Findok · UFS-Entscheidungen
UFSL RV/1401-L/02
Fachliteratur einer BHS-Lehrerin als Werbungskosten
geltende FassungBerufungsentscheidung - Steuer (Referent)RV/1401-L/02vom 23.05.2003
Entscheidung in der vom BMF bzw. BFG anonymisiert veröffentlichten Fassung. Wir ergänzen oder verknüpfen keine personenbezogenen Angaben.
Wortlaut laut Findok
Berufungsentscheidung
Der
unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der BW gegen den
Bescheid des Finanzamtes Urfahr betreffend Einkommensteuer für das Jahr
2000 entschieden:
Der
Berufung wird teilweise Folge gegeben.
Die Bemessungsgrundlage und die
Höhe der Abgabe ist dem als Beilage angeschlossenen Berechnungsblatt zu
entnehmen und bilden einen Bestandteil dieses Bescheidspruches. Nach
Berücksichtigung der anrechenbaren Lohnsteuer ergibt sich eine
Abgabenschuld in Höhe von 7.353,-- S.
Die
Fälligkeit des mit dieser Entscheidung festgesetzten Mehrbetrages der
Abgaben ist aus der Buchungsmitteilung zu ersehen.
Rechtsbelehrung
Gegen diese Entscheidung ist gemäß
§ 291
der Bundesabgabenordnung (BAO) ein ordentliches Rechtsmittel nicht
zulässig. Es steht Ihnen jedoch das Recht zu, innerhalb von sechs Wochen
nach Zustellung dieser Entscheidung eine Beschwerde an den
Verwaltungsgerichtshof oder den Verfassungsgerichtshof zu erheben. Die
Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof muss - abgesehen von den gesetzlich
bestimmten Ausnahmen - von einem Rechtsanwalt unterschrieben sein. Die
Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof muss - abgesehen von den gesetzlich
bestimmten Ausnahmen - von einem Rechtsanwalt oder einem Wirtschaftsprüfer
unterschrieben sein.
Gemäß
§ 292 BAO steht der Amtspartei (§ 276 Abs. 7 BAO) das
Recht zu, gegen diese Entscheidung innerhalb von sechs Wochen nach Zustellung
(Kenntnisnahme) Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof zu erheben.
Entscheidungsgründe
Die Berufungswerberin (BW) ist
BHS-Lehrerin für Deutsch, Englisch, sowie für Seminare betreffend
"Kulturtourismus" und "Kommunikation und Präsentation" an der HBLA L. A.
(berufsbildende höhere Schule). Weiters ist sie Koordinatorin
für die Ausbildungszweige an den o. HBLAs am PI L., dies unter Einrechnung
dieser Funktion in die normale Lehrertätigkeit.
In ihrer Erklärung zur
Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung für das Jahr 2000 beantragte
die BW folgende Beträge als Werbungskosten zu berücksichtigen:
|
AfA Computer
|
6.180,00
S
|
Sonstige Werbungskosten i.Z.m.
dem Computer
|
2.608,40
S
|
Literatur und
Arbeitsunterlagen
|
4.281,00
S
Mit Bescheid betreffend
Einkommensteuer 2000 vom 15. Oktober 2001 wurden die Aufwendungen für
"Literatur und Arbeitsunterlagen" in Höhe von S 4.281,-- unter Hinweis auf
die Bestimmung des § 20 EStG nicht anerkannt.
Dagegen erhob die BW
rechtzeitig Berufung mit der Begründung, die nicht berücksichtigten
Werbungskosten in Höhe von S 4.281,-- für Literatur seien nicht
Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche Stellung
des Steuerpflichtigen mit sich bringt, sondern rein beruflich veranlasst. Dies
habe sie bereits im Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung darzustellen versucht,
indem sie zu jedem Titel die jeweils schul- und lehrplanrelevanten Informationen
in Kurzform dazugeschrieben habe. Sie sei darüber hinaus gerne bereit, als
zusätzliche Erhärtung ihrer Darstellung eine Bestätigung seitens
der Schule nachzureichen, um allfällige Zweifel endgültig zu
beseitigen.
Mit Berufungsvorentscheidung
vom 25. Oktober 2001 wies das Finanzamt die Berufung mit folgender
Begründung ab:
"Zur Beantwortung der Frage,
inwieweit angeschaffte "Fachliteratur", wenn diese auch im Unterricht und
für die Schulvorbereitung verwendet wird, als notwendiges Arbeitsmittel
anerkannt werden kann, muss ein strenger Maßstab angelegt werden. Aufgrund
der Bestimmungen des § 20 EStG 1988 sind Aufwendungen für
typischerweise der Lebensführung dienende Wirtschaftsgüter, wenn sie
gemischt, also zum Teil privat und zum Teil beruflich veranlasst sind, zur
Gänze nicht abzugsfähig. Da die deutsche bzw. englische Literatur
nicht nur für einen Lehrer, sondern auch für die Allgemeinheit mit
höherem Bildungsgrad bestimmt sind, konnten die angefallenen Kosten in
Höhe von S 4.281,-- nicht als Werbungskosten anerkannt werden."
Die BW stellte
schließlich am 7. November 2001 - ohne weitere Begründung - den
Antrag auf Entscheidung über die Berufung durch die Abgabenbehörde
zweiter Instanz.
Mit Vorhalt vom 22. April 2003
richtete der Referent folgende ergänzende Fragen an die BW:
"1. Zur Beurteilung der Abzugsfähigkeit der von
Ihnen geltend gemachten Aufwendungen für Fachliteratur werden Sie um
Vorlage einer Literaturliste nach folgenden Kriterien ersucht:
Buchtitel
Vor-
und Zuname des Autors
Verlag,
Erscheinungsdatum
Inhaltsangabe
(Kurzbeschreibung)
z.B:
"Herrin
im eigenen Haus"
Julia
Onken
Verlag,
Erscheinungsdatum?
Kurzbeschreibung
Die
Psychologin Julia Onken erläutert, warum Frauen an mangelndem
Selbstbewusstsein leiden in einer Gesellschaft, die immer noch von
männlich-dominantem Denken bestimmt wird. Sie zeigt Wege auf zu einer
Weiblichkeit, die nicht von Benachteiligung, Abhängigkeit, sexueller
Ausbeutung und Minderwertigkeitsgefühlen geprägt ist, und fordert
Frauen auf, erhobenen Hauptes durch die Welt zu gehen.
2. Die von Ihnen
für den Computer1 angegebenen technischen Daten lassen offenbar eine
Internet-Nutzung nicht zu.
Verfügen
Sie über einen Internet-Anschluss?
Wenn ja, wird
hiefür Computer2 verwendet?
3. Bei dem von
Ihnen angeführten portablen Datenträger "Psion Revo" handelt es sich
offenbar um einen "Personal Organizer". Um Bekanntgabe dessen Einsatzbereiches
wird ersucht.
Nach der
Lebenserfahrung liegt eine überwiegende private Verwendung nahe. In welchem
Ausmaß liegt tatsächlich eine berufliche Verwendung konkret vor?
Erläutern Sie bitte diese berufliche Nutzung!"
Mit - persönlich
überreichtem - Schreiben vom 5. Mai 2003 beantwortete die BW die Fragen des
Vorhaltes wie folgt:
"Antwort
auf Frage 1: "Literaturliste"
Großstadtlyrik
(Anthologie):
Hrsg. Waltraud Wende;
Philipp Reclam jun., Stuttgart 1999
Großstädte als Brennpunkte industrieller,
technologischer, aber auch sozialer Entwicklungen und Fehlentwicklungen. Dieser
Band versammelt Lyrik vom Naturalismus bis in die Gegenwart und formt einen
sensiblen Spiegel zum Thema.
Gerhard
Roth: Der Plan,
Fischer Tb., Frankfurt,
2000
Ein Bibliothekar
findet ein gestohlenes Autograph Mozarts, gibt es nicht zurück, sondern
folgt dem Angebot eines japanischen Händlers und reist nach Tokyo. Er wird
verfolgt und gerät in einen Kriminalfall und schließlich steht er
unter Mordverdacht.
Beispiel einer
modernen Kriminalgeschichte im musisch-kreativen Milieu.
Stanislaw
Lem: Solaris,
dtv, 10. Aufl.
1995
Der Planet Solaris scheint den Gesetzen der Physik zu
spotten. Der Astronaut Kelvin soll die Besatzung der Raumstation aufsuchen, die
den Planet erforscht, aber er findet die Station in Auflösung; in den
Gängen tauchen Gestalten auf, die aus einem Traum zu stammen scheinen -
Wahn und Vorstellung scheinen ineinander zu verschwimmen; Er erkennt, dass die
Menschen auf der Station selber Forschungsobjekte geworden sind.
Beispiel
für einen qroßartiqen Science-Fiction Roman
Forschungskreis
praxisorientiert: Tourismus + Freizeitforschung
(Hrsg.) 10 Hefte
-Tourismuspanorama-
Schwerpunktthemen quergedacht von 1999 - 2002
(erscheint vierteljährlich); Wien -verschiedene Themen: Pauschalreisen,
Kur-, Kultur-, Städte-, Event-, Familien-, All inclusive-, Wellness-,
Sporttourismus; Erlebnisparks;
Analyse
der verschiedenen Tourismusformen aus wissenschaftlicher - und
empirisch-sozilogischer Sicht
Karl-Markus
Gauß: Der Mann, der ins Gefrierfach
wollte,
Paul Szolnay Verlag, Wien,
1999
Sammlung kurzer literarischer Miniaturen, Anekdoten
und Essays aus der Gegenwart, die die Welt im Umbruch aufspüren, ihre
Vergänglichkeit und Unsterblichkeit aufzeigen und dabei Sehnsüchte und
Wünsche der Menschen in dieser Zeit sichtbar macht.
Kurz- und
Kürzestessays - kritisches Schreiben
Louis
Begley: Mistler's Exit - a novel,
Alfred A. Knopf, New York, 1998
Thomas MistIer ein alternder Werbefachmann am Ende
seines Lebens verkauft seine Firma, um sich in Venedig auf seinen Tod
vorzubereiten, Erinnerungen nachzuhängen und dabei sich und der Welt einen
brillianten Abgang zu geben.
Moderner
amerikanischer Roman über das Thema Alter und Tod
Madelaine
Bourdouxhe: Gilles' Frau,
Piper Verlag,
1998
Schon auf den ersten Seiten begreift man die
unendliche Liebe, die Elisa für Gilles empfindet. Die beiden führen
mit ihren Kindern ein einfaches Arbeiterleben in einer tristen Industriestadt,
aber sie sind glücklich - ein Glück, das auf Elisas
überströmender Liebe beruht. Dieses Glück wird jäh
zerstört, als Elisas oberflächliche und leichtlebige Schwester Gilles
herausfordernd küsst. Danach führt kein Weg mehr zurück. Durch
ihre Feinfühligkeit spürt Elisa sofort die Veränderung in ihrer
Beziehung, aber sie schweigt und leidet. Sie leidet sogar noch mit Gilles, mit
dem die Schwester rücksichtslos spielt. Sie weiß, dass es
Leidenschaft ist, was Gilles zu ihrer Schwester treibt und hofft, dass, wenn die
Leidenschaft verblasst, alles wieder wie früher wird. Als Gilles sich Elisa
anvertraut, muss sie ganze Last schließlich für ihn und sich
tragen.
-
Frauenschicksale
Peter
Sloterdijk: Die Verachtung der Massen,
Suhrkamp, 2000
Sloterdijk zeigt auf, dass die gegenwärtige
Gesellschaft aufgrund eines innewohnenden Neid-Komplexes untilgbar darauf aus
ist, alles einzuebnen. Während früher die religiösen, dann die
feudalen, ja selbst noch die bildungsbürgerlichen Gesellschaften
Hierarchien anerkannten (die des begnadeten, berechtigten oder begabten
Menschen) - so haben Ressentiments und die Unfähigkeit und Unwilligkeit,
sich zu den Benachteiligten zählen zu müssen, eine äußerst
effiziente Kultur der unterdrückenden Gleichmacherei heutzutage
handlungsrelevant gemacht. Zwar gerät die Wettbewerbsgesellschaft hiermit
eigentlich in Konflikt mit einem zweiten konstitutionellen Steuerungsprinzip
(welches sich mit dem spöttisch erwähnten Jahresnetto-Verdienst eine
Ranking-Skala eigener Art erkämpft) - dennoch: die Wut, nicht irgendeinen
bewundern zu müssen, ist der stärkste und gefährlichste aller
Antriebe geblieben.
Philosophische -
theoretische Grundlage für die Behandlung verschiedener menschlicher
Lebensläufe
Robert
Schindel: Gebürtig
- Roman,
Suhrkamp Verlag, 1995
Mit der sinnlich-anschaulichen Sprachkraft eines
Erzählers, der zugleich ein Lyriker ist, erzählt Robert Schindel aus
der Gegenwart der achtziger Jahre über jene Befangenheiten und
Verstrickungen in Scham und Lüge, die sich als gläserne Wand immer
wieder zwischen die unsere Jahrhundertkatastrophe überlebenden Juden und
die nachgewachsenen deutsch-österreichischen Nichtjuden schiebt. Neben
zahlreichen Schicksalen von Juden und Nichtjuden schildert dieser Roman die
Geschichte des nach Amerika emigrierten Schriftstellers Hermann Gebirtig, der
als Zeuge in einem Nazi-Prozess nach Wien zurückkehrt. - Lebensbilder
Alois
Brandstetter: Voll in Fahrt,
dtv,
2000
Der Erzähler, ein Griechisch- und Lateinprofessor
in Frührente, kann das Besserwissen schon von Berufs wegen nicht lassen,
außerdem fallt ihm einfach zu jedem Thema etwas Lehrreiches ein: Vom
Sterben und Gebären ist die Rede, von Sex und Liebe und natürlich vom
Kränkeln. Vor allem an letzterem hat der Oberschullehrer im Ruhestand
Gefallen gefunden. Denn eine zentrale Figur ist des Erzählers Bruder Franz,
der Chauffeur bei der Rettung ist. Über Franzens Erlebnisse beim
Chauffieren und Menschen retten gerät der Erzähler ins Philosophieren
und nimmt alles und jeden aufs Korn.
Elfriede
Kern: Kopfstücke,
dtv,
2000
Volande hat sich auf einer Almhütte verkrochen,
mit einem Loch im Kopf, das ihr der Bruder mit einer Spitzhacke geschlagen hat.
Der Besitzer der Hütte fühlt sich von Volandes Loch im Schädel
voyeuristisch-erotisch angezogen, erpresst sie. Sie flieht in Richtung
Küste und findet bei einem pensionierten Anwalt neuerlich Unterkunft. Und
auch für ihn ist ihre Kopfwunde ein Faszinosum: Auf fanatische Weise
verfolgt er das Ziel, sich selbst ein solches Loch in den Schädel zu
bohren, galt doch die Trepanation im Altertum als Weg, sich ein dauerndes
Hochgefühl zu verschaffen. Mit etwas Geld und dem Wagen ihres Gastgebers
gelingt abermals die Flucht, während der sie auf die unstete Cora trifft,
die geheimnisvolle Opfersäckchen herstellt und verkauft. Erzählt
werden diese abgründigen Geschichten mit Ironie, Raffinesse und einer
heiteren Infamie.
Julia
Onken: Herrin im eigenen Haus,
Bertelsmann Verlag, 2000
Noch immer bestimmt das männlich - dominierte
Denken, was Weiblichkeit ist, noch immer fühlen sich Frauen viel zu oft
minderwertig, unzufrieden und zutiefst verunsichert. Onken appelliert an alle
Frauen, Stellung zu beziehen, ihren verschütteten Wünschen und
Bedürfnissen nachzuspüren und sich ihrer ureigenen Stärken
bewusst zu werden. - Frauenbild
Hermann
Hesse: Narziß und Goldmund,
Suhrkamp Verlag, 2000
Das Buch ist eine Mischung aus Erotik, Romantik und
Drama. Narziß ist ein Asket und Lehrer in dem Kloster, in das auch
Goldmund von seinem Vater geschickt wird, um die Sünden seiner Mutter zu
büßen. Goldmund leidet zunächst unter dem Klosterleben, bis
Narziß zu seinem Freund wird und das Leben in ihm entfacht. Narziß
ahnt den Künstler in Goldmund, allerdings den Künstler mit Worten.
Nachdem Goldmund auf Wanderschaft geht, sehen sie sich nach Jahren wieder, an
einem Punkt an dem sich Goldmund schon verloren und tot sieht. Jetzt erkennt
Narziß den wahren Goldmund und zweifelt, aber er erlangt durch ihn zur
gleichen Erkenntnis wie sie auch Goldmund auf seinen Wanderungen erfahren hat,
die sich als Bilder in seinem Kopf festgesetzt haben. Als er diese im Kloster
umsetzt und zu wahren Figuren formt, erfüllt es Goldmund mit Leere und er
geht ein letztes Mal auf Wanderschaft.
Erika
Jong: Buddha im Schoß,
Hoffmann
und Campe, 2000
In 24 Essays entfaltet die Autorin, eine passionierte
Denkerin und Liebhaberin des Wortes, ihr reiches Themenspektrum. Erica Jong
kommentiert politische und gesellschaftliche Themen der 90er Jahre ('role model'
Hillary Clinton, Lewinsky-Affaire, Viagra-Rummel) und gewinnt ihnen neue,
überraschende Aspekte ab. Sie spricht über sich, über
Pionierwerke der weiblichen und erotischen Weltliteratur und kommt dabei immer
wieder auf ihr zentrales Thema zurück: den Zusammenhang von sexueller und
geistiger Emanzipation. Frauenbilder
Rene
Bosewitz: Better your Business English
- ein Crash Kurs zum Verlernen
typischer Fehler; Übungsprogramm für Personen mit Business Kontakten;
Rowohlt tb., 2000
praktische
Übungen für Grammatik und Redewendungen im Business Englisch
Goscinny,
Uderzo: Asterix in Britain
- englische
Ausgabe
,
Delta Verlag, 2000
Die Abenteuer der beiden Gallier im alten England -
amüsante Erlebnisse mit der englischen Lebensweise
Iwan
S. Turgenjew: Erste Liebe - Novelle,
Insel, Tb., 2000
Die Liebe eines
16 jährigen Jungen zu der um 5 Jahre älteren Geliebten seines Vaters
-Gefühl und Verstand stehen hier einander gegenüber und bilden eine
Konstellation, die die Liebe in ihrer schicksalhaften Ausformung für den
Menschen zeigt.
Fjodor
M. Dostojewski: Der Spieler,
dtv,
1998
Dostojewskij hat an den Spieltischen deutscher Casinos
in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Spieler, ihre Welt und ihre
suchtartige Leidenschaft erlebt und beobachtet. Er erzählt von der
qualvollen Liebe des Spielers zu seiner Stieftochter und von dem Leben einer
russischen Adelsfamilie mit ihrem Tross von Parasiten. Dieser Roman trägt
autobiographische Züge und fasziniert dadurch auf ganz besondere
Weise.
Reinhard
K. Sprenger: Mythos Motivation,
Campus
Verlag, 2000
Eine Streitschrift gegen die alltäglichen
Motivationsfallen. Sprenger spricht offen das aus, was viele
Führungskräfte und Mitarbeiter schon lange wussten: Mit den falschen
Stellhebeln der Motivierung werden Mitarbeiter langfristig eher demotiviert und
immer unzufriedener. Mit scharfsinnigen Beobachtungen und feiner Ironie geht es
in diesem Buch populären Irrtümern an den Kragen.
Fjodor
M. Dostojewski: Schuld und Sühne,
Aufbau, Tb., 1997
Die Geschichte des Studenten Rodion Raschkolnikow, der
eine alte Wucherin und ihre Schwester tötet, weil er sich zu den
"Auserwählten" zählt, denen solche Taten erlaubt seien und der mit
dieser Tat nicht fertig wird und durch den Einfluss der Prostituierten Sonja
Marmeladowa dazu gebracht wird, seine Tat durch Strafe zu sühnen, ist zu
recht Weltliteratur. Dieses äußerst spannende Werk dient aber auch
als hervorragende Einführung in das Gesamtwerk Dostojewskis.
Walter
Ötsch: Haider Light - Handbuch für Demagogie,
Czernin Verlag, Wien,
2000
Dieses Buch beschreibt die Kommunikations-Strategien,
die Haider bei seinen Auftritten und Meldungen verwendet und entlarvt sie. Es
beschreibt die verwendeten Methoden und gibt so dem Leser, die Möglichkeit,
diesen sachkundig entgegen zu treten. Politische Bildung - Sprache und Politik
Marlene
Streeruwitz: Lisas Liebe - Romansammelband,
Fischer Tb., 2000
Lisas Liebe präsentiert sich als Groschenroman:
drei Heftchen, vorne drauf ein frisches Mädel vorm Gebirge und dazu ein
Edelweiß. Auch innen gibt es Fotos, Blümchen rahmen die Seitenzahlen
ein. Jeder Abschnitt beginnt mit einem geschwungenen L für Lisa. Was
aussieht wie eine witzige Marketing-Idee, ist ein höchst raffiniertes Spiel
mit Leseerwartungen und literarischer Fiktion. Zunächst erscheint Lisa
erwartungsgemäß als naive Volksschullehrerin; der Arzt, in den sie
sich verliebt, tritt schon auf der ersten Seite auf. In seiner Banalität
wirkt das Ganze wie eine Parodie. Lisa teilt Dr. Adrian in einem Brief mit, dass
sie sich in ihn verliebt hat, dazu ihre Urlaubsadresse. Dort, in Glosau im
Gebirge, sitzt sie dann zwei Heftchen lang und wartet auf Antwort. Während
sie wartet, erfahren wir Näheres über ihr Leben, die Familie, in der
die Männer ganz selbstverständlich mehr gelten als die Frauen,
über Lisas Männergeschichten.
Institut
für integrativen Tourismus und Freizeitforschung: Schule des sanften
Reisens
Hrsg. Christian Baumgartner,
Wien 2001
Sammelband
verschiedener wissenschaftlicher Aufsätze zum Thema sanftes Reisen und
nachhaltiger Tourismus
Alison
Lurie: The last Resort
- Verlag
Vintage, London, 1998, englische Version
Dieser Roman beschreibt in witzig ironischer Art die
Beziehungen von Mann und Frau im Spiegel des Alterns. - Lebensbilde
Sabine
Neumann: Streit um Drei,
Suhrkamp
Verlag, 2000
Ein Buch um Liebe, Streit, Hass und Versöhnung;
in dem drei Menschen ihre Beziehung zueinander klären müssen.
Reinhard
K. Sprenger: 30 Minuten für mehr Motivation,
Verlag Gabal, Offenbach,
1999
Ein Praxisbuch mit vielen Übungen und
Grundsatzwissen über Motivation; - Seminar "Lernen lernen"
Vera
f. Birkenbihl: Der Power Tag, Kommunikation und Gedächtnis,
mvg-Verlag, Landsberg / Lech,
1999
Ein
Praxisbuch für Lernen, Gedächtnis und Kommunikation mit vielen
praktischen Übungen zum Optimieren des Gedächtnisses und der
Lernleistung - Seminar "Lernen lernen"
Martin
Oberauer: Abenteuer Gedächtnis
-
Wirkungsvolles Gehirnjogging, Verlag Herbig, 2000
Wirksame Gedächtnis- und Konzentrationsaufgaben
sind in eine spannende Abenteuergeschichte eingebettet mit dem Ziel, die
Gedächtnisleistung und das logische Denken zu fördern.
Frage
2: "Internet Anschluss"
Ich verfüge über einen Internet Anschluss
seit 2000, aber ohne Kosten. Der zweite Computer wird dazu nicht verwendet, dazu
dient ein im Privatvermögen meines Ehegatten sich befindlicher PC.
Frage
3: "Psion-Revo"
Bei meinem Psion Revo handelt es sich um einen
Handheld PC mit Voll-Tastatur, auf dem Word und Excel Dokumente bearbeitet
werden können.
Meine
Unterrichtsvorbereitungen und Protokolle pflege ich in Word-Dateien und
bearbeite sie auch direkt im Unterricht auf diesem Gerät.
Die
Schülerunterlagen pflegte ich damals probeweise in Excel zu machen. Ein
Einpflegen der aktuellen Leistungen und der Mitarbeitsnotizen erfolgte teilweise
direkt im Klassenzimmer über dieses Gerät.
Berufliche
Besprechungen, Telefonate und Konferenzen protokolliere ich direkt auf dem Revo
mit.
Meine gesamte
berufliche Terminverwaltung samt der dazugehörigen beruflichen Kontakte
laufen über dieses Gerät.
Private
Kontakte führe ich über mein handgeschriebenes Adressbuch, meine
privaten Termine notiere ich auf dem Stehkalender neben meinem privaten
Festnetztelefon."
Auf Frage des Referenten
betreffend die Verwendung der beiden in der "Zusammenstellung betreffend
erhöhte Werbungskosten 2000" angeführten PCs anlässlich der
persönlichen Vorsprache der BW betonte diese, dass - trotz der geringen
Rechenkapazität - ausschließlich der "Computer 1" (Notebook, 20 MB)
für Internet-Recherchen benützt werde.
Weiters wies sie darauf hin,
dass ihr Dienstgeber nicht bereit sei, die für Literatur getätigten
Aufwendungen gesondert zu ersetzen.
Der Inhalt dieser
Vorhaltsbeantwortung wurde dem Finanzamt zur Wahrung des Parteiengehörs zur
Kenntnis gebracht.
Über
die Berufung wurde erwogen:
Werbungskosten
sind gemäß
§ 16 Abs. 1 EStG 1988 Aufwendungen oder Ausgaben zur
Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen. Gemäß
§ 16
Abs. 1 Z 7 EStG 1988 zählen Ausgaben für Arbeitsmittel (z.B. Werkzeug
und Berufskleidung) zu den Werbungskosten.
Gemäß
§ 20 Abs. 1 Z 2 lit. a EStG 1988 dürfen Aufwendungen oder Ausgaben
für die Lebensführung, selbst wenn sie die wirtschaftliche oder
gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt und sie zur
Förderung des Berufes oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen
erfolgen, nicht bei den einzelnen Einkünften abgezogen
werden.
Aufgrund
der Bestimmung des § 20 Abs. 1 Z 2 lit. a EStG 1988 sind Aufwendungen
für typischerweise der Lebensführung dienende Wirtschaftsgüter,
wenn sie gemischt, also zum Teil privat, zum Teil beruflich veranlasst sind, zur
Gänze nicht abzugsfähig. Anderes gilt nur, wenn feststeht, dass das
betreffende Wirtschaftsgut (nahezu) ausschließlich beruflich genutzt wird
(vgl. Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuerhandbuch, § 20 Tz 10f, § 16
Tz 64).
Nach
der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes, sind Anschaffung
von Werken der Literatur die von allgemeinem Interesse sind, zur
längerfristigen Nutzung stets
auch
privat veranlasst ist (vgl. die Erkenntnisse des VwGH vom 9. Oktober 1991,
Zl. 88/13/0121
und vom 3. November 1981, Zl. 81/14/0022, sowie die weitere, bei Doralt, EStG2,
§ 20 Tz. 163 Stichwort "Literatur" angeführte Judikatur), sodass die
Anschaffungskosten somit nicht abzugsfähige Aufwendungen im Sinne des
§ 20 EStG darstellen.
Das Abzugsverbot des § 20 EStG für gemischt
veranlasste Aufwendungen soll im Sinne der Steuergerechtigkeit vermeiden, dass
ein Steuerpflichtiger auf Grund der Eigenschaft seines Berufes eine Verbindung
zwischen beruflichen und privaten Interessen herbeiführen und dadurch
Aufwendungen der Lebensführung steuerlich abzugsfähig machen kann, was
ungerecht gegenüber jenen Steuerpflichtigen wäre, die eine
Tätigkeit ausüben, die eine solche Verbindung zwischen beruflichen und
privaten Interessen nicht ermöglicht, und die derartige Aufwendungen aus
ihrem bereits versteuerten Einkommen tragen müssen (siehe
Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuerhandbuch, Tz 10 zu § 20 EStG 1988,
sowie die zur genannten Gesetzesbestimmung ergangenen Erkenntnisse des
Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) etwa vom 30. Mai 2001, 2000/13/0163; vom 5.
April 2001, 98/15/0046; vom 23. November 2000, 95/15/0203 und vom 26. April
2000, 96/14/0098).
Aus der Entscheidung des VwGH vom 23. Mai 1984, Zl.
82/13/0184 geht hervor, dass Ausgaben für Literatur, welche für einen
nicht fest abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit mit höherem Bildungsstand
bestimmt ist, nicht abzugsfähige Kosten der Lebensführung darstellen.
Genau die von der Judikatur ausformulierten Kriterien für die Annahme
gemischt veranlasster Aufwendungen liegen im gegenständlichen Fall
vor.
Folgende, von der BW angeführten literarischen Werke
sind nach Ansicht des Referenten für einen nicht fest abgrenzbaren Teil der
Allgemeinheit mit höherem Bildungsstand von Interesse:
Gerhard Roth: Der Plan,
Fischer Tb., Frankfurt, 2000
Stanislaw Lem: Solaris,
dtv, 10. Aufl. 1995
Karl-Markus Gauß:
Der Mann, der ins Gefrierfach wollte, Paul Szolnay Verlag, Wien,
1999
Louis Begley: Mistler's
Exit - a novel, Alfred A. Knopf, New York, 1998
Madelaine Bourdouxhe:
Gilles' Frau, Piper Verlag, 1998
Peter Sloterdijk: Die
Verachtung der Massen, Suhrkamp, 2000
Robert Schindel:
Gebürtig - Roman, Suhrkamp Verlag, 1995
Alois Brandstetter: Voll
in Fahrt, dtv, 2000
Elfriede Kern:
Kopfstücke; dtv, 2000
Julia Onken: Herrin im
eigenen Haus, Bertelsmann Verlag, 2000
Hermann Hesse:
Narziß und Goldmund, Suhrkamp Verlag, 2000
Erika Jong: Buddha im
Schoß, Hoffmann und Campe, 2000
Goscinny, Uderzo: Asterix
in Britain - englische Ausgabe, Delta Verlag, 2000
Iwan S. Turgenjew: Erste
Liebe - Novelle, Insel, Tb., 2000
Fjodor M. Dostojewski: Der
Spieler, dtv, 1998
Fjodor M. Dostojewski:
Schuld und Sühne, Aufbau, Tb., 1997
Walter Ötsch: Haider
Light - Handbuch für Demagogie, Czernin Verlag, Wien, 2000
Marlene Streeruwitz: Lisas
Liebe - Romansammelband, Fischer Tb., 2000
Alison Lurie: The last
Resort - Verlag Vintage, London, 1998, englische Version
Sabine Neumann: Streit um
Drei; Suhrkamp Verlag, 2000
Es wird zwar nicht verkannt, dass die Verwendung dieser
Literatur für die berufliche Tätigkeit als Lehrerin in den
Unterrichtsfächern Deutsch und Englisch förderlich wirkt.
Die in den angeführten Werken behandelten Themen
sprechen jedoch nach der Lebenserfahrung eine breite Allgemeinheit von
literarisch, sozialpolitisch bzw. politisch Interessierten an. Dieses Interesse
bzw. das von diesen Werken in der Leserschaft hervorgerufene breite Echo hat
nicht zuletzt auch eine entsprechende Recherche im Internet gezeigt.
Dass die Anschaffung dieser allgemein interessierenden
Literatur typischerweise einen Akt der Lebensführung darstellt und deshalb
als privat veranlasst zu gelten hat, kann nicht zweifelhaft sein.
Dass der Dienstgeber nicht bereit ist, die dafür
getätigten Aufwendungen gesondert zu ersetzen, wie die Berufungswerberin
anlässlich der persönlichen Überreichung der Vorhaltsbeantwortung
erläuterte, ist rechtlich nicht von Bedeutung und ändert auch nichts
am Interesse des Dienstgebers an der gezielten Vorbereitung der
Lehrveranstaltungen durch die Berufungswerberin. Eine Bestätigung des
Arbeitgebers über die berufliche Veranlassung der angeschafften Literatur
war daher entbehrlich.
Hingegen sind die Kosten für die Anschaffung der
restlichen Buchtitel aus folgenden Gründen als Werbungskosten
anzuerkennen:
Großstadtlyrik
(Anthologie): Hrsg. Waltraud Wende; Philipp Reclam jun., Stuttgart 1999
Forschungskreis
praxisorientiert Tourismus + Freizeitforschung: (Hrsg.) 10 Hefte
-Tourismuspanorama- Schwerpunktthemen quergedacht von 1999
-2002 (erscheint vierteljährlich), Wien
Institut für
integrativen Tourismus und Freizeitforschung: Schule des sanften Reisens
Hrsg. Christian Baumgartner, Wien 2001;
Reinhard K. Sprenger:
Mythos Motivation, Campus Verlag, 2000
Reinhard K. Sprenger: 30
Minuten für mehr Motivation, Verlag Gabal, Offenbach, 1999
Vera f. Birkenbihl: Der
Power Tag, Kommunikation und Gedächtnis, mvg-Verlag, Landsberg /
Lech, 1999
Martin Oberauer: Abenteuer
Gedächtnis - Wirkungsvolles Gehirnjogging, Verlag Herbig
Rene Bosewitz: Better your
Business English, Rowohlt Tb., 2000
Eine Sammlung von Lyrik vom Naturalismus bis zur Gegenwart
zum genannten Thema, kann als speziell für den Deutsch-Unterricht
zugeschnitten gelten.
Die beiden Titel betreffend Tourismus und Freizeitforschung
lassen eine wissenschaftliche Ausrichtung erkennen und wurden offenbar für
die im Rahmen der beruflichen Tätigkeit abgehaltenen Seminare
"Kulturtourismus" angeschafft.
Die beiden Titel zum Thema "Motivation" sowie die beiden
Bücher zum Thema "Kommunikation und Gedächtnis" können dem
Seminarbereich "Kommunikation und Präsentation" und der Titel "Better your
Business English" dem Unterrichtsfach
Englisch (in einer berufsorientierten Schule) zugeordnet werden, und lassen
somit nicht auf eine wesentliche private Mitveranlassung schließen.
Die im Vorhalt an die BW
gerichteten weiteren Fragen zu den Themen "Computer 1", sowie zum
Datenträger "Psion Revo" konnten durch die BW hinsichtlich der beruflichen
Verwendung dieser Arbeitsmittel glaubhaft beantwortet werden, weshalb eine
diesbezügliche Änderung des Bescheides nicht erforderlich war.
Beilage:
1 Berechnungsblatt
Linz,
23. Mai 2003
Normen und Schlagworte
- § 16 Abs. 1 Z 7 EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
- § 20 Abs. 1 Z 2 lit. a EStG 1988, Einkommensteuergesetz 1988, BGBl. Nr. 400/1988
Herkunft
Herkunft dieses Textes
- Bestand
- UFS-Entscheidungen
- Dokumenttyp
- Berufungsentscheidung - Steuer (Referent)
- Geschäftszahl
- RV/1401-L/02
- Stammnummer
- 4965
- Gültig
- 23.05.2003 bis auf Weiteres
- Stand Bestandsliste
- 25.09.2026 06:13
- Von uns abgerufen
- 26.09.2026
- Quelle
- Findok – Finanzdokumentation des Bundesministeriums für Finanzen
- Lizenz
- CC0 1.0 — gemeinfrei gewidmet vom BMF