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Findok · Erlässe & Informationen

2026-0.475.070

MinBestG: Steuerhoheitsgebiete mit anerkannter PES- oder NES-Regelung samt NES-Safe-Harbour-Status (1. Juni 2026)

geltende FassungInfo2026-0.475.070vom 08.06.2026

Wortlaut laut Findok

Die nationale Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung durch Steuerhoheitsgebiete erfolgt durch die Einführung einer Primär-Ergänzungssteuer (PES) und einer Sekundär-Ergänzungssteuer (SES) sowie optional einer nationalen Ergänzungssteuer (NES). Das Mindestbesteuerungsgesetz (MinBestG) definiert, unter welchen Voraussetzungen anerkannte PES-, SES- oder NES-Regelungen eines Steuerhoheitsgebietes vorliegen (§ 2 Z 18, Z 28 bzw. Z 44 MinBestG). Darüber hinaus wird in § 53 MinBestG geregelt, unter welchen Voraussetzungen für ein Steuerhoheitsgebiet mit anerkannter NES-Regelung der sogenannte NES-Safe-Harbour gewährt wird. Das Vorliegen anerkannter PES-, SES- oder NES-Regelungen sowie der Voraussetzungen für den NES-Safe-Harbour ist maßgeblich dafür, in welcher Reihenfolge diese Regelungen über die globale Mindestbesteuerung durch Österreich sowie die anderen umsetzenden Steuerhoheitsgebiete anzuwenden sind. Um den Finanzverwaltungen und den von der globalen Mindestbesteuerung betroffenen Unternehmensgruppen die Feststellung zu erleichtern, welche Steuerhoheitsgebiete eine anerkannte PES- oder NES-Regelung umgesetzt haben sowie die Anwendungsvoraussetzungen des NES-Safe-Harbour erfüllen, hat das OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS ein Verfahren zur temporären Anerkennung von PES- und NES-Regelungen einschließlich des NES-Safe-Harbour-Status beschlossen ("Transitional Qualification Mechanism"). Es handelt sich dabei um ein vereinfachtes Verfahren basierend auf einem Self-Assessment des umsetzenden Steuerhoheitsgebietes, das die rasche Anerkennung der Rechtsvorschriften der umsetzenden Steuerhoheitsgebiete vorübergehend bis zum Abschluss einer umfassenden Überprüfung ermöglicht. Mit Stand 1. Mai 2026 haben einschließlich Österreich 44 Steuerhoheitsgebiete dieses Verfahren im Hinblick auf ihre PES-Regelungen sowie 50 Steuerhoheitsgebiete im Hinblick auf ihre NES-Regelungen erfolgreich absolviert. Das OECD-Sekretariat hat am 15. Jänner 2025 die vom OECD/G20 Inclusive Framework am 13. Jänner 2025 beschlossenen Verwaltungsleitlinien veröffentlicht, in denen die Steuerhoheitsgebiete mit anerkannter PES- oder NES-Regelung samt NES-Safe-Harbour-Status aufgelistet werden. Dieses "Central Record of Legislation with Transitional Qualified Status" wurde mit Stand 1. Mai 2026 zuletzt aktualisiert (Central Record for purposes of the Global Minimum Tax | OECD).*) Aus dieser Liste geht auch hervor, dass Österreich im Wege des MinBestG eine anerkannte PES- und NES-Regelung umgesetzt hat und die Voraussetzungen für den NES-Safe-Harbour erfüllt. Die Anerkennung der jeweiligen PES- oder NES-Regelungen gilt in Bezug auf die gelisteten Steuerhoheitsgebiete ab dem jeweiligen in dem Verzeichnis genannten Zeitpunkt, ab dem diese Regelungen erstmalig anzuwenden sind. Der Umstand, dass sich ein Steuerhoheitsgebiet nicht in diesem Verzeichnis befindet, bedeutet nicht zwangsläufig, dass dieses keine anerkannte PES- oder NES-Regelung umgesetzt hat, sondern nur, dass das Verfahren zur temporären Anerkennung noch nicht abgeschlossen wurde. Ein umfassenderes Verfahren zur Überprüfung und laufenden Überwachung der jeweiligen nationalen Umsetzungsvorschriften soll in weiterer Folge vom OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS entwickelt werden. Im Einklang mit den Verwaltungsleitlinien des OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS vom 13. Jänner 2025 (zuletzt aktualisiert am 1. Mai 2026) werden nachfolgend die Steuerhoheitsgebiete mit anerkannter PES-Regelung (§ 2 Z 18 MinBestG) oder NES-Regelung (§ 2 Z 28 MinBestG) samt NES-Safe-Harbour-Status (§ 53 MinBestG) aufgelistet sowie der Anwendungsbeginn der jeweiligen Regelung angeführt: | Steuerhoheitsgebiet | Anerkannte PES-Regelung Anwendungsbeginn | Anerkannte NES-Regelung Anwendungsbeginn | NES-Safe-Harbour | Australien | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Bahamas**) | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2024 | Ja | Bahrain | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Barbados | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2024 | Ja | Belgien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Bulgarien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Brasilien | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Dänemark | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Deutschland | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Finnland | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Frankreich | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Gibraltar | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2024 | Ja | Griechenland | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Guernsey | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Hongkong | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Indonesien | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Irland | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Isle of Man | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Italien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Japan | 1. April 2024 | 1. April 2026 | Ja | Jersey | 1. Jänner 2025 | Keine Umsetzung | Kanada | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Katar | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Kenia**) | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Korea | 1. Jänner 2024 | Keine Umsetzung | Kroatien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Kuwait**) | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Liechtenstein | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Luxemburg | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Malaysia | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Neuseeland | 1. Jänner 2025 | Keine Umsetzung | Niederlande | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Nordmazedonien | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Norwegen | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Oman**) | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Österreich | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Polen | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Portugal | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Rumänien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Schweden | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Schweiz | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2024 | Ja | Singapur | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Slowakei | Keine Umsetzung | 31. Dezember 2023 | Ja | Slowenien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Spanien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Südafrika | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Thailand | 1. Jänner 2025 | 1. Jänner 2025 | Ja | Tschechien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Türkei | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Ungarn | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Vereinigte Arabische Emirate | Keine Umsetzung | 1. Jänner 2025 | Ja | Vereinigtes Königreich Großbritannien | 31. Dezember 2023 | 31. Dezember 2023 | Ja | Vietnam | 1. Jänner 2024 | 1. Jänner 2024 | Ja | Zypern***) | 31. Dezember 2023 | Keine Umsetzung Zusätzliche Erläuterungen: *) Das aktualisierte "Central Record of Legislation with Transitional Qualified Status" listet auch bereits eine weitere Jurisdiktion (USA) auf, die ein sog. "anerkanntes Side-by-Side System" umgesetzt hat und daher die Voraussetzungen für den "Side-by-Side-Safe Harbour" erfüllt, der im vom OECD/G20 Inclusive Framework angenommenen "Side-by-Side-Package" enthalten ist. Da alle Mitgliedstaaten diesen Safe Harbour Regelungen zugestimmt haben, sind diese aufgrund von Art. 32 der Richtlinie (EU) 2022/2523 des Rates vom 14. Dezember 2022 zur Gewährleistung einer globalen Mindestbesteuerung für multinationale Unternehmensgruppen und große inländische Gruppen in der Union in nationales Recht umzusetzen (siehe dazu die Bekanntmachung der Kommission - Die Vereinbarung des Inklusiven Rahmens der OECD über Safe-Harbour-Regelungen und die Säule-2-Richtlinie, PUB/2026/5, ABl. C, C/2026/253, 12.1.2026, ELI: http://data.europa.eu/eli/C/2026/253/oj). Sobald diese weiteren Safe Harbours innerstaatlich im MinBestG umgesetzt worden sind, soll eine Erweiterung dieser BMF-Info um Jurisdiktionen mit einem "anerkannten Side-by-Side-System" sowie einem "anerkannten UPE Regime" erfolgen. **) Diese Steuerhoheitsgebiete wurden anlässlich der Aktualisierung des Central Record der OECD vom 1. Mai 2026 neu in die Liste aufgenommen. ***) Zypern wurde ebenfalls neu in die Liste aufgenommen. Mangels Teilnahme am OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS hat Zypern bis dato das temporäre Anerkennungsverfahren der OECD nicht durchlaufen. Zypern hat jedoch für ab dem 31. Dezember 2023 beginnende Geschäftsjahre eine PES-Regelung im Einklang mit der Richtlinie (EU) 2022/2523 umgesetzt. Es liegt daher entsprechend Artikel 3 Z 18 Richtlinie (EU) 2022/2523 ebenfalls eine anerkannte PES-Regelung gemäß § 2 Z 18 MinBestG vor. Siehe dazu European Commission, Frequently Asked Question on Pillar 2 Directive - Cyprus IIR treatment 2024 (29. Mai 2026), abrufbar unter https://taxation-customs.ec.europa.eu/news/pillar-2-global-minimum-tax-directive-new-faq-available-2026-05-29_en. Bundesministerium für Finanzen, 8. Juni 2026

Normen und Schlagworte

Mindestbesteuerunganerkannte ErgänzungssteuerregelungenPESNESNES-Safe-Harbour

Herkunft

Herkunft dieses Textes

Bestand
Erlässe & Informationen
Dokumenttyp
Info
Geschäftszahl
2026-0.475.070
Stammnummer
84429
Gültig
08.06.2026 bis auf Weiteres
Stand Bestandsliste
25.09.2026 06:11
Von uns abgerufen
26.09.2026
Quelle
Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
Lizenz
CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF

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