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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7100547/2020

In Österreich arbeitender Drittstaatsangehöriger mit rechtmäßigem Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7100547/2020vom 08.04.2022Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Rechtssatz

Der Anwendungsbereich der VO 883/2004 wird auf Grund der VO 1231/2010 für jene Drittstaatsangehörigen (und deren Familienangehörige und Hinterbliebenen) erstreckt, die sich (im Entscheidungszeitraum) rechtmäßig in einem anderen Mitgliedstaat aufhalten. Hat ein Drittstaatsangehöriger seinen rechtmäßigen Wohnort in der Tschechischen Republik und arbeitet er in Österreich, ist gemäß Art. 1 VO 1231/2010 der Anwendungsbereich der VO 883/2004 eröffnet.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke über die Beschwerde des ***2*** ***3*** ***4*** ***1***, ***5***, ***6***, Österreich, bzw. ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, vom 7.3.2019, Postaufgabe 12.3.2019, gegen den Bescheid des damaligen Finanzamts Wien 2/20/21/22, nunmehr Finanzamt Österreich, 1220 Wien, Dr. Adolf Schärf-Platz 2, vom 8.2.2019, wonach der Antrag vom 30.8.2018 auf Familienbeihilfe für den im April 2016 geborenen ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** von Dezember 2016 bis Februar 2018 und für die im Juni 2017 geborene ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** von Juni 2017 bis Februar 2018 abgewiesen wurde, Sozialversicherungsnummer ***13***, zu Recht erkannt: I. Die Beschwerde wird gemäß § 279 BAO teilweise Folge gegeben. 1.Soweit der Bescheid die Zeiträume Mai 2017 bis Februar 2018 (betreffend ***2*** ***10*** ***4*** ***1***) und die Zeiträume Juni 2017 bis Februar 2018 (betreffend ***12*** ***11*** ***4*** ***1***) betrifft, wird dieser ersatzlos aufgehoben. 2.Für die Zeiträume Dezember 2016 bis April 2017 (betreffend ***2*** ***10*** ***4*** ***1***) bleibt der Spruch des angefochtenen Bescheids unverändert. II. Gegen dieses Erkenntnis ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 B-VG zulässig. Entscheidungsgründe Antrag Mit am 30.8.2018 beim Finanzamt Hollabrunn Korneuburg Tulln eingelangtem (unterfertigt am 8.8.2018) Formular Beih 1 stellte der Beschwerdeführer (Bf) ***2*** ***3*** ***4*** ***1*** Antrag auf Familienbeihilfe und gab an: Er sei Staatsbürger Kameruns, seit 2015 mit ***21*** ***4*** ***1*** verheiratet, tschechische Staatsbürgerin, die sich zur Zeit in Karenz befinde und auf die ihr gemäß § 2a Abs. 1 FLAG 1967 vorrangig zustehende Familienbeihilfe verzichte und arbeite bei einem näher bezeichneten Arbeitgeber in Wien. Beantragt werde ohne Angabe eines Beginnzeitpunkts Familienbeihilfe für die die im Juni 2017 geborene Tochter ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** und den im April 2016 geborenen Sohn ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, die beide mit ihren Eltern, dem Bf und seiner Ehegattin, im gemeinsamen Haushalt wohnten und deren Unterhaltskosten der Bf überwiegend trage. Gleichzeitig wurde ein Formular Beih 38 übermittelt, wonach ein Antrag auf Gewährung einer Ausgleichszahlung gestellt wird. Die Angaben in diesem Formular sind mit jenen im Formular Beih 1 mit dem Unterschied ident, dass für ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** Ausgleichszahlung für den Zeitraum ab Dezember 2016 und für ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** für den Zeitraum ab Juni 2017 beantragt wird. Folgende Unterlagen waren beigefügt: Geburtsurkunde für die im Juni 2017 in Znojmo geborene Tochter ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** als Verwandte in gerader absteigender Linie Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***12*** ***11*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag ihren Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** als Verwandte in gerader absteigender Linie Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag seinen Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Heiratsurkunde vom März 2015, wonach in Znojmo ***2*** ***3*** ***4*** ***1*** und ***21*** ***22*** die Ehe geschlossen haben und der Familienname ***4*** ***1*** laute Dienstvereinbarung der ***14*** KG, Wien mit dem Bf vom Juni 2017 über ein Arbeitsverhältnis zu 30 Wochenstunden auf unbestimmte Zeit und einem Nettolohn von € 773,25/Monat Aufenthaltskarte für Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers für den Bf vom 20.6.2018, gültig bis 20.6.2023 Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***21*** ***4*** ***1*** als Arbeitnehmerin Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***2*** ***3*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Kamerun, seit diesem Tag seinen Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***21*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag ihren Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Entscheidung (Rozhodnutí) des Úřad práce Čescké republiky - Krajská poboča v Brně (Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn) vom 16.10.2017 an ***21*** ***4*** ***1*** betreffend ***12*** ***11*** ***4*** ***1***, beide ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, wonach der Anspruch auf Kindergeld (Přídavek na dítě) mit 30.6.2017 geendet habe, da ***21*** ***4*** ***1*** am 3.7.2017 zu Protokoll gegeben habe, dass der Ehemann seit 19.7.2017 in Österreich beschäftigt sei und sie selbst kein Arbeitsverhältnis in der Tschechischen Republik habe, sei gemäß Art. 1, 11 und 68 der VO 883/2004 ab 1.7.2017 Österreich der zur Erbringung von Familienleistungen zuständige Staat. Entscheidung (Rozhodnutí) des Úřad práce Čescké republiky - Krajská poboča v Brně (Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn) vom 16.10.2017 an ***21*** ***4*** ***1*** betreffend ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, beide ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, wonach der Anspruch auf Kindergeld (Přídavek na dítě) mit 30.6.2017 geendet habe, da ***21*** ***4*** ***1*** am 3.7.2017 zu Protokoll gegeben habe, dass der Ehemann seit 19.7.2017 in Österreich beschäftigt sei und sie selbst kein Arbeitsverhältnis in der Tschechischen Republik habe, sei gemäß Art. 1, 11 und 68 der VO 883/2004 ab 1.7.2017 Österreich der zur Erbringung von Familienleistungen zuständige Staat. Mietvertrag, wonach der Bf ab 1.3.2018 die Eigentumswohnung in ***5***, ***6***, Österreich, bis 28.2.2021 miete, und dieser am 28.2.2018 € 2.040 an Kaution und € 680 an erster Miete gezahlt habe. Bescheid Mit Bescheid vom 8.2.2019 wies das Finanzamt Wien 2/20/21/22 den Antrag vom 30.8.2018 auf Familienbeihilfe für den im April 2016 geborenen ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** von Dezember 2016 bis Februar 2018 und für die im Juni 2017 geborene ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** von Juni 2017 bis Februar 2018 mit folgender Begründung ab: Gemäß § 5 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten. Da sich Ihre Kinder erst seit 02. März 2018 ständig in Österreich aufhalten, kann die Familienbeihilfe erst ab März 2018 gewährt werden. Beschwerde Mit Schreiben vom 7.3.2019 (Postaufgabe am 12.3.2019) erhob der Bf Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid und führte dazu aus: Ich arbeite mit Unterbrechungen seit 27.08.2015 in Österreich. Zu dieser Zeit habe ich und meine Familie in der Tschechischen Republik den Hauptwohnsitz, also in einem EU Land. Alle Unterlagen liegen Ihrem Amte vor. Sie haben auch ArbeitnehmerInnenveranlagungen durchgeführt. Nun stellt sich mir die Frage, aus welchen Grund sollte ich keine Familienbeihilfe bis zum März 2018 bekommen. Ich wohnte in einem EU-Land, arbeite in Österreich und sollte erst dann FBH erhalten als ich mich mit meiner Familie in Österreich angemeldet habe, das kann ich mir nicht vorstellen. Da dürften auch Tschechen die in Österreich arbeiten, deren Familien in Tschechien wohnen auch keine FBH erhalten. Ich ersuche Sie höflich noch einmal den Sachverhalt rechtlich zu prüfen. Sollten Sie noch einmal ablehnen müssen, werde ich dann, zur endgültigen Entscheidung, diesen Fall vor das Bundesfinanzgericht bringen. Beschwerdevorentscheidung Mit Beschwerdevorentscheidung vom 12.9.2019 wies das Finanzamt Wien 2/20/21/22die Beschwerde als unbegründet ab. Die Begründung dazu lautet: Sachverhalt: Es wurde Ihnen die Familienbeihilfe für obigen Zeitraum nicht zuerkannt aberkannt, weil für die Erledigung des Aktes Unterlagen gefehlt haben. Ihre Beschwerde begründen Sie damit, dass Sie zum strittigen Zeitpunkt in einem EU-Land gewohnt haben. Rechtliche Grundlagen: Artikel 11 der EU-Verordnung 883/2004 Allgemeine Regelung: (1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel (2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken. Nach den Bestimmungen der VO(EG) 883/2004 besteht in einem Mitgliedstaat Anspruch auf Familienleistungen für in einem anderen EU/EWR-Staat lebende Kinder, wenn im ersten Mitgliedstaat eine Beschäftigung ausgeübt wird oder eine einer Beschäftigung gleichgestellte Situation (zB rechtmäßiger Bezug von Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Krankengeld, etc.) vorliegt. Anspruch auf letztgenannte Bezüge besteht grundsätzlich nur dann, wenn Sie in Österreich wohnen und sich auch hier aufhalten. Gemäß § 115 BAO trifft die Partei im Abgabeverfahren (was auch die Beihilfe einschließt) eine Mitwirkungspflicht. Diese wird umso größer, je weniger Ermittlungsmöglichkeiten der Behörde offenstehen. Bei Auslandsachverhalten besteht daher eine erhöhte Mitwirkungspflicht. Würdigung: Sie wurden mit Ergänzungsersuchen vom 12.6.2019 aufgefordert diverse Unterlagen nachzubringen. Da Sie bis heute Ihrer Mitwirkungspflicht gemäß §115 BAO nicht nachgekommen sind, konnte Ihrer Beschwerde nicht stattgegeben werden. Ein Ergänzungsersuchen vom 12.6.2019 ist im elektronischen Akt des Finanzamts nicht enthalten. Vorlageantrag Mit Schreiben vom 9.10.2019 (Postaufgabe am 11.10.2019) stellte der Bf Vorlageantrag wie folgt: Begründung: Ich konnte nicht davon ausgehen, dass das FA 2/20/21/22 nicht in Kenntnis gelangt ist, dass die Anträge für die Familienbeihilfe beim FA Korneuburg gestellt wurden. Der Antrag vom 26.10.2016 für das Jahr 2016/2017 und der Antrag vom 13.08.2018 für 2018 bis laufend beinhalteten alle, für eine Entscheidung ob FBH zusteht oder nicht, relevanten Unterlagen. Mir wurde aber auch nicht in Kenntnis gebracht, dass von Amts wegen eine Verlegung der Zuständigkeit vorgenommen wurde und ich wundere mich, dass das FA Korneuburg nicht alle Daten (Dokumente, Unterlagen ) an Sie weitergegeben wurden. Dadurch entstand auch das Missverständnis, Dass Sie Unterlagen anforderten, die bereits beim FA waren, aber nicht bei Ihnen aber in Korneuburg. Weitere Erklärungen folgen. Da ich erst am 3o.o9.2o19 nach meinem Urlaub Ihren Brief öffnete benötige ich noch etwas Zeit, Ihnen alle Unterlagen, wie die erwähnten Anträge und deren Beilagen zu dokumentieren und Erklärungen dazu abzugeben. Daher stelle ich einen Antrag auf Fristverlängerung bis zum 31.10.2019. Unterlagenvorlage Am 31.10.2019 legte der Bf folgende Unterlagen vor: Familienbeihilfeantrag mit Formular Beih 1, eingelangt 31.10.2019 Antrag auf Gewährung einer Ausgleichszahlung mit Formular Beih 38, eingelangt 31.10.2019 Entscheidung (Rozhodnutí) des Úřad práce Čescké republiky - Krajská poboča v Brně (Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn) vom 16.10.2017 an ***21*** ***4*** ***1*** betreffend ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, beide ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, wonach der Anspruch auf Kindergeld (Přídavek na dítě) mit 30.6.2017 geendet habe, da ***21*** ***4*** ***1*** am 3.7.2017 zu Protokoll gegeben habe, dass der Ehemann seit 19.7.2017 in Österreich beschäftigt sei und sie selbst kein Arbeitsverhältnis in der Tschechischen Republik habe, sei gemäß Art. 1, 11 und 68 der VO 883/2004 ab 1.7.2017 Österreich der zur Erbringung von Familienleistungen zuständige Staat. Entscheidung (Rozhodnutí) des Úřad práce Čescké republiky - Krajská poboča v Brně (Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn) vom 16.10.2017 an ***21*** ***4*** ***1*** betreffend ***12*** ***11*** ***4*** ***1***, beide ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, wonach der Anspruch auf Kindergeld (Přídavek na dítě) mit 30.6.2017 geendet habe, da ***21*** ***4*** ***1*** am 3.7.2017 zu Protokoll gegeben habe, dass der Ehemann seit 19.7.2017 in Österreich beschäftigt sei und sie selbst kein Arbeitsverhältnis in der Tschechischen Republik habe, sei gemäß Art. 1, 11 und 68 der VO 883/2004 ab 1.7.2017 Österreich der zur Erbringung von Familienleistungen zuständige Staat. Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***21*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag ihren Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***2*** ***3*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Kamerun, seit diesem Tag seinen Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag seinen Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Meldebestätigung vom 2.3.2018, wonach ***12*** ***11*** ***4*** ***1***, Staatsangehörigkeit Tschechische Republik, seit diesem Tag ihren Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, habe Mietvertrag, wonach der Bf ab 1.3.2018 die Eigentumswohnung in ***5***, ***6***, Österreich, bis 28.2.2021 miete, und dieser am 28.2.2018 € 2.040 an Kaution und € 680 an erster Miete gezahlt habe Geburtsurkunde für die im Juni 2017 in Znojmo geborene Tochter ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** Heiratsurkunde vom März 2015, wonach in Znojmo ***2*** ***3*** ***4*** ***1*** und ***21*** ***22*** die Ehe geschlossen haben und der Familienname ***4*** ***1*** laute Dienstvereinbarung der ***14*** KG, Wien mit dem Bf vom Juni 2017 über ein Arbeitsverhältnis zu 30 Wochenstunden auf unbestimmte Zeit und einem Nettolohn von € 773,25/Monat Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** als Verwandte in gerader absteigender Linie Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***12*** ***11*** ***4*** ***1*** als Verwandte in gerader absteigender Linie Anmeldebescheinigung für EWR-Bürger/-innen und für Schweizer Bürger/-innen gemäß Niederlassungs- und Aufenhaltsgesetz (NAG) des Amts der Wiener Landesregierung, Magistratsabteilung 35, vom 6.6.2018 für ***21*** ***4*** ***1*** als Arbeitnehmerin Aufenthaltskarte für Angehörige eines EWR-Bürgers oder Schweizer Bürgers für den Bf vom 20.6.2018, gültig bis 20.6.2023 Formular E 401 (jeweils nur die ersten Seiten, nicht bestätigt) Formular E 411 (jeweils nur die ersten Seiten, nicht bestätigt) Geburtsurkunde der Republique du Cameroun betreffend den Bf Tschechische Übersetzung der Heiratsurkunde der Eltern Geburtsurkunde von ***21*** ***22*** Geburtsurkunde für den im April 2016 in Znojmo geborenen Sohn ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** Bestätigung des Amts der Stadt (Úřad městyse) ***8*** vom 20.4.2016, wonach ***21*** ***4*** ***1*** und ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, beide Staatsbürger der Tschechischen Republik, in ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, ständig gemeldet sind und sich dort auch ***2*** ***3*** ***4*** ***1***, kamerunischer Staatsbürger, vorübergehend aufhalte. Entscheidung (Rozhodnutí) des Úřad práce Čescké republiky - Krajská poboča v Brně (Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn) vom 7.6.2016 an ***21*** ***4*** ***1*** betreffend ***2*** ***10*** ***4*** ***1***, beide ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik, wonach am 27.4.2016 Kindergeld (Přídavek na dítě) beantragt worden sei und am 21.4.2016 zu Protokoll gegeben worden sei, dass die ganze Familie in Tschechien lebe. ***21*** ***4*** ***1*** habe kein Arbeitsverhältnis in der Tschechischen Republik und beziehe auch kein Arbeitslosengeld oder ähnliche Leistungen. ***2*** ***3*** ***4*** ***1***, Bürger von Kamerun, sei seit 27.8.2015 in Österreich erwerbstätig. Primär für Familienleistungen sei Österreich zuständig. Ab 2.4.2016 bis 30.9.2016 werden keine tschechischen Familienleistungen gewährt. Vorlage Mit Bericht vom 5.2.2020 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus: [Grafik]   Sachverhalt: Der Bf stellte am 30.8.2018 einen Antrag auf Zuerkennung der Familienbeihilfe für seine Kinder ***12*** ***11*** für den Zeitraum Juni 2017 - Februar 2018 und ***10*** für den Zeitraum Dezember 2016 - Februar 2018, der mit Bescheid vom 8.2.2019 abgewiesen wurde. Begründend wurde ausgeführt, dass er und seine Kinder den ständigen Aufenthalt in Österreich erst seit März 2018 begründen und folglich erst ab da Familienbeihilfe zusteht. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Beschwerdevorentscheidung vom 12.9.2019, approbiert am 13.9.2019, abgewiesen. Der Bf ist kamerunischer Staatsangehörige, seine Kinder und Ehefrau tschechische Staatsangehörige. Der Bf besitzt eine Aufenthaltskarte Österreich, ausgestellt am 20.6.2018. Die Familie ist seit 2.3.2018 in Österreich, ***6***, ***5***, gemeldet. Der Mietvertrag für die an dieser Adresse stehende Mietwohnung wurde beginnend für 1.3.2018 abgeschlossen. Das Arbeitsverhältnis zwischen dem Bf und seinem AG, der ***14*** KG, ***5***, wurde beginnend mit 19.6.2017 abgeschlossen. Anmeldebescheinigungen für EWR-Bürger wurden für die Familienmitglieder jeweils am 6.6.2018 ausgestellt. Beweismittel: Siehe Inhaltsverzeichnis Stellungnahme: Gemäß Artikel 2 der VO 883/2004, der den persönlichen Geltungsbereich der VO normiert, gilt die Verordnung nur für Staatsangehörige eines Mitgliedstaats, Staatenlose und Flüchtlinge mit Wohnort in einem Mitgliedstaat. Da der Bf die Staatsbürgerschaft des Staates Kamerun besitzt, ist er kein Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates und sohin fällt er nicht in den Anwendungsbereich der VO. Mangels Wohnsitzes in Österreich ist das FLAG nicht anwendbar. Da ein Wohnsitz in Österreich erst ab März 2018 besteht, steht Familienbeihilfe auch erst ab diesem Zeitpunkt zu, weswegen beantragt wird, die Beschwerde abzuweisen. ZMR Das Bundesfinanzgericht erhob im Zentralen Melderegister, dass der Bf zunächst von 21.12.2016 bis 2.3.2018 in ***15***, ***16*** mit Nebenwohnsitz und seit 2.3.2018 in ***5***, ***6*** gemeldet war bzw. ist. Abgabeninformationssystem Das Bundesfinanzgericht erhob im Abgabeninformationssystem, dass der Bf seit dem Jahr 2015 in Österreich mit Unterbrechungen erwerbstätig ist, und zwar wie folgt: 27.08.2015-31.12.2015: ***17*** ***18*** GmbH: € 5.119,19 01.01.2016-03.06.2016: ***17*** ***18*** GmbH: € 6.377,15 04.10.2016-12.10.2016: Auto ***19*** GmbH: € 470,01 25.10.2016-11.11.2016: ***20*** GmbH: € 898,63 03.04.2017-12.05.2017: ***20*** GmbH: € 1.809,15 19.06.2017-31.12.2017: ***14*** KG: € 6.398,09 01.01.2018-31.12.2018: ***14*** KG: € 11.624,27 01.01.2019-31.12.2019: ***14*** KG: € 11.684,46 01.01.2020-31.12.2020: ***14*** KG: € 21.041,07 01.01.2021-31.12.2021: ***14*** KG: € 21.716,54. Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: Sachverhalt Der Bf ***2*** ***3*** ***4*** ***1*** ist Staatsbürger der Republik Kamerun und seit dem Jahr 2015 mit der tschechischen Staatsbürgerin ***21*** ***4*** ***1*** verheiratet. Im April 2016 wurde der gemeinsame Sohn ***2*** ***10*** ***4*** ***1*** geboren, im Juni 2017 die gemeinsame Tochter ***12*** ***11*** ***4*** ***1***, beide tschechische Staatsbürger. Im Beschwerdezeitraum (Dezember 2016 bzw. Juni 2017 bis jeweils Februar 2018) wohnte die Familie in ***7*** ***8***, ***9***, Tschechische Republik. Der Bf verfügte von Dezember 2016 bis März 2018 über einen Nebenwohnsitz in ***15***, ***16***, Österreich, und seit März 2018 über einen Hauptwohnsitz in ***5***, ***6***, Österreich, der seither auch Familienwohnsitz ist. Seit dem Jahr 2015 ist der Bf in Österreich erwerbstätig, und zwar in den Jahren 2016, 2017 und 2018 wie folgt: 01.01.2016-03.06.2016: ***17*** ***18*** GmbH: € 6.377,15 04.10.2016-12.10.2016: Auto ***19*** GmbH: € 470,01 25.10.2016-11.11.2016: ***20*** GmbH: € 898,63 03.04.2017-12.05.2017: ***20*** GmbH: € 1.809,15 19.06.2017-31.12.2017: ***14*** KG: € 6.398,09 01.01.2018-31.12.2018: ***14*** KG: € 11.624,27. Die Ehegattin ***21*** ***4*** ***1*** war im Beschwerdezeitraum weder erwerbstätig noch befand sie sich in einer mit einer Erwerbstätigkeit vergleichbaren Situation. Das Arbeitsamt der Tschechischen Republik - Regionalniederlassung in Brünn hat entschieden, dass von April 2016 bis September 2016 und ab Juli 2017 Österreich der zur Erbringung von Familienleistungen nach dem Unionsrecht zuständige Staat sei und in diesen Zeiträumen kein Anspruch auf tschechisches Kindergeld bestehe. Beweiswürdigung Die getroffenen Feststellungen ergeben sich aus der Aktenlage und den vom Bundesfinanzgericht durchgeführten Ermittlungen in von der belangten Behörde zugänglichen Datenbanken. Rechtsgrundlagen Unionsrecht Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Für den Streitzeitraum ist die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (im Folgenden: VO 883/2004) maßgebend. Die VO 883/2004 gilt für alle Rechtsvorschriften über Zweige der sozialen Sicherheit, welche Familienleistungen betreffen (Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004). Die in Rede stehende Familienbeihilfe ist eine Familienleistung. Nach Art. 2 Abs. 1 VO 883/2004 gilt diese Verordnung für Staatsangehörige eines Mitgliedstaats, Staatenlose und Flüchtlinge mit Wohnort in dem Mitgliedstaat, für die die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten gelten oder galten, sowie für ihre Familienangehörigen und Hinterbliebenen. Zu den Familienangehörigen zählt Art. 1 Abs. 1 Buchstabe i Nummer 1 VO 883/2004 (Unterbuchstabe i) "jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird". "Unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen" (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe i Nummer 2 VO 883/2004). Wird nach den anzuwendenden nationalen Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt gemäß Art. 1 Abs. 1 lit. i Z 3 VO 883/2004 diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird. "Wohnort" ist der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004), "Aufenthalt" der vorübergehende Aufenthalt (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe k VO 883/2004). "Familienleistungen" sind alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe z VO 883/2004). Art. 4 VO 883/2004 zufolge haben die Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Art. 5 VO 883/2004 lautet: Artikel 5 Gleichstellung von Leistungen, Einkünften, Sachverhalten oder Ereignissen Sofern in dieser Verordnung nicht anderes bestimmt ist, gilt unter Berücksichtigung der besonderen Durchführungsbestimmungen Folgendes: a) Hat nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats der Bezug von Leistungen der sozialen Sicherheit oder sonstiger Einkünfte bestimmte Rechtswirkungen, so sind die entsprechenden Rechtsvorschriften auch bei Bezug von nach den Rechts­vorschriften eines anderen Mitgliedstaats gewährten gleich­artigen Leistungen oder bei Bezug von in einem anderen Mitgliedstaat erzielten Einkünften anwendbar. b) Hat nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats der Eintritt bestimmter Sachverhalte oder Ereignisse Rechtswirkungen, so berücksichtigt dieser Mitgliedstaat die in einem anderen Mitgliedstaat eingetretenen entsprechenden Sachverhalte oder Ereignisse, als ob sie im eigenen Hoheitsgebiet eingetreten wären. Art. 11 VO 883/2004 lautet: Artikel 11 Allgemeine Regelung (1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel. (2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken. (3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes: a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; b) ein Beamter unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die ihn beschäftigende Verwaltungseinheit angehört; c) eine Person, die nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats Leistungen bei Arbeitslosigkeit gemäß Artikel 65 erhält, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; d) eine zum Wehr- oder Zivildienst eines Mitgliedstaats einberufene oder wiedereinberufene Person unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; e) jede andere Person, die nicht unter die Buchstaben a bis d fällt, unterliegt unbeschadet anders lautender Bestimmungen dieser Verordnung, nach denen ihr Leistungen aufgrund der Rechtsvorschriften eines oder mehrerer anderer Mitgliedstaaten zustehen, den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats. (4) Für die Zwecke dieses Titels gilt eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit, die gewöhnlich an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes auf See ausgeübt wird, als in diesem Mitgliedstaat ausgeübt. Eine Person, die einer Beschäftigung an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes nachgeht und ihr Entgelt für diese Tätigkeit von einem Unternehmen oder einer Person mit Sitz oder Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erhält, unterliegt jedoch den Rechtsvorschriften des letzteren Mitgliedstaats, sofern sie in diesem Staat wohnt. Das Unternehmen oder die Person, das bzw. die das Entgelt zahlt, gilt für die Zwecke dieser Rechtsvorschriften als Arbeitgeber. Nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO 883/2004 unterliegt daher eine Person, die (nur) in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats. Artikel 13 VO 883/2004 lautet: Artikel 13 Ausübung von Tätigkeiten in zwei oder mehr Mitgliedstaaten (1) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine Beschäftigung ausübt, unterliegt a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt oder wenn sie bei mehreren Unternehmen oder Arbeitgebern beschäftigt ist, die ihren Sitz oder Wohnsitz in verschiedenen Mitgliedstaaten haben, oder b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem das Unternehmen oder der Arbeitgeber, das bzw. der sie beschäftigt, seinen Sitz oder Wohnsitz hat, sofern sie keinen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeiten in dem Wohnmitgliedstaat ausübt. (2) Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr Mitgliedstaaten eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt a) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, wenn sie dort einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt, oder b) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet, wenn sie nicht in einem der Mitgliedstaaten wohnt, in denen sie einen wesentlichen Teil ihrer Tätigkeit ausübt. (3) Eine Person, die gewöhnlich in verschiedenen Mitgliedstaaten eine Beschäftigung und eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie eine Beschäftigung ausübt, oder, wenn sie eine solche Beschäftigung in zwei oder mehr Mitgliedstaaten ausübt, den nach Absatz 1 bestimmten Rechtsvorschriften. (4) Eine Person, die in einem Mitgliedstaat als Beamter beschäftigt ist und die eine Beschäftigung und/oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit in einem oder mehreren anderen Mitgliedstaaten ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die sie beschäftigende Verwaltungseinheit angehört. (5) Die in den Absätzen 1 bis 4 genannten Personen werden für die Zwecke der nach diesen Bestimmungen ermittelten Rechtsvorschriften so behandelt, als ob sie ihre gesamte Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit in dem betreffenden Mitgliedstaat ausüben und dort ihre gesamten Einkünfte erzielen würden. Nach Art. 67 VO 883/2004 hat eine Person auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Art. 68 VO 883/2004 lautet: Prioritätsregeln bei Zusammentreffen von Ansprüchen (1) Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln: a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche. b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach den folgenden subsidiären Kriterien: i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt; ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten; iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder. (2) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren. Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird. (3) Wird nach Artikel 67 beim zuständigen Träger eines Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften gelten, aber nach den Prioritätsregeln der Absätze 1 und 2 des vorliegenden Artikels nachrangig sind, ein Antrag auf Familienleistungen gestellt, so gilt Folgendes: a) Dieser Träger leitet den Antrag unverzüglich an den zuständigen Träger des Mitgliedstaats weiter, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, teilt dies der betroffenen Person mit und zahlt unbeschadet der Bestimmungen der Durchführungsverordnung über die vorläufige Gewährung von Leistungen erforderlichenfalls den in Absatz 2 genannten Unterschiedsbetrag; b) der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, bearbeitet den Antrag, als ob er direkt bei ihm gestellt worden wäre; der Tag der Einreichung des Antrags beim ersten Träger gilt als der Tag der Einreichung bei dem Träger, der vorrangig zuständig ist. Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Die Verordnung enthält Durchführungsbestimmungen zur VO 883/2004. Art. 6 VO 987/2009 lautet: Artikel 6 (1) Besteht zwischen den Trägern oder Behörden zweier oder mehrerer Mitgliedstaaten eine Meinungsverschiedenheit darüber, welche Rechtsvorschriften anzuwenden sind, so unterliegt die betreffende Person vorläufig den Rechtsvorschriften eines dieser Mitgliedstaaten, sofern in der Durchführungsverordnung nichts anderes bestimmt ist, wobei die Rangfolge wie folgt festgelegt wird: a) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem die Person ihrer Beschäftigung oder selbständigen Erwerbstätigkeit tatsächlich nachgeht, wenn die Beschäftigung oder selbständige Erwerbstätigkeit in nur einem Mitgliedstaat ausgeübt wird; b) den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats, in dem die Person einen Teil ihrer Erwerbstätigkeit(en) ausübt oder in dem sie nicht beschäftigt ist oder eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt; c) den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, deren Anwendung zuerst beantragt wurde, wenn die Person einer Erwerbstätigkeit oder mehreren Erwerbstätigkeiten in zwei oder mehreren Mitgliedstaaten nachgeht. (2) Besteht zwischen den Trägern oder Behörden zweier oder mehrerer Mitgliedstaaten eine Meinungsverschiedenheit darüber, welcher Träger die Geld- oder Sachleistungen zu gewähren hat, so erhält die betreffende Person, die Anspruch auf diese Leistungen hätte, wenn es diese Meinungsverschiedenheit nicht gäbe, vorläufig Leistungen nach den vom Träger des Wohnorts anzuwendenden Rechtsvorschriften oder - falls die betreffende Person nicht im Hoheitsgebiet eines der betreffenden Mitgliedstaaten wohnt - Leistungen nach den Rechtsvorschriften, die der Träger anwendet, bei dem der Antrag zuerst gestellt wurde. (3) Erzielen die betreffenden Träger oder Behörden keine Einigung, so können die zuständigen Behörden frühestens einen Monat nach dem Tag, an dem die Meinungsverschiedenheit im Sinne von Absatz 1 oder Absatz 2 aufgetreten ist, die Verwaltungskommission anrufen. Die Verwaltungskommission bemüht sich nach ihrer Befassung binnen sechs Monaten um eine Annäherung der Standpunkte. (4) Steht entweder fest, dass nicht die Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats anzuwenden sind, die für die betreffende Person vorläufig angewendet worden sind, oder dass der Träger, der die Leistungen vorläufig gewährt hat, nicht der zuständige Träger ist, so gilt der als zuständig ermittelte Träger rückwirkend als zuständig, als hätte die Meinungsverschiedenheit nicht bestanden, und zwar spätestens entweder ab dem Tag der vorläufigen Anwendung oder ab der ersten vorläufigen Gewährung der betreffenden Leistungen. (5) Falls erforderlich, regeln der als zuständig ermittelte Träger und der Träger, der die Geldleistungen vorläufig gezahlt oder Beiträge vorläufig erhalten hat, die finanzielle Situation der betreffenden Person in Bezug auf vorläufig gezahlte Beiträge und Geldleistungen gegebenenfalls nach Maßgabe von Titel IV Kapitel III der Durchführungsverordnung. Art. 59 VO 987/2009 lautet: Artikel 59 Regelungen für den Fall, in dem sich die anzuwendenden Rechtsvorschriften und/oder die Zuständigkeit für die Gewährung von Familienleistungen ändern (1) Ändern sich zwischen den Mitgliedstaaten während eines Kalendermonats die Rechtsvorschriften und/oder die Zuständigkeit für die Gewährung von Familienleistungen, so setzt der Träger, der die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gezahlt hat, nach denen die Leistungen zu Beginn dieses Monats gewährt wurden, unabhängig von den in den Rechtsvorschriften dieser Mitgliedstaaten für die Gewährung von Familienleistungen vorgesehenen Zahlungsfristen die Zahlungen bis zum Ende des laufenden Monats fort. (2) Er unterrichtet den Träger des anderen betroffenen Mitgliedstaats oder die anderen betroffenen Mitgliedstaaten von dem Zeitpunkt, zu dem er die Zahlung dieser Familienleistungen einstellt. Ab diesem Zeitpunkt übernehmen der andere betroffene Mitgliedstaat oder die anderen betroffenen Mitgliedstaaten die Zahlung der Leistungen. Art. 60 VO 987/2009 lautet: Artikel 60 Verfahren bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung (1) Die Familienleistungen werden bei dem zuständigen Träger beantragt. Bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung ist, insbesondere was das Recht einer Person zur Erhebung eines Leistungsanspruchs anbelangt, die Situation der gesamten Familie in einer Weise zu berücksichtigen, als würden alle beteiligten Personen unter die Rechtsvorschriften des betreffenden Mitgliedstaats fallen und dort wohnen. Nimmt eine Person, die berechtigt ist, Anspruch auf die Leistungen zu erheben, dieses Recht nicht wahr, berücksichtigt der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften anzuwenden sind, einen Antrag auf Familienleistungen, der von dem anderen Elternteil, einer als Elternteil behandelten Person oder von der Person oder Institution, die als Vormund des Kindes oder der Kinder handelt, gestellt wird. (2) Der nach Absatz 1 in Anspruch genommene Träger prüft den Antrag anhand der detaillierten Angaben des Antragstellers und berücksichtigt dabei die gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände, die die familiäre Situation des Antragstellers ausmachen. Kommt dieser Träger zu dem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnung prioritär anzuwenden sind, so zahlt er die Familienleistungen nach den von ihm angewandten Rechtsvorschriften. Ist dieser Träger der Meinung, dass aufgrund der Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats ein Anspruch auf einen Unterschiedsbetrag nach Artikel 68 Absatz 2 der Grundverordnung bestehen könnte, so übermittelt er den Antrag unverzüglich dem zuständigen Träger des anderen Mitgliedstaats und informiert die betreffende Person; außerdem unterrichtet er den Träger des anderen Mitgliedstaats darüber, wie er über den Antrag entschieden hat und in welcher Höhe Familienleistungen gezahlt wurden. (3) Kommt der Träger, bei dem der Antrag gestellt wurde, zu dem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften zwar anwendbar, aber nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnung nicht prioritär anwendbar sind, so trifft er unverzüglich eine vorläufige Entscheidung über die anzuwendenden Prioritätsregeln, leitet den Antrag nach Artikel 68 Absatz 3 der Grundverordnung an den Träger des anderen Mitgliedstaats weiter und informiert auch den Antragsteller darüber. Dieser Träger nimmt innerhalb einer Frist von zwei Monaten zu der vorläufigen Entscheidung Stellung. Falls der Träger, an den der Antrag weitergeleitet wurde, nicht innerhalb von zwei Monaten nach Eingang des Antrags Stellung nimmt, wird die oben genannte vorläufige Entscheidung anwendbar und zahlt dieser Träger die in seinen Rechtsvorschriften vorgesehenen Leistungen und informiert den Träger, an den der Antrag gerichtet war, über die Höhe der gezahlten Leistungen. (4) Sind sich die betreffenden Träger nicht einig, welche Rechtsvorschriften prioritär anwendbar sind, so gilt Artikel 6 Absätze 2 bis 5 der Durchführungsverordnung. Zu diesem Zweck ist der in Artikel 6 Absatz 2 der Durchführungsverordnung genannte Träger des Wohnorts der Träger des Wohnorts des Kindes oder der Kinder. (5) Der Träger, der eine vorläufige Leistungszahlung vorgenommen hat, die höher ist als der letztlich zu seinen Lasten gehende Betrag, kann den zu viel gezahlten Betrag nach dem Verfahren des Artikels 73 der Durchführungsverordnung vom vorrangig zuständigen Träger zurückfordern. Sachleistungen, die von einem Träger nach Absatz 2 vorläufig gewährt wurden, werden von dem zuständigen Träger nach Titel IV der Durchführungsverordnung erstattet. Verordnung (EU) Nr. 1231/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 zur Ausdehnung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 und der Verordnung (EG) Nr. 987/2009 auf Drittstaatsangehörige, die ausschließlich aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht bereits unter diese Verordnungen fallen Artikel 1 Die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 und die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 gelten für Drittstaatsangehörige, die ausschließlich aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht bereits unter die genannten Verordnungen fallen, sowie für ihre Familienangehörigen und ihre Hinterbliebenen, wenn sie ihren rechtmäßigen Wohnsitz im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats haben und sich in einer Lage befinden, die nicht ausschließlich einen einzigen Mitgliedstaat betrifft. Österreichisches Familienleistungsrecht § 2 FLAG 1967 lautet: § 2. (1) Anspruch auf Familienbeihilfe haben Personen, die im Bundesgebiet einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, a) für minderjährige Kinder, b) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist. Bei volljährigen Kindern, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992, BGBl. Nr. 305, genannte Einrichtung besuchen, ist eine Berufsausbildung nur dann anzunehmen, wenn sie die vorgesehene Studienzeit pro Studienabschnitt um nicht mehr als ein Semester oder die vorgesehene Ausbildungszeit um nicht mehr als ein Ausbildungsjahr überschreiten. Wird ein Studienabschnitt in der vorgesehenen Studienzeit absolviert, kann einem weiteren Studienabschnitt ein Semester zugerechnet werden. Die Studienzeit wird durch ein unvorhergesehenes oder unabwendbares Ereignis (zB Krankheit) oder nachgewiesenes Auslandsstudium verlängert. Dabei bewirkt eine Studienbehinderung von jeweils drei Monaten eine Verlängerung der Studienzeit um ein Semester. Zeiten als Studentenvertreterin oder Studentenvertreter nach dem Hochschülerschaftsgesetz 1998, BGBl. I Nr. 22/1999, sind unter Berücksichtigung der Funktion und der zeitlichen Inanspruchnahme bis zum Höchstausmaß von vier Semestern nicht in die zur Erlangung der Familienbeihilfe vorgesehene höchstzulässige Studienzeit einzurechnen. Gleiches gilt für die Vorsitzenden und die Sprecher der Heimvertretungen nach dem Studentenheimgesetz, BGBl. Nr. 291/1986. Der Bundesminister für Umwelt, Jugend und Familie hat durch Verordnung die näheren Voraussetzungen für diese Nichteinrechnung festzulegen. Zeiten des Mutterschutzes sowie die Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres hemmen den Ablauf der Studienzeit. Bei einem Studienwechsel gelten die in § 17 Studienförderungsgesetz 1992, BGBl. Nr. 305, angeführten Regelungen auch für den Anspruch auf Familienbeihilfe. Die Aufnahme als ordentlicher Hörer gilt als Anspruchsvoraussetzung für das erste Studienjahr. Anspruch ab dem zweiten Studienjahr besteht nur dann, wenn für ein vorhergehendes Studienjahr die Ablegung einer Teilprüfung der ersten Diplomprüfung oder des ersten Rigorosums oder von Prüfungen aus Pflicht- und Wahlfächern des betriebenen Studiums im Gesamtumfang von acht Semesterwochenstunden oder im Ausmaß von 16 ECTS-Punkten nachgewiesen wird; Gleiches gilt, wenn alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen der Studieneingangs- und Orientierungsphase nach § 66 des Universitätsgesetzes 2002, BGBl. I Nr. 120/2002, erfolgreich absolviert wurden, sofern diese mit mindestens 14 ECTS-Punkten bewertet werden. Der Nachweis ist unabhängig von einem Wechsel der Einrichtung oder des Studiums durch Bestätigungen der im § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannten Einrichtungen zu erbringen. Für eine Verlängerung des Nachweiszeitraumes gelten die für die Verlängerung der Studienzeit genannten Gründe sinngemäß, c) für volljährige Kinder, die wegen einer vor Vollendung des 21. Lebensjahres oder während einer späteren Berufsausbildung, jedoch spätestens vor Vollendung des 25. Lebensjahres, eingetretenen körperlichen oder geistigen Behinderung voraussichtlich dauernd außerstande sind, sich selbst den Unterhalt zu verschaffen, d) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen dem Abschluss der Schulausbildung und dem Beginn einer weiteren Berufsausbildung, wenn die weitere Berufsausbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach Abschluss der Schulausbildung begonnen wird; für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen dem Abschluss der Schulausbildung und dem ehestmöglichen Beginn eines Freiwilligen Dienstes nach § 2 Abs. 1 lit. l sublit. aa bis dd für längstens drei Monate, e) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, für die Zeit zwischen der Beendigung des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes oder eines Freiwilligen Dienstes nach § 2 Abs. 1 lit. l sublit. aa bis dd und dem Beginn oder der Fortsetzung der Berufsausbildung, wenn die Berufsausbildung zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach dem Ende des Präsenz- oder Ausbildungs- oder Zivildienstes oder Freiwilligen Dienstes nach § 2 Abs. 1 lit. l sublit. aa bis dd begonnen oder fortgesetzt wird, (Anm.: lit. f aufgehoben durch BGBl. I Nr. 111/2010) g) für volljährige Kinder, die in dem Monat, in dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, den Präsenz- oder Ausbildungsdienst oder Zivildienst leisten oder davor geleistet haben, bis längstens zur Vollendung des 25. Lebensjahres, sofern sie nach Ableistung des Präsenz- oder Ausbildungsdienstes oder Zivildienstes für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer. Diese Regelung findet in Bezug auf jene Kinder keine Anwendung, für die vor Vollendung des 24. Lebensjahres Familienbeihilfe nach lit. l gewährt wurde und die nach § 12c des Zivildienstgesetzes nicht zum Antritt des ordentlichen Zivildienstes herangezogen werden, h) für volljährige Kinder, die erheblich behindert sind (§ 8 Abs. 5), das 25 Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die für einen Beruf ausgebildet oder in einem erlernten Beruf in einer Fachschule fortgebildet werden, wenn ihnen durch den Schulbesuch die Ausübung ihres Berufes nicht möglich ist; § 2 Abs. 1 lit. b zweiter bis letzter Satz sind nicht anzuwenden, i) für volljährige Kinder, die sich in dem Monat, in dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, in Berufsausbildung befinden und die vor Vollendung des 24. Lebensjahres ein Kind geboren haben oder an dem Tag, an dem sie das 24. Lebensjahr vollenden, schwanger sind, bis längstens zur Vollendung des 25. Lebensjahres; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer, j) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, bis längstens zum erstmöglichen Abschluss eines Studiums, wenn sie aa) bis zu dem Kalenderjahr, in dem sie das 19. Lebensjahr vollendet haben, dieses Studium begonnen haben, und bb) die gesetzliche Studiendauer dieses Studiums bis zum erstmöglichen Studienabschluss zehn oder mehr Semester beträgt, und cc) die gesetzliche Studiendauer dieses Studiums nicht überschritten wird, k) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr vollendet haben bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, und die sich in Berufsausbildung befinden, wenn sie vor Vollendung des 24. Lebensjahres einmalig in der Dauer von acht bis zwölf Monaten eine freiwillige praktische Hilfstätigkeit bei einer von einem gemeinnützigen Träger der freien Wohlfahrtspflege zugewiesenen Einsatzstelle im Inland ausgeübt haben; für Kinder, die eine in § 3 des Studienförderungsgesetzes 1992 genannte Einrichtung besuchen, jedoch nur im Rahmen der in § 2 Abs. 1 lit. b vorgesehenen Studiendauer, l) für volljährige Kinder, die das 24. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die teilnehmen am

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Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7100547/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2022:RV.7100547.2020
Stammnummer
139061
Gültig
08.04.2022 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
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