Findok · Richtlinien
ZustRL Rz 167–176
3.34. Zuständigkeitsbegründende Normen im Familienlastenausgleichsgesetz
geltende FassungRichtlinie2025-0.108.435gilt ab 12.02.2025
Wortlaut laut Findok
3.34. Zuständigkeitsbegründende Normen im Familienlastenausgleichsgesetz
3.34.1. Mehrkindzuschlag
Rz 167:
Für die Gewährung des Mehrkindzuschlags ist das für die Erhebung der Abgaben vom Einkommen zuständige Finanzamt zuständig (§ 9b Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
Diese Norm kann die Zuständigkeit entweder des Finanzamtes Österreich oder des Finanzamtes für Großbetriebe begründen.
3.34.2. Familienbeihilfe
Rz 168:
Für die Gewährung der Familienbeihilfe ist das Finanzamt Österreich zuständig (§ 13 Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.34.3. Schulfahrtbeihilfe
Rz 169:
Für die Gewährung der Schulfahrtbeihilfe ist das Finanzamt Österreich zuständig (§ 30e Abs. 2 Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.34.4. Fahrtenbeihilfe für Lehrlinge
Rz 170:
Für die Gewährung der Fahrtenbeihilfe für Lehrlinge ist das Finanzamt Österreich zuständig (§ 30p Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.34.5. Unentgeltliche Schulbücher
Rz 171:
In Angelegenheiten des Abschnittes 1c Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (Unentgeltliche Schulbücher) ist das Finanzamt Österreich zuständig (§§ 31c Abs. 2 und 4, 31d Abs. 4 und 31e dritter Satz Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.34.6. Dienstgeberbeitrag
Rz 172:
Für die Erhebung des Dienstgeberbeitrags ist das für die Erhebung der Lohnsteuer zuständige Finanzamt zuständig (§ 43 Abs. 1 Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.34.7. Beitrag von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben
Rz 173:
Für die Erhebung des Beitrages von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben zum Familienlastenausgleichsfonds ist das Finanzamt Österreich zuständig (§ 44 Abs. 2 Familienlastenausgleichsgesetz 1967).
3.35. Beitrag zur Unfallversicherung
Rz 174:
Die Beiträge zur Unfallversicherung nach § 30 Abs. 3 (Zuschlag gemäß § 22 Abs. 2 lit. b) Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) hebt das Finanzamt Österreich ein.
3.36. Landwirtschaftskammerumlagen
Rz 175:
Die Erhebung von Kammerumlagen für die Landwirtschaftskammern ist durch die die Landwirtschaftskammern regelnden Gesetze der Länder den Abgabenbehörden des Bundes übertragen. Das gilt nicht für die Länder Wien und Vorarlberg.
Die Bestimmungen finden sich in
§ 25 Abs. 8 Burgenländisches Landwirtschaftskammergesetz
§ 32 Abs. 6 Kärntner Landwirtschaftskammergesetz 1991
§ 29 Abs. 8 NÖ Landwirtschaftskammergesetz
§ 40 Abs. 5 Oö. Landwirtschaftskammergesetz 1967
§ 38 Abs. 5 Salzburger Landwirtschaftskammergesetz 2000
§ 32 Abs. 7 Landwirtschaftskammergesetz (Steiermark)
§ 25 Abs. 4 Tiroler Landwirtschaftskammer- und Landarbeiterkammergesetz.
Nach diesen Landesgesetzen ist Abgabenbehörde jenes Finanzamt, das den die Beitragsgrundlage der Kammerumlage bildenden Grundsteuermessbetrag bzw. besonderen Messbetrag festzusetzen hat (Finanzamt Österreich). Nur im steiermärkischen Landwirtschaftskammergesetz erfolgt eine Übertragung pauschal auf "die Abgabenbehörden des Bundes". In diesem Fall ergibt sich die Zuständigkeit des Finanzamtes Österreich aus § 60 Abs. 1 Z 1 BAO.
3.37. Beitrag zum Salzburger Tourismusförderungsfonds
Rz 176:
Das Salzburger Tourismusgesetz 2003 überträgt die Festsetzung und Einhebung der Fondsbeiträge nach § 50 lit. a und § 51 lit. a leg. cit. den Abgabenbehörden des Bundes. Abgabenbehörde nach dieser Bestimmung ist jenes Finanzamt, das den dem Fondsbeitrag zugrunde liegenden Grundsteuermessbetrag festzusetzen hat. Das ist gemäß § 30a GrStG 1955 das Finanzamt Österreich (siehe oben, Rz 141).
3.37a. Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz
Rz 176a:
Für die Registrierung von Plattformbetreibern (§ 7 Abs. 4 DPMG), die Mahnung von meldenden Plattformbetreibern (§ 10 Abs. 1 DPMG), den Widerruf der Registrierung von beharrlich die Meldepflicht verletzenden Plattformbetreibern (§ 10 Abs. 2 DPMG), die Beantragung der Löschung von in Österreich registrierten meldenden Plattformbetreibern aus dem zentralen Register (§ 11 DPMG) und die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften der §§ 7 bis 25 DPMG (§ 26 DPMG) ist das Finanzamt Österreich zuständig; siehe oben, Rz 51a.
3.37b. Energiekrisenbeitrag-Strom
Rz 176b:
Zuständig für die Erhebung des Energiekrisenbeitrages-Strom ist jenes Finanzamt, das für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständig ist.
3.37c. Energiekrisenbeitrag-fossile Energieträger
Rz 176c:
Zuständig für die Erhebung des Energiekrisenbeitrages-fossile Energieträger ist das Finanzamt für Großbetriebe.
3.37d. Mindestbesteuerungsgesetz
Rz 176d:
Für die Erhebung der Mindeststeuer ist das Finanzamt für Großbetriebe zuständig (§ 78 MinBestG).
3.37e. ORF-Gesetz
Rz 176e:
Für die Abwicklung der Gewährung der Kompensation gemäß § 31 Abs. 11 ORF-Gesetz für den Entfall des Vorsteuerabzugs, der bis zum 31. Dezember 2023 für Leistungen zur Erbringung des öffentlich-rechtlichen Auftrags zu gewähren war, ist das Finanzamt für Großbetriebe zuständig (§ 31 Abs. 14 dritter Satz ORF-Gesetz).
Rz 176f:
3.37f. EU-Vollstreckungsamtshilfegesetz
Rz 176f:
Vollstreckungsbehörden im Sinne des EU-Vollstreckungsamtshilfegesetzes sind, neben dem Zollamt Österreich (§ 4 Z 2 EU-VAHG), die Finanzämter (§ 4 Z 1 EU-VAHG). An welches der beiden Finanzämter der Geschäftsbereich Zentralstelle Internationale Zusammenarbeit des Amts für Betrugsbekämpfung das eingehende Ersuchen weiterzuleiten hat, richtet sich nach den allgemeinen Zuständigkeitsregelungen der Bundesabgabenordnung. Ist der Schuldner in Österreich steuerlich erfasst und besteht eine Zuständigkeit des Finanzamtes für Großbetriebe gemäß § 61 BAO, ist das eingehende Ersuchen an das Finanzamt für Großbetriebe weiterzuleiten. In den übrigen Fällen des § 4 Z 1 EU-VAHG ist das eingehende Ersuchen an das Finanzamt Österreich weiterzuleiten.
3.37g. Rückerstattungsanspruch gemäß § 14 COFAG-NoAG
Rz 176g:
Für die Erhebung des Rückerstattungsanspruchs (§ 14 COFAG-NoAG) ist jenes Finanzamt zuständig, das für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständig ist. Ist der Vertragspartner nicht Unternehmer im Sinne des § 2 UStG 1994, BGBl. Nr. 663/1994, ist das Finanzamt zuständig, das für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständig wäre, wenn er Unternehmer im Sinne des § 2 UStG 1994 wäre (§ 17 COFAG-NoAG).
Normen und Schlagworte
- § 9b FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 13 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 30e Abs. 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 30p FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 31c Abs. 2 und 4 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 31d Abs. 4 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 31e dritter Satz FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 43 Abs. 1 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 44 Abs. 2 FLAG 1967, Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl. Nr. 376/1967
- § 30 Abs. 3 BSVG, Bauern-Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 559/1978
- § 22 Abs. 2 lit. b BSVG, Bauern-Sozialversicherungsgesetz, BGBl. Nr. 559/1978
- § 25 Abs. 8 Burgenländisches Landwirtschaftskammergesetz, LGBl. Nr. 76/2002
- § 32 Abs. 6 Kärntner Landwirtschaftskammergesetz 1991, LGBl. Nr. 127/1991
- § 29 Abs. 8 NÖ Landwirtschaftskammergesetz, LGBl. 6000-0
- § 40 Abs. 5 Oö. Landwirtschaftskammergesetz 1967, LGBl. Nr. 55/1967
- § 38 Abs. 5 Sbg. LWK-G, Salzburger Landwirtschaftskammergesetz 2000, LGBl. Nr. 1/2000
- § 32 Abs. 7 Stmk. Landwirtschaftskammergesetz, Steiermärkisches Landwirtschaftskammergesetz, LGBl. Nr. 14/1970
- § 25 Abs. 4 Tiroler Landwirtschaftskammer- und Landarbeiterkammergesetz, LGBl. Nr. 72/2006
- § 60 Abs. 1 Z 1 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- S.TG 2003, Salzburger Tourismusgesetz 2003, LGBl. Nr. 43/2003
- § 50 lit. a S.TG 2003, Salzburger Tourismusgesetz 2003, LGBl. Nr. 43/2003
- § 51 lit. a S.TG 2003, Salzburger Tourismusgesetz 2003, LGBl. Nr. 43/2003
- § 30a GrStG 1955, Grundsteuergesetz 1955, BGBl. Nr. 149/1955
- § 7 Abs. 4 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- § 10 Abs. 1 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- § 10 Abs. 2 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- § 11 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- §§ 7 bis 25 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- § 26 DPMG, Digitale Plattformen-Meldepflichtgesetz, BGBl. I Nr. 108/2022
- § 78 MinBestG, Mindestbesteuerungsgesetz, BGBl. I Nr. 187/2023
- § 31 Abs. 11 ORF-G, ORF-Gesetz, BGBl. Nr. 379/1984
- § 31 Abs. 14 dritter Satz ORF-G, ORF-Gesetz, BGBl. Nr. 379/1984
- § 4 Z 2 EU-VAHG, EU-Vollstreckungsamtshilfegesetz, BGBl. I Nr. 112/2011
- § 4 Z 1 EU-VAHG, EU-Vollstreckungsamtshilfegesetz, BGBl. I Nr. 112/2011
- § 61 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 14 COFAG-NoAG, COFAG-Neuordnungs- und Abwicklungsgesetz, BGBl. I Nr. 86/2024
- § 2 UStG 1994, Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994
- § 17 COFAG-NoAG, COFAG-Neuordnungs- und Abwicklungsgesetz, BGBl. I Nr. 86/2024
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- Richtlinien
- Dokumenttyp
- Richtlinie
- Geschäftszahl
- 2025-0.108.435
- GZ der Erstfassung
- 2021-0.891.220
- Amtl. Veröffentlichung
- AV Nr. 172/2021
- Stammnummer
- 80792
- Enthalten in Fassung
- 4 (geltend: 4)
- Gültig
- 12.02.2025 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:11
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF