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Findok · BFG-Entscheidungen

BFG RV/7101137/2020

Ständiger Aufenhalt des Kindes in Israel

geltende FassungBescheidbeschwerde - Einzel - ErkenntnisRV/7101137/2020vom 03.07.2022Teil 1 von 2
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.

Wortlaut laut Findok

IM NAMEN DER REPUBLIK Das Bundesfinanzgericht hat durch die Richterin Elisabeth Wanke über die Beschwerde des ***1*** ***2***, ***3*** ***4***, ***5*** ***6*** ut ***7***, Ungarn, vom 24.3.2019 gegen den Bescheid des damaligen Finanzamts Wien 2/20/21/22, nunmehr Finanzamt Österreich, 1220 Wien, Dr. Adolf Schärf-Platz 2, vom 25.2.2019, mit welchem der Antrag vom 19.2.2019 auf Familienbeihilfe für die im August 2006 geborene ***8*** ***2*** ab Februar 2014 abgewiesen wurde, Sozialversicherungsnummer ***9***, zu Recht erkannt: I. Der Beschwerde wird gemäß § 279 BAO teilweise Folge gegeben. 1. Der Bescheid wird für den Zeitraum Februar 2014 bis November 2014 ersatzlos aufgehoben. 2. Für den Zeitraum ab Dezember 2014 bleibt der Spruch des Bescheides unverändert. II. Gegen diese Entscheidung ist eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof nach Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig. Entscheidungsgründe Antrag Am 19.2.2019 stellte der Beschwerdeführer (Bf) ***1*** ***2*** über FinanzOnline Antrag auf Familienbeihilfe und gab an: Der Bf sei ungarischer Staatsbürger, geschieden und übe die Kindererziehung allein aus. Er verfüge über einen "Lichtbildausweis für EWR-Bürger". Er sei unselbständig erwerbstätig und wohne ***10*** Wien, ***11*** ***12***. Der Familienwohnsitz befinde sich in IL-***13*** ***14***, ***15*** ***16***. Beantragt werde Familienbeihilfe für die im August 2006 in Ungarn geborene ***8*** ***2*** ab Februar 2014, israelische Staatsbürgerin, ledig, Tochter des Bf. Ihre Mutter sei ***19*** (***19***) ***17*** ***18***, israelische Staatsbürgerin, wohnhaft IL-***13*** ***14***, ***15*** ***16***, in Israel unselbständig erwerbstätig. ***8*** ***2*** gehe in ***14*** in die Volksschule und wohne bei ihrer Mutter in ***14***. Der Unterhalt für ***8*** ***2*** werde überwiegend vom Bf getragen. Bescheid Mit Bescheid vom 25.2.2019 wies das Finanzamt den Antrag vom 19.2.2019 auf Familienbeihilfe für ***8*** ***2*** ab Februar 2014 ab: Gemäß § 5 Abs. 3 Familienlastenausgleichsgesetz 1967 (FLAG 1967) besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten. Beschwerde Gegen den Bescheid vom 25.2.2019 erhob der Bf über FinanzOnline am 24.3.2019 Beschwerde und führte in dieser aus: Sehr geehrte Damen und Herren, ich erhebe innerhalb offener Rechtfrist das Rechtsmittel der Beschwerde gegen den Abweisungsbescheid vom 25.02.2019. Mit dem Bescheid ist mein Antrag vom 19.02.2019 auf Familienbeihilfe für meine Tochter (***2*** ***8***, geb. ***20***) für die Zeit ab Februar 2014 abgewiesen worden. Ich bitte Sie, den Abweisungsbescheid zu ändern und mir die Familienbeihilfe ab Februar 2014 zu gewähren. In der Begründung des Abweisungsbescheides steht, dass kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder besteht, die sich ständig im Ausland aufhalten. Tatsächlich ist meine Tochter Doppelstaatsbürgerin, sie hat israelische als auch ungarische Staatsbürgerschaft. Meine Tochter hält sich erst seit dem 27.01.2015 mit ihrer Mutter (Exfrau von mir) in Israel auf. Da meine Tochter auch ihre ungarische Staatsbürgerschaft (also EU-Bürgerschaft) beibehalten hat, und es ist nicht sicher, dass sie ständig in Israel leben wird, besteht meines Erachtens Anspruch auf Familienbeihilfe gemäß EU-Recht. Ich bezahle jeden Monat 300 EUR für den Unterhalt meiner Tochter an die Kindesmutter, damit trage ich die Unterhaltskosten meiner Tochter überwiegend. Dies begründet meinen Anspruch, der nicht davon abhängen darf, dass die Exfrau sich entscheidet, dass sie mit dem Kind gerade außer EU-Hoheitsgebiet lebt. Mit freundlichen Grüßen: ***2*** ***1***. Beigefügt war ein Foto der Geburtsurkunde von ***8*** ***2***, ein Foto des israelischen Reisepasses von ***19*** ***17*** ***18***, ein Foto des israelischen Reisepasses von ***8*** ***2*** (ausgestellt am 21.11.2014 von der Botschaft in Budapest), eine Erweiterung des provisorischen Reisepasses vom 12.12.2016, ausgestellt in Israel, sowie ein Foto eines Urteils (ítéletet) des Budapesti II. és III. Kerületi Bíróság (Bezirksgericht Budapest II und III) vom 21.11.2014, wonach die zwischen ***1*** ***2*** und ***19*** ***2*** ***18*** geschlossene Ehe geschieden wird (laut Begründung habe die Lebensgemeinschaft bis 30.3.2012 bestanden), samt Protokoll (Jegyzőkönyv) vom selben Tag, eine Schulbescheinigung einer Schule in Israel vom 20.9.2018, dass ***8*** ***2*** dort seit 2.9.2018 Schülerin ist, und eine Bestätigung des Innenministeriums des Staates Israel, dass ***8*** ***2*** israelische Staatsbürgerin ist. Adressänderung Am 31.7.2019 gab der Bf die im Spruch angeführte Adresse als Wohnadresse an. Die Anschrift in Wien bestehe nicht mehr. Beschwerdevorentscheidung Mit Beschwerdevorentscheidung vom 31.10.2019 wies das Finanzamt die Beschwerde als unbegründet ab: Die Bescheidbeschwerde wendet ein: "Mit dem Bescheid ist mein Antrag vom 19.02.2019 auf Familienbeihilfe für meine Tochter (***2*** ***8***, geb. ***20***) für die Zeit ab Februar 2014 abgewiesen worden. Ich bitte Sie, den Abweisungsbescheid zu ändern und mir die Familienbeihilfe ab Februar 2014 zu gewähren. In der Begründung des Abweisungsbescheides steht, dass kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder besteht, die sich ständig im Ausland aufhalten. Tatsächlich ist meine Tochter Doppelstaatsbürgerin, sie hat israelische als auch ungarische Staatsbürgerschaft. Meine Tochter halt sich erst seit dem 27.01.2015 mit ihrer Mutter (Exfrau von mir) in Israel auf. Da meine Tochter auch ihre ungarische Staatsbürgerschaft (also EU-Bürgerschaft) beibehalten hat, und es ist nicht sicher, dass sie ständig in Israel leben wird, besteht meines Erachtens Anspruch auf Familienbeihilfe gemäß EU-Recht. Ich bezahle jeden Monat 300 EUR für den Unterhalt meiner Tochter an die Kindesmutter, damit trage ich die Unterhaltskosten meiner Tochter überwiegend. Dies begründet meinen Anspruch, der nicht Davon abhängen darf, dass die Exfrau sich entscheidet, dass sie mit dem Kind gerade außer EU-Hoheitsgebiet lebt." Gemäß § 2 (2) FLAG 1967 haben Personen Anspruch auf Familienbeihilfe für ein Kind, zu deren Haushalt das Kind gehört. Eine Person, zu deren Haushalt das Kind nicht gehört, die jedoch die Unterhaltskosten für das Kind überwiegend trägt, hat dann Anspruch auf Familienbeihilfe, wenn keine andere Person nach dem ersten Satz anspruchsberechtigt ist. Zum Haushalt einer Person gehört ein Kind dann, wenn es bei einheitlicher Wirtschaftsführung eine Wohnung mit dieser Person teilt. (§ 2 Abs.5 FLAG 1967) Gemäß § 2a (1) FLAG 1967 geht dann, wenn ein Kind zum gemeinsamen Haushalt der Eltern gehört, der Anspruch des Elternteils, der den Haushalt überwiegend führt, dem Anspruch des anderen Elternteils vor, wobei bis zum Nachweis des Gegenteils vermutet wird, dass die Mutter den Haushalt überwiegend führt. In derartigen Fällen kann der Elternteil, der einen vorrangigen Anspruch hat, zugunsten des anderen Elternteils verzichten (§ 2a Abs.2 FLAG 1967) Gemäß § 5 Abs.3 FLAG 1967 besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder, die sich ständig im Ausland aufhalten. Gemäß Artikel 67 der Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.04.2004, Nr. 883/2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit haben ebendieser Verordnung unterliegende Personen auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob diese Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Die Verordnung (EG) 883/2004 legt einen möglichen Anspruch auf Familienleistungen in einem zuständigen Mitgliedstaat für Familienangehörige nur für den Fall fest, dass ebendiese Angehörigen in einem anderen Mitgliedstaat wohnen. Für Angehörige, die außerhalb der Europäischen Union (in Drittstaaten) wohnen, wird kein Anspruch auf Familienleistungen normiert. Soweit Familienleistungen für Zeiträume begehrt werden, in denen das als anspruchsbegründend eingewandte Kind in Israel lebt(e), kann dem Antrag somit kein Erfolg beschieden werden. Die Verordnung (EG) 883/2004 stellt im Art. 67 klar, dass Ansprüche auf Familienleistungen für Angehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats bestehen, also für die Beurteilung des Anspruches die gesetzlichen Bestimmungen des zuständigen Mitgliedstaats maßgeblich sind. Das Beschwerdebegehren wird nicht auf eine Haushaltszugehörigkeit des als anspruchsbegründend eingewandten Kindes gestützt, sondern lediglich auf eine überwiegende Kostentragung. Dass für Antragszeiträume bis 27.01.2015 noch ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind (und mit der Kindesmutter) bestanden hätte, wurde nicht einmal eingewandt, und auch nicht nachgewiesen. Selbst unter der Annahme, dass ein derartiger gemeinsamer Haushalt in den Antragszeiträumen bis 27.01.2015 noch bestanden hätte, steht einem ev. Beihilfen-Anspruch jedenfalls entgegen, dass eine dahin gehende Verzichtserklärung (samt Übersetzung) der vorrangig anspruchsberechtigten Kindesmutter nicht vorgelegt wurde. Insofern wurden auch mit der Bescheidbeschwerde Sachverhalte, die für den Abweisungs- bzw. Beschwerdezeitraum einen Anspruch auf Familienleistungen, bzw. eine dem angefochtenen Abweisungsbescheid anhaftende Rechtswidrigkeit begründen könnten, nicht vorgebracht. Somit war spruchgemäß zu entscheiden. Vorlageantrag Über FinanzOnline stellte der Bf am 30.11.2019 Vorlageantrag: Sehr geehrte Damen und Herren, ich stelle hiermit innerhalb offener Frist einen Antrag auf Entscheidung über die Beschwerde (Vorlageantrag) durch das Bundesfinanzgericht. Ich bitte das geehrte Gericht, die Beschwerdevorentscheidung vom 31.10.2019 und den Abweisungsbescheid zu überprüfen, sie zu ändern und meinem Antrag stattzugeben. Am 19.02.2019 habe ich einen Antrag auf Ausgleichszahlung für meine Tochter (***2*** ***8***, geb. ***20***) gestellt. Am 25.02.2019 ist mein Antrag auf Familienbeihilfe mit der Begründung abgewiesen worden, dass kein Anspruch auf Familienbeihilfe für Kinder besteht, die sich ständig im Ausland aufhalten. Am 04.09.2017 habe ich gegen den Abweisungsbescheid eine Beschwerde eingelegt. Das Finanzamt hat mit der Beschwerdevorentscheidung vom 31.10.2019 meine Beschwerde abgewiesen. Tatsächlich ist meine Tochter Doppelstaatsbürgerin, sie hat israelische als auch ungarische Staatsbürgerschaft. Meine Tochter hält sich erst seit dem 27.01.2015 mit ihrer Mutter (Exfrau von mir) in Israel auf. Da meine Tochter auch ihre ungarische Staatsbürgerschaft (also EU-Bürgerschaft) beibehalten hat, und es ist nicht sicher, dass sie ständig in Israel leben wird, besteht meines Erachtens Anspruch auf Familienbeihilfe gemäß EU-Recht (Verordnung Nr. 987/2009, Art. 60). Dieser Art. ist dahin auszulegen, dass die in dieser Bestimmung vorgesehene Fiktion dazu führen kann, dass der Anspruch auf Familienleistungen einer Person zusteht, die nicht in dem Mitgliedstaat wohnt, der für die Gewährung dieser Leistungen zuständig ist, sofern alle anderen durch das nationale Recht vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt sind, was von dem vorlegenden Gericht zu prüfen ist. Dies begründet meinen Anspruch, der nicht davon abhängen darf, dass die Exfrau sich entscheidet, dass sie mit dem Kind gerade außer EU-Hoheitsgebiet lebt. Mit freundlichen Grüßen: ***2*** ***1*** Ergänzungsersuchen vom 3.2.2020 Das Finanzamt richtete am 3.2.2020 folgendes Ergänzungsersuchen an den Bf: 1) Der Vorlageantrag wendet einen Anspruch auf Gewährung einer Ausgleichszahlung für die als anspruchsbegründend eingewandte Tochter ***8*** ein. a) Geben Sie bitte bekannt, für welche Zeiträume des Antragszeitraumes laut Antrag vom 19.02.2019 für das Kind ***8*** von welchem Mitgliedstaat bzw. einem Träger des betreffenden Mitgliedstaats Familienleistungen in welcher Höhe an wen ausbezahlt worden sind. b) Sofern nicht Sie selbst Bezieher der ausländischen Familienleistungen gewesen sein sollten bzw. sind, werden Sie gebeten, Name und Adresse der Leistungsbezieherin (des Leistungsbeziehers) bekannt zu geben. c) Weisen sie bitte die Angaben zu a) und b) durch diesbezügliche Belege (samt Übersetzung) nach. d) Geben Sie bitte bekannt (und weisen Sie bitte nach) ob, bzw. von wann bis wann Sie mit Ihrer Tochter an einem gemeinsamen Wohnsitz gelebt haben. e) Geben Sie bitte die Adresse, an der sich der gemeinsame Wohnsitz befunden hat, bekannt, und weisen Sie bitte den "gemeinsamen Wohnsitz" nach. f) Geben Sie bitte bekannt, ob, und zutreffendenfalls von wann bis wann die (der) Bezieher(in) der ausländischen Familienleistungen für ***8*** im Antragszeitraum im Wohnort-Mitgliedstaat Ihrer Tochter beschäftigt, oder selbständig tätig war bzw. ist. 2) Der Vorlageantrag gibt vor, dass sich Ihre Tochter erst seit 27.01.2015 (zusammen mit Ihrer Mutter) in Israel aufhält. a) Weisen Sie bitte in geeigneter Form schlüssig nach, dass Ihre Tochter erst am 27.01.2015 nach Israel übersiedelt ist. b) Legen Sie insbesondere die Schulzeugnisse Ihrer Tochter ***8*** über die Schuljahre 2013/2014 und 2014/2015 (samt Übersetzung) und auch die Halbjahres-Schulnachrichten (Halbjahres-Schulzeugnisse) Ihrer Tochter aus diesen Schuljahren (samt Übersetzung) vor. Vorhaltsbeantwortung vom 4.5.2020 und 8.5.2020 Der Bf legte am 4.5.2020, ergänzt am 8.5.2020, über FinanzOnline folgende Unterlagen vor: - Zeugnis einer Schule in Budapest betreffend das Schuljahr 2013/2014 vom 13.6.2014. - Bestätigung von Fejér Megyei Kormányhivatal Bicskei Járási Hivatal (Regierungsamt im Komitat Fejér Bezirksamt Bicske) vom 11.3.2020, wonach der Bf gemeinsam mit seiner Tochter ***8*** ***2*** seit dem Jahr 2006 bis zum 15.8.2012 unter der gemeinsamen Wohnanschrift in ***3*** ***4***, ***21*** wohnte. - Bescheid von Fejér Megyei Kormányhivatal (Regierungsamt im Komitat Fejér) vom 10.3.2020, wonach die fehlende sachliche und örtliche Zuständigkeit der Behörde erster Instanz festgestellt und der Antrag an die sachlich und örtlich zuständige Zentralstelle der Ungarischen Staatskasse (H-1081 Budapest Fiumei út 19/A) übergeleitet werde. Aus der Begründung: Der Beteiligte legte einen Antrag in Bezug auf Familienzulage am 05.03.2020 bei der Behörde erster Instanz ein, in dem er eine Bescheinigung hinsichtlich seiner Tochter ***8*** ***2*** und über die Zuschussfähigkeit in Bezug auf Familienzulage zum rückwirkenden Antrag auf die österreichische Familienzulage zum Zeitraum vom ***20*** bis zum 27.01.2015 beantragte. Gemäß § 17 des ungarischen Gesetzes Nr. CL/2016 über die allgemeine Verwaltungsordnung (im Folgenden Ákr bezeichnet) prüft die Behörde ihre sachliche und örtliche Zuständigkeit von Amts wegen während dem gesamten Verfahrensablauf. Sollte eine der beiden fehlen, und die für das Verfahren zuständige Behörde einwandfrei festgestellt werden kann, überleitet sie das Verfahren, in Ermangelung dessen legt sie den Antrag ab, oder sie stellt das Verfahren ein. Gemäß § 35 Cst gilt die über die beantragte Leistung entscheidende Stelle als die befasste Behörde, bzw. die in einer gesonderter Rechtsvorschrift bestimmte Zahlstelle für Familienbeihilfen. In Verfahren für Familienbeihilfen ist das Regierungsamt im Falle einer Person gemäß § 1/B 1 der ungarischen Regierungsverordnung Nr. 223/1998 (XII.30.) über die Durchführung des Cst (Vhr), gemäß § 2 Punkt a) Unterpunkte aa), ab), ae) und af) Cst - mangels davon abweichender Rechtsvorschriften, oder wenn die Zuständigkeit einer Zahlstelle für Familienbeihilfen durch Rechtsvorschriften bestimmt wird - zuständig. Für ein Verfahren in Bezug auf die Familienbeihilfen außer dem Absatz 2 Punkte c) und a), das keiner behördlichen Entscheidung bedarf, sich ausschließlich auf Datentausch oder Datennachweis richtet, ist die Zentralstelle zuständig. Aufgrund des Antrags des Beteiligten verfügt die Zentralstelle der Ungaricshen Staatskasse (H-1081 Budapest Fiumei út 19/A) über die sachliche und örtliche Zuständigkeit, deshalb entschied die Behörde erster Instanz über die Überleitung des Verfahrens. Dieser Bescheid gründet sich auf § 17 Ákr und § 80 Ákr. Der selbständige Rechtsbehelf gegen diesen Bescheid ist durch § 112 Ákr unzulässig. In diesem Verfahren werden aufgrund § 40 Cst keine Gebühr und Auslagen erhoben. Die sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsstelle erster Instanz wird von § 35 Cst, ihre örtliche Zuständigkeit von §§ 1/A und 1/B der ungarischen Regierungsverordnung Nr. 223/1998 (XII.30.) über die Durchführung des Cst festgestellt. Vorlage Mit Bericht vom 17.3.2020 legte das Finanzamt die Beschwerde dem Bundesfinanzgericht zur Entscheidung vor und führte unter anderem aus: Inhaltsverzeichnis zu den vorgelegten Aktenteilen (Aktenverzeichnis) Beschwerde 1 Beschwerde 24.03.2019 2 Beschwerde Anhang 1 24.03.2019 3 Beschwerde Anhang 2 24.03.2019 Bescheide 4 Familienbeihilfe (Zeitraum: 02.2014-02.2019) 25.02.2019 Beschwerdevorentscheidung 5 Beschwerdevorentscheidung 31.10.2019 Vorlageantrag 6 Vorlageantrag 30.11.2019 Vorgelegte Aktenteile 7 Beihilfenantrag elektronisch 19.02.2019 8 Bekanntgabe Adressänderung 31.07.2019 9 Vorhalt / Ergänzungsersuchen 03.02.2020 Bezughabende Normen § 5 Abs.3 FLAG 1967 i. V. m. Art. 67 der Verordnung (EG) 883/2004 i. V. m. Art. 60 der Verordnung (EG) 987/2009 Sachverhalt und Anträge Sachverhalt: Die Bescheidbeschwerde und der Vorlageantrag räumt zwar einen Aufenthalt der Tochter in Israel ein, aufgrund der Doppelstaatsbürgerschaft der Tochter und einer nicht näher ausgeführten Ungewissheit, ob die Tochter tatsächlich in Israel bleiben werde, wird aber ein Anspruch auf Gewährung einer Ausgleichszahlung behauptet und eine Auszahlung gefordert. Der Vorlageantrag führt insbesondere aus, dass der Anspruch des Bf. nicht davon abhängen dürfe, dass die Exfrau sich entscheidet, dass sie mit dem Kind außer EU-Hoheitsgebiet lebt Beweismittel: Beschwerde, Vorlageantrag, und weitere hochgeladene Akt-Dokumente Stellungnahme: Art 67 der Verordnung (EG) 883/2004 legt einen Anspruch auf Familienleistungen auch für Familienangehörige fest, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen. Ein eventueller Anspruch (für Familienangehörige), der ungeachtet des ständigen Aufenthalts (des/der Angehörigen) außerhalb des EU- bzw. EWR-Raumes, lediglich auf einer Staatsbürgerschaft (auch) eines EUMitgliedstaats beruht, wird durch die Verordnung (EG) 883/2004 nicht begründet. Artikel 60 der Verordnung (EG) 987/2009 (Durchführungsverordnung) normiert Vorgaben für das Verfahren zur Anwendung von Artikel 67 und 68 der Verordnung (EG) 883/2004, legt aber keine eigenständigen (über das Ausmaß gemäß Artikel 67 bzw. 68 der Grundverordnung hinaus gehenden) Anspruchsgründe fest. Insbesondere legt auch Art. 60 der Durchführungsverordnung keinen Leistungsanspruch für Angehörige fest, die zwar (auch) eine EU-Staatsbürgerschaft besitzen, aber außerhalb des EU- bzw. EWR-Raumes leben. Weder die Bescheidbeschwerde, noch der Vorlageantrag stellt klar, worauf sich das (sowohl zu § 5 Abs.3 FLAG 1967, als auch zu den Vorgaben der Verordnung (EG) 883/2004 in Widerspruch stehende) Postulat, dass "der Anspruch nicht davon abhängen dürfe, dass die Exfrau sich entscheidet, dass sie mit dem Kind außer EU-Hoheitsgebiet lebt" gründet. Es wird daher diesbezüglich von einer bloß subjektiven Rechtsmeinung, oder anderen nicht beachtlichen Rechtsquelle ausgegangen. Zum eingewandten vorgeblichen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, sowie zum vorgeblichen Aufenthalt der als anspruchsbegründend eingewandten Tochter in Israel erst ab 27.01.2015 wurde mit Vorhalt vom 03.02.2020 um weitere Auskünfte und insbesondere Nachweise gebeten. Der Vorhalt wurde bis dato nicht beantwortet. Es wird daher ersucht, die Bescheidbeschwerde abzuweisen Ergänzung des Vorlageberichts Am 25.6.2020 wurde der Vorlagebericht wie folgt ergänzt: Die Vorhaltsbeantwortungen vom 04. und 08.05.2020 werden gemäß § 265 (6) BAO als Nachreichung übermittelt. Zufolge der Vorhaltsbeantwortungen wird der Vorlagebericht ergänzt wie folgt: Mit vorgelegter Bescheinigung wurde nachgewiesen, dass Herr ***2*** ***1*** mit dem als anspruchsbegründend eingewandten Kind ***8*** bis 15.08.2012 in einem gemeinsamen Haushalt wohnte. Mit Bescheid vom 10.03.2020 des Regierungsamtes im Komitat Fejér (über den rückwirkenden Antrag des Herr ***2*** ***1*** auf dortige Familienleistungen) wurde lediglich die fehlende sachliche und örtliche Zuständigkeit festgestellt, und die Weiterleitung an die Zentralstelle der Ungarischen Staatskasse mitgeteilt. Dass für das eingewandte Kind ***8*** ein Anspruch auf ungarische Familienleistungen nicht bestanden hätte, bzw. irgendwelche Zuerkennungsvoraussetzungen nicht vorlagen, geht aus diesem Bescheid nicht hervor. Die mit Vorhalt vom 03.02.2020 aufgeworfenen Fragen wurden größtenteils nicht beantwortet, und auch die erbetenen Nachweise nicht erbracht. Das vorgelegte Schulzeugnis vom 13.06.2014 lässt den Schluss zu, dass sich das Kind ***8*** noch bis Juni 2014 ständig in Ungarn aufgehalten hat. Das Kind und die Ex-Gattin lebten aber nach der Aktenlage im Zeitraum 02/2014 bis 06/2014 nicht mehr in einem gemeinsamen Haushalt mit Herrn ***2*** ***1***. Nach den Angaben des Bf. in der Bescheidbeschwerde bzw. im Vorlageantrag ist davon auszugehen, dass das Kind ***8*** (so wie auch jetzt noch) ab dem 16.08.2012 mit der Mutter im gemeinsamen Haushalt lebt. Insofern kommen allenfalls zustehende österreichische Familienleistungen jedenfalls der Kindesmutter, nicht aber dem Beschwerdeführer zu. Somit ergibt sich keine Abweichung in Bezug auf den bereits im Vorlagebericht dargestellten Antrag des Finanzamtes (auf Abweisung der Beschwerde). Das Bundesfinanzgericht hat erwogen: Sachverhalt Die im August 2006 geborene ***8*** ***2*** ist Tochter des Bf ***1*** ***2*** und von ***19*** (***19***) ***17*** ***18***. Bis 15.8.2012 bestand ein gemeinsamer Haushalt von Vater und Tochter in ***3*** ***4***, ***21***, Ungarn. Es kann nicht festgestellt werden, dass ab dem August 2012 die Tochter ***8*** ***2*** bei ihrem Vater haushaltsgehörig war. Sie gehörte dem Haushalt der Mutter an. Die Ehe der Eltern wurde im November 2014 geschieden. ***8*** ***2*** besuchte im Schuljahr 2013/2014 (bis 13.6.2014) eine Schule in Budapest. Seit 2.9.2018 ist ***8*** ***2*** Schülerin einer israelischen Schule. ***1*** ***2*** ist ungarischer Staatsbürger, also Unionsbürger. ***8*** ***2*** verfügt sowohl über die ungarische als auch über die israelische Staatsbürgerschaft. ***1*** ***2*** erzielt in Österreich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Der Vater leistet monatlich € 300 Unterhalt für seine Tochter. Während des Aufenthalts der Tochter in Ungarn hat der Vater deren überwiegende Unterhaltskosten getragen. Bis Juni 2014 ging die Tochter in Ungarn zur Schule. Am Tag der Scheidung ihre Eltern, am 21.11.2014, wurde für ***8*** ***2*** von der israelischen Botschaft in Budapest ein provisorischer israelischer Reisepass ausgestellt. Das Bundesfinanzgericht geht daher davon aus, dass sich ***8*** ***2*** bis November 2014 ständig in Ungarn aufgehalten hat. Danach hielt sie sich ständig in Israel auf. Es kann nicht festgestellt werden, dass sich ***8*** ***2*** erst seit 27.1.2015 mit ihrer Mutter ständig in Israel aufhält. Beweiswürdigung Soweit Feststellungen getroffen wurden, ergeben sich diese auf die vom Bf vorgelegten Unterlagen und die Angaben des Bf. Da der Tochter erst am 21.11.2014 ein provisorischer Reisepass ausgestellt wurde, hat sie sich jedenfalls bis zu diesem Tag in Ungarn aufgehalten. Für einen Aufenthalt in Ungarn im Dezember 2014 und im Jänner 2015 gibt es keinerlei Nachweis. Der Aufenthalt ab Jänner 2015 in Israel ist unstrittig. Die Unterhaltsleistungen des Bf wurden vom Finanzamt nicht bestritten. Dass ein Betrag von € 300 monatlich mehr als die Hälfte der Unterhaltskosten eines in Ungarn lebenden Volksschulkindes abdeckt, ist evident. Betreffend der Nichtfeststellungen ist darauf zu hinzuweisen, dass der Bf im Verwaltungsverfahren mehrfach aufgefordert wurde, entsprechende Nachweise zu erbringen, dies aber nicht getan hat. Rechtsgrundlagen Unionsrecht Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Für den Streitzeitraum ist die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (im Folgenden: VO 883/2004) maßgebend. Die VO 883/2004 gilt für alle Rechtsvorschriften über Zweige der sozialen Sicherheit, welche Familienleistungen betreffen (Art. 3 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004). Die in Rede stehende Familienbeihilfe ist eine Familienleistung. Aus den Erwägungsgründen dieser Verordnung: (1) Die Vorschriften zur Koordinierung der nationalen Systeme der sozialen Sicherheit sind Teil des freien Personenverkehrs und sollten zur Verbesserung des Lebensstandards und der Arbeitsbedingungen beitragen. (2) Für die Annahme geeigneter Maßnahmen im Bereich der sozialen Sicherheit für andere Personen als Arbeitnehmer sieht der Vertrag keine anderen Befugnisse als diejenigen des Artikels 308 vor. [nunmehr: Art. 350 AEUV]. (11) Die Gleichstellung von Sachverhalten oder Ereignissen, die in einem Mitgliedstaat eingetreten sind, kann in keinem Fall bewirken, dass ein anderer Mitgliedstaat zuständig wird oder dessen Rechtsvorschriften anwendbar. (13) Die Koordinierungsregeln müssen den Personen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bewegen, sowie ihren Angehörigen und Hinterbliebenen die Wahrung erworbener Ansprüche und Vorteile sowie der Anwartschaften ermöglichen. (15) Es ist erforderlich, Personen, die sich innerhalb der Gemeinschaft bewegen, dem System der sozialen Sicherheit nur eines Mitgliedstaats zu unterwerfen, um eine Kumulierung anzuwendender nationaler Rechtsvorschriften und die sich daraus möglicherweise ergebenden Komplikationen zu vermeiden. (17) Um die Gleichbehandlung aller im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats erwerbstätigen Personen am besten zu gewährleisten, ist es zweckmäßig, als allgemeine Regel die Anwendung der Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats vorzusehen, in dem die betreffende Person eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt. (17a) Sobald Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats für eine Person nach Titel II dieser Verordnung anwendbar werden, sollten die Voraussetzungen für einen Anschluss und den Anspruch auf Leistungen durch die Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats geregelt werden, wobei das Gemeinschaftsrecht einzuhalten ist. (18) Von dieser allgemeinen Regel ist in besonderen Fällen, die andere Zugehörigkeitskriterien rechtfertigen, abzuweichen. (18a) Der Grundsatz, dass nur die Rechtsvorschriften eines einzigen Mitgliedstaats anzuwenden sind, ist von großer Bedeutung und sollte hervorgehoben werden. Dies sollte jedoch nicht bedeuten, dass allein die Gewährung einer Leistung nach dieser Verordnung, einschließlich der Zahlung von Versicherungsbeiträgen oder der Gewährung eines Versicherungsschutzes für den Begünstigten, die Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dessen Träger diese Leistung erbracht hat, zu den für diese Person geltenden Rechtsvorschriften macht. (35) Zur Vermeidung ungerechtfertigter Doppelleistungen sind für den Fall des Zusammentreffens von Ansprüchen auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats mit Ansprüchen auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats der Familienangehörigen Prioritätsregeln vorzusehen. Nach Art. 2 Abs. 1 VO 883/2004 gilt diese Verordnung für Staatsangehörige eines Mitgliedstaats, Staatenlose und Flüchtlinge mit Wohnort in dem Mitgliedstaat, für die die Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten gelten oder galten, sowie für ihre Familienangehörigen und Hinterbliebenen. Zu den Familienangehörigen zählt Art. 1 Buchstabe i Nummer 1 Ziffer i VO 883/2004 "jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird". "Unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen" (Art. 1 Buchstabe i Nummer 2 VO 883/2004). Wird nach den anzuwendenden nationalen Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt gemäß Art. 1 Buchstabe i Nummer 3 VO 883/2004 diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird: Artikel 1 Definitionen Für die Zwecke dieser Verordnung bezeichnet der Ausdruck: ... i) "Familienangehöriger": 1. i) jede Person, die in den Rechtsvorschriften, nach denen die Leistungen gewährt werden, als Familienangehöriger bestimmt oder anerkannt oder als Haushaltsangehöriger bezeichnet wird; ii) ...; 2. unterscheiden die gemäß Nummer 1 anzuwendenden Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die Familienangehörigen nicht von anderen Personen, auf die diese Rechtsvorschriften anwendbar sind, so werden der Ehegatte, die minderjährigen Kinder und die unterhaltsberechtigten volljährigen Kinder als Familienangehörige angesehen; 3. wird nach den gemäß Nummern 1 und 2 anzuwendenden Rechtsvorschriften eine Person nur dann als Familien- oder Haushaltsangehöriger angesehen, wenn sie mit dem Versicherten oder dem Rentner in häuslicher Gemeinschaft lebt, so gilt diese Voraussetzung als erfüllt, wenn der Unterhalt der betreffenden Person überwiegend von dem Versicherten oder dem Rentner bestritten wird; … Ungarische Fassung: i) "családtag": 1. i. családtagként meghatározott vagy elismert személy, illetve olyan személy, akit a háztartás tagjának tekintenek azok a jogszabályok, amelyek szerint ellátást nyújtanak; ii. … 2. ha egy tagállamnak az 1. pont értelmében alkalmazandó jogszabályai nem különböztetik meg a családtagokat és a hatályuk alá tartozó egyéb személyeket, a házastársat, a kiskorú gyermekeket és a nagykorú eltartott gyermekeket családtagoknak kell tekinteni; 3. ha az 1. és 2. pont értelmében alkalmazandó jogszabályok szerint egy személy csak akkor tekinthető családtagnak vagy a háztartás tagjának, ha a biztosított személlyel vagy a nyugdíjassal közös háztartásban él, e feltétel akkor tekinthető teljesítettnek, ha a szóban forgó személyt nagyrészt a biztosított személy vagy a nyugdíjas tartja el; "Wohnort" ist der Ort des gewöhnlichen Aufenthalts einer Person (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe j VO 883/2004), "Aufenthalt" der vorübergehende Aufenthalt (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe k VO 883/2004). "Familienleistungen" sind alle Sach- oder Geldleistungen zum Ausgleich von Familienlasten, mit Ausnahme von Unterhaltsvorschüssen und besonderen Geburts- und Adoptionsbeihilfen (Art. 1 Abs. 1 Buchstabe z VO 883/2004). Art. 4 VO 883/2004 zufolge haben die Personen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen nach Art. 11 Abs. 1 VO 883/2004 den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Art. 11 VO 883/2004 lautet: Artikel 11 Allgemeine Regelung (1) Personen, für die diese Verordnung gilt, unterliegen den Rechtsvorschriften nur eines Mitgliedstaats. Welche Rechtsvorschriften dies sind, bestimmt sich nach diesem Titel. (2) Für die Zwecke dieses Titels wird bei Personen, die aufgrund oder infolge ihrer Beschäftigung oder selbstständigen Erwerbstätigkeit eine Geldleistung beziehen, davon ausgegangen, dass sie diese Beschäftigung oder Tätigkeit ausüben. Dies gilt nicht für Invaliditäts-, Alters- oder Hinterbliebenenrenten oder für Renten bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten oder für Geldleistungen bei Krankheit, die eine Behandlung von unbegrenzter Dauer abdecken. (3) Vorbehaltlich der Artikel 12 bis 16 gilt Folgendes: a) eine Person, die in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; b) ein Beamter unterliegt den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, dem die ihn beschäftigende Verwaltungseinheit angehört; c) eine Person, die nach den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats Leistungen bei Arbeitslosigkeit gemäß Artikel 65 erhält, unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; d) eine zum Wehr- oder Zivildienst eines Mitgliedstaats einberufene oder wiedereinberufene Person unterliegt den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats; e) jede andere Person, die nicht unter die Buchstaben a bis d fällt, unterliegt unbeschadet anders lautender Bestimmungen dieser Verordnung, nach denen ihr Leistungen aufgrund der Rechtsvorschriften eines oder mehrerer anderer Mitgliedstaaten zustehen, den Rechtsvorschriften des Wohnmitgliedstaats. (4) Für die Zwecke dieses Titels gilt eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit, die gewöhnlich an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes auf See ausgeübt wird, als in diesem Mitgliedstaat ausgeübt. Eine Person, die einer Beschäftigung an Bord eines unter der Flagge eines Mitgliedstaats fahrenden Schiffes nachgeht und ihr Entgelt für diese Tätigkeit von einem Unternehmen oder einer Person mit Sitz oder Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat erhält, unterliegt jedoch den Rechtsvorschriften des letzteren Mitgliedstaats, sofern sie in diesem Staat wohnt. Das Unternehmen oder die Person, das bzw. die das Entgelt zahlt, gilt für die Zwecke dieser Rechtsvorschriften als Arbeitgeber. Ungarische Fassung: 11. cikk Általános szabályok (1) Az e rendelet hatálya alá tartozó személyekre csak egy tagállam jogszabályai alkalmazandóak. E jogszabályokat e cím rendelkezései szerint kell meghatározni. (2) E cím alkalmazásában a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységük miatt vagy következtében pénzbeli ellátásokban részesülő személyeket úgy kell tekinteni, mint akik folytatják az említett tevékenységet. Ez nem vonatkozik a rokkantsági, öregségi vagy túlélő hozzátartozói nyugdíjakra, illetve munkahelyi balesetek vagy foglalkozási megbetegedések miatt nyújtott nyugdíjakra vagy határozatlan időtartamú kezelést fedező pénzbeli betegségi ellátásokra. (3) A 12-16. cikkre is figyelemmel: a) a munkavállalóként vagy önálló vállalkozóként egy tagállamban tevékenységet folytató személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak; b) a köztisztviselők azon tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak, amely tagállam jogszabályainak hatálya alá az őket alkalmazó közigazgatási szerv tartozik; c) a 65. cikk értelmében a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai alapján munkanélküli-ellátásban részesülő személyek az adott tagállam jogszabályainak a hatálya alá tartoznak; d) egy tagállam fegyveres erőibe szolgálatra vagy polgári szolgálatra behívott vagy újból behívott személyek e tagállam jogszabályainak hatálya alá tartoznak; e) az a)-d) pont hatálya alá nem tartozó bármely személyre a lakóhely szerinti tagállam jogszabályai vonatkoznak, e rendelet egyéb olyan rendelkezéseinek sérelme nélkül, amelyek szerint az ilyen személyeknek egy vagy több tagállam jogszabályai alapján ellátásokat biztosítanak. (4) E cím alkalmazásában a munkavállaló vagy önálló vállalkozó által szokásosan egy tagállam lobogója alatt közlekedő tengeri hajó fedélzetén végzett tevékenység az említett tagállamban végzett tevékenységnek minősül. Ugyanakkor az a személy, akit egy tagállam lobogója alatt közlekedő hajó fedélzetén alkalmaznak, és aki az e munkáért járó javadalmazást olyan vállalkozástól vagy személytől kapja, amelynek vagy akinek a székhelye vagy lakóhelye más tagállamban található, az utóbbi tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozik, ha e tagállamban rendelkezik lakóhellyel. Az említett jogszabályok alkalmazásában a javadalmazást fizető vállalkozás vagy személy munkáltatónak tekintendő. (5) A hajózószemélyzet és a légiutas-kísérő személyzet légi személy- vagy árufuvarozási szolgáltatásokat lebonyolító tagjainak tevékenységét azon tagállamban végzett tevékenységnek kell tekinteni, amelyben a 3922/91/EGK rendelet III. mellékletében meghatározottak szerint a bázishelyük található. Nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. a VO 883/2004 unterliegt daher eine Person, die (nur) in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung oder selbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats. Art. 67 VO 883/2004 lautet: Artikel 67 Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen Eine Person hat auch für Familienangehörige, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des zuständigen Mitgliedstaats, als ob die Familienangehörigen in diesem Mitgliedstaat wohnen würden. Ein Rentner hat jedoch Anspruch auf Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften des für die Rentengewährung zuständigen Mitgliedstaats. Ungarische Fassung: 67. cikk Másik tagállamban lakóhellyel rendelkező családtagok Egy személy az illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra a másik tagállamban lakó családtagjai után is, mintha a családtagok is az előbb említett tagállamban rendelkeznének lakóhellyel. A nyugdíjas azonban a nyugdíja tekintetében illetékes tagállam jogszabályainak megfelelően jogosult családi ellátásokra. Art. 68 VO 883/2004 lautet: Artikel 68 Prioritätsregeln bei Zusammentreffen von Ansprüchen (1) Sind für denselben Zeitraum und für dieselben Familienangehörigen Leistungen nach den Rechtsvorschriften mehrerer Mitgliedstaaten zu gewähren, so gelten folgende Prioritätsregeln: a) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus unterschiedlichen Gründen zu gewähren, so gilt folgende Rangfolge: an erster Stelle stehen die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelösten Ansprüche, darauf folgen die durch den Bezug einer Rente ausgelösten Ansprüche und schließlich die durch den Wohnort ausgelösten Ansprüche. b) Sind Leistungen von mehreren Mitgliedstaaten aus denselben Gründen zu gewähren, so richtet sich die Rangfolge nach den folgenden subsidiären Kriterien: i) bei Ansprüchen, die durch eine Beschäftigung oder eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass dort eine solche Tätigkeit ausgeübt wird, und subsidiär gegebenenfalls die nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zu gewährende höchste Leistung. Im letztgenannten Fall werden die Kosten für die Leistungen nach in der Durchführungsverordnung festgelegten Kriterien aufgeteilt; ii) bei Ansprüchen, die durch den Bezug einer Rente ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder, unter der Voraussetzung, dass nach diesen Rechtsvorschriften eine Rente geschuldet wird, und subsidiär gegebenenfalls die längste Dauer der nach den widerstreitenden Rechtsvorschriften zurückgelegten Versicherungs- oder Wohnzeiten; iii) bei Ansprüchen, die durch den Wohnort ausgelöst werden: der Wohnort der Kinder. (2) Bei Zusammentreffen von Ansprüchen werden die Familienleistungen nach den Rechtsvorschriften gewährt, die nach Absatz 1 Vorrang haben. Ansprüche auf Familienleistungen nach anderen widerstreitenden Rechtsvorschriften werden bis zur Höhe des nach den vorrangig geltenden Rechtsvorschriften vorgesehenen Betrags ausgesetzt; erforderlichenfalls ist ein Unterschiedsbetrag in Höhe des darüber hinausgehenden Betrags der Leistungen zu gewähren. Ein derartiger Unterschiedsbetrag muss jedoch nicht für Kinder gewährt werden, die in einem anderen Mitgliedstaat wohnen, wenn der entsprechende Leistungsanspruch ausschließlich durch den Wohnort ausgelöst wird. (3) Wird nach Artikel 67 beim zuständigen Träger eines Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften gelten, aber nach den Prioritätsregeln der Absätze 1 und 2 des vorliegenden Artikels nachrangig sind, ein Antrag auf Familienleistungen gestellt, so gilt Folgendes: a) Dieser Träger leitet den Antrag unverzüglich an den zuständigen Träger des Mitgliedstaats weiter, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, teilt dies der betroffenen Person mit und zahlt unbeschadet der Bestimmungen der Durchführungsverordnung über die vorläufige Gewährung von Leistungen erforderlichenfalls den in Absatz 2 genannten Unterschiedsbetrag; b) der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften vorrangig gelten, bearbeitet den Antrag, als ob er direkt bei ihm gestellt worden wäre; der Tag der Einreichung des Antrags beim ersten Träger gilt als der Tag der Einreichung bei dem Träger, der vorrangig zuständig ist. Ungarische Fassung: 68. cikk Halmozódás esetén alkalmazandó elsőbbségi szabályok (1) Ha ugyanazon időszak és ugyanazon családtagok tekintetében egynél több tagállam jogszabályai alapján nyújtanak ellátásokat, a következő elsőbbségi szabályokat kell alkalmazni: a) a több tagállam által különböző alapokon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrend a következő: először a munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenységeken alapuló jogosultságok, másodszor a nyugdíj folyósításán alapuló jogosultságok, és végül a lakóhely szerint szerzett jogosultságok; b) a több tagállam által azonos alapon fizetendő ellátások esetében az elsőbbségi sorrendet a következő kiegészítő kritériumok alapján határozzák meg: i. munkavállalói vagy önálló vállalkozói tevékenység alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy ott ilyen tevékenységet folytatnak, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok által előírt ellátások közül a legmagasabb összeg. Az utóbbi esetben az ellátások költségeit a végrehajtási rendeletben megállapított kritériumok szerint megosztják; ii. nyugdíjfolyósítás alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye, feltéve, hogy az ottani jogszabályok szerint nyugdíj fizetendő, továbbá kiegészítésként, megfelelő esetben az összeütköző jogszabályok szerint a leghosszabb biztosítási vagy tartózkodási idő; iii. a lakóhely alapján megnyílt jogosultságok esetében: a gyermekek lakóhelye. (2) Halmozódó jogosultságok esetében a családi ellátásokat az (1) bekezdés szerint elsőbbséget élvezőként kijelölt jogszabályoknak megfelelően nyújtják. Az egyéb összeütköző jogszabály(ok)ból adódó családi ellátásokra való jogosultságot az előbb említett jogszabályok által előírt összegig felfüggesztik, és szükség esetén különbözeti kiegészítést nyújtanak az ezt meghaladó összegre. Az ilyen különbözeti kiegészítést azonban nem kell biztosítani egy másik tagállamban lakóhellyel rendelkező gyermekek után, ha a szóban forgó ellátásra való jogosultság kizárólag a lakóhelyen alapul. (3) Ha a 67. cikk alapján családi ellátások iránti kérelmet nyújtanak be azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályait alkalmazni kell, de nem az e cikk (1) és (2) bekezdése szerinti elsőbbség alapján: a) az intézmény haladéktalanul továbbítja a kérelmet azon tagállam illetékes intézményéhez, amelynek a jogszabályai az elsőbbség alapján alkalmazandók, tájékoztatja az érintett személyt és - a végrehajtási rendeletnek az ellátások ideiglenes folyósítására vonatkozó rendelkezéseinek sérelme nélkül - szükség esetén biztosítja a (2) bekezdésben említett különbözeti kiegészítést; b) azon tagállam illetékes intézménye, amelynek a jogszabályait az elsőbbség alapján alkalmazni kell, a kérelmet úgy kezeli, mintha azt közvetlenül hozzá nyújtották volna be, és az ilyen kérelemnek az első intézményhez történő benyújtása napját az elsőbbségi intézményhez történő benyújtás napjának tekintik. Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Die Verordnung enthält Durchführungsbestimmungen zur VO 883/2004. Art. 60 VO 987/2009 lautet: Artikel 60 Verfahren bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung (1) Die Familienleistungen werden bei dem zuständigen Träger beantragt. Bei der Anwendung von Artikel 67 und 68 der Grundverordnung ist, insbesondere was das Recht einer Person zur Erhebung eines Leistungsanspruchs anbelangt, die Situation der gesamten Familie in einer Weise zu berücksichtigen, als würden alle beteiligten Personen unter die Rechtsvorschriften des betreffenden Mitgliedstaats fallen und dort wohnen. Nimmt eine Person, die berechtigt ist, Anspruch auf die Leistungen zu erheben, dieses Recht nicht wahr, berücksichtigt der zuständige Träger des Mitgliedstaats, dessen Rechtsvorschriften anzuwenden sind, einen Antrag auf Familienleistungen, der von dem anderen Elternteil, einer als Elternteil behandelten Person oder von der Person oder Institution, die als Vormund des Kindes oder der Kinder handelt, gestellt wird. (2) Der nach Absatz 1 in Anspruch genommene Träger prüft den Antrag anhand der detaillierten Angaben des Antragstellers und berücksichtigt dabei die gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände, die die familiäre Situation des Antragstellers ausmachen. Kommt dieser Träger zu dem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnung prioritär anzuwenden sind, so zahlt er die Familienleistungen nach den von ihm angewandten Rechtsvorschriften. Ist dieser Träger der Meinung, dass aufgrund der Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats ein Anspruch auf einen Unterschiedsbetrag nach Artikel 68 Absatz 2 der Grundverordnung bestehen könnte, so übermittelt er den Antrag unverzüglich dem zuständigen Träger des anderen Mitgliedstaats und informiert die betreffende Person; außerdem unterrichtet er den Träger des anderen Mitgliedstaats darüber, wie er über den Antrag entschieden hat und in welcher Höhe Familienleistungen gezahlt wurden. (3) Kommt der Träger, bei dem der Antrag gestellt wurde, zu dem Schluss, dass seine Rechtsvorschriften zwar anwendbar, aber nach Artikel 68 Absätze 1 und 2 der Grundverordnung nicht prioritär anwendbar sind, so trifft er unverzüglich eine vorläufige Entscheidung über die anzuwendenden Prioritätsregeln, leitet den Antrag nach Artikel 68 Absatz 3 der Grundverordnung an den Träger des anderen Mitgliedstaats weiter und informiert auch den Antragsteller darüber. Dieser Träger nimmt innerhalb einer Frist von zwei Monaten zu der vorläufigen Entscheidung Stellung. Falls der Träger, an den der Antrag weitergeleitet wurde, nicht innerhalb von zwei Monaten nach Eingang des Antrags Stellung nimmt, wird die oben genannte vorläufige Entscheidung anwendbar und zahlt dieser Träger die in seinen Rechtsvorschriften vorgesehenen Leistungen und informiert den Träger, an den der Antrag gerichtet war, über die Höhe der gezahlten Leistungen. (4) Sind sich die betreffenden Träger nicht einig, welche Rechtsvorschriften prioritär anwendbar sind, so gilt Artikel 6 Absätze 2 bis 5 der Durchführungsverordnung. Zu diesem Zweck ist der in Artikel 6 Absatz 2 der Durchführungsverordnung genannte Träger des Wohnorts der Träger des Wohnorts des Kindes oder der Kinder. (5) Der Träger, der eine vorläufige Leistungszahlung vorgenommen hat, die höher ist als der letztlich zu seinen Lasten gehende Betrag, kann den zu viel gezahlten Betrag nach dem Verfahren des Artikels 73 der Durchführungsverordnung vom vorrangig zuständigen Träger zurückfordern. Ungarische Fassung: 60. cikk Az alaprendelet 67. és 68. cikkének alkalmazására vonatkozó eljárás (1) A családi ellátások iránti kérelmet az illetékes intézményhez kell címezni. Az alaprendelet 67. és a 68. cikke alkalmazásának céljából az egész család helyzetét úgy kell figyelembe venni, mintha valamennyi érintett személy az érintett tagállam jogszabályainak hatálya alá tartozna és ott tartózkodna, különösen az ilyen ellátások igénylésére való jogosultság szempontjából. Amikor az ellátások igénylésére jogosult személy nem él e jogával, a másik szülő vagy szülőnek tekintett személy, vagy a gyermek, illetőleg gyermekek gyámjaként eljáró személy vagy intézmény által benyújtott, családi ellátásokra vonatkozó kérelmet figyelembe kell vennie azon tagállam illetékes intézményének, amelynek a joga alkalmazandó. (2) Az (1) bekezdésnek megfelelően megkeresett intézmény a kérelmező által nyújtott részletes információk alapján megvizsgálja a kérelmet, teljes egészében figyelembe véve a kérelmező családjának tényleges és jogi helyzetét. Ha az intézmény úgy határoz, hogy az alaprendelet 68. cikkének (1) és (2) bekezdésével összhangban az elsőbbségi jogszabály alapján saját jogszabályai alkalmazandók, az általa alkalmazott jogszabályoknak megfelelően kell nyújtania a családi ellátásokat. Ha az intézmény úgy látja, hogy az alaprendelet 68. cikke (2) bekezdésével összhangban egy másik tagállam jogszabályainak értelmében lehetőség van különbözeti kiegészítésre való jogosultságra, a kérelmet az intézmény haladéktalanul továbbítja a másik tagállam illetékes intézményéhez, és erről tájékoztatja az érintett személyt; értesíti továbbá a másik tagállam intézményét a kérelemről hozott határozatáról, valamint a folyósított családi ellátások összegéről.

Normen und Schlagworte

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
BFG-Entscheidungen
Dokumenttyp
Bescheidbeschwerde - Einzel - Erkenntnis
Geschäftszahl
RV/7101137/2020
ECLI
ECLI:AT:BFG:2022:RV.7101137.2020
Stammnummer
137647
Gültig
03.07.2022 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:13
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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