Antrag ab 2014"), der von diesem an das Finanzamt Wien 4/5/10 weitergeleitet wurde, wo er am 13. 9. 2016 einlangte, wurde Differenzzahlung für die im September 2014 geborene Kincső Krisztina Z***** (ab deren Geburtsdatum) beantragt.
Als antragstellende Person wurde Dénes Z***** angeben.
Er sei ungarischer Staatsbürger, wohne 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn, sei seit 1. 10. 2012 bei der Trockenbau Ki***** Ltd & Co KG beschäftigt ("Beschäftigungszeitraum 01. 01. 2015 - 15. 05. 2015"), seine Ehegattin Gyöngyi O***** sei bei einem näher genannten ungarischen Arbeitgeber seit 1. 11. 2013 beschäftigt.
Das Feld "Verzichtserklärung des haushaltsführenden Elternteils" weist zwar den Namen Gyöngyi O***** aus, nicht aber eine Unterschrift.
Beantragt werde Differenzzahlung für den Zeitraum 3. 9. 2014 bis 15. 5. 2015. Im Zeitraum .... 9. 2014 (Geburt seiner Tochter Kincső) - 31. 12. 2015 seien ungarische Familienleistungen von 212.800 HUF bezogen worden.
Beantragt werde Differenzzahlung für die im September 2014 geborene Kincső Krisztina Z*****, wohnhaft beim Antragsteller.
Der Bf finanziere monatlich die überwiegenden Kosten.
Das Formular Beih 38 trägt nicht die Unterschrift des Bf, sondern von Gyöngyi O*****.
E 411
Aktenkundig ist ein Formular E 411 (OZ 5, S 6), dessen Felder 1, 2, 3, 4 (offenbar vom Bf. oder seinem Arbeitgeber) ausgefüllt sind (Auskunftszeitraum "03.09.2014-05.15.2015").
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). (Früherer) Ehegatte (Feld 2) sei Gyöngyi O*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn. Familienangehörige (Feld 3) ist Kincső Krisztina Z*****, 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn. In Feld 4 ist der ungarische Arbeitgeber von Gyöngyi O***** angegeben. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Dieses Formular ist in OZ 5, S 11, nochmals abgelegt.
E 401
Aktenkundig ist ein Formular E 401 (OZ 5, S 16), dessen Felder 1, 2, 4 (offenbar vom Bf. oder seinem Arbeitgeber) ausgefüllt sind.
Demzufolge ist Dénes Z***** ungarischer Staatsbürger, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn (Feld 1). (Früherer) Ehegatte (Feld 2) sei Gyöngyi O*****, ungarische Staatsbürgerin, wohnhaft 7*****4 N*****, B**** u. 4, Ungarn, erwerbstätig. Bei der in Feld 2 genannten Person lebt (Feld 4) Kincső Krisztina Z*****, 7*****4 N*****, B**** u. 4. Weitere Eintragungen sind nicht ersichtlich.
Das Formular trägt das Amtssiegel Paksi Járási Hivatala (Bezirksverwaltungsbehörde Paks), einen Langstempel dieser Behörde, das Datum 17. 6. 2016 und eine Unterschrift.
Beschwerdevorentscheidung
Mit Beschwerdevorentscheidung vom 13. 12. 2016 (OZ 6) wies das Finanzamt die Beschwerde vom 17. 8. 2016 gegen den Abweisungsbescheid vom 22. 7. 2016 als unbegründet ab und führte dazu aus:
Art. 68 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 regelt für den Fall, dass für dieselben
Familienangehörigen Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer
Mitgliedstaaten zu gewähren sind, welcher Staat vorrangig/nachrangig für die Zahlung der
Familienleistungen zuständig ist.
Der Begriff des "familienangehörigen Kindes" wird im § 2 Abs. 3 des FLAG 1967 definiert;
darunter zu verstehen sind leibliche Kinder, Enkel, Stiefkinder usw., allerdings immer unter der
einschränkenden Voraussetzung, dass das Kind mit dem in Frage kommenden Elternteil im
E gemeinsamen Haushalt lebt oder dieser Elterntei! überwiegend die Unterhaltskosten für das
Kind trägt (§ 2 Abs. 2 FLAG 1967).
Vom Vorliegen einer überwiegenden Kostentragung kann jedoch nur unter der Voraussetzung
ausgegangen werden, dass der Unterhalt des Kindes mindestens in Höhe der Familienbeihilfe
(einschließlich des Kinderabsetzbetrages) bestritten wird.
Sowohl die Familienbeihilfe -insoweit unstrittig- als auch der Kinderabsetzbetrag stellen eine
Familienleistung im Sinne von Art. 1 Buchst, u Ziff. i der Verordnung Nr. 1408/71 dar. Beide Beträge werden für jedes unterhaltsberechtigte Kind gezahlt und stellen einen staatlichen
Beitrag zum Familienbudget dar, der die Kosten für den Unterhalt der Kinder verringern soll;
sie sind jeweils als staatliche familienfördernde Transferleistung zu werten.
Da Ihre Unterhaltsleistung nicht zumindest in Höhe der Familienbeihilfe war, war die
Beschwerde abzuweisen.
Ein Zustellnachweis ist nicht ersichtlich.
Vorlageantrag
Mit Schreiben vom 10. 1. 2017, Postaufgabe 10. 1. 2017, beim Finanzamt am selben Tag eingelangt, stellte der Bf Vorlageantrag (OZ 7, S 5):
Sehr geehrte Frau Gr***** !
Am 12.12.2016. entstand (angekommen erst in der erste Woche im Januar) eine
Beschwerdevorentscheidung über Kindergeld für meine erste Tochter Z***** Vanessza
Vivien. Sie lebt nicht in meinem Haushalt, sondern bei Ihre Mutter, ich zahle jeden Monat
20.000 Ft für Sie.
Wir haben das Formular nach Vorschrift ausgefüllt, unterschrieben und bewiesen. Die Mutter
hat kein Konto in Österreich, deshalb wurde mein Konto angegeben, das Geld gehört
natürlich dem Kind und Sie bekommt es auch von mir.
Jetzt schicke ich noch einmal die Geburtsurkunde und die Vereinbarung, was vor einem
Rechtsanwalt geschrieben wurde.
Wo haben wir Fehler gemacht ? Was können wir noch machen ? Besteht für das Kind kein
Kindergeld ?
Bitte teilen Sie es mir mit.
Beigefügt war die bereits aktenkundige Geburtsurkunde (OZ 7, S 1) sowie eine (nicht übersetzte) Urkunde eines Rechtsanwalts ("MEGÁLLAPODÁS GYERMEKTARTÁSDÍJ FIZETÉSÉRŐL ÉS MÁS JÁRULÉKOS KÉRDÉSEKRŐL", Unterhaltszahlungsvereinbarung und damit zusammenhängende Fragen), unterfertigt am 11. 11. 2010 von Márta K***** und Dénes Z*****. Soweit ersichtlich ergibt sich hieraus neben anderen Vereinbarungen, dass Vanessza Vivien bei ihrer Mutter lebt und sich der Vater verpflichtet, 20% seines Einkommens, mindestens aber 15.000 HUF monatlich an Unterhalt für Vanessza zu zahlen.
Vorhaltsbeantwortung vom 11. 2. 2016
Mit Schreiben vom 11. 2. 2016, beim Finanzamt eingelangt am 15. 2. 2016, gab der Bf bekannt (OZ 9):
Sehr geehrter Finanzamt Wien !
Am 28.01.2016 hatte ich ein Schreibens erhalten über Kindergeld für Vanessa Vivien.
Zum Ergänzung schicke ich ein Kopie von Geburtsurkunde.
Die Bestätigung habe ich beantragt bei Amt in Ungarn in Komitat, es dauert aber länger, bis ich es
habe.
Sie schicken es nach Györ und wenn ich es bestätigt habe, kann ich es Ihnen zum Ergänzung
weiterleiten. Sie haben mich aber so informiert in Szekszárd, wenn es in Györ ist, können Sie Kontakt
aufnehmen mit dem Amt in Györ automatisch.
Wenn es nicht so funktioniert, bitte teilen Sie es mir mit.
Beigefügt war die Geburtsurkunde von Vanessza Vivien (bereits in OZ 3 enthalten).
Vorhalt vom 30. 5. 2016
Mit Vorhalt vom 30. 5. 2016 (in OZ 10 ist hierüber lediglich ein Screenshot enthalten) ersuchte das Finanzamt den Bf:
Versdat 300516 Atermin 200616 Art E Betrag Pers RS
Sachbearbeiter ALLGEMEINVERANLAGUNG DW ... Zi AV2
Do Dokumentbeschreibung
89 Bestätigung über die monatlichen Unterhaltszahlungen nach Ungarn für
Vanessa Vivien
Vorhaltsbeantwortung vom 21. 11. 2016
Mit Schreiben vom 21. 11. 2016, beim Finanzamt eingelangt am 21. 11. 2016, gab der Bf bekannt (OZ 11):
Sehr geehrte Finanzamt!
Anbei schicke ich die Kopien über die Unterhaltsleistungen für Z***** Vanessza Vivien.
Ich hatte Sie Monatlich besucht und das Geld bar für die Mutter übergeben, Sie hat es mit
Unterschrift bestätigt, bzw. 2-mal wurde es per Post geschickt.
Ein Monat fehlt, das hatte ich vermisst, aber sicherlich übergeben.
Ich habe es so verstanden, dass diese Ergänzung fehlt, wenn es falsch war, bitte schreiben Sie
es und ich schicke es noch nach.
Beigefügt waren Bestätigungen auf einem Formular von Maygar Posta Zrt mit Unterschrift von Márta K***** wie folgt (Reihenfolge wie auf der Kopie):
Vermerk: ab 01 - bis 06. Monat 2013
| Datum
| Betrag
| 8. 3. 2013
| 18.000,00 HUF
| 14. 1. 2015
| 18.000,00 HUF
| 7. 6. 2013
| 18.000,00 HUF
| 10. 5 2013
| 18.000,00 HUF
| 12. 4. 2013
| 18.000,00 HUF
Vermerk: ab 07 - bis 12. Monat 2013
| Datum
| Betrag
| 1. 9. 2013
| 18.000,00 HUF
| 11. 8. 2013
| 18.000,00 HUF
| ... 2013
| 18.000,00 HUF
| 13. 12. 2013
| 18.000,00 HUF
| 17. 11. 2013
| 18.000,00 HUF
| 11. 10. 2013
| 18.000,00 HUF
Vermerk: ab 01 - bis 06. Monat 2014
| Datum
| Betrag
| 13. 6. 2014
| 20.000,00 HUF
| 16. 5. 2014
| 20.000,00 HUF
| 6. 4. 2014
| 20.000,00 HUF
| 9. 8. 2014
| 20.000,00 HUF
| 17. 2. 2014 (Post)
| 20.000,00 HUF
| 5. 1. 2014
| 20.000,00 HUF
Vermerk: ab 07 - bis 12. Monat 2014
| Datum
| Betrag
| 12. 9. 2014
| 20.000,00 HUF
| 15. 8. 2015
| 20.000,00 HUF
| 20. 7. 2014
| 20.000,00 HUF
| 30. 11. 2014
| 20.000,00 HUF
| 2. 11. 2014
| 20.000,00 HUF
| 10. 10. 2014
| 20.000,00 HUF
Vermerk: ab 01 - bis 05. Monat 2015
| Datum
| Betrag
| 13. 3. 2015
| 20.000,00 HUF
| 13. 2. 2015
| 20.000,00 HUF
| ... (Post)
| 20.000,00 HUF
| 3. 5. 2015
| 20.000,00 HUF
| 5. 4. 2015
| 20.000,00 HUF
Mitteilung des Finanzamts vom 12. 7. 2017
Über Anfrage des Gerichts teilte das Finanzamt Wien 4/5/10 mit E-Mail vom 12. 7. 2017 mit, dass ein Antrag mit Dénes Z***** als Antragsteller in Bezug auf Vanessza vom 13. 1. 2016 betreffend den Zeitraum Jänner bis Mai 2015 nicht existiere, sondern nur ein solcher eingelangt am 13. 9. 2016, aber "mit der falschen Unterschrift". Die beiden Anträge betreffend die Jahre 2013 und 2014 seien am 13. 1. 2016 gleichzeitig eingelangt.
Das Bundesfinanzgericht hat erwogen:
Sachverhalt
Der angefochtene Bescheid vom 13. 1. 2016 betrifft die Zeiträume Jänner 2013 bis Mai 2015.
Hinsichtlich der im Mai 2006 geborenen Vanessza Vivien Z***** sind folgende Anträge auf Differenzzahlung, die den Vater Dénes Z***** als Antragsteller aufweisen und teilweise vom Vater, teilweise von der Mutter Márta K***** unterfertigt sind, aktenkundig:
| OZ
| eingelangt beim FA 38 am
| eingelangt beim FA 04 am
| Antragszeitraum
| unterfertigt von
| 3/1
| 8. 9. 2016?
| 13. 9. 2016
| 1. 1. 2015 - 15. 5. 2015
| Márta K*****
| 4/1
| 29. 12. 2015
| 13. 1. 2016
| "1. 1. 2014 - 31. 12. 2014", richtig wohl:
1. 1. 2013 - 31. 12. 2013
| Dénes Z*****
| 4/20
| 29. 12. 2015
| 13. 1. 2016
| 1. 1. 2014 - 31. 12. 2014
| Dénes Z*****
Die Anträge OZ 4 Seite 1 und OZ 4 Seite 20 weisen eine Verzichtsverklärung von Márta K***** zugunsten Dénes Z***** aus.
Hinsichtlich der im September 2014 geborenen Kincső Krisztina Z***** sind ebenfalls Anträge auf Differenzzahlung aktenkundig, diese sind aber nicht verfahrensgegenständlich.
Im Beschwerdezeitraum Jänner 2013 bis Mai 2015 wohnte Vanessza Vivien Z***** bei ihrer Mutter Márta K***** in 7*****7 Gy*****, I***** u. 8., ihr Vater getrennt von ihnen in 7*****4 N*****, B**** u. 4 bzw. 7*****4 G*****, U***** u. 276, jeweils Ungarn, und hatte auch eine Wohnung bei seinem Arbeitgeber in Wien 5.
Der Vater Dénes Z***** arbeitete im Beschwerdezeitraum als Arbeitnehmer bei der Trockenbau Ki***** Ltd & Co KG in Wien 5.
Vanessza Vivien Z***** besuchte in Ungarn eine Schule, ihre Mutter war in Ungarn teilweise erwerbstätig.
Der Vater Dénes Z***** leistete der Mutter Márta K***** für Vanessza Vivien Z***** im Beschwerdezeitraum bis Ende 2013 gemäß einer Vereinbarung vom 11. 10. 2010 monatlichen Unterhalt von 18.000,00 HUF, seit Anfang 2014 von 20.000,00 HUF.
Die Höhe der Unterhaltskosten für Vanessza Vivien Z***** im Beschwerdezeitraum steht bislang nicht fest, ebenso nicht, wer diese jeweils überwiegend getragen hat.
Beweiswürdigung
Die (bisher) getroffenen Sachverhaltsfeststellungen ergeben sich aus der Aktenlage. Sie sind nicht strittig.
Zur Höhe der Unterhaltskosten für Vanessza gibt es keine Feststellungen des Finanzamts, ebenso nicht zur Frage, wer gegebenenfalls die die Unterhaltszahlungen des Bf übersteigenden Unterhaltskosten getragen hat.
Rechtsgrundlagen
Nationales Recht
§ 2 BAO lautet:
§ 2. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten, soweit sie hierauf nicht unmittelbar anwendbar sind und nicht anderes bestimmt ist, sinngemäß in Angelegenheiten
a) der von den Abgabenbehörden des Bundes zuzuerkennenden oder rückzufordernden bundesrechtlich geregelten
1. Beihilfen aller Art und
2. Erstattungen, Vergütungen und Abgeltungen von Abgaben und Beiträgen;
b) des Tabak-, Salz- und Alkoholmonopols, soweit die Abgabenbehörden des Bundes nach den diese Monopole regelnden Vorschriften behördliche Aufgaben zu besorgen haben;
c) der von den Abgabenbehörden der Länder und Gemeinden zuzuerkennenden oder rückzufordernden landesrechtlich geregelten Erstattungen von Abgaben.
§ 2a BAO lautet:
§ 2a. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten sinngemäß im Verfahren vor den Verwaltungsgerichten, soweit sie im Verfahren der belangten Abgabenbehörde gelten. In solchen Verfahren ist das Verwaltungsgerichtsverfahrensgesetz (VwGVG) nicht anzuwenden. § 54 VwGVG gilt jedoch sinngemäß für das Verfahren der Verwaltungsgerichte der Länder.
§ 115 BAO lautet:
§ 115. (1) Die Abgabenbehörden haben die abgabepflichtigen Fälle zu erforschen und von Amts wegen die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zu ermitteln die für die Abgabepflicht und die Erhebung der Abgaben wesentlich sind.
(2) Den Parteien ist Gelegenheit zur Geltendmachung ihrer Rechte und rechtlichen Interessen zu geben.
(3) Die Abgabenbehörden haben Angaben der Abgabepflichtigen und amtsbekannte Umstände auch zugunsten der Abgabepflichtigen zu prüfen und zu würdigen.
(4) Solange die Abgabenbehörde nicht entschieden hat, hat sie auch die nach Ablauf einer Frist vorgebrachten Angaben über tatsächliche oder rechtliche Verhältnisse zu prüfen und zu würdigen.
§ 119 BAO lautet:
§ 119. (1) Die für den Bestand und Umfang einer Abgabepflicht oder für die Erlangung abgabenrechtlicher Begünstigungen bedeutsamen Umstände sind vom Abgabepflichtigen nach Maßgabe der Abgabenvorschriften offenzulegen. Die Offenlegung muß vollständig und wahrheitsgemäß erfolgen.
(2) Der Offenlegung dienen insbesondere die Abgabenerklärungen, Anmeldungen, Anzeigen, Abrechnungen und sonstige Anbringen des Abgabepflichtigen, welche die Grundlage für abgabenrechtliche Feststellungen, für die Festsetzung der Abgaben, für die Freistellung von diesen oder für Begünstigungen bilden oder die Berechnungsgrundlagen der nach einer Selbstberechnung des Abgabepflichtigen zu entrichtenden Abgaben bekanntgeben.
§ 138 BAO lautet:
§ 138. (1) Auf Verlangen der Abgabenbehörde haben die Abgabepflichtigen und die diesen im § 140 gleichgestellten Personen in Erfüllung ihrer Offenlegungspflicht (§ 119) zur Beseitigung von Zweifeln den Inhalt ihrer Anbringen zu erläutern und zu ergänzen sowie dessen Richtigkeit zu beweisen. Kann ihnen ein Beweis nach den Umständen nicht zugemutet werden, so genügt die Glaubhaftmachung.
(2) Bücher, Aufzeichnungen, Geschäftspapiere, Schriften und Urkunden sind auf Verlangen zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, soweit sie für den Inhalt der Anbringen von Bedeutung sind.
§§ 166, 167 BAO lauten:
§ 166. Als Beweismittel im Abgabenverfahren kommt alles in Betracht, was zur Feststellung des maßgebenden Sachverhaltes geeignet und nach Lage des einzelnen Falles zweckdienlich ist.
§ 167. (1) Tatsachen, die bei der Abgabenbehörde offenkundig sind, und solche, für deren Vorhandensein das Gesetz eine Vermutung aufstellt, bedürfen keines Beweises.
(2) Im übrigen hat die Abgabenbehörde unter sorgfältiger Berücksichtigung der Ergebnisse des Abgabenverfahrens nach freier Überzeugung zu beurteilen, ob eine Tatsache als erwiesen anzunehmen ist oder nicht.
§ 183 BAO lautet:
§ 183. (1) Beweise sind von Amts wegen oder auf Antrag aufzunehmen.
(2) Die Abgabenbehörde kann die Beweisaufnahme auch im Wege der Amtshilfe durch andere Abgabenbehörden vornehmen lassen.
(3) Von den Parteien beantragte Beweise sind aufzunehmen, soweit nicht eine Beweiserhebung gemäß § 167 Abs. 1 zu entfallen hat. Von der Aufnahme beantragter Beweise ist abzusehen, wenn die unter Beweis zu stellenden Tatsachen als richtig anerkannt werden oder unerheblich sind, wenn die Beweisaufnahme mit unverhältnismäßigem Kostenaufwand verbunden wäre, es sei denn, daß die Partei sich zur Tragung der Kosten bereit erklärt und für diese Sicherheit leistet, oder wenn aus den Umständen erhellt, daß die Beweise in der offenbaren Absicht, das Verfahren zu verschleppen, angeboten worden sind. Gegen die Ablehnung der von den Parteien angebotenen Beweise ist ein abgesondertes Rechtsmittel nicht zulässig.
(4) Den Parteien ist vor Erlassung des abschließenden Sachbescheides Gelegenheit zu geben, von den durchgeführten Beweisen und vom Ergebnis der Beweisaufnahme Kenntnis zu nehmen und sich dazu zu äußern.
§ 270 BAO lautet:
§ 270. Auf neue Tatsachen, Beweise und Anträge, die der Abgabenbehörde im Laufe des Beschwerdeverfahrens zur Kenntnis gelangen, ist von der Abgabenbehörde Bedacht zu nehmen, auch wenn dadurch das Beschwerdebegehren geändert oder ergänzt wird. Dies gilt sinngemäß für dem Verwaltungsgericht durch eine Partei oder sonst zur Kenntnis gelangte Umstände.
§ 278 BAO lautet:
§ 278. (1) Ist die Bescheidbeschwerde mit Beschluss des Verwaltungsgerichtes
a)
weder als unzulässig oder nicht rechtzeitig eingebracht zurückzuweisen (§ 260) noch
b)
als zurückgenommen (§ 85 Abs. 2, § 86a Abs. 1) oder als gegenstandslos (§ 256 Abs. 3, § 261) zu erklären,
so kann das Verwaltungsgericht mit Beschluss die Beschwerde durch Aufhebung des angefochtenen Bescheides und allfälliger Beschwerdevorentscheidungen unter Zurückverweisung der Sache an die Abgabenbehörde erledigen, wenn Ermittlungen (§ 115 Abs. 1) unterlassen wurden, bei deren Durchführung ein anders lautender Bescheid hätte erlassen werden oder eine Bescheiderteilung hätte unterbleiben können. Eine solche Aufhebung ist unzulässig, wenn die Feststellung des maßgeblichen Sachverhaltes durch das Verwaltungsgericht selbst im Interesse der Raschheit gelegen oder mit einer erheblichen Kostenersparnis verbunden ist.
(2) Durch die Aufhebung des angefochtenen Bescheides tritt das Verfahren in die Lage zurück, in der es sich vor Erlassung dieses Bescheides befunden hat.
(3) Im weiteren Verfahren sind die Abgabenbehörden an die für die Aufhebung maßgebliche, im aufhebenden Beschluss dargelegte Rechtsanschauung gebunden. Dies gilt auch dann, wenn der Beschluss einen kürzeren Zeitraum als der spätere Bescheid umfasst.
§ 2 FLAG 1967 lautet:
§ 2. (1) Anspruch auf Familienbeihilfe haben Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben,
a) für minderjährige Kinder,
b) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist. Bei volljährigen Kindern, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992, BGBl. Nr. 305, genannte Einrichtung besuchen, ist eine Berufsausbildung nur dann anzunehmen, wenn sie die vorgesehene Studienzeit pro Studienabschnitt um nicht mehr als ein Semester oder die vorgesehene Ausbildungszeit um nicht mehr als ein Ausbildungsjahr überschreiten. Wird ein Studienabschnitt in der vorgesehenen Studienzeit absolviert, kann einem weiteren Studienabschnitt ein Semester zugerechnet werden. Die Studienzeit wird durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis (zB Krankheit) oder nachgewiesenes Auslandsstudium verlängert. Dabei bewirkt eine Studienbehinderung von jeweils drei Monaten eine Verlängerung der Studienzeit um ein Semester. Zeiten als Studentenvertreterin oder Studentenvertreter nach dem Hochschülerschaftsgesetz 1998, BGBl. I Nr. 22/1999, sind unter Berücksichtigung der Funktion und der zeitlichen Inanspruchnahme bis zum Höchstausmaß von vier Semestern nicht in die zur Erlangung der Familienbeihilfe vorgesehene höchstzulässige Studienzeit einzurechnen. Gleiches gilt für die Vorsitzenden und die Sprecher der Heimvertretungen nach dem Studentenheimgesetz, BGBl. Nr. 291/1986. Der Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie hat durch Verordnung die näheren Voraussetzungen für diese Nichteinrechnung festzulegen. Zeiten des Mutterschutzes sowie die Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres hemmen den Ablauf der Studienzeit. Bei einem Studienwechsel gelten die in § 17 Studienförderungsgesetz 1992, BGBl. Nr. 305, angeführten Regelungen auch für den Anspruch auf Familienbeihilfe. Die Aufnahme als ordentlicher Hörer gilt als Anspruchsvoraussetzung für das erste Studienjahr. Anspruch ab dem zweiten Studienjahr besteht nur dann, wenn für ein vorhergehendes Studienjahr die Ablegung einer Teilprüfung der ersten Diplomprüfung oder des ersten Rigorosums oder von Prüfungen aus Pflicht- und Wahlfächern des betriebenen Studiums im Gesamtumfang von acht Semesterwochenstunden oder im Ausmaß von 16 ECTS-Punkten nachgewiesen wird. Der Nachweis ist unabhängig von einem Wechsel der Einrichtung oder des Studiums durch Bestätigungen der im § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannten Einrichtungen zu erbringen. Für eine Verlängerung des Nachweiszeitraumes gelten die für die Verlängerung der Studienzeit genannten Gründe sinngemäß,
c) für volljährige Kinder, die wegen einer vor Vollendung des 21. Lebensjahres oder während einer späteren Berufsausbildung, jedoch spätestens vor Vollendung des 25. Lebensjahres, eingetretenen körperlichen oder geistigen Behinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen,
d) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen dem Abschluss der Schulausbildung und dem Beginn einer weiteren Berufsausbildung, wenn die weitere Berufsausbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Abschluss der Schulausbildung begonnen wird,
e) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes und dem Beginn oder der Fortsetzung der Berufsausbildung, wenn die Berufsausbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach dem Ende des Präsenz- oder Zivildienstes begonnen oder fortgesetzt wird,
f) (Anm.: aufgehoben durch BGBl. I Nr. 111/2010)
g) für volljährige Kinder, die in dem Monat, in dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, den Präsenz- oder Ausbildungsdienst oder Zivildienst leisten oder davor geleistet haben, bis längstens zur Vollendung des 25. Lebensjahres, sofern sie nach Ableistung des Präsenz- oder Ausbildungsdienstes oder Zivildienstes für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer,
h) für volljährige Kinder, die erheblich behindert sind (§ 8 Abs. 5), das 25 Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist; § 2 Abs. 1 lit. b zweiter bis letzter Satz sind nicht anzuwenden,
i) für volljährige Kinder, die sich in dem Monat, in dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, in Berufsausbildung befinden und die vor Vollendung des 24. Lebensjahres ein Kind geboren haben oder an dem Tag, an dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, schwanger sind, bis längstens zur Vollendung des 25. Lebensjahres; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer,
j) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, bis längstens zum erstmöglichen Abschluss eines Studiums, wenn sie
aa) bis zu dem Kalenderjahr, in dem sie das 19. Lebensjahr vollendet haben, dieses Studium begonnen haben, und
bb) die gesetzliche Studiendauer dieses Studiums bis zum erstmöglichen Studienabschluss zehn oder mehr Semester beträgt, und
cc) die gesetzliche Studiendauer dieses Studiums nicht überschritten wird,
k) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, und die sich in Berufsausbildung befinden, wenn sie vor Vollendung des 24. Lebensjahres einmalig in der Dauer von acht bis zwölf Monaten eine freiwillige praktische Hilfstätigkeit bei einer von einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege zugewiesenen Einsatzstelle im Inland ausgeübt haben; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer,
l) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die teilnehmen am
aa) Freiwilligen Sozialjahr nach Abschnitt 2 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012,
bb) Freiwilligen Umweltschutzjahr nach Abschnitt 3 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012,
cc) Gedenkdienst, Friedens- und Sozialdienst im Ausland nach Abschnitt 4 des Freiwilligengesetzes, BGBl. I Nr. 17/2012,
dd) Europäischen Freiwilligendienst nach dem Beschluss Nr. 1719/2006/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. November 2006 über die Einführung des Programms „Jugend in Aktion“ im Zeitraum 2007 - 2013.
(2) Anspruch auf Familienbeihilfe für ein im Abs 1 genanntes Kind hat die Person, zu deren Haushalt das Kind gehört. Eine Person, zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend trägt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach dem ersten Satz anspruchsberechtigt ist.
(3) Im Sinne dieses Abschnittes sind Kinder einer Person
a) deren Nachkommen,
b) deren Wahlkinder und deren Nachkommen,
c) deren Stiefkinder,
d) deren Pflegekinder (§§ 186 und 186 a des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches).
(4) Die Kosten des Unterhalts umfassen bei minderjährigen Kindern auch die Kosten der Erziehung und bei volljährigen Kindern, die für einen Beruf ausgebildet oder in ihrem Beruf fortgebildet werden, auch die Kosten der Berufsausbildung oder der Berufsfortbildung.
(5) Zum Haushalt einer Person gehört ein Kind dann, wenn es bei einheitlicher Wirtschaftsführung eine Wohnung mit dieser Person teilt. Die Haushaltszugehörigkeit gilt nicht als aufgehoben, wenn
a) sich das Kind nur vorübergehend außerhalb der gemeinsamen Wohnung aufhält,
b) das Kind für Zwecke der Berufsausübung notwendigerweise am Ort oder in der Nähe des Ortes der Berufsausübung eine Zweitunterkunft bewohnt,
c) sich das Kind wegen eines Leidens oder Gebrechens nicht nur vorübergehend in Anstaltspflege befindet, wenn die Person zu den Kosten des Unterhalts mindestens in Höhe der Familienbeihilfe für ein Kind beiträgt; handelt es sich um ein erheblich behindertes Kind, erhöht sich dieser Betrag um den Erhöhungsbetrag für ein erheblich behindertes Kind (§ 8 Abs 4).
Ein Kind gilt bei beiden Elternteilen als haushaltszugehörig, wenn diese einen gemeinsamen Haushalt führen, dem das Kind angehört.
(6) Bezieht ein Kind Einkünfte, die durch Gesetz als einkommensteuerfrei erklärt sind, ist bei Beurteilung der Frage, ob ein Kind auf Kosten einer Person unterhalten wird, von dem um jene Einkünfte geminderten Betrag der Kosten des Unterhalts auszugehen; in diesen Fällen trägt eine Person die Kosten des Unterhalts jedoch nur dann überwiegend, wenn sie hiezu monatlich mindestens in einem Ausmaß beiträgt, das betragsmäßig der Familienbeihilfe für ein Kind (§ 8 Abs 2) oder, wenn es sich um ein erheblich behindertes Kind handelt, der Familienbeihilfe für ein erheblich behindertes Kind (§ 8 Abs 2 und 4) entspricht.
(7) Unterhaltsleistungen auf Grund eines Ausgedinges gelten als auf Kosten des Unterhaltsleistenden erbracht, wenn der Unterhaltsleistende mit dem Empfänger der Unterhaltsleistungen verwandt oder verschwägert ist; solche Unterhaltsleistungen zählen für den Anspruch auf Familienbeihilfe auch nicht als eigene Einkünfte des Kindes.
(8) Personen haben nur dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen im Bundesgebiet haben. Eine Person hat den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in dem Staat, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat.
§ 2a FLAG 1967 lautet:
§ 2a. (1) Gehört ein Kind zum gemeinsamen Haushalt der Eltern, so geht der Anspruch des Elternteiles, der den Haushalt überwiegend führt, dem Anspruch des anderen Elternteiles vor. Bis zum Nachweis des Gegenteils wird vermutet, daß die Mutter den Haushalt überwiegend führt.
(2) In den Fällen des Abs. 1 kann der Elternteil, der einen vorrangigen Anspruch hat, zugunsten des anderen Elternteiles verzichten. Der Verzicht kann auch rückwirkend abgegeben werden, allerdings nur für Zeiträume, für die die Familienbeihilfe noch nicht bezogen wurde. Der Verzicht kann widerrufen werden.
§ 4 FLAG 1967 lautet:
§ 4. (1) Personen, die Anspruch auf eine gleichartige ausländische Beihilfe haben, haben keinen Anspruch auf Familienbeihilfe.
(2) Österreichische Staatsbürger, die gemäß Abs. 1 oder gemäß § 5 Abs. 5 vom Anspruch auf die Familienbeihilfe ausgeschlossen sind, erhalten eine Ausgleichszahlung, wenn die Höhe der gleichartigen ausländischen Beihilfe, auf die sie oder eine andere Person (§ 5 Abs. 5) Anspruch haben, geringer ist als die Familienbeihilfe, die ihnen nach diesem Bundesgesetz ansonsten zu gewähren wäre.
(3) Die Ausgleichszahlung wird in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen der gleichartigen ausländischen Beihilfe und der Familienbeihilfe, die nach diesem Bundesgesetz zu gewähren wäre, geleistet.
(4) Die Ausgleichszahlung ist jährlich nach Ablauf des Kalenderjahres, wenn aber der Anspruch auf die gleichartige ausländische Beihilfe früher erlischt, nach Erlöschen dieses Anspruches über Antrag zu gewähren.
(5) Die in ausländischer Währung gezahlten gleichartigen ausländischen Beihilfen sind nach den vom Bundesministerium für Finanzen auf Grund des § 4 Abs. 8 des Umsatzsteuergesetzes 1972, BGBl. Nr. 223/1972, in der „Wiener Zeitung“ kundgemachten jeweiligen Durchschnittskursen in inländische Währung umzurechnen.
(6) Die Ausgleichszahlung gilt als Familienbeihilfe im Sinne dieses Bundesgesetzes; die Bestimmungen über die Höhe der Familienbeihilfe finden jedoch auf die Ausgleichszahlung keine Anwendung.
(7) Der Anspruch auf die Ausgleichszahlung geht auf die Kinder, für die sie zu gewähren ist, über, wenn der Anspruchsberechtigte vor rechtzeitiger Geltendmachung des Anspruches gestorben ist. Sind mehrere anspruchsberechtigte Kinder vorhanden, ist die Ausgleichszahlung durch die Anzahl der anspruchsberechtigten Kinder zu teilen.
Gemäß § 5 Abs. 3 FLAG 1967 besteht unter anderem kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten.
§§ 10, 11, 12, 13 FLAG 1967 lauten:
§ 10. (1) Die Familienbeihilfe wird, abgesehen von den Fällen des § 10a, nur auf Antrag gewährt; die Erhöhung der Familienbeihilfe für ein erheblich behindertes Kind (§ 8 Abs. 4) ist besonders zu beantragen.
(2) Die Familienbeihilfe wird vom Beginn des Monats gewährt, in dem die Voraussetzungen für den Anspruch erfüllt werden. Der Anspruch auf Familienbeihilfe erlischt mit Ablauf des Monats, in dem eine Anspruchsvoraussetzung wegfällt oder ein Ausschließungsgrund hinzukommt.
(3) Die Familienbeihilfe und die erhöhte Familienbeihilfe für ein erheblich behindertes Kind (§ 8 Abs. 4) werden höchstens für fünf Jahre rückwirkend vom Beginn des Monats der Antragstellung gewährt. In bezug auf geltend gemachte Ansprüche ist § 209 Abs. 3 der Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961, anzuwenden.
(4) Für einen Monat gebührt Familienbeihilfe nur einmal.
(5) Minderjährige, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, bedürfen zur Geltendmachung des Anspruches auf die Familienbeihilfe und zur Empfangnahme der Familienbeihilfe nicht der Einwilligung des gesetzlichen Vertreters.
§ 11. (1) Die Familienbeihilfe wird, abgesehen von den Fällen des § 4, monatlich durch das Wohnsitzfinanzamt automationsunterstützt ausgezahlt.
(2) Die Auszahlung erfolgt durch Überweisung auf ein Girokonto bei einer inländischen oder ausländischen Kreditunternehmung. Bei berücksichtigungswürdigen Umständen erfolgt die Auszahlung mit Baranweisung.
(3) Die Gebühren für die Auszahlung der Familienbeihilfe im Inland sind aus allgemeinen Haushaltsmitteln zu tragen.
§ 12. (1) Das Wohnsitzfinanzamt hat bei Entstehen oder Wegfall eines Anspruches auf Familienbeihilfe eine Mitteilung auszustellen. Eine Mitteilung über den Bezug der Familienbeihilfe ist auch über begründetes Ersuchen der die Familienbeihilfe beziehenden Person auszustellen.
(2) Wird die Auszahlung der Familienbeihilfe eingestellt, ist die Person, die bislang die Familienbeihilfe bezogen hat, zu verständigen.
§ 13. Über Anträge auf Gewährung der Familienbeihilfe hat das nach dem Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthalt der antragstellenden Person zuständige Finanzamt zu entscheiden. Insoweit einem Antrag nicht oder nicht vollinhaltlich stattzugeben ist, ist ein Bescheid zu erlassen.
§ 53 FLAG 1967 lautet:
§ 53. (1) Staatsbürger von Vertragsparteien des Übereinkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sind, soweit es sich aus dem genannten Übereinkommen ergibt, in diesem Bundesgesetz österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt. Hiebei ist der ständige Aufenthalt eines Kindes in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraums nach Maßgabe der gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen dem ständigen Aufenthalt eines Kindes in Österreich gleichzuhalten.
(2) Die Gleichstellung im Sinne des Abs. 1 gilt auch im Bereich der Amtssitzabkommen sowie Privilegienabkommen, soweit diese für Angestellte internationaler Einrichtungen und haushaltszugehörige Familienmitglieder nicht österreichischer Staatsbürgerschaft einen Leistungsausschluss aus dem Familienlastenausgleich vorsehen.
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Normen und Schlagworte
- § 278 Abs. 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 115 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 119 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 138 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 166 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 167 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 183 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 270 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 278 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 2a FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 4 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 10 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 53 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 33 Abs. 3 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 85 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- §§ 92 bis 96 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 2 Abs. 1 Satz 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 2 Abs. 1 Satz 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 2 Abs. 5 lit. c FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 8 Abs. 2 Z 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- BFG-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
- Geschäftszahl
- RV/7103017/2017
- ECLI
- ECLI:AT:BFG:2017:RV.7103017.2017
- Stammnummer
- 116263
- Gültig
- 26.07.2017 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF