Findok · UFS-Entscheidungen
UFSW RV/1891-W/05
Haftungsbescheid, Selbstberechnungsabgaben nicht entrichtet
geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Referent)RV/1891-W/05vom 12.04.2007
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Berufungsentscheidung
Der unabhängige Finanzsenat
hat über die Berufung des Z.B., (Bw.) vertreten durch Mag. Robert
Igali-Igalffi, RA, 1030 Wien, Landstraßer Hauptstr. 34, vom
23. August 2004 gegen den Haftungsbescheid des Finanzamtes für den 2.
und 20. Bezirk vom 20. Juli 2004 gemäß
§§ 9 ff BAO
entschieden:
Der Berufung
wird teilweise Folge gegeben und die Haftung auf folgende Beträge
eingeschränkt:
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Abgabenart
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Zeitraum
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Betrag
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SZ
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2001
|
389,60
|
U
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12/99
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924,40
|
U
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4/00
|
147,89
|
U
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11/00
|
396,58
|
L
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7/00
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196,43
|
L
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8/00
|
505,00
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L
|
9/00
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223,18
|
L
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10/00
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223,18
|
L
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11/00
|
206,83
|
L
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1/01
|
229,86
|
L
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2/01
|
226,45
|
L
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3/01
|
229,86
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K
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1999
|
272,52
|
K
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4-6/2000
|
675,57
|
EG
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2001
|
2,55
|
ST
|
2001
|
379,72
|
SZ
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1999
|
57,56
|
SZ
|
2000
|
355,44
|
DZ
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2000
|
279,50
|
DZ
|
7/00
|
13,59
|
DZ
|
8/00
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23,84
|
DZ
|
9/00
|
9,23
|
DZ
|
10/00
|
9,23
|
DZ
|
11/00
|
16,21
|
DZ
|
1/01
|
9,08
|
DZ
|
2/01
|
9,01
|
DZ
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3/01
|
9,08
|
DZ
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1-10/01
|
141,78
|
Z
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1999
|
153,49
|
Z
|
9/99
|
495,41
|
Z
|
11/99
|
134,52
|
Z
|
12/99
|
177,61
|
Z
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1/00
|
231,75
|
Z
|
2/00
|
169,40
|
Z
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6/00
|
88,08
|
Z
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8/00
|
270,42
|
Z
|
9/00
|
396,28
|
Z
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11/00
|
31,76
|
Z
|
12/00
|
413,94
|
Z
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1-4/01
|
98,43
|
Z
|
6-7/01
|
225,29
|
EG
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2001
|
948,97
|
L
|
2000
|
2.447,36
|
L
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1-10/01
|
1.673,58
|
DB
|
2000
|
2.411,94
|
DB
|
1-10/01
|
1.249,39
|
U
|
1999
|
1.579,62
|
U
|
7/99
|
3.005,90
|
U
|
1/00
|
1.740,73
|
U
|
2/00
|
2.117,18
|
U
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8/00
|
3.380,38
|
U
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9/00
|
4.953,60
|
U
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12/00
|
5.174,74
|
U
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6/00
|
1.101,28
|
K
|
7-9/00
|
617,72
|
K
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10-12/00
|
345,19
|
DB
|
7/00
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117,37
|
DB
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8/00
|
206,17
|
DB
|
9/00
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79,58
|
DB
|
10/00
|
79,58
|
DB
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11/00
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140,29
|
DB
|
1/01
|
79,87
|
DB
|
2/01
|
79,36
|
DB
|
3/01
|
79,87
Summe € 42.659,22
Entscheidungsgründe
Das Finanzamt für den 2. und 20. Bezirk hat mit
Haftungsbescheid vom 20. Juli 2004 den Bw. für Abgabenschuldigkeiten der
BDGesmbH zur Haftung herangezogen:
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Abgabenart
|
Zeitraum
|
Betrag
|
SZ
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2001
|
389,60
|
U
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12/99
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924,40
|
U
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4/00
|
147,89
|
U
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11/00
|
396,58
|
L
|
7/00
|
196,43
|
L
|
8/00
|
505,00
|
L
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9/00
|
223,18
|
L
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10/00
|
223,18
|
L
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11/00
|
206,83
|
L
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1/01
|
229,86
|
L
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2/01
|
226,45
|
L
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3/01
|
229,86
|
K
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1999
|
272,52
|
K
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4-6/2000
|
675,57
|
EG
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2001
|
2,55
|
ST
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2001
|
379,72
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SZ
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1999
|
57,56
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SZ
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2000
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355,44
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DZ
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2000
|
279,50
|
DZ
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7/00
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13,59
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DZ
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8/00
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23,84
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DZ
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9/00
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9,23
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DZ
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10/00
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9,23
|
DZ
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11/00
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16,21
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DZ
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1/01
|
9,08
|
DZ
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2/01
|
9,01
|
DZ
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3/01
|
9,08
|
DZ
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1-10/01
|
141,78
|
Z
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1999
|
153,49
|
Z
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9/99
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495,41
|
Z
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11/99
|
134,52
|
Z
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12/99
|
177,61
|
Z
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1/00
|
231,75
|
Z
|
2/00
|
169,40
|
Z
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6/00
|
88,08
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Z
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8/00
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270,42
|
Z
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9/00
|
396,28
|
Z
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11/00
|
31,76
|
Z
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12/00
|
413,94
|
Z
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1-4/01
|
98,43
|
Z
|
6-7/01
|
225,29
|
EG
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2001
|
948,97
|
L
|
2000
|
2.447,36
|
L
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1-10/01
|
1.673,58
|
DB
|
2000
|
2.411,94
|
DB
|
1-10/01
|
1.249,39
|
U
|
1999
|
1.579,62
|
U
|
7/99
|
3.005,90
|
U
|
1/00
|
1.740,73
|
U
|
2/00
|
2.117,18
|
U
|
8/00
|
3.380,38
|
U
|
9/00
|
4.953,60
|
U
|
12/00
|
5.174,74
|
U
|
1/02
|
2.804,48
|
K
|
4-6/02
|
437,00
|
SZ
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2002
|
56,09
|
K
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7-9/02
|
437,00
|
K
|
10-12/02
|
439,00
|
K
|
1-3/03
|
437,00
|
K
|
4-6/03
|
437,00
|
K
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7-9/03
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437,00
|
K
|
10-12/03
|
439,00
|
U
|
6/00
|
1.101,28
|
K
|
7-9/00
|
617,72
|
K
|
10-12/00
|
345,19
|
DB
|
7/00
|
117,37
|
DB
|
8/00
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206,17
|
DB
|
9/00
|
79,58
|
DB
|
10/00
|
79,58
|
DB
|
11/00
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140,29
|
DB
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1/01
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79,87
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DB
|
2/01
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79,36
|
DB
|
3/01
|
79,87
Summe € 48.582,79
Dagegen richtet sich die Berufung vom 23. August 2004 in der
ausgeführt wird, dass die Abgabenschuldigkeiten erst nach
Zahlungsunfähigkeit der BDGesmbH fällig geworden seien und dem Bw.
daher keine schuldhafte Pflichtverletzung anzulasten sei. Es habe keine
Gläubigerbevorzugung gegeben, die entsprechende Aufstellung werde umgehend
nachgereicht.
Mit Berufungsvorentscheidung vom 29. Juni 2005 wurde die
Berufung als unbergründet abgewiesen und dazu ausgeführt, dass es
Sache des Geschäftsführers gewesen wäre den Nachweis zu
erbringen, welcher Betrag bei Gleichbehandlung sämtlicher Gläubiger,
bezogen auf die jeweiligen Fälligkeitszeitpunkte einerseits und das
Vorhandensein liquider Mittel anderererseits an die Abgabenbehörde zu
entrichten gewesen wäre.
Am 20. Juli 2005 wurde ein Vorlageantrag gestellt und eine
weitere Bekämpfung des Berufungsbescheides mit gesonderter
ausführlicher Begründung in Aussicht gestellt.
Ein weiterer diesbezüglicher Schriftsatz oder eine
Aufstellung zur Mittelverwendung liegen nicht vor.
Über
die Berufung wurde erwogen:
Gemäß
§ 80 Abs. 1 BAO haben die zur
Vertretung juristischer Personen Berufenen alle Pflichten zu erfüllen, die
den von ihnen Vertretenen obliegen und insbesondere dafür Sorge zu tragen,
dass die Abgaben aus den Mitteln, die sie verwalten, entrichtet werden.
Gemäß
§ 9 Abs. 1 BAO haften die in
§ 80 Abs. 1 BAO erwähnten Personen neben den durch sie vertretenen
Abgabepflichtigen für diese Abgaben insoweit, als die Abgaben infolge
schuldhafter Verletzung der Ihnen auferlegten Pflichten nicht eingebracht werden
konnten.
Nach § 9 Abs.1 BAO liegt demnach eine Ausfallshaftung
dar, somit ist zunächst festzustellen, dass am 4. Februar 2002 über
das Vermögen der Gesellschaft ein Anschlusskonkursverfahren eröffnet
wurde. Der Konkurs wurde am 1.12.2003 mangels Kostendeckung aufgehoben und die
Firma wegen Vermögenslosigkeit gelöscht.
Die Außenstände können beim
Primärschuldner daher nicht mehr eingebracht werden.
Unbestritten fungierte der Bw. ab 16. Juli 1999 bis 4.
Februar 2002 als handelsrechtlicher Geschäftsführer, daher oblag ihm
generell die Obsorge für die Erfüllung der abgabenrechtlichen
Verpflichtungen der BDGesmbH im Zeitraum seiner handelsrechtlichen
Geschäftsführung.
Da der Haftungsbescheid jedoch unrichtig von einem
längeren Zeitraum einer Verantwortung des Bw. ausgeht als durch das
Firmenbuch belegt ist, fällt nach Ansicht der Rechtsmittelbehörde
betreffend Umsatzsteuer 1/2002, K 4-6/2002, SZ 2002, K 7-9/2002, K 10-12/2002
und K 2003 die Verpflichtung zur Entrichtung der Abgaben nicht mehr in die
Zuständigkeit des Bw.
Zur Frage einer schuldhaften Pflichtverletzung und der
dadurch bewirkten Uneinbringlichkeit von Abgabenschuldigkeiten ist
auszuführen:
Gemäß
§ 1298 ABGB obliegt dem, der vorgibt,
dass er an der Erfüllung seiner gesetzlichen Verpflichtungen ohne sein
Verschulden verhindert war, der Beweis.
Daraus ist abzuleiten, dass der wirksam bestellte Vertreter
einer juristischen Person, der die Abgaben der juristischen Person nicht
entrichtet hat, für diese Abgaben haftet, wenn sie bei der juristischen
Person nicht eingebracht werden können und er nicht beweist, dass die
Abgaben ohne sein Verschulden nicht entrichtet werden konnten.
Gemäß
§ 21 Abs. 1 UStG hat der Unternehmer
spätestens am 15. Tag des auf den Kalendermonat zweit folgenden
Kalendermonats eine Voranmeldung einzureichen und eine sich ergebende
Vorauszahlung zu entrichten, was in den gegenständlichen Zeiträumen
nicht erfolgt ist, woraus sich die Haftung des Bw. ergibt.
Die Umsatzsteuervoranmeldungen für 12/1999 und 4/2000
wurden erst am 10. Oktober 2000 eingereicht und die Vorauszahlungen nicht
entrichtet.
Die Umsatzsteuervoranmeldung für 11/2000 wurde erst am
23. April 2001 eingereicht und die Vorauszahlung nicht entrichtet.
Für den Monat Juli 1999 wurde am 10. Oktober 2000 eine
berichtigte Umsatzsteuervoranmeldung eingereicht und die Nachzahlung nicht
entrichtet.
Die Umsatzsteuerjahreserklärung für das Jahr 1999
wurde nicht eingereicht, daher mussten die Besteuerungsgrundlagen im
Schätzungsweg ermittelt werden, der Bescheid erging am 2. Oktober
2001.
Geht einem Haftungsbescheid ein Abgabenbescheid voraus, so
ist die Behörde daran gebunden und hat sich in der Entscheidung zur
Heranziehung zur Haftung an den Abgabenbescheid zu halten (VwGH 17.10. 2001,
2001/13/0127).
Die Voranmeldungen für Jänner und Februar und Juni
2000 wurden gleichfalls erst am 10. Oktober 2000 nachgereicht und die
geschuldeten Beträge nicht entrichtet.
Die Voranmeldungen für 8,9 und 12/2000 wurden erst am
23. April 2001 eingebracht und die Zahllasten nicht entrichtet.
Der Bw. hat es demgemäß unterlassen seinen
monatlichen Melde- und Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und hat somit
pflichtwidrig gehandelt.
Gemäß
§ 24 Abs. 3 Z 1 KStG sind auf die
Veranlagung und Entrichtung der Körperschaftsteuer die Bestimmungen des
Einkommensteuergesetzes 1998 sinngemäß anzuwenden (§§ 45,
46 EStG). Demnach wären die gegenständlichen
Körperschaftsteuervorauszahlungen zu den gesetzlich vorgesehenen Terminen
zu entrichten gewesen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Gesellschaft im
Juli 1999 die Arbeit aufgenommen hat und ihren steuerlichen Verpflichtungen von
Anfang an in keinster Weise nachgekommen ist. Erst im Herbst 2000 wurden
zahlreiche Umsatzsteuervoranmeldungen nachgereicht, Bilanzen und
Jahressteuererklärungen liegen überhaupt nicht vor. Zahlungen wurden
grundsätzlich nicht zu den gesetzlichen Terminen, sondern im Rahmen von
Vereinbarungen mit der Einbringungsstelle saldowirksam geleistet (letzte Zahlung
im Juil 2001). Das Unternehmen wurde erst Ende Februar 2002 geschlossen, daher
ist davon auszugehen, dass im Herbst 2001 generell noch Geldmittel zur
Einteilung vorhanden waren.
Wenn die Mittel zur Entrichtung aller Verbindlichkeiten
fehlen, ist es Sache des Bw. nachzuweisen, dass er die vorhandenen Mittel
anteilig für die Begleichung aller Verbindlichkeiten verwendet hat (VwGH
18. Oktober 1995, 91/13/0037, 0038).
Dieser Nachweis wurde nicht erbracht.
Nach dem Erkenntnis des verstärkten Senates des VwGH
vom 18.10.1995, 91/13/0037 fällt es einem Vertreter im Sinne des § 80
ff BAO als Verschulden zur Last, wenn er Löhne ausbezahlt, aber die darauf
entfallende Lohnsteuer nicht an das Finanzamt abführt.
Reichen die dem Arbeitgeber zur Verfügung stehenden
Mittel zur Zahlung des vollen vereinbarten Arbeitslohnes nicht aus, so hat er
gemäß
§ 76 Abs.3 Einkommensteuergesetz die Lohnsteuer von dem
tatsächlich zur Auszahlung gelangenden niedrigeren Betrag zu berechnen und
einzubehalten.
In der Nichtbeachtung dieser Verpflichtung ist ein
schuldhaftes Verhalten zu erblicken.
Nach § 79 Abs. 1 EStG hat der Arbeitgeber die gesamte
Lohnsteuer, die in einem Kalendermonat einzubehalten war, spätestens am 15.
Tag nach Ablauf des Kalendermonates in einem Betrag an das Finanzamt der
Betriebsstätte abzuführen.
Die Lohnabgaben (L, DB, DZ) für die Monate 7-11/2000
und 1-3/2001 wurden zwar zu den gesetzlichen Terminen gemeldet jedoch nicht
entrichtet.
Am 23. Jänner 2001 und am 26. November 2001 wurden
zusätzlich Festsetzungen der für die Zeiträume 2000 und 1-10/2001
bisher nicht gemeldeten Lohnabgaben vorgenommen.
Gemäß
§ 7 Abs. 2 BAO erstrecken sich
persönliche Haftungen auch auf Nebenansprüche
(Säumniszuschläge, Verspätungsgebühren und
Eintreibungsgebühren).
Nach Lehre und Rechtssprechung ist die Heranziehung zur
Haftung in das Ermessen der Abgabenbehörde gestellt, wobei die
Ermessensentscheidung im Sinne des § 20 BAO innerhalb der vom Gesetz
gezogenen Grenzen nach Billigkeit und Zweckmäßigkeit unter
Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände zu treffen ist.
Dem Gesetzesbegriff "Billigkeit" ist dabei die Bedeutung "berechtigte Interessen
der Partei", dem Gesetzesbegriff "Zweckmäßigkeit" die Bedeutung
"öffentliches Anliegen an der Einbringung der Abgaben" beizumessen. Von
einer ermessenswidrigen Inanspruchnahme wird vor allem dann gesprochen, wenn die
Abgabenschuld vom Hauptschuldner ohne Gefährdung und ohne Schwierigkeit
rasch eingebracht werden kann.
Ist eine Einbringlichmachung beim Primärschuldner
unzweifelhaft nicht gegeben, kann die Frage der Einbringlichkeit der
Haftungsschuld beim Haftenden von der Abgabenbehörde bei ihren
Zweckmäßigkeitsüberlegungen vernachlässigt werden (VwGH
16.12.1999, 97/16/0006).
Die Berufung war spruchgemäß zu entscheiden.
Wien, am 12.
April 2007
Normen und Schlagworte
- § 80 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
- § 9 BAO, Bundesabgabenordnung, BGBl. Nr. 194/1961
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- UFS-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Berufungsentscheidung - Steuer (Referent)
- Geschäftszahl
- RV/1891-W/05
- Stammnummer
- 27841
- Gültig
- 12.04.2007 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF